Skip to main content

Full text of "Chronik fur das Rechnungsjahr"

See other formats


Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 



/ 




, f 



\- 





- >' I I u 



- i !\^' 




CHRONIK 



\ \ 



DER KÖNIGLICHEN 



FRIEDRICH-fflLHELMS-ÜNiyERSITAT 



zir BERiiOr 



FÜR 



DAS RECHNUNGSJAHR 1893/94. 



JAHRGANG VIL 



I 

; 

.1 



BERLIN 

DRÜCK VON JULIUS BECKER 

1894. 



CHRONIK 6^i) - 



DER KÖNIGLICHEN 



FRIEDBICH-fflLHELMS-ÜNiyERSITÄT 



Zir BERIilN 



FÜR 



DAS RECHNUNGSJAHR 1893/94. 



JAHRGANG VH. 



BERLIN 

DRÜCK VON JULIUS BECKER 



:^-i 

V ,' 



y 






• • • • 

• • • • 



• • •- 



• •" 



• ••( 



• • ••« 

• •• • •< 
•• •• 

• • • •< 



> • «1 



• _•< 



• • 



I • • • • 
• • • • • • 



Inhalt. 



Seite 

I. Akademische Behörden 5 

n. Lehrkörper der ÜDiversität 6 

1. Todesfälle 6 

2. Abgang g 

3. Berufungen, Ernennungen und Habilitationen > . . 8 

4. Auszeichnungen ]0 

III. Beamte der Universität 12 

IV. Studirende der Universität 12 

1. HOrerzahl im Sommer-Semester 1893 12 

2. Hörerzahl im Winter-Semester 1893/94 19 

V. Promotionen 23 

1. Ehren-Promotionen 23 

2. Promotionen 23 

3. Preise 38 

VI. Stiftungen, Geschenke und sonstige Zuwendungen . 42 

Vn. Wissenschaftliche Anstalten der Universität ... 50 

1. Das theologische Seminar 50 

2.. Das homiletisch-katechetische Seminar 52 

3. Die christUch-archäologische u. epigraphische Sammlung 52 

4. Das juristische Seminar 53 

5. Das Seminar für Deutsches Recht 55 

6. Das philologische Seminar 5g 

7. Das Institut fUr Alterthumskunde 5g 

8. Das historische Seminar 57 

9. Das staatswissenschaftlich-statistische Seminar ... 58 

10. Das germanische Seminar g5 

11. Das romanisch-englische Seminar ••'... gg 

12. Das mathematische Seminar ^ g8 



— 4 — 

Seite 

13. Das Seminar für die Ausbildung der Stndirenden im 

wissenschaftlichen Rechnen 69 

14. Das Seminar für orientalische Sprachen 70 

15. Der archäologische Apparat 71 

16. Das geographische Institut 71 

17. Der geographische Apparat 72 

18. DerApparat für Vorlesungen über neuere Kunstgeschichte 73 

19. Die klinischen Anstalten 7Ö 

20. Das erste anatomische Institut 88 

21. Das zweite anatomische Institut 92 

22. Das physiologische Institut 94 

23. Das pathologische Institut 102 

24. Die hygienischen Institute 105 

25. Die Sammlung chirurgisch-geburtshülflicher Instrumente 

und Bandagen 108 

26. Das pharmakologische Institut 109 

27. Die praktische Unterrichts-Anstalt für die Staatsarznei- 

kunde . 110 

28. Das erste chemische Laboratorium 112 

29. Das zweite chemische Institut 115 

30. Das physikalische Institut 117 

31. Das Institut für theoretische Physik 119 

32. Das zoologische Institut «119 

33. Das Museum für Naturkunde 123 

34. Der Universitätsgarten 139 

35. Das botanische Institut 139 

36. Das pflanzenphysiologische Institut 140 

37. Das technologische Institut ! . 142 

38. Die Üniversitäts-Bibliothek 142 

39. Der botanische Garten und das botanische Museum . 152 

40. Die Sternwarte 162 

41. Das astronomische Recheninstitut Ig3 

42. Das Königliche meteorologische Institut Ig5 

VIII. Ministerial-Erlasse und Verfügungen 167 

IX. Üniversitäts-Grundstück 168 

X. Festlichkeiten und Programme 169 



I. Akademlselie Beltorden. 

1. Im Sommer- Semester 1893 bestand der akade- 
mische Senat: 

ans dem Rektor, Geheimen Medizinalrath Professor Dr. Vircho w, 

- Universitäts - Richter, Geheimen Regierungs - Rath Dr. 

Daude, 

- Prorektor, Geheimen Regierungs - Rath Professor Dr. 

Foerster, 

- Dekan der theologischen Fakultät, Ober-Eonsistorial- 

Rath Professor Dr. Weiss, 

- Dekan der juristischen Fakultät, Geheimen Justizrath 

Professor Dr. Dernburg, 
' Dekan der medizinischen Fakultät, Geheimen Medizinal- 
, rath Dr. Jolly, 

- Dekan der philosophischen Fakultät , Professor Dr. 

Hirschfeld, 
" Senator, Geheimen Justizrath Dr. Hinschius, 

- Senator, Professor Dr. Zupitza, 

' Senator, Geheimen Regierungs - Rath Professor Dr. 
Vahlen, 

- Senator, Professor Dr. Dillmann, 

- Senator, Professor Dr. Harnack. 

2. Im Winter -Semester 1893/94 war der akade- 
mische Senat zusammengesetzt: 

aus dem Rektor, Geheimen Regierungs - Rath Professor Dr. 

Weinhold, 

- universitäts -Richter, Geheimen- Regierungs-Rath Dr. 

Daude, 

- Prorektor, Geheimen Medizinalrath Professor Dr. 

Virchow, 



— 6 — 

aus dem Dekan der theologischen Fakultät, Professor Dr. 

Dillmann, 

- Dekan der juristischen Fakultät, Wirklichen Geheimen 

Ober-Justizrath Professor Dr. von Gneist, 

- Dekan der medizinischen Fakultät, Geheimen Medizinal- 

rath Professor Dr. von Bergmann, 

- Dekan der philosophischen Fakultät, Geheimen Re- 

gier ungs-Rath Dr. Eundt, 

- Senator, Geheimen Eegierungs-Rath Dr. Vahlen, 

- Senator, Professor Dr. Harnack, 

- Senator, Geheimen Eegierungs - Rath Professor Di*. 

Schulze, 

- Senator, Geheimen Justizrath Professor Dr. Pernice, 

- Senator, Professor Dr. J. Schmidt. 



II. liehrkorper der llnlTersttät. 

1. Todesfälle. 

Am 14. Mai 1893 verstarb zu Berlin der ordentliche Pro- 
fessor in der philosophischen Fakultät, Mitglied der Egl. 
Akademie der Wissenschaften, Geheime Regierungs-Rath Dr. 
£rnst Kummer. Am 29. Januar 1810 zu Sorau geboren, 
promovirte er am 10. September 1831 an der Universität Halle. 
Im Jahre 1842 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Pro- 
fessor der Mathematik an der Universität Breslau und am 28. 
Juli 1855 seine Berufung als ordentlicher Professor in die 
philosophischen Fakultät der hiesigen Universität. 

Am 10. Dezember 1893 verstarb zu Berlin der ordentliche 
Professor in der philosophischen Fakultät, Mitglied der Egl. 
Akademie der Wissenschaften, Dr. Georg von der Gabelentz. 
Geboren am 16. März 1840 zu Poschwitz bei Altenburg, Her- 
zogthum Sachsen, promovirte er im Jahre 1876 an der Uni- 
versität Leipzig, woselbst seine Ernennung zum ausser- 
ordentlichen Professor am 1. April 1878 erfolgte. Am 4. Sep- 
tember 1889 wurde er als ordentlicher Professor fttr allgemeine 
Sprachwissenschaft und Orientalia in die philosophische Fakul- 
tät der hiesigen Universität berufen. 



— 7 — 

Am 28. Januar 1894 verstarb zu Berlin der ordentliche 
Professor in der medizinischen Fakultät, Geheime Medizinalrath 
Dr. August Hirsch. Am 4. Oktober 1817 zu Danzig geboren, 
promovirte er am 17. Februar 1843 an hiesiger Universität und 
wurde am 21'. März 1863 zum ordentlichen Professor in der 
medizinischen Fakultät ernannt. 

Am 15. Dezember 1893 verstarb zu Berlin der ordentliche 
Honorar-Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Karl 
Ludwig Michelet. Am 4. Dezember 1801 zu Berlin geboren, 
promovirte er am 25. September 1824 hierselbst, habilitirte 
sich am 16. März 1826 für Philologie und Philosophie und 
wurde am 23. November 1829 zum ausserordentlichen Professor 
in der philosophischen Fakultät hiesiger Universität ernannt. 

Am 10. April 1893 verstarb zu Berlin der ausserordentliche 
Professor in der philosophischen Fakultät, Geheime Begierungs- 
Rath Dr. Karl Friedrich Werder. Geboren am 13. De- 
zember 1806 zu Berlin, promovirte er am 7. September 1833 an 
hiesiger Universität, habilitirte sich am 10. Mai 1834 für Philo- 
sophie und wurde am 24. Juli 1838 zum ausserordentlichen 
Professor in der philosophischen Fakultät der Universität hier- 
selbst ernannt 

Am 20. April 1893 verstarb zu Berlin der ausserordentliche 
Professor in der medizinischen Fakultät, Geheime Medizinal- 
rath Dr. Eobert Hart mann. Geboron am 8. Oktober 1831 
zu Blankenburg a. Harz, promovirte er am 11. Oktober 1856 
und habilitirte sich an der hiesigen Universität am 8. Februar 
1864. Am 13. Juli 1867 erfolgte seine Ernennung zum ausser- 
ordentlichen Professor an der hiesigen Universität. 

Am 17. Oktober 1893 verstarb zu Berlin der ausser- 
ordentliche Professor in der medizinischen Fakultät, Kreis- 
physikus Dr. Friedrich Falk. Am 8. Juli 1840 zu Berlin ge- 
boren, promovirte er am 8. August 1861 und habilitirte sich 
in der medizinischen Fakultät am 30. Juli 1869. Im Jahre 
1886 wurde er zum ausserordentlichen Professor an der hie- 
sigen Universität ernannt. 

Am 25, Mai 1893 verstarb zu Berlin der Privatdozent in 

der medizinischen Fakultät, Sanitätsrath Dr. Paul Guttmann. 

Derselbe war am 9. September 1834 zu Ratibor geboren, pro- 

1* 



— 8 — 

movirte am 14. März 1858 und habilitirte sich an hiesiger Uni- 
yersität am 6. Juni 1867 für innere Medizin. 

Am 23. Juni 1893 verstarb zu Berlin der Pnvatdozent in 
der medizinischen Fakultät, Professor Dr. Wilhelm Zuelzer. 
Geboren am 10. November 1834 zu Breslau, promovirte er an 
der dortigen Universität am 29. Dezember 18ö8 und habilitirte 
sich am 7. August 1867 an hiesiger Universität. 

2. Abgang. 

Der ausserordentliche Professor in der medizinischen 
Fakultät Dr. Ernst Siemerling ist zum ordentlichen Pro- 
fessor in der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen, 
der ausserordentliche Professor in der philosophischen Fakultät 
Dr. Albert Naude zum ordentlichen Professor an der Uni- 
versität Marburg, der Privatdozent Dr. Ferdinand Pax zum 
ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der 
Universität Breslau, der Privatdozent Dr. Karl Bathgen zum 
ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Uni- 
versität Marburg, der Privatdozent Dr. Georg Steindorff zum 
ordentlichen Professor in derselben Fakultät der Universität 
Leipzig, der Privatdozent Dr. Wilhelm Cloetta zum ordent- 
lichen Professor an der Universität Jena, sowie der Privatdozent 
Dr. Johannes Töpff er zum ausserordentlichen Professor in der 
philosophischen Fakultät der Universität Basel ernannt worden. 

Der ausserordentliche Professor in der medizinischen 
Fakultät, Direktor derElinik für E[inderkrankheiten, Geheimer 
Medizinalrath Dr. He noch ist auf seinen Antrag mit dem 
Schlüsse des Winter-Semesters 1893/4 von seinen akademischen 
Verpflichtungen entbunden worden. 

3. Berufungen^ Ernennungen, Habilitationen. 

A. Berufungen. 

Der bisherige ordentliche Professor an der Universität 
Greifswald, Dr. Adolf Schlatter ist als ordentlicher Professor 
in die theologische Fakultät der hiesigen Universität berufen. 

Der bisherige ordentliche Honorar- Professor an der Uni- 
versität Leipzig, Dr. Johann Leonhard Otto Heubner 



— 9 — 

ist als ausserordentlicher Professor in die medizinische Fakultät 
der hiesigen Universität berufen. Demselben ist die Direktion 
der mit dem Charit^ - Erankenhause verbundenen Klinik für 
Kinderkrankheiten fibertragen worden. 

Der bisherige ordentliche Professor an der Universität 
München, Dr. Karl Stumpf ist als ordentlicher Professor in 
die philosophische Fakultät der hiesigen Universität berufen 
und gleichzeitig mit der Leitung des zu errichtenden Seminars 
für experimentelle Psychologie beauftragt. 

B. Ernennungen. 

I. in der theologischen Fakultät: 

Der ordentliche Professor, Ober-Konsistorialrath und vor- 
tragende Rath im Ministerium der geistlichen etc. Angelegen- 
heiten, Dr. Weiss, ist zum Wirklichen Ober-Konsistorialrath 
mit dem Bange eines Rathes erster Klasse und der Privatdozent 
Lic. Dr. Freiherr von Soden zum ausserordentlichen Professor 
ernannt. 

II. in der juristischen Fakultät: 

Der Privatdozent Dr. Weber ist zum ausserordentlichen 
Professor ernannt. 

m. in der medizinischen Fakultät: 

Die Privatdozenten Dr. Israel, Dr. Winter und der 
Zahnarzt Professor Dr. Miller sind zu ausserordentlichen 
Professoren ernannt. 

IV. in der philosophischen Fakultät: 

Der ausserordentliche Professor Dr. Paulsen ist zum 
ordentlichen Professor, die Privatdozenten Dr. Sering und 
Dr. Heusler zu ausserordentlichen Professoren ernannt. 

C. Habilitationen. 

Als Privatdozenten habilitirten sich: 

I. in der juristischen Fakultät: 
der Dr. jur. Ludwig Lass für Reichs- Versicherungsrecht und 
Gewerberecht. 



— 10 — 

n. in der medizinischen Fakultät: 

der Dr. med. et chir. Kurt Schimmelbusch für Chirurgie, 
der Dr. med. et chir. Dietrich Nasse für Chirurgie, 
der Dr. med. Wilhelm Ohlmöller für Hygiene. 

in. in der philosophischen Fakultät: 

der Dr. phil. Oskar Froehde für klassische Philologie, 
der Dr. phil. Professor Karl Schumann far Botanik, 
der Dr. phil. August Eaps für Physik, 
der Dr. phil, Oskar Schultz für romanische Philologie, 
der Dr. phil. Karl Lehmann für alte Geschichte, 
der Dr. phil. Konrad Kretschmer für Geographie, 
der Dr. phU. August Schmekel für Philosophie, 
der Dr. phil. Otto Krigar-Menzel für Physik. 



4. Anszeiclmangeii. 

Den Privatdozenten in der juristischen Fakultät Dr. Jacob i 
und Dr. Biermann ist der Titel „Professor" verliehen. 

Dem ausserordentlichen Professor in der medizinischen 
Fakultät Dr. Lucae ist der Charakter als Geheimer Medizinal- 
rath und den Privatdozenten in derselben Fakultät Dr. Oppen- 
heim, Dr. von Noorden, Dr. Güterbock, Dr. Martin, 
Dr. Eemak, Dr. Veit, Dr. Lassar und Dr. Pfeiffer der 
Titel „Professor** verliehen. 

Der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät, 
Geheime Regierungsrath, Mitglied der Akademie der Wissen- 
schaften, Dr. Zeller ist zum Wirklichen Geheimen Rath mit 
dem Prädikate „Excellenz" ernannt. 

Den ordentlichen Professoren in der philosophischen Fa- 
kultät Dr. Kirchhoff, Dr. Engler, Dr. Dilthey, Dr. Schwen- 
dener, Dr. Frh. von Richthofen, Dr. Helmert, sowie dem 
ausserordentlichen Professor Dr. Orth ist der Charakter als 
Geheimer Regierungsrath verliehen. 

Den Privatdozenten in derselben Fakultät Dr. Schotten 
Dr. Heider ist der Titel „Professor", sowie dem Privatdozenten 
Dr. von Kaufmann der Charakter als Geheimer Regierungs- 
rath verliehen. 



— 11 — 

Orden wurden verliehen: 

Die Friedensklasse des Ordens pour le merite für 
Wissenschaften und Künste: 
dem Geheimen Regierungsrath Professor Dr. Kundt; 

Der Rothe Adler-Orden 11. Klasse mit Eichenlaub 
und der Königlichen Krone: 
dem Geheimen Medizinalrath und ausserordentlichen Professor 
Dr. Henoch; 

Der Rothe Adler-Orden ID. Klasse mit der Schleife, 
dem Geheimen Regierungsrath Professor Dr. Wagner; 

Der Rothe Adler-Orden IV. Klasse: 
dem Geheimen Regierungsrath Professor Dr. Schulze und den 
ausserordentlichen Professoren Dr. B. Fraenkel und Dr. Will; 

Der Rothe Adler-Orden IV. Klasse mit der Zahl „50": 
dem Privatdozenten Dr. Hoppe; 

Der Kronen-Orden 11. Klasse: 
dem Geheimen Regierungsrath Professor Dr. Grimm und 
dem ordentlichen Professor Dr. Albr. Weber. 

Der Stern zum Kronen-Orden 11. Klasse: 
dem ordentlichen Professor Dr. Mommsen; 

Der Kronen-Orden III. Klasse: 
dem Geheimen Justizrath Professor Dr. Eck; 

Der Kronen-Orden III. Klasse mit der Zahl „50": 
dem Privatdozenten Dr. Kristeller. 

Femer erhielten: 

Der Geheime Medizinalrath Professor Dr. Gerhardt das 
Komthurkreuz 1. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen 
Haus-Ordens; 

der Geheime Medizinalrath Professor Dr. von Bergmann 
das Grosskreuz des Königlich Spanischen Ordens Isabella der 
Katholischen; 

der Wirkliche Geheime Ober-Medizinalrath Dr, von Co 1er, 
Excellenz, das Komthurkreuz 1. Klasse des Königlich Württem- 
bergischen Friedrichs-Ordens; 

der ausserordentliche Professor Dr. Traut mann das Kom- 



— 12 — 

thurkreuz 2. Klasse des Yerdiesstordens Philipps des Gross- 
mütbigen; 

der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät 
Dr. Mommsen das Eommandeurkreuz 1. Klasse des Gross- 
herzoglich Badischen Zähringer Löwen-Ordens und die E. K 
Oesterreichische Medaille fiir Kunst und Wissenschaft. 



III. Beamte der IlnlTersItfit. 

Dem Universitätsrichter, Geheimen Regierungsrath Dr. 
Daude ist der Rothe Adler-Orden 4. Klasse verliehen und 
die Ermächtigung zur Anlegung der Ritter- Insignien 1. 
Klasse des Herzoglich Anhaltischen Hausordens Albrechts des 
Bären ertheilt worden. 

Dem Universitäts-Kalkulator Thurk ist der Charakter als 
Rechnungsrath verliehen. 

Der Pförtner der Universität Nitschke ist mit dem 
1. Oktober 1893 in den Ruhestand getreten. Mit Wahrnehmung 
der Dienstgeschäfte desselben ist der bisherige Hausdiener 
Christian beauftragt worden, an dessen Stelle der Militär- 
Anwärter Thiel angenommen ist. 

Die Sicherheitsbeamten Brumm und, Zeidler, Baumann 
und Sockoll sind aus dem Universitätsdienst ausgeschieden. 
Die Militär-Anwärter Heine, Hellmer und Elsasser sind 
als Sicherheitsbeamte angenommen. 

Der Hausdiener Lach mann ist verstorben. 



IT. Stndlrende der llnlTersItlt. 

L Hörerzahl im Sommer-Semester 1893. 

I. Summarische Uebersicht. 

A. Im Winter-Semester 1892/93 sind immatrikulirt gewesen 4691 
Davon sind 

a) verstorben 7 

b) abgegangen 1. mit Exmatrikel .... 1573 

2. auf Grund einer Anzeige 143 



— 13 — 

üebertrag 1723 4691 

c) weggegangen ohne sieh abzumelden und 

daher gestrichen 49 

d) gestrichen auf Grund des § 13 der Vor- 

schriften für die Studiren den etc. vom 

1, Oktober 1879 .. - 153 

e) gestrichen aus sonstigen Gründen . . 54 

zusammen 1979 

Es sind demnach geblieben 2712 

Dazu sind in diesem Semester gekommen .... 1178 

Die Gesammtzahlderimmatrikulirten Studiren den 

beträgt daher 3890 

(Preussen 3^9 
Nichtpreu ssen 78 437 
{Preussen . 832 
Nichtpreus sen232 1064 

I Preussen . 827 
Die medizinische Fakultät zählt: j Nichtpreu ssen246 1073 

a) Preussen mit dem Zeugniss 



Die 

philosophische 

Fakultät 

zählt: 



der Reife eines Gymnasiums 377 

b) Preussen m. d. Zeugniss der 
Keife eines Realgymnasiums 174 

c) Preussen ohne Zeugniss der 

Reife 316 867 

d) Nichtpreussen 449 1316 



sind obige 3890 

B. Ausser diesen immatrikulirten Studirenden sind zum 
Hören der Vorlesungen berechtigt: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht- 
preussen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 177 

2. Studirende d. militärärztl. Bildungs- Anstalten . 260 

3. Studirende der Technischen Hochschule . . . 1501 

4. Studirende der Berg-Akademie 83 

5. Studirende der Landwirthschaftl. Hochschule, 



— 14 - 

Uebertrag 2021 3890 
welche im Besitz des Berechtigungsscheins 
zum einjährigen Militärdienst sind 365 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule . . 393 

7. Studirende der Akademie der Künste . . . 136 2915 

Die Gesammtzahl der Berechtigten ist mithin . "! . . 6805 

Von diesen Berechtigten hören Vorlesungen: 

AA. Von den immatrikulirten Studirenden: 

in der theologischen Fakultät 435 

in der juristischen Fakultät 1059 

in der medizinischen Fakultät 1055 

in der philosophischen Fakultät 1249 

zusammen 3798 
Vom Hören von Vorlesungen dispensirt sind: 

in der theologischen Fakultät 2 

in der juristischen Fakultät 5 

in der medizinischen Fakultät 18 

in der philosophischen Fakultät 67 

zusam men 92 

BB. Von den übrigen berechtigten Personen: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht- 
preussen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 170 

2. Studirende d. militärärztl. Bildungs-Anstalten . — 

3. Studirende der Technischen Hochschule. . . 15 

4. Studirende der Berg- Akademie 10 

5. Studirende der Landwirthschaftl. Hochschule . 4 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule. . 2 

7. Studirende der Akademie der Künste . . . — 

zusam men 201 

Die Gesammtzahl der Berechtigten, welche Vorlesungen 

hören, ist mithin 3999 



— 15 — 



II. Immatrikiillrte Prenssen. 





nach 


der Fa 


kultät 








© S 


• 

© 
1 

SS 


• 

© 
o 

00 

'S 

mm* 

© 

a 


philosophische 




Provinz. 


Philot., Philol. 
u. Geschichte. 


• 

a 

4 0» 


Sil 


Pharmacie 
und Zabn- 
heilkundfl. 


d 

a 
1 


es 

a 

a 

m 


Ostpreussen 


14 


34 


32 


12 


13 


— 


8 


33 


113 


Westprenssen 


13 


60 


87 


15 


11 


2 


15 


43 


203 


Brandenburg 


189 


288 


304 


161 


122 


4 


59 


346 


1127 


Pommern 


36 


53 


65 


28 


28 


1 


19 


76 


230 


Posen 


19 


76 


85 


25 


20 


1 


23 


69 


249 


Schlesien 


21 


75 


77 


22 


32 




8 


62 


235 


Sachsen 


26 


56 


38 


21 


13 


2 


15 


51 


171 


Schleswig-Holstein . . . 


8 


20 


8 


6 


2 


— 


13 


21 


57 


Hannover 


8 


37 


25 


16 


8 


2 


14 


40 


110 


Westfalen 


9 


.H3 


33 


11 


11 


1 


8 


31 


106 


Hessen-Nassau .... 


8 


39 


29 


i& 


16 


1 


6 


38 


114 


Rheinprovinz 


8 


60 


44 


29 


20 


— 


7 


56 


168 


Hohenzollem 


— 


1 


— 








1 


1 


2 


Summa . . 


359 


832 


827 


361 


296 


14 


196 


867 


2885 


Davon sind im Sommer- 




















Semester 1893 immsr 




















trikulirt worden . . . 


77 


257 


204 


94 


90 


4 


62 


250 


788 



— 16 — 



III. Immatriknlirte Nlcht-Prensgen. 



Land. 



nach der Faknltät 



'S 'bß 

^ ja 



9 

00 

1 





0) 

o 
S 

'S 

a 



philosophische 



a 2 

ja ü 
04 ö 






® I » ^' O • • 



Ol 
9 1 



00 



s-af 



4 






a 
fi e o 



gN_ 



s 

§ 



es 

B 



'Ji 



i. Uehrige Reichsiftnder: 

Anhalt 

Baden 

Bayern 

Braunschweig .... 

Bremen 

EIsass-Lothringen . . . 

Hamburg 

Hessen, Grossherzog^um 

Lippe 

Lübeck 

Mecklenburg-Schwerin 
Mecklenburg-Strelitz . . 

Oldenburg 

Renss ältere Linie . . . 
ReuBS jüngere Linie . . 
Sachsen, Königreich . . 
Sachsen, Grossnerzogthum 
Sachsen-Altenburg . . . 
Sachsen-Koburg-Gotha . 
Sachsen-Meiningen . . . 
Schaumburg-Lippe . . . 
Schwarzburg-Rudolstadt . 
Schwarzburg-Sondershaus. 

Waldeck 

Württemberg . . . . . 



1 
5 
5 
3 
1 
2 
1 
6 
1 

3 
1 



7 

13 

24 

18 

9 

2 

22 

14 

3 

1 

9 



6 
2 
1 
5 
2 



2 
1 



15 
4 
1 
2 
2 

3 
2 

2 
17 



1 

6 

18 

6 

3 

3 

11 

10 



6 
3 
4 



9 
3 



1 
4 
8 
3 
3 
4 
8 
6 

2 
3 



1 

13 
2 
1 
1 
3 
1 



1 
2 

1 
11 



2 

7 



3 
3 
9 
6 
1 
1 
11 
6 
1 

5 

2 
1 
2 



2 

1 

2 
2 

3 
1 

1 

4 
1 



5 
1 



- ! 1 



1 
6 



— 1 

I 

1 : 2 



Summe I . . . 



48 



177 



99 



74 68 



22 



ii. Sonstige, vormals zum 
deutschen Bunde gehfirlge 
Länder: 

Luxembur<2: 

Oesterreich : 

a) Erzherzogthum . . 

b) Böhmen 

c) Mähren 

d) Steiermark .... 



6 
5 



1 
1 



Summe II . . 



13 



6 

9 

17 

11 

6 

5 

22 

14 

2 

2 

12 

3 

2 

2 

1 

19 
2 
1 
1 
8 
3 



3 

1 

10' 



168 



12 



12 



15 
33 
64 
3h 
19 
12 
56 
44 
6 
3 
3C> 

i 

13 
2 
1 

49 

11 
3 
9 

12 
3 
4 
7 
6 

45 



492 



6 
24 



1 
1 



32 



— 17 



Land. 



III. Uebrige eHropäi8Che 
Staaten 

Belgien • . . 

Bulgarien . . 

Dänemark . . 

Frankreich . . 

Griechenland . 

Grosabritannien 

Italien . . . 

Niederlande 

Oesterreich-Üngam (soweit 
vormals nicht zum dent- 
fichen Bunde gehörig): 

a) Galizien 

b) Siebenbürgen . . 

c) Ungarn 

Rumänien 

Russland 

Schweden u. Norwegen . 

Schweiz 

Serbien 

Spanien 

Türkei 



nach der Fakultät 



OQ O 

fl 'S 
eQ O 



1 
1 

6 



Summe HI . 



lY. AmserearopAi8Clie 
Länder: 

Afrika 

Amerika ... 

Asien 

Australien 



Summe lY 
Hierzu Summe in 

n 

I 



« 



Haupt-Summe 



Davon sind im Sommer- 
Semester 1893 imma- 
trikuUrt worden . . . 



2 

2 

2 

4 



OQ 

•^ 
OQ 

a 



1 
1 



1 

4 



2 

1 
13 

1 
17 

1 



o 

OB 

B 



2 
2 



5 
3 
2 
3 



18 



9 
1 



10 

18 

2 

48 



78 



47 



46 



4 

46 

5 

177 



232 



97 



7 
2 
39 
8 
3 

1 

7 



philosophische 



ja o 
p4 a 






1^ 






1 
1 

4 
13 

4 



1 
6 
2 
3 



12 



18 
9 

44 
2 

13 



1 
1 

40 

3 
1 



- , 3 



- 1 

- 1 

6 ; .4 

- 1 



1 . — 



88 



1 

36 

9 



46 
88 
13 
99 



246 



106 



122 



62 



38 ' 17 
1 2 



10 



5 ; - 



39 

122 

7 

74 



19 

62 

5 

68 



9 

7 



1 
10 

22 



242 I 154 I 20 I 33 



73 



46 



15 



a 

9 

B 
§ 



1 
1 
5 
19 
6 
6 



16 

20 
11 
94 

3 
16 

1 



201 



60 
8 



68 
201 

12 
168 



449 



B 
m 



3 
3 
1 
2 

12 

28 

12 

9 



23 

2 

31 

14 

148 

12 

40 

2 

1 

10 



353 



1 

105 

21 

1 



128 

353 

32 

492 



1005 



140 390 



— 18 — 
2. Hörerzahl im Winter-Semester 1893/4. 

I. Summarische Uebersicht. 

A. Im Sommer-Semester 1893 sind immatriknlirt gewesen 3890 
Davon sind 

a) verstorben 5 

b) abgegangen 1. mit Exmatrikel .... 1160 

2. auf Grund einer Anzeige 66 

c) weggegangen ohne sich abzumelden and 

daher gestrichen 15 

d) gestrichen auf Grund des § 13 der Vor- 

schriften für die Studirenden etc. vom 

1. Oktober 1879 176 

e) gestrichen aus sonstigen Gründen . . . 44 

zusammen 1466 

Es sind demnach geblieben 2424 

Dazu sind in diesem Semester gekommen . . . . 2311 
DieGesammtzahlderimmatriknlirtenStudirenden 

beträgt daher 4735 

iPreussen 374 

Nichtpreus sen 130 504 
{Preussen . . 1152 
Nichtpreoss en 425 1577 
Preussen . . 891 
Nichtpreus sen 325 1216 

a) Preussen mit dem Zeugniss 
der Reife eines Gymnasiums 390 

b) Preussen m. d. Zeugniss der 
Reife eines Realgymnasiums 196 

c) Preussen ohne Zeugniss der 
Reife . 350 936 

d) Nichtpreussen 502 1438 



Die medizinische Fakultät zählt: | 



Die 

philosophische 

Fakultät 

zählt: 



sind obige 4735 

B. Ausser diesen immatrikulirten Studirenden sind zum 
Hören der Vorlesungen berechtigt: 
1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht- 
preussen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 281 



— 19 — 

Uebertrag 281 4735 

2. Stüdirende d. militärärztl. Bildungs -Anstalten 261 

3. Stüdirende der Technischen Hochschule . . 1752 

4. Stadirende der Berg-Äkademie 119 

5. Stadirende der Landwirthschaftl. Hochschale, 
welche im Besitz des Berechtigangsscheins 
zam einjährigen Militärdienst sind .... 474 

6. Stadirende der Thierärztlichen Hochschale . 423 

7. Stüdirende der Akademie der Künste ... 298 3608 



Die Gesammtzahl der Berechtigten ist mithin . . . . 8343 

Von diesen Berechtigten hören Vorlesnngen: 

AA. Von den immatrikalirten Studirenden: 

in der theologischen Fakultät 502 

in der juristischen Fakultät 1572 

in der medizinischen Fakultät 1195 

in der philosophischen Fakultät . . . . . 1387 

zusammen 4656 

Vom Hören der Vorlesungen dispensirt sind: 

in der theologischen Fakultät 2 

in der juristischen Fakultät 5 

in der medizinischen Fakultät 21 

in der philosophischen Fakultät 51 

zusammen 79 

BB. Von den übrigen berechtigten Personen: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht- 
preussen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 243 

2. Stadirende d. militärärztl. Bildungs-Anstalten — 

3. Stadirende der Technischen Hochschule ... 16 



4. Stüdirende der Berg-Akademie 

5. Stüdirende der landwirthschaftl. Hochschule 

6. Stüdirende der Thierärztlichen Hochschule . 

7. Stüdirende der Akademie der Künste . . . 



7 
2 
5 
1 



zusam men 274 
Die Gesammtzahl der Berechtigten, welche Vorlesungen 

hören, ist mithin 4930 



20 — 



IL Immatrlknllrte Prensaen 





nac 


h der Fa 


kultät 


1 






"9 '5) 
hc o 

§ o 

►Je 


• 

© 

o 

•c 


• 

© 

o 
.S 

tu 

© 


philosophische | 




Provinz. 


S 5» 


a|s' 

<* a ** 


Cameralien 

und Land- 

wlrthfchaft. 


Pharmaoio 
und Zahn- 
heilkunde. 


• 

Q 
9 

a 

9 

• 




CS 

a 
s 

OQ 


OstpreuBsen 


10 


39 


28 


14 


10 




11 


35 


112 


WestpreuBsen 


14 


77 


86 


13 


10 


1 


12 


36 


213 


Brandenburg 


167 


389 


326 


176 


138 


3 


59 


376 


1258 


Pommern 


49 


62 


71 


29 i 24 


2 13 


68 


250 


Posen 


21 


86 


81 


30 , 14 


2 


21 


67 


255 


Schlesien 


20 


106 


77 


34 ' 38 


1 


15 


88 


291 


Sachsen 


28 


76 


55 


23 


15 


2 


19 


59 


218 


Schleswig-Holstein . . . 


12 


23 


16 


9 


2 


— 10 


21 


72 


Hannover 


9 


57 


40 


21 


9 


2 


10 


42 


148 


Westfalen ...... 


16 


66 


42 


15 


18 


— 


10 


43 


166 


Hessen-Nassau .... 


13 


55 


25 


20 


16 


1 


5 


42 


135 


Rheinprovinz 


15 


114 


44 


28 


20 


2 


9 


59 


232 


HohenzoUem 


— 


3 






— 






— 


3 


Summa . . 


374 


115S 


891 


412 


314 


16 194 


936 


3358 


Davon sind im Winter- 












1 






Semester 1893/94 imma- 




















trikulirt worden . . . 


155 


635 


319 


146 


111 


12 


66 


835 


1444 



— 21 — 



IIL Immatriknlirte Nicbt-Prenssen 



Land. 



nach der Fakultät 



'S 'Sc 
feß o 

ö 'S 

S 'S 



V 


^ 


^ 


o 


o 


QQ 


5 




00 


N 


*p^ 


■ V4 


>- 


TS 


:a 


a> 


••-> 


s 



philosophische 






36 



j4 / «: 

«« M R 

s « 

• ^ a 

GB Q « 

SS T* 






Ol* 

A« SA 



a 

s 



9 



s 

CO 



I. Uebrige Reich8länder: 

Anhalt 

Baden 

Baiem 

Braanschweig 

Bremen 

Elsass-Lothringen . . . 

Hamburg 

Hessen, Grossherzogthum 

Lippe 

Lübeck 

Mecklenburg-Schwerin . 
Mecklenburg-Strelitz . . 

Oldenburg 

Reu88 ältere Linie . . . 
Keuss jüngere Linie . . 
Sachsen, Königreich . . 
Sachsen, Grossnerzogthum 
Sachsen- Altenburg . . . 
Sachsen-Koburg-Gotha . 
Sachsen-Meiningen . . . 
Schaumburg-Lippe . . . 
Schwarzburg-Rudolstadt . 
Schwarzburg-Sondershaus. 

Waldeck 

Württemberg 



4 

8 

13 

4 

6 
2 
4 
1 
1 
3 
1 
1 



6 
3 

6 
5 
1 



Summe I . . . 



II. Sonstige, vormals zun 

doatschen Bunde gehörige 

Länder: 

Luxemburg 

Oesterreicn: 

a) Erzherzogthum 

b) Böhmen . 

c) Krain . . 

d) Mähren 

e) Schlesien 

f) Steiermark 



Summe II . 



75 



12 
35 
49 
19 

7 
10 
33 
30 

3 

1 
18 

1 
13 



32 
4 
4 

11 
7 
1 
2 
1 
1 

34 



328 



1 
5 



2 
16 
24 
11 

2 

8 
10 

8 



8 
3 
5 
1 
1 

10 
3 
2 
2 
4 

3 

1 

1 

23 



148 



5 

4 



6 12 



2 

9 
11 
6 
5 
5 
8 
7 

2 
3 
1 
2 

2 

14 

2 

2 

1 



1 
10 



3 
6 
9 
5 
1 
1 
9 
6 

1 
7 
3 
1 

1 

7 
1 

1 
4 



1 
2 

3 
1 



1 
1 



2 
3 



4 
1 



1 
1 



93 i 71 



18 



9 
2 



3i - 



12 



1 
1 



6 
18 
20 
14 
7 
6 
20 
13 

3 
14 
5 
3 
1 
3 
22 
3 

3 
4 
2 

1 

3 
14 



185 



13 
3 



24 

77 

106 

48 

16 

30 

65 

55 

4 

5 

43 

10 

22 

2 

4 

70 

13 

6 

22 

20 

4 

5 

3 

5 

77 



736 



24 
7 

1 

1 



17 



36 



— 22 — 







1 


nach der Fa 


kull 
osoph 


tat 








je © 


• 


• 


• , 


phil 


ische 








1 










Land. 


»^m OB 

11 


.S 

OB 


'S 


■2 S 1 

s"ii 






« « e 


• 

S 
a 


• 
C 
1 




> 2 


s 


o 


= c 


^ a S 


S fli: 


r S ® 


s 






© ^ 


•^ 


s 


&^ 


»=»•5 


wS^ 


^ SJi 


N 


X 


III. Uehrige eurepiitche 




















Staaten: 




















Belgien 




— 


2 


1 


— 






1 


3 


Bulgarien .... 








3 


3 


1 


— 






1 


7 


Dänemark . . . 






1 




1 


2 


— 




— 


2 


4 


Frankreich . . . 












3 








3 


3 


Griechenland . . . 








1 


3 


3 




— 




3 


7 


Grossbritannien . 






4 


1 


6 


10 


9 


— 




19 


30 


Italien 






1 


1 
3 


3 
6 


4 

4 


6 




4 


4 
14 





Niederlande . . 






23 


Oesterreich-Ungam (soweit 








■ 












Tonnals nicht zum deut- 




















schen Bunde gehörig): 




















a) Bukowina .... 


— 




1 







— 


— 




1 


b) Galizien .... 




3 


3 


8 


2 




• 


lU 


16 


c) Siebenbürgen . . 


2 




2 


1 


— 




— 


1 


5 


d) Ungarn 


2 


7 


2 


18 




— 




18 


29 


Rumänien 




2 


3 


8 


4 




1 


13 


18 


Rnssland 


2 


17 


46 


46, 


38 


4 


1 


89 


154 


Schweden u. Norwegen . 


1 


1 


5 


2' 






1 

1 


2 


? 


Schweiz . 


33 


41 


14 


20 


4 

1 




1 - 


24 
1 


112 

1 


Serbien 


Spanien 




2 


1 
4 


2 


1 
1 


1 




1 
4 


2 


Türkei 


10 






Summe III . . 


46 


82 


105 


133 


66 


5 


6 


210 


443 


lY. AusaereuropAiache 




















Uüider: 




















Afrika 


8 


5 


52 


1 
55 


19 


7 


' 1 


1 
82 


1 
147 


Amerika 


Asien 


■— 


4 


8 


2 


2 


2 




6 


18 


Australien ...... 


— 




— 


1 


— 


1 


1 
1 — 

1 


1 


1 


Summe IV . 


8 


9 


60 


59 


21 


9 


1 


90 


107 


Hierzu Summe III . 


46 


82 


105 


133 


66 


5 


' 6 


210 


443 


II . 


1 


6 


12 


12 


3 




2 


17 


36 


:; I . 


75 


328 


148 


93 


71 


3 


18 


185 


736 


Haupt'^Summe . . 


130 


425 


325 


297 


161 


1 17 


27 


502 


13© 


Davon sind im Winter- 




















Semester 1893/&4 imma- 














■ 






trikulirt worden 


• 


• « 


100 


319 


208 


151 


69 

1 


7 

1 
1 


13 


240 


867 



— 23 — 

Y. Promotionen. 
1. Ehrenpromotfonen. 

Zu Doktoren der Theologie: 

1. Bellermani), Ludwig, Direktor des Gymnasiums zum Graueu 

Kloster zu Berlin, am 18. Februar 1894. 
2. Schmidt, Albert, Präsident des Königlichen Konsistoriums 

der Provinz Brandenburg, am 18. Februar 1894. 

2. Promotioneii. 

a. Za Lloeitiaten der Theologie 

sind promovirt worden: 

1. Gennrich, Paul, aus Zachau inPomm., am 18. Oktober 1893. 

2. Freiherr von der Goltz, Eduard, aus Berlin, am 
21. Dezember 1893. 

b) Zon Dootor beider Rechte 

ibt promovirt worden: 

Gl um, Kichard, Gerichts-Referendar aus Materborn bei 
Kleve, Dissert.: Ueber die Gefahr beim Trödelvertrage 
nach römischem Recht, am 19. September 1893. 

0) Ztt Dootoren der Medizin 

sind promovirt worden: 

1. Cohn, Max, aus Berlin, Dissert: Einige Versuche über 
pathologische Gasbildung im Organismus, am 11. April 1893. 

2. Nawratzki, Emil, aus Lippinken, Dissert: Beitrag zur 
Statistik und Kasuistik der Harnröhrenverletzungen, am 
11. April 1893. 

b. Erdmann, Karl, aus Berlin, Dissert: Die Laparotomie 
bei penetrirenden Bauchwunden, am 18. April 1893. 

4. Stahr, Hermann, aus Berlin, Dissert.: Ueber Wund- 
irrigation, am 28. April 1893. 

5. B rasch, Felix, aus Berlin, Dissert: Ueber die biolo- 
gischen Bedingungen der Streptokokkenkrankheiten, am 
28. April 1893. 

6. Priedrichsen, Friedrich, aus Wismar, Dissert.: Ueber 
Tabes dorsalis beim weiblichen Geschlecht, am 2. Mai 1893. 

7. Salingre, Siegfried, aus Berlin, Dissert: Ueber Pfählungs- 
verletzungen, am 2. Mai 1893. ' 

2* 



— 24 — 

8. Drewes, Karl, aus Schöppenstedt, Dissert: Ueber vitale 
und postmortale Verletzungen, am 2. Mai 1893. 

9. Leichtentritt, Heinrich, aus Posen, Dissert.: Ein Bei- 
trag zur Erkrankung peripherer Nerven und des Rücken- 
marks bei Diabetes mellitus, am 2. Mai 1893. 

10. Kaj ser, B , aus Bremen, Dissert.: Ueber die Beziehungen 
von Fett und Kohlenhydraten zum Eiweissumsatz des 
Menschen, am 2 Mai 1893. 

11. Marx, Paul, aus Camen, Dissert.: Fremdkörper in der 
Orbita als Erreger von Tetanus, am 5. Mai 1893. 

12. Jahn, Friedrich, aus Dessau, Dissert.: Ueber die Kom- 
plikationen der Gonorrhoe u. s. w., am 9. Mai 1893. 

13. Ramin, Otto, aus Westerthal, Dissert.: Ueber die Folge- 
zustände der einfachen Pleuritis, am 12. Mai 1893 

14. Küttner, Otto, aus Potsdam, Dissert.: Ueber die Heil- 
wirkung operativer Eingriffe an sich, am 12. Mai 1893. 

15. Blecher, Alfred, aus Rinteln, Dissert.: Ueber die Em- 
pfindung des Widerstandes, am 12. Mai 1893. 

16. Salman, Wolfgang, aus Berlin, Dissert: Ueber die 
Myositis ossificans, am 19. Mai 1893. 

17. Timotheeff, Leonida?, aus Kasan, Dissert.: Ueber die 
Komplikation des Morbus Basedowii mit der Tabes dorsalis. 
am 19. Mai 1893. 

18. Breuer, Ferdinand, aus Bergerhausen, Dissert.: Ueber 
sogenannte „Seröse Abscesse", am 30. Mai 1893. 

19. Bielschowsky, Alfred, aus Namslau, Dissert: Beitrag 
zur Kenntniss der Pathologie und Therapie der ein- 
heimischen Leberabscesse, am 2. Juni 1893. 

20. Sklarek, Franz, aus Berlin, Dissert.: Ueber Hüdeutumoren. 
am 6. Juni 1893. 

21. Kellner, Heinrich, aus Afrika, Dissert: Ueber Tuben- 
gra vidi tat, am 13. Juni 1893. 

22. Fischer, Georg, aus Oldenburg, Dissert: Zur Diagnose 
der hereditären Syphilis, am 20. Juni 1893. 

23. Wauer, Gerhard, aus Berlin, Dissert: Ueber Prophylaxis 
und Therapie von Narbenkontrakturen, am 20. Juni 18M. 

24. Wiedemann, Hans, aus Müucheberg, Dissert: Das Em- 
pyem der Stirnhöhlen, am m. Juni 1893. 



— 25 — 

25. Cirkler, Alexander A. , aus Amerika, Dissert: üeber 
die manuelle Lösung der Placenta, am 30. Juni 1893. 

26. Thiel, Ulrich, aus Zeitz, Dissert.: üeber die Aetiologie 
der Ophthalmoplegia totalis, am 7. Juli 1893. 

27. Germer, Hugo, aus Schloppe , Dissert: Raynauische 
Krankheit, am 7, Juli 1893. 

28. Becker, August, aus Harzgerode, Dissert: Aeltere und 
neuere Theorien über Wesen der Blausäure Vergiftung, am 
7. Juli 1893. 

29. Joachim, Georg, aus Hainau, Dissert.: Dermoide im 
Skrotum, am 7. Juli 1893. 

30. Siepmann, Gustav, aus Bochum, Dissert: üeber die Be- 
handlung der Wanderniere, am 14. Juli 1893. 

31. Kasack, Richard, aus Potsdam, Dissert: üeber Coccy- 
godynie, am 14. Juli 1893. 

32. Lennhoff, Rudolf, Arzt aus Lüdenscheid, Dissert: üeber 
PseudoaorteninsuflTicienz, am 14. Juli 189.3. 

33. Breier, Johannes, aus Berlin, Dissert: Ein Fall von 
Impetigo heiTpetiformis, am 14. Juli 1893. 

31. Löwenberg, Max, aus Berlin, Dissert: üeber einen un- 
gewöhnlichen Fall von chronischer Herdmyelitis, am 
21. Juli 1893. 

35. Bü rekle, Jules, aus Masmünster i. Elsass, Dissert : üeber 
das Verhalten der Operirten nach vaginaler Totalexstir- 
pation des carcinomatösen Uterus, am 21. Juli 1893. 

36. Zülzer, Georg aus Berlin, Dissert: üeber alimentäre 
Glykosurie in Krankheiten und über puerperale Lactosurie, 
am 21. Juli 1893. 

37. Brand, Joseph, aus Warburg, Dissert: Gegenwärtiger 
Stand der Hirnchirurgie bei der Rindenepilepsie, am 
21. Juli 1893. 

38. Urcelay, Luis Fernando, aus Mexico, Dissert: üeber 
Varices des Oesophagus, am 21. Juli. 

39. ühlenhuth, Paul, aus Hannover, Dissert: üeber zwei 
Fälle von Tumor cerebri, am 21. Juli 1893. 

40. Michaelis, Max, aus Berlin, Dissert: üeber einige Er- 
gebnisse bei Ligatur der Kranzarterien des Herzens, am 
21. Juli 1893. 



— 26 — 

41. Meinhold, Gerhard, aus Kammin i. Pomm., Dissert.: Die 
moderne Kaiserschnitt-Technik u. s. w., am 25. Joli 1893. 

42. Jacobitz, Ernst, aas Driesen a. Netze, Dissert: üeber 
den Zusammenhang zwischen Trauma und Apoplexia, am 
25. Juli 1893. 

43. Hulisch, Alfred, aus Nenstadt-Gödens, Dissert.: Die pro- 
gressirte Paralyse der Irren beim weiblichen Geschlecht, 
am 25. Juli 1893. 

44. Tornow, Emil, aus Sternberg, Dissert.: Zur Diagnostik 
der Springomyelie, am 25. Juli 1893. 

45. Krug, Bruno, aus Berlin, Dissert.: üeber Fleischmast 
beim Menschen, am 25. Juli 1893. 

46. Schayer, Erich, aus Berlin, Dissert.: Bektale und ure- 
thrale Krisen bei Tabes dorsalis, am 28. Juli 1893. 

47. Mühsam, Richard, aus Berlin, Dissert: Ueber den Fundort 
des Bacillus pyocyaneus und seine Farbprodnktion bei der 
Symbiose mit anderen Mikroorganismen, am 28. Juli 1898. 

48. Rabe, Alexander, aus Berlin, Dissert.: Die Fiebertheorien 
bis Joh. Müller, am 28. Juli 1893. 

49. Schwiening, Heinrich, aus Spremberg N. L., Dissert: 
Ueber fermentative Prozesse in den Organen, am 
28. Juli 1893. 

50. Schellmann, Wilhelm, aus Allenstein, Dissert.: Beiträge 
zu der Frage nach der Einwirkung der Chloroformnarkose 
auf die Organe des Menschen, am 28. Juli 1893. 

51. Koch Ernst, aus Wittstock, Dissert.: Bleigeschoss-Defor- 
mationen im menschlichen Körper und ihre Ursachen, am 
28, Juli 1893. 

52. Herr , Franz, aus Klein-Petzelsdorf, Westpreussen, Dissert.: 
Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des menschlichen 
Auges, am 28. Juli 1893. 

53. Klett, Adolf, aus Ludwigsburg, Dissert: Die Frage der 
Flussverunreinigung, am 4. August 1893. 

54. W einrieb, Max, aus Berlin, Dissert.: Die bakteriologischen 
Untersuchungsmethoden bei chronischer Gonorrhoe des 
Mannes, am 4. August 1893. 

55. Koch, Albert Friedrich, aus Berlin, Dissert.: Zwei Fille 
von Aneurysma der Aorta, am 4. August 1893. 

56. Dubs, Rudolf S., aus Chicago, Dissert: Der Einfluss des 



• — 27 — 

Chloroforms auf die künstliche Pepsinverdauung, am 
4. August 1893. 

57. Felgenaner, Josef, aus Langenbielau, Dissert.: Ueber 
doppelseitige Ovario-Salpingotomieen, am 4. August 1893. 

58. Lilienfeld, Leon, aus Oesterreich, Dissert.: Häma- 
tologische Untersuchungen, am 4. August 1893. 

59. Küttermann, Hugo, aus Essen a. d. Kuhr, Dissert.: 
Parotitis nach Ovariotomie, am 4. August 1893. 

60. Dieckhöfer, Klemens, aus Huckarde i. Westfalen, 
Dissert : Ueber Muskelgummata, am 4. August 1893, 

61. Frey, Gottfried, aus Schwetz, Westpreussen, Dissert.: 
Das Angiokeratom, am 4. August 1893. 

62. St ahn, Paul, aus Stadt Zinna, Dissert.: Ueber alkoholische 
Neuritis, am 4. August 1893. 

63. Neithar dt, Alfred, aus Carthaus, Westpreussen, Dissert.: 
Resultate nach Kastration der Frauen bei Myomen des 
Uterus, am 8. August 1893. 

6^. Henneberg, Kichard, aus Magdeburg, Dissert : Beitrag 
zur Eenntniss der Poljrneuritis alcoholica, am 8. August 1893. 

65. Hirschlaff, Willy, aus Krossen a 0. Dissert.: Beitrag 
zur Lehre und Kasuistik von der Trombose der Vena 
jugularis interna, externa und subclavia, am 8. August 1893. 

66. Burghart, Hans, prakt. Arzt aus Berlin, Dissert: Ueber 
functionelle Aphonie bei Männern und Simulation der 
Stimmlosigkeit, am 8. August 1893. 

67. Blanc, Eichard, aus Berlin, Dissert: Die fötale Hydro- 
cephalie in geburtshülf lieber Beziehung, am 8. August 1893 

68. Tille, Hermann, aus Wittenberge, Dissert: Ueber Ruptur 
einer Tubargravidität, am 8. August 1893. 

69. Bonzelius, Adolf, ans Württemberg, Dissert.: Ein Fall 
von Polydaktylie, am 8. August 1893. 

70. Badstübner, Walter, aus Glatz, Dissert: Ueber Ver- 
schv^inden der Luft aus den Lungen Neugeborener, am 
8. August 1893. 

71. Voss, Otto, aus Glauchau, Dissert.: Ueber einen Fall von 
spinaler progressiver Muskelatrophie, am 8. August 1893. 

72. Kuntze, Max, aus Naumburg, Dissert.: Ueber zwei Fälle 
von Aphasie, am 8. August 1893. 



— 28 — 

73. Koreuber, Fritz, aus Treuenbrietzen, Dissert.: Ueber 
Endocarditis nach Pneumonie, am IL Aagust 1893. 

74. Pomptow, Gottfried, aus Berlin, Dissert: Carcinoma 
uteri prolapsi, am 11. August 1893. 

75. Haker, Friedrich, aus Stettin, Dissert.: Ueber Pyaemia 
post abortum, am 11. August 1893. 

76. Meyer, Josef, aus Koblenz, Dissert.: Ein Fall von Selbst- 
mord mit Kalium chloricum, am 11. August 1893. 

77. Maisei is, Isai, aus Russland, Dissert.: Ueber die 
erworbene Immunität nach menschlichen Infektions- 
krankheiten, am 11. August 1893. 

78. Fischel, Ludwig, prakt. Arzt aus Berlin, Dissert.: Ein 
Beitrag zur Kasuistik der Badialislähmungen nach Aether- 
injektion, am 11. August 1893. 

79. Wann er, Richard , praktischer Arzt ausFreinsheim,Dissert.: 
Ueber kongenitale Sakraltumoren am 11. August 1893. 

80. Zander, Karl, aus Greifswald, Dissert.: Ueber das Ober- 
Üächenpapillom des Eierstockes, am 11. August 1893. 

81. Lehr, Salli, aus Obornik, Dissert.: Zur Aetiologie des 
Uterusprolapses bei NuUiparen, am 11. August 1893. 

82. Sander, Alfred A., aus San Francisco, Dissert: Chirurgie 
der Gallenwege, am 11. August 1893. 

83. D erlin, Paul, aus Treptow a. T., Dissert.: Ueber eineiige 
und zweieiige Zwillinge, am 11. August 1893. 

84. Dieckmann, Ferdinand, aus Gnarrenburg, Dissert.: Trau- 
matische Neuro-Psychosen, am 14. August 1893. 

85. Rosenblatt, Israel, aus Odessa, Dissert.: Ueber hereditäre 
Belastung bei der Tabes dorsalis, am 14. August 1893. 

86. von Haselberg, Adolf, aus Stralsund, Dissert.: Zar 
Kasuistik der Schussverletzungen im Frieden, am 
14. August 1893. 

87. Schiftan, Otto, prakt. Arzt aus Berlin, Dissert: Ueber 
die Tuberculose der Diaphysen langer Röhrenknochen, am 
14. August 1893. 

88. Sturmannn, Willy, aus Schwetz i. Westpr., Dissert.: 
Ueber Pachydermia laryngis, am 14. August 1893. 

89. Kramm, William, aus Tempelburg, Dissert.: Ueber die 
physiologische Wirkung des Hydrohydrastininum hydro- 
chloricum, am 14. August 1893. 



— 29 — 

90. Wolf, Bruno, aus Berlin, Dissert: Ueber den Mark- 
schwamm der Netzhant, am 14. August 1893. 

91. Richter, Maximilian, aus Brandenburg, Dissert.: Zur 
Statistik der Rippenbrüche und Brustcontusionen, am 
15. August 1893. 

92. Voigt, Theodor, aus Göttingen, Dissert.: Beiträge zur 
Entstehung des Krebses auf chronischen Entzündungen 
und auf Narben, am 15. August 1893. 

93. Gellznhn, Ernst, aus Berlin, Dissert.: üeber einen Fall 
' von höchstgradiger Uebersichtigkeit, am 15. August 1893. 

94. Hinze, Friedrich, aus Deutsch (Altmark), Dissert.: üeber 
den Verschluss des Foramen ovale des Herzens, am 
15. August 1893. 

05. Sternberg, Frederik Alexander, aus New- York, Dissert.: 
Das IV. Buch der „Angeblichen Chirurgie des Johannes 
Mesue," am 15. August 1893. 

96. Augener, Eduard, aus Königssteele (Westfalen), Dissert.: 
üeber die chirurgischeBehandlungvon Poplitealaneurysmen, 
am 15. August 1893. 

97. Lewinsky, Julius C, aus New- York, Dissert.: üeber den 
Nachweis des Aspargins und sein Verhalten im Thier- 
körper, am 15. August 1893. 

98. Borrero, Vicente, aus Kolumbien, Dissert: üeber post- 
diphtherische Myocarditis, am 15. August 1893. 

99. Eicksen, Karl, aus Berlin, Dissert: Aus dem Revocativum 
memoriae des Johannes de Sancto Amando — Historisches 
über Krisen und kritische Tage, am 15. August 1893. 

lOü. Finkenstein, Louis, prakt Arzt aus Bollainen, Dissert: 
üeber psychischeStörungenbei Chorea, am 5. September 1893. 

101. Müller-Kypke, Arthur, aus Danzig, Dissert.: Aus dem 
Revocativum memoriae des Johannes de Sancto Amando — 
„üeber die ars parva Galeni", am 29. September 1893. 

102. N ei SS er Max, Arzt aus Liegnitz, Dissert: üeber einen 
neuen Wasser- Vibrio, der die Nitrosoindal-Reaktion liefert, 
am 29. September 1893. 

103. Michelet, Georg, aus Berlin, Dissert: Die Behandlung 
tuberkulöser Abcesse mit Jodoforminjektionen , am 
6. Oktober 1893. 



— 30 — 

104. Wittstock, Heinrich, ausBerlin, Dissert.: Zur Klinik des 
Heus durch Darmtuberkulose, am 6. Oktober 1893. 

105. Schall, Johannes, aus Neu-Globsow, Kreis Ruppin, Dissert.: 
üeber Schussfrakturen des Oberschenkels, am 13. Ok- 
tober 1893. 

106. Gross, Johann, aus Ratibor, Dissert.: Statistische und 
klinische Beiträge zur Kenntniss der fibrinösen Pneumonie, 
am 13. Oktober 1893. 

107. Meesmann, Hugo, aus Amerika, Dissert: Ueber das 
reaktionslose Einheilen von Fremdkörpern im Augen- 
hintergrunde, am 13. Oktober 1893. 

108. Weber, Adolf, Unterarzt aus Gr. Oschersleben, Dissert:. 
üeber die operative Behandlung der eitrigen Peritonitis, 
am 24. Oktober 1893. 

109. Totzke, Alfred, prakt. Arzt aus Berlin, Dissert: üeber 
multiple Herdsklerose des Zentralnervensystems im Kindes- 
alter, am 27. Oktober 1893. 

HO. Zondek, Marcus, aus Wronke i. P., Dissert: Beiträge 
zur Entwickelungsgeschichte der Gehörknöchelchen, am 
27. Oktober 1893. 

111. Borchardt, Moriz, prakt. Arzt aus Exin i. Posen, Dissert: 
üeber acute traumatische Psychose, am 31. Oktober 1893. 

112. Wahlländer, Bruno, aus Berlin, Dissert: üeber die 
Verallgemeinerung der Tuberkulose nach chirurgischen 
Eingriffen, am 31. Oktober 1893. 

113. Röstel, Franz, aus Wien, Dissert: Beiträge zur Pathologie 
und Therapie der Crises gastriques bei Tabes dorsalis. 
am 3. November 1893. 

114. Jooss, Walther, aus Hochdahl (Rheinprovinz), Dissert: 
Lues und Carcinom, am 3. November 1893. 

115. Herzfeld, Julius, aus Berlin, Dissert. : üeber Geschwülste 
der Glandula submaxillaris, am 3. November 1893. 

116. Glünder, Erich? prakt Arzt aus Arslenburg, Dissert, 
Beitrag zur Frage der Sterilität bei latenter Gonorrhoe 
am 10. November 1893. 

117. Marx, Ernst, aus Potsdam, Dissert: Untersuchungen 
über den Patellarreflex , insbesondere bei Lues, am 
17. November 1893. 

118. Bludau, Franz, aus Deutsch-Krone, Dissert. : Beitrag zum 



— 31 — 

Kapitel der intrauterin erfolgten Fraktaren bei Neu- 
geborenen, am 17. November 1893. 

119. Golz, Walter, Arzt aus Berlin, Dissert.: ülcerose Endo- 
karditis der Klappen der Pulmoualarterie bei gonorrhoisclie: 
Arthritis, am 24. November 1893. 

120. Hörn, Walther, aus Berlin, Dissert.: Laparotomie bei 
Verwachsung des Netzes, am 24. November 1893. 

121. Hohl, Theodor, prakt. Arzt aus Kulmsee in Westpreussen, 
Dissert: Ueber Desinfektion von Spritzen und Injektions- 
flüssigkeiten, am 1. Dezember 1893. 

122. Schoder, Franz, aus Schwab. Hall, Dissert.: Beiträge zur 
Lehre vom provocierten Abort, am 11. Dezember 1893. 

123. Keyl, Gotthard, aus Zobten, Dissert.: Hygiene des Badens, 
am 11. Dezember 1893. 

124. Rennecke, Huldreich, aus Teterow, Dissert.: Glaukom 
im aphakischen Auge, am 11. Dezember 1893. 

125. Kothe, Fritz, Arzt aus Bunzlau, Dissert. : Untersuchungen 
über die Behaarung der Frauen, am 19. Dezember 1893. 

126. Stegmann, Arnold, aus Gerstungen, Dissert.: Versuche 
über Muskelatrophie und Massage, am 19. Dezember 1893. 

127. Kantorowicz, Hermann, aus Posen, Dissert.: Ueber die 
Hoden-Tuberkulose bei Kindern, am 22. Dezember 1893. 

128. Drope, Georg, aus Schulzen in Ostpreussen, Dissert.: 
Ueber Myoma lymphangiektodes, am 16. Januar 1894. 

129. Spiro, Hans, aus Berlin, Dissert.: Ueber zwei Fälle von 
Gehirngeschwulst, am 16. Januar 1894. 

ISO. Schnitze, Max, aus Berlin, Dissert.: Ueber die Wirkung 
des Vellosin, am 19. Januar 1894. 

131. Wolff, Max, aus Darkehmen, Dissert.: Ein Fall von „so- 
genannter*' amyotropischerLateralkslerose, am 26. Jan. 1894. 

132. Heydweiller, Franz, aus Krefeld, Dissert : Ueber Lungen- 
chirurgie, am 26. Januar 1894. 

133. Heyl, Richard, prakt Arzt aus Berlin, Dissert: Klinische 
Beobachtungen über das Coffeinsulfosaure Natrium als 
Diureticum, am 2. Februar 1894. 

134. Sternberg, Willy, aus Malchin, Dissert: Zur Klinik des 
Scleroderma diffusum adultorum, am 2. Februar 1894. 

135. Schröter, Franz, aus Kleinpaschleben in Anhalt, Dissert.: 
Ueber Gastroenterostomie, am 2. Februar 1894. 



— 32 — 

13(5. Schmidt, Ferdinand, aus Laurahütte 0. S., Dissert.: 
Klinische Geschichte der Pachydermie des Kehlkopfes, am 
6. Februar 1894. 

137. Momburg, Fritz aus Wesel, Dissert.: üeber Haut- 
transplantationen, am 16. Februar 1894. 

138. Ehrlich, Kurt, aus Neisse, Dissert.: üeber die Fälle von 
sogenannter prima intentio nervorura, am 16. Februar 1894. 

139. Seydel, Fritz, aus Karschau in Schlesien, Dissert.: üeber 
die VerbrennungenundihreBehandlung, am 16. Februar 1894. 

140. Schley, Otto aus Luchen, Dissert: Verlauf der chronischen 
Peritonitis, am 16. Februar 1894. 

141. Stein (früher Rathenow), Hans, aus Berlin, Dissert: 
üeber Spina bifida und Cephalocele, am 23. Februar 1894. 

142. Thienhaus, Otto, aus ürdenbach a. Rhein, Dissert.: 
üeber Compressionsstenosen der Trachea, am 23. Febr. 1894. 

143. Wendel, Walter, aus Potsdam, Dissert.: üeber die 
Wirkung des Narceinphenylhydrazons, am 23. Febr. 1894. 

144. Burchardt, Otto, aus Kassel, Dissert: üeber Behandlung 
der Blennorrhoe, am 2. März 1894. 

145. Arn heim, Richard, aus Seesen a. H., Dissert: Beiträge 
zur Theorie der Athmung, am 2. März 1894. 

146. Plessner, Willy, aus Berlin, Dissert: üeber toxische 
Myelitis, am 2. März 1894. 

147. Grässner, Gustav, Dissert: üeber die chirurgische 
Behandlung der Eiterungen in Becken, am 2. März 1894. 

148. Franke, Paul, aus Osnabrück, Dissert: Geschichte der 
Elektrotherapie in der Augenheilkunde, am 6. März 1894. 

149. Roemert, Georg, aus Berlin, Dissert: Klinische Beiträge 
zur Würdigung des Trional, am G. März 18V»4. 

150. Röscher, Kurt, aus Luckenwalde, Dissert: Blut- 
untersuchungen bei septischem Fieber, am 6. März 1894. 

151. Steffen, AVillibald, aus Soldin (Neumark), Dissert: Das 
menschliche Sputum als Nährboden für Bakterien, am 
6. März 1894. 

152. Hengesbach, Anton, aus Bremke, Dissert: üeber 
Leberabscess, am 6. März 1894. 

158. Butry, Wilhelm, aus Kirn, Dissert: üeber die Punktion 

des Wirbelkanals, am (». März 1S94. 
154. AVeber, Johannes, aus Gutzkow, Pommern, Dissert: Bei- 



— 33 — 

träge zur Lehre von der Diffusion an der Leiche vom 
gericbtsärztlichen Standpunkte aus, am 10. März 1894. 

155. Marias, Johannes £ , aus Griechenland, Dissert.: Zur 
Casuistik der Oberarmschussverletzungen, am 16. März 1894. 

156. Hauow, Walther, aus Ueckerraünde, Dissert.: Ueber mul- 
tiple Cavernome an Zunge und Lippen, am 16. März 1894. 

157. Körner, Theodor, aus Neubrandenburg, Dissert.: üeber 
Tractionsdivertikel des Oesophagus, am 16. März 1894. 

158. Ewh, Eugen, aus Jersey City, Dissert. : Beiträge zur Lehre 
von der Muskelatrophie, am 16. März 1894. 

159. Barella, Wilhelm, aus Erkermühle (Rheinprovinz), Dissert.: 
Ueber einseitigen Exophthalmus bei Morbus Basedowii, 
am 16. März 1894. 

160. Sarzin, David, aus Nicohijew (Russland), Dissert. : Ueber 
Nukleoalbuminausscheidung im Harn, am 16. März 1894. 

161. Sachse, Werner, aus Neuhaldenslebeu, Dissert: Ueber 
Resorption der Nahrung bei Verschluss des Gallenblasen- 
ganges, am 16. März 1894. 

162. Sobol, Kaiman, aus Nicolajew (Russland), Dissert.: Ueber 
die Beziehungen zwischen Diabetes mellitus und insipidus, 
am 16. März 1894. 

163. Leibold, Gottfried, aus Cleve, Dissert.: Abscesse im 
sogenannten Cavum Retzii, am 16. März 1894. 

164. Brasch, George, aus Magdeburg, Dissert.: Klinische 
Untersuchungen über die Störungen der Stimme, am 
16. März 1894. 

165. Kirschstein, Fritz, prakt. Arzt aus Bromberg, Dissert.: 
Ueber die Thränendrüse des Neugeborenen, am 20. März 1894. 

d) Zn Doktoren der Philosophie 

smd promovirt worden: 

1. Stern, William, aus Berlin, Dissert.: Die Analogie im 
volksthümlichen Denken, am 12. April 1893. 

2. von Fritze, Johann, aus Berlin, Dissert.: De libatione 
veterum Graecorum, am 12. April 1893. 

3. Pries, Karl, aus Altona, Dissert.: Quaestiones Herodoteae, 
am 3. Mai 1893. 

4. Schrentzel, Wilhelm, aus Stettin, Dissert.: Ueber die 
Integration der Differentialgleichung zweiter Ordnung der 



— 34 — 

Fuchs'schen Klasse mit drei, im Endlichen gelegenen^ 
singulären Punkten, am 13. Mai 1893. 

5. Paetsch, Hans, aus Berlin, Dissert : üeber die Unsicher- 
heit einer Bahnbestimmung der kleinen Planeten, am 
17. Mai 1893. 

6. Lidzbarski, Marcellus, aus Russland, Dissert.: De Prophe- 

ticis quae dicuntur legendis arabicis, am 17. Mai 1893. 

7. Frey tag, Franz, aus Bromberg, Dissert: üeber das 
Protagon und die Cerebroside, am 17. Mai 1893. 

8. Poppelreuter, Joseph, aus der Rheinprovinz, Dissert.: 
De comediae Atticae Primordiis Particulae duae, am 
17. Mai 1893. 

9. Vahlen, Theodor, aus Berlin, Dissert.: Beiträge zu einer 
additiven Zahlentheorie, am 20. Mai 1893. 

10. Frankforter, George Bell, ans Amerika, Dissert.: Beiträge 
zur Kenntniss des Narceins, am 31. Mai 1893. 

11. Posner, Theodor, aus Berlin, Dissert: Zur Kenntniss der 
ungesättigten Amine, am 7. Juni 1893. 

12. tloachiin, Johannes, aus Hannover, Dissert: Zur altdeut- 
schen Genesis, am 14. Juni 1893. 

13. Käst, Hermann, aus Stuttgart Dissert: Ein Beitrag zur 
Kenntnisshöherer aliphatischer Amidoxime, am 14. Juni 1893. 

14. Elich, Ernst, aus Elten, Dissert: Die Gesteine der 
Ecuatorianischen West-Cordillere, am 14. Juni 1893. 

15. Hampe, Karl, aus Bremen, Dissert: Geschichtens Konradi 
von Hohenstaufen, am 21. Juni 1893. 

16. Flohr, Otto, aus Braunschweig, Dissert: Geschichte des 
Knittelverses, am 21. Juni 1893. 

17. Steiner, Bernhard, aus Lötzen, Dissert: Ludwig Tieck 
und die Volksbücher, am 21. Juni 1893. 

18. Bröcker, Hermann, aus Osnabrück, Dissert: Die Perio- 
dicitätsmoduln der Aberschen Integrale erster Gattung 
als Funktionen eines Parameters aufgefasst für den Fall 
einer Riemann'schen Fläche, deren Gleichung in Bezug 
auf die eine Variabele binomisch ist, am 21. Juni 1893. 

19. Rosenstein, AVladimir, aus Russland (Krim), Dissert: 
Beitrag zur Kenntniss des Cinchonins, am 21. Juni 1893. 

20 Wischewiansky, Samuel, aus Lodz, Dissert: Ueber die 



— 35 — 

EinwirkuDg von Phosgen und ähnlichen Säurechloriden 
auf Derivate des Hydrazins, am 21. Juni 1893. 

21. Oehlert, Gustav, aus der Rheinpfalz, Dissert.: Ueber 
Eondensationsprodukte von Ortho-Äldehydosäuren mit 
Phenolen, am 24. Juni 1893. 

22. Osborn, Max, aus Köln a. ßh., Dissert: Theatrum 
Diabolorum, am 24. Juni 1893. 

23. Lucas, Bobert, aus Berlin, Dissert.: Beiträge zur 
Kenntniss der Mundwerkzeuge der Trichoptera, am 
28. Juni 1893, 

24. Poppenberg, Felix, aus Berlin, Dissert: Zacharias 
Werner und die Romantik, am 28. Juni 1893. 

2ö. üllner, Fritz, aus Hamburg, Dissert : Ueber einige neue 
stickstofthaltige Derivate des a - Methylzimmtaldehyds, am 
5. Juli 1893. 

20. Junghahn, Alfred, aus Berlin, Dissert: Ueber Ditoluid- 
obermstein säure nebst Derivaten, am 5. Juli 1893. 

27. Funk, Robert, aus Berlin, Dissert: Ueber eine neue 
Synthese des ^ - Pipecolins und eine Darstellung von 
d - Valerolacton, am 5. Juli 1893. 

28. Hoff mann, Max, aus Greiz R. j., Dissert: Zur Kenntniss 
der Pseudothiohamstoffe, am 5. Juli 1893. 

29. Michaelis, Karl, aus Berlin, Dissert.: Ueber die Wechsel- 
wirkung zwischen Phosphaten und Yanadaten des Kaliums 
und Natriums, am 5. Juli 1893. 

30. Heller, Martin, aus Berlin, Dissert.: Quibus auctoribus 
Aristoteles in republica Atheniensium conscribenda et 
qua ratione usus sit, am 12. Juli 1893. 

31. Humburg, Otto, aus Berlin, Dissert: Ueber die elektro- 
magnetische Drehung der Polarisationsebene einiger Säuren 
und Salze in verschiedenen Lösungsmitteln, am 12. Juli 1893. 

32. Ludert, Hugo, aus Riepenburg, Dissert.: Ueber Hexameta- 
phosphorsaure Salze, am 19. Juli 1893. 

33. Kreps, M. aus Kertsch, Dissert: Ueber salzartige Ver- 
bindungen des Chromoxyds mit Alkalien und Erden, am 
26. JuU 1893. 

o4. Nathanson, Felix, aus Berlin, Dissert: Zur Kenntniss 

der Derivate des Diketchydrinden, am 26. Juli 1893. 
35. Schulze, Rudolf, aus Berlin, Dissert: Beiträge zur ver- 



— 36 — 

gleicheuden Anatomie der Liliaceen, Hämodoraceeo. 
Hypoxidoideen und Velloziaceen, am 26. Juli 1893. 

36. Michaiis, Ludwig, aus Posen, Dissert.: Bromierang der 
aromatischen Hydrazine , Amine und Phenole, am 
26. Juli 1893. 

37. Novario, Mario, aus Italien, Disseit-: Die Philosophie 
des Nicolaus Malebranche, am 26. Juli 1893. 

38. Zinkeisen, Frank, aus Milwaukee, Nordamerika, Dissert.: 
Die Anfänge der Lehngerichtsbarkeit in England, am 
5. August 1893. 

39. Heidemann, Adolf, aus Berlin, Dissert: De Ciceronis in 

epistulis verborum ellipsis usu, am 5. August 1893. 

40. Kalopothakes, Demetrius, aus Sparta, Dissert : De Thracia 
provincia romana, am 5. August 1893. 

41. Löwy, Ernst, aus Wien, Dissert.: üeber die Einwirkung 
der ParawoUramate des Natriums, Kaliums und Ammo- 
niums auf die entsprechenden normalen Vomadate, am 
5. August 1893. 

42. Junghans, Friedrich, aus Dortmund, Dissert.: Die Misch- 
prosa Willirams, am 12. August 1893. 

43. Klautsch, Adolf, aus Koburg, Dissert.: Die Gesteine der 
Ecuatorianischen West-Cordillere, am 12. August 1893. 

44. Eloesser, Arthur, aus Berlin, Dissert.: Die älteste deutsche 
Uebersetzung Moliere'scher Lustspiele, am 12. August 1893. 

45. Frey, Ewald, aus Guben, Dissert.: Die Temporalconjunc- 
tionen der deutschen Sprache, am 12. August 1893. 

46. Grüneberg, Arthur, aus der Mark, Dissert.: De Valerio 
Flacco imitatore, am 14. August 1893. 

47. König, Eugen, aus Barmen, Dissert.: Beitrag zur Kenntniss 
der Linnemann'schen Reaktion und Beiträge zur Kenntniss 
der Biazolone, am 14. August 1893. 

48. von Wenckstein, Adolf, stud. jur. aus Gr. Tippel inOst- 
preussen, Disseit.: Le Play, am 7. September 1893. 

49. Bleeck, Ludwig, aus Berlin, Dissert: Das Augsburger 
Interim in Strassburg, am 26. September 1893. 

50. Hartmann, Heinrich, aus Berlin, Dissert.: Messungen von 
Potentialdifferenzen mittelst Strahlelektroden, am 11. Ok- 
tober 1893. 



— 37 — 

51. Tyrol. Fritz, aus Gumbinnen, Dissert.: Lessing's sprach- 
liche Bevlsion seiner Jugenddramen, am 14. Oktober 1893. 

52. Rehländer, Paul, aus Berlin, Dissert.: Ueber einige 
Azoline der Anissäurereihe, am 2. Dezember 1893. 

53. Horst, Fritz, aus Mainz, Dissert: Ueber einige Derivate 
des Phenylhydrazins und zurKenntniss der Norhemipinsäure, 
am 11. Dezember 1893. 

54. Fiebelkorn, Max, aus FriedrichsÄlde b. Berlin, Dissert.: 
Die norddeutschen Geschiebe der oberen Juraformation, 
am 11. Dezember 1893. 

55. Feldt, Woldemar, aus Libau in Kurland, Dissert.: Ueber 
das Verhalten von Hydroxylamin zu einigen Metallsalzen, 
am 20. Dezember 1893. 

56. Schrader, Johannes, aus Pommern, Dissert. : „Palaephatea", 
am 20. Dezember 1*893. 

57. Bans a, Konrad, aus Frankfurt a. M., Dissert.: Ueber Kalium - 

doppelsalze der Unterphosphorsäure, am 22. Dezember 1893. 

58. Schaus, Emil, aus Ehrenbreitstein, Dissert. : Zur Diplom atik 
Ludwig's des Bayern, am 6. Januar 1894. 

59. Hänisch, Viktor, aus Euskirchen, Dissert.: Beitrag zur 
Kenntniss der Konfiguration der Schleimsäure. Einige 
Derivate des Amidoacetals, am 13. Januar 1894. 

CO. Purcell, Frederick, aus Kapstadt, Dissert.: Ueber den 
Bau der Phalangidenaugen, am 13. Januar 1894 

61. Macko wsky, Hans, aus Berlin, Dissert. : Die vorbereitenden 
Entwürfe SchinkeUs und Rauch's zum Denkmal Friedrich's 
des Grossen, am 13. Januar 1894. 

62. Kopisch , Friedrich aus Weizenrodau, Dissert.: Einige 
Derivate der y Phenyl-/J-brom-a-y-dioxybuttersäure und der 
y-Phenyltrioxybuttersäure, am 13. Januar 1894. 

63. Dinse, Paul, aus Berlin, Dissert.: Die Fjordbildungen, 
am 20. Januar 1894. 

64. Behn, Ulrich, aus Kiel, Dissert.: Ueber streifenförmige 
Anordnung galvanischer Niederschläge, am 3. Februar 1894. 

65. Diefenbach, Rudolf, aus Stuttgart, Dissert.: Ueber die 
Einwirkung von Ortho-anisidin auf Bromäthyl-phtalimid, 
am 3. Februar 1894. 

66. Lob, Walther, aus Elberfeld, Dissert.: Ueber die Einwirkung 



— 38 — 

von Amidoacetal auf o- and p-Nitrobenzoylchlorid, am 
10. Febrnar 1894. 

67. Walter, Fritz, aas Berlin, Dissert : Die Politik derEorie 
unter Gregor X., am 10. Februar 1894. 

68. Kaufmann, Viktor, aus Stuttgart, Dissert.: Ueber Dimethyl- 
acridon (2,4) und Dimethylacridin (2,4), am 24. Februar 1894. 

69. Meschoirer, Joseph, aus Odessa, Dissert.: DeberArseno- 
molybdate und PKosphormolybdate des Ammoniums, am 
24. Februar 1894. 

70. Zander, Herwarth, aus Stettin, Dissert: Sieben Jahre 
Nordalbingischer Greschichte nach der Schlacht von Bom- 
höved, am 3. März 1894. 

71. Gramer, Läppo, aus Leer, Dissert.: Ueber Substitutions- 
producte des Caffeins, am 3. März 1894 

72. Siebert, Johannes, aus Lietzow L Pomm.^ Dissert. : Metrik 
und Bhythmik in Tannhäusers Gedichten, am 3. März 1894. 

73. Schaudinn^ Fritz, aus Boeseningken Ostpreussen, Dissert: 
Untersuchungen an Foraminiferen, am 3. März 1894 

74. Simon, Hermann Th., aus Eim a. d. Nahe, Dissert.: 
Ueber Dispersion ultravioletter Strahlen, am 3. März 1894. 

75. Meinardus, Wilhelm, aus Hamburg, Dissert: Beiträge 
zur Eenntniss der klimatischen Verhältnisse des nord- 
östlichen Theils des Indischen Ozeans, am 3. März 1894 

76. Capitanovici, Georgius J., aus Alexandria (BumäDien), 
Dissert.: Die Eroberung von Alexandria (Iskanderije) 
durch Peter I. von Lusignan, König von Cypern 1365, am 
5. März 1894. 

77. Fauvet, Charles, aus Mönchen, Dissert: Beitrag zur 
Eenntniss der Alkaloide der Pereirorinde, am ö. März 1894. 

78. Pistor, Gustav, aus Elberfeld, Dissert.: Einwirkung von 
Aldehyden auf Nitrosokörper, am 10. März 1894. 

3. Preise. 

Bei der am 3. August I893 stattgehabten Preisvertheilung 

erhielten: 

1. den Königlichen Preis der stud. theol. Paul Latk aus 
Berlin für die Bearbeitung derPreisaufgabe der theologischen 
Fakultät: „Das Verhäliniss der Concordienformel zur augs- 



— 39 — 

lurgischen Confessum und deren Apologie soll untersuehtj 
Einheit und Unterschied dieser beiden Stufen lutherischer 
Bekenntnissbildung dargelegt werden.^*' 

2. den aus dem vorigen Jahre zur Yerfflgong gebliebenen 
Königlichen Preis der stnd. theol. Paul Frauendienst 
aus Weissenhöhe, Prov. Posen, fttr die Bearbeitung der 
Preisaufgabe: yyDie Gesichtspunkte, unter denen Basüiusund 
Äugustin den Bildungswerth der klassischen Studien empfohlen 
haben^ sind darMUsteüen und auf das Vorübergehende und 
Bleibende ihrer Bedeutung eu prüfen.^^ 

3. eine „lobende Erwähnung'^ der stud. theol. Wilhelm Wagner 
aus Niederkaufungen bei Kassel und der stud. theol. Karl 
Beth aus Förderstedt, Prov. Sachsen^ftir ihre Bearbeitungen 
derselben Preisaufgabe. 

4. den Königlichen Preis der stud. jur. Hermann Hanau aus 
Frankfurt a. Main für die Bearbeitung der Preisaufgabe 
der juristischen Fakultät: ,,Unter welchen Vorausselmmgen 
haftet nach gemeinem Becht der Mandant für Schaden^ welcher 
dem Mandatar bei Ausfiihrung seines Auftrags erwächst?'^ 

5. eine ,, ehrenvolle Erwähnung^' der stud. jur. Dr. phil. 
Stephan Kekul6, aus Gent, Domizil Berlin, und der stud. 
jur. Hennann Danziger aus Lauban i. Schlesien für ihre 
Bearbeitungen derselben Preisaufgabe. 

6. den städtischen Preis der stud. jur. Dr. phil. Walter 
Immerwahr aas Breslau für die Bearbeitung der Preis- 
aufgabe: ^,I>ie Verschweigung im Deutschen Bechte,^^ 

7. eine „ehrenvolle Erwähnung" der stud. jur. Paul Schüttel 
aus Riesa, Domizil Berlin, und der stud. jur. Leopold 
Marx aus Frankfurt a. Main für ihre Bearbeitungen der- 
selben Preisaufgabe. 

8. den städtischen Preis der stud. med. Martin Jacoby aus 
Berlin für die Bearbeitung der Preisaufgabe der 
medizinischen Fakultät: „Die erste Anlage des Primordial' 
craniums menschlicher Embryonen ist zu untersuchen und die 
Form desselben durch Bekonstruktion genau festzustellen.^*' 

9. den aus dem vorigen Jabre zur Verfügung gebliebenen 
städtischen Preis der stud. med. Willy Sturmann aus 
Schwetz i. Westpreussen für die Bearbeitung der Preis- 
aufgabe: y^Klinische Geschichte der Pachydermia laryngis,^^ 

3* 



— 40 ~ 

10. eine „ehrenvolle Erwähnung" der stud. med. Ferdinand 
Schmidt ans Laurahütte 0. S. fär seine Bearbeitung 
derselben Preisaufgabe. 

11. den städtischen Preis der stud. bist. Victor Loewe ans 
Laurahütte 0. S. für die Bearbeitung der historischen 
Preisaufgabe der philosophischen Fakultät: „-Es soH <7/^ 
Organisation und Verwaltung der Waßensteih'schen Heere 
dargelegt werden,^'' 

12. die beiden Preise der Grimm-Stiftung der cand. jor. 
Kurt Merckle aus Frankenthal (Rheinpfalz) und der 
stud. phil. Hans Mackowsky aus Berlin für ihre 
Bearbeitungen der für die Preisperiode 1891 — 93 gestellten 
Aufgabe:'' Die Geschichte des in Berlin Friedrich dein Grossen 
aufgerichteten Denkmals ist von den ersten Anfängen ab akten- 
massig darmstellen. Die fär dieses Werk im Laufe der De- 
zennien gemachten Projekte (moddlirte Skizzen sowohl als Zeich- 
nungen) sind unter Heranziehung der darauf bezüglichen Schrift- 
stücke zu beurtheilen. Das Denkmal, wie es dasteht, ist in aUen 
seinen Theilen zu beschreiben und mit den anderen dem Könige 
errichteten Statuen zu vergleichen, Haben die das Fussgesteü 
des Monuments umgebenden Persönlichkeiten an anderen 
Steüen eigene Denkmäler empfangen, so sind auch diese in 
Vergleich zu ziehen/*^ 

Die neuen Preisaufgaben für das Jahr 1893/94. 

a) Die theologische Fakultät stellt für das nächste 
Studienjahr folgende Preisaufgaben: 

1) für den Königlichen Preis: 

„jEs ist zu untersuchen, ob und wieweit die neueren Ver- 
handlungen über die Entstehung der Apokalypse das sach- 
liche Verständniss des Buches gefordert haben,'*^ 

2) für den städtischen Preis: 

„Der Begriff der Erlösung ist biblisch-theologisch zu unter- 
suchen und in seiner Bedeutung für die Heilslehre klar- 
zustellen^'' 

3) für den aus dem laufenden Jahre zur Verfügung ge- 
bliebenen Preis wiederholt sie die Aufgabe: 

„ Welche Stellung weist Ritschi in seinem theologischen System 



— 41 — 

dem Gedanken der Gemeh%de an? welchen Einfluss hat das 
auf seine Fassung eineeiner Lehren ausgeübt? und u?ie ist 
über diese Anschauung 0u urtheilen?^^ 

b) Die Juristen-Fakultät stellt für den Königlichen 
Preis die Aufgabe: 

„Der römische Konkubinat nach den Bechtsquellen und den 
Inschriften^''; 

für den städtischen Preis: 
yjUrsprung und rechtlicher Charakter der sächsischen Leibsfucht.^'' 

c) Die medizinischeFakultät stellt folgende Preisfragen: 

1) Für den Königlichen Preis für 1893 wird die Preisfrage 
wiederholt in der Fassung: 

„ lieber die Stickstoffbilanz bei Kranketi, die an Hergklappen- 
fehlem leiden/^ 

2) Für den Königlichen Preis far 1894 wird die Aufgabe gestellt: 

„Die Fakultät verlangt experimentelle Untersuchungen an 
Säugethteren über den Einfluss der bewegten Luft auf den 
Stoffverbratich, die Wärmeproduktion und die Wärmeabgabe" 

3) Für den städtischen Preis: 

,yEs soll durch sorgfältige mikroskopische Untersuchungen 
festgestellt werden, und zwar bei Menschen und bei Säuge- 
thieren, in welcher Weise die Regeneration der Uterusschleim' 
haut nach der Geburt geschieht, insbesondere wie die Uterus- 
drüsen wieder hergestellt werden.^^ 

d) Die philosophische Fakultät stellt für den König- 
lichen Preis folgende Aufgaben: 

1) eine philosophische: 

„Es werde untersucht, welche Bestandtheile der pythagoreischen 
Lehre sich auf Grund glaubwürdiger Zeugnisse oder wahr- 
scheinlicher Combinationen von Pythagoras selbst herleiten 

lassen.^' 

2) eine historische: 

„Der römische Senat von Cßesar^s Tode bis zur Einsetzung 
des Triumvirats und Charakteristik der einzelnen Senatoren.^' 

3) für den aus dem laufenden Jahre zur Verfügung gebliebenen 
Preis eine philologische: 

„Ciceronis Ärateorum quae supersunt, Germanici Caesaris 
Aratea, Avieni methaphrasis Ärateorum ita cum Graecis 



— 42 — 

Arati carminibus et inter se comparentur, ui ^id cuique 
versioni proprium sit inde cognoscaturJ'^ 

4) wiederholt die vorjährige physikalische: 

„Die Ursache der sog. Multirotaiion gewisser optisch-aktiver 
Substanzen ist trote mehrfacher Versuche noch nicht voü^ 
ständig aufgeklärt. Es werden weitere experimentelle Unter- 
suchungen über diesen Gegenstand gewünscht, sowie eine 
Zusammenstellung der bis jetet hinsichtlich der Erscheinung 
geäusserten Änsichten.^^ 
Fär den städtischen Preis stellt sie 

5) eine physikalische Aufgabe: 

„Bei der Reflexion des Lichtes an Metallen kennen wir 
genau den Phasenunterschied der beiden entgegengesetzt 
polarisirten Componenten eines einfallenden Strahles, der 
durch die Reflexion entsteht. Es wird gefordert^ dass 
durch Beobachtungen der Phasenunterschied zwischen dem 
einfallenden und reflectirten Strahle für jede einzelne der 
beiden Polarisationsrichtungen ermittelt werde.^^ 
Für den Preis aus der Grimm-Stiftung, für welchen die 

nachstehenden Bedingungen zu vergleichen sind, wird für die 

Preisperiode 1893—95 gestellt: 

6) eine Aufgabe aus der neueren deutschenLiteraturgeschichte: 

„Entstehung und Quellen der Märchen Clemens Brentano^sJ^ 



YI. Stlflnngen, Geschenke und sonstige 

Zuwendungen. 

A. Als neue Stiftungen sind in dem Etatsjahr 1893/94 
ins Leben getreten: 

1. Das Eduard Gerbard'sche Stipendium. 

Der am 12. Mai 1867 zu Berlin verstorbene Geheime Eegie,- 
rungsrath Professor Dr. Eduard Gerhard hat in dem mit seiner 
ebenfalls verstorbenen Ehegattin Emilie Gerhard, geb. von Riess, 
am 21. Mai 1865 errichteten wechselseitigen Testamente der 
Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin ein 
Kapital von 7500 Thalem, gleich 22500 Mark, mit der Bestim- 



— 43 — 

mang vermacht, dass daraus fiir immerwährende Zeiten ein 
Universitätsstipendinm gebildet werden soll. 

Ffir diese durch Allerhöchsten Erlass vom 27. Sep- 
tember 1867 genehmigte Stiftung sind jetzt folgende 

Statuten 

festgesetzt and unter dem 14. Juni 1893 von dem vorgeordneten 
Ministerinm genehmigt worden: 

§1. 
Die Stiftung führt laut Bestimmung des Stifters deu Namen : 

Eduard Gerhard'sches Stipendium. 

§2. 

Das znr Zeit in 23 400 Mark 3Vs prozentigen Westpreussischen 
Pfandbriefen bestehende Vermögen der Stiftung wird von 
Rektor and Senat der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Üniversität 
zu Berlin nach den für die Verwaltung von Mündelgeldern 
bestehenden Vorschriften verwaltet. 

Die zn dem Stiftungsvermögen gehörigen Werthpapiere, 
Dokumente nnd haaren Bestände werden von der Königlichen 
Universitätskasse in gleicher Weise wie die Werthpapiere, 
Dokumente und haaren Bestände der übrigen Stiftungen anter 
der vorgeschriebenen Kontrole aufbewahrt. 

§3. 

Die Stiftung ist dazu bestimmt, den auf Grand eines Reife- 
zeugnisses eines preussischen Gymnasiums anfeiner preussischen 
Universität stndirenden jungen Männern christlicher Religion, 
welche dem philologischen oder archäologischen Fache — 
Aegyptologen und Orientalisten nicht ausgeschlossen — sich 
widmen, eine Unterstützung während ihrer Studienzeit zu ge- 
währen. 

Von der Beschränkung auf ein bestimmtes Studienfach sind 
die in § 7 genannten Bewerber ausgenommen. 

§4. 

Der Betrag des Stipendiums ist von dem Stifter auf jährlich 
900 M. festgesetzt. 



— 44 — 

So lange der jährliche Zinsertrag des Stiftungskapitals 
diese Höhe nicht erreicht, bleibt die Verleihung des Stipendiums 
ausgesetzt und werden die Zinsen zum Kapital geschlagen. 

§5. 

Wenn der jährliche Zinsertrag die Summe von 900 M. 
erreicht hat, erfolgt die Verleihung des Stipendiums auf Vor- 
schlag der philosophischen Fakultät durch den akademischen 
Senat. 

Das Stipendium wird auf ein von dem 1. Oktober an zu 
rechnendes Jahr verliehen; es soll aber demselben Studirenden 
noch tür ein zweites, drittes und auch viertes Jahr belassen 
werden, wenn er durch Zeugnisse bei seiner Wiederbewerbang 
eine befriedigende Fortffihrung seiner Studien (vergl. § 9, 2) 
nachweisen kann. 

§6. 

Die Auswahl des Stipendiaten und die Verleihung des 
Stipendiums an denselben erfolgt durch Stimmenmehrheit 

Bei dieser Auswahl ist nicht nur das Fortkommen einzelner 
Individuen, sondern auch der Fortschritt der Wissenschaft za 
berücksichtigen, mithin das Augenmerk auf besonders befähigte, 
gründlich vorgebildete und strebsame Studirende zu richten« 

§7. 

Bei der Konkurrenz mehrerer Bewerber um das Stipendium 
haben zunächst die männlichen Descendenten der Vettern des 
Stifters : 

a) des Predigers Robert Gerhard zu Schweitsch bei 
Breslau, 

b) des Gymnasiallehrers Dr. Oskar Gerhard zu Wetzlar 
den Vorzug. 

In Ermangelung solcher Bewerber sind diejenigen Studi- 
renden besonders zu berücksichtigen, welche den Familiennamen 
Gerhard (oder Gerhardt) tragen und auch nur den in § (3 
Absatz 2 gedachten Anforderungen genügen. 

Diesen Verwandten beziehungsweise Namensvettern des 
Stifters ist das Stipendium auch dann zu verleihen, wenn sie 



— 45 - 

in irgend welchem Fache auf einer preussischen Universität 
sich wissenschaftlich ausbilden. Bei anderen Bewerbern ist 
der in § 3 ausgesprochene Grundsatz streng festzuhalten. 

§ 8. 

Der Dekan der philosophischen Fakultät fordert am 
15. April durch Anschlag am schwarzen Brett zur Bewerbung um 
das Stipendium auf. 

Die Bewerbungen, welchen 

1. das Zeugniss der Reife für die Universität (§ 3), 

2. ein von derjenigen Universität, auf welcher der Bewerber 
studirt, ausgestelltes Anwesenheits- und Sittenzeugniss^ 

3. im Falle des § 7. Absatz 1 die zum Nachweis der 
Verwandtschaft mit dem Stifter erforderlichen Zeug- 
nisse oder 

4. eigene wissenschaftliche Qualifikation nachweisende 
Zeugnisse oder eigene wissenschaftliche Arbeiten 

beizufügen sind, müssen bis zum 1. Juni auf dem Universitäts- 
Sekretariat abgeliefert werden. 

Die Wahl des mit dem Stipendium zu Bedenkenden erfolgt 
in einer Fakultätssitzung vor Schluss des Sommer-Semesters. 

§ö. 

Die Auszahlung des Stipendiums erfolgt auf Anweisung des 
Rektors durch die Universitätskasse in halbjährlichen, im Voraus 
zahlbaren Raten. 

Der Stipendiat muss jedoch vor Erhebung einer jeden 
Stipendienrate dem Rektor den Nachweis erbringen, dass er 
noch auf einer preussischen Universität entweder dem Studium 
der Philologie oder Archäologie sich widmet (§ 3) oder, falls 
er ein Verwandter beziehungsweise Namensvetter des Stifters 
ist (§ 7), in irgend einem Fache wissenschaftlich sich ausbildet. 

§ 10. 
Bas Stipendium geht verloren 
1. wenn der Stipendiat das philologische oder archäologische 
Studium (§ 3) oder seine wissenschaftliche Ausbildung (§ 7) 
auf einer preussischen Universität innerhalb der ihm 
gewährten Genusszeit aufgiebt. 



— 46 - 

2. auf vom Senat zu bestätigenden Beschlnss der phi- 
losophischen Fakultät, wenn sich der Stipendiat nach 
Ansicht derselben durch eine gegen ihn rechtskräftig 
erkannte — auch disziplinarische — Strafe für den weiteren 
Genuss des Stipendiums unwürdig gemacht hat. 

§ 11- 

Wenn in einem Jahre das Stipendium wegen Mangels 
eines geeigneten Bewerbers nicht zur Vertheilnng gelangt 
so kann dasselbe im folgenden Jahr als zweites Stipendinni 
verliehen werden. Sollte dies nicht geschehen, so wird der 
Betrag des nicht verliehenen Stipendiums zum Kapital ge- 
schlagen. 

Falls das Stipendium innerhalb des Verleihnngsjahres 
vacant wird, hat die philosophische Fakultät zu entscheiden, ob 
die frei gewordene Hälfte desselben fflr das zweite Semester 
wieder verliehen oder zum Kapital geschlagen werden soll. 

§ 12. 
Aenderungen dieser Statuten, welche dem Zwecke der 
Stiftung nicht zuwiderlaufen, können vom Eektor und Senat 
jederzeit beschlossen werden, bedürfen aber der Genehmigong 
des vorgeordneten Ministeriums. 

Berlin, den 12. Mai 1893. 

Bektor und Senat 
der Königlichen Fridrich-Wilhelms-Üniversität 

Virchow. 



2. Die Heinrich Lippert'sche Preisstiftung. 

Der am 31. Mai 1889 zu Paris verstorbene Medizinalrath 
Dr. med. Heinrich Lippert hat in seinem am 9. Juli 1887 er- 
richteten, am 22. Juni 1889 eröflheten Testament der medi- 
zinischen Fakultät der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Üniver- 
siiät zu Berlin die Summe von 40000 Frcs. = 32000 Mark 
mit der Bestimmung vermacht, dass die Zinsen dieses Kapitals 
zur Prämiirung einer alljährlich zu wiederholenden Preisaufgabe 



— 47 — 

über ein Thema aus den Gebieten der praktischen Heilkunde 
verwendet werden sollen. 

Nachdem der Senat der Universität sich bereit erklärt hat, 
ans diesem Legate verschiedenen Verwandten des Erblassers 
Unterstützungen von zusammen 14 000 Mark zu gewähren, ist 
der medizinischen Fakultät durch die Allerhöchste Eabinetsordre 
vom 13. Aprü 1891 zur Annahme dieser Zuwendung die landes- 
herrliche Genehmigung ertheilt worden. 

Auf Grund der testamentarischen Bestimmungen des Erb- 
lassers und des unter dem 25. Januar 1893 seitens des vor- 
geordneten Ministeriums erklärten Einverständnisses, dass bis 
auf Weiteres von der alljährlichen Vertbeilung eines Preises 
Abstand genommen und nur alle drei Jahre ein in der Höhe 
dreier Jahresrevenüen zu bemessender Preis ausgesetzt werde, 
sind nunmehr far die Stiftung folgende 

Statuten 

festgesetzt worden: 

§ 1. 
Die Stiftung fuhrt den Namen 

Heinrich Lippert'sche Preisstiftung. 

§2. 

Das zur Zeit aus 18 500 Mark bestehende, in 3Va7oigen 
landschaftlichen Central-Pfandbriefen angelegte Vermögen der 
Heinrich Lippert'schen Preisstiftung wird von Rektor und 
Senat der Königlichen Friedrich- Wilhelms-Universität zu Berlin 
nach den fttr die Verwaltung von Mündelgeldern geltenden 
Vorschriften verwaltet. 

§3. 
Die zu dem Stiftungsvermögen gehörigen Werthpapiere, 
Dokumente und haaren Bestände werden von der Königlichen 
Universitätskasse zu Berlin in gleicher Weise wie die Werth- 
papiere, Dokumente und haaren Bestände der übrigen Stiftungen 
unter der üblichen Kontrole aufbewahrt. 

§4. 
Aus den im Laufe je dreier Jahre eingehenden Zinsen 
des Stiftungskapitals wird alle drei Jahre — erstmalig im 



~ 48 — 

Januar 1896 — ein Preis von 18(X) Mark gebildet^ welcher 
nach den Bestimmungen des Stifters zur Prämiirung der besten 
Bearbeitung eines in pathologischer und therapeutischer Be- 
ziehung zu behandelnden Themas aus dem Gebiete „der Hirn- 
krankheiten, Bäckenmarksaffektionen, Krankheiten des Nervus 
Sjrmpathicus, des trophischen Nervensystems, der Epilepsie. 
Diabetes, Albuminurie, Äzoturie, (Harnstoffdiathese), Hamsäare- 
diathese, konstitutionellen Syphilis, Krankheiten der Harnblase, 
der Prostata, der Samenblasen und der Urethra^' dienen soll. 

§5. 

Die Feststellung des aus der vorstehenden Liste aas- 
zuwählenden Themas, durch dessen Bearbeitung der Preis der 
Heinricü Lippert'schen Preisstiftung erworben werden soll, 
erfolgt zum ersten Male zu Anfang des Winter-Semesters 1894,95 
und sodann jedesmal ein Jahr vor der Vertheilung des nächsten 
Preises durch die medizinische Fakultät auf Vorschlag einer 
aus drei Mitgliedern derselben bestehenden, jedesmal zu diesem 
Zweck gewählten Kommission. 

§6. 

Sofort nach erfolgter Feststellung des Themas fordert die 
medizinische Fakultät, und zwar durch je einmalige Einrückong 
dieser Aufforderung in je eine in Berlin, München und Wien 
erscheinende medizinische Zeitschrift, sowie durch Anschlag 
am schwarzen Brett der Universität öffentlich zur Bearbeitung 
dieses Themas unter Mittheilung folgender Bewerbungsbedin- 
gungen auf: 

a) Zur Bewerbung zuzulassen ist jeder an einer deutschen 
oder österreichischen Universität auf Grund eines zum medi- 
zinischen Universitätsstudium berechtigenden Reifezeugnisses 
immatrikulirte Studirende der Medizin, sowie jeder in Deutsch- 
land oder in Oesterreich ansässige und staatlich approbirte 
praktische Arzt. 

b) Die Bearbeitung des ausgeschriebenen Themas muss in 
deutscher Sprache erfolgen. 

c) Die Einreichung der das Thema behandelnden Arbeiten 
muss bis zum 1. Dezember des . auf die Bekanntmachung des 



— 49 — 

Tbemas folgenden Jahres an das Sekretariat der Königlichen 
Friedrich- Wilhelms-Universität erfolgen. 

d) Den Arbeiten ist in besonderem versiegelten Umschlag 
beizufügen : 

1. Seitens eines Studirenden das Reifezeugniss nnd das 
Universitäts-Anmeldebuch(Testirbuch,Testirbogen U.S.W.) 
oder beglaubigte Abschrift dieser Papiere, 

2. Seitens eines praktischen Arztes der Nachweis der er- 
folgten Approbation. 

3. Seitens sämmticher Bewerber ein Blatt, welches den 
Namen des Bewerbers enthält, sowie die ausdrückliche 
Versicherung an Eidesstatt, dass der Bewerber die 
Arbeit selbstständig angefertigt habe. 

§7. 

Die Prüfung der eingereichten Arbeiten erfolgt durch die 
im § 5 gedachte Kommission der medizinischen Fakultät, auf 
deren Bericht die letztere über die Zuerkennung des Preises 
entscheidet. 

Die Fakultät präsentirt den Gewählten dem Senat, welcher 
zu prüfen hat, ob bei der Wahl den statutarischen Bestim- 
mungen entsprochen worden ist, und, wenn dies geschehen, 
die Wahl bestätigt und die Auszahlung des Preises verfügt. 

§8. 
Das Ergebniss der Preisbewerbung wird in den im § 6 
bezeichneten Zeitschriften, sowie durch Anschlag am schwarzen 
Brett veröflfentlicht. 

§9. 
Sollte der Fall eintreten, dass die medizinische Fakultät 

keine der eingereichten Arbeiten den für ihre Lösung zu stel- 
lenden Anforderungen entsprechend erachtet und somit den 
Preis keinem der aufgetretenen Bewerber zuerkennen kann, so 
wird der Betrag des Preises zum Kapital der Stiftung geschlagen. 

§ 10. 
Desgleichen werden die in dem dreijährigen Zeitraum (§ 4) 
über die Summe von 1800 Mark hinaus eingehenden Zinsen so 



— 50 — 

lange zum Kapital geschlagen, bis alle zwei Jalire and sodann 
weiter, bis alljährlich ein Preis von 1800 Mark gebildet werden 
kann. 

Ergeben sich alsdann noch weitere Ueberschüsse, so soll 
eine entsprechende Erhöhung des jährlich zu vertheüenden 
Preises stattfinden. 

Berlin, den 26. Juli 1893. 

Bektor und Senat 
der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Üniversität 

(L. S.) gez. Virchow. 



3* Das Düsterhoff sehe Stipendium. 

Von dem am 27. Oktober 1893 zu Berlin verstorbenen prakt 
Arzte Dr. med. Adolf Dttsterhoff ist durch letztwillige 
Verfügung der medizinischen Fakultät der Universität die 
Summe von 10,000 Mark mit der Bestimmung vermacht worden, 
dass die Zinsen dieses Kapitals zu Anfang Januar und Juli 
eines jeden Jahres zur ünterstätzung eines fleissigen und würdigen 
Studirenden der Medizin, christlicher Eonfession, verwendet 
werden sollen. 



YII. HVlsseHScliaftllclie Anstalten der IJnlTersitit. 

1. Das theologische Seminar. 

In der alttestamentlichen Abtheilung (Leiter: Professor 
Dr. Dillmann) waren im Sommerhalbjahr 19 ordentliche Mit- 
glieder und 9 Zuhörer eingeschrieben. In 13 zweistündigen 
Uebungen wuräe der Prophet Micha behandelt. Im Winter- 
halbjahr betrug die Zahl der ordentlichen Mitglieder 20, die 
der Zuhörer 7, und wurde in 16 zweistündigen Sitzungen das 
Buch Koheleth ausgelegt. Schriftliche Aufsätze wurden in jedem 
Semester je einer über selbstgewählte Themen geliefert. In 
beiden Semestern war Cand. Min. P. Mickley Senior. Die 
Seminarstunden waren Sonnabends von 11 — 1 Uhr. 



— 51 — 

In der nentestamentlichen Abtheilung (Leiter: Professor 
Dr. Weiss) waren im Sommerhalbjahr 27 ordentliche Mitglieder 
anfgenommen und nahmen 30 — 40 Hospitanten Theil. In 12 
zweistündigen Uebungen (Donnerstags von 5 — 7 Uhr) wurde 
der 2. Brief an Timotheus behandelt Im Winterhalbjahr betrug 
die Zahl der ordentlichen Mitglieder 28 (von denen 14 dieselben 
wie im Winterhalbjahr), und die der Hospitanten 34. In 17 
zweistündigen Sitzungen wurde der Brief an die Epheser gelesen 
und erklärt. Senior der Abtheilung war in beiden Semestern 
Cand. theol. Arnold. 

In der kirchengeschichtlichen Abtheilung (Leiter: 
Professor Dr. Hamack) waren im Sommersemester 14 ordentliche 
Mitglieder aufgenommen und eine grössere Anzahl von Zuhörern. 
Es wurde (Donnerstags von 6—8 Uhr) die Entstehungsgeschichte 
der ältesten Symbole und Glaubensregeln mit besonderer 
Beziehung auf das sogenannte Symbolum apostolicum behandelt^ 
und wurden einige kürzere schriftliche Arbeiten geliefert. In 
einer wöchentlichen Stunde (Sonnabends von 10—11 Uhr) leitete 
der Dirigent ausserdem ein Proseminar (10 Theilnehmer) und 
Hess den 1. Brief des Clemens an die Korinther lesen und inter* 
pretiren. Im Wintersemester betrug die Zahl der ordentlichen 
Mitglieder 17; etwa ebenso gross war die Zahl der Zuhörer. 
Es wurde die Apologie Justin's gelesen und erklärt. Von fast 
allen ordentlichen Mitgliedern wurden schriftliche Arbeiten aus 
dem Gebiet der ältesten christlichen Literaturgeschichte geliefert. 
Zwei von diesen Arbeiten sollen durch den Druck veröffentlicht 
werden (üeber den unechten Schluss des Marcus-Evangeliums. 
Ueber die dem Apologeten Aristides beigelegten Schriften.) 
Senior war in beiden Semestern stud. theol. Berlinicke. 

Dr. Dillmann. 



2. Das homiletisch-katechetisehe Seminar. 

I. Die homiletische Abtheilung des praktisch -theo- 
logischen Seminars (Leiter: Professor Kleinert) blieb auch im 
Studienjahr 1893/94 in zwei Kurse getheilt. Der erste Kursus, 
der im Sommer 40, im Winter 41 ordentliche eingeschriebene 
Mitglieder zählte, befasste sich in 13 Sitzungen während des 
Sommers, 14 während des Winters mit der Anfertigung von 



Textanalysen, Predigtentwürfen und Dispositionen über ge- 
gebene Texte ; mit theils referirenden, theils vergleichenden Re- 
feraten über Musterpredigten aus allen Zeitaltem der Kirche: 
mit praktischer Uebung einzelner Aufgaben der homiletischen 
Topik. Im zweiten Kursus, der im Sommer 52, im Winter 
36 eingeschriebene Mitglieder hatte, wurden 30 Seminargottes- 
dienste gehalten, bei welchen Predigten der Mitglieder über 
aufgegebene Texte zum Vortrag gelangten und in den an> 
schliessenden Sitzungen zur Durchsprechung und Beurtheilung 
kamen. P. Kl e inert. 

n. Im katec'hetischen Seminar fanden im Sommer- 
Semester 1893 10, im Wintersemester 1893/94 17 Sitzungen statt: 
an jenen nahmen ca. 50, an diesen 25 Studirende als ordentliche 
Mitglieder Theil. Im Sommersemester wurde der Dekalog nach 
Luther's Katechismus durchgesprochen, im Wintersemester das 
apostolische Glaubensbekenntniss ebenfalls auf Grund der 
Lutherischen Erklärung. — Die Leitung der katechetischen 
üebungen hatte im Wintersemester 1893/94 Herr Lic. Titius als 
Vertreter des Unterzeichneten (der mit Urlaub abwesend war) 
übernommen. Professor Dr. Pfleiderer, 

3. Die christlich -archäologisehe and epigraphlsehe 

Sammlnng. 

Das bescheidene Jahreseinkommen des Instituts zwang, 
die Neuanschaffungen an literarischen Hilfsmitteln in dea 
engsten Grenzen zu halten, von Erwerbungen an Abgüssen und 
Abbildungen aber völlig abzusehen. Auch für die dringend 
nöthige Ergänzung der vorhandenen Bestände konnte nichts 
geschehen. Doppelt willkommen waren darum der Sammlung 
mehrere Geschenke, so von Seiten des vorgesetzten Königlichen 
Ministeriums, das eine Anzahl Bücher übersandte, und einiger 
christlich-archäologischer Gelehrten, Oberpfarrer Wer nicke in 
Loburg, der eine Serie Photographien stiftete, und Dr. Arnold 
Breymann, der seiner Dankbarkeit gegen das Institut durch 
Ueberreichung seiner hier ausgearbeiteten Monographie „Adam 
nnd Eva in der Kunst des christlichen Alterthums. Wolfen- 
Büttel 1893." Ausdruck gab. 

Was von dem Besuch und der Benutzung der Sammlung 



— 53 — • 

im vorjährigen Bericht mitgetheilt wurde, gilt im Allgemeinen 
anch für das Etatsjahr 1893/94. Besonders erfreulich ist die 
Thatsache, dass die Zahl der Theologen, die sich nicht nur vor- 
übergehend mit dem Studium der christlichen Archäologie und 
Epign^aphik beschäftigen, in Berlin stetig wächst und dass sich 
anter ihnen jetzt auch Katholiken befinden, so ein Priester und 
Doktor der Theologie. Etwa 12 Herren arbeiteten im letzten 
Jahre fast täglich in den Bäumen der Sammlung und unter 
meiner Leitung, darunter auch ein Professor der Theologie aus 
Amerika; die grössere Hälfte von ihnen wird in Bälde mit 
schriftstellerischen Leistungen aus dem archäologischen und 
epigraphischen Gebiet an die Oeffentlichkeit treten. 

Der grösste Saal des Instituts wurde, wie früher, so auch 
in den beiden letztverflossenen Semestern für die von mir ge- 
haltenen seminaristischen üebungen benutzt, in denen im 
Sommersemester 1893 ausgewählte Mosaiken aus Bom, im 
Wintersemester 1893/94 ausgewählte Sarkophage des christlichen 
Alterthums Gegenstand eingehenden Studiums bildeten. An 
den üebungen im ersten Halbjahr betheiligten sich 23 Herren, 
für diejenigen des zweiten Halbjahrs inscribirten sich 38 Herren, 
von denen freilich manche, offenbar mit Bücksicht auf die ge- 
stellten Anforderungen, regelmässigen Besuch und schriftliche 
Arbeiten, ferne blieben. Indessen war die Zahl im Winter 
Semester noch so gross, dass wiederum zwei Kurse eingerichtet 
werden mussten. 

Nicolaus Müller. 



4. Das juristische Seminar 

(für römisches und kanonisches Becht). 

I. Die Gesuche um Aufnahme in die von Prof. Eck ge- 
leitete romanistische Abtheilung des Seminars für das Sommer- 
semester 1893 beliefen sich auf weit über 100. Sechsundzwanzig 
Theünehmer, darunter auch ein Dr. jur. und ein Dr. phil., 
warden zugelassen und alle besuchten die Sitzungen des 
Seminars mit regelmässigem Fleisse. Bei dem durch das 
Präfdngs - Begnlativ veranlassten, stets wachsenden Zudrang 
znm Seminar konnte eine grössere wissenschaftliche Arbeit 

nicht mehr, wie das Statut es vorschreibt, von jedem Mitglied. 

4 



. ^ 54 — 

sondern nur noch von einzelnen, die sich besonders darum be- 
warben, angenommen werden. Die eingereichten Arbeiten, 
welche überwiegend gut waren, wurden von dem Leiter des 
Seminars kritisirt und ihr Inhalt wurde durchgesprochen. In 
den Stunden, fär welche keine Arbeit vorlag, wurden Stellen 
aus dem corpus iuris civilis übersetzt und erklärt. Mündlich 
betheiligte sich mit Energie, wie immer, nur die Minderzahl 
der Mitglieder, und manche leisteten dabei recht Tüchtiges. 
Andererseits steigt erfahrungsmässig mit der Zahl der Seminar- 
mitglieder auch der Prozentsatz Derjenigen, die entweder nur 
unzureichende Kenntnisse mitbringen oder nicht anders als 
auf direkte Aufforderung sprechen. Von der Berücksichtigung 
dieser Mitglieder muss immer im Laufe des Semesters je länger 
je mehr abgesehen werden. 

n. Prof. Dernburg hielt im Wintersemester 1893 94 
seminaristische üebungen mit einer grösseren Zahl von Stndi- 
renden ab, in welchem der Titel Digest, de contrahenda em- 
tione 18,1 erklärt wurde. 

ni. Professor Pemice leitete während des Winterhalb- 
jahres die üebungen auf dem Gebiete des römischen Rechtes 
in der hergebrachten Weise. Es nahmen 24 Mitglieder Theil und 
dazu kam eine Anzahl Ausländer, die schon ausstudirt hatten. 
Im Ganzen wurden 16 Arbeiten eingereicht und besprochen. 
Sie waren von verschiedenem Werthe, aber überwiegend be- 
friedigend, zum Theile ausgezeichnet Der Besuch war wie 
immer regelmässig und die Besprechung lebhaft und angeregt. 

IV. An den üebungen des von Prof. Dr. Hübler im Sommer- 
halbjahr 1893 geleiteten kirchenrechtlichen Seminars nahmen 
zwölf Studirende Theil, darunter ein Doktor der Philosophie 
und ein Premierlieutenant der Kavallerie. Nur drei Mitglieder 
lieferten schriftliche Arbeiten, von welchen zwei als gut be- 
zeichnet werden konnten. Die üebungen schlössen sich theils 
an gegebene praktische Fälle, theils an die schriftlichen Arbeiten 
an, welche durchgesprochen und censirt wurden. Daneben fanden 
Konversatorien über einzelne kirchenrechtliche Grundlehren und 
Institute unter Vergleichung mit analogen staatsrechtlichen 
Sätzen statt. 

Der Besuch der üebungen war ein reger, auch an den 
Diskussionen betheiligte sich die grosse Mehrzahl der Mitglieder. 



— 55 — 

V. Das von Prof. Dr. Hinschius im Winterhalbjahr 1893/94 
geleitete juristische Seminar war von 4 Mitgliedern und 
18 Hospitanten besucht Dieselben haben mit regelmässigem 
Fleiss an den Uebungen theilgenommen. 

Dernburg. Hinschins. Hübler. Pernice. Eck. 



5. Das Seminar fttr deatsches Recht. 

I. Im Seminar für deutsches Eecht wurden im Sommer- 
semester 1893 unter Leitung desUnterzeichnetenUebungen in der 
Lektüre des Sachsenspiegels und in der Interpretation mittel- 
alterlicher Bechtsurkunden abgehalten. Von mehreren Theil- 
nehmern wurden schriftliche Arbeiten über gegebene Themata 
angefertigt. Zur Besprechung gelangten Arbeiten über die 
Dorfverfassung nach dem Sachsenspiegel, — die freien Land- 
sassen nach dem Sachsenspiegel, — die Zinsgüter des Sachsen- 
spiegels, — die Stellung der Religiösen nach dem Sachsen- 
spiegel, — die Abtheilung der Kinder nach dem Sachsenspiegel, 
— sowie über einige in der Sammlung von Loersch und 
Schroeder gedruckte Urkunden. Die Zahl der Theilnehmer 
betrug 28, von denen etwa 25 sich mit voller Begelmässigkeit be- 
theüigten. Otto Gierke. 

n. Im Wintersemester 1893/94 wurden die Lex Angliorum 
et Werinorum und Theile des Edictus Langobardorum gelesen 
und interpretirt. Die Zahl der Theilnehmer betrug zwölf. 
Drei davon machten schriftliche Arbeiten. 

Heinrich Brunner. 

IQ. In den von mir geleiteten Uebungen wurden im 
Sommer-Semester Westgothische Eechtsquellen und zwar aus- 
gewählte Partieen aus den Fragmenten des Codex Eurici, der 
Lex Visigothorum und der Westgothischen Formelsammlung 
gelesen und interpretirt. Die Zahl der Theilnehmer betrug 3. 

Im Winter-Semester wurden das L Buch und umfangreiche 
Partieen des n. und IIL Buches des Sachsenspiegels gelesen. 
Die Zahl der Theilnehmer betrug am Anfang des Semesters 
14, verminderte sich aber nach Neujahr auf 8—10. Grössere 
schrifUiche Arbeiten wurden nicht eingeliefert. 

Karl Zeumer. 

4« 



— 56 — 

6. Das philologische Seminar. 

Im Sommer-Semester 1893 nahmen an den Uebnngen des 
philologischen Seminars 4 ordentliche und 18 aasserordentliche 
Mitglieder Theil. Die üebangen leiteten die Professoren 
A. Kirchhoff und J. Vahlen. In der griechischen Abtheilimg 
wurde die im Winter-Semester begonnene Interpretation von 
Aristophanes' Acharnern fortgesetzt; in der lateinischen Ab- 
theilung wurden die Eclogen des Virgil erklärt und zugleich 
die philologischen Dispntierübungen abgehalten. Die eingereich- 
ten schriftlichen Arbeiten wurden im Seminar besprochen. 

Im Winter-Semester 1893/94 nahmen an den Uebungen 
Antheil 3 ordentliche und 16 ausserordentliche Mitglieder. 
Die Uebungen wurden von den Professoren A. Eirchhoff und 
J. Vahlen geleitet, in der griechischen Abtheilung worden 
die Disputierttbungen abgehalten und bildete der Cyclop des 
Euripides den Gegenstand der Interpretation; in der latei- 
nischen Abtheilung wurden Oden des Horatius erklärt. Die 
eingereichten schriftlichen Arbeiten wurden in den beiden Äb- 
theilungen des Seminars besprochen. 

J. Vahlen, 

z. Z. geBchäftsfUhrender Director des 
philologiBchen Seminars. 



7. Das Institut fflr Alterthnmskiuide. 

1. Griechische Abtheilung (Direktor Professor Köhler): 

Gegenstand der Uebungen: im S.-S.: Geschichte und 
Verfassung des zweiten attischen Bundes; 
Theilnehmer: 6; 

im W.-S.: Geschichte Alexander's des Grossen; 
Theilnehmer: 8. 

2. Römische Abtheilung (Direktor Professor Hirschfeld): 

Gegenstand der Uebungen: im S.-S.: Tacitus, historiae 
Buch I; 

Theilnehmer: 12; 
im W.-S.: Livius Buch V; 
Theilnehmer: 11. 



— 57 — 

Die im Laufe des Jahres eingelieferten Arbeiten der Mit- 
glieder gelangten in den Gebungen zui* Besprechung. 

Für Benutzung der Bibliothek wurden an Karten ausge- 
geben: im S.-S. 28, im W.-S. 27. 

Die Geschäftsführung hatte im S.-S. Professor Köhler, im 
W.-S. Professor Hirschfeld. Die Bibliothek verwaltete Dr. phil. 
Groebe. 

Die Katalogisirung und Neuanfstellung des gesammten 
historischen und philologischen Bestandes der Institutsbibliothek 
ist vollendet, so dass dieselbe mit Beginn des nächsten Semesters 
der Benutzung übergeben werden kann. 

Hirschfeld. Köhler. 



8. Das historische Seminar» 

Prof. Wattenbach trug im Sommersemester griechische 
und lateinische Paläographie vor, mit Benutzung des paläo- 
graphischen Apparates zu praktischen üebungen; im Winter- 
semester Diplomatik, und als Einführung in das Studium mittel- 
alterlicher Greschichtsquellen wurde das Buch des Bruno über 
den Sächsischen Krieg übersetzt und erläutert 

Prof. Scheffer- Boichorst besprach Kontroversen aus 
der Geschichte des Mittelalters, welche möglichst so gewählt 
wurden, dass die verschiedenen Probleme der Forschung, wie 
Echtheit und ünechtheit, Abfassungszeit, Autorschaft, Glaub- 
würdigkeit und anderes, durch je ein Beispiel vertreten waren. 

Prof. Lenz liess im Sommer die Geschichte der französischen 
Revolution bearbeiten. Die Untersuchungen drehten sich um 
die Stellung Ludwig's XVI. und Marie Antoinette's zu den 
französischen Parteien und dem Auslande in den Jahren 1791 
und 1792. 

Im Winter wurde zunächst die Wallensteinfrage bearbeitet, 
darauf Luther's und der anderen Reformatoren Stellung zum 
Staat an einer Reihe ihrer Schriften geprüft und zum Schluss 
die Anfänge der reformirten Kirchenverfassung nach den Akten 
der ersten Nationalsynoden erörtert. 

Prof Delbrück hatte „üebungen aus der Kriegsgeschichte 
für Vorgerücktere, die dem Gegenstand ein spezielles Interesse 
widmen" angezeigt. Gemeinschaftliche Arbeiten wurden nicht 



— 58 — 

gemacht, sondern mit jedem einzelnen der fünf Theilnebmer 
das ihm zugewiesene Thema besonders behandelt. 

Znr Theihiahme an den Uebnngen des Seminars und zur 
Benutzung der Bibliothek in den Bäumen desselben haben sich 
im Sommersemester 59, im Wintersemester 75 eingeschrieben. 

Die Bibliothek ist in sehr dankenswerther Weise vermehrt 
worden durch eine Stiftung der Erben des verstorbenen Prof. 
S. Löwenfeld, welche die Bücher geschichtlichen Inhalts aas 
dem Nachlass desselben dem Seminar übergeben haben; auch 
sollen die noch rückständigen Honorare für seine Vorlesungen 
zur Vermehrung der Bibliothek verwendet werden. Nach dem 
Wunsche der Stifter ist diese Bibliothek abgesondert aufgestellt 
und als Löwenfeld'sche Bibliothek bezeichnet. 

W. Wattenbach. 



9. Staatswissenschaftlich- statistisches Seminar. 

I. Bericht des Professor Dr. A. Wagner. 

Meine üebungen fanden im Sommersemester 1893 in zwei 
wöchentlichen Abendstunden statt, unter Betheiligung von 33 Per- 
sonen nebst einigen weiteren, zeitweilig hospitirenden, über- 
wiegend wieder jungen Doctoren und zahlreichen Ausländern. 
Die Einrichtung war dieselbe wie in den früheren Jahren. 
Schriftliche grössere Arbeiten wurden zehn eingehend behandelt, 
und zwar über Leplay's sociale Schriften, über den Mieth- 
vertrag und die Wohnungsfrage, über Rodbertus' Rentenlehre, 
über Gewerbebesteuerung, besonders Preussens, über den social- 
wissenschaftlichen Methodenstreit (die Hauptarbeit in diesem 
Semester, deren Discussion eine Reihe von Abenden gewidmet 
wurde), über die Bevölkerungsfrage, über die Methode der Auf- 
nahme der Arbeitslosenstatistik, über die Organisation des 
hypothekarischen Credits in genossenschaftlicher und anderer 
Form, über Lagerhauswesen und WaiTants, über das Problem 
der Wehrsteuer. Weitere vorbereitete Thematen kamen nicht 
mehr zur Durchsprechung im Seminar selbst. 

A. Wagner. 



— 59 — 

n. Bericht des Professor Dr. Schmoller. 

Wie im vorigen Wintersemester habe ich in dem von 
1893—94 die üebangen Montags 6—8 Uhr und Donnerstags 
6—7 Uhr gehalten. Wir waren so 33 Mal versammelt. Sieben 
Abende habe ich benutzt, um über Methode der Staatswissen- 
schaften vorzutragen. Die übrigen Abende waren durch die 
Vorträge und Arbeiten der Theilnehmer ausgefüllt. Ich suchte, 
soweit es ging, eine möglichst grosse Zahl derselben in zu- 
sammenhängender Weise mit den Lohntheorien und mit 
praktischen und historischen Lohnuntersuchungen zu be- 
schäftigen, im Anschluss an meine öffentliche Vorlesung im 
vorigen Sommersemester, welche die meisten der Theilnehmer 
gehört hatten. 

Die Zahl deriMitglieder war auf 47 gestiegen, obwohl ich 
eine grosse Zahl abwies. Gleichzeitig hielten Professor Sering 
und Dr. Oldenberg national-ökonomische Uebungen; es werden 
an den drei Seminaren gegen oder über 100 Herren theil- 
genommen haben. Von meinen 47 Theilnehmern waren 12 
schon Doctoren, 2 doctorirten im Laufe des Semesters; an 
Ausländern nahmen 2 Russen, 3 Nordamerikaner, 1 Belgier, 
1 Finnländer, 3 aus Oesterreich -Ungarn Theil; 24 Herren 
hielten im Seminar 25 Vorträge (einer zweimal); 11 Herren 
wurden mit ihren Arbeiten nicht fertig, legten mir aber privatim 
Theile derselben vor oder werden es noch thun; 4 waren durch 
Doctordissertation oder andere wissenschaftliche Thätigkeit so 
in Anspruch genommen, so dass ich sie von Anfang an von 
einer Arbeit für's Seminar dispensirt hatte; 5 waren als Aus- 
länder entschuldigt, 3 mussten wegen Krankheit oder aus 
anderen Ursachen Berlin so früh verlassen, dass sie keine Ar- 
beiten vorlegen konnten. 

Die lohntheoretischen Arbeiten bezogen sich auf Ad. Smith, 
Ricardo J. St. Mill, ßodbertus, Marx; andere Arbeiten bezogen 
sich auf die Fortbildung des Arbeitsvertrags und die Gewerk- 
vereine, die Arbeitszeit, die englische Fabrikgesetzgebung, auf 
die gewerblichen und landwirthschaftlichen Betriebsformen, 
das Bank- und Versicherungswesen, die Goldbewegung, auf 
Vauban und James Stuart, sowie auf verwaltungsgeschichtliche 
Fragen; die Lohnuntersuchungen bezogen sich auf die Ge- 



— 60 — 

schichte der englischen Löhne und auf die deutschen ländlichen 
Arbeitslöhne von 1849—92. 



IIL Bericht des Professor Dr. A. Meitzen. 

Der Unterzeichnete hat im Sommersemester 1893 im Seminar 
vor 30 Zuhörern Vorlesungen über die Statistik des deutschen 
Reiches in derselben Weise gelesen, wie dies im Jahresbericht 
ftr 1892 im Jahrgang VI der Üniversitäts-Chronik S. 59 näher 
dargelegt ist. 

In demselben Semester sind statistische Uebungen ab- 
gehalten worden, zu denen ausser 12 eingeschriebenen Zuhörern 
einige Assessoren und ein Versicherungsbeamter zugelassen 
wurden. Es sind Vorträge der Seminaristen über Gewerbe- 
statistik, Lohnbewegung in Folge der Grossindustriellen- Vereine, 
Verschuldungsstatistik, Hausindustrie, Vergleichung von Sterbe- 
tafeln, Emtestatistik, Arbeiterstatistik und aber die Statistik 
der Invalidisirungsgründe gehalten und besprochen worden. 

Für das Wintersemester waren wie bisher Vorlesungen und 
Besprechungen über Theorie und Technik der Statistik an- 
gekündigt worden. Dazu hatten sich 71 Zuhörer einschreiben 
lassen. Da indess daran festgehalten wurde, diese sokratischen 
Besprechungen im staatswissenschaftlich-statistischen Seminar 
abzuhalten, für den Eintritt in das Seminarlokal aber die schärfere 
Praxis nöthig erachtet wurde, auch diejenigen Studenten, welche 
lediglich an den Besprechungen Theil nehmen wollen, zur Zahlung 
von 5 Mark Seminargeld anzuhalten, hat nahezu die Hälfte 
der Eingeschriebenen auf die Theilnahme verzichtet. 

Dr. August Meitzen. 



rV. Bericht des Professor Dr. Böckh. 

Auch im verflossenen Jahre habe ich die statistischen 
Uebungen auf dem Statistischen Amt der Stadt fortgesetzt, und 
zwar im Sommersemester mit 7, im Wintersemester mit 6 Theil- 
nehmern, sämmtlich Inländer. Zwei derselben nahmen zum 
zweiten Male an den uebungen theil: ich halte eine solche 
Wiederholung für sehr nützlich, denn in der Begel ist den 
Mitgliedern des Seminars der Gegenstand oder, sofern das Hören 



— 61 — 

von Vorlesungen der theoretischen und der angewandten Statistik 
vorausgegangen ist, doch die Art der Behandlung so neu, dass 
nur bei vielseitig und namentlich mathematisch Vorgebildeten 
alle Stadien statistischer Methodik sofort zu vollem Verständuiss 
gelangen. Im vergangenen Jahre war die Theilnahme und der 
Erfolg der Uebungen ein so erfreulicher, dass nach Absolvirung 
des Kursus drei Theilnehmer in eine praktische Beschäftigung 
bei dem Statistischen Amt der Stadt eintreten konnten. 

Der Gang der Hebungen ist im vorjährigen Bericht aus- 
führlicher bezeichnet: die elementaren Thätigkeiten, Auszählun- 
gen, tabellarische und graphische Arbeiten wurden im Sommer 
an Zählkarten der Eheschliessungen, im Winter an solchen der 
Sterbefälle behandelt, beidemal mit Rucksicht auf die Berufs- 
verschiedenheit. Zur Erlernung einfacher wissenschaftlicher 
Behandlung des Stoffes wird einzelnen Theilnehmern die kritische 
Prüfung statistischer Abhandlungen in Bezug auf die Zulässigkeit 
und Richtigkeit der angewandten Vergleichungen und der 
gezogenen Schlüsse aufgegeben. Behufs praktischer Inangriff- 
nahme der Lösung statistischer Probleme wurden in beiden 
Semestern Rechnungen nach der — allein den wissenschaft- 
lichen Anforderungen entsprechenden — Methode der Berliner 
Sterblichkeitstafeln ausgeführt. 

Böckh. 

V. Bericht des Professors Dr. Sering. 

Nach meiner Ernennung zum Mitdirector des staatswissen- 
schaftlich-statistischen Seminars habe ich vom October 1893 an 
meine bis dahin ausserhalb gehaltenen Uebungen in die Seminar- 
räume verlegt. Am letzten Wintercursus nahmen 30 Herren 
theil, meist ältere Studierende oder solche, welche die üblichen 
Universitätsstudien bereits abgeschlossen hatten , nämlich 
G Doktoren und 14 Studierende der Rechts- oder Staatswissen- 
schaft, 1 Dr. med., 1 Dr. ehem., 1 amerikan. Univers.-Docent, 
6 Landwirthe, 1 Culturtechniker. Darunter befanden sich 
l Grieche, 2 Nordamerikaner, 2 Ungarn, 3 Polen aus Russland 
und Galizien. Mehrere Anmeldungen mussten zurückgewiesen 
werden. Das Zusammenwirken von Nationalökonomen, Juristen 
and Technikern erwies sich in diesem wie in früheren Semestern 



— 62 — 

als anregend and fördernd, weil es zu einer gegenseitigen 
Ergänzung formaler Schulung und praktischer Bildung führt. 

Die den Mitgliedern zur selbständigen Bearbeitung ge- 
stellten wissenschaftlichen Aufgaben habe ich nach Möglichkeit 
dem Erfahrungskreise oder dem bisherigen Studiengange der 
Einzelnen angepasst. So ergab sich aus den Beziehungen eines 
älteren Seminar-Mitgliedes zu hiesigen Geschäftskreisen eine 
Arbeit über den Berliner Getreidehandel, die dann mit Hilfe 
der zur Verfügung gestellten Materialien der Börsen-Enquete 
zu einem inzwischen publizierten ausführlichen Aufsatz über 
den deutschen Getreidehandel ei*weitert wurde. Der Sohn eines 
polnischen Gutsbesitzers lieferte eine eingehende Untersuchung 
über die Wirksamkeit der russischen Bauernbank in Polen, ein 
in Handwerkerkreisen heimischer Student besprach das Genossen- 
schaftswesen in der Kleinindustrie, ein mecklenburgischer Land- 
wirth die ländliche Arbeitsverfassung seiner Heimath , der Sohn 
eines Bankiers die Börsensteuer-Reform etc. Von sonst be- 
arbeiteten Thematen seien erwähnt: die neuere Entwicklung 
der grossindustriellen Arbeitsverfassung in England, die Durch- 
führung der preussischen Rentengutsgesetze, die bäuerlichen 
Zustände in der bayrischen Pfalz, das kanadische Banksystem, 
die Entwicklung der französischen Handelspolitik seit Colbert« 
die Theorie des Henry George. Im Ganzen wurden 24 Arbeiten 
ausgegeben, davon 20 ganz oder theilweise fertig gestellt und 
13 nach vorheriger privater Besprechung im Plenum vorgetragen 
und diskutiert. 

Es fanden drei gemeinsame Ausflüge in hiesige gross- 
industrielle Anstalten statt; ich habe mich bemüht, diese Be- 
sichtigungen durch Vorträge über die Productions- und Absatz- 
bedingungen der betreffenden Industrie, die Organisation und 
Arbeiterverhältnisse des einzelnen Werkes möglichst lehrreich 

zu gestalten. ^ . 

Sering. 

VI. Bericht des Privatdozenten Dr. Hoeniger. 

Im Sommer-Semester 1893 hielt Dr. Hoeniger mit vier 
Theilnehmern Besprechung zur Einleitung in das Studium der 
Wirthschaftsgeschichte. Nach einem Ueberblick über Quellen 
und Methode wurde bei der Erörterung einzelner Themata das 



— 63 - 

Hauptaugenmerk auf eine Würdigung und Kritik der „materia- 
listischen Geschichtsauffassung^' gerichtet. 

Im Winter-Semester 1893/94 wurden mit fünf Mitgliedern 
sozialgeschichtliche Uebungen abgehalten. Die einleitenden 
Erörterungen betrafen die allgemeine socialgeschichtliche Ent- 
wicklung Deutschlands. Als engeres Gebiet wurde Ursprung 
und Entwicklung des Städtewesens und Bürgerthums, ins- 
besondere unter dem Gesichtspunkt socialstatistischer Be- 
trachtung ins Auge gefasst. 

B. Hoeniger. 

vn. Bericht des Privatdocenten Dr. Oldenberg. 

Die socialpolitischen Uebungen des Unterzeichneten 
waren im Winter 1893/94 von 24 Theilnehmem besucht, 
worunter 5 Ausländer (1 Schweizer, 2 Ungarn, 1 Nord- 
amerikaner, 1 Japaner), 1 Gerichtsreferendar, 1 Redacteur, 
die übrigen deutsche Studirende, vorwiegend Juristen. Im 
Laufe des Semesters schieden drei wegen Krankheit, zwei 
wegen Ortswechsels aus, einer wurde wegen nicht erfüllter 
Arbeitspflichten ausgeschlossen. Der Besuch der übrigen war 
sehr regelmässig. Die Uebungen wurden an einem Abend der 
Woche zweistündig im Seminarlokal gehalten. 

Die meisten Theilnehmer waren in nationalökonomischen 
und socialpolitischen Studien Anfanger und nahmen an staats- 
wissenschaftlichen Uebungen zum ersten Male Theil. Es konnte 
daher nicht die Absicht sein, sie zu grösseren wissenschaft- 
lichen Arbeiten, sondern nur zu oberflächlichen Referaten über 
die dem Interesse des Anfängers nächstliegenden Themata zu 
veranlassen. In der ersten Hälfte des Semesters wurden 
praktische socialpolitische Tagesirageu, in der zweiten Hälfte 
Themata aus der socialistischen Theorie behandelt Obwohl 
bei der Auswahl und Yertheilung der Themata auf individuelle 
Neigungen möglichst Rücksicht genommen wurde, lag es doch 
nahe, einen gewissen Zusammenhang in der Reihe der zu 
behandelnden Gegenstände zu erstreben. Die Themata waren 
folgende : 

1. Arbeiter - Ausschüsse. 2. Englische Gewerkvereine. 
3. Deutsche Gewerkvereine. 4. Gesetzliche Regelung der 



— 64 — 

täglichen Arbeitszeit, ö. Staatliche Aemter für Arbeitsstatistik. 
6, Invaliditätsversicherang der deutschen Arbeiter. 7. Lassalle's 
ehernes Lohngesetz. 8. Marx' Lehre vom Werth und Mehr- 
werth. 9. Die Utopia des Thomas Moms. 10. Hertzka's Frei- 
land. IL Cabet's Icarien nnd Bellamy's Staatsplan. 12. Las- 
salle's Staatsplan. 

Jedes Thema füllte einen, höchstens zwei Abende aus. In 
der ersten Zeit wurde regelmässig mit der Verlesung eines 
halbstündigen Referats und eines viertelstündigen Correferats 
(die drei Tage vorher dem Docenten einzureichen waren) be- 
gonnen, der Eest der Zeit einer Discussion der wichtigsten 
Streitpunkte gewidmet. Später stellte es sich meist als zweck- 
mässiger heraus, die ausfuhrliche Verlesung des Geschriebenen 
zu unterlassen. 

Jeder Theilnehmer verpflichtete sich bei der Aufnahme 
zur Uebemahme eines Referats und eines Correferats, soweit 
die Zeit reichen würde, sowie zu einer summarischen Vor- 
bereitung auf alle Themata. Für letztem Zweck wurden 
jedesmal ein oder einige Aufsätze oder Schriften zur Vor- 
bereitung auf den nächsten Seminarabend vom Docenten be- 
zeichnet und far jeden Theilnehmer einige Stunden festgesetzt, 
in denen er darauf rechnen konnte, die betreffende Schrift in 
der Seminarbibliothek unbenutzt zu finden. Diese letztere Ver- 
pflichtung ist sehr unregelmässig erfüllt worden, was nur zum 
Theil durch das Fehlen aus der Bibliothek entwendeter Bücher 
entschuldigt wird. Jedoch war die Betheiligung an den Dis- 
cussionen bei einer Anzahl der Theilnehmer sehr rege, dagegen 
etwa bei der Hälfte fast gleich null, soweit es sich nicht um das 
eigene Referat handelte. Von den Referaten und Correferaten 
waren die meisten sorgfaltig, einige auch mit zufrieden- 
stellendem Erfolge verfasst Die Vertheilung der Themata 
mit kurzem Hinweis auf die springenden Punkte und ein- 
gehender Litteraturangabe wurde zu Anfang des Semesters 
vorgenommen. 

Nur einem, vorgeschrittneren Theilnehmer wurde auf seinen 
Wunsch von vorn herein eine grössere Aufgabe gestellt: Die 
Darstellung der schweizerischen Arbeiterschutzgesetzgebung 
im Verkehrsgewerbe. Die sorgfältige und geschickte Aus- 
arbeitung war zum Vortrag im Seminar nicht geeignet. Sie 



— 65 — 

wird in einer Fachzeitschrift gedruckt werden. Ein anderer 
Theilnehmer, Stndirender des Maschinenbaus, übernahm im 
Laufe des Semesters eine grössere Arbeit, mit der er noch 
beschäftigt ist Es handelt sich um eine der vom Verein für 
Socialpolitik zu publicirenden Monographien über die Grenzen 
von Handwerk und Grossbetrieb in einzelnen Gewerbszweigen, 
und zwar um die Lage des Schmiede- und Schlossergewerbes 
in Berlin. 

Im Sommer-Semester 1893 waren üebungen vom Unter- 
zeichneten nicht gehalten worden. 

Dr. Oldenberg. 

Vin. Bericht über die Bibliothek. 

Die Bibliothek des staatswissenschaftlich - statistischen 
Seminars hat sich im Etatsjahr 1893/94 um 297 Accessions- 
nummern vermehrt. 

Die Geschäfte der Bibliothek hat der Privatdozent 
Dr. Hoeniger, unterstützt durch einen aus der Zahl der 
Seminar-Mitglieder gewählten Assistenten, geführt. 

Dr. August Meitzen. 



10. Germanisches Seminar. 

In der altdeutschen Abtheilung ward im Sommersemester 1893 
das Gedicht von König Bother behandelt und im einzelnen von 
V. 1 — 497 gelesen. Es waren eingeschrieben 7 ordentliche, 
15 ausserordentliche Mitglieder, ausserdem hörten einige 
Hospitanten zu. Vier schriftliche Arbeiten wurden eingereicht 
und mit den Verfassern besprochen. 

Im Wintersemester 1893/94 waren eingeschrieben 10 ordentr 
liehe und 23 ausserordentliche Mitglieder. Auch hörten mehrere 
Hospitanten zu. Nach einer längeren Einleitung in Wolframs 
Gedichte überhaupt, ist der Eingang zum Parzival ausführlich 
behandelt worden. Die Interpretation im ganzen gelangte bis 
Parz. 12, 2. 

Vier Arbeiten wurden eingereicht und mit den Verfassern 
besprochen. 

K Weinhold. 



— 66 — 

In der modernen Abtheilung wurden im Sommer theils in 
Einzelinterpretationen, tbeils in zusammenfassenden Eeferaten 
Volkslieder des„Venusgärtleins" und der XJhland'schen Sammlung 
durchgenommen. Die Auswahl war so getroffen, dass möglichst 
viele Probleme zur Sprache kamen. Mehrere Mitglieder haben 
dann in ihrer Heimath Texte aufgezeichnet. Im Winter wurde 
der Helena-Akt des „Faust" betrachtet, manche Versreihe er- 
läutert, die Entstehung, Helena in der Antike, Goethe's Quellen- 
studium, das Verhältniss zu Byron, Goethe's eigene Aeusserungen, 
Carlyles Kritik, die Auffuhrbarkeit, die Trimetertechnik, die 
Behandlung des Chors, der Stil, der Wortschatz besprochen, 
immer mit Rücksicht auf die Paralipomena und Varianten. Die 
Theilnahme war in beiden Semestern sehr lebhaft. Auch 
Italiener und Engländer haben ihnen besonders nahe liegende 
Themata bearbeitet. 

Erich Schmidt. 



11. Das romanisch-englische Seminar. 

I. Bomanische Abtheilung. 

Im Sommersemester 1893 traten zu sechs vom vorangegan- 
genen Semester her verbliebenen Mitgliedern fünf neue hinzu. 
Mit ihnen stellte Professor Tobler an provenzalischen, un- 
bearbeitet vorliegenden Texten kritische üebungen an, die in 
erster Linie bestimmt waren, mit der Methode bekannt zu 
machen, die zur Gewinnung bestbeglaubigten Wortlautes aus 
schwankender üeberlieferung führt, nebenher auch Gelegenheit 
gaben, die Vertrautheit mit der alten Sprache und Verskunst 
zu befestigen und sich in allseitiger Auslegung der Gedichte zu 
üben. Eine kleine Zahl dem Seminar nicht angehöriger Stu- 
dierender war als Zuhörer zugelassen. Während dieses Se- 
mesters wurden die neufranzösischen Seminarübungen von dem 
Privatdozenten Dr. Cloetta, in Vertretung des beurlaubten 
Professors Waetzoldt, geleitet. Es betheiligten sich daran 
sämmtliche Mitglieder, mit Ausnahme des Herrn Bovet, der 
davon dispensiert war. In je einer wöchentlichenStunde wurden 
Vorträge über ausgewählte Abschnitte aus Jules Huret's En- 
quete sur l'evolution littöraire (Paris 1891) gehalten und 
besonders interessante Stellen gelesen und übersetzt. In der 



— 67 — 

andern wöchenüichen Stande äbersetzten die Mitglieder HaniF's 
Bettlerin vom Pont des Arts ins Französische. Ausserdem 
lieferte jeder Theilnehmer einen Aufsatz in französischer 
Sprache über Erscheinungen in der neuesten französischen 
Litterator. Vier Mitglieder des Seminars betheiligten sich an 
den italienischen üebungen des Lektors Rossi, der sie zwei 
Akte von Lessing's Emilia Galotti ins Italienische und Man- 
zoni's Conte di Carmagnola ins Deutsche übertragen liess und 
üebnngen im freien mündlichen Gebrauche des Italienischen 
mit ihnen anstellte. 

Von den elf Mitgliedern des Sommersemesters verblieben 
für das Wintersemester sieben, denen sich fünf neue anschlössen. 
Die üebnngen des Professors Tobler bezogen sich auf die 
Poesies nonvelles von Alfred de Musset, deren grösserer Theil 
erläutert wurde. Die Seminaristen hielten daran sich an- 
schliessende Vorträge, lernten Stücke daraus auswendig und 
wurden angehalten, sich über den Inhalt jeder Dichtung sowie 
über alle Einzelheiten des Ausdrucks genau Eechenschaft zu 
geben. Lehrer und Schüler bedienten sich dabei der fran- 
zösischen Sprache. Die Zuhörer wurden zu thätiger Theil- 
nahme an der Arbeit der Seminaristen angehalten. Nach der 
Bückkehr des Professors Waetzoldt wurden unter seinerLeitung 
die Eflfrontes von Emile Augier gelesen und interpretiert; in 
Einzelvorträgen wurde das Drama Augier's und die Entwick- 
lung der französischen Komödie im XIX. Jahrhundert behandelt. 
An den üebungen nahmen zehn Mitglieder des Seminars und 
sechs Hospitanten Theil. Lektor ßossi setzte die italienischen 
Üebungen mit drei Mitgliedern des Seminars fort, die er 
das erste und einen Theil des zweiten Buches von Lessing's 
Fabeln in. die fremde Sprache übertragen liess und mit denen 
er ausser der biographischen Notiz von E. Camerini über ügo 
Foscolo einige lyrische Dichtungen des Letzteren las. 

n. Englische Abtheilung. 

Zu 5 Mitgliedern, die aus dem Wintersemester 1892/93 
blieben, trat im Sommersemester 1893 nur eines hinzu. Von 
diesen 6 schieden 4 im August aus. Am Anfang des Winter- 
semesters 1893/94 wurde ein Studierender neu und ein zweiter, 
der inzwischen sein Freiwilligenjahr abgemacht hatte, zum 



— 68 — 

zweiten Male aufgenommen, so dass die Zahl der Mitglieder 
sich auf 4 belief. Während beider Semester erhielten mehrere 
Studierende die Erlaubniss, an den Uebungen als Hörer theil- 
zunehmen. Im Winter war ein Seminarist als geborener 
Amerikaner von den Uebungen des Herrn Harsley dispensiert. 

Die von Prof. Zupitza geleiteten Uebungen schlössen sich 
im Sommersemester an die altenglischen Bruchstücke „Waldere^^ 
und „Finnesburh" an. Es wurde immer zunächst die üeber- 
lieferung festgestellt, dann die von den einzelnen Gelehrten 
vorgebrachten Aenderungen und Erklärungen geprüft, femer 
auf die Geschichte der vorkommenden Wörter und Fügungen 
eingegangen und schliesslich eine Uebersetzung gegeben. Im 
Wintersemester wurden etwa zwei Drittel des sog. Poema morale 
aus dem 12. Jahrhundert in der Art durchgearbeitet, dass 
zuerst aus den 6 erhaltenen Handschriften nach Möglichkeit 
der ursprüngliche Text hergestellt und dieser sowohl, wie die 
abweichenden Lesarten erläutert wurden. 

Lektor Harsley liess in beiden Semestern Novellen aus 
dem Deutschen ins Englische übersetzen und corrigierte die 
von den Mitgliedern geschriebenen englischen Aufsätze. Es 
wurde stets englisch gesprochen, ausserdem wurden aber noch 
von Zeit zu Zeit besondere Sprechübungen angestellt. 

Zupitza, 

z. Z. geBcliäftsfÜhrender Direktor. 



12. Das mathematlsdie Seminar. 

Während des Sommersemesters 1893 haben 15 Mitglieder, 
während des Wintersemesters 1893/94 haben 20 Mitglieder an 
den Uebungen des Seminars theilgenommen. 

Die Versammlungen, welche bisher wöchentlich einmal. 
Mittwochs von 5 bis 7 Uhr beziehungsweise bis 8 Uhr statt- 
fanden, wurden im Auditorium No. 28 abgehalten and von 
den Professoren Fuchs, Schwarz und Frobenius abwechselnd 
geleitet. 

Die Mitglieder des Seminars hielten wissenschaftliche Vor- 
träge über frei gewählte oder von den Direktoren vorge- 
schlagene Themata, an welche sich Diskussionen anschlössen. 



— 69 — 

Ausserdem lösten die Theilnehmer bestimmte ihnen gestellte 
Aufgaben* 

Die aaf die Bibliothek nnd ihre Räumlichkeit bezüglichen 
Verhältnisse haben sich, von den laufenden Neuanschaffungen 
von Bachern abgesehen, seit der Abfassung der letzten Chronik 
nicht geändert, 

Darch hohe Verfügung des Herrn Ministers vom 24. Oktober 
und Yom 5.. Dezember 1893 sind der Seminarbibliothek die 
Hefte 1, 2 und 3 von Band 12 (II. Reihe) des Archivs für 
Mathematik nnd Physik zugewiesen und die Lieferung der 
Fortsetzung geneigtest in Aussicht gestellt worden. 

Die Direktion des mathematischen Seminars. 
Fuchs. H. A. Schwarz. Frobenius. 



13. Das Seminar f&r Aasblldang der Studierenden im wissen- 
schaftliehen Rechnen. 

An den üebungen des Seminars betheiligten sich im 
Sommersemester 1893 drei Studierende. Im Wintersemester 
1893/94 fanden keine Üebungen statt, weil sich keine Stu- 
dierenden, sondern nur ausserordentliche Mitglieder gemeldet 
hatten, deren Üebungen gesondert geleitet wurden. 

Während des Sommersemesters behandelte Professor Tietjen 
die Berechnung der speziellen Störungen. Es wurden zunächst 
Formeln für diese Berechnung und Differenzialformeln fär die 
genauere Ermittelung der Elemente eines Planeten oder Kometen 
abgeleitet und dieselben auf den Planeten (313) Chaldaea an- 
gewandt. 

Die selbständigen Vorträge der Mitglieder bezogen sich 
hauptsächlich auf mehrere von Euler zuerst angegebene Ent- 
wicklungen. 

Professor Förster behandelte die Berechnung von Durch- 
gangsbeobachtungen, insbesondere vom Gesichtspunkte der 
grösstmöglichen Schärfe und Durchsichtigkeit hinsichtlich der 
Ermittelung und Berücksichtigung aller Fehlereinflüsse. Bei- 
spiele wurden aus Beobachtungen im Ost-West-Vertikale ent- 
nommen. 

W. Foerster. F» Tietjen. 

5 



— 70 — 

14« Das Seminar fflr orientalische Spraehen. 

Das Seminar zählte 

a) im Sommersemester 1893 76 Mitglieder. Der Privatr 
karsas über Bassisch war ausser Ton Seminar- 
mitgliedern auch von 3 Personen, die nicht znm 
Seminar gehörten , mit besonderer Erlanbniss des 
Direktors besucht. 

b) im Wintersemester 1893/94 97 Mitglieder. Der Privat- 
kursus über Rassisch war ausser von Seminar- 
mitgliedern auch von 8 Personen, die nicht zum 
Seminar gehörten, mit besonderer Erlanbniss des 
Direktors besucht 

Der Lehrkörper bestand 

a) im Sommersemester 1893 aus 11 Lehrern und 8 Lek- 
toren. 

b) im Wintersemester 1893/94 aus 11 Lehrern und 
8 Lektoren. Der Lehrer des Suaheli, Herr Dr. 
C. G. Büttner starb am 14. Dezember 1893; die 
Weiterführung des Unterrichts übernahm von Neu- 
jahr 1894 ab Herr Bechtskandidat H. Zache ver- 
tretungsweise. 

Der Unterricht erstreckte sich 

a) im Sommersemester 1893 auf 8 Sprachen: Chinesisch, 
Japanisch, Hindustani, Arabisch (Syrisch, Aegyptisch, 
Marokanisch, Zanzibarisch), Persisch, Türkisch, Neu- 
griechisch, Suaheli und 4 Bealienföcher, ausserdem 
in einem Privatkursus, für welchen ein Hörsaal des 
Seminars zur Verfügung gestellt war, auch aaf 
Russisch. 

b) im Wintersemester 1893/94 auf 7 Sprachen: Chinesisch, 
Japanisch, Persisch, Arabisch (Syrisch, Aegyptisch, 
Marokanisch, Zanzibarisch), Türkisch, Neugrieschisch, 
Suaheli und 4 Bealienfächer, ausserdem in einem 
Privatkursus, für welchen ein Hörsaal des Seminars 
zur Verfügung gestellt war, auch auf Kussisch. 

Der Unterricht wurde ertheilt 

a) im Sommersemester 1893 Voimittags zwischen 7 bis 
1 Uhr, Abends zwischen 4 bis 7 Uhr. 



— 71 — 

b) im Wintersemester 1893/94 Vormittags zwischen 8 bis 

2 Uhr, Abends zwischen 3 bis 8 Uhr. 

Während des Umbaues in den Herbstferien konnten vom 

16. September bis 15. Oktober die Ferienkurse nicht in allen 

Klassen, sondern nur in der Tfirkischen und Japanesischen 

gehalten werden, während sie in den Osterferien vom 16. März 

bis 15. April in dem regelmässigen Umfange abgehalten 

worden sind. 

Die Bibliothek des Seminars war während des Semesters 

geöffnet an den Wochentagen 

Vormittags von 9 bis 12 Uhr 

Nachmittags von 4 bis 6 Uhr 

mit Ausnahme Sonnabends. 

Sachau, 

kommiasarischer Direktor. 



15. Der arehaologisehe Apparat. 

Der archäologische Lehrapparat der kgl. Universität ist 
in herkömmlicher Weise verwaltet worden. Mit Hilfe von zwei 
Assistenten war es möglieb, die Benutzung desselben jeden 
Wochentag den Studirenden zu gestatten. Die Zahl Derer, die 
sich zur Benutzung meldeten, betrug im Sommer-Semester 17, 
im Winter-Semester 20. Den Herren Docenten der Universität 
wurde die Benutzung nach Belieben ermöglicht. Auf die Ver- 
mehrung des Yorraths an Büchern, Abbildungen, Karten und 
kleinen Abgüssen ist die jährliche Summe von 1500 M. ver- 
wendet worden. Die christlichen Inschriften von Kraus und 
Brunn's Denkmäler der griechischen Kunst sind als Geschenke 
vom königl. Ministerium überwiesen worden, ebenso das in 
Ausgabe begriffene grosse Werk über Olympia. Von Seiten 
der königl. Akademie der Wissenschaften empfängt der Lehr- 
apparat die monatlichen Sitzungsberichte. 

Curtius. 



16. Das geographische Institut. 

Die Benutzung des Instituts ist nach gleichen Grundsätzen 
und Methoden wie in früheren Jahren geschehen; es kann be- 
züglich ihrer Darstellung auf die letzten Berichte verwiesen 

5* 



— 72 — 

werden. Die Betheiligung an dem geographischen Colloqniam 
ist rege geblieben und hat an Zahl der Mitglieder nicht abge- 
nommen. Unter diesen befanden sich mehrere Ausländer. Die 
Zahl Derjenigen, welche in Colonien pder anderweitig auf 
Forschungsreisen abwesend sind, ist geringer als in der voran- 
gegangenen Zeit, 

Die Sammlungen des Instituts haben manchen werthvollen 
Zuwachs erhalten. Die Bibliothek wurde um ungefähr 100 Bände 
vermehrt; der Eartensammlung wurden einige Atlanten, Bepro- 
ductionen mittelalterlicher Karten und Wandkarten hinzugefugt 
Die Beschaffung neuer Einrichtungsgegenstände verkürzte den 
Betrag, welcher auf andere Hilfsmittel des Studiums und Unter- 
richts verwendet werden konnte. Ausser den Zuwendungen, 
welche das Institut dem Wohlwollen des königlichen Cultus- 
ministeriums und der königlichen geologischen Landesanstalt ver- 
dankt, erhielt es vielfache Geschenke, darunter einige von 
bedeutenderem Werth. Der Director der Deutschen Seewarte 
überwies ihm ein Exemplar des Atlas des Indischen Oceans, 
Herr Dr. John Murray in Edinburg den die Tiefsee- Ablagerungen 
betreffenden Band des Werkes über die Challenger-Expedition, 
die jetzigen und früheren Mitglieder des geographischen 
Colloquiums schenkten einen mit vierzehn x4.bhandlungen von 
ihrer Hand ausgestatteten, dem Director des Instituts gewid- 
meten Quartband, die Herren Dr. Fritz und Dr. Paul Sarrasin 
ihr grosses Prachtwerk über die Weddas auf Ceylon. Hierzu 
kommen eine Reihe von kleineren Schenkungen. 

V. Richthofen. 



17. Der geographische Apparat. 

Der stattgefundene Zuwachs ist mit wenigen Worten dar- 
zulegen, in Folge des auch von den meisten meiner Herren 
CoUegen empfundenen Abnehmens der Theilnahme an den 
historisch- philologischen Wissenschaften bei der studirenden 
Jugend; der durch Rücksicht auf meinen Gesundheitszustand 
gebotene Ausfall der Vorlesungen während des Sommers be- 
schränkte auch diesmal meine Docententhätigkeit auf das 
Wintersemester, in welchem wenigstens ein Publicum über 
Geographie von Frankreich, unterstützt durch die für diesen 



— 73 — 

Zweck angeschafifte g6ographie illustr^e de la France von Malte 
Brnn in der neuen Bearbeitung von 1888, von einer bescbeideuen 
Zahl von Zuhörern regelmässig besucht wurde, während das 
von mir angekündigte PrivatcoUeg über Geographie von Griechen- 
land wegen Mangels an Zuhörern (ein einziger hatte sich nach 
wiederholtem Aufschub des Anfangstermins dazu gemeldet) 
nicht abgehalten werden konnte. Eine speciell für dieses CoUeg 
hergestellte Bereicherung des Apparates, die Vervollständigung 
der im Jahre 1888 begonnenen hypsographisch colorirten Special- 
karte von Attika durch die seitdem neu aufgenommenen und 
gestochenen Blätter, konnte daher bis jetzt keine Verwendung 
finden und bleibt als unveränderlich gültige Grundlage des 
Specialstudiums dieses klassischen Terrains für Zeiten wieder- 
erwachsender Theilnahme zurückgestellt. 

Weitere Anschaffungen beschränkten sich auf Fortsetzungen 
(Schlnssband von El. Beclus g^ographie universelle u. a.) und 
Gelegenheitserwerb einer Anzahl von Photographien aus den 
Abruzzeni und aus Eleinasien; auch einige mir seitens der Ver- 
fasser zugegangene Geschenke (wie Meyer und Luksch grosse 
Wandkarte zur Geschichte der Entdeckungen, welche hoffentlich 
im nächsten Wintersemester sich nützlich erweisen wird) 
konnten von mir zweckmässiger Weise dem Apparat über- 
wiesen werden. 

Kiepert. 

18. Der Apparat fBr Torlesangen über neuere 

Kanstgeschichte. 

Die verfügbaren, durch einen ausserordentlichen Zuschuss 
nicht unwesentlich erhöhten Mittel des Apparates sind vor- 
wiegend zur Beschaffung von Glasplatten für das Skioptikon 
verwendet worden. Die erworbenen Negative, deren Zahl in 
dem verflossenen Zeitraum von 1700 auf 2370 Stück ge- 
stiegen ist, betreffen das gesammte Gebiet der christlichen 
Kunst, vorzüglich jedoch die des vorigen und des jetzigen 
Jahrhunderts. Ist demnach diese Sammlung schon jetzt eine 
recht stattliche zu nennen, so bestehen darin doch noch er- 
hebliche Lücken, besonders auf dem Gebiete der Architektur, 
der älteren deutschen und der niederländischen Kunst. Diese 



— 74 — 

auszufällen sowie die Qualität der zur Reproduktion gewählten 
Vorlagen zu verbessern, damit den Studirenden das An- 
schauungsmittel nur in reinstem Zustande geboten werden 
kann, wird die nächste Angabe der Apparatsverwaltnng sein. 

Von Anfang an machte sich das Bedfirfniss nach einer 
sachgemässen Aufstellung der zahlreichen Glasbilder geltend. 
Dieselbe wurde bis zum Ablaufe des verflossenen Etatsjahres 
beendigt. Die Negative befinden sich in eigens dazu an- 
gefertigten Schränken, in historischer Folge nach Schulen und 
Meistern geordnet, so dass das fär die Demonstrationen noth- 
wendige Material in möglichster Vollständigkeit beisammen 
liegt, auch Verwandtes aus anderen Eunstgebieten, besonders 
bei ikonographischen Darlegungen, sofort herangezogen werden 
kann. Auch die Katalogisirung der Glasplatten wurde durch 
Anlegung eines Zettelkataloges in Angrifif genommen. Es 
steht zu hoffen, dass dieselbe in nächster Zeit abgeschlossen 
sein wird. 

Die Projektionswand in dem kunsthistorischen Auditorium 
zeigte immer mehr sich vergrössernde Bisse und dunkle Stellen, 
die bei den Demonstrationen störend wirkten. Zur Beseitigung 
dieses Uebelstandes ist, der ursprünglichen Absicht gemäss, 
in der Ausdehnung der Fensterwand eine starke geweisste 
Leinewand in eisernem Rahmen gespannt worden, auf welcher 
die Lichtbilder nunmehr in aller Schärfe und Deutlichkeit 
zum Vorschein kommen. 

Zum Schmucke des Hörsaales ist die Sixtinische Madonna 
Raffaers nach der neuesten vorzüglichen Reproduktion Hanf- 
stängFs, ein Geschenk des Herrn Geheimerath Grimm, auf- 
gestellt worden. 

Die übrigen Sammlungen des Apparates, die Bibliothek 
wie die Abbildungen, konnten aus Mangel an Mitteln durch 
Ankäufe nicht vermehrt werden. Eine Reihe wichtiger neuer 
Erscheinungen aus der kunsthistorischen Literatur musste 
unberücksichtigt bleiben, ja sogar eine Anzahl bestehen- 
der Abonnements auf Zeitschriften unterbrochen werden. Da- 
gegen gingen zahlreiche Geschenke ein: vom Königlichen 
Kultusministerium, von der Königlichen Hausbibliothek, von 
Herrn Geheimerath Grimm sowie von dem Unterzeichneten. 
Unter diesen Gaben verdient die überaus reiche Zuwendung 



— To- 
des Herrn Oeheimerath Grimm aus der Hinterlassenschaft seines 
verstorbenen Bruders Rudolph an den Apparat, bestehend aus 
einer Menge der vorzüglichsten Abbildungen aller Art, be- 
sonders von Photographien und Bflchern, Erwähnung. Die- 
selben sind mit eigenem Stempel gezeichnet und katalogisii't 
worden. 

Um das Lehrmaterial des Apparates möglichst allseitig 
zugänglich zu machen, sind die Apparatstunden vermehrt 
(statt 4 Stunden wöchentlich um das Doppelte), auch bequemer 
gelegt worden. Infolge davon hat sich der Besuch erfreulicher 
Weise gehoben. Der mit der Aufsicht betraute Studirende 
hat aas den vorhandenen Mitteln für seine Mühewaltung eine 
bescheidene Remuneration erhalten. 

Die Einrichtung seminaristischer Uebungen, welche in 
dem letzten Berichte erwähnt worden ist^ hat sich im verflossenen 
Zeiträume bewährt Die Zahl der Theilnehmer betrug in beiden 
Semestern je 8, darunter ein Ausländer, der bereits seine 
Studien abgeschlossen hatte. Interpretirt wurden Leben und 
Werke Michelagniolo's nach Condivi und Vasari sowie nach 
den vorhandenen Abbildungen. Daneben gelangten Themata 
aus den verschiedensten Qebieten der Kunst zur Besprechung. 

Carl Frey. 



19. Die klinischen Anstalten. 

A. Klinische Anstalten, welche für sich besteben. 

a. diirurgisohe Klinik und Poliicllnlic. 

Bei der seit dem 1. October 1882 durch den Unterzeichneten 
geleiteten Klinik kamen im verflossenen Jahre folgende Personal- 
verändemngen vor: Der bisherige erste Assistenzarzt Priv.-Doc. 
Dr. Schlange wurde zum Oberarzt ernannt. Die übrigen sechs 
Assistenten blieben in ihren Stellungen. Von denselben hatten 
4 die Aufsicht auf den 4 Stationen, während die übrigen zwei 
fast ausschliesslich in der von Herrn Dr. Schlange in Ver- 
tretung des Directors geleiteten Poliklinik beschäftigt waren. 
Der Oberarzt und 5 Assistenten werden von der Klinik an- 
gestellt, als sechster Assistent fimgirt der zur Klinik komman- 
dirte Stabsarzt Dr. Geissler. Von den Assistenten habilitirten 



— 76 — 

aich die Herren Dr. Nasse und Dr. Schimmelbusch als Privat- 
docenten für Chirurgie. 

Im verflossenen Jahre wurde die Poliklinik nach dem 
Neubau (Ziegelstrasse 10-11) verlegt. Ferner wurde nach 
diesem Neubau verlegt die bisherige Diphtherie-Station, und 
ausserdem daselbst eine Abtheilung für septische Erkrankungen 
neu eingerichtet^ während die frühere Diphtherie -Station zn 
einem zweiten Operationssaale und zu Bäumen für Desinfection 
und Sterilisation umgebaut ist 

Aus dem Vorjahre sind in der Klinik 147 Patienten übernom- 
men worden. Im Laufe des Jahres wurden 1767 Patienten neu 
aufgenommen und im Ganzen 55721 Verpflegungstage absorbirt 

Von diesen Patienten starben im Laufe des Jahres 226, 
entlassen wurden 1525, demnach bUeb für das nächste Jahr 
ein Bestand von 163 Patienten. 

Auf 8 Stationen wird die Pflege der Kranken darch 
Schwestern des Victoriahauses und auf 3 Stationen dorch 
Wärter bezw. Wärterinnen ausgeübt. 

In der Poliklinik wurden im Laufe des Jahres 20 149 Kranke 
behandelt. 

Berlin, den 1. Mai 1894. 

Der Director der chirurgischen Klinik und Poliklinik. 

V. Bergmann. 

b. Medizinische Poliklinik. 
In dem verflossenen Etatsjahr ist in dem Personal der 
Universitäts-Klinik keine Veränderung eingetreten. Auch die 
Bäumlichkeiten derselben sind unverändert geblieben. 
Die Zahl der neu aufgenommenen Patienten betrug: 

Männer 5021 
Weiber 4521 
Ki nder 3456 

zusammen 12 998 
Die Zahl der Zuhörer in der Poliklinik vertheilte sich auf: 

Sommer 1893 Winter 1893/94 
Praktikanten 92 80 
Hospitanten 7 6 
Aerzte 4 . 7 

zusammen 103 93 



— 77 — 

Die übrigen Vorlesangen und Kurse sind in derselben 
Weise, wie früher, gehalten worden. 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

Prof. H. Senator: 1. Ueberhereditäre Ataxie (Friedreich'sche 

Krankheit). Berl. klin.Wochenschr. 1893 
No. 21. 

2. üeber die Entstehungsweise der ge- 
wundenen Harnkanälchen und Spiral- 
faden im Auswurf. Deutsches Archiv f. 
klin. Medicin Bd. 51. 

3. üeber Icterus bei Syphilis. Verhandl. 
des Gongresses f. innere Med. 1893 und 
Charit6-Annalen 1893. 

4. üeber akute Polymositis und Neuro- 
myositis. Deutsche niod.Wochenschr.1893 
No. 39. 

5. Wie wirkt das Firnissen der Haut bei 
Menschen? Ztschr. f. klin. Med. Bd. 1893. 

6. üeber atrophische und hypertrophische 
Lebercirrhose. Berliner klin. Wochen- 
schrift 1893 No. 51. 

7. Vorstellung eines Falles von biliärer 
Lebercirrhose etc. Berliner klinische 
Wochenschrift 1894 No. 8. 

Privatdocent Dr. Bosenheim: Pathologie der Verdauungs- 

krankheiten. Wien 1893. 
Dr. A. Kirstein: 1. üeber streifenförmige Divulsionen der 

Haut. Berl. klin. Wochenschr. 1893 No.41. 

2. üeber die Verhütung der Blennorrh. 
neonatorum. Allg. med. Centralztg. 1893. 

3. üeber Cysticerken der Haut. Sitzungs- 
bericht d. Charit6-Gesellschaft 1893. 

Dr. H. Rosin: 1. üeber Epilepsie im Gefolge von Herzkrank- 
heiten. Wiener med. Presse 1893 No. 43. 

2. üeber den Einfluss von Chinin und Methylen- 
blau auf lebende Malariaparasiten. Deutsche 
med. Wochenschr. 1893 No. 44. 

3. üeber eine neue Färbungsmethode des ge- 



— 78 — 

sammten Nervensystems etc. Neurolog. Cen- 
tralblatt 1893 No. 28. 
4. Entgegnung auf Herrn Nissl's Bemerkangen 
etc. Ebenda 1894 No. 6. 

Dissertationen. 

M. Wolff: Ueber einen Fall von sog. amyotrophischer Lateral- 
sklerose. Berlin 1894. 

B. Heyl: Klinische Beobachtungen über das coffeinsulfosaure 
Natrium als Diureticum. Berlin 1894. 

K. Sobol: Ueber die Beziehungen zwischen Diabetes mellitus 

und insipidus. Berlin 1894. 

D. S arzin : üeberNucleoalbuminausscheidungimHam.BerliDl894. 

Der Director. 
Prof. H. Senator. 

0. Unlversttits-Klinlk für Aigenkranke n Berlia. 

Poliklinik 15 650 Patienten. 
Aufgenommen 

a) Männerabtheilung .... 417 

b) Frauen- und Einderabtheilung 547 

Arbeiten: 

1) Geh. Rath Schweigger: 

Operative Beseitigung hochgradiger Myopie. Deutsche 
Mediz. Wochenschrift 1893 No. 20. 

2) Dr. Silex: 

a) Kompendium der Augenheilkunde. 2. Auflage. Berlin. 

b) Bericht über die augenärztliche Untersuchung der Zöglinge 
des Waisenhauses zu Bummelsburg. Berl. Kommunal- 
blatt 1893. 

c) Atropin in der Augenheilkunde. Therapeut. Monatshefte 
Januar 1894. 

d) Ueber Sehprüfungen bei Eisenbahnbeamten. Berl. ärzt- 
liches Korrespondenzblatt Oktober 1893. 

3) Dr. Eoth: 

Ueber eine neue stenopäische Brille. (Vorl. Mittheilung.) 
Arch. f. Augenheilkunde Bd. XXVII. p. 110. 



— 79 — 

Dissertationen: 

Barella W., Ueber einseitigen Exophthalmus bei Morbus 

Basedowii. 16. März 1894. 
Meesmann, üeber das reaktionslose Einheilen von Fremd- 

körpern im Augenhintergrunde. 13. Oktober 1893. 
Rennecke H., Glaukom im aphakischenAnge. ll.Dezemberl893. 
Franke P., Geschichte der Elektrotherapie in der Augen- 
heilkunde & März 1894. 
Gellznhn, üeber einen Fall hochgradigster Hyperopie. 15. Sep- 
tember 1893. 

Prof. Dr. Schweigger, 
Geh. Med.-Bath. 

d. Kllnisolies institit fir Fraaenkraiilüieitefl und GebirtshOlfl». 

In diesem Jahre wurde der neu erbaute klinische Hörsaal 
in Benutzung genommen. Er bietet Sitzplätze lür 180 Zuhörer 
and bequeme Stehplätze für noch etwa 50 bis 60 weitere Zu- 
hörer. Thatsächlich haben der klinischen Vorlesung im letzten 
Wintersemester in der Regel 230—280 Zuhörer beigewohnt. 

Neben dem Räume, in welchem die Kranken zur Vorstellung 
kommen, existiren zwei Nebenräume, von denen der eine als 
Demonstrationsraum dient, der andere als Warteraum fBr die 
Kranken. Der Hörsaal hat sich in dem abgelaufenen Jahre 
gut bewährt. 

Sekundärarzt der Klinik blieb auch in dem abgelaufenen 
Jahre Dr. Winter, welcher unter dem 1. Januar zum Professor 
extraordinarius ernannt wurde und später den Titel des Sekundär- 
arztes mit dem des Oberarztes vertauschen mnsste. Anatomischer 
Assistent wurde am 16. April 1893 wieder Dr. Gebhard, welcher 
schon vorher diese Stellung zwei Jahre bekleidet hatte. 

Klinische Assistenten waren Dr. Koblanck, Dr. Heuck, 
Dr. Kallmorgen, Dr. Matthaei, Dr. Gessner. 

In der Klinik kamen 1036 Geburten vor. In der geburts- 
hfilflichen Poliklinik kamen 2607 Fälle zur Behandlung, darunter 
etwa der dritte Theil Aborte. 

An gynaekologischen Kranken fanden in der Klinik Auf- 
nahme 1021. 

Ambulatorisch wurden behandelt 4217 neue Kranke, zu 



— 80 — 

denen etwa noch die doppelte Zahl alter Kranker aus früheren 
Jahren kommt, welche von Neuem in Behandlung traten. 

Gynaekologische Operationen fanden 445 statt, ungerechnet 
zahlreiche Ausschabungen des uterus bei endometrischen Pro- 
zessen. 

Unter den Operationen waren 232 Laparotomieen und 
54 vaginale Exstirpationen. 

Die Zahl der ausgeführten Sektionen betrug 132, darunter 
31 an Neugeborenen, welche zum grössten Theil ans der Poli- 
klinik stammten. 

Es hielten Vorlesungen im Gebäude der Klinik der unter- 
zeichnete Direktor, der Oberarzt der Klinik Professor extra- 
ordinarius Winter und der Privatdozent Professor Veit 

Ausserdem wurden in jedem Semester Operations- und 
üntersuchungskurse für Studirende, in den Oster- und Herbst- 
ferien für Aerzte gegeben. 

Die Zahl der die Klinik besuchenden Studirenden betrag, 
einschliesslich 26 — 28 Studirender der militärärztlichen Bildungs- 
anstalten, im Sommersemester 1893: 180; im Wintersemester 
1893/94: 219. Ausserdem nahmen an der klinischen Vorlesung 
Theil oder waren bei den Operationen als Zuschauer mehr oder 
minder lange Zeit zugegen 143 Aerzte. 

Nachstehende auf das Material der Klinik sich stützende 

Arbeiten wurden im Laufe des Jahres publizirt: 

Olshausen: (in Verbindung mit Dr. J. Veit) Schröder's 
Lehrbuch der Geburtshülfe. 12. Auflage. 

Derselbe: üeber den Unterricht in der Geburtshülfe und Gynae- 
kologie. Berliner klinische Wochenschrift 1893 Nr. 23. 

Derselbe: Demonstration über Kaiserschnitt. 

Winter: Ueber die Eecidive des Uteruskrebses. Zeitschrift 
für Geburtshülfe und Gynaekologie XXVII p. 101. 

Gebhard: Klinische Betrachtungen und bakteriologische Unter- 
suchungen über Tympania uteri. Zeitschrift für Ge- 
burtshülfe und Gynaekologie XXVI p. 480. 

Heuck: Ein neuer Fall von Lufbembolin bei Placenta praevia. 
Ztschr. f. Gebh. u. Gyn. Bd. 28., S. 140. 

femer folgende Dissertationen: 

J. Bürkle: Ueber das Verhalten der Operirten nach der 



— 81 — 

vaginalen Totalexstirpation des carcinomatösen nterus. 

21. Vn. 93. 
A. Neithardt: Besnltate der Esstration der Franen bei Myomen. 

8. vni. 93. 
R. Wanner: Ueber congenitale Sacraltumoren. 
Fr. Hacker: Ueber Pyaemia post abortum. 11. Vm. 93. 
G. Pomtow: Carcinoma uteri prolapsi. 11. VILL 93. 
S. Lehr: Znr Aetiologie des üterusprolapses bei Nnlliparen. 

11. Vin. 93. 
L. Kotz: Beobachtungen aber 300 Fälle von Beckenendlagen. 

Diss. Eiliensis. Oktober 1893. 

Rothe: Untersuchungen über die Behaarung der Frauen. 

19. Xn. 93. 

Der Direktor 

der Königlichen Universitäts-Frauenklinik. 

Olshausen. 

e. Klhiik villi Poliklinik fSr Ohrenkrankbeiten. 

Im Jahre 1893/94 wurden in der Klinik 218 Kranke mit 
8518 Behandlungstagen, in der Poliklinik 6921 Kranke behandelt. 

Ueber die im Berichtsjahre zur Ausführung gelangten 
Operationen sowie über den Besuch der Klinik durch Aerzte 
und Studirende wird im klinischen Jahrbuch für 1893/94 be- 
richtet werden. 

Bei dem ärztlichen Personal der Anstalt ist keine Aenderung 
eingetreten. 

Veröffentlichungen im Berichtsjahre: 

1. Prof- Dr. A. Lucae: „Neue kritische Experimentalunter- 
suchungen über den diagnostischen Werth von Tonprüfungen 
mittelst Stimmgabeln.*' Vortrag in der 2. Versammlung 
der deutschen otologischeu Gesellschaft am 20. und 
21. Mai 1893 zu Frankfurt a. M. (Bericht im Archiv für 
OhrenheUkunde Bd. XXXV, S. 138). 

2. Derselbe: „Ueber Massage der Nasenschleimhaut." Vortrag 
gehalten daselbst (Bericht a. a. 0. S. 147). 

3. Dr. A. Jansen: „Aus der Königlichen Universitäts-Ohren- 
klinik in Berlin. Ueber Hirnsinnsthrombose nach Mittel- 
ohreiterungen." Archiv für Ohrenheilkunde Bd. XXXV, 
S. 55—94 und 261—289, Bd. XXXVI, S. 1—54. 



— 82 — 

4. Derselbe: ,^as der Königlichen Universitäts-Olirenklinik 
des Herrn Geh. Rath Prof. Lucae in Berlin. Zur Er- 
öffnung der Nebenhöhlen der Nase bei chronischer 
Eiterung." Archiv für Laryngologie Bd. I, Heft 2. 

5. Derselbe: „Zur Eenntniss der durch Labyrintheiterung 
inducirten, tiefen extraduralen Abscesse in der hinteren 
Schädelgrube". Archiv fär Ohrenheüknnde Bd. XXXV. 

6. Derselbe: „Ueber die Methoden der Warzenfortsatz- 
operationen bei chronischen Mittelohreiterungen." Vortrag 
in der 2. Versammlung der deutschen otologischen 
Gesellschaft (Bericht im Archiv für Ohrenheilkunde 
Bd. XXXV). 

7. Derselbe: „Eröffnung eines extraduralen Abscesses in der 
hinteren Schädelgrube durch die mediale Antrumwand 
hindurch". Vortrag ebendaselbst gehalten (Bericht a. a. 0.). 

Der Director 
Prof. Dr. Lucae, 

Geh. Med.-Rath. 

f. Univ^rsititB-PoliMinik fQr Hals- und Nasenkranke. 
In dem Personal der Poliklinik ist keine Veränderung ein- 
getreten. An den Vorlesungen nahmen seit dem Sommer- 
semester 1893 die Studirenden des Friedrich Wilhelms-Instituts 
Theil. Der Zugang an Kranken betrug 3217. 

Prof. B. Fränkel. 

g. Königllobe Univereitäts-Poliklinik fQr orthopftdlsohe Cblnnrfle. 
Die bisher „provisorische'^ Poliklinik ist nach vieijährigem 
Bestände nunmehr in die Reihe der etatsmässig eingerichteten 
Üniversitäts-Institute eingetreten. 

Das Institut hat aber immer noch keine besoldeten 
Assistenzärzte. 

Als freiwillige Assistenzärzte haben die Herren Dr. Bour- 
wieg, Dr. Joachimsthal, Dr. Bendix und Dr. David ihre 
Thätigkeit beibehalten. 

Die Zahl der in der Zeit vom 1. April 1893 bis 31. März 1894 
neu aufgenommenen Kranken betrug 1467. 
Veröffentlichungen aus dem Berichtsjahre 1893/94: 
1. J. Wolff: Osteoplastische Operationen mittelst Verschiebung 
von Knochenstücken. Verhandlungen der Deutschen Gesell- 



— m — 

Schaft für Chirurgie 1893. 1. TheiL Berliner klinische 
Wochenschrift 1894 No. 6. 

2. 6. Joachimsthal: Vorstellung eines Knaben mit spinaler 
Einderlfthmung der unteren Extremitäten, welcher sich 
mit Hilfe der Hände fortbewegt Verhandlungen der Ber- 
liner medizinischen Gesellschaft. Berliner klin. Wochen- 
schrift 1893, No. 48. Verhandlungen der Berliner anthro- 
pologischen Gesellschaft (14 Dez. 1893). 

3. Derselbe: üeber Enochendeformitäten bei Lues congenita. 
Verhandlungen der Berlin, dermatologischen Gesellsch. (No- 
vember 1893); Deutsche mediz. Wochenschrift 1894 No. 21; 
Annales d'orthop6die 1893 Dec. 

4. B. Bendiz: Stoffwechseluntersuchungen bei Massage. 
Archiv fär klin. Medizin 1894 (im Druck). 

5. J. Wolff: Zur Behandlung des angeborenen Klumpfusses 
und des Genu vulgum bei Erwachsenen (mit Eranken- 
vorstellung). Sitzungsbericht der Freien Vereinigung der 
Chirurgen Berlins vom 8. Januar 1894. 

6. G. Joachimsthal: Ueberden angeborenen totalen Defekt 
des Schienbeins. Derselbe Sitzungsbericht und Hoffa's 
Zeitschrift fdr orthopädische Chirurgie, Bd. HI, S. 140. 

7. F. Eoch: Ueber einen Fall von amniotischer Einschnürung 
des Unterschenkels mit Elumpfuss. Sitzungsbericht der 
Freien Vereinigung der Chir. Berlins vom 8. Januar 1894. 
Deutsche mediz. Wochenschrift 

Der Director 
Prof. Dr. Julius Wolff. 

b. Das zahnärztliche Institut. 

In dem Personal, welches an dem zahnärztlichen Institut 
angestellt ist, sind während des betreffenden Jahres folgende 
Veränderungen eingetreten: 

An Stelle des ausscheidenden Assistenten Jakob Schmidt 
wurde der Zahnarzt Hermann Benrath auf 1 Jahr angestellt. 

Studirende der Zahnheilkunde waren an der hiesigen 
Universität immatrikulirt: 

während des Sommer-Semesters 1893 147 

. Winter- - 1893/94 139 

Der umstand, dass diese Zahlen nicht übereinstimmen mit 



— 84 — 

denjenigen, welche in dem offiziellen Personal-Yerzeichniss der 

hiesigen Königlichen Universität angegeben sind, erklärt sich 

dadurch, dass eine erhebliche Zahl von Studirenden als stnd. 

med. oder stud. phil. immatrikulirt ist, aber doch Zahnheil- 

kande studirt. 

Das zahnärztliche Staatsexamen bestanden: 

während des Sommer-Semesters 1893 28 

- Winter- . - 1893/94 21 

Auf den drei Abtheilnngen, aus welchen das Institut besteht, 

gestaltete sich die Thätigkeit im letztvergangenen Jahre 

folgendermassen (Tabelle 1, 2 und 3). 

An literarischen Leistungen wurden' in dem Berichtsjahr 

von den Lehrern und Assistenten des Instituts folgende Ar- 
beiten geliefert: 

Professor Dr- Busch: Ueber Verschmelzung und Verwachsung 
der Zähne des Milchgebisses und des bleibenden Gebisses. 
Verhandlungen der Deutschen odontologischen Gesell- 
schaft Bd. V Heft 1. 

Derselbe: Ueber niedere Menschenrassen mit Vorfiihrung einiger 
menschlicher RassenschädeL Ebendas. Heft 2. 

Derselbe: üeber einige in anthropologischer Beziehung wichtige 
Punkte am menschlichen Schädel und Gehirn. Ebendas. 
Heft 3. 

Derselbe: Ueber den Ausguss der menschlichen SchädeMhle 
mit erstarrenden Massen and Aber das Verhältniss der 
Schädel-Capacität zum Hirngewicht. Ebendas. Heft 4. 

Professor Dr. Miller: Caries der Thierzähne. Ebendas. Heft 1. 

Derselbe : Ueber verschiedene Methoden der Behandlung von kran- 
ken Zähnen ohne Entfernung der Pulpa. Ebendas. Heft 3. 

Derselbe: Untersuchungen aber die Zahnbeläge mit besonderer 
Berttcksichtigung der grünen und der metallischen Be- 
läge. Ebendas. Heft 4. 

Derselbe und Dr. Jung: Experimentelle Untersuchungen über 
Eupferamalgam und Amalgam-Cement. Ebendas. Heft 4. 

Professor Dr. Warnekros: Das Füllen der Zähne bei intakter 
Pulpa mit besonderer Berücksichtigung der Verwen- 
dung von cohäsiver Goldfolie. Ebendas. Heft 2. 

Der Direktor 
Professor Dr. Busch. 



— 85 — 



TabeUe i. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahr 1893/94 in der Poliklinik für Zahn- und Mund- 
krankheiten ausgeübten Thätigkeit. 







Die Poliklinik 


Von diesen Patienten 


Jfthr 


Monat 


wurde aufgesucht von 


wurde bei folgenden 


tß CbUI • 


iU v U O !/• 


folgender Zabl von 


Zahlen die Betäubung 






Patienten. 


eingeleitet 


1893 


April 


820 


156 


- 


Mai 


839 


144 


- 


Juni 


1126 


219 


- 


Juli 


1175 


231 


- 


August . . . . 


60 


19 


- 


September . . 


536 


114 


- 


Outober. . . . 


1126 


202 


- 


November . . 


965 


1.S3 


- 


Dezember . . 


618 


76 


1894 


Januar . . . . 


943 


139 


- 


Februar . . . 


1026 


188 


- 


März 


705 


127 




Summe 


9939 


1748 



Da somit von sämmtlichen 9939 Patienten, welche die 
Poliklinik zum Zwecke der Entfernung kranker Zähne oder zu 
anderen chirurgischen Eingriffen aufsuchten, 1748 betäubt 
wurden, um bei der Operation keinen Schmerz zu haben, so 
fand die Betäubung in 17.6 Prozent sämmtlicher Fälle statt. 
Etwa V6 der die Betäubung verlangenden Patienten waren 
weiblichen Geschlechts. 



86 — 



Tabelle 2. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahr 1893/94 auf der Abtheilung für konservirende 
Zahnheilkunde aui&geführten Zahnfüllungen. 



Jahr. 


Monat. 


Gold- 


f 

Zinngold- 


Amalgam- 


Cement- 


Provi- 
sorische 
















• 


Fall nngi 


B n. 




1893 


April 


220 


51 


198 


128 


50 


- 


Mai 


250 


47 


183 


129 


51 


- 


Juni 


353 


68 


288 


197 


63 


- 


Juli 


392 


78 


337 


268 


64 


- 


August . . . . 


5 




2 


4 




- 


September . . 


94 


8 


123 


133 


35 


- 


Oktober. . . . 


242 


43 


324 


276 


64 


- 


November . . 


136 


27 


214 


245 


86 


- 


Dezember . . 


151 


42 


101 


123 


37 


1894 


Januar . . . . 


182 


29 


211 


213 


73 


- 


Februar. . . . 


233 


46 


240 


236 


76 


- 


März 


186 


31 


151 


140 


32 




Summe 


2444 


470 


2372 


2092 


631 



Alles zusammen wurden somit 8009 Füllungen ausgeführt, 
um kranke Zähne vor der fortschreitenden Yerderbniss zn 
sschützen. 



- 87 



Tabelle 3. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahre 1893/91 im zahnärztlichen Institut der 
Königlichen Universität Berlin in der Abtheilung für Zahnersatz 

angefertigten Zahnersatzstücke. 



Jahr 


Monat 


• 

s 




sp. Unter- 
it 10 bis 14, 
inen. 


B Stücke 
Zähnen. 


• 

G 

i 

CS 


• 

a 




S 


DBsplatte 
•berkiefer. 


Bemer- 








e 

CS 


2sa 

©0 




s 







"5 


denO 


kungen. 















1 


K 






1893 


April. . . 


6 


23 


18 






1 






- 


Mai . . . 


11 


13 


50 




1 


2 






- 


Jnni . . . 


14 


43 


55 


2 


4 


2 


1 




- 


Juli . . . 


21 


27 


64 




6 


4 


1 




- 


August . 


2 


7 


4 






1 






- 


September 


6 


11 


7 




2 




1 




- 


Oktober . 


19 


19 


41 


1 


3 


1 


1 

1 




• 


November 


7 


19 


35 


1 


2 








- 


Dezember 


9 


7 


29 












1894 


Januar. . 


9 


11 


24 




2 


1 






- 


Februar . 


7 


15 


30 




1 




1 




" 


März . . . 


5 


12 


36 


1 


4 




1 




Sa. 


116 


207 


393 


5 


•25 

1 
1 


12 


4 





Anmerkung Unter den partiellen Stücken wurden 2 aus Gold an- 
gefertigt. 

Ausserdem wurden 2 Kieferbrüche mittelst Kautschukschiene 
geheilt. 

Ferner wurden 2 Brückenarbeiten und 215 Reparaturen an- 
gefertigt. 

Von den neu hinzugetretenen Studierenden wurden 5 ganze 
Gebisse in Metall und 78 partielle Metallstücke, 65 Stiftzähne, 
14 Brückenarbeiten, 7 Kronen, 13 ganze Gebisse und 82 
partielle Stücke in Kautschuck zur Uebung angefertigt 



6* 



— 88 — 

B. Mit dem Charit^-Erankenhaase in Verbindung 

stehende klinische Institute. 

Die von den Direktoren der mit dem Charit^-Krankenhanse 
in Verbindung stehenden klinischen Institute: 

a. Erste medizinische Klinik, 

b. Zweite medizinische Klinik, 

c. Dritte medizinische Klinik, 

d. Chirurgische Klinik, 

e. Gynäkologische Klinik, 

f. Gynäkologische Poliklinik, 

g. Geburtshül fliehe Klinik, 

h. GehurtshülfUche Poliklinik, 

i. Klinik für syphilitische Krankheiten, 

k. Klinik für Hautkrankheiten, 

1. Klinik für Kinderkrankheiten, 

m. Klinik für psychische und Nervenkrankheiten, 

n. Poliklinik für Hals- und Nasenkrankheiten, 

0. Poliklinik für Ohrenkrankheiten 
erstatteten Berichte sind in dem klinischen Jahrbuche 1893/94 
yeröflFentlicht. 



20. Das erste anatomiselie Institat. 

Das I. anatomische Institut hatte im Jahre 1893/94 einen 
schmerzlichen Verlust durch das am 20. April 1893 erfolgte 
Hinscheiden seines langjährigen L Prosektors, des Geh. Medicinal- 
rathes Professor Dr. Robert Hartmann, zu erleiden. 

Robert Hartmann, geb. am 1. October 1831 zu Blanken- 
burg am Harz, promovirte als Schüler Johannes Müller's 1856 za 
Berlin, bereiste 1859—1861 mit dem Freiherrn v. Barnim die 
oberen Nilländer, babilitirte 8]ch 18G4 in Berlin und wirkte 18fö 
bis 1867 als Lehrer der Natur «;esch ich te der Hausthiere an der 
landwirthscbaftlichen Akademie zu Proskau. Seit 1867 war er als 
ausserordentlicher Professor und I. Prosektor am I. Berliner ana- 
tomischen Institute angestellt, wo er bis zu seinem Tode in treaeater 
Pflichterfüllung seines Amtes waltete. Seine zahlreichen wisaeo' 
schaftlichen Arbeiten liegen zumeist auf dem Gebiete der Anthro- 
pologie und Zootomie, insbesondere der der Anthropoiden. Vgl 
W a 1 d e y e r : „Robert Hartmann^', Anatomischer Anzeiger VIII 
No. 16 vom 24. Juni 1893. 



— 89 — 

Mit dem Beginne des Wintersemesters trat der bisherige 
IL Prosektor, Prof. Dr. H. Virchow, in die I. Prosektur ein, 
Dr. G. Brösike, bisheriger Costos der Sammlungen nnd 
L Assistent, wurde IL Prosektor, Prof. W. Eranse wurde mit 
der Wahmehmang der Custodengescbäfte betraut, Dr. G. Jab lo- 
nowski wurde erster, Dr. Sobotta zweiter Assistent; die 
Stelle des HI. Assistenten ging ein. — Professor H. Virchow 
wnrde für das Sommersemester 1883 zu einer Studienreise und 
zur Wahrnehmung der Interessen der deutschen Universit&ts- 
Ansstellang nach Nordamerika beurlaubt. 

Vorlesungen und Uebungskurse. 

Somroersemester 1893. 
Ans talts vorstand Prof. Dr. Wald ey er: 

1. Privatim: Allgemeine Anatomie (241 Hörer). 

2. Privatim: Topographische Anatomie (123 Hörer). 

3. Privatim (mit Dr. G. Jablonowski): Mikroskopischer 
Üebangskursus (106 Theilnehmer). 

(Die angekündigte öffentliche Vorlesung über Histogenese 
musste wegen üebernahme der Vorlesung über topographische 
Anatomie aufgegeben werden.) 

Prof. W. Krause: 
Oeffentlich: Geschichte der Anatomie (12 Hörer). 

Wintersemester 1893/94. 

I. Prof. Waldeyer: 

1. Oeffentlich: Gefässlehre (497 Hörer). 

2. Privatim: Systematische Anatomie (313 Hörer). 

IL Prof. H. Virchow: 
Privatim: Anatomie für Künstler mit Demonstrationen 
(53 Hörer). 

IIL Prof. W. Krause: 
Oeffentlich: Geschichte der Anatomie (15 Hörer). 

An den Präparirübungen, welche vom Anstalts- Vorstande, 
den beiden Prosektoren und Prof. W. Krause geleitet wurden, 
nahmen Theil 491 Praktikanten (einschliesslich der Zöglinge 
der militärärztlichen Bildungsanstalten und der Studirenden 
der Zahnheilkunde). Auf jeden Praktikanten kamen etwa 
8 Präparate. 



— 90 — 

Ausser den Genannten waren beim Unterrichte auf dem 
Präparirsaale thätig die Herren Assistenten Dr. Dr. Jablo- 
nowski und Sobotta, die Herren Stabsärzte Dr. Dr. Müller 
und Hahn, die Herren Volontär-Assistenten prakt. Arzt Hein 
und Dr. Busch. Die Uebungen dauerten vom 20. October bis 
14. März, abgesehen von einer zwölttägigen Unterbrechung in 
der Weihnachtszeit Als Präparatoren und Demonstratoren 
waren thätig die Herren Dr. Jablonowski, Hein und Cand. 
med. vonLeliwa. Um die Vermehrung der Sammlungen sind 
insbesondere die Herren H. Virchow, Jablonowski, So- 
botta, Hein und Cand. med. Frohse bemüht gewesen. Neu 
aufgestellt wurden 86 Präparate. 

An Geschenken erhielt die Anstalt vier sehr werthvoUe 
Schädel von ihrem früheren Zöglinge, Marine-Stabsarzt a. D. 
Dr. Paulun in Shanghai, ferner Rassengehirne und osteo- 
logische Präparate von dem früheren Assistenten der Anstalt 
jetzigen o. Prof. der Anatomie in Tokio Dr. Koganei, eine 
Anzahl Embryonen von den Herren Dr. Dr. Abel, Hoffmann 
und Nagel, eine grössere Anzahl Bücher und mikroskopische 
Präparate von Prof W. Krause und vom Unterzeichneten. 

An wissenschaftlichen Arbeiten gingen aus der Anstalt 
hervor: 
a) vom Unterzeichneten und unter dessen Leitung: 

1. Bericht über die Fortschritte der Anatomie in Deutsch- 
land für das von Seiten des Königl. Kultusministeriums 
aus Anlass der Weltausstellung in Chicago heraus- 
gegebene Werk. 

2. Ueber Vererbung (Eröffnungsrede beim Anatomen-Kon- 
gress in Göttingen 1893.) 

3. Ueber den Bau des harten Gaumens uud einige leisten- 
artige Vorsprünge am Schädel. Bericht über die Anthro- 
pologen-Versammlung in Hannover 1893. 

4. Ueber die Flügelfortsätze des Keilbeins, Sitzungsber. 
d. K. Preuss. Akad. d. W. 1893 

5. Dr. Lud ewig, Das Oberschenkelbein des Menschen, 
Diss. inauguralis. 1893. 

6. Dr. Hinze, Ueber den Verschluss des foramen ovale, 
Diss. inaug. (Diese Arbeit ist auf Anregung des ver- 
storbenen Prof Dr. R. Hartmann unternommen worden.^ 



— 91 — 

7. Dr. W. Nagel, Entwicklung der Urethra und des 
Dammes beim Menschen. Arch. f. mlkrosk. Anat. 40 Bd. 
Im Laboratorium, welches der Unterzeichnete mit Prof. W. 
Krause leitet, arbeiteten 8 Praktikanten. 

b) Aus dem Laboratorium von Prof. Dr. H. Virchow, in 
welchem 5 Praktikanten thätig waren, gingen nachstehende 
Arbeiten hervor: 

1. H. Virchow: Embryologische und angiologische Erfah- 
rungen über nordamerikanische Wirbelthiere. Sitzungs- 
berichte der Gesellschaft naturforschender Freunde 1894. 

2. H. Virchow: Die Aufstellung des Handskeletes. Ver- 
handlungen der Berliner anthropolog. Gesellschaft 1893. 

3. Dr. D. Pop off: Die Dottersackgeftsse des Huhns. 
Wiesbaden 1894, Bergmann, gr. 4, 43 S.S. XII Tafeln. 

d) von Prof. Dr. W. Krause: 

1. Bericht über die Leistungen in der Anatomie und Histo- 
logie und Entwicklungsgeschichte für 1892 (Jahres- 
bericht, herausgegeben von E. Virchow und A. Hirsch). 

2. Die Eetina der Vögel. Intern. Monatschr. f. Anat. 
u. Physiol. Bd. XI, Heft 1 und 2. 

3. Mikroskop aus Aluminium. Ebend. Heft 2. 

4. Ueber die Heisterburg am Deister. Zeitschr. f. Ethno- 
logie 1893. 

e) von Dr. Sobotta: 

1. Bericht über die Leistungen in der Anthropologie und 
Entwicklungsgeschichte für 1892 (Jahresbericht, herausg. 
von R. Virchow und A. Hirsch). 

2. Ueber Eireifiing, Befruchtung und Furchung bei der 
Maus. Verhandlungen der anatomischen Gesellschaft 
VII. Jahrgang. 

3. Befruchtung des Mäuse-Eies. Anatomischer Anzeiger 
IX. Band. 

In der I. anatomischen Anstalt wurden femer abgehalten - 

1. Zwei Operations-Uebungskurse von den Herren Pro- 
fessoren Dr. von Bardeleben und Dr. von Berg: 
mann für Studirende im Sommersemester 1893. 

2. Drei Operations-Uebungskurse für Militärärzte während 
der Oster- und Herbstferien von den Herren v. Barde - 
leben und v. Bergmann. 



— 92 — 

3. Drei anatomische Uebnngskurse für Militärärzte vom 
Unterzeichneten nnd Prof. Dr. H. Virchow. 

4. Ein Theil der anatomischen and zahnärztlichen Staats- 
prüfungen, vom Unterzeichneten, sowie die akiurgischen 
Staatspi-flfungen, von den Herren Professoren Dr. Dr- 
V. Bardeleben, v. Bergmann, Köhler und Schlange. 

Wie bisher, wurden eine erhebliche Anzahl von Professoren, 
Docenten, Assistenten, prakt. Aerzten und Studirenden der 
hiesigen Stadt wie auch auswärtig domizilirte durch die 
Hülfsmittel der Anstalt bei ihren wissenschaftlichen Arbeiten 
unterstützt. 

Der Director der L anatomischen Anstalt 

Dr. Waldeyer. 



21. Das zweite anatomische Institat. 

Mit Abschluss dieses Etatsjahres befindet sich die Anstalt 
drei Semester in dem ffir sie hergerichteten Neubau, über 
welchen in der Chronik des Bechnnngsjahres 1892/93 Bericht 
erstattet worden ist. In dieser Zeit haben sich die Ein- 
richtungen im Grossen und Ganzen als recht zweckmässige 
bewährt, namentlich hat auch die Zentralheizung stets got 
funktionirt. 

Von den beim Neubau erzielten Ersparnissen wurde 
noch eine nicht unerhebliche Summe theils für weitere Ver- 
vollständigung der inneren Einrichtung des Instituts, theils 
fär Errichtung eines besonderen kleinen Dienerwohngebäudes 
auf Antrag des Endesunterzeichneten vom vorgesetzten Herrn 
Minister bereitwilligst genehmigt. Auf diese Weise konnte noch 
eine photographische Dunkelkammer eingerichtet werden, welche 
bereits auch vom Assistenten der Anstalt vielfach zu wissen- 
schaftlichen Arbeiten benutzt worden ist. Femer wurde ein 
grosses Hirnmikrotom nach der neuesten Konstruktion des 
Mechanikers Schanze aus Leipzig, das sich ebenfalls gut be- 
währt hat, angeschafft. Mit dem Bau des Dienerwohngebäudes 
wurde im Herbst begonnen, so dass es jetzt im Rohbau fertig- 
gestellt ist. Der Bau befindet sich in grösserer Entfernung 
von den beiden anatomischen Instituten an dem nach der 



— 93 — 

Philippstrasse zu gelegenen Eingang in das Anatomie -Grund- 
stück. Derselbe enthält im Souterrain ausser zwei Kellern einen 
Raum, um die Gas- und Wassermesser für die beiden Anatomie- 
gebftude unterzubringen. Im Erdgeschoss befindet sich eine 
kleine Wohnung (2 Zimmer, Ettche und Kammer) für einen 
Diener, desgleichen im ersten Stockwerk für den Präparator. 
Im hohen Dachgeschoss sind noch zwei grössere Zimmer als 
Wohnung für einen Assistenten eingerichtet. 

Im Personenbestand des Instituts sind während des Etats- 
jahres 1893/94 keine Veränderungen eingetreten. An der Welt- 
ausstellung in Chicago betheiligte sich die Anstalt, indem in 
einem Schaukasten eine kleine Sammlung von Präparaten, die 
im Institut nach verschiedenen Methoden hergestellt waren, 
aufgestellt wurde. 

Die Sammlungen und das Inventar des Instituts haben auch 
in diesem Jahre wieder einen werthvollen Zuwachs erfahren. 
Namentlich wurde eine reiche Sammlung menschlicher Skelett- 
theile durch den Präparator Kühne hergerichtet. Der Katalog 
der vergleichend anatomischen Sammlung schliesst jetzt mit 
der Nummer 1123 ab. Eine Anzahl von Mikroskopen fär den 
histologischen Unterricht und einige Mikrotome wurden neu 
angeschafft. 

Während des Sommersemesters 1893 wurden folgende Vor- 
lesungen und Uebungen von dem Endes-Unterzeichneten ab- 
gehalten : 

1. Entwickelungsgeschichte des Menschen und der Wirbel- 
thiere (169 Zuhörer). 

2. Knochen- und Bänderlehre (105 Zuhörer). 

3. Die Zelle und ihr Leben. Imal wöchentlich, publice. 

4. Mikroskopischer Kursus (7 Theilnehmer). 

.'). Embryologische Uebungen 6(18 Theilnehmer). 

Im Winter-Semester wurden gelesen: 

1. Knochen- und Bänderlehre (166 Zuhörer). 

2. Aeltere und neuere Entwickelungstheorien (publice). 

3. Embryologische Uebungen (26 Theilnehmer). 

Mit wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigten sich im 
Laboratorium während des Sommer-Semesters 7, während des 
Winter-Semesters 6 Herren. 



— 94 — 

Folgende wissenschaftliche Arbeiten sind im Jahre 1893 94 
aus dem n. anatomischen Institut hervorgegangen: 

1. Oscar Hertwig: Experimentelle Untersuchungen über 
die ersten Theilungen des Froscheies und ihre Beziehungen 
zu der Organbildung des Embryo. Sitzungsberichte der 
Königl. Preuss. Akademie der Wissensch. zu Berlin 1893. 

2. Derselbe: Ueber den Werth der ersten Furchungszellen 
für die Organbildung des Embryo. Experimentelle Studien 
am Frosch- und Tritonei. Archiv f. mikroskop. Anatomie 
Bd. XLII. 

3. Desselben Lehrbuch: Die Zelle und die Gewebe, ist in 
französischer üebersetzung, veranstaltet durch Ch. Julin, 
erschienen. 

4. N. Czermack, Dr. med.: Einige Ergebnisse über die 
Entwickelung, Zusammensetzung und Funktion der Lymph- 
knötchen der Darmwand. Arch. f. mikroskop. Anatomie 
Bd. 42. 

5. Luigi Sala, Dr. med. aus Pavia, Experimentelle Unter- 
suchungen über die Reifung und Befruchtung der Eier 
bei Ascaris megalocephela. Sitzungsberichte der Eönigl. 
Preuss. Akademie der Wissensch. zu Berlin, Juli 1893. 

6. von Wasielewski, Dr.: Die Keimzone in den Genital- 
schläuchen von Ascaris megalocephala. Archiv f. mikroskoj». 
Anatomie, Bd. 41, 1893. 

7. Martin Jacoby: Die Hornzähne der Cyclostomen nach 
Untersuchungen an Myxine glutinosa, Petromyzon fluv. 
und marinus. Arch. f. mikroskop. Anatomie, Bd. 43. 

8. Peter, Dr.: Die Ohrtrompeten der Säugethiere und ihre 
Anhänge. Arch. f. mikroskop. Anat. Bd. 43. (Doktordissert.) 

9. Heer, Dr.: Beitrag zur Entwickelungs- Geschichte des 
menschlichen Auges. (Inaugural-Dissert.) 1893. 

10. Zondek, Dr.: Beiträge zur Entwickelungs-Geschichte der 
Gehörknöchelchen. Inaugural-Dissert. 1893, 

Professor Oscar Hertwig, 
Direktor des II. anatomischen Instituts. 

32. Das physiologische Instltat. 

Der Vorlesungs-Assistent, Hr. Dr. Gümlich, gab am 
1. October diese Stellung auf und an seiner Statt trat am 



— 95 — 

1. November Hr. Dr. Paul Schultz ein, der schon seit längerer 
Zeit in der mikroskopisch-biologischen Äbtheilung des Instituts 
mit der vergleichenden Histologie der Drüsen beschäftigt ge- 
wesen war. Wegen der unten zu erwähnenden Beurlaubung 
des Professors 6a d wurde der Hülfsdiener bei der speciell 
physiologischen Äbtheilung Hase am 1. October entlassen. 

Der unterzeichnete Director hielt während des Jahres 
1.^93/94 dieselben Vorlesungen wie früher, nur dass wegen 
eines äusseren Umstandes die öffentliche Wintervorlesung über 
physische Anthropologie ausfallen musste. 

Prof. Dr. E. du Bois-Reymond, 

Director. 

I. Mlkroskopiscb-biolofllscbe Abtheilung. 

Im Verlaufe des Sommersemesters wurden durch den Äb- 
theilungsvorsteher und Dr. Benda die üblichen mikro- 
skopischen Uebungen abgehalten. 

Ein weiterer Rückgang der Theilnehmerzahl für die 
mikroskopischen Studien machte sich nicht bemerkbar. Es be- 
theiligten sich an den Uebungen von 

Civilstudirenden 44, 

Studirenden des Friedrich- Wilhelms-Instituts 33. 
Mehrere Studirende beschäftigten sich mit selbständigen 
wissenschaftlichen Untersuchungen. 

Dr. Benda hielt seine Vorlesung über mikroskopische 
Technik und im October einen Feriencursus über Histologie. 
Im Wintersemester las der Äbtheilungsvorsteher öffentlich 
über die materiellen Grundlagen der Descendenzlehre, ver- 
bunden mit Demonstrationen wichtiger Beweisstücke in Natur 
oder Abbildung. 

Dr. Benda hielt einen Cursus der mikroskopischen 
Technik sowie Privatissima über Histologie. 

Die Osterferien gaben Gelegenheit zu einem Cursus des 
Abtheilungsvorstehers über Photographie zu wissenschaftlichen 
Zwecken, des Dr. Benda über normale und patho- 
logische Anatomie der Haut, und desselben über die 
Mikroskopie von Nase, Kehlkopf und Ohr. 

Die Einrichtungen der Abtheilung gaben im laufenden 
Jahre die erfreuliche Gelegenheit zur weiteren Ausbildung der 



— 98 — 

7. Derselbe, Ueber E. Scimeni: „Beitrag zur Lehre von 
der Thränenableitung'^ Ein Referat mit epikritischen An- 
merkungen. Im Centralblatt für Physiologie, Bd. VII, S. 1. 

8. Derselbe, Zu einer Bemerkung des Hrn. Professors Bohr. 
Ebenda, S. 615. * 

9. Max Michaelis, üeber einige Ergebnisse bei Ligatur 
der Eranzaterien des Herzens. Berliner Inaugural-Dissertation 
vom 21. Juli 1893. 

10. W. Townsend Porter, On the Results of Ligation 
of the coronary Arteries. Journal of Physiology, Vol. XV, 
No. 3, 1893. 

11. Dr. Max Levy-Dorn, üeber den Absondemngsdnick 
der Schweissdrüsen und über das Firnissen der Haut. Zeit- 
schrift für klinische Medizin, Bd. XXTIT, Hft. 3 und 4. 

12. Derselbe, Antwort auf den Vortrag des Hm. Senator: 
„Einige Bemerkungen über den Einfiuss des Firnissens der 
Haut beim Menschen". Ebenda, Bd. X5IV, Hft. 3 und 4; — 
auch im Archiv für Physiologie, 1894, S. 321. 

13. Dr. S. Rosenberg, Experimentelle Hamblasenplastik. 
Virchow's Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie 
u. s. w., 1893, Bd. 132, S. 158. 

14. Richard Arn heim, Beiträge zur Theorie der Athmung. 
Berliner Inaugural-Dissertation vom 2. März 1894; — auch im 
Archiv für Physiologie, 1894, S. 1. 

In Vertretung des Abtheilungsvorstehers, Prof. Dr. Gad, 

der Director 
E. du Bois-Reymond. 

3. Chemische Abthellung. 

Während des Sommersemesters 1893 wurden von dem 
Unterzeichneten folgende Lehrcurse abgehalten: 

1. Praktische Uebungen im Laboratorium. 

2. Praktischer Cursus der Chemie für Mediziner. 

3. Praktischer Cursus der Chemie für die Studirenden der 
Militärärztlichen Bildungsanstalten. 

4. Physiologische Chemie. 

Die gleichen Vorlesungen und Uebungscurse fanden auch 
im Wintersemester 1893/94 statt. 

An Stelle des Hrn. Dr. Wilhelm Schlömann, welcher am 



— 99 — 

• 

]. April 1893 das Laboratorium yerliess, fibernahm Hr. 
Dr. Albert Neumann^ die Functionen des zweiten Assistenten. 
Im September 1893 starb am Typhus ein sehr begabter 
und eifriger Mitarbeiter der chemischen Abtheilung, Hr. 
Dr. Yoshito Inoko, a. ö. Professor der Heilmittellehre an der 
Universität Tokio in Japan. Hr. Inoko war im November 1892 
als Praktikant in das Laboratorium eingetreten. Als Ergeb- 
nisse seiner Arbeiten gelangten die unten bezeichneten Ab- 
handlangen über Blutfarbstoffe und über die Nuclembasen zur 
Veröffentlichung. 

Während des Berichtsjahres sind folgende in der 
chemischen Abtheilung des physiologischen Institutes aus- 
geführte Arbeiten veröffentlicht worden: 

Freytag, üeber das Protagon und die Cerebroside. Inau- 
gnral-Dissertation. Berlin 1893. 

6 um lieh, Ueber die Aufnahme der Nuclelne in den 
thierischen Organismus. Zeitschrift für physiolog. Chemie, 
Bd. 18, S. 508. 

Inoko, Einige Bemerkungen über phosphorhaltige Blut- 
farbstoffe. Ebenda. Bd. 18, S. 57. 

Inoko, Ueber die Verbreitung der Nucleinbasen in den 
thierischen Organen. Ebenda. Bd. 18, S. 540. 

A. Kossei, Ueber das Dulcin. Verh. der physiolog. Ges. 
zu Berlin, E. du Bois-Reymond's Archiv für Physiologie 1893, 
S. 387. 

A. Kossei, Weitere Beiträge zur Kenntniss der Nuclein- 
säure (nach gemeinschaftlich mit Hrn. A. Neumann angestellten 
Untersuchungen). Ebenda 1893. 

A. Kossei, Neuere Untersuchungen über die Blutgerinnung. 
Berliner klinische Wochenschrift 1893, No. 21. 

A. Kossei und A. Raps, Selbstthätige Blutgaspumpe. 
Zeitschrift für physiolog. Chemie, Bd. 17, S. 644; — Annalen der 
Physik, N F. Bd. 49. 

A. Kossei und A. Neumann. Ueber das Thymin, ein 
Spaltungsproduct der Nuclemsäure. Berichte der deutschen 
chemischen Gesellschaft. Bd. 26, S. 2753. 

M. Krüger, Ueber die Constitution des Adenins und 
Hypoxanthins. Ebenda. Bd. 26, S. 1914. 

M. Krüger, Ueber die Fällbarkeit der Harnsäure und 



— 100 — 

Basen der Harnsäuregruppe als EupferoxydulverbindongeD. 
Zeitschrift für physiolog. Chemie, Bd. 18, S. 351. 

M. £rfiger, ZurEenntniss des Adenins und Hypoxanthios. 
IlL Mittheilung. Ebenda. Bd. 18, S. 423. 

M. Erttger, Die Constitution des Adenins und Hjpoxan* 
thins. IV. Mittheilung. Ebenda. Bd. 18, S. 459. 

L. Lilienfeld, Zur Chemie der Leukocyten. Ebenda. 
Bd. 18, S. 473. 

L. Lilienfeld, Weitere Beiträge zur Eenntniss der Blut- 
gerinnung. Verh. d. Physiol. Gesellschaft in Berlin und 
£. du Bois-Beymond's Archiv für Physiologie 1893, 8.560. 

L. Lilienfeld, Hämatologische Untersuchungen. Inaugural- 
Dissertation. Berlin 1893. 

P. M. Pop off, üeber die Einwirkung von eiweiss ver- 
dauenden Fermenten auf die Nucleinstoffe. Zeitschrift für 
physiolog. Chemie, Bd. 18, S. 533. 

W. Schlömann, lieber Beactionen der Metaphosphorsäure 
mit organischen Basen. Berichte der deutschen chemischen 
GesellschafL Bd. 26, 8. 1020. 

C. Wulff, Zum Nachweis der Harnsäure in den Organen. 
Zeitschrift für physiolog. Chemie. Bd. 17, 8. 634. 

C. Wulff, Nachträgliche Bemerkungen zu dieser Abhand- 
lung. Ebenda. Bd. 18, 8. 107. 

Ausserdem wurden von dem Vorsteher und den Assistenten 
der Abtheilung mehrere kürzere Abhandlungen kritischen 
Inhalts und eine grössere Zahl von referirenden Au&ätzen 
veröffentlicht. 

Die Anzahl der Praktikanten betrug 

im Sommersemester 1893: 67. 
im Wintersemester 1893/94: 64. 

Prof. Dr. A. Kossei, 

Abtheilongsvonteher. 

4. Physikalitohe Abthellung 

mit besonderer Berücksichtigung der physiologischen Optik. 

Der in den früheren Berichten erwähnte grosse Farben- 
misch-Apparat musste nach einer eingehenden Prüfung zwar 
noch mehrfach umgeändert werden, hat aber im Laufe des Be- 
richtsjahres in den Bäumen der Abtheilung aufgestellt und in 



— 101 — 

Benutzung gezogen werden können. Es ist mit seiner Hülfe 
bereits ein neuer Typus angeborener Farbenblindheit auf- 
gefunden worden. Ausserdem wurde mit ihm die Untersuchung 
der pathologisch entstandenen Formen der Farbenblindheit be- 
gonnen und sie bat erfreulicherweise gleich am Anfang theo- 
retisch werthvolle Resultate ergeben. 

Ueber diese Untersuchungen sind die betreffenden Ab- 
handlungen bereits im Druck, bezw. ist für sie das Zahlen- 
material der erhaltenen Beobachtungsdaten definitiv durch- 
gerechnet. 

Mit der Ausfährung wissenschaftlicher Untersuchungen 
waren abgesehen von dem Berichterstatter im Sommer- 
semester 1893 sechs und im Wintersemester 1893/94 sieben 
Personen in der Abtheilung beschäftigt. 

In den Osterferien wurde ein Cursus in der Handhabung 
physiologisch - optischer Apparate für praktische Aerzte ab- 
gehalten; ausserdem während des Wintersemesters ein speziell 
die Farbentheorie behandelnder Cursus für Ophthalmologen und 
Bahnärzte. 

Der Abtheilungsvorsteher hielt folgende CoUegien: 

I. Sommersemester 1893. 

1. privatim (2stdg.) Cursus in der Handhabung physiologisch- 
optischer Apparate (mit besonderer Berücksichtigung der 
Ophthalmometrie). 

2. privatissime. Leitung selbständiger Arbeiten auf dem Ge- 
biete der physikalischen Physiologie (insbesondere der 
physiologischen Optik). 

n. Wintersemester 1893/94. 

1. privatim (2stdg.) Experimentalvorlesung über physio- 
logische Optik. 

2. privatissime. Leitung selbständiger Arbeiten auf dem Ge- 
biete der physikalischen Physiologie (insbesondere der 
physiologischen Optik). 

Prof. Dr. Arthur König, 

Abtheilungsvorsteher. 



— 102 — 

23. Das pathologische Institat* 

Im letzen Etatsjahr haben die inneren Einrichtungen des 
Instituts, so schlecht sie auch allmälig geworden sind, keine 
Verbesserung erfahren. 

Aeusserlich war das Institut in der Lage, eine Anschauung 
von den Zielen des hiesigen Unterrichts zu geben, indem es 
auf der Worlds Columbian Exposition in Chicago eine gedrängte 
Wiederholung des hiesigen Deuionstrationssaales mit Zubehör 
(mikroskopische Eisenbahn, Wagen, Mikroskope, trokene und 
feuchte Präparate u. s. w.) vorführen konnte. Der Kustos des 
Instituts, Dr. Jürgens, wurde mit hinübergeschickt, um auch 
praktisch die Methode des Unterrichts vorzuführen und zu er- 
läutern, indess hat dieser Versuch geringen Erfolg gehabt 

Die allgemeinen Gesichtspunkte, nach denen hier Forschung 
und Unterricht betrieben werden, hat der Direktor des Instituts 
im letzten Jahre in einer Sitzung der Royal Society in London 
dargelegt. In der ihm übertragenen Croonian Lecture sprach 
er über die Stellung der Pathologie in der Reihe der biologischen 
Wissenschaften, oder anders ausgedrückt, über die Pathologie als 
eine biologische Wissenschaft. 

Während der Zeit der Abwesenheit des Kustos hat, wie 
schon früher, mit Genehmigung des Herrn Ministers Dr. Oest- 
reich den Dienst als Volontär-Assistent gethan. 

An Arbeiten, welche im Laufe des Jahres im Institut aus- 
geführt wurden, sind folgende zu nennen: 

I. Von den anatomischen Beamten desselben: 

Dr. Jürgens, Kustos am path. Institut: 

1. Ueber eine seltene Form von Lungen- und Darm- 
erkrankung (im Verein für innere Medizin). 

2. Ueber Perforation des Schädeldaches in grossem Um- 
fange durch Pacchionische Wucherung am hinteren 
Theile des Os temporale (im Verein für innere Medizin). 

3. I. Ueber congenitale Beckendeformationen, 

IL Ueber Syphilis des Kinderbeckens (Medizinische 
Gesellschaft zu Chicago). 
Vom 1. anatomischen Assistenten Prof. 0. Israel: 
1. Zur Entstehung der Fragmentatio myocardii, Virchow's 
Archiv, Bd. 133, S. 551. 



— 103 — 

2. Ueber den Tod der Gewebe. Berl. Elin. Wochenschr. 
1894. No. 11. 

3. Demonstrationen anatomischer Präparate in der medi- 
zinischen Gesellschaft, Sitzung vom 10. Januar 1894, 
und in den Sitzungen der Gesellschaft der Charit^- 
Aerzte am 30. November und 14. Dezember 1893, sowie 
am 1. Februar 1894, publizirt in der Berl. Elin. 
Wochenschr. 

4. Unter Mitarbeit von Prof. C. von Noorden: Bericht 
über allgemeine Pathologie in Virchow-Hirsch's Jahres- 
bericht über die Leist. u. Fortschr. d. ges. Med. f. 1892, 
S. 271. 

Vom 2. anatomischen Assistenten und Privatdocenten Dr. 
R. Langerhans: 

1. Ueber die Veränderungen der Luftwege und der Lungen 
infolge von Carbolvergiftung. Deutsche medizinische 
Wochenschrift 1893, No. 48. 

2. Beiträge zur Physiologie der Brustdrüse (Experimentelle 
Studie, zusammen mit Dr. Saveliew) Virchow's Archiv 
Bd. 134, Heft H, S. 344. 

3. Ueber Mykosis uteri mit Demonstration. Gesellschaft 
der Charit6-Aerzte den 16. Nov. 1893. 

4. Missbildung der Uvula. Demonstration in der Gesell- 
schaft der Charitö-Aerzte an demselben Tage. 

Vom 3. anatomischen Assistenten und Privatdozenten Dr. 
David Hansemann: 

1. Studien über die Spezifizität, den Altruismus und die 
Anaplasie der Zellen. Berlin 1893 bei A. Hirschwald. 

2. Das Krebsstroma und die Grawitz'sche Theorie der 
Schlummerzellen. Virchow's Archiv, Bd. 133. 

3. Ein Fall von amyloider Degeneration mit ungewöhn- 
licher Reaktion. Medizinische Gesellschaft, Sitzung 
vom 7. Juni 1893. 

4. Kritische Bemerkungen über die Aetiologie der Carci- 
nome. Berliner klin. Wochenschrift 1894, No. 1. 

5. Ueber spezifische Zelltheilung. Vortrag in der Physio- 
logischen Gesellschaft am 12. Januar 1894. 

6. Ueber trophische Störungen nach Continuitätstrennung 

7» 



— 104 — 

des Nervus ischiadicas. Berliner klin. Wochenschr. 
1894, No. 8. 

7. 183 Artikel ans dem Gebiete der allgemeinen und 
speziellen patholog. Anatomie, Buchstaben A — J Ar 
das Real -Lexikon der Medizinischen Propaedeutik 
(Johannes Gad). Wien 1893 bei Urban u. Schwarzenbei^. 

Von dem Volontär-Assistenten Dr. Oestreich: 

1. Die Fragmentatio myocardii. Virchow's Archiv Bd. 135, 
S. 79—111. (Vortrag im Verein für innere Medizin, 
1. Mai 1893.) 

2. Congenitale Dilatation und Hypertrophie des Dickdarms. 
Demonstration in der Charite-Gesellschaft, 1. Juni 1893. 

IL Von anderen Arbeitern: 

1. K. Yamagiva, Assistenzprofessor an der Kais. Universität 
zu Tokio: Ueber die entzündliche Gefassneubildung, 
speziell über diejenige innerhalb von Pseudomembranen. 
Virchow's Archiv Bd. 132 S. 446. 

2. Derselbe: Zellenstudie an sich regenerirendem Sehnen- 
gewebe. Virchow's Archiv Bd. 135 S. 308. 

3. C. Kaiserling und R. Germer aus Berlin: Ueber den 
Einfluss der gebräuchlichen Eonservirungs- und Fixations- 
methoden auf die Grössenverhältnisse thierischer Zellen. 
Virchow's Archiv Bd. 133 S. 79. 

4. Dr. A. Calman aus Berlin: Ein Beitrag zur Kasuistik 
der Missbildungen an Zunge und Kehlkopf. Virchow's 
Archiv Bd. 134 S. 337. 

5. Dr. N. Saveliew, Assistent an der Kais. Univ. -Klinik zu 
Warschau: Gehirnarterien - Embolie.^ Virchow's Archiv 
Bd. 135 S. 112. 

6. A. F. Koch: Zwei Fälle von Aneurysma der Aorta. 
Inaug.-Diss. 1883. 

ni. Aus dem chemischen Laboratorium: 

1. E. Salkowski: Ueber den Verbleib des Phosphors bei 
der Verdauung des Caseins. Centralbl. f. d. med. W. 1893 
No. 23. 

2. C. Alexander: Ueber die Unbrauchbarkeit der Salpeter- 
säure - Alkoholprobe zur Diflferentialdiagnose zwischen 



- 105 — 

Eiweiss nnd Harzsnbstanz im Harn. Deutsche med. 
Wochenschr. 1893 No. 14. 

3. £. Salkowski: Ueber das Verhalten des Caseins beider 
Magenverdaumig und die Verseifung der Fette. Gentralbl. 
f. d. med. W. 1893 No. 28. 

4. E. Salkowski: Praktikum der physiolog. und patholog. 
Chemie. Berlin, Hirschwald, 314 S. 

5. G. Salomon: Weitere Untersuchungen über die Xanthin- 
körper des Harns. Zeitschr. f. physiolog. Chem., XVIII, 
S. 207—212. 

6. E. Salkowski: Zur Chemie des Albumens des Hühner- 
eies. Centralbl. f. d. med. W. 1893 No. 31 und No. 43. 

7. Derselbe: Ueber die Abspaltung reduzirender Sub- 
stanz aus den Eiweisskörpem der Leber. Centralbl. f. d. 
med. W. 1893 No. 52. 

8. Dubs: Ueber denEinfluss des Chloroforms auf die künst- 
liche Pepsin Verdauung. Virchow's Archiv Bd. 134 S. 519. 

9. E. Salkowski: Ueber die Hamgährung und den Nachweis 
der Kohlehydrate im Harn. Pflüger's Archiv Bd. 54 
S. 607—614. 

10. H. Schwiening: Ueber fermentative Prozesse in den 
Organen. Inaug. Dissertation. 50 S. 

11. E. Salkowski: Ueber den Nachweis des Peptons im 
Harn. Centralbl. f. d. med. W. 1894 No. 7. 

12. E. Salkowski und J. Munk: Bericht über physiolog. 
Chemie in Virchow-Hirsch's Jahresb. über die Fortschr. 
der ges. Med. f. 1892 S. 130—181. 



34. Die hygienischen Institute. 

A. Hygienisches Laboratorium. 
Personal: Professor Dr. Rubner, Direktor. Stabsarzt 
Dr. Wernicke, Stabsarzt Dr. Bonhoff, Marine -Stabsarzt 
Dr. Wilm, Privatdozent Dr. Günther, Dr. Niemann Assistent, 
Dr. Wolpert Volontair-Assistent. 

Unterricht: I. An Vorlesungen wurden im Sommer- 
Semester 1893 gehalten: 
1. Hygiene IL Theil 4 mal wöchentlich. 



- 106 — 

2. Oeffentliche Gesundheitspflege und Gewerbe-Hygieoe Imal 
wöchenüich. 

3. Chemie der Bakterien 1 mal wöchenüich. 

IL Kurse. 

1. Hygienischer Kursus einschliesslich bakteriologischer 
Uebungen für Studirende 2 mal wöchentlich. 

2. Zwei vierwöchentliche bakteriologische Kurse für Civilärate. 

3. Desgl. für Studirende der militärärztlichen Bildungsanstalt. 

4. Desgl. für Assistenz- und Oberstabsärzte. 

Winter-Semester 1893/94. 

I. An Vorlesungen wurden gehalten: 

1. Hygiene I. Theil 4 mal wöchentlich. 

2. Vorträge über Hygiene (für Studirende aller Fakultäten) 
1 mal wöchentlich. 

3. Ueber Wasseranalyse. 

IL Kurse. 

1. Ein 4 wöchentlicher bakteriologischer Kursus für Stabs- 
ärzte. 

2. Ein desgl. für Assistenzärzte. 

3. „ „ ,, Studirende der militärärztlichen Bildungs- 
anstalt. 

4. Zwei desgl. für Civilärzte. 

5. Hygienischer Kursus einschliesslich bakteriologischer 
Uebungen (2 mal wöchentlich) für Studierende. 

6. Hygienischer Kursus für Verwaltungs-Beamte. 

III. Arbeiten des Laboratoriums. 
Für praktische Arbeiten der Vorgeschritteneren, konnten 
sowohl im Sommer- wie auch im Winter-Semester Plätze zur 
Verfügung gestellt werden. 

Während des Jahres 1893/94 gelangten zur Publikation 

folgende Arbeiten: 

1. Rubner: Ueber das Vorkommen von Mercaptan. 

2. Rubner: Ueber den Wasser-Koch-Apparat von Siemens. 

3. Rubner: Vibrio Berolinensis. 

4. Rubner: Ueber den Werth und die Beurtheilung einer 
rationellen Bekleidung. 



— 107 — 

5. Rubner: Die Quelle der tliierischen Wärme. 

6. Bubner: Einflass der Haarbedeckung aut den Stoff- und 
Kraftverbrauch der Thiere. 

7. Nothwang: Ueber die Veränderungen, welche frisches 
Fleisch und Pökelfleisch beim Kochen erleiden. 

8. Ferrati: DerGewichtsverlust des Fleisches beim Erwärmen. 

9. Wernicke: Beitrag zur Kenntniss des Diphtherie-Bacillus 
und der Blutserumtherapie. 

10. Bonhoff: Ueber zwei neue im Wasser gefundene 
Kommabacillenarten. 

11. Niemann: Ueber die Abspaltung von Kohlensäure, 
Schwefelwasserstoff und Mercaptan beim Kochen einiger 
vegetabilischer und animalischer Nahrungsmittel. 

12. Niemann: Ueber den Schwefelgehalt der fetten Aus- 
scheidungen. 

13. Niemann: Ueber einige Fälle von Wurstvergiftung. 

14. Nishimura: Ueber die chemische Zusammensetzung 
eines Wasserbacillus. 

15. Keiler: Saprol, ein neues Desinfektionsmittel. 

16. Klett: Ueber Flussverunreinigung. Dissert. 

17. Kuprianow: Beiträge zur Biologie der Vibrionen. 

18. Davids: Der kombinirte Wasserdestillir- und Sterilisi- 
rungsapparat von Nagel. 

19. Edel: Untersuchungen aber den Bakteriengehalt des 
Badewassers. 

20. Fremlin: Vergleichende Studien an Bacterium coli com- 
mune verschiedener Provenienz. 

21. Neisser: Ueber einen neuen Wasser-Vibrio, der die 
Nitrosoindel-Reaktion liefert. 

22. Günther: Weitere Studien über den Vibrio Berolinensis. 

23. Günther: Einführung in das Studium der Bakteriologie 
mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen 
Technik. 

24. Rehsteiner: Ueber den Einfluss der Wasserbakterien 
auf den Cholerabacillus bei den Gelatineplattenkulturen. 

Ausserdem wurden während des genannten Zeit- 
raumes folgende Untersuchungen etc. im Auftrage des 
Königlichen Ministeriums ausgeführt: 
1. Gutachten über ein chinesisches Heilmittel. 



— 108 — 

2. desgl. über die Charlottenburger Wasserwerke. 

3. desgl. über Butterverf&lschung. 

4. desgl. über Aleuronat. 

5. desgl. über die Schriften von Menne betr. 

6. desgl. über die Massenerkrankong im Mansfelder 6e- 
birgskreis. 

7. desgl. über den Wasserkoch-Apparat II von Siemens. 

8. desgl. über Kroner's selbstthätiges Waschmittel (Seife). 

9. desgl. über den augenblicklichen Stand des Charite- 
Krankenhauses. 

Während der auch in diesem Jahre aufgetretenen Cholera- 
Epidemien wurden mehrfach von Aerzten choleraverdächtige 
Dejektionen (Zahl 18) eingesandt und untersucht, dabei ist in 
7 Fällen ein positiver Befund festgestellt worden. Auch sind 
auf Antrag von Königlichen und Kommunal-Behörden mehrere 
Gutachten überDesinfektions-Apparate, Krankenhäuser, Kranken- 
Transportmittel, Wasserfilter und über den Gebrauch von Trink- 
wässern abgegeben worden. 

B. Hygiene -Museum. 

Personal: Professor Dr. Rubner, Direktor, Privatdozent 
Dr. Thierfelder, Kustos. 

Die Sammlung des Hygiene-Museums ist auch in diesem 
Jahre durch Geschenke und Ankauf um 48 werthvoUe Modelle 
bereichert worden, so dass im Ganzen jetzt 1206 Exemplare 
vorhanden sind. 

Eine Reihe von Modellen, Zeichnungen und Karten wurden 
auf die Weltausstellung nach Chicago gesandt. Dieselben sind 
fast durchweg in völlig ruinösem Zustande wieder zurück- 
gekommen. 

Der Direktor der hygienischen Institute: 
Professor Rubner. 



25. Die Sammlung ehimrgiscli-gebnrtslifllfliclier Instrumente 

nnd Bandagen. 

Die Sammlung umfasst gegenwärtig 1975 Nummern, von 
denen im Jahre 1^93 94 3 Nummern hinzugekommen sind. 

V. Bergmann. 






— 109 — 

26. Das pharmakolo^sclie Institut. 

Sommer-Semester 1893. 

Während des Sommer-Semesters wurde das Laboratorium 
von 19 Studirendeu besucht. 

In der unter Leitung des Privatdocenten Dr. M. Freund 
stehenden chemischen Abtheilung wurden folgende wissen- 
schaftliche Untersuchungen angestellt und gelangten zur Publi- 
kation : 

1. Herman Haase: Deber p. Nitrophenylmethyloxybiazolon. 
Inaug. Dissertation. Rostock 1893. 

2. Eugen König: L Beitrag zur Kenntniss der Linne- 
mann'schen Reaktion. IT. Beiträge zur Eenntniss der 
Biazolone. Inaug.-Dissertation. Berlin 1893. 

3. George Bill Frankforter: Beitrag zur Kenntniss des 
Narcems. Inaug.-Dissertation. Berlin 1893. 

4. S. Surawicz: Zur Kenntniss der Verbindungen der fünften 
Reihe mit asymmetrischem Kohlenstoff und ihre Bezie- 
hungen zum Fuselalkohol. Inaug.-Dissertation. Berlin 1893. 

5. S. Wischlwiansky; Ueber die Einwirkung von Phosgen 
und ähnliche Säurechloride auf Derivate des Hydrazins. 
Inaug.-Dissertation. Berlin 1893. 

6. W. Rosenstein: Beitrag zur Kenntniss des Cinchonin. 
Inaug.-Dissertation 1893. 

7. Fritz Horst: L Ueber einige Derivate des Phenylhydra- 
zins, n. Zur Kenntniss der Nonhemipinsäure. Inaug.- 
Dissertation. Berlin 1893. 

8. Charles Fauvet: Zur Kenntniss des Vellosins. Inaug.- 
Dissertation. Berlin 1894. 

9. M Freund und W. Josephi: Untersuchungen über die 
in der Wurzel von Corydalis cava enthaltenen Alkaloide. 
Annalen der Chemie 277, 1. 

10. M. Freund und F. Lutze: Zur Kenntniss des Hydra- 
stins. XU. Ber. ehem. Gesellsch. 26. 2488. 

11. P. Eschert und M. Freund: Ueber einige Derivate des 
Araino — 2.2 — dimethylbutan und sein Verhalten gegen 
salpetrige Säure. Ber. ehem. Gesellsch. 26. 2490. 

12. L. Spiegel: 1. Zur Verseifuug von Wollfetten. Pharmac. 

Zeitung 1893. No. 30 und 52.' 
2. Ueber Gelseminin. Chem. Ber. 26. 1054. 



— 110 — 

3. Ueber Liebreiches Nachweis von Lanolin, resp. von 
Cholesterinfetten. Wien. Medicin. Wochenschr. 181Ö. 
No. 23 und 24. 

4. Ueber die sogenannte Choleraroth-Reaction. Chemiker- 
zeitung 1893. No. 85. 

In der unter Leitung des Privatdocenten Dr. A. Lan^^aard 
stehenden vivisektorischen Abtheilung wurden folgende Unter- 
suchungen angestellt und gelangten zur Publikation : 

1. William Kramm: Ueber die physiologische Wirkung 
des Hydrohydrastininum hydrochloricum. Inaug.-Disser- 
tation. Berlin 1893. 

2. Dr. M. Mendelsohu: Ueber die Zerlegbarkeit der Nitrite 
durch Hydroxylamin. Deutsche Med. Wochenschr. 1893. 
No. 41. 

Winter-Semester 1893/94. 

Während des Winter-Semesters wurde das Laboratorimn 
von 22 Studirenden besucht. 

In der unter Leitung des Privatdocenten Dr. A. Langgaard 
stehenden vivisektorischen Abtheilung wurden folgende Unter- 
suchungen angestellt und publicirt: 

1. Max Schnitze: Ueber die Wirkung des Vellosin. Inaug.- 
Dissertation. Berlin 1894. 

2. Walter Wendel: Ueber die Wirkung des Narcei'nphenyl- 
hydrazons. Inaug.-Dissertation. Berlin 1894. 

Es wurde die Voelkersche Sammlung chinesischer Droguen, 

von denen 163 Exemplare bestimmt werden konnten, in dem 

Sammlungsraum aufgestellt. 

Der Direktor 

Professor 0. Liebreich. 



27. Die praktisehe Unterrfchtsanstalt for die 

StMtsarzeneikande. 

Mit der Führung der Directionsgeschäfbe war, wie im 
Vorjahre, der Unterzeichnete betraut. 

Als Assistent der Unterrichtsanstalt fungirte weiter Herr 
Dr. Carl Strecker. 

Den im Institut abgehaltenen demonstrativen Gursas der 
gerichtlichen Medicin besuchten im Sommer-Semester 1893 



— 111 — 

Ä Zöglinge des Friedrich-Wilhelras-Institutes, 1 anderer Hörer; 
im Winter-Semester 1893/94 28 Hörer der ersten, 4 der zweiten 
Kategorie. Den in den Ferien abgehaltenen Cursen über ge- 
richtliche Medicin durch den Unterzeichneten folgten in den 
Osterferien 17, in den Herbstferien 14 Zuhörer, den durch den 
Assistenten in gleicher Zeit erteilten Cursen der gerichtlichen 
Sectionstechnik jedes Mal 20 Herren. Ausserdem hielt Herr 
Dr. Theodor Weyl seine Feriencurse über Hygiene im Hör- 
saal des Institutes ab. Die Zuhörer der Feriencurse waren 
zumeist Physikatscandidaten, zum Theil ausländische Aerzte. 
Gleiches gilt von dem nicht dem Friedrich-Wilhelms-Institut 
angehörenden Zuhörern der Semestercurse. — Auch die Vor- 
lesung über gerichtliche Medicin, welche im Sommer -Se- 
mester 1893 55, im Winter-Semester 1893/94 94 Zuhörer be- 
suchten, wurde einige Male zum Zwecke demonstrativer 
Ergänzungen des Vorgetragenen statt in der Universität in der 
Unterrichtsanstalt abgehalten. 

Das Unterrichtsmaterial bildeten die aus den gerichtlichen 
Obductionen (ca. 200) gewonnenen Präparate, 106 „polizeiliche" 
Sectionen und die Sammlung des Instituts, welche zur Zeit 
aus 8 Wachs-, 301 Spiritus-, 152 Knochenpräparaten, 47 In- 
strumenten, 97 Abbildungen und 81 Photographien besteht und 
von der einige besonders gelungenen Stacke zu der vom Kaiser- 
lichen Gesundheitsamt gelegentlich des internationalen Aerzte- 
congresses in Rom veranstalteten Ausstellung beigesteuert 
worden sind. 

Aus dem Institut wurden im Berichtsjahr veröffentlicht: 
Fritz Strassmann: Zui- Lehre von der Arsenvergiftung, 

Zeitschrift für Medicinalbeamte 1893. 
Fritz Strassmann und Alfred Kirstein: Ueber Diffusion 

an der Leiche, Virchow's Archiv 1894. 
Heinrich Szigeti: Ueber Cyanhämatin, Vierteljahrsschrift 

für gerichtliche Medicin 1893. 
Angust Becker: Ueber das Wesen der Blausäurevergiftung. 

Dissertation. Berlin 1893. 
Ernst Jacobitz: Ueber den Zusammenhang von Trauma und 

Apoplexie. Dissertation. Berlin 1893. 
Walter Badstübner: Ueber Verschwinden der Luft aus den 

Lungen Neugeborener. Dissertation. Berlin 1893. 



— 112 — 

Joseph Meyer: Selbstmord mit Kalium chloricom. Disser- 
tation. Berlin 1893. 

Franz Schoder: Ueber provocirten Abort. Dissertation. 
Berlin 1893. 

Johannes Weber: Zar Lehre von der Diffusion an der Leiche. 

Berlin 1894. Disseitation. 

Dr. StrassmanD. 

28. Das erste chemisclie Laboratorfam. 

Während des Jahres 1893/94 wurden im L chemischen 
Laboratorium die folgenden Vorlesungen und üebnngen gehalten: 
Biedermann, R., Prof. Dr., S.-S. Chemie und Technologie (le> 

Kohlentheers und der Theerfarben. Technische Chemie 

L Theil (anorgan. Stoffe). 

- - W.-S. Technische Chemie n. Theil (organ. Stoffe). 
Fischer, E., Prof. Dr., S.-S. Organische Experimentalchemie 

Publice: Stereochemie. 

- - W.-S. Anorganische Experimentalchemie 

- - S.- u. W.-S. Leitung praktisch-chemischer Arbeiteo in 

Gemeinschaft mit Prof. S. Gabriel. 
Gabriel, S., Prof. Dr., S.-S. Gasanalyse. W.-S. Titrirmethoden. 

- - S.- U.W.- Qualitative ehem. Analyse, synthetischeMethoden 

der organ. Chemie. CoUoquium über organ. Chemie. 
Eeissert, A., Dr., S.-S. Die wichtigsten Kapitel der organ. 
Chemie. Einfährung in die allgemeine Chemie und die 
Grundbegriffe derselben. 

- - Ueber die condensirten stickstoffhaltigen organ. Ver- 

bindungen. Die Chemie des Naphtalins, Anthracens and 
verwandter Kohlenwasserstoffe. 
Seil, Eug., Prof. Dr., S.-S. Anorgan. Experimentalchemie. 

W.-S., Organ. Experimentalchemie. 
Tiemann, F., Prof. Dr., W.-S. Chemie der aromatischen Ver- 
bindungen. 
Will,W., Prof. Dr., S.-S. Geschichte der Chemie. Ausgewählte 
Kapitel aus der technischen Chemie. 
Die Vorlesung über Experimentalchemie wurde im Sommer- 
semester von 254, im Winter von 291 Zuhörern besucht. 
einbegriffen sind die Angehörigen des Friedrich- Wilhelms-Institut 
mit 62 beziehungsweise 66 Theilnehmern. 



— 113 — 

Im Laboratorium arbeiteten während des Sommers 60 Prakti- 
kanten auf ganzen und 24 auf halben Plätzen, im Winter 66 
auf ganzen und 29 auf halben Plätzen. 

Thätig als Assistenten waren die Herren Prof. Dr. 
S.Gabriel, Dr. 6. Pulvermacher, Dr. E. Richter, der am 
1. Oktober 1893 ausschied, Dr. 0, Piloty, Dr. J. Fogh, Dr. 
C. D. Harries und Dr. L. Ach, welcher am 1. Oktober 1892 
angestellt wurde. 

Als Hilfekräfte fungirten die Herren Dr. L. Ach (bis 
Oktober 93) und Dr. P. Kehlaender (seit Oktober 93). 

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Thätigkeit des 
Laboratoriums in der Zeit vom 1. April 1893 bis zum 
*J. April 1894 sind in folgenden Abhandlungen niedergelegt: 
Diefenbach. R. Zur Kenntnis des o. Anisidins XXVII 928*) 
Ephraim J., Dr. Ueber die Einwirkung von Phenylhydrazins 
auf Lactone XXVI 1376. 

- - Zur Kenntnis der Kyanidine. ibd. 2226. 

- - Ueber Amidoderivate des Chinolins. ibd. 2227. 
Fischer, E., Prof. Dr. Ueber die Glucoside der Alkohole. 

XXVI. 2400. 
. - Alkylderivate des Benzoins. ibd. 2412. 

- Ueber den Amidoacetaldehyd. IE XXVII. 165. 

- - Ueber die Verbindungen der Zuckerarten mit den 

Mercaptanen. ibd. 673. 

- - und Jennings, W. L. Ueber die Constitution des 

Hydrocyenrosanilins und des Fuchsins. XXVI. 2221. 

- - und Liebermann, Prof. Dr. C. Ueber Chinovose und 

Chinovit ibd. 2415. 

- - und Tiemann, Prof. Dr. C. Ueber das Glucosamin 

XXVn. 138. 

- - Hunsalz, Paul. Ueber den Hydracidoacetaldehyd ibd. 

178. 

- - und Müller, Franz, Dr. Ueber die Einwirkung von 

Cyanwasserstoff auf Phenylhydrazin ibd. 185. 

- - und Morell, R. S. Ueber die Configuration derRham- 

nose und Galactose. ibd. 382. 



*} Die Band- und Seitenzahlen weisen auf die „Berichte der deutschen 
chemischen GeseUschaft^^ 



— 114 — 

Fischer und Crossley, A. W. Oxydation der Zuckersäare 

und Schleimsäure mit Ealiumpermangenat. ibd. 394. 
Freund, M., Dr. und Paul Beck. Zur Kenntniss des Aconitinji. 

XXVn. 433 und ibd. 720. 
Funk, R. Ueber eine Synthese des ß Pipecolins und eine 

Darstellung des d. Valerolactons. XXVL 2568. 
Gabriel, S., Prof. Dr., und Neumann A., Dr. Umlagerung yod 

Phalidderivaten in Abkömmlingen des a y. Diketo- 

hydrindens. XX VI. 951. 

- - und Pinkus, G., Dr. Zur Kenntnis der Amidoketone. 

XXVI. 2197. 

Ueber das Phtalazin. ibd, 2210. 

Gabriel S. und Posner Th., Dr. Zur Kenntniss des o. Cyan- 

benzylcyanids. XXVII. 827. 
Gy sae, G., Dr. Zur Kenntniss des Diphenylmale'lnsäureanhydrids 

XXVI 2478. 
Harri es, C. D., Dr. Einwirkung von Aethylenbromid auf 
Phenylhydrazin XXVI. 1865. 

- - Ueber tertiäre und quatemäre aromatische Hydrazine 

XXVn. 696. 

- - und Loewenstein, E. Ueber die Constitution der 

Carbizine. ibd. 861. 

Nathanson, F. Umlagerungen von Phtalidderivaten in Ab- 
kömmlingen des a-y-Diketohydrindens XXVI. 2576. 

Piloty, 0., Dr. Quantitative Analysen durch Elektrolyse, 
ibd. 280. 

Pinkus, 6., Dr. Zur Kenntnis der Penthiazoline XXVI. 1077. 

- - vergl. Gabriel. 

Posner, Th., Dr. Ueber das Styrylamin und einige Derivate 

desselben, ibd. 1856. 
Pulvermacher, G., Dr. Zur Kenntniss des Formaldehyds ibd. 

955 und ibd. 2360. 

- - Ueber einige Abkömmlinge des Thiosemicarbazids, ibd. 

2812. 

- - Ueber einige Abkömmlinge des Thiosemiscarbazids and 

ümwandlungsprodukte desselben XXVII 613. 
Reissert, A., Dr. Ueber die Einwirkungsprodukte des Anilins 
auf Dibrombernsteinsäure. XXVI. 1758. 

- - Ueber Di — (y amidopropyl) essigsaure und ihr inneres 



— 115 — 

Oondensationsprodokt das Octo 1. 8. naphtyridin. 
ibd. 2137. 
Reissert, A., Dr. und Junghahn, A., Dr. üeber die Einwirkung 

des p. Toluidins auf Dibrombemstein- 

säure, sowie über einige Abkömmlinge 

der Dianilidobernsteinsäure. ibd. 1766. 

Tiemann, F., Prof. Dr. Ueber Isozuckersäure. XXVII. 118. 

- - siehe Fischer. 

Traube, W., Dr. Ueber Guanidinderivate zweibasischer 
Säuren. XXVI. 2551. 

- - Ueber Hamstoffderivate des Diacetonamins. XXVII. 277. 
Salomon, A., Dr. Ueber Oxazoline und Thiazoline und eine 

neue Darstellungs weise des letzteren. XXVI. 1321. 
und ausserdem in einer Reihe von Inauguraldissertationen 
von Schülern des Instituts. 

Der Direktor 
E. Fischer. 



29 Das zweite chemische Institut. 

Während des Jahres 1893/94 wurden in dem Institute 
folgende Vorlesungen gehalten: 

L Vom Institutsdirektor: Im S.-S. Anorganische Experi- 
mentalchemie. Im W. -S: 1. Allgemeine und physikalische 
Chemie, 2. über qualitative Analyse. 

n. Von dem Privatdozenten Dr. H. Jahn: Im S.-S. Aus- 
gewählte Kapitel der theoretischen Chemie. Im W.-S. Thermo- 
chemie. 

ni. Von dem Privatdozenten Dr. E. Rimbach: Im S.-S.: 
1. Spezielle quantitative Analyse, 2. über Luft. Boden und 
Wasser in chemischer Hinsicht. Im W.-S. Chemische Unter- 
suchung von Drogen und Pflanzenstoffen. 

Die täglich abgehaltenen praktischen Uebungen umfassten: 
1. das chemische Praktikum, 2. physikalisch-chemische Arbeiten. 
An dem erstem nahmen im S.-S. 24, im W.-S. 33 Studirende 
Theil, die letztern wurden im S.-S. von 5, im W.-S. von 7 Prak- 
tikanten besucht. Ausserdem arbeiteten in dem Institute die 
Privatdozenten Dr. W. Marckwald und Dr. A. Wohl, in 
S.-S. auch Dr. H. Traube. 



— 116 — 

Als Assistenten waren thätig: 1. Dr. H. Jahn für die 
physikalisch-chemischen Arbeiten; 2. Dr. E. Rimbach für den 
analytischen Unterricht; 3. Dr. L. Bern dt für die Vorlesung. 

Ans dem Institute gelangten während des Jahres 1893/.4 
folgende Arbeiten zur Veröffentlichung: 

1. W. Feldt: üeber das Verhalten des Hydroxylamins zu 
einigen Metallsalzen. Dissert. Berlin 1893. Ber. d. D. 
ehem. Ges. XXVII. 401. 

2. 0. Hu m bürg: Ueber die electromagnetische Drehung der 
Polarisationsebene einiger Säuren und Salze in verschiedenen 
Lösungsmitteln. Dissert. Berlin 1893. Zeitschrift für 
physikalische Chemie XII. 401. 

3. H. Jahn: Notiz über die latenten Verdampfungswärmen 
einiger organischer Verbindungen. Zeitschr. f. pbysikal. 
Ch. XI. 787. 

4. H. Jahn undG. Möller: Ueber die dispersionsfreie Mole- 
kularrefraktion einiger chemischer Verbindungen. Zeit- 
schrift für physikalische Chemie XIII. Heft 3. 

5. H. Landolt: Ueber die Dampftensionen der Fettsäuren. 
Zeitsch. f. physikal. Ch. XL 633. 

6. H. Landolt: Untersuchungen über etwaige Aenderungen 
des Gesammtgewichtes chemisch sich umsetzender Körper. 
Sitz«-Ber. d. Akad. d. Wissensch. zu Berlin 1893. 301. 
Zeitsch. f. physik. Ch. XII. 1. 

7. H. Landolt: Graham-Otto's Lehrbuch der Chemie. Bd. I. 
Abth. 3. Beziehungen zwischen physikalischen Eigen- 
schaften und chemischer Zusammensetzung der Körper. 
Unter Mitwirkung von A. Arzruni, W. Brühl, A. Horst- 
mann, 6. Krüss, W. Marckwald, R. Pribram und 0. Schön- 
rock. Erste Hälfte. Braunschweig. Vieweg. 1893. 500 S. 

8. H. Landolt: und R. Börnstein: Physikalisch-chemische 
Tabellen. Zweite Auflage. Berlin. Springer. 1894. 560 S. 

9. S. Löwenthal: Zur Kenntniss der chlorchromsauren und 
amidochromsauren Salze. Dissert. Rostock 1893. 

10. W. Marckwald: Ueber die Konstitution der Ringsysteme. 
Liebig's Annalen d. Ch. 247. 331. 

11. W. Marckwald: Ueber Amido- und Nitroderivate des 
Pyridins. Ber. d. D. ehem. Ges. XXVI. 2187. 



I 



— 117 — 

12. W. Marckwald und A. Wohl: üeber den Nachweis der 
Glyoxalinformel Ber. d. D. ehem. Ges. XXVI. 973. 

13. G. Möller: Ueber das Molekulargewicht der Persulfate 
und Permolybdate. Zeitsch. f. physik. Ch. XII. 555. 

14. G. Pistor: Die Einwirkung von Aldehyden auf Nitroso- 
körper. Dissert. Berlin 1894. 

15. H. Traube: üeber die Drehung der Polarisationsebene 
in geschmolzenem und krystallisirtem Maticocampher. Zeit- 
schrift für Krystallographie. XXII. 47. 

16. H. Traube: Ueber das wasserfreie Natrium Chromat und 
das Hydrat Na2 Cr 0* -f- 4 H2 0. Zeitschr. f. Krystallog. 
XXn. 138. 

17. H. Traube: Ueber die Isomorphie des Natriumcarbonats 
und Natriumsulfits. Zeitsch. für Krystallog. XXn. 143. 

18. H. Traube: Ueber die Krystallform optisch einaxiger 
Krystalle, deren Lösungen optisches Drehungsvermögen 
zeigen. Neues Jahrb. f. Min., Geol. u. Paleont. Beilage- 
band VIII. 510. 

19. H. Traube: Ueber die Krystallform einiger weinsaurer 
Salze. Neues Jahrb. f. Min., Geol. u. Paleont. Beilage- 
band VIII. 1. Mitth. S. 499, 2. Mitth. S. 523. 

20. H. Traube: Ueber die Krystallform einiger Lithiumsalze. 
2. Mitth. Neues Jahrb. f. Min., Geol. u. Paleont. 1894. 
I. 171. 

21. H. Traube: Ueber die Isomorphie von Salfaten, Selenaten, 
Chromaten, Molybdaten und Wolframaten. Neues Jahrb. 
f. Min., Geol. und Paleont. 1894. I. 185. 

22. A. Wohl: Ueber die Einwirkung von Phenylhydrazin 
und Ammoniak auf Diazobenzol. Ber. d. D. ehem. Ges. 
XXVI. 1587. 

Der Direktor 
Prof. Dr. Landolt. 



30. Das physikalische Institut. 

Die Vorlesung des Instituts wurde besucht: 
Im Sommer 1893 von 202 auf der Universität eingeschrie- 
benen Hörern und etwa 70 Studirenden des Königlichen Fried- 
rich-Wilhelms-Instituts. 

8 



— 118 — 

Im Winter 1893/94 von 213 auf der Universität einge- 
schriebenen HOrem und gleichfalls etwa 70 Studirenden des 
Königlichen Friedrich-Wilhelms-Instituts. 

An den praktischen Uebungen für Anfänger nahmen Theil 
im Sommer 1893 31; im Winter 1893/94 51; an dem Cnrsns 
für Mediciner im Sommer 13, im Winter 8. Mit selbstständigen 
Untersuchungen beschäftigt waren im Laboratorium in den 
beiden Semestern 14 resp. 18 Studireude. 

Ausserdem arbeiteten noch dauernd einige Privatdoeenten 
und ältere Praktikanten daselbst. 

Von den im Laboratorium ausgeführten wissenschaftlichen 
Untersuchungen gelangten von April 1893 bis April 1894 die 
nachfolgenden zur Publikation: 

1. John Daniel, Ueber galvanische Polarisation an einer 
dünnen metallischen Scheidewand in einem Voltameter. 
Wied. Ann. 49, p. 281. 

2. E. Pringsheim, Das Kirchhoffsche Gesetz und die 
Strahlung der Gase. Wied. Ann. 49, p. 347. 

3. R. Zsigmondy, Ueber die Diathermanität wässeriger 
Eisenoxydulsalzlösungen. Wied. Ann. 49, p. 531. 

4. E. Zsigmondy, Ueber die Diathermanität einiger Gläser 
von bekannter Zusammensetzung. Wied. Ann. 49, p. 535. 

5. H. E. ,J. G. du Bois und H. Rubens, Polarisation unge- 
beugter ultrarother Strahlung durch Metalldrahtgitter. 
Wied. Ann. 49, p. 593. 

6 A. Raps, Ueber Luftschwingungen. Wied. Ann. 50, p. UÖ. 

7. 0. Krigar-Menzel und A. Raps, Die Bewegung ge- 
zupfter Saiten. Wied. Ann. 50, p. 444. 

8. W. Behn, Ueber streifenförmige Anordnung galvanischer 
Niederschläge. Wied. Ann. 50, p. 105. 

9. H. Rubens, Zur Dispersion der ultrarothen Strahlen im 
Fluorit. Wied. Ann. 51, p. 381. 

10. E. Pringsheim, Bemerkung zu Herrn Paschens Ab- 
handlung „Ueber die Emission erhitzter Gase**. Wied. 
Ann. 51, p. 441. 

11. H. du Bois, Zur Magnetisirung eiserner Hohl- und Voll- 
Cjiinder. Wied. Ann. 51, p. 529. 

12. H. du Bois, Ringelelektromagnet zur Erzeugung inten- 
siver Felder. Wied. Ann. 51, 537. 



— 119 — 

13. H. Simon, lieber Dispersion ultravioletter Strahlen. 
Dissertation. 

14. A, Wupe, Die Rotations-Dispersion ultrarother Strahlen 

im Quarz. Wissenschaftliche Beilage zum Programm der 

Realschule zu Charlottenburg. 

A. Eundt. 



31. Institut für theoretische Physik. 

Der Personalstand erfuhr im Laufe des Etatsjahres eine 
Veränderung durch das Ausscheiden des bisheris:en Assistenten 
Dr. Eugen Röber aus Torgau, an dessen Stelle Dr. Otto 
Schönrock aus Berlin vom 1. November 1893 ab zum Assistenten 
ernannt wurde. 

Die Vorlesungen im Sommersemester behandelten die 
Optik (vor 26 Zuhörern), die im Wintersemester die Wärme- 
theorie, einschliesslich Thermochemie (vor 35 Zuhörern). Die 
mathematisch-physikalischen Uebungen erstreckten sich im 
Sommer auf die theoretische Behandlung der verschiedenen 
Methoden zur Messung von Dielektricitätsconstanten durch 
elektrische Schwingungen, insbesondere mittelst des Helm- 
holtz'schen Pendelunterbrechers, in Verbindung mit einer ein- 
geheDden Lektüre der einschlägigen Arbeiten von N. Schiller 
und E. Cohn; daran schlössen sich eine Anzahl voü speciellen 
Uebungsaufgaben. Im Winter wurde die Theorie der Energie- 
strahlung in ihrer seitherigen Entwicklung dargestellt, aus- 
gehend von den Arbeiten von G. Kirchhofi und L. Boltzmann. 
Auch hier ergaben sich zahlreiche Uebungsaufgaben. Die Zahl 
der Theilnehmer an den Uebungen betrug im Sommer 10, im 

^^^^^ 14- Der Direktor 

Dr. Max Planck. 

32. Das zoologische Institut. 

Als Nachfolger des als ordentlicher Professor der Zoologie 
an die Universität Marburg berufenen Dr. E. Korscheit 
erhielt zu Beginn des Rechnungsjahres die 1. Assistenten- 
stelle der Privatdocent Dr. K. Hei der, dem im Laufe des 
Sommerhalbjahrs der Titel Professor ertheilt wurde. 

8* 



— li^O — 

Das Inventar erfuhr hauptsächlich durch Vervollständigung 
der photographischen Einrichtung eine Vergrösserung. Die 
Bibliothek erreichte die Zahl von 1017 Werken mit circa 
2400 Bänden; die Sammlung der Wandtafeln erhielt einen 
Zuwachs von 26 Stück. Die Modell-Sammlung wurde durch 
eine Beihe von Foraminifereu-Durchschnitten, Spongien- Nadeln 
und Insektenköpfen ergän-^t. Die Zahl der aufgestellten 
Demonstrations-Präparate überschritt das dritte Tausend Die 
Sammlung europäischer Schmetterlinge wurde nach einem 
einheitlichen Prinzipe neu aufgestellt und durch zahlreiche 
Entwickelungsstadien vervollständigt. Die mikroskopischen 
Präparate erhielten einen bedeutenden Zuwachs durch eine 
Reihe im Institute angefertigter Spongien-Durchschnitte. 

Von dem Institute wurden auf der internationalen Aus- 
stellung in Chicago 12 grosse Wandtafeln mit eigenthümlicher 
Aufhängevorrichtung nnd das kunstvoll ausgeführte Glasmodell 
eines Glasschwammes ausgestellt. 

Das Amphibienhaus wurde mit Wasserzuleitung versehen. 
Für die Beschattung der Wasserbehälter im Instituts-Garten 
wurde durch Anpflanzung zahlreicher Bäume gesorgt. 

In den Räumen des Institutes lasen unter Benutzung der 
Hülfsmittel desselben 

im Sommer-Halbjahre: 

Prof. F. E. Schulze, Ueber die Nesselthiere und die Kamm- 
quallen, 2 mal wöchentlich, öffentlich, 

Prof. C. Möbius, Die Fauna der Ostsee und die Kttstenfauna 
der deutschen Nordsee, 1 mal wöchentlich, öffentlich, 

Prof. E. V. Martens, Ueber einheimische Mollusken, 2 mal 
wöchentlich, öffentlich, 

Prof. K. Heider, Anatomie und System der Crustaceen, 2 mal 
wöchentlich, privatim, 

Dr. 0. Seeliger, Naturgeschichte der thierischen Parasiten, 
2 mal wöchentlich, privatim; 

im Winter-Halbjahre: 

Prof F. E. Schulze, Allgemeine Zoologie mit besonderer 
Berücksichtigung der vergleichenden Anatomie, 5 mal 
wöchentlich, privatim, 



— 121 — 

Prof. C. Möbius, Die Verbreitung der Tliiere, 2 mal wöchentl., 

privatim, 
Prof. E. V. Märten s, Geschichte der Zoologie, 2 mal wöchentl., 

öffentlich, 
Prof. K. Heider, Ueber die Darwin'sche Theorie und die 

Theorie der Vererbung, 2 mal wöchentlich, privatim, 
Dr. 0. Seeliger, Allgemeine Entwicklungsgeschichte der 

Thiere, 2 mal wöchentlich, privatim. 

Ausserdem wurden unter Leitung des Directors mit Unter- 
stützung der Assistenten im Institute abgehalten 

während des Sommer-Halbjahres: 
Makroskopisch-zootomischer Cursus, 2 mal wöchentlich (21 Theil- 

nehmer), 
Mikroskopisch-zoologischer Cursus, H. Theil, täglich (9 Theil- 

nehmer), 
Wissenschaftliche Arbeiten, täglich (9 Praktikanten); 

während des Winter-Halbjahres: 
Mikroskopisch-zoologischer Cursus, I. Theil, täglich (7 Theil- 

nehmer), 
Wissenschaftliche Arbeiten, täglich (8 Praktikanten). 

An wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind im Rechnungs- 
jahre 1893/94 aus dem Institute hervorgegangen: 

F. E. Schulze, Revision des Systemes der Hyalonematiden. 
(Sitzungsber. d. Akad. d, Wiss. zu Berlin 1893.) 

- - Ueber die Ableitung der Hexactinelliden-Nadeln vom 

regulären Hexactine. (Sitzungsber. d. Akad. d. Wiss. 
zu Berlin 1893.) 

- - Ueber die Bezeichnung von Lage und Richtung im 

Thierkörper. (Verhandl. d. Deutschen Zoolog. Gesellsch., 

3. 1894 und Verhandl. der Anatom. Gesellsch., 7. 1893.) 
E. Korscheit und K. Heider, Lehrbuch der vergleichenden 

Entwicklungsgeschichte der wirbellosen Thiere. Spe- 

cieller Theil, 3. Heft, 1893. 
K. Heider, Ueber Gastrodes, eine parasitische Ctenophore. 

(Sitzungsber. d.Ges. naturforsch. Freunde zu Berlin, 1893.) 
• - Ueber die Bedeutung der Follikelzellen in der Em- 

bryonal-Entwicklung der Salpen. (Sitzungsber. d. Ges. 

naturforsch. Freunde zu Berlin, 1893.) 



— 122 — 

- - Mittbeilungen über die Embryonal-Entwicklung der 

Salpen. (Verhandl. d. Deutschen Zoolog. Ges., 3. 1894.) 

R. Heymons, Zur Entwicklungsgescbichte von ümbrella medi- 

terranea Lam. (Zeitscbr. f. wiss. Zool. 56. Bd., 1893.) 

- - üeber die Entwicklung des Ohrwurms (Forficula auri- 

cularia L.). (Sitzungsber. d. Ges. naturforsch. Freunde 
zu Berlin, 1893.) 

- - Ueber die Entwicklung der Geschlechtszellen bei den 

Insekten. (Sitzungsber. der Ges. naturforsch. Freunde 
zu Berlin, 1893). 

- - Ueber die Bildung der Keimblätter bei den Insekten. 

(Sitzungsber. d. Akad. d. Wissensch. zu Berlin, 1894.) 

- - üeber die Fortpflanzung der Ohrwürmer. (Sitzungsber. 

d. Gesellsch. naturforsch. Freunde zu Berlin, 1894) 
A. Brauer, Zur Kenntniss der Spermatogenese von Ascari< 
megalocephala. ( Arch. f. mikroskop. Anatomie, 42 Bd. 1893.) 

- - Zur Kenntniss der Reifung des parthenogenetisch sieb 

entwickelnden Eies von Artemia salina. (Zoologischer 
Anzeiger, 1893.) 
0. Maas, On some problems of the distribution of marine 
animals. (Natural Science, 1893.) 

- - Die craspedoten Medusen der Plankton -Expedition. 

(Ergebnisse der Plankton-Expedition der Humboldt- 
Stiftung, n. K. c, 1893.) 

F. Purcell, Ueber den Bau der Phalangidenaugen. (Diss.) 1894. 

F. Schaudinn, Myxotheca arenilega nov. gen. nov. spec. Ein 
neuer mariner Rhizopode. (Zeitschr. f. wiss. Zoologie. 
57- Bd., 1893.) 

- - Die Fortpflanzung der Foraminiferen und eine neae 

Art der Kernvermehrung. Vorlauf. Mittheil. (Biolog. 
Centralblatt, 14. Bd., 1894,) 

- - Ceber die systematische Stellung und Fortpflanzung 

von Hyalopus. n. g. (Gromia dujardinii Schnitze). 
(Sitzungsber. d. Gesellsch. naturforsch. Freunde zu 
Berlin, 1894.) 

- - Untersuchungen an Foraminiferen. I. Calcituba poly- 

morpha Roboz. (Diss.) 1894. 



— 123 — 

33. Das Hnseum für Natnrkande. 
I. Allgemeine Verwaltung. 

Die Besuchsstunden für die Scbausammlungen an den 
Sonn- und 2. Feiertagen sind durch Ministerial-Erlass vom 
25. April 1893 mit Rücksicht auf die Länge und Kürze der Tage 
in den verschiedenen Jahreszeiten far die Monate April bis 
einschliesslich September von 12 bis 6 Uhr nachmittags, für 
die Monate März und Oktober von 12 bis 5 Uhr, für die Monate 
Februar und November von 12 bis 4 Uhr und für die Monate 
Januar und Dezember von 12 bis 3 Uhr festgesetzt worden. 

Die Gesammtzahl der Besucher erhöhte sich demzufolge 
auf 29 684 Personen gegen 26 526 im Vorjahre. Von dieser 
Zahl entfallen 4 779 auf die verlängerte Besuchszeit an den 
Sonntag-Nachmittagen. 

Ganze Schulklassen besuchten die Schausammlungen an 
Mittwoch-Nachmittagen in 13 Fällen. 

Besondere bauliche Veränderungen am Museumsgebäude 
sind nicht vorgenommen worden. 

Der bisherige Hülfsunterbeamte, Büreaudiener Reuter, 
wurde am 1. April 1893 als Unterbeamter etatsmässig an- 
gestellt. 

Prof Beyrich, 

Verwaltungsdirektor. 

2. 6eologl8Cli-palaeoiitologi8Clie8 Institut und geologisch-paiaeontologische 

Sammlung. 

1. Geologisch-palaeontologisches Institut. 

Die Lehrmittel des Institutes wurden um eine Anzahl 6e- 
birgs- und Geysir-Modelle, sowie um einen neuen verbesserten 
Zeichenapparat vermehrt. Die Vergrösserung der Bibliothek 
masste wie bisher auf die Anschaffung der noth wendigsten neu 
erschienenen Bücher beschränkt bleiben; durch Gelegenheits- 
kauf konnten einige ältere grundlegende Werke erworben 
werden. Unter Leitung der Beamten arbeiteten zum Theil 
selbständig die Herren Dr. Fibelkom, Scupin, Weissermel, 
Dr. Schellwien, Jimbö, Farncombe, Dr. Dannenberg; ausserdem 
wurden die Repitionssammlungen von einer Anzahl Studirender 
der Universität und der Bergakademie benützt. Folgende Publi- 



— 124 — 

kationen gingen im Laufe des Jahres aus dem Institute 
hervor. 

W. Dam es: !• lieber die Gliederung der Flötzformation 
Helgolands. 

- - 2. Ueber das Vorkommen von Ichthyopterygiern im 

Tithon Argentiniens. 

- - 3. Ueber die Zeuglodonten aus Aegypten und die Be- 

ziehungen der Archaeoceten zu den jüngeren Cetaceen. 
0. Ja ekel: 1. Ueber die Ruderorgane der Placodermen. 

- - 2. Ueber Holocrinus W. und Sp. aus dem unteren 

Muschelkalk. 

- - 3. Die eocänen Selachier von Mt. Bolca, ein Beitrag 

zur Morphogenie der Wirbelthiere. 
K. Futterer: 1. Die oberen Kreidebildungen der Umgebung 
des Lago di Santa Groce in den venetianer Alpen. 

- - 2. Die Gliederung der oberen Kreide in Friaul. 

- - 3. Ueber Hippuriten von Nabresina. 

- - 4. Ein Beitrag zur Theorie der Faltengebirge. 

M. Fibelkorn: Die norddeutschen Geschiebe der oberen Jura- 
formation (Dissertation). 

K. Jimbö: Beiträge zur Kenntniss der Fauna der Kreide- 
formation von Hokkaido. 

2. Geologisch-palaeontologische Schausammlung. 

Die geologisch - palaeontologische Schausammlung erfuhr 
eine ausserordentliche Bereicherung durch die Gnade Seiner 
MajestätdesKönigs, welcher ausseinemDispositionsfonds90(X)Mk. 
zurAnschafPiing des ersten volIständigenPlesiosaurus ausDeutsch- 
land und zwar von Holzmaden in Württemberg und eines 
eben dorther stammenden Ichthyosaurus mit Haut und Flossen- 
resten allergnädigst bewilligte. Einige Eeste diluvialer Säuge- 
thiere gingen auch in diesem Jahre von Herrn Körner in 
Rixdorf als Geschenke ein. Die Neuaufstellung der Fische 
und Crinoiden wurde durch den Gustos Dr. Jaekel beendet 

3. Palaeontologische Hauptsammlung. 

Dieselbe wurde bereichert durch Fossilien und Gesteine 
von Helgoland seitens Professor Dr. Dames und durch Auf- 
sammlungen venetianischer Kreide seitens des Assistenten 



- 125 — 

Dr. Fatterer, ferner durch Kauf von Cephalopoden aus dem 
Muschelkalk Bosniens, einer Anzahl Crinoiden devonischer 
Schichten der Rheinlande und verschiedener Schichten Nord- 
Amerikas, eine Reihe stattlicher Säugethierreste aus Nord- 
Amerika und durch Fischreste aus den russischen Ostsee- 
proviDzen, ausserdem durch eine Anzahl einzelner Fossilien. 
Durch Tausch mit der John Hopkins-University in Baltmore 
wurde eine reiche Sammlung nordamerikanischen Tertiärs er- 
worben. Aus der Ewald'schen Sammlung wurde gemäss den 
Bestimmungen der Geschenkgeberin Frau Dr. Ewald je eine 
Sammlung Fossilien an Herrn Senator H. Roemer in Hildesheim, 
Herrn Professor Runge in Hannover und Herra Professor 
Tribolet in Neuchätel abgegeben. Die Durcharbeitung der 
Sammlung seitens der Beamten erstreckte sich namentlich auf 
die Ewald'sche Sammlung, das Tertiär, die Crinoiden und 
Ammoniten. Von Herrn Professor Mayer-Eymar aus Zürich 
wurde ein Theil unseres ägyptischen Tertiärmaterials durch- 
;<;irbfitet 

4. Personalveränderungen. 

Der bisherige Diener Sieth rückte in die Stelle des in den 
Ruhestand getretenen Präparators Schneider, der bisherige 
Hiilfsdiener Borchert wurde definitiv als Diener angestellt. 

Direktor. 
Beyrich. 

3. Mineralogisch -petrographisches Institiit 

Die mineralogischen und petrographischen Unterrichts- 
sammlungen wurden einer genauen Revision unterzogen und 
das Fehlende in ihnen nach Thunlichkeit ergänzt. Ebenso erfuhr 
die Sammlung für das krystallographische Praktikum eine 
durchgreifende Neubildung und Bereicherung. 

Durch den Präparator und die Diener ist eine ansehnliche 
Vermehrung der Mineral- und Gesteinspräparate erzielt worden. 

Die wissenschaftlichen Hülfsmittel für die Hauptvorlesungen 
wurden durch die Anfertigung von Tafeln und Zeichnungen, 
sowie den Ankauf von Photographien, optischen Präparaten 
und Modellen verstärkt. Ebenso erfuhr die Institutsbibliothek 
durch Ankauf eine ansehnliche Bereicherung, gleichwie auch 



— 126 — 

das chemische Laboratorium in seiner Ausrüstung vervoll- 
ständigt wurde. 

Was die Beschäftigung der Anfanger anlangt, so war deren 
Betheilignng an den praktischen Uebungen im Institut eine 
rege. Von den Vorgerückteren sind zwei Arbeiten über argen- 
tinische Gesteine und eine über Gesteinseinschlüsse vom Vesuv 
zum Abschluss gebracht worden. 

Von den im Institut ausgeführten Arbeiten sind folgende 
erschienen : 
C. Klein: Optische Studien an Granat, Apophyllit, Vesuvian 

und Pennin. Sitzungsberichte der Königlich Preussiscben 

Akademie der Wissenschaften 1894. 
C. A. Tenne: üeber Gesteine der äthiopischen Vulkanreihe. 

Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft 1893. 

- - Die Basalte des Djolan. Zeitschr. der deutschen geolo- 

gischen Gesellschaft 1893. 
F. Rinne: Ueber Basalte aus dem Gebiete der Weser und 
den angrenzenden Gebieten der Werra und Folda. 
Jahrbuch der Königlich Preussiscben geologischen 
Landesanstalt 1893. 

- - Vergleich von Metallen mit ihren Oxyden, Sulfiden. 

Hydroxiden und Halogenverbindungen bezüglich der 
Krystallform. Neues Jahrbuch für Mineralogie 1894 Bd. I. 

- - Beitrag zur Kenntniss des Skolezits. Neues Jahrbuch 

für Mineralogie 1894 Bd. ü. 
R.Herz: Ueber die Zonarstruktur der Plagioklase. Tschermaks 
Mineralogische und petrographische Mittheilungen 1893. 

Prof. Dr. C. Klein, 

Director. 

4. Mineralogisch -petrographische Sammlung. 

Im Etatsjahr 1893/94 sind an der Sammlung folgende 
Arbeiten vorgenommen worden: 

In der Schausammlung wurden minderwerthige Stücke 
gegen bessere ausgetauscht und in der Prüfung der vorhandenen 
Etiketten auf ihre allseitige Richtigkeit fortgefahren. 

Was die Hauptsammlung anlangt, so sind in derselben die 
ostafrikanischen Sammlungen nach Massgabe der neu er- 
schienenen Karte von Aequatorial-Ostafrika neu geordnet und 



- 127 — 

etikettirt worden. Ebenso erfuhren eine Neuordnung und 
wissenschaftliche Bearbeitung durch den Cnstos Dr. Tenne die 
Gesteine der äthiopischen Vulkanreihe und des Djolan. Ferner- 
hin wurden in der Mineraliensammlung die spanischen Vor- 
kommen nachgesehen und etikettirt. 

Die von dem verstorbenen Baron von Knobelsdorff auf 
Schöneiche bei Berlin dem Staate vermachte Mineralien- 
sammlung wurde nach Berlin übergeführt und in dem Museum 
zur Einreibung vorbereitet. Nach erfolgter Annahme dieses hoch- 
herzigen Geschenks durch Se. Majestät wird darüber näher 
berichtet und die Einreihung vorgenommen werden. 

Die Sammlungen haben auch in diesem Jahr erheblicher 
Vermehrungen sich zu erfreuen gehabt. Angekauft wurden 
Mineralien vom Harz (Silbererze), aus der Schweiz (Anatase 
und Dolomitmineralien aus dem Binnenthale), aus Tirol (Fluss- 
spathe), Italien (Eisenkiese von Brosso), Skandinavien, Russland, 
Mexico, den Vereinigten Staaten von Nordamerika. 

An Geschenken verdankt die Sammlung werthvolle Zu- 
wendungen von Seiten der Herren Geheimrath Beyrich, Berlin 
(Gesteine vom Luganer See), Professor Bücking, Strassburg 
(Sulfoborit von Westeregeln), W. Harres, Darmstadt (Mineralien 
von Auerbach), Dr. L. Hirsch, Berlin (Gesteine von Aden, 
Arabien), Dr. Hornung, Leipzig (Porphyre aus dem Harz), 
K. Jimbo, Japan (Andesit aus Japan), Dr. Klautzsch, Berlin 
(künstliches Zinkoxyd), Professor Koto, Tokio (Manganepidot 
aus Japan), Dr. Lieder, Deutsch-Ostafrika (Almandin, Berg- 
krystall), Dr. 0. Neumann, Berlin (Gesteine aus Ostafrika), 
J. Romberg, Berlin (Gneisse von Taufers), Dr. Scheibe, 
Berlin (Gypse von Dobbertin), Professor G. H. Williams, 
Baltimore (PjToxenit von Webster), Dr. Wulff, Schwerin 
(künstliche Krystalle), Dr. Zimmermann, Berlin (Webskyit 
aus Thüringen). 

Prof. Dr. C. Klein, 

Director. 

5. Zoologische Sammlung. 

Die Arbeiten des Bestimmens, Ordnens und Katalo- 
gisirens der Thiere waren in folgender Weise an die wissen- 
schaftlichen Beamten vertheilt: 



— 128 — 

Zweiter Direktor, Prof. Dr. von Märten s: Mollusken und 
Brachiopoden. 

Kustos Prof. Dr. Hilgendorf: Fische, Crustaceen (ausser 
Cirripedien) 

Kustos Dr. Reich enow: Vögel. 

Kustos Dr. Karsch: Lepidopteren, Hemipteren, Orthopteren. 

Kustos Kolbe: Coleopteren, Neuropteren. 

Kustos Dr. Weltner: Cirripedien, Cölenteraten, Spongien, 
Protozoen. 

Assistent Dr. Tornier: Anatomische Präparate, Reptilien, 
Amphibien. 

Assistent Matschie: Säugethiere. 

Assistent Dr. Collin: Würmer, Tunicaten. 

Assistent Dr. Stadelmann: Hymenopteren, Arachnoiden, Myrio- 
poden. 

Assistent Dr. Meissner: Bryozoen, Echinodermen, Hilfs- 
leistungen beim Ordnen der Mollusken. 

Assistent Dr. Wandolleck: Dipteren. 

Freiwillige wissenschaftliche Hilfsarbeiten führten 
aus: Josephy bei den Fischen; Dr. Lucas bei der Be- 
stimmung der Hymenopteren und der geordneten Aufstellung der 
in Alkohol aufbewahrten Insekten, Arachnoiden und Myriopoden. 
Dr. Schmiedeknecht in Blankenburg i. Thür. bestimmte und 
ordnete Hymenopteren, E. H. Rttbsaamen in Berlin präparirte, 
bestimmte und ordnete Gallenthiere. 

Die technischen Arbeiten des Ausstopfens, Skelettirens. 
Einsetzens in Spiritus und dergl. führten aus die Präparatoren 
Ludwig, Kastelan, Lemm und Bulle m er, die Hiilfspräpara- 
toren Protz und Reiche und der freiwillige Hülfspräpa- 
rator Wossidlo. Das Präpariren von Insekten besorgten 
die Hilfspräparatoren Thurau, üde und Schmidt. Für Hand- 
leistungen bei den wissenschaftlichen und technischen Arbeiten 
sind sechs Diener angestellt, von welchen drei auch noch die 
Schausammlung zu überwachen haben, wenn diese dem 
Publikum geöffnet ist. Für Schriften wissenschaftlicher Beamten 
zeichneten im Museum Frau Anna Held Säugethiere und 
Vögel, Herr Nie. Prillwitz Insekten und andere Thiere, 
Herr E. H. Rübsaamen Insekten und Mollusken. 



— 129 — 

Zu Assistenten wurden ernannt Dr. B. Wandolleck am 
1. April 1893, Dr. F. Stuhlmann am 17. November 1893. 

A. Die Schansammlung. 

Säugethiere. Neu aufgestellt wurden eine weibliche 
Giraffe aus dem zoologischen Garten, ein Elchhirsch aus Ost- 
prenssen and ein Pampahirsch aus Südamerika. Mehrere 
schlecht ausgestopfte Arten wurden durch gute Exemplare 
ersetzt. Die Verbreitungskarten wurden vermehrt. 

Vögel. Die Sammlung der deutschen Vögel wurde durch 
Geschenke der Herren von Treskow, Zimmermann und Neuwerk 
nnd durch Ankäufe mehrerer Vogelgruppen bereichert. 

Reptilien und Amphibien. Eine Riesenschlange (Py- 
thon natalensis) wurde ausgestopft und deren Skelett aufgestellt. 
Eine grössere Zahl Froschskelette und gute farbige Bilder von 
Reptilien und Amphibien wurden neben den Spiritusexemplaren 
derselben Arten zur Anschauung gebracht. 

Fische. Neu aufgestellt wurde ein grosser amerikanischer 
Trygon und das Schwert eines Histiophorus. Herr Josephy 
fertigte 65 Verbreitungskarten an. 

Insekten. In der Sammlung der Schmetterlinge wurden 
eine Anzahl schlechte Exemplare durch frische Stücke ersetzt 
und eine zweckmässige Umstellung vieler Kästen ausgeführt. Die 
Käfersammlung wurde durch biologische Gegenstände ergänzt. 
Zu den Hymenopteren kamen bisher fehlende Arten und 
zahlreiche biologische Präparate. In die systematische Ab- 
theilung der Hymenopteren wurden Verbreitungskarten einge- 
fügt. Zur V.eranschaulichung des Systems der Dipteren wurden 
zwei Kasten aufgestellt. Die Lebensweise schmarotzender und 
Gallen bildender Dipteren wurde durch gute Präparate erläutert. 
Die deutschen Hemipteren wurden um 8 Kasten, welche 
die Cicaden, Kleinzirpen und Fulgoriden enthalten, vermehrt. 

Crustaceen. Einige kleinere einheimische Arten wurden 
eingefttgt, mehrere Namenschilder gedruckt und eine Ver- 
breitungskarte angefertigt. 

Würmer. Einige fehlende Arten wurden aufgestellt, 
schlechte Exemplare durch bessere ersetzt und die An- 
fertigung eines Verzeichnisses der Gegenstände der Schau- 
sammlung begonnen. 



— 130 — 

Bryozoen. Die Süsswasserbryozoen wurden den neueren 
Forschungsergebnissen entsprechend geordnet, in die Ver- 
breitungskarten neue Fundorte eingetragen und ein Verzeich- 
niss der aufgestellten Arten angefertigt. 

Mollusken und Brachiopoden. Es wurden verschiedene 
Arten aus Helgoland, mehrere gute Spirituspräparate von 
Schnecken und Muscheln und schöne Schalenschliffe aufgestellt, 
achtzehn Verbreitungskarten entworfen und ein Verzeichniss 
aller in der Schausammlung befindlichen Species aufgenommen. 

Echinodermen. Es wurden einige gute Präparate von 
Schalen- und Stachelschliffen aufgestellt und ein Verzeichniss 
der in der Schausammlung stehenden Species angefertigt. 

Cölenteraten, Spongien und Protozoen. Die Spon- 
gien wurden um 16, die Protozoen um 2 Species vermehrt. 

B. Die Hauptsammlung. 

Säugethiere. Den grösseren Theil der Arbeitszeit nahm 
die Bestimmung eingegangener Sendungen in Anspruch. Die 
in Alkohol gut konservirten Exemplare der früheren ana- 
tomischen Sammlung wurden in ihre systematischen Gruppen 
eingereiht. Die Raubthiere und Antilopen konnten in die für 
sie dauernd bestimmten Schränke versetzt werden. Die kritische 
Revision der reichhaltigen Schädelsammlung wurde fortgesetzt 
und die systematischen Kataloge wurden weiter geführt. 

Vögel. Neben der Untersuchung eingehender Sendungen 
wurde die Durchbestimmung undNeuetikettirungderafrikanischen 
Vögel fortgesetzt; erledigt wurden: Osciues, Strisores, Clama- 
tores, Scansores, Raptatores und Gyrantes. Die Tauben wurden 
nach dem Katalog des Britischen Museums geordnet, der Best 
der im Keller befindlichen Spirituspräparate wurde durch- 
gesehen und geordnet und die Eiersammlung bis auf die 
Ordnung der Schwimmvögel mit neuen Namenschildern versehen. 

Reptilien und Amphibien. Die meisten Abtheilungen 
beider Klassen wurden nach den neuen Katalogen des Britische» 
Museums neu geordnet und etikettirt. Die aus den deutschen 
Schutzgebieten von Togo und Kamerun eingesandten Arten 
wurden bestimmt, in die Sammlung eingeordnet und katalogisirt 

Fische. Von älteren Eingängen wurden durchgesehen, 
bestimmt und zum Theil in die Hauptsammlung eingereiht: 



\ 



— 131 — 

Fische aus Java, Sokotra (gesammelt von Riebek), Japan und 
Ceylon (von Hilgendorf), aus der Südsee (von Putze), und von 
verschiedenen Fundorten (aus der ehemaligen anatomischen 
Sammlung). Die Gattungen Pristis und Serranus wurden ge- 
ordnet, eine alphabetische Liste sämmtlicher Gattungsnamen 
angefertigt und mehrere Skelette aufgestellt. Für reisende 
Sammler wurden Anweisungen ausgearbeitet und Desideraten- 
listen zusammengestellt. 

Insekten. Die Präparation, Bestimmung und Einordnung 
der Insekten, die aus den deutschen Schutzgebieten eingingen, 
nahm den grössten Theil der Arbeitszeit der technischen und 
wissenschaftlichen Beamten der entomologischen Abtheilung in 
Anspruch. Die afrikanischen Tagfalter wurden in 180 Kästen, 
die afrikanischen Nachtfalter in 81 Kästen eingeordnet. Ein 
grosser Theil der ostafrikanischen Käfer, Hymenopteren, He- 
mipteren und Orthopteren wurde bestimmt und eingeordnet. 
Die zweite Hälfte der Dipteren der früher augekauften grossen 
Loe waschen Sammlung wurde in neuen Kästen aufgestellt. Die 
Chilosien, Pipunculiden, Cordylurinen und Sapromyzinen wurden 
revidirt und neu geordnet. Die Bearbeitung der Mycetophiliden 
wurde vollendet, die der Henopier in Angriff genommen und 
118 mikroskopische Präparate der letzteren angefertigt. 

Die seit vielen Jahren angesammelten Vorräthe von In- 
sekten, Spinnen und Myriopoden in Spiritus wurden in passende 
Gläser gebracht und in faunistischer Ordnung aufgestellt. 

Arachnoiden. Die Vogelspinnen und Skorpione wurden 
systematisch geordnet, von den Tntarauliden und Telyphoniden 
ein systematischer Katalog angefertigt und die Vorräthe der- 
selben bestimmt. 

Crustaceen. Ausser zahlreichen neuen Eingängen wurde 
eine grössere Anzahl älterer noch nicht durchgearbeiteter Krebs- 
sammlungen aus Madagascar, Afrika, Indien, Polynesien und 
Brasilien bestimmt und eingeordnet. Für die Cladoceren wurde 
ein neuer systematischer Katalog angelegt. 

Würmer. Die meisten frisch in das Museum gelangten 
Wirbelthiere wurden auf Entozoen untersucht, eingesandte 
Würmer bestimmt, etikettirt und eingeordnet. Von vielen Arten 
worden mikroskopische Präparate angefertigt. Die unbestimmten 
Cestoden, Trematoden und Nematoden wurden der besseren 



— 132 — 

üebersicht wegen nach der systematischen Ordnung ihier 
Wirthe aufgestellt. Die bestimmten Trematoden wurden nach 
dem neuen System von Braun geordnet. Bei diesen Arbeiten 
wurden die Gläser neu gefüllt und gut verkorkt und viele neue 
Gattungsschilder eingefügt. 

Tunikaten. Verschiedene bei Rovigno gesammelte oder 
im Berliner Aquarium lebende Arten wurden bestimmt nnd 
ein Eingangskatalog der Klasse angelegt. 

Bryozoen. Ausser den neuen Eingängen wurden einige 
ältere Bestände bestimmt und eingeordnet, von Statoblasten 
einheimischer Süsswasserbryozoen mikroskopische Präparate 
angefertigt, und die Hauptsammlung der Conchylien auf an- 
sitzende Statoblasten durchgesehen. 

Mollusken. Die definitive Anordnung der Conchylien 
verbunden mit Einreibung der Albers'schen, Dunker'schen und 
PaeteTschen Sammlung unter Ausscheidung der Doubletten 
wurde durchgeführt für die Familien der Mitriden, Volutiden, 
Margin elliden und die Gattungen Harpa und Erato der Meer- 
schnecken und für die Familien der Testacelliden, Glandlniden. 
Streptaxideu, Vitriniden, Zonitiden und Patuliden und die 
Gattung Campylaea der Landschnecken und die Familie der 
Melaniden unter den Süsswasserschnecken. Bei dieser Arbeit 
wurden die betreffenden handschriftlichen Specialkataloge theils 
ergänzt und berichtigt, theils ganz umgearbeitet. 

Bei den angeführten Landschnecken wurden die Exemplare 
aus dem Gebiete des deutschen Reichs besonders zusammen- 
gestellt und eine Zusammenstellung der Meer-Conchylien der 
deutschen Nord- und Ostsee begonnen. Die in Spiritus auf- 
bewahrten Mollusken wurden verzeichnet, die Nudibranchien 
neu geordnet und ein systematischer Katalog derselben ent- 
worfen. Alle Gläser wurden nachgesehen und nöthigenfalls 
mit neuem Spiritus gefüllt. 

Echinodermen. Die neuen Eingänge und ältere unbe- 
stimmte Arten, vorzugsweise Holothurien, wurden be- 
stimmt und eingereiht. Von vielen Arten wurden mikros- 
kopische Präparate angefertigt. Ein Verzeichniss sämmtlicher 
recenten Echinoderraenspecies, das als üebersichtskatalog der 
im Museum vorhandenen Arten dienen soll und zum Nach- 



— 1:3:) — 

tragen neuer Species eingerichtet ist, wurde angefertigt und 
ein neuer systematischer Katalog der Crinoiden begonnen. 

Cölenteraten, Spongien, Protozoen. Neue Eingänge 
wurden bestimmt und eingeordnet. Der Korkverschi uss der 
in Spiritus aufbewahrten kleinen Präparatengläser wurde zur 
Abhaltung von schädlichen Färbungen durch Pfropfen von 
Watte oder Pflanzenmark ersetzt. 

Vermehrung der zoologischen Sammlung. 

Die Säugethiere erhielten theils durch Ankauf, theils 
durch Schenkung einen Zuwachs von 400 Nummern, unter 
denen 68 Arten sind, welche bisher fehlten. Besondert werth- 
voUe Geschenke machten die Herren 0. Neu mann und 
P. Keumann, Werther, v. Elpons und Sjöstedt 

Zur Vogelsammlung kamen 380 Bälge, 47 Skelette und 
275 Eier, tbeils durch Ankauf, theils durch Tausch, theils 
durch Sendungen aus den afrikanischen Schutzgebieten. 
Geschenke erhielt diese Abtheilung von den Herren 
Bünger, A. Müller, Padre Schmitz, Sjöstedt, P. und 
0. Neumann. Als besonders werthvoUe Erwerbungen sind zu 
nennen: ein neuer Paradiesvogel, seltene Species von den 
Sandwichsinseln, werth volle Arten aus Argentinien, Neuguinea 
und Eamernn. 

Die Sammlung der Reptilien und Amphibien wurde um 
12y Arten vermehrt. Ostafrikanische Species schenkte Herr 
0. Neumann, argentinische Herr P. Neumann. 

Die Fisch Sammlung wurde bereichert durch Geschenke 
der Herren 0. Neumann, Dunker, v. d. Borne, Hartwig, 
Fleck, Nitsche, Weltner und Fritsch, durch Sendungen 
ans deutschen Schutzgebieten, Rovigno und der Nordsee, sowie 
durch Ankäufe aus Naturalien- und Fischhandlungen 

Die Insektensammlung wurde durch Ankäufe, Tausch 
mit Sammlern und Händlern und Zusendungen aus den deut- 
schen Schutzgebieten bedeutend vermehrt. Die Lepidopteren 
wurden bereichert durch viele ausgeblasene Raupen deutscher 
Kleinschmetterlinge, durch zahlreiche Falter aus Afrika, Asien, 
Australien und Südamerika; die Käfer durch die Eichhoff- 
schen Tomiciden, viele afrikanische, japanische und ameri- 
kanische Arten. Hymenopteren schenkten die Herren 

«7 



— 134 — 

Schulz, Fruhstorfer, 0. Neumann, Rübsaamen, Thurau, 
V. Schlechtendahl (Gallen), Durch Tausch erhielt das Musenm 
werthvolle Arten von den Museen zu Hamburg und Wien, durch 
Kauf aus Thüringen, Ungarn, Afrika, Amerika und Asien viele 
bisher fehlende Species. Dipteren aus Argentinien schenkte 
Herr Drake, aus Tasmania Herr Bufton, aus Ostafrika Herr 
0. Neumann Durch Kauf wurden Gallen und mikroskopische 
Präparate von Galleninsekten erworben. Die Orthopteren 
und Hemipteren wurden ansehnlich vermehrt durch Sendungen 
aus den deutschafrikanischen Schutzgebieten. 

Die Arachnoidensammlung wuchs durch Geschenke der 
Herren E. Haase (aus Bangkok), Dr. Drake (aus ArgentinieDj 
und 0. Neu mann (aus Ostafrika), durch Tausch mit dem Ham- 
burger Museum und durch Ankauf ungarischer, südamerikanischer 
und afrikanischer Arten und durch Sendungen aus den deut- 
schen Schutzgebieten. 

Die Myriopoden wurden durch Sendungen aus Ostafrika 
und durch Ankäufe aus Ceylon, Borneo, Nord-Australien und 
Süd-Amerika vermehrt. 

Die Sammlung der Crustaceen bereicherten durch Ge- 
schenke die Herren Moller (aus Coimbra), P. Neumann 
(aus Argentinien), H. Virchow (aus Nordamerika), A. Krause 
(aus Teneriffa); ferner durch Sendungen aus den deutsch- 
afrikanischen Schutzgebieten, aus Jaluit. Rovigno und Helgo- 
land, durch Tausch mit der zoologischen Station in Neapel 
und durch Ankauf japanischer und javanischer Arten. 

Die Pycnogoniden wurden durch einige Arten aus der 
Nordsee vermehrt. 

Die freilebenden Würmer wurden um 109 Nummern 
vermehrt, die Entozoen um 113 Nummern. Geschenke über- 
gaben die Herren Blanchard, Braun, Moller, P. Neumann, 
V. Oertzen, Ostertag, Vejdovsky u. A. Durch Tausch 
wurden werthvolle Würmer aus Schweden, England, Triest 
und Nordamerika erhalten. Gekauft wurden Arten aus der 
Nordsee, Brasilien, Ceylon und Madagaskar. Zu den Tunikaten 
kamen einige Arten aus der Nordsee und Adria. 

Die Bryozoen wurden um einige Arten aus der Adria, 
der Nordsee, Grönland und Brasilien vermehrt. 

Die Molluskensammlung wurde vermehrt durch Sen- 



— 135 — 

dangen aus den deutscbafrikanischen Schutzgebieten, durch 
Geschenke der Herren 0. Neumann (aus Sansibar und 
Tanga), Fruhstorfer (aus Java), Semon (aus N. Australien, 
Java und Amboina), M. Weber (aus Java, Celebes undFlores), 
A. Krause (aus Teneriffa), P. Neumann (aus Argentinien), 
Frau Koppe, A. Moller (aus St. Thome) u. A. Auch durch 
Tausch und Ankauf wurden viele noch fehlende Species er- 
worben. 

Zu den Echinodermen kamen Species aus Grönland, 
Japan, Rovigno und Helgoland durch Kauf und Tausch. 
Geschenkt wurden 96 Präparate von Holothurien-Kalkkörpem 
ivon K. Möbius). 

Coelenteraten und Spongien schenkten A. Krause, 
Mühsam und 0. Neumann. Eingetauscht wurden Korallen 
von den Museen in Strassburg und Wien, Spongien von den 
Museen in Kiel und Königsberg. Gekauft wurden Coelenteraten 
und Spongien von der biologischen Anstalt in Helgoland, von 
Lendenfeldt in Czernowitz, von Ihering in Brasilien u. A. 

Ende März 1894 enthielt der Generalkatalog folgende 
Schlussnummem (in Klammern die Schlussnummern im März 
1893): Säugethiere 7256 (6856), Vögel 31111 (30678), 
Vogeleier 5580 (5492), Reptilien und Amphibien 11461 
(11190), Fische 13460(13368), Lepidopteren 27264 (26 727), 
Coleopteren 65102(64461), Hymenopteren 27 000(26023), 
Dipteren 11619, mikroskopische Präparate von Dipteren 264, 
Neuropteren 1154 (1132), Orthopteren 6330 (6011), Hemi- 
pteren 11 899 (11 010), Arachnoiden 7230 (7136), Myriopoden 
17(X) (1620), Crustaceen und Pycnogoniden 8931 (8690), Frei- 
lebende Würmer 2390 (2281), Entozoen 3227 (3114), Tuni- 
katen 476 (377), Bryozoen 572 (551), Mollusken und 
Brachiopoden 46951 (45 770), Echinodermen 3598 (3433), 
Coelenteraten 3412 (3309), Spongien und Protozoen 2021 
(1706). 

Die Bibliothek wurde theils durch Tausch, besonders aber 
durch den Ankauf zahlreicher theurer Werke vervollständigt. 
Der nur 2(X)0 M. betragende Posten für Bücher musste deswegen 
um 2300 M. überschritten werden. Werthvoile Werke schenkten 
der Fürst von Monaco und Prof. Hilgendorf. 

Zu wissenschaftlichen Zwecken wurde die zoologische 

9* 



— 13G — 

Sammlang von mehr als 250 Berliner und auswärtigen Ge- 
lehrten benutzt. Mit vielen deutschen, europäischen und ausser- 
europäischen Museen wurden Tausch- und Studiensendungen 
gewechselt. Zahlreiche Studirende und Künstler erhielten 
Zulasskarten zur Benutzung der Schau- und Hauptsammlung. 
Eine grössere Zahl junger Männer, welche in deutschen 
Kolonien Stellen übernehmen oder Beisen ausführen wollen, 
erhielten Anweisungen zum Sammeln und Konserviren von 
Säugethieren, Vögeln, Reptilien, Fischen, Insekten und anderen 
niederen Thieren. 

Die wissenschaftlichen Beamten der zoologischen Sammlung 
haben 1893/94 veröffentlicht: 

K. Möbius: In Sitz.-Ber. d BeA. Akad.: Beschreibung eines 
Orang-Utan -Nestes. — üeber den Fang und die 
Verwerthung der Walfische in Japan. — In Sitz-Ber. 
Ges. naturf. Fr.: lieber die zoologische Station zu 
Rovigno. — üeber ein eierhaltiges Nest des Seestichlings. 

E. von Martens: In Sitz.-Ber. naturforsch. Freunde: Unio, an 

welchem ein Stück der Wirbelgegend abgesprengt ist. — 
Auftreten von Lithoglyphus naticoides im Rhein b. Wallut. 
— Den nördl. und südl. Kalkalpen gemeinsame Land- 
schnecken, — Mollusca in Godman u. Salvins Biologia 
Centrali-Americana, p. 177—248, PI. 10 — 16. 

F. Hilgendorf: Bericht über Ichthj'ologie d. J. 1888 Arch. f. 

Nat. — üeber von R. Büttner im Togolande ges. Fische. 
Mitth. aus deutsch. Schutzgeb. VI, 1893- — In Sitz.-Ber. 
nat. Fr.: Bemerk, über d. Japan. Wasserassel n. eine 
Munna - Art. — üeber Bezahnung der Gatt. Mola. — 
üeber die von Büttner im Togolande ges. Onisciden und 
2 neue Macruren. — üeber eine Süsswasser-Palämonide 
aus Madagascar. 
A. Reichenow: Die von Dr. F. Stuhlmann in Ostafrika ges^ 
Vögel. Jahib. der Hamburg, wiss. Anst. X. p. 1 —27. — 
Die Vogelfauna derümgegend vonBismarckburg. Mittheil, 
a, d. Deutsch. Schutzgeb. VI. Heft 3. — In omithol. 
Monatshefte I: Glancidium sjöstedti n. sp. von Kamerun.— 
Centropus flecki n. spec. von Damaraland. — Winke 
f. omithol. Sammeln in den Kolonien. — System und 
Genealogie. — Neue afrikan. Arten. — Le Martin- 



— 137 - 

Pecheur du Senegal, appell6e Crabier. — Malimbus 
erythrogaster n. sp. von Kamerun. — Paradisea maria 
n. sp. — In Journ. f. Ornithologie: Zur Vogelfauna 
von Kamerun. Zweiter Nachtrag. — üeber afrikanische 
Nashornvögel. — lieber Oedicnemus oedicnemus saharae 
n. subsp. — lieber Variiren von Bombycilla japonica. — 
Bibliographia Ornithologiae Aethiopicae. — Lophoceros 
neumanni n. sp. — Crax hecki n. sp. — 

F. Karsch: In den Entomolog. Nachrichten XIX, 18U3 und 
XX, 1894: Neue Singcicaden von Victoria in Kamerun, 
ges. von P. Preuss. — Odonaten von Victoria in 
Kamerun, ges. von P. Preuss. — Locustodeen von 
Victoria in Kamerun, ges. von P. Preuss. — Verzeichn. 
der von P. Preuss in Kamerun ges. Grillen. — Eine 
chines. Art der Singcicaden Gattung Graptopsaltria 
Stäl, — In der Berliner Entomolog. Zeitschr. XXXVIII, 
1893: Die Insekten der Berglandschaft Adeli im Hinter- 
lande von Togo (Westafrika) nach dem von Eugen 
Kling (1888 und 1889) und R. Büttner (1890 und 1891) 
ges. Materiale. I: Apterygota, Odonata, Orthoptera 
Saltatoria, Lepidoptera Rhopalocera. — Papilioniden 
aus Kamerun, ges. von P. Preuss. 

H. J. Kolbe: In Stett. Entom. Zeitg. 1893: Beiträge zur 
Kenntn. der Longicornier. I. — Beitr. zur Kenntn. der 
Mistkäfer. I. — Zur Morphol. der Abdominalanhänge 
der Insekten. — üeber den Gattungsnamen H3^dro- 
philus. — Beitr. zur Kenntn. der melitophilen Lamelli- 
cornier. I. — Beitr. zur Kenntn. der Longicornier. IL — 
üeber afrikan. Mistkäfer. Sitz.-Ber. d. Ges. uaturf. Fr. — 
Ein Beitrag zur Kenntniss der faunistischen Verhältn. 
des centralafrikan. Seengebietes. Arch. f. Naturg. 1893. 

— Einführung in die Kenntniss der Insekten. Schluss 
des L Bandes. 

W. Weltner: In Sitz.-Ber. naturfr. Fr.: üeber die Fährten, 
welche Clepsine beim Kriechen im Sande erzeugt. — 
Zwei neue Cirriped. a. d. ind. Ocean (Scalpellum, Mega- 
lasma). — In Arch. f. Nat.: Spongillidenstudien I u. IL 

— Bericht üb. d. Leistungen in der Spongiologie während 
der Jahre 1888—91. — Bericht üb. d. Leistungen in 



— 138 — 

der Carcinologie während des Jahres 1890, Abtheil. 
CirripedieD. — Bericht üb. die von Dr. Sander ges. 
Tunicaten. 

G. Tor nie r: In Sitz.-Ber. d. Ges. naturfr. Fr. 1894: lieber 
Fnssknochen Variation, ihre Entstehnngsursachen und 
Folgen. — Das Fussgewölbe in seinen Hauptmodi- 
flcationen. 

P. Matschie: In Sitz.-Ber. d. Ges. naturfr. Fr.: üeber an- 
scheinend neue afrikan. Sängethiere. (Leimacomys n.geii.) 

— Einige anscheinend neue Reptilien und Amphib. aus 
West-Afrika. — Einige afrikan. Säugethiere. — üeber 
asiat. Wildesel. — Die unterscheid. Merkmale der 
Hylobates- Arten. — Ergänz, zu P. L. Sclater's Arbeit 
üb. Cercopithecus. — Zwei neue Aflfen. — Beitr. zur 
Kenntn. der Lebensweise von Procavia. — üeber einige 
westafrik. Säugethiere des Senckenbergischen Musenms. 

— Die natürliche Verwandtschaft und die Verbreitung 
der Manis-Arten. — Die von P. Neumann in Argentinien 
ges. und beobacht. Säugethiere. — Ueb. die Verbreitung 
der Pternistes -Arten. Journ. f. Ornithol. 1894. — 
Säugethiere des Togogebietes. Mittheil. a. d. deutsch. 
Schutzgeb. 1893. — Reptilien und Amphibien des Togo- 
gebietes. — In der Encyclopädie der Naturwissensch. 
1893: Säugethiere und Sauria. — Die Schildkröten in 
Hausschatz d. Wissens 1894. — Anthropopithecus erectus 
Eug. Dubois in Naturwiss. Wochenschr. 1894. — Die 
afrikan. Wildpferde als Vertreter zoogeographischer 
Subregionen. In Zoolog. Garten 1894. 

A. G ollin: Bericht üb. d. Brachiopoden-Litteratur des Jahres 
1889. — Bericht üb. d. Leistungen in der Naturg. der 
Tunikaten während der Jahre 1888 und 1889. — Bericht 
üb. d. Rotatorien-Litt. im Jahre 1889 m. Nachtr. a. d. 
Vorjahren. — Ber. üb.d. wiss. Leistungen in d. Naturg. 
d. freileb. Würmer während des Jahres 1889. Arch. f. 
Nat. 1890. Bd. IL — Ein merkwürdiger Einschluss im 
Hühnerei. Ornith. Monatsber. II. 1894. — Zusammen- 
stellung der von Dr. Büttner in Togo ges. Würmer. 
Mittheil. a. d. Deutschen Schutzgeb. VI., 1893 und in 
Berl. Entomolog. Zeitschr. Bd. 38, 3893. 



— 139 — 

H. Stadelmann: InSitz.-Ber. Ges. naturf. Fr.: Ueb. australische 
Gallen. — Ueb. Vespa fruhstorferi n. sp. — Zur 
Hymenopterenfauna von Togo. Berl. Entom Zeit. 
Verzeichniss der von Dr. Büttner in Bismarckburg 
ges. Hymenopteren. Mittheil, a d. deutschen Schutzgeb. 
— Stenophasmus Büttneri n. sp. Entomol. Nachr. — 
Bericht üb. die Leistungen in der Carcinologie während 
des Jahres 1890 (Anatomie, Physiologie und Ent- 
wicklnngsgesch. der Malakostraken). Arch. f. Nat. 

M. Meissner: In Arch. f. Nat: Bericht üb. die wissensch. 
Leistungen in der Naturg. der Echinodermen während 
des Jahres 1889. — Im Zoolog. Anzeiger: Beitrag zur 
Kentniss der geograph. Verbreitung der Bryozoen- 
gattung Plumatella in Afrika — In Sitz.-Ber. d. Ges. 
naturf. Fr.: Ueber eine anscheinend neue Süsswasser- 
Bryozoe (Lophopus iheringi) aus Brasilien. — üeber 
das Einnisten der Crenella marmorata (Forb.) in den 
Mantel der Ascidiella virginea (Müll.). 

B. Wandoll eck: Ueber das Kopfskelett der Henopier. Sitz- 

Ber. d. Ges. naturf. Fr. — John Obadiah Westwood 

(Nachruf.) Berl. Entom. Zeit. 

Der Direktor 

Möbius. 

34. Der Universitätsgarten. 

Die Verwaltung des Gartens war auch im verflossenen 

Jahre bestrebt, den Docenten der Botanik an der Universität 

das nöthige Demonstrationsmaterial und den Praktikanten des 

botanischen Instituts die zu untersuchenden pflanzlichen Objekte 

zu liefern. Ausserdem bietet der Garten eine systematische 

Zusammenstellung der wichtigsten Pflanzenformen für das 

Selbststudium und wird deshalb von den Studirenden fleissig 

besucht. 

Prof. Dr. Schwendener. 

35. Das botanische Institut. 

An den mikroskopischen Uebungen, welche für Anfanger 
bestimmt sind und wöchentlich zweimal, Vormittags von 9 bis 
12 Uhr stattfinden, haben theilgenommen: 



— 140 — 

a) im Sommersemester 1893: 3 Studirende, 

b) im Wintersemester 1893/94: 4 Studirende. 

Von vorgerückteren Praktikanten haben im Institut ge- 
arbeitet: 

a) im Sommersemester 1893: 3 Doktoren der Philosophie 
und 3 Studirende, 

b) im Wintersemester 1893/94: 3 Doktoren der Philo- 
sophie und 3 Studirende. 

Unter den neu angeschafften Inventargegenständen befinden 
sich keine Werthobjekte von grösserer Bedeutung, sondern 
bloss kleinere Apparate, Glasgefasse, Reagentien etc. Auch 
die Bibliothek ist nur um eine kleine Anzahl selbständiger 
Werke vermehrt worden; dagegen sind die früher erworbenen 
periodischen Zeitschriften durch eine ansehnliche Zahl in- 
zwischen erschienener Fortsetzungen vertreten. 

Dem Assistenten Prof Dr. G. Krabbe, welcher seine 
Thätigkeit im Institut aus Gesundheitsrücksichten einstellen 
musste, ist bis auf Weiteres Urlaub ertheilt. Die Vertretung 
desselben hat der Privatdocent der Botanik Dr. O.Reinhardt 
übernommen. Als Htilfsassistent fungirt seit dem 1. April 181«2 
Dr. A. Weisse. 

Prof. Dr. Schwendener. 



36. Das Pflanzenphysiologisehe Institut. 

An dem im Wintersemester 1893/94 abgehaltenen mikro- 
skopischen Kursus für Anfänger nahmen 20 Praktikanten Theil. 
welche der Universität und der Landwirthschaftlichen Hoch- 
schule angehörten. Der beschränkten Räumlichkeiten wegen 
konnten sie zum Theil nur in ungenügender Weise unter- 
gebracht werden. Mehrere Studirende, welche über diese 
Zahl hinaus sich gemeldet hatten, konnten, wie im letzten 
Wintersemester, wegen Platzmangels nicht angenommen werden. 

An dem im Somniersemester 1893 stattgefundenen botanisch- 
mikroskopischen Kursus mit besonderer Rücksicht auf die Ent- 
wlckelungsgeschichte der Pflanzen betheiligten sich 3 Studirende. 

Von Fortgeschritteneren, welche sich wissenschaftlichen 
L-ntersuchungen widmeten, arbeiteten im Sommersemester 6, im 
Wintersemester 1 Herr im Institute. 



— 141 — 

Die Lehrsamrnlungen und die Handbibliothek des Instituts 
wurden in der früheren Weise fortgeführt. Für die Vorlesungen 
über Morphologie und über Entwickelungsgeschichte der 
Pflanzen wurde wieder eine grössere Anzahl farbig ausgeführter 
Wandtafeln hergestellt. 

Von Bereicherungen der Instrumenten-Sammlung ist be- 
sonders eine elektrische Bogenlampe mit festem Brennpunkte 
für 15 Amp. Stromstärke von Siemens und Halske und ein 
Mess-Mikroskop von 0. Himmler zu erwähnen. 

Von wissenschaftlichen Arbeiten sind im Eechnungsjahre 
1893/94 aus dem Institute hervorgegangen: 

1. L. Kny, Ueber das Zustandekommen der Membranfalten 
in seinen Beziehungen zum Turgordruck. (Ber. d. deutsch, 
botan. Gesellsch. XL (1893) p. 377.) 

2. L. Kny, Ueber die Milchsafthaare der Cichoraceen. 
(Sitzungsberichte der Gesellsch. naturf. Freunde zu Berlin, 
1893, p. 191.) 

3. Carl Müller, Kritische Untersuchungen über das Vor- 
kommen maskirten Eisens in der Pflanze und den an- 
geblichen Eisengehalt des Kaliumhydroxyds. (Ber. d. 
botan. Gesellsch. XI. (1893) p. 252.) 

4. Carl Müller, Ueber das Wachsthum der Pollenschläuche 
in den Narbenpapillen der Silenaceen. (Ber. der phar- 
maceut. Gesellsch. III. (1893) p. 262.) 

5. GeürgKayser,BeiträgezurKenntnissder Entwickelungs- 
geschichte der Samen mit besonderer Berücksichtigung des 
histogenetischen Aufbaues der Samenschalen. (Pringsheim's 
Jahrb. f. wissenschaftl. Botanik XXV. (1893/94) p. 79, mit 
Taff. IV— VlI.) 

6. Georg Kays er, Ueber das Verhalten des Nucellus in den 
Samenanlagen von Croton flavens L.(Ber. der deutsch botan. 
Gesellsch. XL (1893), General-Versammlungsheft, p. (61).) 

7. Giuseppe Lopriore, Sulla rigenerazionediradicispaccate. 
Relazione sopra un corso di perfezionamento all'estero, pre- 

sentata a S. E. il Ministro di Agricoltura, Industria e Cora- 
mercio. (Erschienen im BoUettiuo del Ministero di Agri- 
coltura, Industria e Commercio, Roma, 1893.) 

Der Direktor: 
L. Kny. 



— 142 — 

37. Technologisches Institot. 

Durch ministerielle Verfügnog vom 23. Mai 1893 wurde 
der bisher probeweise angestellte Diener Otto Eickhoff end- 
gültig als Hülfsnnterbeamter übernommen. Sonstige Aende- 
rungen im Personalverhältniss fanden nicht statt. 

Die verfügbaren Mittel wurden zur Vervollständigung der 
Bibliothek und der Sammlung, sowie zu verschiedenen Neu- 
anschaffungen verwendet. 

Folgende wissenschaftliche Arbeiten sind im Etatsjahr 
1892/93 aus dem Institut hervorgegangen: 
H. Wichelhaus, üeber a- und /?-Naphtalinindigo. Ber. d. d. 
ehem. Ges. 26, 2547. 

- - Verfahren zur Herstellung von Naphtalinindigo. D.B.P. 

No. 69 636. 
M. Schöpff, Beitrag zur Constitution der bei 216° schmelzenden 
/J-Naphtolcarbonsäure. Ber. d. d. ehem. Ges. 26, 1121. 

- - üeber Phenonaphtacridon. Ber. d. d. ehem. Gesellscb. 

26, 2589. 

Der Direktor des technologischen Instituts. 

Wichelhaus. 



38. Die UniversitfttsbibUothek. 
I. Allgemeines. 

Die Bibliothek hat im verflossenen Jahre den Austausch 
der Berliner Universitätsschriften übernommen, welcher 
bis dahin von der Registratur der Universität besorgt worden 
war. Um flir dieses Geschäft völlig gesicherte Unterlagen zu 
gewinnen, wurden die auf den Tausch bezuglichen Akten der 
Universität mit Genehmigung des Herrn Bektors einer genauen 
Durchsicht unterworfen und ein Verzeichniss der mit uns im 
Tauschverkehr stehenden Universitäten, Behörden und Institute 
mit genauer Angabe der bei der Einleitung des Verkehrs ge- 
troffenen Verabredungen, namentlich der von der anderen Seite 
übeinommenen Gegenleistungen, aufgestellt. Auf Grund dieser 
Liste konnte der ins Stocken gerathene Schriftentausch mit 
einigen Universitäten wieder aufgenommen, mit anderen den 
massgebenden Senatsbeschlüssen gemäss geregelt werden. An 



— 143 — 

zahlreiche Universitäten nnd Institute wurden Gesuche um Er- 
gänzung von Lücken in den bisher übermittelten Publikationen 
gerichtet, welche zum Theil schon von Erfolg begleitet gewesen 
sind. Die Zahl der regelmässigen Empfänger der Berliner 
Universitätsschriften beläuft sich gegenwärtig auf 102. Die 
Versendung geschah diesmal noch auf dem bisher üblichen 
bachhändlerischen Wege. Da diese Art der Versendung in- 
dessen mit mancherlei ünzuträglichkeiten verknüpft ist, ins- 
besondere auch vielfach zu langsam von statten geht, so beab- 
sichtigt die Bibliothek künftig in üebereinstimmung mit den 
Wünschen zahlreicher Adressaten, den grössten Theil der 
Sendungen direkt durch die Post zu bef[)rdern. 



2. Benutzung. 
Zahl der Benutzer. 



1 


S.-S. 
1891 


W.-S. 
1891/92 


S.-S. 
1892 


W.-S. 
1892193 


S.-8. 
1893 


W.-S. 
189394 

78 


Docenten . . . 


54 


70 


65 


72 


59 
1686 


Studirende . . . 

1 


1490 


2153 


1650 


2087 


1920 


Beamte der Univ. 
u. ihrer Institute 


29 


38 


31 


36 


34 


39 

* 


Nichtangehörige 
der Universität . 


314 


303 
2564 


317 


296 


265 


281 


Summa 


1887 


2063 


2491 


2044 


2318 



Die Vergleichung der Zahl der studentischen Benutzer 
mit der Gesammtzahl der Studirenden ergiebt, dass die Biblio- 
thek benutzt wurde: 



— 144 



1 


S.-S. 
1891 

33,6 

43,9 

27.8 

30 

37,1 


W.-S. 
1891/2 

40 

57,7 

36,1 

34,4 

41,1 


S.-S. 
; 1892 

40 

52 

36,5 

36,3 

42,2 


W.-S. 
■1892,3 

44,5 

,61 

1 

1 

41,9 
42 

42,1 


S.S. 
1893 

43,3 
61 
42,2 
34 

45,8' 


! w.-s. 

,189/34 
40,5 

53,2 

34,6 

38,8 

43,7 




von 


7o aller Studirenden 


1 


Vo der Theologen 


1 


7ü der Juristen 


7? 


7o der Mediziner 


o/o der Philosophen 



Zahl der erledigten Bestellzettel. 



1891/92 1892/93 , 1893/94 



Sommer-Semester 



Ferien . 






15 215 



7 011 



Winter^Semester . . . . ■ 21 277 



15 265 



6 697 



19109 



14488 



4 797 



20 744 



im Ganzen 



43 503 



41071 



40029 



Von den 40029 Bestellzetteln wurden 29435 (= 73,5 %) 
durch Verabfolgung des verlangten Werkes oder durch Hin- 
weis auf sein Vorhandensein in der Lesesaalbibliothek erledigt. 

5097 {=■ 12,8 7o) als verliehen 

5497 (= 13,7 %) als nicht vorhanden bezeichnet. 

1892/93 betrugen die betreffenden Prozentzahlen: 74,6; 
11,2 und 14,2. 

Von den als „verliehen" bezeichneten Werken wurden 
1006 durch Eintragung in das Desiderienbuch belegt; nnr in 
3 Fällen war es nicht möglich, das belegte Buch zur Stelle zu 
schaffen. 



145 



Zahl der Verleihungen. 



Nach Hause 
Werke I Bände 



1891/92 



1892/93 



1893/94 



21496 



27 471 



20 706 



26 273 



20440 



26 648 




Nicht mitgerechnet sind hierbei 1187 Werke mit 1601 
Bänden, die bereit gelegt, aber nicht abgeholt worden sind. 

Um die Benutzung der Werke der Lesesaalbibliothek nicht 
unnöthig zu beschränken, wurde die Einrichtung getroffen, dass 
einzelne Bände von Abends 7 ühr bis zu dem nächsten Morgen, 
an welchem der Lesesaal wieder geöffnet wird, nach Hause 
verliehen werden. Auf diese Weise wurden 

539 Werke mit 606 Bänden verliehen. 

Für die Uebungen von 5 Docenten wurden Apparate zur 
Benutzung durch die Theilnehmer im Lesesaal aufgestellt. 



1890/91 I 1891/92 



1892/93 1893/94 



Der Lesesaal ' 
war geöffnet . . 

Ihn besuchten 
im Ganzen . . . 



Durchschnittlich 
täglich im Jahre 

Durchschnittlich! 
täglich im S.-S. 

Durchschnittlich 
täglich imW.-S. 

Durchschnittlich 
tägl. i. d. Ferien 



Höchst-Besucher- 238 
zahl an 1 Tage |(9.Dez.) 




289 



285 



Tage 



47 911 


1 

: 35 354 


Benutzer 


166 


124 


?^ 


171 


104 


<« 


206 


188 


^? 


80 


63 


•• 


1 







3^2 
( 19. Jan.) 



3U5 I 251 
(22.Nov.)|(27.Nov.) 



— 146 — 



Unter den Besachern des Lesesaals waren: 

1. Docenten 506 

'L Studirende der Theologie 5838 

3. „ ,, Eechtswiss. 6924 

4. „ ,. Medizin . 6398 

5. ,, ,, Philosophie 13 297 

6. Andere 2391 

Von den Verzeichnissen der Lesesaal- und Hand- 
bibliothek wurden im Laufe des Jahres 139 verkauft. 

Journalzirkel der Universität. Die neuesten Hefte 
von 112 Zeitschriften wurden im Sprechzimmer der Universität 
zur Benutzung durch die Docenten ausgelegt. 



3. Vermehrung. 
In den Accessionskatalog wurden eingetragen: 



1891/92 


1892/93 


1893/94 ! 


3101 


2753 


3167 Nummern 


5097 


4337 


4753 Bände 



ausserdem: 12424 14482 , 4960 üniversitätsschriften 



1020 




847 . Schulschriften 



Es gingen ein: 
1. als Geschenke: 
1247 Bände. 
Die regelmässigen Geschenkgeber waren, wie zum Theil 
schon früher, das Ministerium der geistlichen, ünterrichts- 
und Medizinal- Angelegenheiten zu Berlin, die Universität 
Berlin, die Akademie der Wissenschaften zu Berlin, das 
Grossherzogliche statistische Bureau zu Karlsruhe, der 
Magistrat zu Budapest, die E. E. Gradmessungs-Commission 
zu Wien, das Musee Guimet in Paris, das landwirthschaft- 
liehe Ministerium zu Rom, das Eönigliche statistische Bureau 
in Eom, die statistischen Bureaus in Bern und Stockholm, 
das Norwegische meteorologische Institut in Christiania, 



— 147 — 

die Clinical Society in London, die American Orthopedic 
Association, die Association of American Physicians, die 
Library of Surgeon Generalis Office in Washington, den 
Geological Survey of Canada, of Minnesota, die Asiatic 
Society of Bengal in Calcutta. Eine reiche Schenkung 
erhielt die Bibliothek auch im verflossenen Jahre Aon 
der Königlichen Hausbibliothek hierselbst; werthvoUe Zu- 
wendungen ferner von der Bibliothek des Ministeriums 
der geistlichen Angelegenheiten, von Herrn Regierungsrath 
Dr. Schmidt in Berlin und Herrn Professor Dr. Strack in 
Gross - Lichterfelde. Aus der von der Königlichen Staats- 
regierung erworbenen ehemaligenFürstlich Starbembergischen 
Bibliothek zu Eflferding wurden Seitens der General-Ver- 
waltung der Königlichen Bibliothek 54 Bände fiberwiesen, 

2. durch Abgabe von der hiesigen Königlichen Biblio- 
thek auf Grund des § 71 des Reglements: 

57 Bände. 

3. auf Grund des Ministerialerlasses vom 15. Okl/ober 1891 betr. 
das Verhältniss der Anstalts-Bibliotheken zur Uni- 
versitäts-Bibliothek : 

vom Germanischen Seminar 59 Bände, 

vom Institut für Alterthumskunde 10 Bände. 

4. durch Tausch: 

a) durch den von der hiesigen Universität vermittelten Aus- 
tausch: 

4354 Universitätsschriften, 
847 Schulschriften, 
164 Bände anderer Werke; 

b) im Austausch gegen Dubletten hauptsächlich von den 
Universitäts-Bibliotheken zu Breslau, Leipzig und Utrecht, 
der Leopoldinisch-Carolinischen Akademie in Halle a. S., 
der Smithsonian Institution in Washington und dem 
Harvard College in Cambridge Mass.: 

793 Bände, 

531 Universitätsschriften ; 

c) im Austausch gegen hier ausgeschiedene ungeeignete 
Werke von den Universitäts-Bibliotheken zu Breslau, 
Kiel und Marburg: 

206 Bände. 



— 148 — 

5. als Pflichtexemplare: 

1409 Bände. 
G. durch Kauf: 

808 Bände (darunter 238 Bände abgeschlossener Werke 
und 570 Bände von Zeitschriften und Fortsetzungen) 
und 
75 Universitätsschriften, zusammen für 8354 M. 11 Pf. 

Unter den Anschaffiingen kosteten 100 M. und darüber 
folgende Werke: 

F. J. M. Raynouard, Choix des poesies originales des trou- 
badours. Tome 1—6. 1816—21. 

£. H. Kneschke, Neues allgemeines deutschesAdels-Lexikon. 
Bd. 1—9. 1859 — 70 (In die Lesesaalbibliothek auf- 
genommen.) 

G. K. Nagle r, Neues allgemeines Künstlerlexikon. Bd. ] bis 
22. 1835 — ^52. (In die Lesesaalbibliothek aufgenommen.) 

Early English Text Society Jahresbeitrag für 1894. 1895. 18iH>. 
M6moires de l'Academie imperiale de St Petersbourg. 6. 
Seiie Tome 3—10. 1835—59. (In die Handbibliothek auf- 
genommen.) 

Unter den aus der v. Starhembergischen Bibliothek er- 
haltenen Werken befand sich ein leider nicht ganz vollständiges 
P^xemplar der Maxima Bibliotheca veterum patrum und H. 

SchedeFs Liber chronicarum. 

■ 

4. Finanzielles. 

a) Der regelmässige Fonds für Anschaffung und Ein- 
band von Büchern betrug 10500 M. Davon mussten leider 
wieder 415 M. 2 Pf. zur Deckung der unter b zu erwähnenden 
üeberschreitung des Etatstitels für die sonstigen sächlichen 
Ausgaben verwendet werden, so dass für den eigentlichen Zweck 
nur 10083 M. 73 Pf. verwendet werden konnten und zwar: 

für Bücheranschaffung . . . 7433 M. 28 Pf. 
„ Büchereinband .... 2650 „ 45 „ 

b) Für sonstige sächliche Ausgaben (Beleuchtung 
Heizung, Reinigung, Büreaubedürfnisse, Porto etc.) standen zur 
Verfügung 4700 M. Diese Summe musste trotz möglichster 
Sparsamkeit um 415 M. 2 Pf. überschritten werden. 



— 149 - 

c) Aus den Zinsen des Vermächtnisses des Professors 
Jaffa und aus dem Beitrag des Universitäts-Lesezirkels 
waren verfügbar: 240 M. 3 Pf.; hiervon wurden für Bücher- 
anschafifangen 238 M. 57 Pf. verausgabt. 

d) Von dem ans dem zweiten ausserordentlichen Zuschuss von 
3000 M. für die Vervollständigung der Akademieschriften 
im vergangenen Jahre verbliebenen Eest von 902 M. 44 P£ 
wurden verausgabt: 

für Anschaffungen . . . 624 M. 85 Pf. 

„ Einband 17 „ 25 „ . 

Für die verbleibenden 260 M. 34 Pf. sind bereits seit 
geraumer Zeit Bestellungen gemacht, bisher aber noch ohne 
Erfolg geblieben. 

e) Von dem im Juni 1891 bewilligten einmaligen Zuschuss 
zur Vervollständigung der Universitätsschriften- Samm- 
lung verblieben am Scbluss des Vorjahres noch 1487 M. 71 Pf. 
Davon wurden verausgabt: 

57 M. 41 Pf. fQr Anschaffungen, 
394 „ 25 „ „ Einband, 
so dass noch 1060 M. 63 Pf. verfügbar bleiben. 

f) Für die sächlichen Kosten der Instituts-Eatalogi- 
sirung wurden unter dem 4. November 1893 weitere 1200 M. 
bewilligt, wovon 497 M. 37 Pf. bisher verausgabt wurden. Es 
verbleiben noch 702 M. 63 Pf. 

5. Revision des BOcherbeetandee. 

In der offen zugänglichen Lesesaalbibliothek haben 
die vorgeschriebenen vollständigen Revisionen regelmässig 
monatlich einmal stattgefunden. Leider sind auch im ver- 
flossenen Jahre trotz verschärfter Eontrole 5 Bände abhanden 
gekommen. Eine allmälige vollständige Revision des gesammten 
Bücherbestandes ist mit der im Januar begonnenen Neuauf- 
stellung und Neunumerirung der Bibliothek, worüber unten be- 
richtet werden wird, verbunden. 

6. Katalogleirang der Bibliothek und Ausscheidung ungeeigneter Werlie. 

Die systematische Ordnung der Xatalogzettel ist im Laufe 
des Jahres 1893 zu Ende geführt und demnächst im Januar 1894 
mit der Neunumerirung und Neuaufstellung der Bibliothek 

10 



— 150 — 

begonnen worden. Verbunden mit dieser Arbeit wird die Ver- 
vollständigung und Berichtigung des vielfach Ifickenbaften 
und ungenauen alphabetischen-Bandkatalogs, in welchem 
nicht nur die neuen Standortssignaturen eingetragen, sondern 
auch alle unübersichtlich gewordenen grösseren Artikel um- 
geschrieben, ungenaue Eintragungen berichtigt, endlich die 
erforderlichen, bisher fast durchweg fehlenden Verweisungen 
nachgeholt werden. Fertig gestellt waren bis zum Schlüsse 
des Berichtsjahres: das Fach Allgemeine und indogermanische 
Sprachwissenschaft, und etwa der vierte Theil der klassischen 
Philologie. 

Von den zur Abgabe an die Königliche Bibliothek be- 
stimmten Werken sind im Laufe des Jahres 523 von dieser 
äbemommen und in unseren Katalogen gelöscht worden. Ausser- 
dem wurden auf Grund des § 71 des Reglements die hier 
vorhandenen Manuskripte der Handschriften - Abtheilung der 
genannten Bibliothek überwiesen. 

Bei der Auswahl der an die übrigen preussischen Uni- 
versitäts-Bibliotheken abzugebenden hier entbehrlichen Werke 
wurde der Unterzeichnete durch die Herren Professoren Dames, 
Fischer, Förster, Frey, Fuchs, Gurlt, Harnack, Hübler, Hübner, 
Klein, Lenz, Paulsen, Planck, Erich Schmidt, Eilh. Schulze, 
Seh wendener, Tobler und Zupitza auf das bereitwilligste 
unterstützt. Die betreffenden Katalogzettel haben bis jetzt denCni- 
versitäts-Bibliotheken zu Breslau, Kiel und Marburg vorgelegen, 
welche bezw. 48, 17 und 364 Werke für sich ausgewählt und im 
Austausch ^egen dort veriugbare Dubletten erhalten haben. 

Die Kontrole der Vollständigkeit des in den Vorjahren her- 
gestellten, für denDruck bestimmten Oesammtverzeichnisses 
der Berliner Universitätsschriften von 1809 — 1885 ist 
auf Grund der TJniversitäts - Akten zu Ende gefuhrt worden. 
Demnächst wurde eine Revision der Titelaufhahmen und ihre 
Schlnssredaktion für den Druck in Angriff genommen. 

Die im Laufe der letzten Jahre erworbenen ca. 16000 
üniversitätsschriften des 16. bis 18. Jahrhunderts wurden 
einzeln in helle Aktendeckel geheftet, aussen mit dem Namen 
der Universität, dem Erscheinungsjahre und dem Verfasser- 
namen beschrieben und demnächst nach Universitäten and 
innerhalb dieser chronologisch geordnet und aufgestellt. 



— 151 — 

Von den in 2 Exemplaren vorhandenen Eatalogzetteln 
über die Universitätsschriften ans der Zeit vor 1848 wurde 
eines in alphabetische Ordnung gebracht; neu geschrieben 
worden für die beiden geplanten Kataloge je 1243 Zettel. 

7. Kataiogisirung der Anstaltabibilotheken der hiesigen Universität 

Nachdem zunächst die aus dem Vorjahre noch rückständige 
alphabetische Ordnung der Kataloge des Juristischen, Historischen 
and Romanisch-Englischen Seminars zur Ausfährung gebracht 
worden war, wurden neu aufgenommen und in je H Exemplaren 
alphabetisch geordnet die Kataloge für das Physikalische, das 
Physiologische, das Phaiinakologische, das II. Chemische, das 
Technologische Institut, für das Theologische, das Homiletisch- 
Eatechetische, das Germanische Seminar, das Klinische Institut 
for Frauenkrankheiten, das Botanische Institut den Universitäts- 
garten, das Zahnärztliche Institut, das I. Chemische Institut, 
das Staatswissenschaftlich-Statistische Seminar und das Institut 
für theoretische Physik. Im Ganzen wurden bisher katalogisirt 
21 Instituts-Bibliotheken mit 30085 Werken; diese erforderten 
einschliesslich der Rückweise 46 176 Zettel, die durchweg in 
4 Exemplaren angefertigt wurden. 

Für das Institut für Alterthumskunde wurde mit Ge- 
nehmigung des vorgesetzten Ministeriums mit Hülfe des vierten 
Exemplars der Titelabschriften ein systematischer und Stand- 
orts-Katalog von Beamten der Üniversitäts-Bibliothek ausser- 
halb der Dienststunden angefertigt, die Bibliothek dement- 
sprechend numerirt und neu aufgestellt. 

8. Persönliches. 

Als Hülfsdiener wurde am 12. April 1893 der bisherige 
Schutzmann Rehbaum eingestellt. 

Die neu errichtete Expedientenstelle wurde am 28. Juni 1893 
dem Premier-Lieutenant a. D, Otto Lübcke provisorisch über- 
tragen. 

Der im Vorjahre als Hülfsarbeiter eingetretene Oberlehrer 
Dr. Albert Bielschowsky schied aus Gesundheitsrücksichten 
wieder ans. 

Der Volontär Dr. 0. Plate erhielt auf sein Ansuchen 

10* 



— 152 — 

vom vorgesetzten Ministerium einen eiigährigen Urlaub vom 
15. Juli 1893 ab. 

Behufs Mitwirkung bei der Eatalogisirung der Instituts* 
Bibliotheken wurden von der Königlichen Bibliothek hier be- 
urlaubt die Volontäre Dr. Julius Lippert vom 6. Oktober 1893 
ab und Dr. Ernst Jeep vom 1. Dezember 1893 ab. 

Unter dem 3. März 1894 wurde vom vorgesetzten Mini- 
sterium ein Allerhöchster Erlass vom 14. Februar 1894 zur 
Eenntniss gebracht, wonach die Vorsteher der Universitäts- 
Bibliotheken künftig als „Direktoren^' zu bezeichnen, die 
Kustoden die Ämtsbezeichnung „Bibliothekar'^ fahren. 

Unter demselben Datum wurde vom vorgesetzten Herrn 
Minister dem Vertreter des Unterzeichneten Bibliothekar Dr. 
Graesel der Titel „Oberbibliothekar", femer den bisherigen 
Assistenten Dr. Runge und Dr. Simon die Amtsbezeichnung 
„Hülfsbibliothekar" verliehen. 

Dr. W. Erman, 
Direktor der Universitäts-Bibliothek. 



39. Der botanisehe Garten und das botanische Mnsenm« 

A. Botaniacher Garten. 

a) Personal Veränderungen: Der bisherige Kustos des 
botanischen Gartens Dr. Fax wurde zu Beginn des Etatsjahres 
zum ordentlichen Professor und Direktor des botanischen 
Gartens zu Breslau ernannt. In seine Stelle rückte der bis- 
herige dritte Kustos am botanischen Museum P. Hennings. 
Die durch die Ernennung des Dr. Gurke zum Kustos am 
botanischen Museum frei werdende Hilfskustos-Stelle erhielt 
Dr. Dammer. Zum Assistenten wurde Dr. Gilg ernannt 

Für die Kulturen der Warmhauspflanzen wurde eine dritte 
Obergehülfen-Stelle bewilligt, welche E. Albers, bisher Gehnife 
in Sanssouci bei Potsdam, erhielt. Am Schluss des Etatsjahres 
wurde der bisherige zweite Obergehülfe E. Wocke zum 
Obergärtner des botanischen Gartens in Zürich ernannt 

b) In den Gewächshäusera sind grössere bauliche Ver- 
änderungen nicht vorgenommen worden. 

Das Victoria-regia-Haus und das Famhaus wurden im 



-- 153 — 

Sommer resp. Herbst mit einem neuen Oelfarben-Anstrich ver- 
sehen. Die alten Gewächshäuser (z. 6. Sncculentenhaus, 
No. 14, 15, 16 etc.) wurden neu mit Kalk oder Cement ver- 
putzt und schadhafte Stellen im Mauerwerk ausgebessert. Das 
Nutzpflanzenhaus No. 18/19 erhielt Doppelfenster. 

Im Garten wurden mit Bewilligung 8r. Excellenz des 
Herrn Ministers die zwischen dem Camellienhause, Cacteen- 
hause und Orchideenhause stehenden 4 grossen Pappeln 
gefällt, um den nächstgelegenen Gewächshäusern das nöthige 
Licht zu verschaffen. Aus demselben Grunde wurden im Be- 
reiche der geographischen Anlagen einige überflüssige Bäume 
entfernt. Ebendaselbst wurden mehrere Rasenplätze mit 
muldenartigen Vertiefungen versehen, um den dort auszu- 
pflanzenden Stauden eine gleichmässige Feuchtigkeit zu ge- 
währen. Das Arzneipflanzenstück wurde vergrössert; ein Theil 
des bisherigen Reserve-Staudenstückes wurde zu Anzucht- und 
Versuchsbeeten verwendet. 

Wegen Verbreiterung der Grunewald-Strasse musste der 
Garten auf der Südseite einen bis zu 4 m breiten Streifen an 
die Stadtverwaltung von Berlin abtreten. 

Die den üebergang nach der Insel im Teiche beim Winter- 
hause vermittelnde Brücke wurde abgerissen und an Stelle der 
alten verfallenen Holzbrücke in der Nähe des Victoria-Hauses 
wieder aufgebaut. Die erwähnte Insel wurde dadurch vom 
Verkehr des Publikums gänzlich abgesperrt, um den dort 
nistenden Vögeln den nöthigen Schutz zu gewähren. 

c) Die Erwerbungen des botanischen Gartens waren im 
Wesentlichen folgende: 

1. Lebende Pflanzen: 1285 Arten durch Tausch, Kauf oder 
als Geschenk erworben von 24 botanischen Gärten, Handels- 
gärtnereien und Privatpersonen sowie von dem Direktor in 
den Südalpen, Dalmatien, Bosnien und der Hercegowina ge- 
sammelt. Unter den Geschenkgebern sind besonders zu nennen: 
Prof. Ascherson-Berlin, R. Beyer-Berlin (Alpenpflanzen), 
L. Cockayne (New-Zealand), v. Decker-Schloss Eichberg, 
Dr. Gilg-Berlin, Dr. M. Gürke-Berlin, E. Grundmann- 
Berlin, M. Leichtl in -Baden-Baden, Freiherr von Lyncker- 
Berlin, P. Matte-Lankwitz, Reimers-Ottensen bei Altena, 



— 154 — 

A. Staudt-Berlin, Dr. P. Taubert -Berlin, Dr. Weber-Paris. 
Webßr-Spindlersfeld bei Köpenick, E. Wocke-Berlin. 

2. Samen-Eingang: 3712 Prisen durch den üblichen Tausch- 
verkehr mit botanischen Gälten, landwirthschaftlichen Anstalten 
und anderweitigen Instituten sowie von folgenden Privat- 
personen: Prof. Ascherson-Berlin, Benary- Erfurt, J. Born- 
müll er-Weiraar, L. Cockayne (New-Zealand), H. Correvon- 
Genf, Pere Duss (Guadeloupe), Dusen-Kamerun, Dammann 
& Co.-Neapel, Dr. Damm er- Berlin, Prof. Engl er -Berlin, 
Dr. F. Franceschi (Kalifornien), C. Holst (Deutsch-Ostafrika). 
Henry (Hupeh), Frau Hasse (Joinville), Th. Hanbury-La 
Mortola, Haage & Schmidt-Erfurt, Dr. 0. Kuntze (Süd- 
amerika), Prof F. Kurtz (Argentina), Kärnbach (Neu-Guinea). 
C. Klose -Magdeburg, G. Lehmann-Berlin (Joachimtbarsches 
Gymnasium), M. Leichtlin-Baden-Baden, Th. Meehan-Gennan- 
town, Baron F. v. Müller (Australien), Palmer (Mexiko). 
H. Raap-Genua, C. S. Sargent (Japan), ß. Sartorius-Biele- 
feld, Prof. Schwacke (Minas Geraes), Prof. Schweinfurth- 
Berlin, A. Schenkel-Hamburg, R. Schlechter (Kapland), 
H. Siegfried-Winterthur, P. Sintenis (Orient), F. Sünder- 
mann-Lindau, G. Treffer (Tirol), Prof. ürban -Berlin, 
Dr. Volkens (Ostafrika) Prof. Wittmack (Chicago), Wild- 
pret (Teneriffa), Zenker (Kamerun). 

Abgegeben wurden: 

1. Lebende Pflanzen: 1765 Arten an 17 botanische Gärten, 
Institute, Schulen und Handelsgärtnereien. 

2. Samenprisen: 10060 Prisen an 100 botanische Gärten 
von Universitäten, Polytechniken und Schulen. Dass der Zahl 
von 3712 eingegangenen Samen-Prisen eine so hohe Zahl ab- 
gegebener Samen gegenübersteht, erklärt sich daraus, dass der 
botanische Garten zu Berlin an die zahlreichen kleineren An- 
stalten des Inlandes und Auslandes bedeutend mehr abgiebt 
als er von diesen im Tausch erhalten kann. Es ist somit der 
Berliner botanische Garten eine Art Centralstelle tür andere 
botanische Gärten Preussens. 

Die Victoria regia entwickelte im Jahre 1893 26 Blttthen. 
Das grösste Blatt erreichte am 5. Juli, dem Tage der Ent- 
faltung der ersten Blüthe, einän Durchmesser von 2,06 Meter. 



— 155 — 

B. BotaaiaohM MoseHa. 

a) Grössere Veränderungen: Die Berufung des Dr. Fax 
nach Breslau hatte zur Folge, dass der bisherige Hilfskustos am 
botanischen Garten Dr. M. Gfirke als dritter Eustos zum Museum 
zurückkehrte, und der bisherige Assistent am botanischen 
Garten Dr. Lindau erster Hilfsarbeiter am Museum wurde. 
Als zweiter Hilfsarbeiter wurde Dr. Taubert beschäftigt. 

Der zweite Eustos, Professor Dr. Earl Schumann, habili- 
tirte sich an der Universität als Privatdozent 

b) Von Erwerbungen sind folgende anzufahren: 
1. Durch Schenkung: 

Herr Dr. Arnold-Mänchen: 32 Liehen, exs. 

Herr Prof. V. von Borbäs-Budapest: 87 seltenere Pflanzen 

der ungarischen Flora. 
Herr L. Cockayne: 64 Arten ans New-Zealand. 
Hen' Dr. C. Dus6n-Schweden: 166 Pflanzen aus Eamerun. 
Herr Pere Dnss in Guadeloupe: 687 Arten (Geschenk der 

Herren Erug und ürban). 
Herr Baron H. Eggers: 485 Herbarpflanzen, 134 trockne 

und 423 in Alkohol aufbewahrte Museumsgegenstände 

aus Ecuador (Geschenk des Herrn Professor L. Erug). 
Herr Professor Dr. A. Eng 1er: 196 von ihm in Bosnien, 

der Hercegowina und Dalmatien gesammelte Pflanzen. 
Herr Prof. A. Garcke: 135 von Adamovid in Serbien 

gesammelte Pflanzen. 
Die Direktion des botanischen Gartens zu Groningen: 

58 kultivirte Papaveraceen. 
Herr Eustos P. Hennings: Phykotheka marchica fasc. I 

und 42 von Herrn F. Wendel in Island gesammelte 

Algenarten. 
Jamaica Botanic Department Herbarium (Direktor W. Faw- 

cett): 90 Arten (meist Myrtaceen) aus Jamaica (Ge- 
schenk der Herren Erug und ürban). 
Herr L. Eärnbach: 140 Arten, meist Eryptogamen aus Deutsch- 

Neu-Guinea. 
Herr Prof. Aurel Krause-Berlin: 135 Arten Eryptogamen aus 

Tenerifia. 
Herr Prof. F. Eurtz-Cördoba: 129 Pflanzen aus Argentina und 

Europa. 



— 156 — 

Herr Konsul F. C. Lehmann-Popayan: 1723 Nummern Pflanzen 
aus Columbia, Ecuador und Guatemala, 13 Spiritus- 
präparate und 5 Nummern Früchte etc. 

Herr C. Lucas-Cbarlottenburg: 72 Algen aus Eovigno. 

Herr Dr. E. Müller-Halle: 54 Laubmoose aus Afrika, 358 Arten 
desgl. aus Argentina (leg. P. 6. Lorentz). 

Herr Graf Joachim Pfeil: 172 Pflanzen aus Deutsch-Sudwest- 
Afrika (Geschenk des Herrn Prof. K. Schumann). 

Herr P^re L. Picarda: 90 Hochgebirgspflanzen aus Haiti (Ge- 
schenk der Herren Krug und ürban). 

Herr Eektor Rensch-Berlin: 351 Pflanzen aus Jaroslaw (leg. 
Petrowsky). 

Herr C. ßust: 693 Herbarpflanzen aus dem südwestlichen 
Eaplande, 17 Museumsgegenstände, 10 EnoUeu und 
Zwiebeln. 

Herr Oberstabsarzt Dr. J. Schroeter: 100 Pilze aus Schlesien. 

Herr Prof. Wilh. Schwacke: 1368 brasilianische Pflanzen. 

Herr Prof. Schweinfnrth: 15 Moose aus Afrika und Arabien, 
desgl. 20 Museumsgegenstände. 

Herr Rittmeister vonSeemen: 38 Bogen und 118 Gläser 
Spiritusmaterialien von Linaria-Pelorien. 

Herr Dr. F. Stuhl mann: 67 Pflanzen der Expedition Emin 
Pascha (Geschenk des Herrn Prof. Schweinfurth). 

Herr Geh, Eriegsrath A. Winkler durch Vermächtniss sein 
Eeimpflanzenherbar. 
Ausserdem lieferten kleinere Beiträge der Service d'accli- 

matisation et jardin botanique Cochinchine, die Herren W. Da- 

fert-Sao-Paulo, U. Dammer-Friedenau, A. N. Harzen-Müller- 

Berlin, A. Purpus-Darmstadt. 

2. Durch Tausch wurden Pflanzensammlungen und Museoms- 

gegenstände von den botanischen Museen zu Breslau, Calcutta, 

Cambridge (Mass.), Görlitz, Eew, Eopenhagen, Melbourne, 

Natal, Stockholm, Wien (botan. Garten) sowie von den Herren 

H. Christ-Basel, J. B. Ellis-Newfleld, P. Magnus-Berlin, Th. 

Reinbold-Eiel, H. Schinz-Zürich, J. D. Smith-Baltimore, 

P. Sydow-Berlin, L Velenovsky-Prag und der Frau Weber 

van Bosse erworben. 

Dagegen wurden Dubletten abgegeben an die botanischen 

Museen zu Breslau, Greifswald, Hamburg, Eew, Petei-sburg, 



— 157 — 

Stockholm, Strassburg sowie an die Herren Berlese, Christ, 
Ellis, Glaziou, Magnus, E. Müller-Halle, Schinz, Tor- 
ralbas, Velenovsk]^. 

3. Durch Kauf wurden aus dem dafür ausgeworfenen Etat 
das Herbar des Prof. Dr. Rein in Bonn, besonders reich an 
japanischen und marokkanischen Pflanzen, das Algenherbar des 
Prof. F. Kutzing in Nordhausen (dieses mit Hilfe eines Zu- 
.«^chusses von Seiten des königl. Ministeriums der geistlichen, 
Unterrichts- und Medizinal - Angelegenheiten) sowie theils 
grössere und interessantere Pflanzensammlungen aus ver- 
schiedenen Ländern der Erde, theils Fortsetzungen von Exsic- 
caten erworben. 

c) Benutzung. Es arbeiteten wissenschaftlich ausser den 
Beamten und Hilfsarbeitern 7 Herren während grösserer Zeit- 
räume ständig, 21 Herren vorübergehend am botanischen Museum. 
An 29 Botaniker wurden Theile der Sammlungen zur wissen- 
schaftlichen Benutzung nach auswärts verliehen. 

C. Laboratorium. 
Der Arbeitsraum diente zur Abhaltung der morphologischen 
Hebungen (8 Theilnehmer) und des pharmakognostisch-mikro- 
skopischen Praktikums (29 Theilnehmer) unter der Leitung des 
Direktors. Auch wurden die vorhandenen Arbeitsplätze von 
vorgeschrittenen Studirenden bei selbstständigen wissenschaft- 
lichen Arbeiten benutzt. 

D. wissenschaftliche Arbeiten, 
a) Von den Beamten des königl. botanischen Gartens und 
Museums wurden in der Zeit vom 1. April 1893 bis 31. März 1894 
veröffentlicht: 

A. Engler: Eine neue Icacinacee aus Neu-Guinea, in Engler's 
botan. Jahrb. Bd. XVI, Beibl. 39, 1 S. 

- - Beiträge zur Flora von Afrika III. Olacaceae, Icacinaceae, 

Ochnaceae, Guttiferae, Rosaceae, ebenda Bd. XVII, 20 S. 

- - Ueber die Flora des Gebirgslandes von Usambara, auf 

Grund der von Herrn Carl Holst daselbst gemachten 
Sammlung, ebenda, 13 S. 

- - Icacinaceae, Quiinaceae, Guttiferae, in Engler-Prantrs 

„Natürliche Pflanzenfamilien", 81 S. mit 302 Einzel- 
bildern in 30 Fig. 



— 158 — 

A. Engler: Ueber die Verwerthung anatomischer Merkmale bei 
dersystematischen Gliederung dericacinaceae« in Sitzungs- 
berichte d. kgl. preuss. Akad. d. Wiss. zu Berlin 18^3. 
vom 13. April, 22 S., 1 Taf. 

- - Nekrolog auf Alphonse de Candolle und Karl Prantl. 

in Generalversammlungsheft der deutsch, bot. GesellschM 
Bd. XI, 22 S. 

- - Botanische Beiträge zu Victor Hehn, Kulturpflanzen 

und Hausthiere in ihrem Uebergang aus Asien nach 
Griechenland und Italien etc. Sechste Aufl.. herausgeg. 
von 0. Schrader, Berlin 1894. 

- - Plantae Gürichianae, in Engler's bot. Jahrb. Bd. XIX. 

25 S. 

I. ürban: Biographische Skizzen. I. (1. Friedrich Sellow). 
IL (2. Georg Heinrich von Langsdorff", 3, Ludwig Riedel), 
in Engler's botan. Jahrb. Bd. XVII und XVm, 38 S. 

- - Humiriaceae, Tumeraceae, Umbelliferae, in P. Taubert: 

Plantae Glaziovianae novae vel minus cognitae. IV, 
ebenda Bd. XVII, 4 S. 

- - Krugia, eine neue Myrtaceengattung, in Ber. d. deutsch. 

botan. Gesellsch. XI, 2 S. 

K. Schumann: Chlaenaceae in Engler-Prantrs „Natürliche 
Pflanzenfam.", 8 S. mit 28 Einzelbildern in 2 Fig. 

- - Menisperraaceae in P. Taubert: Plantae Glaziovianae 

novae vel minus cognitae IV, in Engler's bot Jahrb 
Bd. XVII, 1 S., 1 Holzsch. 

- - Das Gonioskop, in Ber. d. deutsch, bot. Gesellsch. XL 

3 S., 1 Holzsch. 

- - Asclepiadaceae africanae, in Engler's bot. Jahrb, XVÜ. 

42 S., 1 T. 

- - Nachruf auf Alph. de Candolle, in Naturwiss. Rund- 

schau 1893, 7 S. 

- - Eubiaceae der Insel S. Thome, in Boletim Soc. Brotero- 

ana 1893, 8 S. 

- - Echidnopsis Virchowii und andere Aufsätze, iu Monat?- 

schrift f. Kakteenkunde, 20 S., 5. T. 

- - Berg und Schmidt, Pflanzenatlas, Heft 8 und 9, 43 S. 

in 4^ 12 T. 



— 159 — 

E. S Cham an u: Blflthenentwicklung der Gattang Crocus, in 

Botan. Zeitung 1893, 25 S. in 4 ^ 1 T. 
G. Hieronymus: lieber die Organisation der Phycochromaceen- 

zellen. Herrn Prof. E. Zacharias zur Erwiderung, in 

Botan. Zeitung 1893, Heft V, 8 S. 

- - üeber Eupatoriopsis, eine neue Eompositengattung, in 

Engler's bot. Jahrb. Bd. XVII, Beibl. 43, 2 S. 

- - Plantae Lehmannianae in Columbia et Ecuador collectae 

etc. Compositae, ebenda Bd. XIX, 32 S. 

- • Herbarium cecidologicum, Sammlung von Gallen. Lief. 11, 

No. 50—100. 
P. Hennings: Einige neue und interessante Pilze aus dem 
kgl. botanischen Museum in Berlin, in Hedwigia XXXII, 
3 S. 1 T. 

- - Taphrina Gilgii, ebenda, 2 S. 

- - Fungi Warburgiani, ebenda, 12 S., 1 T. 

- - Die von Herrn P. Sintenis auf der Insel Portorico. 

1884 — 87 gesammeltenPilze(Basidiomyceten), in Engler's 
bot. Jahrb. Bd. XVII, 8 S. 

- - Fungi brasilienses II, in P Taubert: Plantae Glazio- 

vianae novae vel minus cognitae IV, ebenda, 3 S. 

- - Die schädlichen Krj^ptogamen unserer Gewächshäuser, 

in Gartenflora, Jahrg. 42, 8 S. 

- - Fungi novo-guineenses II, in Engler's bot. Jahrb. 

Bd. XVIII, 19 S. 
M. Gurke: Placourtiaceae-Oncobeae africanae, in Engler's bot. 
Jahrb. Bd. XVm, 4 S., 2 T. 

- - Verbenaceae africanae, ebenda, 19 S. 

U. Dammer: Batidaceae in Engler-Prantl's „Natttrl. Pflanzen- 

fam.", 3 S. nebst Abbild. 
6. Lindau: Acanthaceae africanae I, in Engler's bot. Jahrb. 

Bd. XVn, 25 S. mit Abbild. 

- - Xantheranthemum und Pseuderauthemum , zwei neue 

Gattungsnamen der Acanthaceen, in Gartenflora 1893, 
2 S. mit Abbild. 
* - Acanthaceae novae africanae insulae S. Thom6, in 
Boletim Soc. Broteroana 1893, 3 S. 

- - Beiträge zur Systematik der Acanthaceen, in Engler's 

bot. Jahrb. Bd. XVIII, 39 S., 2 T. 



— 160 — 

6. Lindau: Debersicht der bisher bekannten Arten der Gattung 
Thnnbergia L. fil., ebenda Bd. XVm, Beibl. 41, 13 S. 

- - Bemerkungen über Bau nnd Entwicklang von Aecidinm 

Engleriannm, ebenda Bd. XVn, 5 S., 1 T. 

- - Der Epheakrebs, in Zeitschr. £ Pflanzenkrankh. K. 

3 S., 1 T. 

- - Nachruf auf Felix von Thümen, in Hed wigia XXXII, 11 S. 

- - F. V. Thflmen, in Ber. d. deutsch, bot. Gresellsch. XI, 3 S. 
E. Gilg: Ueber die Anatomie der Acanthaceengattungen 

Afromendoncia und Mendoncia. in Ber. d. deutsch, bot 
Gesellsch. XI, 14 S., 1 T. 

- - Afromendoncia, nov. gen. afr. Acanthacearam, in 

Engler's bot. Jahrb. Bd. XVII, 3 S. 

- - Loganiaceae africanae, ebenda, 27 S. 

- - Stachyuraceae, Tameraceae, Loasaceae, Geissolomaceae, 

Penaeaceae, Oliniaceae, Thymelaeaceae, Elaeagnaceae, 
in Engler-Prantl's „Natürl. Pflanzenfam.", 81 S. mit 
zahlreichen Abbild« 
P. Taubert: Tiifolium ornithopodioides Sra., eine für die 
österreichisch-ungarische Flora neue Pflanze und seine 
Identität mit Trif. perpnsillum Simk., in Oesterr. bot 
Zeitschr. XLm, 3 S. 

- - Oxalideae, Ochnaceae, Droseraceae, Araliaceae, Erica- 

ceae, Loganiaceae, Gentianaceae, in P. Taubert: Plantae 
Glaziovianae novae vel minus cognitae in Engler's bot. 
Jahrb. Bd. XVH, 10 S., 1 Holzsch. 

- - Leguminosae in Engler-Prantl's „Natflrl. Pflanzenfam.'. 

179 S. mit zahlreichen Abbild. 

- - Anhang und Beiträge zu Schweinfurth und Ascherson: 

Primitiae florae Marmaricae, in Bull, de l'Herb. Boissier I. 
b) Ferner sind folgende im botanischen Museum ausgearbeitete 

Dissertationen erschienen: 
R. Schulze: Beiträge zur vergleichenden Anatomie der Lilia- 

ceen, Haemodoraceen, Hypoxidoideen und Velloziaceen, 

in Engler's bot. Jahrb. Bd. XVH, 100 S., 2 T. 
A. Weberbauer: Beiträge zur Samenanatomie der Nymphae- 

aceen, ebenda, Bd. XVm, 4ö S., 1 Taf. 
K. Sopprian: Beiträge zurEenntniss der Thymelaeaceae and 

Penaeaceae, ebenda, Bd. XVm, 48 S., 1 Taf 



— 161 — 

c) Von anderweitigen AbhandlnDg^n, die ebenfalls im 
botanischen Mnsenm znm Abschlnss gelangten, sind zn er- 
wähnen: 

H. Harms: Malesherbiaceae nnd Passifloraceae in Engler- 
Prantl's „Natärl. Pflanzenfam.", 28 8. mit Abbild. 

0. Hoffmann: Compositae africanae L Mntisiaeae, in EDgler's 
bot Jahrb. XV, 12 S. 

- - Compositae in Schinz, Beiträge znr Eenntniss der 

afrikanischen Flora, in Bull, de THerb. Boissier I, 20 S. 

- - Compostas da Africa portugeza, in Bol. Soc. Brotero- 

ana X, 16 S. 

- - Die nenere Systematik der natärlichen Pflanzenfamilie 

der Compositen. Wissenschaftliche Beilage zum Jahres- 
bericht des Friedrich -Werderschen Gymnasiums zu 
Berlin, 34 8. 

- - Compositae (ausser Hieracium) in Engler-Prantl's „Natür- 

liche Pflanzenfam.", 375 S. und Nachtrag, mit zahlreichen 
Abbildungen. 

E. Koehne; Deutsche Dendrologie. Stuttgart (F. Enke) 1893, 
602 S. mit etwa 1000 Einzelflg. in 100 Abbild. 

Th. Loesener: Hippocrateaceae (Schluss) in Engler-Prantl's 
,^atürl. Pflanzenfam.", 6 S. 

- - Aquifoliaceae in E. Koehne: Deutsche Dendrologie, 5 8. 

- - Ueber das Vorkommen von Domatien bei der Gattung 

Dex, in Biolog. Centralbl. XIII, 3 S. 

- - Aquifoliaceae et Celastraceae africanae, in Engler's bot 

Jahrb. Bd. XVII, 13 S. 

0. Warburg: Vegetationsskizzen aus Südost- Asieu. I. Ceram- 
laut, in Engler's bot. Jahrb. Bd. XVil, 7 8. 

- - üeber den Einfluss der Verholzung auf die Lebens- 

vorgänge des Zellinhaltes, in Ber. d. deutsch, botan. 
Gesellsch. XI, 16 8. 

- - Flaconrtiaceae und Begoniaceae in Engler - Prantl's 

„Natürl. Pflanzeufam.", 79 8. mit zahlreich. Abbilduugen. 

- - Plantae Hellwigianae, Beitrag zur Flora von Kaiser 

Wilhelms-Land, in Engler's bot. Jahrb. Bd. XVHI, 28 8. 

A. Weberbauer: üeber die fossilen Nymphaeaceengattungen 
Cratopleura und Holopleura und ihre Beziehungen zu 



— 162 — 

der recenten Gattung Brasenia, in Ber. d. deutsch, bot 
Gesellsch. XI, 10 S, 1 Taf. 

Professor Dr. A. Engler. 



40. Die Sternwarte. 

Auf der Sternwarte sind ausser den im Personal verzeicüniss 
der Universität aufgeführten Beamten, nämlich den Henen 
Prof. Dr. Knorre, Dr. Battermann und Prof Dr. Gold stein, 
bei denen keine Veränderungen vorgekommen sind, die fol- 
genden Astronomen thätig gewesen: Dr. A. Marcuse, Dr. H. 
Paetsch, Dr. K. Laves, Cand. Necker und Cand. M. Ebell. 

Am grossen Meridian-Instrument hat Herr Dr. Batter- 
mann hauptsächlich die von Herrn Geheimrath Auwers ge- 
wünschten Ortsbestimmungen von Sternen aus der südlichen 
Hälfte der von der Berliner Sternwarte übernommenen Zone, 
neben den laufenden Zeitbestimmungen der Sternwarte, aus- 
geführt und Ortsbestimmungen derjenigen Sterne in Angriff 
genommen, welche bei den Polhöhen-Beobachtnngen in Potsdam 
und Prag benutzt worden waren. 

Am kleineren Meridian -Instrument hat Herr Dr. Marcnse 
hauptsächlich die Deklinationen der von ihm bei den Polhöhen- 
Beobachtungen in Honolulu benutzten Sterne bestimmt und 
ausserdem eine Reihe von Untersuchungen über den Einfluss 
der Kopflage des Beobachters bei Durchgangs- und Deklinations- 
Beobachtungen, besonders in der Nähe des Scheitelpunktes, 
begonnen. 

Am Refraktor des grossen Aequatorials hat Herr Prof. 
Enorre hauptsächlich etwa 400 vollständige Doppelstern- 
messungen mit dem neuen Doppelbild-Mikrometer nebst den 
dazu gehörigen Untersuchungen des Instrumentes ausgeführt. 
Ausserdem wui^den am Bamberg'schen Faden-Mikrometer, neben 
Planeten- und Kometen-Beobachtungen, Untersuchungen des 
Winkelwerthes und der sonstigen Beschaffenheit der Mikro- 
meter-Schraube angestellt. 

An diesen Beobachtungen haben sich die oben genannten 
Herren Laves, Necker und Ebell betheiligt, insbesondere 
hat Cand. Ebell einige Reihen von Planeten-Beobachtungen 



— 163 — 

and von Doppelstem-Messungen mit dem Doppelbild-Mikrometer 
begonnen. 

An dem Universal-Durchgangs-Instrnmente hat Herr Dr. 
Paetsch eine Reihe von Beobachtungen im Ost- West-Vertikal 
begonnen, und zwar als Grandlage einer längeren Beobachtungs- 
reibe zur Erprobung der von mir vorgeschlagenen absoluten 
Deklinationsbestimmungen durch blosse Zeitmessungen. 

Herr Prof. Dr. Goldstein hat mit Benutzung der ihm in der 
physikalisch-technischen Reichsanstalt zur Verfügung gestellten 
Räume und Einrichtungen seine elektrischen Untersuchungeu 
fortgeführt, welche immer deutlichere Einblicke in das Wesen 
gewisser Lichterscheinnngen der Himmelsräume eröffnen. 

Ausserhalb der Stern waite, aber in Verbindung mit der- 
selben hat Herr 0. Jesse in Steglitz seine Bearbeitung der 
Ortsbestimmungen von leuchtenden Wolken nahezu beendigt 
und Herr F. S. Archenhold in unserer photographisch-astro- 
nomischen Station im Grunewald seine Au&ahmen von Kometen, 
Meteoren, Nebelflecken, leuchtenden Wolken u. s. w. nebst ein- 
schlägigen experimentellen Untersuchungen weitergeführt. 

Der öffentliche Zeitdienst unserer Sternwarte und die Aus- 
theilung von genauen Zeitangaben durch telegraphische Signale, 
insbesondere auch für die Zeitball-Einrichtungen an der Küste, 
ist in der bisherigen Weise fortgefulirt worden. 

W. Foerster. 



41. Das astronomisehe Beehen-Institot. 

Das von dem Rechen -Institut herausgegebene Jahrbuch 
für 1896 hat gegen den Jahrgang für 1895 keine wesentlichen 
Aenderungen erfahren. Von den kleinen Planeten, welche 
bis Mitte September 1893 entdeckt worden sind, konnten, mit 
Ausnahme von sieben Planeten, elliptische Elemente veröffentlicht 
werden und von fSnf unter diesen sieben Planeten enthält das 
Jahrbuch noch Kreisbahnelemente, welche für die spätere 
Identifizirung von Nutzen sein können. Die Zusammenstellung 
der Oppositionszeiten und der denselben entsprechenden geo- 
zentrischen Oerter wurde bis auf den Planeten (334) ausgedehnt. 

Ausser dem Jahrbuch für 1896 ist im letzten Jahre der 
I. Theil der Arbeit des Herrn Qinzel „Untersuchungen über 



— 164 — 

die Bahn des Olbers'schen Kometen^' von dem Bechen-Institnt 
veröffentlicht worden. 

Von den Mitgliedern des Instituts ist Herr Dr. Bohlin 
ausgeschieden. 

lieber die Betheiligung der Mitglieder an den Arbeiten zur 
Herstellung des Jahrbuchs ist wieder im Anhange des letzteren 
ausführlich berichtet; über die ausserhalb der Bureaustnnden 
ausgeführten Arbeiten mag hier Folgendes erwähnt werden: 

Herr P. Lehmann hat den astronomischen und chrono- 
logischen Theil des vom Eönigl. Statistischen Bureau heraus- 
gegebenen Königl. Preuss. Normalkalenders bearbeitet sowie 
sich mit theoretischen und praktischen Untersuchungen behufs 
einer anschaulichen, den natürlichen Verhältnissen möglichst 
nahe kommenden Darstellung des Verlaufs von Sonnenfinster- 
nissen für Lehrzwecke beschäftigt. 

Herr Lange hat seine Untersuchungen über das Drei- 
körperproblem fortgesetzt 

Herr Ginzel, welcher die Fortsetzung seiner Arbeit über 
den Olbers'schen Kometen vorläufig unterbrechen musste, hat 
eine Abhandlung „Ueber einen Versuch, das Alter der vedischen 
Schriften aus. alten historischen Sonnenfinsternissen zu be- 
stimmen" fertiggestellt. Die Deutung der von Prof. Ludwig 
angegebenen Stellen am Rigveda, welche sich auf Sonnen- 
finsternisse beziehen, ist zwar schwierig, doch scheint daraus 
so viel mit Sicherheit hervorzugehen, dass die Finsternisse vor 
1400 V. Chr. liegen müssen. Es war daher ein Hinausgehen 
über die Grenzen des „Oppolzer'schen Kanons" (der nur bis 
1207 V. Chr. zurückreicht) nothwendig und es wurden die 
Elemente sämmtlicher Finsternisse von 1200 bis 1400 v. Chr. 
näherungsweise bestimmt. 

Herr Berberich führte Hülfsrechnungen zur Verfolgung 
neu entdeckter und Wiederaufsuchung älterer kleiner Planeten 
aus. Dieselben beanspruchten im letzten Jahre einen ziemlich 
beträchtlichen Zeitaufwand, so dass nur gelegentlich die Be- 
arbeitung der früher zur Berechnung übernommenen Kometen 
fortgesetzt werden konnte. Ferner hat derselbe die astronomische 
Abtheilung der von der „Physikalischen Gesellschaft zu Berlin** 
herausgegebenen „Fortschritte der Physik" für die Jahre 1888, 
1889 und 1893 fertig gestellt. 



— 165 — 

Herr Archenhold hat folgende Arbeiten auf der Orunewald- 
Stemwarte ausgeffihrt: 1. Beobachtungen der leuchtenden Nacht* 
wölken in den Sommermonaten Juni-Juli. 2. Photographische 
Aufnahmen von Kometen und Nebelflecken. 3. Geschwindigkeits- 
bestimmungen von Sternschnuppen auf photographischem Wege. 
4. Herstellung von selbstleuchtenden Sternkarten und Stem- 
hohlgloben. 5. Vorarbeiten für ein projektirtes grösseres Ob- 
lektiv-Fernrohr von kurzer Brennweite. 

F. Tietjen. 



42. Das Konigliehe Meteorologische Institut. 

Da das Meteorologische Institut nur nebenher den Lehr- 
zwecken der Universität dienstbar gemacht wird, während 
seine Hauptaufgaben auf einem ganz anderen Gebiete liegen, 
so kann der hier zu gebende Bericht ganz kurz gefasst werden, 
und zwar um so mehr, als das Institut ohnehin alljährlich 
einen ausfuhrlichen Thätigkeitsbericht veröflfentlicht.*) 

Es mag deshalb genügen, darauf hinzuweisen, dass auch 
im verfossenen Jahre von Seiten des Instituts wieder mehrere 
umfangreiche Publikationen herausgegeben worden sind, durch 
welche die in dem Stationsnetz gesammelten Beobachtungen 
allgemeiner Verwerthung und Benutzung zugänglich gemacht 
werden. 

Dieses Netz, welches abgesehen von dem Königreich 
Prenssen auch die angrenzenden norddeutschen Staaten um- 
fasst, besteht zur Zeit aus 115 Stationen I. und II. Ordnung, 
58. Stationen HE., 13 Stationen IV. Ordnung und 1773 Stationen, 
an welchen nur Niederschläge gemessen werden — sogenannte 
Eegenstationen. — Ausserdem erhält das Institut von 1407 Be- 
obachtern genauere Berichte über die an den betreffenden 
Orten beobachteten Gewitter. 

Während des Berichtsjahres war auch zum ersten Male 
das meteorologisch-magnetische Observatorium des Instituts 
auf dem Telegraphenberge bei Potsdam in vollem Gange und es 



*) Wer sich näher für die Organisation und die Aufgaben des Instituts 
interessirt, mag auf nachstehendes Schriftchen verwiesen werden: 

W. von Bezold. Das Königliche Meteorologische Institut in Berlin 
und dessen Observatorium bei Potsdam. Berlin 1890. Mayer & Müller. 

11 



— 166 — 

bestand das daselbst thätige Personal ans 2 wissenschaftlichen 
Oberbeamten, 3 wissenschaftlichen Assistenten nnd sonstigen 
Httlfskräften. 

Eine nicht zn unterschätzende Störung erwuchs dem Institut 
aus def mit dem 1. April erfolgten Einfuhrung der mittel- 
europäischen Zeit in das bürgerliche Leben. 

Um die Vergleichbarkeit und den klimatologischen Wertk 
der Beobachtungen nicht zu verlieren, mussten die Stationen 
höherer Ordnung (I. bis in.) angewiesen werden, die Beobach- 
tungen nach wie vor nach mittlerer Ortszeit — also fast allent- 
halben zu verschiedener bärgerlicher Zeit — anzustellen, 
während die Aufzeichnungen an den blossen Regen- und Ge- 
witterstationen mit Rücksicht auf die Beobachter nach mittel- 
europäischer Zeit gemacht werden. 

Es wurden dadurch in den ganzen Dienst Missstände 
hereingebracht, die an sich unvermeidlich sind, und nur durch 
das oben angedeutete Kompromiss auf verhältnissmässig kleineres 
Maass herabgedrückt werden konnten. 

Zu der Weltausstellung in Chicago sandte das Institut 
Instrumente, Publikationen, Karten und Photographien, welche 
zum Theil mit grosser Mühe eigens für diesen Zweck her- 
gestellt waren, um ein Bild von der Thätigkeit desselben zu 
gewähren. 

Ganz besonders hervorzuheben ist die Betheiligung des 
Instituts an dem von Professor Dr. Assmanü angeregten, durch 
die Gnade Seiner Majestät des Kaisers und Königs ermög- 
lichten grossen Unternehmen der Erforschung der Verhältnisse 
in der freien Atmosphäre vermittelst des Luftballons. 

Im Berichtsjahre wurden 18 Fahrten, darunter mehrere 
bis zu beträchtlichen, in Deutschland früher nie erreichten 
Höhen, ausgeführt, an denen jedesmal Beamte des Institute 
als Beobachter theilnahmen. 

Die Vorbereitungen für die einzelnen Fahrten sowie die 
Verarbeitung der dabei gewonnenen Ergebnisse erfolgt ebenfalls 
durch Beamte des Instituts, 

Was die Lehrthätigkeit sowohl des Direktors als des 
Professors Dr. Assmann betrifft, so hat sich dieselbe erfreu- 
lieber entwickelt als in den früheren Jahren. Insbesondere 
ist die Betheiligung von Ausländem, welche speziell zQiQ 



— 167 — 

Stadium der Meteorologie nach Berlin kommen, sowohl an 
den Vorlesangen als an den Uebungen und dem CoUoquium 
hervorzuheben. 

Thatsächlich ist auch Berlin zur Zeit die einzige Universität 
des In- und Auslandes, an welcher Studirenden Gelegenheit 
geboten ist, sich sowohl theoretisch als praktisch in diesem 
Fache auszubilden. 

Umsomehr ist es zu bedauern, dass die dem Institut über- 
wiesenen Räumlichkeiten so beschränkte sind, dass es unmög- 
lich ist, den Uebungen grössere Ausdehnung zu geben und 
auch die Durchführung umfangreicherer instrumenteller und 
experimenteller Arbeiten zu gestatten. Uebrigens wurde 
einigen älteren Studirenden Gelegenheit geboten, sich an dem 
Observatorium in Potsdam sowohl mit dem meteorologischen 
als magnetischen Dienst näher vertraut zu machen. 

Dr. von Bezold. 



¥111. Ministerlal-Erlasse und -Verffigungen. 

Unter den im Laufe des Rechnungsjahres 1893/94 von dem 
vorgeordneten Ministerium in Universitäts-Angelegenheiten er- 
lassenen Anordnungen ist von besonderer Wichtigkeit: 

1. Der Erlass vom 7. Februar 1894, durch welchen die 
§§2-4 der Vorschriften fnr die Studirenden vom 1. Oktober 1879, 
die Immatrikulation der Studirenden betreffend, durch fol- 
gende, am 1. April 1894 in Kraft getretene Bestimmungen 
ersetzt werden: 

§2. 

Zum Nachweis der wissenschaftlichen Vorbildung für das 
akademische Studium haben Angehörige des Deutschen Reiches 
ausserdem dasjenige Reifezeugniss einer höheren Lehranstalt 
beizubringen, welches für die Zulassung zu den ihrem Studien- 
fach entsprechenden Berufsprüfungen in ihrem Heimathstaate 
vorgeschrieben ist. 

Durch dieses Studienfach bestimmt sich zugleich die 

Fakultät, bei welcher der Studirende einzutragen ist. 

11» 



— 168 — 

§3. 

Mit besonderer Erlanbniss der Immatrikulations-Kommission 
können Angehörige des Deutschen Reiches, welche ein Reife- 
zeugniss nach § 2 Absatz 1 nicht ei'worben, jedoch wenigstens 
dasjenige Mass der Schalbildang erreicht haben, welches fax 
die Erlangung der Berechtigung zum Einjahrig-Freiwilligen- 
Dienst vorgeschrieben ist, auf vier Semester immatrikulirt und 
bei der philosophischen Fakultät eingetragen werden. 

Die Immatrikulations-Eommission ist ermächtigt, nach Ab- 
lauf dieser vier Semester die Verlängerung des Studiums um 
zwei Semester aus besonderen Grttnden zu gestatten. Eine 
weitere Verlängerung ist nur mit Genehmigung des Kurators 
(Kuratoriums) zulässig. 

§4. 
Ausländer können immatrikulirt und bei jeder Fakultät 
eingetragen werden, sofern sie sich über den Besitz einer Schul- 
bildung ausweisen, welche der in § 3 bezeichneten im Wesent- 
lichen gleichwerthig ist. 

2. Der Erlass vom 10. Februar 1894. Durch denselben 
werden, dem Antrage der Universität entsprechend, die für 
Inländer geltenden Promotionsbestimmungen auf Ange- 
hörige des Deutschen Reiches ausgedehnt. 

3. Der Erlass vom 12. Februar 1894. Nach demselben 
ist durch Allerhöchste Ordre den Universitätslehrern, welche 
das Prädikat „Professor^^ besitzen, gestattet worden, sich als 
„Universitäts-Professor" zu bezeichnen, so lange sie an 
der Universität wirklich lehren. 



IX. IJnlTersltSts- Grundstück. 

1. Durch Ministerial-Erlass vom 22. März 1893 wurde die 
Anbringung von Läutewerken in sämmtlichen Hörsälen des 
Universitäts-Gebäudes genehmigt. Die Ausfahrung ist in den 
Herbstferien erfolgt. 

2. In dem Zimmer No. 21 wurde mit Genehmigung des 
Ministeriums ein zweites Telephon angebracht. 



— 169 — 

3. Der östliche Theil des hinteren üniversitätsgartens ist 
auf Kosten der Stadt mit elektrischer Beleuchtung versehen 
worden. 

4. Nach dem Ministerial-Erlass vom 30. März 1894 ist die 
Verwaltung der Park- und Gartenanlagen auf dem Universitäts- 
Grundstttck, welche seit der Neueinrichtung der Anlagen durch 
die Königl. Ministerial-Bau-Kommission erfolgt war, wieder der 
Universität selbst überlassen worden. Die Universität hat mit 
der Unterhaltung der Anlagen den Landschaftsgärtner Richard 
Köhler betraut. 



X. Festliclikelteii and Programme. 

1. Festlichkeiten. 

Auf eine Einladung zu der am 25. Juni 1893 in Neapel 
stattgefundenen Leichenfeier jfur den verstorbenen Professor 
de Sanctis übersandte die Universität dem Rektor der Uni- 
versität Neapel eine Adresse. 

Am 3. Oktober 1893 feierte die Universität in hergebrachter 
Weise in ihrem grossen Hörsaale den Geburtstag ihres 
Königlichen Stifters. Die Festrede hielt der damalige 
Rektor, Geheime Medizinalrath Prof. Dr. Virchow über die 
Gründung der Berliner Universität und den Uebergang aus 
dem philosophischen in das naturwissenschaftliche Zeitalter. 
Im Anschluss an die Rede verkündigte der Rektor die Urtheile 
der vier Fakultäten über die Bewerbungsschriften, welche zur 
Lösung der im Jahre 1892 gestellten Preisaufgaben eingereicht 
waren, sowie die Namen der Sieger und die neugestellten 
Preisanfgaben für das Jahr 1893/94. 

Am 15. Oktober 1893 fand statutenmässig die öffentliche 
Uebergabe des Rektorats an den neugewählten Rektor der 
Universität, Geheimen Regierungsrath Prof. Dr. Weinhold 
statt. Der neue Rektor hielt seine Antrittsrede über die Be- 
ziehungen der germanischen Philologie zur Geschichte der 
Berliner Universität und zur Wissenschaft überhaupt. 

Am 21. Oktober bezw. am 8. November 1893 wurden dem 
Prorektor, Geheimen Medizinalrath Prof. Dr. Virchow und 



— 170 — 

dem Prof. Dr. Mommsen aus Anlass i^res öOjährigen Doktor- 
jubiläams GläckwuDSch-Adressen der Universität übersandt 

Am 22. Januar 1894 feierte der bei dieser Gelegenheit von 
Sr. Majestät dem Kaiser und König zum Wirklichen Geheimen 
Rath ernannte Prof. Dr. Zeller seinen 80. Geburtstag. Die 
Universität begrflsste denselben an diesem Tage durch eine 
Deputation. 

Am 27. Januar 1894 beging die Universität in ihrem grossen 
Hörsaale die Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät des 
Kaisers und Königs. Die Pestrede hielt der Prof. Dr. Lenz 
über Luther's Lehre von der Obrigkeit 

2. Programme. 
Die Programme zu den lateinischen Lektions-Katalogen 
waren : 

Fär das Sommer-Semester 1893: 

De Euripidis Hercule disputatio. 
Für das Winter-Semester 1893/94: 
De Ovidii Fastis dsiputatio. 



CHRONIK 



DER KÖNIGLICHEN^ ;^^ 



FßlEDRIGH-fflLHElMS-ÜNiyEBSITÄT 



ZV BERIilN 



FÜR 



DAS RECHNUNGSJAHR 1894/95. 



JAHRGANG VIIL 



BERLIN 

DRÜCK VON JULIUS BECKER 

181)5. 



3er\\ri. Univers'iia V 



CHRONIK 



DER KÖNIGLICHEN 



FRIEDRICH-WILHELMS-ÜNIVEBSITÄT 



ZIJ BERIiOr 



FÜR 



DAS RECHNUNGSJAHR 1894/95. 



JAHRGANG Vm. 



BERLIN 

DRÜCK VON JULIUS BECKER 

1895. 



YORK 



Su»BAM 



A. M 






Inhalt 

Seite 

I. Akademische Behörden 5 

II. Lehrkörper der Universität 6 

1. Todesfälle 6 

2. Abgang 8 

3. Berufungen, Ernennungen und Habilitationen ... 9 

4. Auszeichnungen 11 

ni. Beamte der Universität 13 

IV. Studirende der Universität 13 

1. Hörerzahl im Sommer-Semester 1894 13 

2. Hörerzahl im Winter-Semester 1894/95 19 

V. Promotionen 24 

1. Ehren-Promotionen 24 

2. Promotionen . . , 24 

3. Preise 40 

VI. Stiftungen, Geschenke und sonstige Zuwendungen . 43 

VIL Wissenschaftliche Anstalten der Universität ... 44 

1. Das theologische Seminar . 44 

2. Das praktisch-tHeologische Seminar 45 

3. Die christlich-archäologische n. epigraphische Sammlung 46 

4. Das juristische Seminar 47 

5. Das Seminar flir Deutsches Recht 49 

6. Das philologische Seminar 49 

7. Das psychologische Seminar 50 

8. Das Institut ftlr Alterthumskunde öl 

9. Das historische Seminar . 51 

10. Das staatswissenschaftlich-statistische Seminar ... 52 

11. Das germanische Seminar 59 

12. Das romanisch-englische Seminar 59 

13. Das mathematische Seminar 61 



— 4 ~ 

Seite 

14. Das Seminar für die Aasbildung der Stadirenden im 

wissenschaftlichen Rechnen 62 

15. Das Seminar für Orientalische Sprachen ..... 62 

16. Der archäologische Apparat 64 

17. Das geographische Institut 64 

18. Der geographische Apparat 65 

19. DerApparat für Vorlesungen über neuere Ronstgeachichte 66 

20. Die klinischen Anstalten 61/ 

21. Das erste anatomische Institut 81 

22. Das zweite anatomische Institut 80 

23. Das physiologische Institut 87 

24. Das pathologische Institut . 94 

25. Die hygienischen Institute 98 

26. Die Sammlung chirurgisch-geburtshülflicher Instrumente 

und Bandagen 1U2 

27. Das pharmakologische Institut 103 

28. Die praktische Unterrichts-Anstalt ftir die Staataarznei- 

künde 103 

29. Das erste chemische Laboratorium 105 

30. Das zweite chemische Institut 108 

31. Das physikalische Institut HO 

32. Das Institut für theoretische Physik 112 

33. Das zoologische Institut 113 

34. Das Museum für Naturkunde 115 

35. Der Universitätsgarten 135 

36. Das botanische Institut 135 

37. Das pflanzenphysiologische Institut 136 

38. Das technologische Institut 138 

39. Die Universitäts-Bibliothek 139 

40. Der botanische Garten und das botanische Museum . 148 

41. Die Sternwarte 158 

42. Das astronomische Recheninstitut 161 

43. Das Königliche meteorologische Institut 161 

Vin. Miuisterial-Erlasse und Verfugungen 163 

IX. Universitäts-Grundstück 164 

X. Festlichkeiten und Programme 164 



I. Akademlaehe Behörden. 

1. Im Sommer-Semester 1894 bestand der akademische 
Senat: 

aus dem Sektor, Geheimen Begiernngs-Rath Professor Dr. Wein- 

hold, 
„ Universitäts - Richter, Geheimen Regiemngs - Rath Dr. 

Dande, 
., Prorektor, Geheimen Medizinal - Rath Professor Dr. 
Virchow, 
,. „ Dekan der theologischen Fakultät, Professor Dr. Dill- 
mann, 
„ Dekan der juristischen Fakultät, Wirklichen Geheimen 
Ober-Justiz-Rath Professor Dr. von Gneist, 
., „ Dekan der medizinischen Fakultät, Geheimen Medizinal- 

Rath Professor Dr. von Bergmann, 
,, ., Prodekan der philosophischen Fakultät, Professor 

Dr. Hirschfeld, 
,. ,, Senator, Geheimen Regierungs-Rath Professor Dr. 

Vahlen, 
,, ,, Senator, Professor Dr. Harnack, 
„ ,, Senator, Geheimen Regierungs-Rath Professor Dr. 

Schulze, 
V „ Senator, Geheimen Justiz-Rath Professor Dr. Pernice, 
M ., Senator, Professor Dr. J. Schmidt. 

2. Im Winter-Semester 1894/95 war der akademische 
Senat zusammengesetzt: 
ans dem Rektor, Professor Dr. Pf leiderer, 
„ „ Universitäts -Richter, Geheimen Regierungs-Rath Dr. 

Daude, 



-^ 6 — 

aus dem Prorektor, Geheimen Regierungs-Rath Professor Dr. 

Weinhold, 
„ Dekan der theologischen Fakultät, Professor Dr. 

Harnack, 
„ Dekan der juristischen Fakultät, Oeheimen Justiz-B^th 

Professor Dr. Hinschi us, 
„ Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Dr. 

Hertwig, 
„ Dekan der philosophischen Fakultät, Geheimen Be- 

gierungs-Bath Professor Dr. Freiherm von Richt- 
hof en, 
„ Senator, Geheimen Regierungs-Rath Professor Dr. 

Schulze, 
„ Senator, Geheimen Justiz-Rath Professor Dr. Pernice, 
Senator, Geheimen Medizinal - Rath Professor Dr. 

Gerhardt, 
Senator, Geheimen Regierungs-Rath Professor Dr. 

Sachau, 
„ Senator, Professor Dr. Di eis. 



V 



n 



II« Ijelirkdrper der UnlverslIJU. 

1. Todesfälle. 

Am 21. Mai 1894 verstarb zu Israelsdorf bei Lübeck der 
ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät, Direktor 
des physikalischen Instituts, Mitglied der Akademie der Wissen- 
schaften, Mitglied des Kuratoriums der Physikalisch-technischen 
Reichsanstalt, Geheimer Regierungs-Rath Dr. August Enndt. 
Am 18. November 1839 zu Schwerin in Mecklenburg geboren^ 
promovirte er am 19. April 1864 an der Universität Berlin. 
Im Jahre 1868 erfolgte seine Ernennung zum Professor der 
Physik am eidgenössischen Polytechnikum in Zttrich und am 
6. April 1888 seine Berufung als ordentlicher Professor in der 
philosophischen Fakultät der hiesigen Universität. 

Am 4. Juli 1894 verstarb zu Berlin der ordentliche Professor 
in der theologischen Fakultät, Mitglied der Akademie der 
Wissenschaften Dr. August Dillmann. Am 25. April 1833 



7 — 

zu Illingen im Königreich Württemberg geboren, promovirte 
er am 14. Hai 1846 an der Universit&t Tübingen, woselbst 
seine Ernennung zum Prof. extraord. honorar. im Februar 1853 
erfolgte. Am 16. 'August 1869 wurde er als ordentlicher 
Professor in die theologische Fakultät der hiesigen Universität 
berufen. 

Am 8. September 1894 verstarb zu Charlottenburg bei 
Berlin der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät, 
Wirkliche Geheime Rath, Präsident der Physikalisch-technischen 
Reichsanstalt, Mitglied der Akademie der Wissenschaften 
Dr. Hermann von Helmholtz, Excellenz. Am 31. August 1821 
zu Potsdam geboren, promovirte er am 2. November 1842 (als 
Dr. med.) bei der hiesigen Universität, wurde im Jahre 1849 
zum ausserordentlichen Professor der Physiologie an der 
Universität Königsberg ernannt und am 13. Februar 1871 
als ordentlicher Professor in die philosophische Fakultät 
der hiesigen Universität berufen. 

Am 13. April 1894 verstarb zu Berlin der ausserordentliche 
Professor in der philosophischen Fakultät, ständige Sekretär 
der Akademie der Künste, Geheime Regierungs-Bath Dr. Philipp 
Spitta. Am 27. Dezember 1841 zu Wechold bei Hoya 
(Hannover) geboren, promovirte er am 23. Juli 1864 an der 
Universität Göttingen. Am 14. April 1875 wurde er zum 
ausserordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät 
der hiesigen Universität ernannt. 

Am 19. September 1894 verstarb zu Berlin der ausser- 
ordentliclie Professor in der medizinischen Fakultät, Geheime 
Medizinal-Rath, Oberstabsarzt I. Klasse und Regimentsarzt a. D., 
dirigirender Arzt im Gharite-Krankenbause Dr. Oskar Max 
Viktor Fraentzel Am 4. März 1838 zu Meseritz, Provinz 
Posen, geboren, promovirte er am 15. März 1860 und habilitirte 
sich am 12. April 1870 bei der hiesigen Universität, bei welcher 
er am 3. September 1875 zum ausserordentlichen Professor 
ernannt wurde. 

Am 3. März 1895 verstarb zu Berlin der ausserordentliche 

Professot in der philosophischen Fakultät, Dr. Georg von 

Gizycki. Geboren am 14. April 1851 zu Glogau, promovirte 

er am 29. Mai 1875 an der hiesigen Universität, habilitirte 

1* 



— 8 - 

sich hier am HO. November 1878 für Philosophie und wurde am 
11. August J883 zum ausserordentlichen Professor in der 
philosophischen Fakultät ernannt. 

Am 18. März 1895 verstarb zu Berlin der ausserordentliche 
Professor in der juristischen Fakultät, AmtsgerichtsratL 
Dr. Ernst Traugott Rubo. Am 8. Juli 1834 zu Berlin 
geboren, promovirte er am 28. März 1857 an der Universität 
Heidelberg, habilitirte sich am 26. April 1870 fiir Rechts- 
wissenschaft an der hiesigen Universität, woselbst am 8. März 187(3 
seine Ernennung zum ausserordentlichen Professor erfolgt«. 

Am 9. September 1894 verstarb zu Berlin der Privatdozent 
in der philosophischen Fakultät, Legationsrath Professor 
Dr. Heinrich Brugsch. Geboren am 18. Februar 1827 zu 
Berlin, promovirte er am 30. August 1850 und habilitirte sich 
am 12. August 1854 für Aegyptologie an der hiesigen Universität. 
Am 17. Februar 1867 erfolgte seine Ernennung zum ordent- 
lichen Professor an der Universität Göttingen, in welcher 
Stellung er bis Ostern 1881 verblieb, wo er die ihm ertheilte 
venia legendi an der hiesigen Universität wieder aufnahm. 

2. Abgang. 

Der Privatdozent Lic. Heinrich Voigt ist zum ausser- 
ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der Uni- 
versität Königsberg, der Privatdozeut Dr. Rudolf Hfibner zum 
ausserordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der 
Universität Bonn, der ausserordentliche Professor in der medi- 
zinischen Fakultät Dr. Alb recht Eossei zum ordentlichen Pro- 
fessor in der medizinischen Fakultät der Universität Marborg, 
der Privatdozent, Professor Dr. Karl von Noorden zum diri- 
girenden Arzt des Krankenhauses in Frankfurt a. M., der Privat- 
dozent Dr. Johannes Schlange zum Chefarzt der chirurgischen 
Abtheilung des neuen Krankenhauses in Hannover, der ausser- 
ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Adolph 
Furtwängler zum ordentlichen Professor in der philosophischen 
Fakultät der Universität München, der ausserordentliche Professor 
in der philosophischen Fakultät Dr. Stephan Waetzöldt zum 
Regierungs- und Schulrath in Magdeburg, der ausserordentliche 
Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Hermann 



— 9 — 

Ebbinghans zum ordentlichen Professor in derselben Fakultät 
der Universität Breslan, der Privatdozent Dr. Otto Meinardas 
zum Staats-Archivar beim Staatsarchiv in Wiesbaden, der Privat- 
dozent, Professor Dr. Karl Heider zum ordentlichen Professor 
in der philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck und 
der Privatdozent Dr. Ludwig Abel zum ausserordentlichen 
Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Er- 
langen ernannt worden. 

Der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät, 
Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Wirkliche Geheime 
Rath Dr. Zell er, Excellenz, ist auf seinen Antrag mit dem 
Schluss des Sommer-Semesters 1894 von seinen akademischen 
Verpflichtungen entbunden worden. 

Der Oberbibliothekar Professor Dr. Ascherson ist in den 
Ruhestand getreten. 

4 

3. Beruftangen, Ernennungen^ Habilitationen. 

A. Berufungen. 

Der bisherige ordentliche Professor an der Universität 
Greifswald Dr. Friedrich Baethgen ist als ordentlicher 
Professor und der Privatdozent Lic. Gunkel aus Halle a. S. 
als ausserordentlicher Professor in die theologische Fakultät 
der hiesigen Universität berufen. 

Der bisherige ordentliche Professor an der Universität 
Freiburg i. B. Dr. Emil Warburg ist als ordentlicher Professor 
in die philosophische Fakultät der hiesigen Universität berufen. 

Der Assistent am astrophysikalischen Institut zu Potsdam, 
Dr. Julius Scheiner, ist als ausserordentlicher Professor in 
die philosophische Fakultät der hiesigen Universität berufen. 

Der Oberlehrer am hiesigen Eönigl. Lehrerinnen-Seminar 
Dr. Eugene Pariselle ist als Lector für die französische 
Sprache angestellt. 

Der Universitäts-Stallmeister Hemme rling und der Uni- 
versitäts-Fecht- und Turnlehrer Neumann haben ihre Stellungen 
niedergelegt. An ihre Stelle sind der Stallmeister Beutner 
beziehentl. der Fecht- und Turnlehrer Teege getreten. 



— 10 — 

B. Ernennungen. 

1. in der medizinischen Fakultät: 
Der ausserordentliche Professor Dr. Henbner ist zum 
ordentlichen Professor und der Privatdozent Dr. Strassmano 
zum ausserordentlichen Professor ernannt. 

2 in der philosophischen Fakultät: 
Der Privatdozent Dr. Blasius ist zum ausserordentlicbeD 
Professor ernannt. 

C. Habilitationen. 

Als Privatdozenten habilitirten sich: 

I. in der juristischen Fakultät: 
der Dr. jur. Johannes BArchard fär Handels-, See- und 

Wechselrecbt, 
der Gerichteassessor Dr. jur. Wilhelm Kaufmann für Völker- 
recht und internationales Privatrecht. 

U. in der medizinischen Fakultät: 
der Dr. med. et chir. Alexander Westphal für Psychiatrie 

und Nervenkrankheiten, 
der Dr. med. et chir. Richard Greeff fflr Augenheilkunde, 
der Dr. med. et chir. Karl Gebhard fttr Geburtshülfe und Gynä- 
kologie, 
der Dr. med. et chir. Erich Wernicke fftr Hygiene, 
der Dr. med. et chir. Martin Mendel söhn für innere Medizin, 
der Dr. med. et chir. Wilhelm Weintraut für innere Medizin, 
der Dr, med. et chir. Adolf Loewy für Anatomie und Phy- 
siologie. 

ni. in der philosophischen Fakultät: 
der Dr. phil. Franz Winter für Archäologie, 
der Dr. phil. Eduard Sei er fiir amerikanische Sprachen- 
Völker- und Alterthumskunde, 
der Dr. phil. Ernst Gilg für Botanik, 
der Dr. phil. Otto Krauske für Geschichte, 
der Dr. phil. Otto Kern für klassische Alterthumswissenschaft, 
der Dr phil. Friedrich Schumann für Philosophie, 
der Dr. phil. Max Friedländer für Musikwissenschaft 



— 11 — 

der Dr. phJL Hermann Thoms für pharmacentische Chemie, 
der Dr. phil. Gustav Oppert für drawidische Philologie and 

indische ürbevOlkernng, 
der Dr. phil Gustav Lindau für Botanik, 
der Dr. phil. Martin Schöpff für Chemie. 

4. AasKelehnnngen. 

Der ordentliche Professor, Wirkliche Geheime Ober-Justiz- 
rath, Ober-Verwaltungsgerichtsrath und Mitglied des Staats- 
raths Dr. von Gneist ist zum Wirklichen Gtoheimen Batb mit 
dem Prädikat „Excellenz'' ernannt. 

Dem ordentlichen Professor Dr. Heubner und den ausser- 
ordentlichen Professoren Dr. Schweninger, Dr. Eossei und 
Dr. Beruh. Fränkel ist der Charakter als Geheimer Medizinal- 
rath und dem Privatdozenten Dr. Perl der Charakter als 
Sanitätsrath verliehen. Den Privatdozenten Dr. Landau, 
Dr. J. Munck, Dr. Krönig, Dr. Langerhans, Dr. Qold- 
scheider und Dr. Louis Lewin ist der Titel „Professor" ver- 
liehen. Die ordentlichen Professoren Dr. Jolly, Dr. Bubner 
and Dr. Olshausen sind zu Mitgliedern der wissenschaftlichen 
Deputation ffir das Medizinalwesen, der ordentliche Honorar- 
Professor Dr. B. Koch ist zum Generalarzt L El. & la suite des 
Samtätskorps und der ausserordentliche Professor Dr. Strass- 
mann zum gerichtlichen und Stadtphysikus emann worden. 

Der ordentliche Honorar-Professor Dr. Lazarus hat den 
Charakter als Geheimer Begierungsrath erhalten mti mt 

ausserordentliche Professor Dr. Hettner ist als etatsmässiger 
Professor an die Technische Hochschule zu Charlottenburg 
berofen. 

Den Privatdozenten Dr. Hoeniger, Dr. Volkens 
Dr. Tenne, Dr. Kotter, Dr. Ludw. Schlesinger und 
Dr. Jahn ist der Titel „Professor** verliehen. 

Orden wurden verliehen: 

Der ordentliche Professor Dr. Mommsen ist zum Vize- 
Kanzler des Ordens pour le merite für Wissenschaft und Kunst 
ernannt 



— 12 — 

Der Rothe Adler-Orden DI. Klasse mit der Schleife: 
dem Professor Dr. Eekal6 und dem Geheimen Kegiemngs- 
rath Professor Dr. Seil. 

Der Bothe Adler-Orden m. Klasse: 
dem Privatdozenten Geheimen Sanitätsrath Professor Dr. Tobold. 

Der Rothe Adler-Orden IV. Klasse: 
den ord. Professoren Dr. Pfle iderer, Geheimen Regierangsrath 
Dr. Sachau und Dr. Ermann, dem ausserordentlichen Professor 
Dr. Neesen, dem Oberbibliothekar Professor Dr Ascherson; 
den Privatdozenten Dr. Schlange und Dr. von Luschan. 

Der Kronen-Orden I. Klasse: 
dem Geheimen Regiemngsrath Professor Dr. Curtias. 

Der Kronen-Orden IL Klasse: 
den ordentlichen Professoren Geheimen Medizinalrath Dr. Ley- 
den, Geheimen Regiemngsrath Dr. Landolt Geheimen Jostiz- 
rath Dr. Brunner und Geheimen Regiemngsrath Dr. Bastian 
sowie dem ausserordentlichen Professor Geheimen Justizrath 
Dr. von Cuny. 

Der Kronen-Orden ÜI. Klasse: 
dem Privatdozenten Geheimen Regiemngsrath Professor 
Dr. von Kauffmann. 

Der Kronenorden DI. Klasse mit der Zahl „50^': 
dem ausserordentlichen Professor Dr. Garcke. 

Ferner erhielten: 

der Professor Dr. Mommsen das Kaiserlich Königliche Oester- 
reichische Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft; 

der Geheime Regiemngsrath Professor Dr. Curtius das 
Kommandeurkreuz I. Klasse mit dem Stern des Königlich Schwe- 
dischen Nordstern-Ordens; 

der Geheime Regiemngsrath Professor Dr. Helmert das 
Kommandeurkreuz II. Klasse des Königlich Schwedischen Nord- 
stern-Ordens; 

der Geheime Regiemngsrath Professor Dr. S ach an die 
:'i. Stufe der 11. E^asse des „Strahlenden Sterns*' vom Snltanat 
Zanzibar ; ' 

der Geheime Medizinalrath Professor Dr. von Bergmann die 



— 13 ~ 

IL Klasse mit dem Stern des Königlich Bairischen Ordens vom 
heiligen Michael; 

der Geheime Kegierongsrath Professor Dr. Wagner das 
Ritterkreuz I. Klasse des Grossherzoglich Badischen Zähringer 
Löwen-Ordens. 



III. Beamte der UnlTerftltftt. 

Die Militäranwärter Karge und Broosch sind als Hülfs- 
haasdiener und der Militäranwäiler Horlbogen als Sicherheits- 
beamter angenommen worden. 



lY. Stadirende der llnlTenlttt. 

1. Hörerzahl im Sommer - Semester 1894. 
1. Hnmmarlsrhe Febersicht. 

A. Im Winter-Semester 1893/94 sind immatrikulirt gewesen 473ö 
Davon sind 

a) verstorben 3 

b) abgegangen 1. mit Exmatrikel . . .1716 

2. auf Grund einer Anzeige 109 

c) weggegangen ohne sich abzumelden und 

daher gestrichen 29 

d) gestrichen auf Grund des § 13 der Vor- 

schriften für die Studirenden etc. 
vom 1. Oktober 1879 125 

e) gestrichen aus sonstigen Gründen . 62 

zusamme n 2044 

Es sind demnach geblieben 2691 

Dazu sind in diesem Semester gekommen ... 1149 

Die Gesammtzahl der immatrikulirten Studi- 

r enden beträgt daher 3840 

Preussen . . 307 



Die theologische Fakultät zählt: 
Die juristische Fakultät zählt: 



Nichtpreus sen 67 374 
Preussen . . 822 
Nichtpreussen 250 1072 



Die medizinische Fakultät zählt: L^. ,^ * ^ ^^,, 

I Nichtpreussen 229 101 1 



Die 

philosophische 

Fakultät 

zählt: 



-- 14 — 

Uebertrag 2457 
' a) Preassen mit dem Zeugniss 
der Reife eines Gymnasiums 526 

b) Prenssen m. d. Zengniss der 
Reife eines Realgymnasiums 158 

c) Preassen m d. Zengniss der 
Reife einer Oberrealschnle 262 

d) Prenssen ohne Zengniss der 
Reife ^ 7 953 

e) Nichtprenssen 430 1383 



sind obige 3840 

B. Ausser diesen immatriknlirten Stndirenden sind znm 
Hören der Vorlesungen berechtigt: 

1. Nicht immatriknlirte Prenssen und Nicht- 
prenssen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 193 

2. Studirende der militärärztlichen Bildungs- 
Anstalten 264 

3. Studirende der Technischen Hochschule . 1681 

4. Studirende der Berg-Akademie 106 

5. Studirende der Landwirthschafblichen Hoch- 
schule, welche im Besitz des Berechtigungs- 
scheins zum einjährigen Militänlienst sind 507 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule 396 

7. Studirende der Akademie der Künste . . 297 3444 



Die Oesammtzahl der Berechtigten ist mithin . . 7284 

Von diesen Berechtigten hören Vorlesungen: 

AA. Von den immatriknlirten Stndirenden: 

in der theologischen Fakultät ..... 374 

in der juristischen Fakultät 1067 

in der medizinischen Fakultät 993 

in der philosophischen Fakultät . . . . 1327 

zusammen 3761 

Vom Hören von Vorlesungen dispensirt sind: 

in der theologischen Fakultät — 

in der juristischen Fakultät 5 



— 15 — 

Uebertrag 5 3761 

in der medizinischen Fakultät 18 

in der philosophischen Fakultät . . . 56 

zusamme n 79 

BB Von den fibrigen berechtigten Personen: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen undNicht- 
preussen, welche vom Rektor die £r- 
laubniss dazu erhalten haben .... 174 

2. Studirende der militärärztlichenBildungs- 
Anstalten . . t 1 

3. Studirende der Technischen Hochschule 17 

4. Studirende der Berg-Akademie ... 8 

5. Studirende der Landwirthschaftlichen 
Hochschule 6 

6. Studirende der Thierärztl. Hochschule 3 

7. Studirende der Akademie der Künste . 1 



zusamme n 210 

Die Gesammtzahl der Berechtigten, welche Vorlesungen 

hören, ist mithin 3971 



- 16 — 



O. Immatriknllrte Prenssen. 







1 


nach der 


Fak 


ultät 









evangelisch- 
theologische. 


• 

o 

OQ 

SD 

1 


• 

.£3 

•§ 

•*^ 

TS 

« 

B 




philosophische 




Provinz. 


Philos., Philol. 
u. Geschichte. 


a 


1 

6 * V 

"1 


Pliarmacie 

und 

Zahnheilkunde. 


• 

p 

c 

a 

■ 

s 


a 

ZK3 


Ostprenssen .... 


6 


24 


29 


! 
12 


8 


1 
1 

1 i 


16 


37 


88 


Westpreussen . . . 






14 


46 


77 


15 , 


10 


1 


12 


38 


175 


Brandenburg . . . 






158 


341 


303 


184 


143 


4 


58 


389 


1191 


Pommern .... 






29 
16 
20 
16 
11 


53 
67 
67 
57 
8 


60 
69 
74 
49 
10 


33 
36 
34 
24 
5 


21 
19 
36 
14 
5 


2 

1 

1 
2 


12 
20 
19 
16 
9 


68 
76 
90 
56 
19 


210 


Posen 




218 


Schlesien .... 




251 


Sachsen 




178 


Schleswig-Holstein . 




48 


Hannover .... 






9 

5 

11 


28 
40 
41 


33 
28 
26 


21 
14 
21 


11 
14 
14 


1 

1 


6 

12 

6 


39 
40 
42 


1(19 


Westfalen . 




113 


Hessen-Nassau . 




120 


Rheinprovinz . . 






12 


59 


32 


33 


17 


, 1 


8 


59 


162 


HohenzoUern . . 






— 


1 


— 






1 


— 


* 


1 


Summa 


• 




307 |822 


782 


432 


312 


15 


194 


953 


2864 


Davon sind im Sommer- 










1 


1 

1 








Semester 1894 imma- 














1 






trikulirt worden 


• 


• 


87 


259 


187 


127 


82 


3 

1 
1 


76 

1 


288 


821 



— 17 — 



III. Immatriknlirte NIcht-PrensKeii. 



Land. 



nach der Fakultät 



=5-5. 



OD 






JS 

o 

oa 

■f.4 

a 



philosophische 



55 






« s 



S S^* 









— 

§§1 




0» 



3 



a 

00 



I. fiebrige Reichelander: 

Anhalt 

Baden 

Bayern 

Brannecbweig . . . 

Bremen 

ElsasB-Lothringen . . 

Hamburg 

Hessen, Grossherzogth. 

Lippe 

Lübeck 

Mecklenburg- Schwerin 
Mecklenburg - Strehlitz 
Oldenburg .... 
Renss ältere Linie . 
Reuss jüngere Linie 
Sachsen, Königreich 
Sachsen, Grossherzgth 
Sachsen-Altenburg . 
Sachsen -Koburg-Gotha 
Sachsen-Meiningen . 
Schaumburg-Lippe . 
Schwarzbg.- Rudolstadt 
Schwarzbg.-Sondersh. 
Waldeck .... 
Württemberg . . . 



8 
1 
6 
1 

3 
1 



Summe I 



2 
1 
1 



4 

15 

21 

11 

5 

7 

21 

17 

1 

8 

10 

1 

9 



4 

11 

16 

11 

2 

4 

8 

6 



1 
5 
10 
4 
3 
6 
7 
7 



4 
3 
9 
4 
2 

7 
3 






6 
2 
4 
1 



1 
4 



6 
2 
1 



4 
1 

3 
2 
1 



22 
3 
4 

11 
4 

1 

2 

1 

30 



11 
4 
2 
2 
2 

2 

1 

1 

15 



11 
1 
3 
1 



5 
1 

1 
3 
1 



3 
3 
1 
3 
1 



1 
3 
2 



1 
1 
1 



3 ; 1 



1 
1 
1 



33 



203 



115 



69 



IL Sonttioe, vermals zum 

deotsclieii Bunde geMkige 

Linder: 

Oesterreich: 

a) Erzherzogthum . 

b) Böhmen .... 

c) Schlesien . . . 

d) Steiermark . . . 



Summe U 



53 



25 



10 
2 
1 
1 



1 — 



14 



1 — 



9 
11 
20 
11 
6 
6 
16 
10 



2 

13 

4 

2 



1 

19 
3 
3 
2 
8 
3 
1 
1 
1 
5 



152 



12 
2 
1 
1 



16 



20 

38 

63 

34 

13 

20 

46 

33 

2 

5 

81 

8 

16 

1 

1 

55 

11 

9 

18 

11 

4 

4 

4 

3 

53 



503 



18 
2 
1 
1 



22 



— 18 — 





-^ "■ 


1 


1 


n 


lacli 

• 


{ der 


Fak 
philo 


ultät 






»sophische 




Land. 


elisch- 
gische. 


• 

ja 
o 

CB 


OQ 

B 


Phllol. 
hichte. 




4 


• 

£ 1 


• 

c 


• 

es 




evang 
theolo 


OB 

c 


S 


IS 

0^ s 




"1 


i§2 


S 


S 

s 

3 


III. Uebrige europäteche 




















Siaatmi: 




















Belgien 


— 




1 


1 


1 


1 




2 


3 


Bulgarien . . 






— 


1 


2 


2 


— 




— 


2 





Dänemark . . 










1 


2 


—~ 




— 


2 


3 


Frankreich . . 






-^ 


2 


— 


3 




— 




3 





Griechenland . 






— 


1 


2 


2 




— 




2 


5 


Grossbritannien 






1 




5 


9 


6 


— 


— 


15 


21 


Italien . . . 






1 


1 


2 


3 


2 1 


— 


<— 


5 


9 


Niederlande 






^— 




4 


2 


3 i 


1 


3 


8 


12 


Oesterreich-Un^arn (so- 
weit vormals nicht zum 






































deutschen Bunde ge- 




















hörig) : 




















a) Bukowina . . . 


— 


— 


1 


— 






— 


— 


1 


b) Galizien .... 


— 


2 




9 


3 




— 


12 


14 


c) Siebenbürgen . . 


2 




1 




— 


— 


— 


— 


3 


d) Ungarn . . . • 


2 


8 


8 


15 




^_^ 


— 


15 


33 


Rumänien 


— 


2 


4 


6 


3 




1 


10 


16 


Russland 


2 


9 


38 


47 


47 


5 


1 


100 


149 


Schweden u. Norwegen 


2 


— 


— 


2 


1 





— 


3 


5 


Schweiz 


10 


12 


4 


13 


4 






17 


43 


Serbien 


— 


1 






1 


^^^^ 


_ 


1 


2 


Spanien 




— 


1 




1 





— 


1 




4M 


Türkei 


— 


1 


2 


1 


1 


"~~ 


^"^ 


2 





Summe III . 


20 


40 


76 


117 


i 73 


5 


5 


200 


336 


IV. Ausserearopäisohe 














( 






Länder: 




















Amerika 


13 




31 


32 


' 18 


8 




58 


102 


Asien 




3 


6 


2 




2 


1 


4 


13 


Summe IV . 


13 


3 


37 


34 


18 


1 10 




62 


115 


Hierzu Summe III 


20 


40 


76 


117 


73 


' 5 


5 


200 


336 


„ II . 


1 


4 


1 


14 


1 


— 


1 1 


16 


22 


I . 


33 


203 


115 


69 


53 


5 


1 25 


152 


503 


Haupt-Summe . 


67 


250 


229 


234 


145 


^ 20 


31 


430 


976 


Davon sind im Sommer- 




















Semester 1894 imma- 




















trikulirt worden 


i 


• • 


22 


91 


81 


67 


44 


9 


14 


134 


328 



— 19 — 
3. Hörerzahl im Winter-Semester 1894/95. 

I. Summarische Uebersicht. 

A. Im Sommer-Semester 1894 sind immatrikulirt gewesen 3840 
Davon sind 

a) verstorben 4 

b) abgegangen 1. mit Exmatrikel .... 1088 

2. auf Grund einer Anzeige 67 

c) weggegangen ohne sich abzumelden und 
daher gestrichen 53 

d) gestrichen auf Grund des § 13 der Vor- 
schriften f&r die Studirenden etc. vom 

1. Oktober 1879 150 

e) gestrichen aus sonstigen Gründen . . 69 

zusammen 1431 

Es sind demnach geblieben 2409 

Dazu sind in diesem Semester gekommen .... 2398 
DieGesammtzahlderimmatrikulirten Studirenden 

beträgt daher 4807 

Die theologische Fakultät ^ählt: j^[^^^^^^^^^^^ ^,3 

TAI • • X- u J:^ u i^K4. xui^ f Preussen . . 1225 

Die juristische Fakultät zählt: { Njchtpreuss en 392 1617 

Die medimische Fakultät zählt: j SprTuss en 291 1166 

a) Preussen mit dem Zeugniss 
der Reife eines Gymnasiums 382 

b) Preussen m. d. Zeugniss der 
Reife eines Realgymnasiums 229 

c) Preussen m. d. Zeugniss der 
Reife einer Oberrealschule 16 

d) Preussen ohne Zeugniss der 
Reife 390 1 017 

e) Nichtpreussen 534 1551 



Die 

philosophische 

Fakultät 

zählt: 



sind obige 4807 

B. Ausser diesen immatrikuliii;en Studirenden sind zum 
Hören der Vorlesungen berechtigt: 
1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht- 
preussen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 256 



— 20 — 

Uebertrag 256 4807 

2. Studireude der militärärztlichen BUdongs- 
Anstalten 263 

3. Studirende der Technischen Hochschule . .1903 

4. Studirende der Berg-Akademie 142 

5. Studirende der Landwirthschaftl. Hochschule, 
welche im Besitz des Berechtigungsscheins 
zum einjährigen Militärdienst sind .... 561 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule . 415 

7. Studirende der Akademie der Künste . . . 305 3846 

Die Gesammtzahl der Berechtigten ist mithin. . 8652 
V^on diesen Berechtigten hören Vorlesungen: 
AA. Von den immatrikulirten Studirenden: 

in der theologischen Fakultät 471 

in der juristischen Fakultät 1611 

in der medizinischen Fakultät .... 1150 
in der philosophischen Fakultät . . . . 1498 

zusammen 4730 
Vom Hören von Vorlesungen dispensirt sind: 

in der theologischen Fakultät 2 

in der juristischen Fakultät 6 

in der medizinischen Fakultät .... 16 
in der philosophischen Facultät . . . . 63 

zusamme n 77 
BB. Von den übrigen berechtigten Personen: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht- 
preussen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 228 

2. Studirende der militärärztlichen Bildungs-An- 
stalten 263 

3. Studierende der Technischen Hochschule . . 18 

4. Studirende der Berg-Akademie 19 

5. Studirende der Landwirthscbaftlichen Hoch- 
schule 3 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule . 8 

7. Studirende der Akademie der Künste . . . 1 

zusamme n Mfj 
Die Gesammtzahl der Berechtigten, welche Vorlesungen 

hören, ist mithin 5270. 



— 21 



II. Immatrlkiillrte Prenssen. 





evangelisch- 
theologische. 


nacl] 


i der 


Fak 


ultä 
isophit 

s 


t 






Provinz. 


• 

00 
00 


* 

o 

OD 

a 

a 


• ■ 

o *- 
Pu2 

PI« 3 


philo 

• 

et *J K 

c es A 

.5 5« 


jche 

• 

.2 1 

s 1 


• 

c 
« 

c 

OB 

3 


• 

B 

B 

CO 


Oslpreussen .... 


8 


46 


22 


14 


8 


2 


10 


34 


110 


Westpreussen .... 


18 


65 


71 


19 


16 




13 


48 


202 


Brandenburg .... 


157 


432 


347 


188 


143 


5 


68 


404 


1340 


Pommern 


38 


95 


54 


38 


26 


2 


18 


84 


271 


Posen 


15 


75 


69 


35 


23 


2 


20 


80 


239 


Schlesien 


21 


98 


81 


36 


40 




18 


94 


294 


Sachsen 


28 


105 


58 


26 


17 


1 


11 


55 


246 


Schleswig-Holstein . . 


11 


26 


20 


5 


6 




6 


17 


74 


Hannover 


15 


47 


34 


19 


12 




8 


39 


135 


Westfalen 


10 


84 


42 


23 


19 


— 


10 


52 


188 


Hessen-Nassau . . . 


17 


55 


29 


21 


17 


1 


5 


44 


145 


Rheinprovinz .... 


12 


97 


48 


34 


20 


2 


10 


66 


223 


Summa . . 


350 


1225 


875 


458 


347 


15 


197 


1017 


3467 


Davon sind im Winter- 




















Semester 1894/95 im- 




















matrikulirt worden 


154 


687 


344 


140 


125 


7 


68 


340 


1525 



:: 



22 — 



ni. Immatrlknllrte Nlcht-Prensaen. 







nach de I 


' Fakultä 
philosophii 


• t 


1 






Mi 


• 


9 




sehe 1 






• • 

'S © 


M i 


1 

X 


* 






Land. 


evangelisc 
theologisc 


o 

(B 

c 


O 

c 

M 

9 

B 


O M 

_: « 

SS 


§21 


»1 

Ol 




- 1 


• 

o 
c 
c 

i 

9 
94 


■ 

B 
s 


1. Uebrfge Reichsländer : 




















Anhalt 


5 


10 


3 


3 


3 


^~ 


2 


8 


26 


Baden 


3 


33 


12 


8 


3 


2 


3 


16 


64 


Barern 


7 


43 


26 


13 


8 




2 


23 


99 


Braunschweig . . . 


5 


23 


9 


6 


5 





3 


14 


51 


Bremen 


1 


9 


1 


4 


3 





1 


8 


19 


ElsasB-Lothringen . . 


6 


15 


2 


7 


2 







9 


32 


Hamburg 


1 


27 


9 


8 


9 






17 


54 


Hessen, Grossherzogtfi. 


1 


22 


5 


8 


7 


1 


2 


18 


46 


Lippe 




6 


— 




1 







1 


1 


Lübeck 




3 




2 


1 




4 


7 


10 


Mecklenburg - Schwerin 


3 


22 


10 


4 


4 




4 


12 


47 


Mecklenburg-Strelitz . 


2 


2 


3 


— 


2 




3 


5 


12 


Oldenburg 


2 


10 


6 


1 


1 







2 


20 


ReuBS jüngere Linie . 


— 


3 






' 





1 


1 


4 


Sachsen. Königreich . 


4 


43 


15 


12 


3 


1 


2 


18 


80 


Sachsen, Grossherzgth. 


1 


8 


2 


2 


1 





1 


4 


15 


Sachsen-Altenburg . . 




5 


3 


2 








2 


10 


Sachsen-Koburg- Gotha 


2 


11 


2 


3 


2 







5 


20 


Sachsen-Meinigen . . 


3 


3 


4 


— 


3 






3 


13 


Schaumburg-Lippe . . 


— 




— 


1 


1 





1 


3 


3 


Schwarzbg.-Rudol Stadt 


1 


1 


— 


1 







— 


1 


3 


Schwarzbg. - Sondersh. 


1 


2 


1 


— 






1 


1 


5 


Waldeck 


1 


3 


2 


— 


— 


— 


— 


— 


6 


Württemberg .... 


3 


31 


23 


3 


3 


2 


1 


1 


66 


Summe I . . 


52 


335 


138 


88 


62 


6 


31 


187 


712 


II. Sonstige, vormals zum 




















deutschen Bunde gehörige 




















Länder: 




















Luxemburg .... 




1 


1 


2 




^^ 




2 


4 


Oesterreich : 




















a) Erzhcrzogthum . 


1 


2 


1 


6 


2 




1 


9 


13 


b) Böhmen .... 








2 


1 


1 




4 


4 


c) Krain 


— 




— 






— 




— 


— 


d) Mähren .... 






— 


1 


— 




^— 


1 


1 


e) Schlesien . . . 


— 




— 


_^^ 


1 




— 


1 


1 


f) Steiermark . . . 




— 




— ^ 




— 




— 


— 


g) Tirol 




— 


— 










— 


— 


Summe IL . . 


1 


3 


2 


11 


4 


1 


1 


17 


23 



23 — 



" 




nach dei 


•Fak 


:alt&t 








« 

o bo 
So 

^ .£3 


• 

o 

OB 

« 


• 

ja 
o 

CO 



tu 

s 




philo 


»sophische 






Land. 


-32 
S ja 

■ • 9 


Mathematik 
nnd Natur- 
wissenschaften. 


Camerallen 
und Landwirtb- 
schaft. 


Pharmacie 

und 

Zahnheilkunde. 


• 

a 

9 
i 

s 

« 

9 


• 

et 
B 

a 

CO 


fll. Uebrige europüsche 




















Staaten: 




















Belgien 


— 




1 


1 


— 






1 


2 


Bnlgarien 


— 


1 


3 


2 


1 


1 


— 


4 


8 


Dänemark 




1 


1 










— 


2 


Frankreich 


— 


— 


— 





1 






6 


6 


Griechenland .... 




2 






— 




^— 


— 


2 


6ro88britannien und Ir- 




















land 


1 


2 


7 


11 


6 




•— 


17 


27 


Italien 


1 


1 


5 


4 


— 






4 


11 


Niederlande .... 


— 


1 


5 


4 


4 


^ 


2 


10 


16 


Oesterreich-Ungarn (so- 




















weit vorm. nicht zum 




















deutschen Bunde ge- 




















hörig): . . , . . 




















ai Bukowina . . . 


1 


— 


1 


1 




— 




1 


3 


b) Dalmatien . . . 
















— 




e) Gallzien ^ . . . 




2 


2 


15 


2 


2 




19 


23 


d) Siebenbürgen . . 


2 


— 


2 











— 


4 


e) Ungarn .... 


3 


10 


6 


9 


1 







10 


29 


Rumänien 




2 




5 


1 


— 


1 


7 


9 


Rossland 


2 


8 


31 


58 


49 


8 


2 


117 


158 


Schweden u. Norwegen 


1 


1 


4 


3 


2 


— 




5 


11 




36 


17 


7 


14 


9 


■ 




23 


83 


Serbien 




— 






— 




^_ 




— 


Spanien 


— 




2 




1 







1 


3 


Türkei 




2 


2 


1 


, 1 






2 


6 


Summe TU. . . 


47 


50 


79 


133 


78 


11 


5 


227 


403 


IV. Aussereuropäische 




















Länder: 




















Afrika 




— 








— 


— 


— 




Amerika 


23 


2 


67 


71 


21 


7 




99 


191 


Asien 


— 


2 


5 


3 




1 




4 


11 


Australien 




— 


— 












— 




23 


4 


72 


74 


21 


8 


... 


103 


202 


Hierzu Summe III . . 


47 


50 


78 


133 


78 


11 


5 


227 


403 


„ II . . 


1 


3 


2 


11 


4 


1 


1 


17 


23 


. I . . 


52 


335 


138 


88 


62 


6 


31 


187 


712 


Haupt-Summe . . 


123 


392 


291 


306 


165 


26 


37 


534 


1340 


Davon sind im Winter- 




















Semester 1894/95 im- 




















matrikulirt worden. 


96 


297 


189 


181 


75 


19 


16 


291 


873 



2« 



— 24 — 

T. Promottoneii. 

1. Ehrenpromotionen. 

a) Zum Doktor der Theologie: 

Oldenberg, Friedrich, Prediger a. D. und gescliäftsffihreDder 
Sekretär des Central-Ausschusses für innere Mission zu 
Berlin, am 31. Oktober 1894. 

b) Zum Doktor beider Rechte: 

von Schelling, Hermann, Königl. Preuss. Staats- und Justiz- 
minister zu Berlin, am 19. April 1894. 

c) Zum Doktor der Philosophie: 

Fontane, Theodor, Schriftsteller zu Berlin, am 8. November \^A. 

2. Promotionen. 

a) Zu Ucentiaten der Theologie: 

Promotionen zu Licentiaten der Theologie haben nicht 
stattgefunden. 

b) Zum Doktor boider Rechte 

sind promovirt worden: 

1. Göppert, Heinrich, aus Breslau, Dissert.: Zur rechtlichen 
Natur der Personenbeförderung auf Eisenbahnen, am 
19. April 1894. 

2. Immerwahr, Walter, Dr. phil., aus Breslau, Dissert.: Actio 
praejudicialis und Feststellungsklage, am 18. Juli 1894. 

3. Eck, Walther, aus Berlin, Dissert.: Indignität und Ent- 
erbung, am 21. Juli 1894. 

4. Hanau, Hermann, aus Frankfurt a. M , Dissert. : Die Voraus- 
setzungen, unter welchen nach gemeinem Recht der Man- 
dant für Schaden haftet, welcher dem Mandatar bei Aus- 
führung seines Auftrages erwächst, am 21. Juli 1894. 

5. Kekule, Stephan, Dr. phil, aus Gent, Belgien, Dissert. 
Die Schadenersatzpflicht des Mandanten nach gemeinem 
Recht, am 10. Oktober 1894. 

6. Wolff, Martin, aus Berlin, Dissert.: Das beneficium 
excussionis realis, am 3. November 1894. 

7. Seeliger, Arthur, aus Schlesien, Dissert : Der „Erfolg*' 
als Voraussetzung der grossen Havarei, am 15. Dezember l^- 



— 25 — 

0) Zu Doktoren der Modiziii 
sind promovirt worden: 

1. Favre, Georg, aus Posen, Dissert.: Ueber Höhleubildung 
im Rückenmark, am 12. April 1894. 

2. Lichtenstein, Jacob, aus Odessa, Dissert.: Beiträge zur 
Kenntniss der Nabelhernien der Erwachsenen, am 12. April 
1894. 

3. Binkin, Mendel, aus Witebsk, Dissert.: Ueber das Ver- 
halten des Zirkulationsapparates bei Diabetes mellitus, am 
12. April 1894. 

4. Loos, Otto, aus Württemberg, Dissert.: Der Hypnotismus 
und die Suggestion in gerichtlich -medizinischer Beleuch- 
tung, am 24. April 1894. 

5. Moxter, Wilhelm, aus Hahnheim, Dissert.: Ueber die 
oculo-pupillären Symptome bei Lähmungen der oberen 
Extremität, am 24. April 1894. 

6. Kruger, Otto, aus Schudereiten, Dissert.: Ueber die 
Pupillarreaktion nebst Mittheilung eines Falles von ein- 
seitiger reflektorischer Pupillenstarre, am 24. April 1894. 

7. Zeller, Martin, aus Oranienburg, Dissert.: Zur Kenntniss 
der Raynaud'schen Gangrän, am 24. April 1894. 

8. Katz, Julius, aus Grünberg, Dissert.: Einfluss der Harz- 
burger Cordo-Quelle auf den Stoffwechsel im menschlichen 
Körper, am 27. April 1894. 

9. Elkind, Ludwig, aus Russland, Dissert.: Die Behandlung 
des Keuchhustens mit Chinin, am 4. Mai 1894. 

10. Fridmon, Eschoua, aus der Türkei, Dissert.: Beiträge zur 
Erkenntniss des Spasmus nutans, am 4. Mai 1894. 

11. Stumpff, Otto, aus Seelow, Dissert: Ueber Refrakturen 
der Patella durch Muskelzug, am 4. Mai 1894. 

12. Ramrath, Albert, aus Brilon, Dissert.: Ueber Wander- 
niere, am 4. Mai 1894. 

1.3. Wentzel, Georg, aus Pillnitz, Dissert.: Ein Fall von 
Dystrophia muscularis progressiva juvenum mit Gesichts- 
betheiligung, am 11. Mai 1894. 

14. Fischkin, Elias, aus Krementschug, Dissert : Ueber die 
Beziehungen der Hysterie zu den gynäkologischen Ope- 
rationen, am 11. Mai 1894. 



— 26 — 

15. Philipp, Adolph, aas Crone a. d. Brahe, Dissert.: Kritische 
Darstellung der neueren Theorien der Basedow'schen 
Krankheit, am 11. Mai 1894. 

16. Arndt, Max, aus Deutsch-Krone, Dissert.: Zur Pathologie 
des Kleinhirns, am 25. Mai 1894. 

17. Kob, Johannes, aus Stolp i. Pomm., Dissert.: Die Be- 
deutung des Gronokokkennachweises fär die gerichtUche 
Medizin, am 5. Juni 1894. 

18. Heyn, Justus, aus Kantreck i. Pom , Dissert.: Ein Beitrag 
zur Lehre vom Muskel - Echinokokkus, am 5. Juni 1894. 

19. Voigt, Walter, aus Eisleben, Dissert.: üeber die Badikal- 
Operation der Hydrocele testis, am 5. Juni 1894. 

20. Israel, Eugen, aus Spandau, Dissert.: Zwei Fälle von 
Hypertrophie der männlichen Brustdrüsen, am 5. Juni 1894. 

21. Müller, Eobert Franz, aus Berlin, Dissert.: Ueber das 
Verhalten der Leukocystose nach Bakterieninjektioneii. 
am 5. Juni 1894. 

22. Moser, Ernst, aus Sorau, Dissert.: Ueber Dupuytren'scbe 
Fingerkontrakturen und deren Operationen, am 8. Juni 1894. 

23. Richter, Friedrich, aus Loquard, Dissert.: Ein Fall ?od 
geheilter üreterfistel, am 8. Juni 1894. 

24. Laese, Oskar, aus Schoenfliess, Dissert.: üeber Larynx- 
Papillome bei Kindern, am 15. Juni 1894. 

25. Holzmann, Max, aus Konitz, Dissert.: Zur klinischen 
Kenntniss der akuten P^ndokarditis, am 15. Juni 1894. 

26. Behrens, Alexander, aus Wittenberge, Dissert: üeber 
primäre tuberkulöse Darminfektion des Menschen, am 
15. Juni 1894. 

27. Lackner, Georg, aus Bartenstein, Dissert.: üeber zwei 
Fälle von Paranoia mit Gedankenlautwerden, am 
15. Juni 1894. 

28. Re ichel, Richard, aus Bartenstein, Dissert.: Zur Literatur- 
geschichte der antiken Arzneimittellehre nebst einem 
Theil des Revocativum memoriae des Johannes deSancto 
Amando (XIII. Jahrhundert), am 22. Juni 1894. 

29. Stuertz, Ernst, aus Berlin, Dissert.: Stenose und Ob- 
literation der Aorta an der Einmündungsstelle des Doctns 
Botalli, am 22. Juni 1894. 



— 27 — 

oO. Saül, Ephraim, ans Birnbaum, Dissert.: Untersuchungen 
über Katgut-Desinfektion, am 10. Juli 1894. 

31. Hnber, Oskar, aus Stuttgart, Dissert: Zur pathologischen 
Anatomie der multiplen Sklerose des Rückenmarkes, am 
13. JuH 1894. 

32. Heide mann, Max, aus Berlin, Dissert.: Ueber die Todes- 
ursache nach der Ascites-Punktion bei Leber-Cirrhose, 
am 13. Juli 1894. 

33. Kuhn, Philalethes, aus Berlin, Dissert.: Tabes und Lues, 
am 13. Juli 1894. 

34. Lind, Alfred, aus Minnesota U. S. A., Dissert.: Zur 
chirurgischen Behandlung von Ulcus ventriculi, am 
13. Juli 1894. 

35. Apolant, Ernst, aus Beigard, Dissert.: Hemiplegie nach 
Diphtheritis, am 13. Juli 1894. 

36. Schneider, Richard, aus Binde (Altmark), Dissert.: 
Ueber die Stickstoff-Bilanz bei Kranken, die an Herz- 
klappenfehlern leiden, am 13. Juli 1894. 

37. Crampe, Theodor, aus Halberstadt, Dissert: Ueber zwei 
Fälle von Imbecillität, am 20. Juli 1894. 

38. Grohmann, Max, aus Gr. Poserin, Mecklenburg, Dissert: 
Beiträge zur Aetiologie und Symptomatologie des Morbus 
Basedowii, am 20. Juli 1894. 

31). Janssen, Theodor, aus Marienhafe, Hannover, Dissert.: 
Ueber Muskelatrophien bei Gelenkaffectionen, speziell bei 
dem chronischen Gelenkrheumatismus, am 20. Juli 1894. 

40. Friedrich, Gustav, aus Wadem (Rheinland), Dissert.: 
Ueber Delirium tremens bei Verletzungen, am 27. Juli 1894. 

41. Fischer, Wilhelm, aus Paris, Dissert.: Ueber den Tod 
darch Sturz aus der Höhe in gerichtlich-medizinischer Be- 
ziehung, am 27. Juli 1894. 

42. Obst, Curt, aus Görlitz, Dissert: Beitrag zur Trans- 
plantation dicker Hautlappen, am 27. Juli 1894. 

43. Krüger, Fried*ich, aus Anklam, Dissert.: Die primären 
Bindegewebsgeschwülste des Magendarmkanals, am 31. Juli 
1894. 

44. Lieberkähn, Richard, aus Magdeburg, Dissert.: Die 



— 28 — 

historische Entwickelung der operativen Behandlung der 
Gallensteine, am 31. Juli 1894. 

45. Gust, Hans, aus Lauban i. Schlesien, Dissert.: Ueber Wild- 
vergiftung, am 31. Juli 1894. 

46. Grotjahn, Alfred, aus Schiaden am Harz, Dissert.: Bei- 
trag zur Lehre von der Purpura, am 31. Juli 1894. 

47. Di eckhoff, Max, aus Breslau, Dissert.: Ueber drei Fälle 
von Aphasie, am 7. August 189J. 

48. Geige, Richard, aus Schwedt a. d. 0., Dissert.: Ueber 
chirurgische Eingriffe am Bückenmark, am 7. August 1894. 

49. Binder, Ernst, aus Braunschweig, Dissert.: Ueber Myo- 
klonie, am 7. August 1894. 

50. Dreising, Joachim, aus Merseburg, Dissert.: Ueber Ver- 
letzungen des Uterus, am 7. August 1894. 

51. Marcus, Callmann, aus Schubin, Dissert.: Zur TechDik 
der Darmnähte, am 7. August 1894. 

52. Hoff mann, Wilhelm, aus Cassel, Dissert.: Ueber die Frage 
der Eegeneration des Rückenmarks, am 7. August 1894. 

53. Becker, Theophil, aus Michelstadt im Odenwald, Dissert: 
Ueber Psychosen beim Militär, am 7. August 1894 

54. Störmann, Wilhelm, aus Schmallenberg i. W., Dissert.: 
Ueber Entzündungen, insbesondere Augenentzündungen. 
hervorgerufen durch Raupenhaare, am 7. August 1894. 

55. Lent, Georg, ausRottstock (Kreis Zauche-Belzig), Dissert.: 
Ueber die Aetiologie der multiplen Sklerose, am 10. August 
1894. 

56. Melo t de Beauregard, Louis, aus Waltershausen, Dissert,: 
Ueber einen Fall Friedreich'scher Krankheit mit Stönmgen 
der Sensibilität, am 10. August 1894. 

57. Barack, Hans, aus Rastatt, Dissert.: Ueber plötzUchen 
Tod durch Thyranshj pertrophie in gerichtlich-medizinischer 
Beziehung, am 10. August 1894. 

58. Hübener, Erich, aus Most, Dissert.: Ueber die Unter- 
scheidung von Hautverbrennungen und ihnen ähnlichen 
Hautkrankheiten in gerichtlich- medizinischer Beziehung, 
am 10. August 1894. 

59. Westenhoeffer, Max. aus Ansbach, Bayern, Dissert.: 
Tabes dorsalis und Syphilis, am 10. August 1894. 



— 29 — 

60. Thummel, Karl, aus Freiberg, Dissert.: Ueber Icterus 
in der Fiiihperiode der Syphilis, am 14. August 1894. 

Gl. Henneberg, Bruno, aus Magdeburg, Dissert.: Beiträge zur 
Entwickelungsgeschichte des Unterkiefers beim Menschen, 
am 14. August 1894. 

62. Brieske, Max, aus Schadwalde, Dissert.: Myom und 
Schwangerschaft, am 14. August 1894. 

GB. Doeblin, Albert, aus Berncastel a. d. Mosel, Dissert.: 
Die Amennorrhoe und ihre Behandlung mit Elektrizität, 
am 14. August 1894. 

C4. Rettig, Richard, aus Lassowko, Posen, Dissert.: Ueber 
angeborene Nabelschnurbrüche und ihre operative Be- 
handlung, am 14. August 1894. 

65. Aronsohn, Oskar, ans Graudenz, Dissert.: Ueber Heredität 
bei Epilepsie, am 14. August 1894. 

G6. Littaur, Eugen, aus Oppeln, Dissert.: Das Antrum 
Highmori, seine Gestalt, Grösse und Zugänglichkeit, am 
14. August 1894. 

67. Hirsch, Victor, aus Tasdorf, Dissert.: Ein Beitrag zur 
Prognose der Diphtherie, am 9. Oktober 1894. 

68. Rosenbaum, Bernhard, aus Mewe, Dissert.: Aeltere 
Fieberhypothesen, am 9. Oktober 1894. 

69. Valentin, Fritz, aus Berlin, Dissert.: Ist die tuberkulöse 
Pneumonie eine Mischinfektion? am 12. Oktober 1894. 

70. Josipovici, Sando S., aus Jassy, Dissert : Ein Fall von 
Urämie, am 12. Oktober 1894. 

71. Richter, Richard, aus Loquard, Dissert.: Der Verlauf der 
Geburt bei Vagina septa, am 12. Oktober 1894. 

72. Moses, Georg, aus Berlin, Dissert.: Zur Kenntniss des 
Erythema nodosum, am 26. Oktober 1894. 

73. Schwab, Arthur, aus Mannheim, Dissert: Ueber die Ent- 
bindung durch bimanuelle Expression in Narkose bei 
Schädel-, Vorderhaupts- und Gesichtslagen, am 26. Oktober 
1894. 

74. Thorn, Julius, aus Wetzlar, Dissert.: Zur Genitaltuber- 
kulose des Weibes und zui* Frage der intrauterinen Ueber- 
tragbarkeit der Tuberkulose, am 2. November 1894. 



— 30 — 

75. Rietz, Emil, ans Berlin, Dissert.: Beitrag zur Kritik der 
balkeulosen Gehirne, am 2. November 1894. 

76. Joseph, Enist, ans Breslau, Dissert.: Ein Beitrag zur 
Kenntniss der Hemiatrophia faciei, am 20. November 1894. 

77. Santo Domingo, Luis F., aus Monyros, Dissert.: Ueber 
angeborene Hornhauttrübungen, am 4. Dezember 1894. 

78. nie, Otto, aus Berlin, Dissert.: Beiträge zur Kemitniss 
der Aneurysmen, am 4. Dezember 1894. 

79. Matern, Georg, aus Ostpreussen, Dissert : Aus dem 
Revocativum memoriae des Johannes de Sancto AmaDdo. 
am 4. December 1894. 

80. Hochstetter, Ernst, aus Württemberg, Dissert.: Ein Fall 
von Morphinismus mit Chorea in der Abstinenzperiode, am 
18. Dezember 1894. 

81. Rauschke, Max, aus Köslin, Dissert.: üeber zwei Fälle 
von entzündlichem Exophthalmus mit todtlichem Ausgange, 
am 18. Dezember 1894. 

82. Wo da, Clemens, aus Westpreussen, Dissert : Erkrankungen 
der Haut mit Bezug auf die Enquete des Kaiserlichen 
Gesundheitsamtes den denaturirten Spiritus betreffend, am 
18. Dezember 1894. 

83. Abraham, Otto, aus Berlin, Dissert.: üeber den Erfolg 
der künstlichen Frühgeburt, am 21. Dezember 1894. 

84. Liesegang, Fritz, aus Techow in der Priegnitz, Dissert.: 
Ein Beitrag zur Behandlung der Coxitis tuberculosa, am 
21. Dezember 1894. 

85. Goldstein, Georg, aus Oppeln, Dissert. : Ueber Lähmungen 
des Nervus radialis in Folge von Frakturen des Humerus, 
am 21. Dezember 1894. 

86. Petzold, Friedrich, aus Doberan, Dissert: üeber die 
Schrift des Hippokrates „Von der Lebensordnung in akuten 
Krankheiten u. s w.", am 21. Dezember 1894. 

87. Orschansky, Laiba, aus Jekaterinoslaw, Dissert: Ueber 
die Ulnarisanalgesie als Tabessymptom, am 8. Januar 1895. 

88. Berger, p]rich, aus Ijuckau N.-L., Dissert: Die Schuss- 
verletzungen der Haut, am 22. Januar 1895. 

89. Liepmann, Hugo Karl, aus Berlin, Dissert.: Ueber die 
Delirien der Alkoholisten, am 22. Januar 1895. 



— 31 >- 

90. Kops, Konrad, aus Döbeln, Dissert.: Ueber die Schuss- 
verletzungen desHerzens und derGefässe, am22. Januar 1895. 

Ol. von Drygalski, Wilhelm, aus Dresden, Dissert: Ueber 
Verletzungen durch Luftdruckschwankungen, am 22. Januar 
1895. 

92. Niedendarp, Friedrich, aus Nemden, Dissert.: Ein neuer 
Fall von Thomsen'acher Krankheit, am 22. Januar 1895. 

93. Jankelowitz, Adolf, aus Neustadt Ostpr., Dissert.: Zur 
Entwickelnng der Bauchspeicheldrüse, am 1. Februar 1895. 

94. Fälleborn, Friedrich, aus Kulm, Dissert.: Beiträge zur 
Entwickelnng der Allantois der Vögel, am I.Februar 1895. 

95. Schnelle, Walter, aus Rostock, Dissert.: Die Chirurgie 
des Johannes Mesue jun., am 1. Februar 1895. 

9i). Brockelmann, Hans, aus Konstantinopel, Dissert.: Das 
ffinfte Buch der „angeblichen Chirurgie des Johannes 
Mesuö jun.", am 1. Februar 1895. 

97. Ebert, Friedrich, aus Landsberg a. W., Dissert.: Zur 
Kasuistik der Infektiosität des Carcinoms, am 5. Februar 
1895. 

98. Hempel, Paul, aus Pasewalk, Dissert.: Ueber vorzeitige 
Placentarlösung, am 8. Februar 1895. 

99. Dammermann, Johannes, aus Hannover, Dissert.: Zer- 
reissung des Ligamentum patellae und Rissfraktur der 
Taberositas tibiae, am 8. Februar 1895. 

100. Beuthner, Willy, aus Berlin, Dissert: 66 Fälle von Spon- 
dylitis, am 8. Februar 1895. 

101. Blüher, Max, aus Oberalbertsdorf, Dissert: Die intra- 
kranielle operative Behandlung der Trigeminusneuralgien, 
am 8. Februar 1895. 

102. Wiemann, Tiberius, aus Eilenburg, Dissert.: Ein Beitrag 
zur Kenntniss der cystischen Geschwülste des Unter- 
kiefers, am 8. Februar 1895. 

103. Graetz, Emil, aus Sommerfeld, Dissert: Blutungen als 
diagnostisches Hilfsmittel in der Gynäkologie, am 8. Fe- 
bruar 1895. 

U)4. Plathner, Friedrich, aus Euskirchen, Dissert.: Ueber 
das Zusammen vorkommen von tabes dorsualis und In- 
sufficienz der Aortenklappen, am 15. Februar 1895. 



— 32 — 

105. Bloch, Ernst, aus Berlin, Dissert: Zar Eenntniss der 
Nabelschnurbrüche, am 15. Februar 1895. 

106. G r u m m e , Friedrich, aus Gera, Dissert. : Ueber einen 
Fall von Kleinhimtnmor, am 22. Februar 1895. 

107. Weber, Hermann, aus Neu-Ruppin, Dissert.: Historische 
Entwickelung der Ansichten über die Erwärmung der Ge- 
schosse und ihre Ursachen, am 22. Februar 1895. 

108. Hochheime r, Q^org, aus Zeitz, Dissert.: Der gegen- 
wärtige Stand der Peritonilisfrage, am 22. Februar 1895. 

109. Nüsse, Siegfried, aus Strelitz in Mecklenb., Dissert.: 
Kritische Beurtheilung der Ansichten über Grösse und Form 
der Ein- und Ausschuss-Oeffnung und ihres gegenseitigen 
Verhältnisses, am 22. Februar 1895. 

110. Schröder, Paul, aus Rendsburg, Dissert.: HerzkraBk- 
heiten nach Scharlach und Diphtherie, am 22. Fe- 
bruar 1895. 

111. Bache, Arthur, aus Spandau, Dissert.: Ueber das Ohr- 
cholesteatom, am 1. März 1895. 

112. Waldow, Hans, aus Barth a. 0., Dissert: Ueber einen 
Fall von Hemia diaphragmatica spuria congenita, am 
1. März 1895. 

113. Schleuder, Friedrich, aus Königsberg i. Pr., Dissert: 
Ueber Oedema laryngis bei Polyarthritis rheumatica 
acuta, am 1. März 1895. 

114. Schönstadt, Alfred, aus Berlin, Dissert.: Beitrag znr 
Statistik bösartiger Geschwülste, am 1. März 1895. 

115. Schellmann, Friedrich, aus Kassel, Dissert : Ueber die 
Behandlung von Frakturen der unteren Extremitäten im 
Umhergehen und deren Dauer, am 1. März 1895. 

116. Hetsch, Heinrich, aus Mainz, Dissert.: Die Behandlung 
der Pneumonie mit grossen Digitalis-Dosen, am 1. 
März 1985. 

117. Löwenstamm, Fritz, aus Zaborze, Dissert.: Beitrag zur 
Kasuistik der akuten haemorrhagischen Polioencephalitis 
superior, am 8. März 1895. 

118. Kahle, Bernhard, aus Köslin, Dissert.: Ueber zwei Fälle 
von Tuberculosis conjunctivae, am 8. März 1895. 

119. Ihm, Eduard, aus Schwetzingen, Dissert.: Beitrag znr 



— 33 — 

manuellen Umwandlung von Gesichtslagen in Hinterhaupts- 
lagen, am 8. März 1895. 

120. Galisch, Adolf, aus Schlesien, Dissert.: Ein Fall von 
Echinococcus der gesammten Bauchhöhle, am 8. März 1895. 

121. Baron Küster, Felix, aus Strehlen, Kgr. Sachsen, Dissert: 
Die klinische Bedeutung der Halsrippen, am 8. März 1895. 

122. Grotthoff, Franz, aus Greven, Dissert : Ueber einen 
Fall von Sogn. fötaler Rachitis, am 8. März 1895. 

123. Katerbau, Paul, aus Jüterbogk, Dissert.: Beitrag zur 
Aetiologie des Diabetes mellitus, am 8. März 1895. 

124. Schrecker, Kurt, aus Seehausen, Dissert.: Zur Prognose 
der Kopfschussverletzungen, am 8. März 1895. 

125. Weithörner, Gustav, aus Enger i. Westfalen, Dissert: 
Ein Fall von Coma diabeticum mit Hämoglobinurie und 
Anurie, am 15. März 1895. 

126. Ratner, Salomon, aus Mohileff a. Dniepr, Dissert.: 
Ueber postthemiplegische Bewegungsstörungen, am 15. 
März 1895. 

127. Herms, Franz, aus Bohne, Prov. Sachsen, Dissert: Bei- 
trag zu den Störungen des Kehlkopfes bei Tabes, am 
15. März 1895. 

128. Ehlers, Hans, aus Zwickau, Dissert: Zur Pharmakologie 
des Mittelalters, am 15. März 1895. 

129. Wolff, Richard, aus Finsterwalde i. L., Dissert: Ueber 
das Flimmerepithel der üterusschleimhaut, am 15. März 
1895. 

130. Hahn, Robert, aus Hof i. B., Dissert: Zur Pathologie 
und Therapie des Genu valgum, am 15. März 1895. 

131. Katzenelson, Meier, aus Russland, Dissert: Ueber den 
Mechanismus der Frakturen des Beckenringes und der 
Verletzungen der Hamorgane, am 22. März 1895. 

132. Stöltzner, Wilhelm, aus Berlin, Dissert: Ueber die An- 
wendbarkeit der vertikalen Extension bei der Behandlung 
von Oberschenkelfrakturen rachitischer Kinder, am 22. 
März 1895. 

133. Margaritti, Menelaos, aus Ochrida, Dissert: Ueber die 
Netzhautentzündung bei angeborener Lues, am 22. März 
1895. 



— 34 — 

134 Garlipp, Otto, aus Osterburg, Dissert.: üeber KesektioD 
bei Kniegelenks tuberkulöse, am 22. März 1895. 

135. Vollmer, Paul, aus Braunschweig, Dissert.: Ueber das 
Zustandekommen der Querbrüche der Patella, am 22. März 
1895. 

136. Saland, Arthur, aus Berlin, Dissert.: Die Chirm-gie des 
Jamerius nach den Fragmenten bei Guy de Chauliac, mn 
22. März 1895. 

137. Wolff, Hermann, aus Saarburg, Dissert.: üeber Pseudo- 
bulbaerparalyse, am 28. März 1895. 

138. Freudenstein, Gustav, aus Mark. Friedland, Westpr., 
Dissert.: üeber Fieber und fieberhafte Komplikationen 
bei pemiciöser Anämie und Leukämie, am 28. März 1S95. 

1.39. Peters, Arno, aus Obornik, Dissert: üeber Immuni- 
sirungs- und Heilversuche von Tetanus bei weissen 
Mäusen, am 28. März 1895. 

140. Blümchen, Erich, aus Neu-Körtnitz, Dissert: Ueber 
Sandbäder, am 28. März 1895. 

141. Massmann, Wilhelm,ausTelgte, Dissert: Die Laparotomie 
bei Scliussverletzungen des Abdomens, am 28. März 1895. 

142. Ziegenhagen, Paul, aus Westpreussen, Dissert: Bei- 
träge zur Anatomie der Fischaugen, am 28. März 1895. 

143. Brückner, Ernst, aus Mecklenburg, Dissert.: üeber den 
Tod durch Ertrinken, am 28. März 1895. 

144. Frohse, Friedrich, aus Prov. Sachsen, Dissert: Die 
oberflächlichen Nerven des Kopfes, am 28. März 189;'). 

d) Zu Doktoren der Philosophie 

sind proraovirt worden: 

1. Rose, Frederick, aus Gateshead-on-Tyne, Dissert.: Ein- 
wirkung des tfj Gumylhydrazins auf Zuckerarten, Ketone 
und Aldehyde, am 7, April 1894. 

2. Pichtos, Nikolaus M., aus Metzowon, Dissert.: August 
Wilhelm von Schlegers aesthetiscbe Ansichten, am 11. 
April 1894. 

3. Michaelis, Paul, aus Pyrmont, Dissert.: Beiträge zur 
gewichtsanalytischen Bestimmung des Arsens und dessen 
Trennung von anderen Elementen, am 18' April 1894. 



— 35 — 

« 

4. Banse, Guido, aus Bernburg, Dissert.: Ueber einige Ab- 
kömmlinge des p.-Cyantoluols, am 25. April 1894. 

5. Weberbauer, August, aus Breslau, Dissert. : Beiträge zur 
Samenanatomie der Nymphaeaceen, am 28. April 1894. 

6. Kolsen, Adolf, aus Schwerin a. W., Dissert.: Guiraut von 
Bornelb, der Meister der Trobadors, am 2. Mai 1894. 

7. Mozkin, Israel, aus Kiew, Dissert.: Ueber Kondensations- 
produkte von Phosphaten, Arsenaten oder Nitraten der 
Alkalien mit Chromaten oder Sulfaten derselben, am 2. Mai 
1894. 

8. Supprian, Karl, aus Berlin, Dissert.: Beiträge zurKennt- 
niss der Thymelaeaceae und Penaeaceae, am 6. Juni 1894. 

9. Oppenheimer, Karl, aus Berlin, Dissert.: Zur Kenntniss 
der Amidine und ihrer Kondensationsprodukte, am 6. Juni 
1894. 

10. von Laszczinski, Stanislaus, aus Grabow, Dissert.: Or- 
ganische Flüssigkeiten als Lösungsmittel für anorganische 
Salze, am 14. Juni 1894. 

U. Techow, Walter, aus Orteisburg, Dissert: Ueber die De- 
rivate des Dimethylalloxans, am 14. Juni 1894. 

12. Lehmann, Max, aus Berlin, Dissert.: Ueber einige ge- 
schwefelte Abkömmlinge des Propylamins, am 20. Juni 1894. 

13. Küntzel, Georg, aus Schroda, Dissert.: Ueber die Ver- 
waltung des Mass- und Gewichtswe§ens in Deutschland 
während des Mittelalters, am 20. Juni 1894. 

14. Wygodzinski, Willy, aus Hirschberg i. Schi., Dissert.: 
Ueber altwürttembergische Gemeindegüterpolitik , am 
4. Juli 1894. 

15. Wendt, Ernst, aus Berlin, Dissert. : Arithmetische Studien 
über den letzten Fermat'schen Satz, welcher aussagt, dass 
die Gleichung a°=b° + c" fürn>2 in ganzen Zahlen 
nicht auflösbar ist, am 4. Juli 1894. 

16. Sie wert, Paul, aus Berlin, Dissert. : Plantus in amphitruone 
Fabula quomodo exemplar Graecum transtulerit, am 
4. Juli 1895. 

17. Eeichmann, Gustav, aus Bromberg, Dissert: De Anaxi- 
menis Lampsaceni vita, am. 5. Juli 1894. 

18. Dragendorff, Ernst, aus Livland, Dissert.: Ueber die 



— 36 — 

Beamten des deutschen Ordens in Livland während des 
13. Jahrhunderts, am 5. Juli 1894. 

19. Siepert, Panl, aus Berlin, Dissert.: Petrographisehe 
Untersuchungen an alten Ergussgesteinen aus der argen- 
tinischen Bepublik, am 11. Juli 1894. 

20. Loewe, Heinrich, aus Gross-Wanzleben, Prov. Sachseo, 
Dissert.: Richard von San Germano und die ältere Re- 
daktion seiner Chronik, I. Theil, am 11. Juli 1894. 

21. Biermann, Hugo, aus Crefeld, Dissert.: Zur Kennlniss 
der Thiosemicarbazide der Naphtalinreihe, am 18. Juli 1894. 

22. Altenkrüger, Ernst, aus Berlin, Dissert.: Friedricli 
Nicolai's Jugendschriften, am 18. Juli 1894. 

23. Czechowski, Alexander, ausChröstowo (Posen), Dissert,: 
SamueFs von Skrzypna Twardowski „Wojna Domowa'*, am 
18. JuU 1894. 

24. Müller, Hermann, aus Holzminden, Dissert.: Ueber Para- 
phenylphenylenhydrazin, am 18. Juli 1894. 

25. Hunsalz, Paul, aus Memel, Dissert.: Ueber den Hydra- 
zidracetaldehyd (Hydrazinoäthanal), am 25. Juli 1894. 

2ü. Nachstädt, Wilhelm, aus Berlin, Dissert: De altera Plu- 
tarchi declamatione quae est „de Alexandri fortuna", am 
25. Juli 1894. 

27. Zumetikos, Alexander M., aus Macedonien, Dissert.: De 
Alexandri Olympiadisque epistularum fontibus et reliqDÜs. 
am 25. Juli 1894. 

28. Heller, Hans, aus Dresden, Dissert.: Ueber die Einwirkung 
von Amidoacetal auf Anisaldehyd, Salicylaldehyd, Anisyl- 
chlorid und Salicylsäuremetliylester, am 25. Juli 1694. 

29. Löwenstein, Ernst, aus Witten, Dissert. : Ueber die Kon- 
stitution der Thiocarbizine, am 1. August 1894. 

30. Romberg, Julius, aus Meiningen, Dissert.: Petrographisehe 
Untersuchungen an Diorit-, Gabbro-und Amphibolitgesteinen 
aus dem Gebiete der argentinischen Republik, am 1. Au- 
gust 1894. 

31. Biosfeld, Paul, aus Kurland, Dissert.: Ueber deuEinflass 
von Säuren, Basen, Salzen und anderen Stoffen auf die 
Drehung des Asparagins, am 1. August 1894. 

32. Hancock. A. B. Harris, aus Charlottesville, U. S. A., 



— 37 — 

Dissert.: EineFonn des Additionstheorems für hyperellip- 
tische Funktionen erster Ordnung, am 1. August 1894. 

33. Schulz, Hans, aus Berlin, Dissert.: Peter von Murrhone 
(Papst Coelestin V), I. Thl., am 8. August 1894. 

34. Kunze, Gustav, aus Neubeesen, Dissert.: Beitrag zur 
Eenntniss der Amidine und deren Eondensationsprodukte, 
am 8. August 1894. 

36. Illgen, Hermann, aus Erimmitschau (Sachsen) Dissert.: 
Beitrag zur Eenntniss stereoisomerer Thiosemicarbazide, 
am 8. August 1894. 

36. Alexander, Walter, aus Brooklyn, Dissert.: Ueber die 
Eondensationsprodukte des Amidoacetals mit den Chloriden 
der drei Phtalsäuren, aus 8. August 1894. 

37. Wobbermin, Georg, aus Stettin, Dissert: Die innere Er- 
fahrung als Grundlage eines moralischen Beweises für das 
Dasein Gottes. Eine methodologische Studie, am 13. Au- 
gust 1894. 

38. Bachrach, Gregor, ausEowno, Bussland, Dissert. : üeber 
die Einwirkung von Brom auf Aethyl- und PhenylsenfÖl, 
am 13. August 1894. 

39. Neck er, Earl, aus Berlin, Dissert. : Zur Ausgleichung von 
Massenbeobachtungen atmosphärischer Lichterscheinungen, 
am 13. August 1894. 

40. Breasted, J. Heinrich, aus Rockford, Amerika, Dissert : 
De Hymnis in solem sub rege Amenophide IV conceptis, 
am lö. August 1894. 

41. Schmidt, Bernhard, aus Westfalen, Dissert.: Der Vo- 
kalismus der Siegerländer Mundart, am 22. September 1894. 

42. Vukicevic, Petar L., aus Serbien, Dissert.: Die Invarianten 
der linearen homogenen Differential - Gleichungen n*®' 
Ordnung, am 29. September 1894. 

43. Zermelo, Ernst, aus Berlin, Dissert.: Untersuchungen zur 
Variationsrechnung, am 6. Oktober 1894. 

44. Jahn, Eduard, aus Berlin, Dissert.: Holz und Mark an 
den Grenzen der Jahrestriebe, am 13. Oktober 1894. 

4o. Buchwald, Johannes, aus Berlin, Dissert: Die Vor- 
bereitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika, 
am 31. Oktober 1894. 



— 38 — 

46. Silberstein, Ludwig, aas Warschau, Dissert: üeber die 
mechanische Auffassung elektromagnetischer Erscheinungen 
in Isolatoren und Halbleitern, am 22. November 1894. 

47. Gensei, Walter, aus Leipzig, Dissert.: Johann Friedrich 
von Croneck, sein Leben und seine Schriften, am 22. No- 
vember 1894. 

48. von Sommerfeld, Wilhelm, aus Stettin, Dissert: Die 
Beziehungen zwischen den deutschen und pommerschen 
Slaven bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts, am 28. No- 
vember 1894. 

49. Montgomery, Thomas, aus Philadelphia, Dissert. : Sticho- 
stemma eilhardi nov. gen. nov. spec. Ein Beitrag zur 
Eenntniss der Nemertinen, am 5. Dezember 1894. 

50. Eberlein, Richard, aus Gr.-Salze, Dissert.: üeber die im 
Wiederkäuermagen vorkommenden ciliaten Infusorien, am 
5. Dezember 1894. 

51. Beensch, Leo, aus Posen, Dissert.: Ueber die Giukoside 
einiger Alkohole und Oxysäuren, am 12. Dezember 1894. 

52. von der Leyen, Friedrich, aus Charlottenburg, Dissert.: 
Des armen Hartmann Rede vom Glouven, am 15. De- 
zember 1894. 

53. Hempel, Hans, aus Stralsund, Dissert.: Ueber 4. Alkyl- 
thiosemicarbazide, am 15. Dezember 1894. 

54. Asbrand, Ernst, aus Berlin, Dissert.: Ueber die Ein- 
wirkung von Brom auf Methylsenföl, am 17. Dezember 1894. 

55. Seyferth, Paul, aus Langensalza, Dissert.: Sprache und 
Metrik des mittelenglischen Gedichtes , J^e morte Arthur^*, 
am 17. Dezember 1894. 

5G. Dyckerhoff, August, aus Biebrich a, Rh., Dissert.: Zar 
Charakteristik der Oxysäuren, am 19. Dezember 1894. 

57. Springer, Hermann, aus Döbeln, Dissert: Das alt- 
provengalische Klagelied mit Berücksichtigung der ver- 
wandten Litteraturen, am 19. Dezember 1894. 

58. Dahms, Albert, aus Berlin, Dissert.: Ueber die Gefrier- 
punkte einiger binärer Gemenge heteromorpher Substanzen, 
am 19. Dezember 1894. 

59. Roessler, Friedrich, aus Frankfurt a. M., Dissert. :Synthese 
einiger Erzmineralien und analoger Metallverbindungen 



— 39 — 

durch Auflösen und Erystallisirenlassen derselben in ge- 
schmolzenen Metallen, am 9. Januar 1895. 

60. Müller, Erich, aus Chemnitz, Dissert.: lieber Reduktion 
von Orthonitrobenzonitril, am 9. Januar 1895. 

61. Bauer, Louis A., aus Washington, Dissert.: Beiträge zur 
Kenntniss des Wesens der Säkular-Variation des Erd- 
magnetismus, am 12. Januar 1895. 

62. Westphal, Franz, aus Stadtgrube Senftenberg N.-L., 
Dissert.: Beiträge zur Kenntniss der molybdaensauren 
Salze, am 23. Januar 1895. 

63. Bookman, Samuel, aus New- York, Dissert.: Ueber /? und 
und ;'-Aethoxybutylamin, am 30. Januar 1895. 

64. Jaroslaw, Benno, aus Breslau, Dissert.: Bestimmung der 
Löslichkeit von Jod in einigen organischen Flüssigkeiten, 
am 30. Januar 1895. 

65 Kunne, Hermann, aus Berlin, Dissert.: Zur Kenntniss der 
Amidoketone der Fettreihe, am 13. Februar 1895. 

66. Scupln, Hans, aus Ottendorf i. Schi, Dissert.: Ueber die 
Histologie der Ganoidschuppen, am 20. Februar 1895. 

67. Westphal, Arthur, aus Japan, Dissert.: Zur Kenntniss 
einiger Tetramethylstibonium -Verbindungen, am 2. März 
1895. 

68. Klinkenborg, Melle, ausGrimmersum, Dissert.: Geschichte 
der ten Broks, am 2 März 1895. 

69. Richter, Konrad, aus Berlin, Dissert.: Der deutsche 
S. Christoph, am 6. März 1895. 

70. Kalischer, Georg, aus Berlin, Dissert.: Zur Kenntniss 
der Isonitrofeketone, am 6. März 1895. 

71. Levy, Anton, aus Berlin, Dissert.: Die Multirotation der 
Dextrose, am 11. März 1895. 

72. von Winterfeld, Paul, aus Westpreussen, Dissert.: De 
Rufl Festi Avieni, am 11. März 1895. 

73. Allin, Arthur, aus Canada, Dissert.: Ueber das Grund- 
prinzip der Association, am 11. März 1895. 

74. Köbner, Otto, aus Breslau, Dissert.: Die Methode einer 
wissenschaftlichen Rückfallstatistik als Grundlage einer 
Reform der Kriminalstatistik, am 13. März 1895. 

75 Rttdolphi, Max, aus Stendal, Dissert: Ueber Lösungs- 



— 40 — 

lind Dissociationswärmen einiger organischer Sübersalze, 
am 13. März 1895. 

76. Maas, Günther, aus Berlin, Disssert: Die nntere Kreide 
des subhercynen Quadersandsteingebirges, am IS.März 1895. 

77. Bromberg, Otto, aus Brasilien, Dissert.: Zur Kenntniss 
der Phtalazinderivate, am 18. März 1895. 

78. Imgart, Hans, aus Polhiow, Dissert.: Ueber Dithiourazol 
und Imidothiourazol, am 18. März 1895. 

79. Franz, Alfred, aus Kgr. Sachsen, Dissert: Libri qni 
poenitentiae adhortationes, am 21. März 1895. 

80. Olivier, Frank, aus der Schweiz, Dissert.: De Critola 
peripatetico, am 27. März 1895. 



3. Preise. 

Bei der am 3. August 1894 stattgehabten Preisvertheilung 

erhielten: 

1. den Königlichen Preis der stud. theol. Arthur Hirschl aas 
Kosten i. Pos. für die Bearbeitung der Preisaufgabe der 
theologischen Fakultät: „Es ist eu untersuchen^ oh und m 
weit die neueren Verhandlungen über die Entstehung der 
Apokalypse das sachliche Verständniss des Buches geförd^t 
haben". 

2. den aus dem vorigen Jahre zur Verfügung gebliebenen 
städtischen Preis der stud. theol. Carl Beth aus Stendal 
für die Bearbeitung der Preisaufgabe: „Welche Stellung 
weist Ritschi in seinem theologischen System dem Gedanken 
der Gemeinde an? welchen Einfluss hat das auf seine Fassung 
einzelner Lehren ausgeübt? und wie ist über diese Anschauung 
zu urtheilen?^^ 

3. den Königlichen Preis der stud. jur. Dr. phil. Paul Meyer 
aus Haaiburg für die Bearbeitung der Preisaufgabe der 
juristischen Fakultät: ,,Der römische Konkubinat nach den 
RechtsqueUen und den Inschriften^^. 

4. eine „öffentliche Belobung" der stud. phil. Walther 
Ramm aus Berlin und stud. phil. Wilhelm Bauer aus 
Höchst a. Rh. für die Bearbeitung der philosophischen 
Preisaufgabe der philosophischen Fakultät: ,,J& werde 



— 41 — 

untersucht, welche BestancUheile der pythagoreischen Lehre sich 
auf Grund glaübtoürdiger Zeugnisse oder wahrscheinlicher 
Combinatianen von Pythngoras selbst herleiten lassen'*. 

5. den aus dem Jahre 1892/93 zur Verfügung gebliebenen 
Königlichen Preis der stud. phil. Paul von Winter feld 
aus Tynwalde in Westpr. für die Bearbeitung der phi- 
lologischen Preisaufgabe der philosophischen Fakultät : 
„Ciceronis Arateorum quae supersunt, Germanici Caesaris 
Äratea Avieni metaphrasis Arateorum ita cum Graecis Arati 
carminibi4s et inter se comparentur, ut quid ouique versioni 
proprium sit inde cognoscaiur^^. 

6. den städischen Preis der stud. phil. Herbert Kath aus 
Stargard i. Pom. für die Bearbeitung der physikalischen 
Preisaufgabe: „Bei der Reflexion des Lichtes an Metallen 
kennen wir genau den Phasenunterschied der beiden entgegen- 
gesetst polarisirten Componenten eines einfallenden Strahles, 
der durch die Reflexion entsteht Es wird gefordert, dass 
durch Beobachtungen der Phasenunterschied zwischen den 
einfallenden und reflektirten Strahlen für jede einzelne der beiden 
Polarisationsrichtungen ermittelt werde^*. 

Die neuen Preisaufgaben für das Jahr 1894/95. 

Die theologische Fakultät stellt für das nächste 
Studienjahr folgende Preisaufgaben: 

1) für den Königlichen Preis: 

,jRecJU und Schranken der Behauptung, dass ah das betende 
Ich in den Psalmen nicht erst im gottesdienstlichen Gebrauch 
derselben, sondern schon nach der Absicht der Dichter die 
israelitische Gemeinde anzusehen sei, sind am exegetischen 
Thaibestande darzuthun". 

2) für den städtischen Preis : 

„Die Bedeutung Hoseä's innerhalb der alttestamentlichen Pro- 
phetie ist aus der Nachwirkung seiner Hauptgedanken bei den 
späteren Propheten darzuiegen^^. 

3) für den aus dem laufenden Jahre zur Verfügung ge- 
bliebenen städtischen Preis wiederholt sie die Aufgabe: 

„Der Begriff der Erlösung ist biblisch-theologisch zu unter- 
solchen und in seiner Bedeutung für die Heilslehre klarzustellen^^. 



— 42 - 

Die Juristen-Fakultät stellt folgende Aufgaben: 

1) far den Königlichen Preis: 

„Das VerhäUniss zwischen den Ansprüchen auf Konventional- 
strafe und auf das Interesse des Gläubigers'^. 

2) für den städtischen Preis: 
jjUeber das MUurheberrechi^^. 

3) für den aus dem laufenden Jahre zui* Verfügung ge- 
bliebenen städtischen Preis: 

„Verbrechen und Vergehen als Ehescheidungsgrund nach 
evangelischem Kirchenrecht^^. 

Die medizinische Fakultät stellt folgende Preisanfgaben : 

1) für den aus dem laufenden Jahre zur Verfügung ge- 
bliebenen Königlichen Preis wiederholt sie die Preisfrage: 

„Z)i6 FakuUät verlangt experimentelle Untersuchungen an 
Säugethieren über den Einfluss der bewegten Luft auf den 
Stoffverbrauchy die Wärmeproduktion und die Wärmeabgabe^^, 

2) für den Königlichen Preis für 1895 wird die Aufgabe 
gestellt: 

„Ueber die durch Kontusion und Erschütterung entstehenden 
Krankheiten des Hersens". 

3) für den nicht verliehenen städtischen Preis für 1894 wird 
die Preisfrage: 

„Es soll durch sorgfältige mikroskopische Untersuchungen fest- 
gestellt werden^ und ewar bei Menschen und bei Säugethieren. 
in welcher Weise die Regeneration der üterusschleimhautnach 
der Geburt geschieht, insbesondere wie die Uterusdrüsen wieder 
hergestellt werden^^ 
wiederholt. 

4) für den städtischen Preis für 1895 wird die Aufgabe 
gestellt: 

„Ueber die Structur und die Entstehung der Sandkörper in 
Hirn und Rückenmark sowie in den peripheren Nerven^'. 

Die philosophische Fakultät stellt für den Königlichen 
Preis folgende Aufgaben: 
1) eine philologische: 

„3Iuneris choregici qui status fuerit Äthenis quinto a, Ghr, n. 
saeculo coUatis scriptorum et inscriptionum testimoniis eruatur 
et exponatur^\ 



— 43 — 

2) eine mathematische: 

„Die Fakultät verlangt eine ausammenfassende, von Literaüir- 
angaben begleitete Darstellung der bis jetzt bekannten Eigen- 
schaften der Flächen constanten Kiümmungsnumsses. Im 
Anschlüsse hieran sollen diejenigen krummen Flächen unter- 
sucht werden, welclve auf einer Ebene in der Weise conform 
abgebildet werden können, dass den geodätiscJien Linien der 
Fläche bei der Abbildung Kreisbogen oder gerade Linien 
entsprechen^^ 

3) für den aus dem laufenden Jahr zur Verfägung gebliebenen 
Preis eine philosophische: 

,,2)ic Quellen der Poetik J. C. Scaliger's sollen bestimmt 
werden*^, 

4) sie wiederholt die historische: 

jyDer römische Senat von Ca^sar^s Tode bis zur Einseteung 
des Triumvirats und Charakteristik der einzelnen Senatoren*'^. 
Für den städtischen Preis stellt sie 

5) eine philologische Aufgabe: 

j^Solonis fragmenta et olim et nuper reperta coUigantur ver- 
borumque et ordinis ratio breviter reddatur^^ 
Für den Preis aus der Grimm -Stiftung, fär welchen die 

nachstehenden Bedingungen zu vergleichen sind, wird für die 

Preisperiode 1893 — ^95 gestellt: 

6) eine Aufgabe aus der neueren deutschen Literatur- 
geschichte: 

„Entstehung und Quellen der Märchen Clemens Brentano^s^^. 



Tl. S^tiltnngen, Geschenke und sonstige 

Zuwendan^en. 

Folgende Vermächtnisse sind der Universität in dem 
Rechnungsjahre 1894/95 zugefallen: 

1. Der verstorbene Unterstaatssekretär, Wirkliche Geheime 
Bath Dr. Homeyer hat der Universität zu Gunsten ihres 
Homeyer'schen Freitischfonds 6000 M. vermacht. Die 
Annahme dieses Legats ist landesherrlich genehmigt 
worden. Die Zinsen des Kapitals werden in gleicher 



— 44 — 

Weise wie die bisherigen Einkünfte des Fonds Yergeben 
werden. 
2. Die yerstorbenen Dr. pUl. Daniel Mfiller'schen Eheleute 
haben der Universität zur Gew&hnmg yon Stipendien bis 
zum Betrage von 600 M. an Studirende erangelischen 
Bekenntnisses ein Legat von 50,000 M. ausgesetzt. Die 
Annahme dieses Legats ist landesherrlich genehmigt und 
das Kapital eingezahlt worden. Die bereits entworfenen 
Statuten werden nach der noch ausstehenden Bestätigung 
in der nächstjährigen Chronik veröffentlicht werden. 



Tu. WIssenBchaftllehe Anstalten der UnlvenitM. 

1. Das theologische Seminar. 

L Die alttestamentliche Abtheilung hat der verewigte 
Professor Dr. Dillmann im Sommersemester in gewohnter Weise 
geleitet; im Winterhalbjahre blieb sie geschlossen, da der Lehr- 
stuhl Dr! Dillmann's erst im Frühjahr wieder besetzt wurde. 
Doch wurden alttestamentliche Uebungen von den Herren Pro- 
fessoren Strack und Gunkel gehalten. 

n. In der neutestamentlichen Abtheilung des theologi- 
schen Seminars (Leiter: Professor Dr. Weiss) fanden im 
Laufe des Sommersemesters 1894 11 ordentliche Sitzungen 
statt, an welchen 31 ordentliche Mitglieder und 37 Hospitanten 
theilnahmen. Gegenstand der exegetischen Uebungen waren 
die drei ersten Kapitel des Galaterbriefes. Schriftliche Ar- 
beiten wurden von einem der Hospitanten eingereicht. 

Im Laufe des Wintersemesters 1894/95 wurden 15 Sitzungen 
gehalten, an welchen 30 ordentliche Mitglieder und 56 Hospi- 
tanten theilnahmen. Gegenstand der Besprechung waren die 
drei letzten Kapitel des Galaterbriefes und Matthäus Ea^ 
pitel 23. Schriftliche Arbeiten wurden von einem Hospitanten 
angefertigt. Senior des Seminars war während beider Semester 
cand. theol. G. Arnold. 

HI. In der kirchengeschichtlichen Abtheilung (Leiter: 
Professor Dr. Hamack) waren im Sommersemester 15 ordent- 



— 45 — 

liehe Mitglieder aufgenommen und eine grössere Anzahl von 
ZohOrem. Es wnrden die aof die Auferstehung Jesu Christi 
bezügl. Quellenstellen und die ersten Bücher derEirchengeschichte 
des Eusebius (Donnerstags von 6 — 8 ühr) gelesen und fast von 
sämmtlichen ordentlichen Mitgliedern grössere schriftliche Ar- 
beiten geliefert. Im Wintersemester betrug die Zahl der ordent- 
lichen Mitglieder 17; etwa ebenso gross war die Zahl der Zu- 
hörer. Es wurden ausgewählte Stücke aus der christlichen 
Urliteratur gelesen und erklärt; auch in diesem Semester 
haben die ordentlichen Mitglieder umfangreiche schriftliche Ar- 
beiten eingereicht, die besprochen wurden. Senior war in beiden 
Semestern stud. theol. Schneemelcher. Dr. Harnack. 



2. Das praktiseh- theologische Seminar. 

L Die homiletische Abtheilung des praktisch-theologi- 
schen Seminars blieb auch im Studienjahr 1894/5 in 2 Kurse 
getheilt Der erste Kursus, welcher im Sommer 12, im Winter 
14 Sitzungen abhielt, befasste sich mit der Anfertigung und 
Durchsprechung yon Textanalysen, Entwürfen und Dispo- 
sitionen über gegebene Texte; mit analysirenden und ver- 
gleichenden Referaten über Musterpredigten aus allen Zeit- 
altem der Kirche; mit praktischer Uebung einzelner Aufgaben 
ans der homiletischen Topik. Im zweiten Kursus wurden in 
zusammen 32 Predigtgottesdiensten von den Mitgliedern 
des Kursus Predigten über aufgegebene Texte gehalten, welche 
in den anschliessenden Sitzungen zur Beurtheilung und 
Durchsprechung gelangten. Die Zahl der ordentlichen ein- 
geschriebenen Seminarmitglieder betrug im Sommer 82, im 
Winter 70. P. Kleinert 

n. In der katechetischen Abtheilung des praktisch- 
theologischen Seminars sind im Sommersemester 189417 Ka- 
techesen in 9 Sitzungen, im Wintersemester 1894/5 16 Ka- 
techesen in 16 Sitzungen gehalten worden. Gegenstand der 
Kathechesen im Sommersemester war die Bergpredigt Jesu 
nach Matth. 5; im Wintersemester das apostolische Olaubens- 
bekenntniss nach der Erklärung in Luther' s kleinem Katechis- 
mus. Betheiligt haben sich im Wintersemester 39 Studirende. 

Dr. Pfleiderer, 



— 46 — 

3. Die christlich -archäologische und epigraphische 

Sammlang. 

Mit den zur Yerfiigang stehenden Etats-Mitteln konnten 
nur die wichtigsten literarischen Neuheiten angeschaffi werden, 
während von sonstigen Erwerbungen abgesehen werden mnsste. 
Zn den angekauften Werken kam auch in diesem Jahre eine 
Reihe von geschenkten Büchern, so von dem Eönigl. Ministerium 
der geistlichen u. s. w. Angelegenheiten, von Frau Gräfin 
Ou war off, Präsidentin der Kais, archäologischen Gesellschaft 
in Moskau, die sich ebenso wie früher ihr mittlerweile ver- 
ewigter Gemahl die Sammlung durch Ueberlassung werthvoller 
russischer Publikationen zu lebhaftem Dank verpflichtete, von 
Monsignore Bulic, Direktor des Gymnasiums und des 
archäologischen Museums zu Spalato, der auf meine Bitte 
hin eine Anzahl der gelegentlich des ersten internationalen 
Kongresses für christliche Archäologie in Spalato (20. bis 
22. August 1894) erschienen Festschriften bereitwilligst schenkte 
und aus eigener Initiative mehrere Jahrgänge des von ihm 
herausgegebenen „Bullettino di Archeologia e Storia Dalmata^ 
stiftete, sowie von dem Unterzeichneten, der auch die Sammlung 
der Abklatsche von altchristlichen Inschriften durch Her- 
stellung von Papierabdi'ücken in Agram im September vorigen 
Jahres wiederum vermehren konnte. 

Es gereichte mir zu besonderer Freude, dass ich infolge 
einer Aufforderung des vorbereitenden Komites gelegentlich des 
erwähnten Kongresses in Spalato am 21. August 1894 einen 
Vortrag halten durfte über die hiesige christlich- archäologische 
und epigraphische Sammlung, deren Einzigartigkeit allgemein 
anerkannt wurde, und die in Zukunft wohl das VorbUd fnr 
ähnliche Institute innerhalb und ausserhalb Deutschlands ab- 
geben wird. 

Hinsichtlich des Besuchs und der Benutzung der Sammlnng 
im Etatsjahr 1894/95 verdient hervorgehoben zu werden, dass 
sich unter den Besuchern auch Schüler der obersten Klassen 
hiesiger Gymnasien unter Führung ihrer Religionslehrer, sowie 
Mitglieder der Berliner Stadtmission unter Fuhning ihres 
Inspektors, Pastor Abramowski, befanden, die insbesondere auf 
dem Gebiet der ältesten christlichen Kunst durch den Unter- 
zeichneten orientirt zu werden wünschten. Die sich mehrende 



— 47 — 

Frequenz des Instituts durch Schüler hat mir den Gedanken 
nahe gelegt, späterhin womöglich besondere Ferienkurse für 
Gymnasiallehrer einzurichten. 

Die Arbeiten von Studirenden in den Räumen der Sammlung 
nahmen ihren ungestörten Fortgang. Allein in den letzten drei 
Monaten des Etatsjahres promovirten vier Herren mit christlich- 
archäologischen und epigraphischen Dissertationen, von denen 
drei die hier befindlichen Hilfsmittel benutzten, während der vierte 
wenigstens von mir die erste Anregung erhielt. Trotz der fast 
um die Hälfte verminderten Zahl von Theologiestudirenden an der 
hiesigen Universität haben die Interessenten der christlichen 
Archäologie nicht abgenommen. Die von mir im Institut ge- 
haltenen seminaristischen üebungen, die an die Erklärung von 
ausgewählten Denkmälern des christlichen Alterthums und 
Mittelalters, vor Allem Skulpturwerke, anknüpften, waren im 
Sommersemester 1894 von 21 Herren, darunter ein Professor 
der Theologie aus Amerika und ein Gymnasiallehrer aus 
Arnstadt i. Th., letzterer Hospitant, im Wintersemester 1 894/95 
von 42 Herren, darunter drei Kunsthistoriker, ein Philologe und 
ein Jurist, besucht. Mit Eücksicht auf die grosse Zahl im ge- 
nannten Wintersemester raussten die Theilnehmer an den 
üebungen wieder auf zwei Kurse veitheilt werden. Wie es 
meine Pflicht ist, den Fleiss der Besucher zu rühmen, so darf 
ich es auch nicht verschweigen, dass unter den eingereichten 
schriftlichen Arbeiten einige recht gute Leistungen waren, die 
zu veröffentlichen ich den betreffenden Verfassern rieth. 

Nicolaus Müller. 



4. Das jnrlstisebe Seminar 

(für römisches und kanonisches Recht.) 

I. Im Sommersemester 1894 leitete Professor Eck die 
üebungen in der romanistischen Abtheilung des Seminars. 
Von den mehr als 100 Bewerbern waren 25 in das Seminar 
aafgenommen. Eine Anzahl derselben lieferte auch wissen- 
schaftliche Arbeiten ein. In den Seminarstunden wurden ab- 
wechselnd diese Arbeiten durchgesprochen und exegetische 
üebungen angestellt. Alle Mitglieder erschienen regelmässig, 
and etwa die Hälfte nahm auch an der mündlichen Debatte 



— 48 — 

mit Eifer Theil. Einige zeigten auch gate juristische Anlage 
und erfreuliches Wissen. Im Ganzen überwog die Neigung der 
Seminaristen, praktisch - dogmatische Fragen zu behandeln; die 
Eenntniss und das Verständniss der römischen Quellen war, 
wie gewöhnlich, die schwächste Seite, was mit der immer mehr 
zurfickgehenden Vorbildung in der lateinischen Sprache zu- 
sammenhängt. 

n. Professor Demburg hielt im Wintersemester 1894/95 
seminaristische Hebungen mit einer grösseren Anzahl von 
Studirenden ab. Der Titel Digest, de hereditatis petitione 
wurde zu Grunde gelegt. Die Mehrzahl der Theilnehmer 
besuchte die Uebungen unausgesetzt fleissig und beth&tigte 
reges Interesse an denselben. 

m. Die Seminarübungen auf dem Gebiete des romischen 
Rechtes wurden unter Leitung des Professors Pemice während 
des Winterhalbjahres in gewohnter Weise fortgesetzt. Es 
betheiligten sich 32 Herren. 16 verschiedene Themata wurden 
bearbeitet und besprochen. Die Arbeiten waren von ungleichem 
Werthe; aber der Durchschnitt war befriedigend. Die Be- 
sprechungen waren immer lebhaft und angeregt. Der Besuch, 
soweit die Influenza nicht hinderte, war regelmässig. So lassen 
sich die Ergebnisse als erfreulich bezeicHnen. 

IV. Professor Dr. Hübler hat im Sommerhalbjahr 1894 
das kirchenrechtliche Seminar in derselben Weise wie im 
Sommer 1893 geleitet. Angenommen wurden 18 Mitglieder, 
darunter ein beurlaubter Kammergerichtsreferendar, ein katho- 
lischer Kleriker aus dem Bisthum Fulda und ein junger italie- 
nischer Doktor, der im Begriff steht, sich an der Universität 
Neapel zu habilitiren. Von den Studirenden gehörten fast alle 
dem letzten Semester an. Aus diesem Grunde ist von den vor 
Beginn des Seminars mehrfach übernommenen schriftlichen 
Arbeiten nur eine abgeliefert worden. 

Der Besuch der Uebungen war ein reger, die Betheiligung 
am Eonversatorium schwächer als sonst 

V. Das von Professor Dr. Hinschius im Winterhalbjahr 
1894/95 geleitete kirchenrechtliche Seminar war von 6 Mitgliedern 
und 19 Hospitanten besucht. Dieselben haben mit regelmässigem 
Fleiss an den Uebungen theilgenommen. 

Dernburg. Hinschius. Hflbler. Pernice. Eck. 



— 49 — 

5. Das Seminar fflr deutsches Recht. 

I. Im Seminar fBr deutsches Recht wurden im Sommer- 
semester 1894 unter Leitung des Unterzeichneten üebungen 
in den Rechtsqnellen des deutschen Mittelalters abgehalten, 
bei denen der Sachsenspiegel gelesen und einige Urkunden 
interpretirt wurden. Siebzehn Tbeilnehmer betheiligten sich 
hieran mit regem Fleisse. Doch wurden nur von zweien unter 
ihnen schriftliche Arbeiten (über Morgengabe im Sachsenspiegel 
und über den Begriff der unkörperlichen Sache im deutschen 
Recht) angefertigt. Otto Gierke. 

n. Im Wintersemester 1894/96 wurden die wichtigsten 
Titel der Lex Salica unter Vergleichung verwahdter Rechtsquellen 
durchgenommen. Die Zahl der Theilnehmer betrug zwölf. Von 
schriftlichen Arbeiten wurde nur eine eingeliefert, welche die 
Dos der Lex Saxonum behandelte. Heinrich Brunner. 

III. Von dem Unterzeichneten wurden im Sommer- 
semester 1894 Üebungen über Westgothische Rechtsquellen 
abgehalten, bei welchen dessen neue Ausgabe der Leges Visi- 
gothornm antiquiores zu Grunde gelegt wurde unter Heran- 
ziehung der älteren westgothischen Concilienschlüsse. Die Zahl 
der Theilnehmer betrug 5. Im Wintersemester wurden Üebungen 
im Anschluss an die Lektüre der Goldenen Bulle und anderer 
wichtiger Reichsgesetze des Mittelalters (nach Altmann undBem- 
heim, Ausgewählte Urkunden zur D. Verfassnngsgeschichte) mit 
13 Theiluehmem abgehalten. Grössere schriftliche Arbeiten 
wurden nicht eingeliefert. Karl Zeumer. 

6. Üas philologische Seminar. 

Die Üebungen des philologischen Seminars leiteten 
in der lateinischen Abtheilung Professor Vahlen, 
in der griechischen Abtheilung Professor Kirchhoff. 

Im Sommersemester 1894 wurden Juvenal's Satiren und 
Reden des Antiphon, im Wintersemester 1894/95 des Terentius 
Adolphi und das erste Buch der llias interpretirt. Ueberdies 
leitete im Sommer Professor KirchhoflF, im Winter Professor 
Vahlen die Disputirfibungen, und fanden in beiden Abtheilungen 
Becensionen der eingegangenen Semesterarbeiten statt. 

An den Üebungen nahmen im Sommersemester 7, im 



— 50 — 

Wintersemester 10 ordentliche Mitglieder Theil; überdies hatten 
sich im Sommersemester 12, im Wintersemester 15 ausser- 
ordentliche Hitglieder einzeichnen lassen. 

A. Kirchhoff, 

z. Z. geschäflaführender Direktor. 



7. Das psychologische Seminar. 

Nachdem Prof. Ebbinghaus mehrere Jahre hindurch psycho- 
physische Uebungen geleitet hatte und darin durch gelegentUche 
Bewilligung von Geldmitteln von der K. Regierung unterstützt 
worden war, wurde bei der Berufung des Unterzeichneten die 
Einrichtung eines Seminars zur Ergänzung der psychologischeo 
Vorlesungen durch theoretische und experimentelle Uebungen 
in Aussicht genommen xind die erforderlichen Bäumlichkeiten 
und Geldmittel zur Verfügung gestellt. Im Sommer 1894 wurde 
Herr Privatdozent Dr. F. Schumann aus Göttingen zam 
Assistenten ernannt. Mit dem Beginne des W^intersemesters 
1894/95 waren die Räumlichkeiten (drei Zimmer, Dorotheenstr. 5) 
soweit eingerichtet, dass das Seminar eröffnet werden konnte. 
Es meldeten sich eine grosse Anzahl von Studirenden zur Theil- 
nähme und wurden 23 als Mitglieder aufgenommen. Die meisten 
betheiligten sich, entsprechend ihrer Vorbildung und ihrem vor- 
wiegendem Interesse, nur an den theoretischen Uebungen 
(Diskussionen über neuere Untersuchungen), worin das Haupt- 
gewicht auf strengste Genauigkeit in der Deutung der 
Beobachtungen und in der Prüfung der Beweisführung gelegt 
wurde. Auch künftig sollen theoretische Uebungen in dieser 
Absicht regelmässig und für alle Mitglieder obligatorisch statt- 
finden. Einzelne konnten aber auch bereits zu den experimen- 
tellen Studien des Direktors und des Assistenten herangezogen 
werden. Ausserdem hielt der letztere mit den Hilfsmitteln des 
Seminars einen besonderen, von 10 Theilnehmem besuchten 
Kursus zur Einführung in die experimentelle Psychologie. 

Es ist nunmehr ein Grundstock von Apparaten und 
Demonstrationsmitteln zur Lehre von den Sinneswahrnehmungen 
und zur Psychophysik überhaupt vorhanden. Zu den Demon- 
strationsmitteln gehört auch die im Vorzimmer des Hörsaals 
Nu. Gl befindliche Sammlung von über GO Tafeln, die sich in 



— 51 — 

der Vorlesung über Psychologie nützlich erwiesen hat. Endlich 
ist inr die Seminarmitglieder eine Bibliothek angelegt worden, 
die die wichtigsten Schriften der neueren und älteren Psycho- 
logie sowie 6 in- und ausländische psychologische Zeitschriften in 
vollständigen Exemplaren umfasst, Prof. C. Stumpf. 

8. Das Institut fttr Alterthamskande. 

I. Griechische Abtheilung (Direktor Professor Köhler); 
Gegenstand der Uebungen im S.-S.: Geschichte und Ver- 
fassung des achäischen Bundes. Theilnehmer: 6; 
im W.-S.: Das letzte Decennium des peloponnesischen 
Krieges. Theilnehmer: 9. 
IL Römische Abtheilung (Direktor Professor Hirschfeld) : 
Gegenstand der Uebungen im S.-S.: Ciceros Briefe; Theil- 
liehmer: 14; im W.-S.: Epigraphik; Theilnehmer: 9. 
Femer hielt Professor Diels die Uebungen seiner philo- 
logischen Societät im Institut für Alterthumskunde ab. 

Für Benutzung der Bibliothek wurden an Karten ausgegeben: 
im S -S. 39, im W.-S. 46. 

Die Geschäftsführung hatte im S.-S. Professor Hirschfeld, 
im W.-S. Professor Köhler. Die Bibliothek verwaltete stud. 
phil. ßadecke. Köhler. Hirschfeld. 

9« Das historische Seminar. 

Professor Wattenbach trug im Sommersemester lateinische 
und griechische Paläographie vor, verbunden mit praktischen 
Uebungen. Im Wintersemester war derselbe durch den Zu- 
stand seiner Gesundheit verhindert, Vorlesungen zu halten. 

Professor Scheffer- Boichorst besprach Controversen aus 
der Geschichte des Mittelalters, welche möglichst so gewählt 
wurden, dass die verschiedenen Probleme der Forschung, wie 
Echtheit und Unechtheit, Abfassungszeit, Autorschaft, Glaub- 
würdigkeit und Anderes durch je ein Beispiel vertreten waren. 

Professor Lenz stellte im Sommer Untersuchungen über 
die Politik Friedrichs des Grossen im ersten Jahr seiner Re- 
gierung an; im Winter erörterte er Fragen aus der Geschichte 
der französischen Revolution. 



— 52 — 

Professor Delbrück liess im Sommersemester kriegs- 
geschichtliche Arbeiten machen; im Winter behandelte er den 
Ursprung des siebenjährigen Krieges. 

Professor Schiemann hielt im Sommersemester Uebimgen 
Ober die neuere Geschichte Russlands ab. 

Zur Theilnahme an den üebungen des Seminars mid zar 
Benutzung der Bibliothek waren im Sommersemester 68, im 
Wintersemester 61 Mitglieder eingezeichnet. 

Auch in dem abgelaufenen Jahre erhielt die Bibliothek 
durch die Liberalität des Herrn Oeheimrath Wattenbach eine 
Reihe namhafter Zuwendungen. Ausserdem sind wir Frau Pre- 
diger Hossbach hierselbst zu besonderem Danke verpflichtet 
welche der Bibliothek aus dem Nachlass ihres Gemahls eine 
Reihe werthvoller Werke, darunter ein Gesammtexemplar der 
Jahrbücher der Deutschen Geschichte, geschenkt hat. 

M. Lenz, 
z. Z. geschäftsführender Direktor. 



10. Staatswissenschaftlich-staUsttsches Seminar. 

Das Seminar hatte im Sommer 1894: 67, im Winter 
1894/95: 102 Mitglieder. 

Die Bibliothek wurde im Laufe des Etatsjahres mn 
350 Accessionsnummem vermehrt; sie umfasst gegenwärtig etwa 
3900 Bände. Der Königliche Bibliothekar Dr. Wolfstieg 
hat die Bibliothek neu geordnet und dadurch ihre Benntz- 
barkeit und ihren Werth far die Studirenden wesentlich er- 
höht. M. Sering, 

z. Z. geschäftsführender Direktor. 

L Bericht des Professors Dr. Ad. Wagner. 

Meine nationalokonomischen u. s.w. üebungen im staatswissen- 
schaftlichen Seminar fanden im Sommer in wöchentlich 2— SStcmden 
in gewohnter Weise statt. Die Zahl der Theünehmer incl. Ho- 
spitanten erhob sich bis auf 38. Es kamen 12, meistens 
grössere, schriftliche Arbeiten zur Behandlung im Seminar, eine 
Anzahl weiterer nur zu privaten Besprechungen mit mir. Die 
Theilnehmer waren überwiegend jüÄgere Gelehrte, Doktoren, 



— 53 — 

jüngere Beamte, besonders auch Ausländer neben eigentlichen 
Studenten. Die behandelten Themata waren: Yergleichung der 
Staats- und rechtsphilosophischen Anschauungen von Kant und 
A. Smith; Hegels Rechtsphilosophie und Einfluss auf den 
neueren Socialismus ; die Entwicklung der historischen 
Methode in der neueren deutschen Nationalökonomie ; die Yolks- 
dichtigkeit nach statistischer Seite; die volkswirthschaftliche 
Begründung der Enteignung; die Lehre vom Inhalt der Geld- 
schuld mit Rücksicht auf die sog. Couponprozesse und die 
moderne Währungsfrage; die Gewerkvereinsfrage; das Bank- 
wesen in der Rheinprovinz; das (ältere) nordamerikanische 
Bankwesen; die Consumvereine in Concurrenz mit den privat- 
wirthschaftlichen Unternehmungen des Kleinhandels; die Ur- 
sachen der ländlichen Verschuldung, statistisch und kritisch er- 
öi-tert; die verschiedenen Formen der Tabakbesteuerung, 

Ad. Wagner. 

IL Bericht des Professors Dr. Schmoller. 

Ich habe im Wintersemester 1894/95 meine Vorlesungen 
wieder Montag 6 — 8 Uhr und Donnerstag 6—7 Uhr abgehalten. 
Obgleich ich eine ziemliche Zahl von weniger gut vorbereiteten 
Studirenden abwies, stieg die Zahl der Theilnehmer doch 
auf 53, hauptsächlich dadurch, dass in den ersten Wochen des 
Semesters eine grössere Anzahl Ausländer und ausstudirter 
Herren sich meldeten, welche wesentlich meines Seminars wegen 
hierher gekommen waren. Es waren darunter 16, die den 
Doktor schon gemacht hatten, zwei amerikanische Professoren, 
5 Oesterreicher, 1 Russe etc. 

In den ersten Stunden trug ich über die Geschichte der 
staatswissenschaftlichen und nationalökonomischen Theorien mit 
besonderer Rücksicht auf Methode vor. Der Rest der Abende 
wurde durch Vortrag und Besprechung der wissenschaftlichen 
Arbeiten der Mitglieder ausgefüllt. Eine ganze Reihe der Ar- 
beiten bezogen sich auf die gegenwärtige Lage des deutschen 
Handwerks; sie werden meist in dem Sammelwerk des Vereins 
ftir Socialpolitik über dieses Thema veröffentlicht werden. Die 
übrigen Arbeiten, von welchen mehrere aus früheren Semestern 
stammten, waren dem Studiengang, Lebenszweck etc. der Be- 



— 54 — 

treffenden angepasst. Dreissig grössere wissenschaftliche Ar- 
beiten wui'den angefertigt, 24 davon im Seminar vorgetragen, 
die andern privatim von mir mit den Verfassern besprochen. 
Eine Anzahl der Ausländer war von Arbeiten wegen mangelnder 
Eeuntniss der deutschen Sprache dispensirt, andere Hitglieder 
wurden durch Krankheit oder ähnliche Ursachen verhindert 
ihre Arbeiten fertig zu stellen, mehrere wollen sie mir im näch- 
sten Semester noch vorlegen. 

Die Leitung und immer wiederholte Besprechung von so 
viel wissenschaftlichen Arbeiten (in den Sprechstunden) über- 
steigt fast meine Kräfte; es sollten in einem derartigen Seminar 
nicht über 15 — 20 Arbeiten in einem Semester zu überwachen 
sein. Es ergiebt sich daraus, wie nothwendig es ist, dass hier 
mehrere Dozenten zugleich staatswissenschaftliche Uebnngen 
halten. O. Schmoller. 

ni. Bericht des Professors Dr. Aug. Meitzen. 

Der Unterzeichnete hat mit Bäcksicht auf die Schwierigkeit 
welche der Bibliotheksverwaltung des Seminars aus der Be- 
theUigung von Stndirenden, die im Uebrigen nicht Mitglieder 
des Seminars werden wollen, seine Vorlesung über die Statistik 
des Deutschen Beiches nicht in Verbindung mit dem Seminar 
gelesen. 

Im Seminar wurden mit 10 Theilnehmem agrargeschichtliche 
und agrarpoli tische Vorlesungen und Uebnngen abgehalten. Es 
wurde in denselben ein allgemeiner Ueberblick über die Siede- 
lungsverhältnisse und den bäuerlichen Wirthschaftsbetrieb des 
Mittelalters und über die Entwickelung des landwirthschafUichen 
Grossbetriebes in der Neuzeit und seine gegenwärtige Lage 
gegeben. Spezielle Erörterungen und Vorträge der Semina- 
risten betrafen die Termingeschäfte an der Börse, besonders im 
Produktenhandel, die österreichische Gesetzgebung über die 
Verschuldung der Bauerngüter, die Veränderungen in der ras- 
sischen Verwaltung und Agrarpolitik seit der Aufhebung der 
Leibeigenschaft, die Bübenzuckerfabrikation und ihre Be- 
steuerung, die agronomische Bodenuntersuchung im nord- 
deutschen Flachlande. Zur näheren Erläuterung letztgedachter 
Frage wurde eine Excursion in die Rüdersdorfer Kalkbräche 
unternommen. 



— 55 — 

Die für das Wintersemester 1894/95 angekündigten 
seminaristischen Besprechungen und Vorlesungen über Theorie 
und Technik der Statistik habe ich abgekündigt, weil ich mich 
wenig wohl fühlte und kein geeignetes Lokal zu Gebote stand. 
Das Seminar war jeden Abend von einem der Herren Dozenten 
besetzt, und die Aussicht, ein weiteres Lesezimmer für dasselbe 
zu erhalten, erfiillte sich nicht. Dr. August Meitzen. 

IV. Bericht des Professors Dr. Böckh. 

Die statistischen üebungen sind nach demselben Plane, 
welcher sich aus der methodischen Behandlung der Aufgaben 
der Statistik mit Nothwendigkeit ergiebt, auch in den beiden 
letzten Semestern fortgesetzt worden; an denselben nahmen im 
Sommersemester 6 Inländer, im Wintersemester 11 Inländer 
und 2 Ausländer, nämlich ein mit der Einrichtung eines sta- 
tistischen Amtes beauftragter Schweizer und ein Kusse theil. 
Der günstige Umstand, dass dem Unterzeichneten bereits bei 
der vor 20 Jahren erfolgten Uebernahme des Statistischen Amtes 
der Magistrat dieser Stadt erlaubt hat, seine seminaristischen 
UebuDgen auf diesem Amte selbst abzuhalten, zusammen mit 
der reichen Entwickelung, welche die Statistik dieser Stadt in 
der gleichen Zeit erfahren hat, macht es möglich, dass an den 
hier vorhandenen Materialien alle Stadien statistischer Thätig- 
keit von den ersten Elementen an bis zur Lösung der höheren 
wissenschaftlichen Probleme in ihiem Zusammenhange klargelegt 
werden können. 

Allerdings kann dies nur dann von entsprechendem Erfolg 
sein, wenn der Theilnehmer sich nicht allein bereits mit sta- 
tistischen Studien befasst hat, sondern auch die nöthige sons- 
tige, insbesondere historische, volkswirthschaftliche und mathe- 
matische Vorbildung besitzt, und die Erfahrung, dass trotz der 
konsequenten Gedankeneinheit in der Methode des Unter- 
zeichneten doch in der Kegel nur den mit umfassenden Vor- 
kenntnissenBegabteneinwirklichesEindringenin dasW esenstatis- 
tischer Arbeit gelingt, weist entschieden daraufhin, die Zulassung 
zu den üebungen auf die hierzu ausreichend Vorbereiteten einzu- 
schränken. Dagegen hat andererseits die Erfahrung wiederholt ge- 
zeigtjdass bei vorhandenen vielseitigen Vorkenntnissen und anhal- 

4* 



— se- 
iendem Fleisse diese Uebungen sehr geeignet sind, die zar prak- 
tischen Handhabung der wissenschaftlichen Statistik erforder- 
liche Ausbildung zu geben, und namentlich die Äusbildong zm- 
Leitung statistischer Anstalten auf diese Weise binnen kurzer 
Zeit gewonnen werden kann. 

Diese Einführung in die praktische Behandlung des Stoffes 
kann entweder so erfolgen, dass in jedem einzelnen Stadium 
der StoflF verschiedenen zu der betreffenden Darlegung besonders 
geeigneten Zweigen der Statistik abwechselnd entnommen wird, 
oder so, dass an dem gleichen Stoff alle Stadien statistischer 
Thätigkeit nach einander entwickelt werden; so wurde im ver- 
gangenen Winter die Statistik der Ehescheidungen als Gegen- 
stand der Uebungen gewählt, indem an derselben die Aas- 
zählungen, die Tabellen-Konstruktion, die Reduction auf die 
verschiedenen Arten der Verhältnisssätze, die von der einfachen 
Darstellung bis zur wissenschaftlichen Formulirung fort- 
schreitende graphische Behandlung und die entsprechende ver- 
gleichende Berechnung bis zu der — nach dem dermaligen 
Stande der Statistik einstweilen nur in Berlin möglichen — Ge- 
winnung des wissenschaftlichen Ausdruckes für die Scheidongs- 
frequenz durchgeführt wurde. BöckL 

V. Bericht des Professors Dr. Sering. 

An meinen staatswissenschaftlichen Uebungen nahmen im 
Sommer 1894: 34, im Winter 1894/95: 55 Zuhörer theil. 
Davon entfiel annähernd je ein Drittel auf ältere Studirende 
der Rechts- und Staats Wissenschaft (im W. S. 20), studirende 
Landwirthe und Techniker (17) und auf solche Mitglieder, welche 
die üblichen Universitätsstudien abgeschlossen hatten (18, näm- 
lieh ein nordamerikanischen Universitäts-Dozent, ein Assessor, 
3 Beamte der statistischen Verwaltung, ein Major und Guts- 
besitzer, 2 Bankbeamte, 5 Referendarien und Dres jur., 5 Dres 
phiL). Unter den Zuhörern waren im W^intersemester 4 Ame- 
rikaner, 3 Polen, 1 Japaner. 

Die grosse Zahl der Theilnehmer macht es unmöglich, dass 
jeder Einzelne zum Vortrage im Seminar gelangt. Sofern nicht 
besondere Entschuldigungsgründe vorliegen, wird aber jedes 
Mitglied verpflichtet, ein Thema schriftlich zu bearbeiten^ 
welches sich nach Möglichkeit seiner Eigenart, seinem Bildnngs- 



— 57 — 

gang^e oder Erfahrnngskreise anpasst Im Wintersemester 
wurden 39 Arbeiten an 40 Zuhörer ausgegeben, davon 23 fertig 
gestellt, 14 vorgetragen und diskutirt. Eine Anzahl grösserer 
Arbeiten geht in das nächste Semester aber. 

Eifer und Interesse der grossen Mehrzahl der Zuhörer ver- 
dienten Anerkennung. Die Vereinigung von Angehörigen ver- 
schiedener Bemfskreise erwies sich nach wie vor als in hohem 
Grade anregend und belehrend. 

Vier während des Winters unternommene Seminar-Arbeiten 
gehören zu der vom Verein für Sozialpolitik veranlassten Er- 
hebung über die gegenwärtige Lage des deutschen Handwerks 
und werden in den Vereinsschriften erscheinen. Eine in- 
zwischen publizirte Studie ober die Formen des „Getreide- 
Absatzes der Landwirte" ist vom Herrn Minister für Land- 
wirtschaft, Domänen und Forsten auf meinen Antrag durch 
ein Reisestipendium in dankenswerter Weise gefordert worden. 
Auf selbständigen Forschungen beruhte ferner die Arbeit eines 
künftigen Grossindustriellen, über den „Einfluss der technischen 
Entwicklung auf die Lage der Arbeiter in der Eisenhütten- 
Industrie", eines Landwirths über die „relative Konkurrenz- 
fähigkeit des kleinen und mittleren gegenüber dem grossen 
Betrieb in der Landwirthschaft", sowie eine Darstellung der 
neueren Entwicklung des deutschen Buchdrucker- Verbandes. 

Es fanden in beiden Semestern vier durch Vorträge vor- 
bereitete gemeinsame Ausflüge in Berliner, bezw. Spandauer 
Fabriken und auf ein nahe gelegenes Landgut statt. 

M. Sering. 

VI. Bericht des Privatdozenten Dr. Hoeniger. 

Dr. Hoeniger hielt in S. S. mit 3 und in W. S, mit 5 Theil- 
nehmem sozialgeschichtliche Hebungen ab. Die einleitenden 
Erörterungen beschäftigten sich mit der allgemeinen sozial- 
geschichtlichen Entwicklung Deutschlands. Als engeres Gebiet 
wurde üraprung und Entwicklung des Städtewesens unter sozial- 
geschichtlichen Gesichtspunkten behandelt. Dr. Hoeniger. 

VII. Bericht des Privatdozenten Dr. Oldenberg. 

Im Sommer 1894 nahmen an meinen sozialpolitischen 
Pebungen 9 Studenten Theil, nämlich 8 Deutsche und ein Nord- 



— 58 — 

amerikaner. 5 trieben neben den national-ökonomischen juristi- 
sche oder historische Studien, 1 studirte Philosophie, 1 Ma- 
schinenbau, 2 bezeichneten sich als Nationalökonomen. Fast 
Alle waren in der Nationalökonomie nicht eigentliche Anfänger. 
Sie standen an Kenntnissen und Begabung Ober dem Durch- 
schnitt der allerdings zahlreicheren Theilnehmer des voran- 
gegangenen Semesters, 3 hatten schon an meinen Uebungen in 
diesem vorangehenden Semester theilgenommeu. Die Mehrrahl 
hatte das Triennium fast oder ganz absolvirt. 

Der Besuch war regelmässig, die Theilnahme an der Dis- 
kussion rege. Die vorgetragenen Referate waren nicht durch- 
weg befriedigend. Im Unterschiede vom vorhergehenden Se- 
mester wurden nur zwei je in sich zusammenhängende Gruppen 
von Themen behandelt, nämlich 1) die Konkurrenz zwischen ge- 
werblichem Gross- und Kleinbetrieb, und 2) Arbeitslosigkeit und 
Arbeitsvermittlung. Das erstere Thema lehnt sich an eine vom 
Verein für Sozialpolitik unternommene Sammlung von Mono- 
graphien an, und mehrere der in den Uebungen begonnenen 
Arbeiten sind zur Veröffentlichung in dieser Publikationenserie 
bestimmt. Es wurden nacheinander in Referaten und Dis- 
kussionen die Begriffsbestimmung von Gross- und Kleinbetrieb, 
die Vorzüge beider Betriebsformen, die Bedeutung der Klein- 
motoren, der Innungen, der Produktivgenossenschaften für die 
Konkurrenzfähigkeit des kleineren Betriebs und der selbst- 
ständigen Arbeit, sowie die deutsche Betriebsstatistik durch- 
gesprochen ; es folgte die Schilderung einzelner Gewerbszweige, 
nämlich der Berliner Bäckerei, des Berliner Schlosser- und 
Schmiedegewerbes und einiger Handwerkszweige eines länd- 
lichen Bezirks. Bei möglichster Abkürzung der Referate und 
unter Verzicht auf Korreferate wurde der Diskussion ein breiterer 
Raum als früher gewährt. Die Uebungen wurden zweistündig 
an einem Abende jeder Woche im Seminarlokale gehalten. Am 
ersten Seminarabende nach der einleitenden Zusammenkunft 
trug ich selbst Einzelnes aus einer damals unter meinen Händen 
befindlichen sozialpolitischen Arbeit vor. 

Im Winter 1894/95 war ich verhindert, die im Vorlesungs- 
verzeichniss schon angekündigten Uebungen zu halten. 

Dr. Oldenberg. 



— 59 — 

11. Germanisches Seminar. 

An den üebungen der altdeutschen Abtheilung nahmen 
im Sommersemester 1894 theil 16 ordentliche und 15 ausser- 
ordentliche Mitglieder sowie eine Anzahl Hospitanten. Gelesen 
wurde Wolframs v, Eschenbach Parzival 116,5—134,23. 

Sechs schriftliche Arbeiten wurden eingereicht. 

Im Wintersemester 1894 — 1895 betheiligten sich 10 ordent- 
liche und 16 ausserordentliche Mitglieder; eine Anzahl, nament- 
lich ausländischer, Studirender hospitirten. 

Gelesen wurden ausgewählte Stucke aus Otfrids Evangelien- 
gedicht. 

Vier schriftliche Arbeiten wurden eingereicht. 

K. Weinhold. 

In den üebungen der modernen Abtheilung, an denen sich 
etwa 25—30 ordentliche und ausserordentliche Mitglieder und 
zahlreiche Hospitanten betheiligten, wurden im Sommer Gredichte 
Elopstocks, Goethes, ühlands erklärt, im Winter an die 
Werke Heinrichs von Kleist textkritische, stilistische, 
metrische, motivgeschichtliche Untersuchungen angeknüpft. 

Eine grössere Bücherspende hat Frau Kantorowicz in 
Posen zum Andenken an ihren Bruder Dr. Szamatölski dem 
Seminar dargebracht E. Schmidt. 



12. Das romanisch-englische Seminar. 

I. Romanische Abtheilung. 

Nachdem von den bisherigen ordentlichen Mitgliedern zwei 
ausgetreten und dafäi- zwei neue aufgenommen worden waren, 
stellte Professor Tob 1er im Sommer 1894 mit den Seminaristen, 
denen sich zwölf Hospitanten anschlössen, Interpretationsübungen 
an, die sich auf die in der Vorlesung des vorangegangenen 
Semesters nicht erklärten Theile von Crestien's Kitter mit dem 
Löwen bezogen. Dies gab Anlass, die Kenntnisse der Theil- 
nehmer in Bezug auf Sprache und Verskunst der alten Zeit zu 
befestigen und zu erweitem; ausgewählte Stücke des Textes 
wurden von sämmtlichen Seminaristen ins Neufranzösische 
schriftlich übertragen und die eingereichten Arbeiten vom Lehrer 
korrigirt und, soweit die Zeit es erlaubte, besprochen. — In 



— eo — 

den neufranzösischen Uebungen, welche Professor Waetzoldt 
leitete, wurde an einer Reihe ausgewählter Stellen eine ver- 
gleichende Kritik der hervorragendsten französischen üeber- 
Setzungen von Gk)ethe's Faust versucht Abwechselnd damit 
französische Vorträge im Anschluss an ausgewählte ErzählungeD 
von Frangois Coppee. An den Uebungen nahmen 9 Seminaristen 
und 4 Hospitanten Theil. — Vier Mitglieder des Seminars be- 
theiligten sich an den italienischen Uebungen des Lektors 
Rossi, der mit ihnen Foscolo's Tragödie Tieste und einige 
kleinere Gedichte des nämlichen Verfassers las, sie den dritten 
und den vierten Akt von Lessing's Emilia Galotti ins Italienische 
übersetzen liess und Versuche italienischer Unteiredungen mit 
ihnen anstellte. 

Nach dem Ausscheiden von sieben und der Au&ahme von 
fünf neuen Mitgliedern nahm Professor Tobler im Winter 1894/95 
italienische Uebungen vor, zu denen sein italienisches Lesebuch 
den Stoff gab. Prosaische und poetische Stücke, insonderheit 
ein längerer Abschnitt aus dem Basenden Roland, wurden inter- 
pretirt, mehrere Gedichte auswendig gelernt, wobei streng auf 
sorgfältige Aussprache geachtet wurde. Der Lehrer bediente sicK 
soweit es zweckmässig schien, der fremden Sprache und liess sich 
in dieser nach Möglichkeit auch antworten. — An den neufran- 
zösischen Uebungen des Lektors Dr. Pariselle betheiligten 
sich zehn ordentliche Mitglieder des Seminars sowie acht als 
Zuhörer zugelassene Herren. Interpretirt wurde : Beaumarchais^ 
Le Barbier de S6ville. Ins Französische übersetzt wurden 
S. 1—36 aus Fontane, Kriegsgefangen, Erlebtes 1870. Die 
ordentlichen Mitglieder haben freie Vorträge gehalten und Auf- 
sätze angefertigt. Ausserdem haben grammatische Repetitioneu 
stattgeftinden und sind Gehörübungen angestellt worden. — 
Italienische Uebungen wurden durch den Lektor Rossi wegen 
Mangels an Betheiligung nicht abgehalten. 

n. Englische Abtheilung. 

Aus dem Wintersemester 1893/94 traten 2 Seminaristen in 
das Sommersemester 1894 hinüber; durch die Aufnahme von 
6 neuen Mitgliedern stieg die Gesammtzahl auf 8. Von diesen 
blieben 4 auch im Wintersemester 1894/95 im Seminar, während 
8 neue aufgenommen worden, so ds^s sich die Zahl jetzt auf 12 



— 61 — 

belief. Während beider Semester wurden mehrere Studirende 
als Hörer zugelassen. Im Wintersemester war ein Seminarist 
als Nordamerikaner von der Theilnahme an den Hebungen des 
Herrn Harsley entbunden. 

Professor Znpitza legte seinen Uebungen im Sommer- 
semester einige kleinere Gedichte Chaucers zu Grunde. Von 
Chaucer's Worten an seinen Schreiber Adam, Aetas prima, 
Chaucer's Geleit an Bukton, Chaucer's Geleit an Scogan, Chaucer's 
Klage an seine Börse und Chaucer's Gutem Rath wurde ein 
kritischer Text hergestellt und dieser dann allseitig besprochen. 
Im Wintersemester betrafen die Uebungen Shelley. Ozymandias, 
Staiizas written in Dejection near Naples und ungefähr die 
Hälfte des ersten Aktes des Prometheus ünbound wurden über- 
setzt und erläutert unter Benutzung von bisher unbekannten 
Lesarten, die der Leiter der Uebungen in den Sommerferien 
1894 aus dem handschriftlichen Nachlass Shelley's ausgezogen. 

Lektor Harsley Hess Wildenbruch's Danaide und Putlitz' 
Dame mit den Hirschzähnen ins Englische übersetzen, ausser- 
dem im Winter englische Aufsätze über freigewählte Themen 
schreiben. Tobler, 

z. Z. geschäftsführender Direktor. 

13. Das mathematische Seminar. 

Während des Sommersemesters 1894 haben 24 Mitglieder, 
während des Wintersemesters 1894/95 haben 18 Mitglieder an 
dem Seminar theilgenommen. 

Die Uebungen wurden wie bisher wöchentlich einmal. 
Mittwochs von 5 bis 7 Uhr beziehungsweise bis 8 Uhr, im 
Auditorium No. 28 abgehalten und von den Professoren Fuchs, 
Schwarz und Frobenius abwechselnd geleitet. 

Die Mitglieder des Seminars hielten Vorträge über frei 
gewählte oder von den Directoren vorgeschlagene Themata aus 
den verschiedenen Disciplinen der' Mathematik. An diese Vor- 
träge schlössen sich Discussionen an. Ausserdem lösten die 
Theilnebmer bestimmte ihnen gestellte Aufgaben. 

Die auf die Bäumlichkeit der Bibliothek bezüglichen Ver- 
b&ltnisse haben sich seit der Erstattung des letzten Berichts 
lücht geändert 



— 62 — 

Im Laufe des Wintersemesters begann seitens der König- 
lichen Universitätsbibliothek die Catalogisimng des Bestandes 
der Seminarbibliothek. Im Anschlnss hieran hat die Direction 
für die Benutzbarkeit der Bibliothek dringlich erforderliche 
Einrichtungen veranlasst, welche den Fonds des Seminars 
erheblich belasteten. 

Dnrch hohe Verfügung des Herrn Ministers sind der 
Seminarbibliothek die Hefte 4 von Band 12 (H. Reihe) sowie 
1, 2 und 3 von Band 13 (Q. Reihe) des Archivs far Mathematik 
und Physik zugewiesen worden. 

Die Königliche Academie der Wissenschaften hat dem 
Seminar die fortlaufende geschenkweise Lieferung ihrer mathe- 
matischen und naturwissenschaftlichen MittheUungen zugesagt 

Durch hohe Verfügung des Herrn Ministers vom 2. April 1894 
ist dem Seminar für das Rechnungsjahr 1894/95 ein Zuscbus> 
von 450 M. geneigtest bewilligt worden. 

Die Direction des mathematischen Seminars. 
Fuchs. H A. Schwarz. Frobenins. 

14. Das Seminar zur Ansbildang der Studierenden Im 

wissenschaftlichen Rechnen. 

An den Uebungen des Seminars betheiligten sich im Sommer- 
semester 1894 vier, im Wintersemester 1894 ebenfalls vier 
Studirende. 

Während des Sommersemesters behandelte Professor Tietjen 
Aufgaben aus dem Gebiete der Theorie der allgemeinen 
Störungen und Prof. Foerster die Berechnung der Sonnen- 
finsternisse. 

Im Wintersemester, in welchem Herr Prof Tietjen zur 
Herstellung seiner Gesundheit beurlaubt war, behandelte Prof. 
Foerster die numerische Differenzirung und Integrirung and 
im Anschluss an die erstere auch die Interpolation. 

W. Foerster. 

15. Das Seminar f&r Orientalische Sprachen. 

Das Seminar zählte 

a) im Sommersemester 1894 99 Mitglieder; 

b) im Wintersemester 1894/95 112 Mitglieder. 



— es — 

Ein f&r Eanfleute eingerichteter nichtamtlicher Kursus 
im Bussischen wurde von 50 Personen besucht. 
Der Lehrkörper bestand 

a) im Sommersemester 1894 aus 11 Lehrern und 8 Lektoren. 
Zum Lehrer des Russischen wurde zu Beginn des 
Semesters Herr P. Schalfejew ernannt. Die Leitung 
des Suaheli-Unterrichts übernahm vertretungsweise Herr 
Beferendar Zache. Mit dem Ende des Semesters schied 
der Lektor des Sfidchinesischen, Herr Au Fung Tschü, 
aus. 

b) im Wintersemester 1894/95 aus 12 Lehrern und acht 
Lektoren. Die Leitung des Suaheli-Unterrichts über- 
nahm vertretungsweise Herr Beferendar Leopold Henning 
von Herbst 1894 bis Neujahr 1895, wo der neuemannte 
Lehrer, Herr Dr. Neuhaus, eintrat. Als Lektor des 
Türkischen wurde im Herbst Herr Hassan Djelal-ed-din 
ernannt. 

Der Unterricht erstreckte sich; 

a)im Sommersemester 1894 auf 9 Sprachen: Chinesisch, 
Japanisch, Guzerati, Arabisch (Syrisch, Aegyptisch, 
Marokkanisch, Zanzibarisch), Persisch, Türkisch, Neu- 
griechisch, Suaheli, Bussisch, und 4 Bealienfächer. 

b) im Wintersemester 1894/95 auf zehn Sprachen: Chinesisch, 
Japanisch, Hindi, Guzerati, Arabisch (Syrisch, Aegyptisch, 
Marokkanisch, Zanzibarisch), Persisch, Türkisch, Neu- 
griechisch, Suaheli, Bussisch, und 4 Bealienfächer. 
Der Unterricht wurde ertheilt 

a) im Sommersemester 1894 zwischen 7 und 2 Uhr, Nach- 
mittags zwischen 3 und 8 Uhr. 

b) im Wintersemester 1894/95 zwischen 8 Uhr Morgens 
und 87» Uhr Abends. 

Während der Herbstferien 1894 fanden Ferienkurse statt 
vom 15. September bis 15. Oktober, während der Osterferien 1895 
vom 15. März bis 15. April. 

Die Bibliothek des Seminars war während der Semester 
geöffiiet an den Wochentagen 

Vormittags von 9 bis 12 Uhr 

Nachmittags (ausser Sonnabends) von 4 bis 6 Uhr. 

S ach au, kommissarischer Direktor. 



— 64 — 

16. Der arehlologlsehe Apparat. 

Der archäologische Lehrapparat der Egl. Universität ist in 
herkömmlicher Weise verwaltet worden. Mit Hilfe von zwei 
Assistenten war es möglich, die Benutzung desselben an jedem 
Wochentag von 1 — 3 Uhr den Stadirenden zn gestatten. Den 
Herren Dozenten der Universität wurde die Benutzung nach 
Belieben ermöglicht. Auf die Vermehrung des Vorraths an 
Bachern, Karten, Abbildungen und kleinen Abgüssen ist die 
jährliche Summe von 1500 Mk. verwendet worden. Bmim's 
„Denkmäler der griechischen Kunst'' sind als Geschenke vom 
Königl. Ministerium überwiesen werden, ebenso das in Aasgabe 
begriffene grosse Werk über Olympia. Von Seiten der Königrl. 
Akademie der Wissenschaften empfängt der Lehrapparat die 
monatlichen Sitzungsberichte. Man ist dem Grundsatz treu 
geblieben, keine Kupfer- und Druckwerke zu verleihen. 

Curtius. 



17. Das geographische Institat. 

Die Betheiligung an dem im Institut abgehaltenen geo- 
graphischen Kolloquium ist im verflossenen Jahr ebenso rege wie 
früher gewesen. Die Zahl der Theilnehmer und Hospitanten 
erhält sich ungefähr auf gleicher Höhe. £s wurden in jeder 
der zwei- bis dreistündigen Wochensitzungen zwei Vortrage 
gehalten, an die sich oft lebhafte und eingehende Diskassion 
geknüpft hat. Dagegen hat die eigene praktische Thäti^keit 
von Mitgliedern des Instituts, sowohl was die Ansfuhning von 
Reisen zum Zweck des Studiums und der selbststäodigen 
Forschung, als was wissenschaftliche Ausarbeitungen ausserhalb 
des Rahmens der Vorträge betriift, in der letzten Zeit nach- 
gelassen. 

Die Vermehrung der Sammlungen erlitt nicht unwesentliche 
Einschränkung durch die nach und nach stark angestiegenen 
Kosten, welche dem Institut von der Hausverwaltung für Heizung 
und Beleuchtung auferlegt werden. Die wesentlichste Be- 
reicherung haben die Bibliothek und Karteusammlung erfahren. 
Einzelne Zeitschriften wurden vervollständigt, und die wichtigsten 
Erscheinungen der neueren Zeit konnten neben manchen älter n 



— 65 — 

Werken angeschafft werden. Zu der Vermehrung der Bibliothek 
haben auch Geschenke wiederum beigetragen. Ausser den in 
früheren Berichten genannten staatlichen Behörden und gelehrten 
Gesellschaften, welche fortlaufende Veröffientlichungen einsenden, 
sind das Königlich Sächsische meteorologische Institut, die 
Seewarte und einzelne der älteren Mitglieder des Instituts 
selbst als Geber zu nennen. Ein werthvoUes Geschenk entstammt 
der dankenswerthen Freigebigkeit des Direktors der geologisch- 
paläontologischen Sammlung des Königlichen Museums fär 
Naturkunde, welcher eine grosse Zahl aus dem Besitz Leopold 
von Buch's herrührender Karten, nachdem der Königliclien 
Bibliothek die erste Auslese überlasssen worden war, dem 
geographischen Institut zur weiteren Auswahl der für dasselbe 
Verwendbares zur Verfügung stellte. Neben grösseren Reihen 
von Generalstabskarten aus der Mitte des Jahrhunderts befinden 
sich darunter viele ältere Kartenwerke, welche theils historischen 
Werth besitzen, theils zur Erläuterung der Entwickelung der 
kartographischen Methoden und des physisch-geographischen 
Verständnisses zu dienen geeignet sind. 

Auf Veranlassung des Königlichen Kultusministeriums 
wurde im Laufe des Sommers durch geschulte Bibliotheksbeamte 
ein Zettelkatalog der Büchersammlung des Instituts angefertigt 
Da derselbe allen Anforderungen besser genügt als der syste- 
matische und der alphabetische Zettelkatalog, welche in der 
Anstalt selbst fortlaufend geführt worden sind, so durfte die 
üeberlassung von zwei Exemplaren, die eine Anordnung nach 
verschiedenen Gesichtspunkten gestatten und eine leichte 
üebersicht ermöglichen, mit besonderem Pank entgegengenommen 
werden. v. Richthofen. 



18. Der geographisehe Apparat. 

Die vom Unterzeichneten mit vorzüglicher Berücksichtigung 
des klassischen Alterthums vertretene historische Richtung der 
geographischen Studien hatte im abgelaufenen Jahre ähnlich 
wie im vergangenen unter dem allgemein wahrgenommenen 
ßöckgange der philologischen Studien zu leiden. Unter der 
i^eringen Zahl der ziemlich unregelmässig erschienenen Zuhörer, 
namentlich des Privatkollegs über Geschichte der Erdkunde 



— 66 — 

und der EntdeckungeD, im letzten Wintersemester, hat ancb 
nach wiederholten Anfforderungen keiner die Gelegenheit wahr- 
nehmen wollen, die im Apparat anmittelbar neben dem Audi- 
torium zugänglichen, nur wegen grossen Volumens in den 
Vorlesungen selbst nicht wohl verwendbaren Kartenwerke zo 
besichtigen, noch weniger sie und die vorhandenen Bucher zn 
selbstständigen Studien und Arbeiten zu benutzen. Dieses 
Material weiter zu vermehren, wäre daher kaum eine andere 
Veranlassung gewesen, als der für den genannten Gegenstand 
der Vorlesungen erwünschte Erwerb einer Reihe von Original- 
karten des 16. und 17. Jahrhunderts auf antiquarischem Wege. 
Anderseits wurden als Beispiele neuester kartographischer 
Leistungen, zugleich im Interesse der mit diesen Studien beschäf- 
tigten Herren Kollegen, VogeFs grosse Karte des deutschen 
Reiches und die Originalarbeiten der jüngsten europäischen 
Kulturstaaten, Serbiens und Bulgariens, beschafit Die immer 
nur sehr beschränkte Bfichersammlung des Apparats bedurfte 
keiner Vermehrung, konnte dagegen eine kleine Reihe ent- 
behrlich gewordener Werke zu leichterer Benutzung an die 
Universitäts-Bibliothek überlassen. Die gesammten Anschaffungen 
des Jahres haben kaum über die Hälfte der dafür angewiesenen 
Mittel beansprucht und eine ähnliche Beschränkung des Bedürf- 
nisses ist für die nächste Zukuiift zu erwarten. Kiepert 

19. Der Apparat fAr Yorlesangen Ober neuere Knnstgesehidite. 

Der kunstwissenschaftliche Lehrapparat der Königlichen 
Universität ist in gewohnter Weise verwaltet worden. Die 
Bibliothek und das Anschauungsmaterial konnten, da die ver- 
fugbaren Mittel für die Anschaffung von Glasphotogrammen 
verwendet werden mussten, nicht vermehrt, die im vorigen 
Jahre abbestellten Abonnements auf wissenschaftliche Zeit- 
schriften noch nicht erneuert werden. Das ist um so be- 
dauerlicher, als schon seit Jahren die Apparatverwaltnng 
nicht in der Lage ist, wichtige Neuheiten auf dem Gebiete der 
modernen Kunstgeschichte zu erwerben, und die bestehenden 
grossen Lücken bei dem Unterrichte, besonders in den 
Uebungen, zumal bei der stätig steigenden Zuhörerzahl, sich 
immmer unerträglicher fühlbar machen. 



— 67 — 

An Geschenken gingen ein: Von dem Königlichen Enltus- 
ministerium das kostbare Dürerwerk Bd. 1 bis 3 ed. Dr. 
Fr. Lippmann, der fällige Jahrgang der internationalen 
chalkographischen Gesellschaft; von der Königlichen Haas- 
bibliothek Niccolini's Pompeji Lief. 124 bis 127 sowie eine 
grosse Anzahl von Abbildungen (meist Stiche) nach Werken 
der neuesten Kunst. 

Die Büchersammlung des Apparates ist im Laufe des ver- 
flossenen Etatsjahres von der Verwaltung der Königlichen 
Universitätsbibliothek katalogisirt worden. Bei dieser Ge- 
legenheit sind einige aus Schenkungen früherer Zeit herrührende 
und meist unvollständige Werke, die für den Apparat keine 
Bedeutung haben, der Königlichen Universitätsbibliothek ab- 
getreten und demäss im Kataloge gelöscht worden. 

Die Sammlung der Glasphotogramme ist im verflosseneu 
Jahre von 2370 auf 2800 Stück gewachsen. Die Bestellung 
resp. Anfertigung derselben ist nicht sowohl nach bestimmtem 
Plane, als vielmehr von Fall zu Fall, ^zur Befriedigung der 
bei den jeweiligen Vorlesungen der Docenten sich heraus- 
stellenden Bedürfnisse, erfolgt. Auch jetzt noch sind erhebliche 
Lücken, besonders auf dem Gebiete der frühmittelalterlichen 
deutschen Kunst und der Architektur aller Völker und Zeiten 
vorhanden, die allmählich ausgefüllt werden sollen. Für die 
Bergung dieser Sammlung ist ein neuer (der 5.) Schrank nötbig 
geworden, auch ist jetzt ein Sachverzeichniss (neben dem vor- 
handenen Zettelkatalog) und eine Neuaufstellung der Glasbilder, 
die auch dem Laien die schnellste Auffindung derselben er- 
möglicht, in Angriff genommen worden. 

Von den 430 Diapositiven, die im Laufe des vergangenen 
Etatsjahres, wie erwähnt, hinzugekommen sind , hat der 
Photograph Günther 170 Stück in bekannter Vorzüglichkeit ge- 
liefert. Der Umstand jedoch, dass der dafür zu zahlende Preis 
von 3 M. pro Bild zwar ein der Qualität entsprechender, 
mit Rücksicht auf die verfügbaren Mittel des Apparates, die 
mit seinen Bedürfnissen an Glasphotogrammen durchaus im 
Missverhältniss stehen, aber ein zu hoher ist, hat der Unter- 
zeichnete sich entschlossen, die Anfertigung der Diapositive 
selbst zu übernehmen. Allein dafür fehlte es zunächst an allen 
Hilfsmitteln. Erst im Laufe der Sommerferien konnten, zunächst 



— 68 — 

aus Privatmitteln, dann dank der Munificenz des Königlichen 
Eoltusministeriums, eine kleine Dunkelkammer in einem Seiten- 
raam der Universität und die ganze Einrichtung derselben, die 
nothwendigsten photographischen Apparate, die Chemikalien etc. 
für yerhältnissmässig geringe Kosten angeschafft und zu Beginn 
des Winterhalbjahres in Benutzung genommen werden. Die 
Herstellung der Diapositive ist keine leichte ; doch ist es ge- 
lungen, in kurzer Zeit und nach wenigen Versuchen, trotz 
der widrigen Beleuchtungsverhältnisse im Apparatlokale, wo. 
abgesehen von der ungünstigen Witterung des letzten Winters, 
vor Allem das Oberlicht fehlt, die Schwierigkeiten zu über- 
winden und Resultate zu erzielen, die jetzt den Vergleich mit 
den Erzeugnissen des Mheren Lieferanten aushalten können. 
260 Diapositive, unter Hinzurechnung der entsprechenden 
Negative also ö20 Platten, sind von der Apparatverwaltang 
während des Winters fertiggestellt worden. Dankbar an- 
zuerkennen ist, dass bei dieser ganzen Organisation, besonders 
bei der Beschaffimg ier Utensilien wie bei der Anfertigong 
der Glasbilder, der s. Z. mit der Beaufsichtigung des Lelir- 
materiales während der Apparatstunden beauftragte Student, 
Herr Carl Eohwaldt, mit grosser Intelligenz und ünermädlichkeit 
mitgewirkt hat. 

Die zu Anfang erhofften Vortheile treten nun, wo das neue 
photographische Institut einigermassen glatt fungirt, immer 
mehr zu Tage. Nicht nur dass jetzt eine beliebig grosse Anzahl 
von Glasbildern in jedem Format, in jeder Dichtigkeit und 
Farbe nach Bedürftiiss in kürzester Frist und ziemlich mähelos 
beschafft werden kann, ist die Erspamiss eine ganz bedeutende. 
Belaufen sich doch die Kosten für ein Diapositiv jetzt nur auf 
den 4. bis 5. Theil des früheren Preises. Allein von Anfang an ist 
vorgesehen worden, dass die Einrichtung auch den Studirenden. 
vornehmlich denen der Kunstgeschichte, zu Gute käme; nicht 
nur um die nöthigen Hilfskräfte für die Anfertigung der Glas- 
bilder zu gewinnen, sondern zumeist im Interesse der Studirenden 
selbst. Denen wird hier Gelegenheit geboten, einmal die 
photographisclie Technik überhaupt zu erlernen, sodann sich 
mit verhältnissmässig minimalen Kosten ein genügendes An- 
schauungsmaterial zn eigenem Gebrauche, sei es zum Stodiom. 
sei es zur Illustration ihrer wissenschaftlichen Arbeiten, zu 



— 69 — 

beschaffen. An dem von dem Unterzeichneten geleiteten 
photographischen Kursus während des Winterhalbjahres haben sich 
10 Herren (9 Kunsthistoriker und ein Student der christlichen 
Archäologie) betheiligt. Leider mussten mit Eücksicht auf 
den beschränkten Eaum und auf die geringen Mittel alle weiteren 
Gesuche um Zulassung zu diesen praktischen Uebungen, be- 
sonders von Angehörigen anderer Fakultäten, unberücksichtigt 
bleiben. 

Die seminaristischen Uebungen wurden im Sommersemester 
von 10, im Wintersemester von 25 Herren besucht, von denen 
die meisten auch bis zu Ende aushielten. Erklärt vmrden die 
Werke Michelozzo's und Donatello's nach Vorlagen und die 
Biographien Brunelleschi's nach der Ausgabe des Unter- 
zeichneten. Diese Uebungen finden zumeist im Apparatlokale 
statt, dessen Beleuchtung bisher eine unzulängliche war. Mit 
Rücksicht darauf haben Seine Magnificenz der Herr Rektor 
und der Senat der Königlichen Universität mit dankenswerthester 
Bereitwilligkeit die vorhandenen Lampen durch 9 zu 50 Vol. 
ersetzen bezw. vervollkommnen lassen. Carl Frey. 

20. Die klinischen Anstalten. 

A. Klinische Anstalten, welche für sich bestehen. 

a. Chirurgische Klinik und Poliklinik. 

Bei der seit dem 1. Oktober 1882 durch den Unterzeichneten 
geleiteten Klinik kamen im verflossenen Jahre folgende Per- 
sonalveränderungen vor. Der bisherige Oberarzt, Privatdocent 
Dr. Schlange, und der dritte Assistenzarzt, Privatdocent 
Dr. Schimmelbach, schieden aus ihren Stellungen aus. Dafür 
traten neu ein die Herren Dr. Rindfleisch und Dr. Dünsch- 
mann. Die Leitung der Poliklinik, in Vertretung des Direktors, 
fibemahm als erster Assistenzarzt Herr Dr. Nasse. Die übrigen 
Assistenten verblieben in ihren Stellungen. Von den Assistenten 
werden sechs von der Klinik angestellt, als siebenter fungirt 
der zur Klinik kommandirte Stabsarzt Dr. Geissler. 

Aus dem Vorjahre sind in der Klinik 163 Patienten über- 
nommen worden. Im Laufe des Jahres w^urden 1884 Patienten 
neu aufgenommen und im Ganzen 55 385 Verpflegungstage 
absorbirt. 

5 



— 70 — 

Von diesen Patienteu starben im Laufe des Jahres 172, 
entlassen worden 1711, demnach blieb für das nächste Jahr ein 
Bestand von 164 Patienten. 

Auf 8 Stationen wird die Pflege der Kranken dnreh 
Schwestern des Victoriahanses und auf 3 Stationen durch 
Wärter bezw. Wärterinnen ausgeübt. 

In der Poliklinik wurden im Laufe des Jahres 19 898 Kranke 
behandelt. v. Bergmann. 

b. Medlziitoolie PollMiilk. 

In dem Personal der Universitäts-Poliklinik ist eine Ver- 
änderung durch den am 1. April erfolgten Abgang des bis- 
herigen ersten Assistenten Dr. Gast eingetreten. An seine 
Stelle trat der bisherige zweite Assistent, Privatdocent Dr. 
Hosenheim, während die beiden anderen Assistenten Dr. Laves 
und Dr. Kirstein in die freigewordene 2. bezw. 3. Assistenten- 
steile aufrückten. Als 4. (klinischer) Assistent wurde der bis- 
herige Volontär-Assistent Dr. Heinrich Eosin angestellt und 
als Volontär-Assistent trat Dr. Fritz Frankenhäuser ein. 

Die Zahl der neu aufgenommnen Kranken betrag in dem 

Berichtsjahre : 

Männer 4 760 

Weiber 4489 

Kinder 2 934 



zusammen 12 183 

Die Vorlesungen und Kurse sind in derselben Weise wie 
in dem vorigen Berichtsjahre abgehalten worden 
Die Zahl der Zuhörer der Poliklinik betrug im 

Sommer 1894 Winter 1894/5 
Praktikanten: 45 77 

Hospitanten: 9 9 

Aerzte: 6 11 



znsammen 60 97 

Wissenschaftliche Arbeiten sind aus dem Institut hervor- 
gegangen: 

H. Senator: 1. Ein Fall von sog. amyotrophischer Lateral- 
sklerose. Deutsche med. Wochenschrift 1894. 
No. 20. 



- 71 - 

2. lieber hereditäre Atoxie (Friedreich'sche Krank- 
heit). Berliner klin. Wochenschr. 1894. 

3. Ein Fall von wiederholtem Kothbrechen etc. 
Oharitö-Annalen 1894. 

4. Ueber Wassersucht bei Nierenkrankheiten. Ber- 
liner klin. Wochenschr. 1895 No. 12. 

Privatdocent Dr. Rosenheim: 1. Zur Diagnose der Pylorustu- 

moren Deutsche med. Wochen- 
schr. 1894 No. 30. 

2. Ueber neuere Behandlungsme- 
thoden chron. Krankheiten des 
Magens und Darms. Berliner 
klin. Wochenschr. 1894, Mai. 

3. Ueber einen bemerkenswerthen 
Fall von Gastritis gravis. Ber- 
liner klin. Wochenschr. 1894 
No. 39. 

4. Ueber das Verhalten der Ma- 
genfunktion nach Ausführung 
derGastroenterostomie. Dtsch. 
med. Wochenschr. 1894 No. 50. 

5. Ueber die Chirurg. Behandlung 
der Magenkrankheiten. Dtsch. 
medizin. Wochenschrift 1895 
No. 1—3. 

6. Ueber Oesophagoscopie. Berl. 
klin. Wochenschr. 1895 No. 13. 



Dr. N. Savelieff: 1. Ueber das Vorkommen von Aceton im 

Mageninhalt. Berliner klin. Wochenschrift 
1894 No. 40. 

2. Ueber die Behandlung des Magenge- 
schwürs etc. Therap. Monatshefte 1894 
No. 10. 

Dissertationen. 

1. M. Binkin; Ueber das Verbalten des Cirkulationsapparats 

bei Diabetes mellitus. Berlin 1894. 

5* 



" 72 - 

2. M. Fridmann: Beiträge zur Kenntniss des Spasmus natans. 

Berlin 1894. 

3. K. Thümel: üeber Icterus in der Frühperiode der Syphilis, 

Berlin 1894. 

4. TL Janssen: üeber Muskelatrophien bei GrelenkaffektioneiL 

Berlin 1894. 

5. G. Freudenreich: üeber Fieber und fieberhafte Kompli- 

kationen bei pemiciöser Anämie und 
Leukämie. Berlin 1895. 

Prof. H. Senator. 

0) Uiiiversitits- Klinik ffir Angeakruke 

Poliklinik . . . 10994 Patienten, 
davon kamen zur Anfiiahme 
Männer 399, 
Frauen und Kinder 565. 

Arbeiten: 

Geh. Rath Schweigger: 1. Die Erfolge der Schieloperation. 

Knapp und Schweigger's Archiv 
für Augenheilkunde, Bd. XXX. 
2. ZumAccommodations-Mechanismus. 

Arch. f. Augenheilk., Bd. XXX. 
Dr. Silex: 1. Bericht tiber die augenärztliche Untersuchung der 

Zöglinge des Waisenhauses zu Rumnielsburg. Berl. 
Communalblatt, 1895. 
2 üeber Blennorrhoea neonatorum. Zeitschrift für 
Geburtshülfe und Gynäkologie, Bd. XXXI. 1 

3. üeber Augensyphilis. Zeitschrift £ Dermatologie, 
Jahrg. I. 

4. üeber das Sehvermögen der Eisenbahnbeaiiiten 
Monographie. Berlin 1895. 

Dr.Greelf: l.Die Retina der Wirbelthiere. Nach Arbeiten von 

R. y Coyal. Wiesbaden 1895. 
2. Die Spinnenzellen im Sehnerven und in der Re- 
tina, Verhandl. der physiol. Gesellschaft zu Berlin 
und Aixh. f. Augenheilkunde, Bd. XXXI. 
Dr. Abelsdorff: üeber die Erkennbarkeit des Sehpurpurs 

von Abramis Brama mit Hülfe des Augen- 



— 73 — 

spiegeis. Sitzungsbericht der Akademie der 
Wissenschaften vom 4. April 1895. 

Dissertationen: 

1. S. Domingo: Ueber angeborene Hornhauttrübungen. 

2. Rauschke: Ueber zwei Fälle von entzündlichem Ex- 

ophthalmus mit todtlichem Ausgange. 

3. Stormann: Ueber Entzündungen, insbesondere Augen- 

entzündungen, hervorgerufen durch Raupen- 
haare. 

4. Kahle; Ueber zwei Fälle von Tuberculosis conjunctivae. 

Prof. Dr. Schweigger. 

d) Klinisches Institut für Frauenkraniclielten und GeburtsbOlfe. 

« 

Bauliche Veränderungen fanden in diesem Jahre nicht statt. 
Der im Jahre 1893 neu erbaute klinische Hörsaal bewährte 
sich in seiner ganzen Anlage recht gut. 

Oberarzt der Künik blieb Professor . Dr. Winter; ana- 
tomischer Assistent Dr. Gebhard, welcher sich in diesem 
Jahre als Privatdocent fiir Gynäkologie habilitirte. 

Klinische Assistenten waren Dr. Koblanck, Dr. Heuck, 
Dr. Matthaei, Dr. Gessner, Dr. Knorr. 

In der Klinik kamen 1025 Geburten vor. 

1034 gynäkologische Kranke fanden in der Klinik Aufnahme 

Ambulatorisch wurden behandelt 4461 neue Kranke, zu 
denen etwa die doppelte Zahl solcher Kranken hinzutritt, 
welche schon in früheren Jahren behandelt wurden und von 
Neuem in Behandlung traten. 

Die geburtshülfliche Poliklinik leitete 2632 Geburten und 
Aborte. 

An Operationen wurden in der Klinik ausgeführt: 432, 
darunter waren 242 Laparotomieen und 65 vaginale Uterus- 
exstirpationen 

Die Zahl der ausgeführten Sectionen betrug 140; darunter 
betrafen 58 Kinderleichen, welche grössten Theils aus der Poli- 
klinik stammten. 

Vorlesungen hielten in den Räumen der Klinik, ausser dem 



— 74 — 

Direktor, der Prof. extraord. Dr. Winter und die Privatdozenten 
Prof. Dr. Veit und Dr. Gebhard. 

Ausserdem fanden in jedem Semester Untersuchungs- and 
Operationskurse für Studirende, sowie in den Oster- und Herbst- 
ferien fiir Aerzte statt. 

Die Zahl der Studirenden, welche die Klinik besuchten, be- 
trug einschliesslich 28 bis 30 Studirender der militärärztlichen 
Akademie, im Sommersemester 1894: 184, im Wintersemester 
1894 — 95: 208. Ausserdem waren gegen 150 Aerzte mehr oder 
weniger lange in den klinischen Vorlesungen und bei Operationen 
anwesend. 

Nachstehende Arbeiten, welche sich auf das Material der 
Klinik stützen, wurden im Laufe des Jahres publicirt: 

1. Olshausen: Spontane Geburt; prophylaktische Wendung. 

Symphyseotomie. Cbl. f. Gyn. 1894, No. 36. 

2. Derselbe: lieber den ersten Schrei. Berlin. EQin. Wochen- 

schrift 1894, No. 48. 

3. Derselbe: Zur intrauterinen Therapie. Berl. Klin. Wochen- 

schrift 1894, No. 50. 

4. Derselbe: Ueber Exstirpation der Vagina. Cbl. für Gyn. 

1895, No. 1. 

5. Winter: Die Laparotomie beim Uteruskrebs. Ztschr. im* 

Gebh. u. Gyn. XXIX., p. 510. 

6. Gebhard: Ein Fall von traumatischem Hämatothorax beim 

Neugeborenen. Ztschr. f. Gebh. u. Gyn XXX., p. 402. 

7. Matthaei: Zwei Fälle von centralem Dammriss. D. med. 

Wochenschr. 1894, p,417. 

8. Derselbe: Ueber Resektion der Ovarien. Ztschr. f. Gebh. 

u. Gyn. XXXI., p. 345. 

9. Kallmorgen: Ueber die Dauererfolge der Hydrastinin- 

behandlung. Ztschr. f. Gebh. u. Gyn. XXIX., p. 282. 

10. Koblanck: Zur Prognose der Schwangerschaftsnephritis. 

Ztschr. f. Geb. u. Gyn. XXIX., p. 268. 

11. Schaller: Ueber Vagitus uterinus. Ztschr. f. Gebh. u. Gyn. 

XXX., p. 358. 

Femer folgende Dissertationen: 

Otto Abraham: Ueber den Erfolg der künstlichen Frähgebnrt 
21. XII. 1894. 



- 75 — 

Ed. Ihm: Beitrag zm* manuellen Umwandlung der Gesicktslage 

in Hinterhaaptlage. 2. m. 189ö. 
Emil Graetz: Blutungen als diagnostisches Hilfsmittel in der 

Gynäkologie. 8. 11. 1895. 
Richard Wolff: Ueber das Flimmerepithel der Uterus-Schleim- 
haut. 15. III. 1895. 

Der Direktor 
Dr. R Olshausen. 

e. Kllirik md Polikltelli fir OhrenliraikMtaB. 

Im Jahre 1894/95 wurden in der Klinik 214 Kranke mit 
8340 Behandlungstagen, in der Poliklinik 7118 Kranke behandelt. 

Ueber die im Berichtsjahre zur Ausführung gelangten 
Operationen, sowie über die Frequenz der Studirenden wird 
im klinischen Jahrbuch für 1894/95 berichtet werden. 

Bei dem ärztlichen Personal der Anstalt ist keine Aenderung 
eingetreten. 

Veröffentlichungen im Berichtsjahre 1894/95: 

1. Lucae: „Ueber einige wesentliche Verbesserungen 
meiner federnden Drucksonde und deren therapeutische 
Anwendung bei gewissen Formen chronischer Hör- 
störungen." Berliner klinische Wochenschr., XKXI. Jahr- 
gang, S. 374. 

2. Jansen: „Die Erfahrungen über Sinustrombose während 
des Jahres 1893 in der Klinik des Herrn Geheimrath 
Lucae". Vortrag, gehalten auf der dritten Versamm- 
lung der Deutschen otolog. Gesellschaft am 12. und 
13. Mai zu Bonn. (Referat im Arch. für Ohrenheilk. 
Bd. 37.) 

3. Derselbe: „Einige Beobachtungen über cerebrale Compli- 
kationen bei Mittelohreiterungen". Vortrag, ebendaselbst 
gehalten. (Rfir. a. a. 0.) 

Der Direktor Dr. Lucae. 

f. Unlversltits-Pollklliiili fOr Htls- Md Naseokranke. 

In dem Personal ist keine Veränderung eingetreten. Der 
Zugang an Kranken betrug 3003. In Folge der Errichtung der 
Klinik für Hals- und Nasenkranke in dem Königl. Charite- 



— 76 — 

Krankenhause, deren Leitung dem Unterzeichneten übertragen 
wurde, ist eine Veränderung der Vorlesungen eingeführt worden. 
Es wird dreimal wöchentlich „Klinik der Krankheiten des Kehl- 
kopfs, Schlundkopfs und der Nase^' gehalten, welche zwehnal in 
der Charit^ und einmal in der Poliklinik stattfindet, so dass der 
Krankenbestand sowohl der Klinik, wie der Poliklinik ftr diese 
Vorlesung benutzt werden kann. £benso wird für die Korse 
in den betreffenden Untersuchungs-Methoden Klinik und Poli- 
klinik, vorwiegend aber die Poliklinik, benutzt, während die 
praktischen Uebungen für Fortgeschrittenere ausschliesslich in 
der Poliklinik statthaben. Prof. B. Fränkel. 



g. Ulliversit&to-Polikliilik fOr orttiopädlsohe Chirurgie. 

Bezüglich der bereits im vorjährigen Bericht erwähnten Frage 
der Anstellung besoldeter Assistenten ist noch keine Aendernng 
eingetreten* Die in jenem Bericht genannten vier freiwilligen 
Assistenzärzte haben ihre Thätigkeit wie bisher beibehalten. 

Der Zugang an Kranken betrug 1386. 

Veröffentlichungen im Betriebsjahr: 

1) 0. Joachimsthal: Ueber die Einwirkung der Suspension 
am Kopfe auf den Kreislauf, v. Langenbeck's Archiv 
für klinische Chirurgie. 49. Band. 

2) W. J. Cowl und G. Joachimsthal: Ueber die Ein- 
wirkung einer auf die Wirbelsäule ausgeübten Extension 
auf den Blutdruck. Centralblatt für Physiologie. 1895. 24. 

3) Joachimsthal: Ueber Anpassungsverhältnisse des 
Körpers bei Lähmnngszuständen an den unteren Glied- 
massen. Virchow's Archiv. 139. Band. 

4) Inaugural - Dissertation von 6. Landä. Zur Therapie 
der Scoliose. Berlin 1895. 

Der Direktor 
Prof. Dr. Julius Wolf f. 



Ii. Das zaliB&rztilche Institut 

In dem Personal, welches an dem zahnärztlichen Institut 
angestellt ist, sind während des betreffenden Jahres folgende 
Veränderungen eingetreten: 



— 77 — 

An Stelle des ausscheidendeu Assistenten Heimann Benrath 
wurde der Zahnarzt Jacob Schmidt auf ein Jahr angestellt. 

Stndirende der Zahnheilkunde waren an der hiesigen 
Universität immatrikulirt: 

während des Sommer-Semesters 1894 .... 126, 
„ ' „ Winter- „ 1894/95 ... 135. 

Das zahnärztliche Staatsexamen bestanden: 
während des Sommer-Semesters 1894 .... 29, 
„ ' „ Winter „ 1894/95 ... 13. 

Auf den drei Abtheilungen, aus welchen das Institut besteht, 
gestaltete sich die Thätigkeit im letztvergangenen Jahre 
folgendermassen (Tabelle 1, 2 und 3). 

An Uterarischen Leistungen wurden in dem Berichtsjahr von 
den Lehrern und Assistenten des Instituts folgende Arbeiten 
geliefert : 

Professor Dr. Busch: lieber die Schädelbildung bei niederen 

Menschenrassen. Verhandlungen der 
Deutschen odontologischen Gesell- 
schaft. Bd. VI Heft 1. 
Derselbe: Bericht über die zehnjährige Thätig- 

keit auf dem zahnährztlichen Institut 
der hiesigen Königlichen Universität. 
Ebendas. Heft 3. 
Derselbe: Die Extraction der Zähne, ihre Tech- 

nik und Indikations-Stellung mit Ein- 
schluss der Betäubung. Berlin 1894, 
Verlag von August Hirschwald. 
Professor Dr, Miller: Einleitung zum Studium der Bacterio- 

Pathologie der Zahnpulpa. Ebendas. 
Heft 2. 
Prof. Dr. Warnekros: Die Therapie der anomalen Zahn- 
stellungen. Ebendas. Heft 1. 
Zahnarzt Benrafh:. Inwieweit sind wir berechtigt, in der 

Narkose mit Stickstoffoxydul eine 
Gefahr für den Patienten zu sehen 
und wie ist dieselbe zu beseitigen. 
Ebendas. Heft 2. 

Der Direktor. 
Professor Dr. Busch. 



78 — 



Tabelle i. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahr 1894/95 in der Poliklinik für Zahn- und Mood- 

krankheiten anBgefibten Thätigkeit 







Die Poliklinik 


Von diesen PatieDtes 


•Tahr 


MonaL 


wurde aafgesacht von 


wurde bei folgesdei 


1/ Okl&A • 


JMM, V U C» V* 


folgender Zahl von 


Zahlen die Betiaboog 






Patienten. 


eingeleitet 


1894 


April 


974 


193 


- 


Mai 


845 


141 


- 


Juni 


1093 


181 


- 


Juli 


1052 


187 


- 


August . . . . 


141 


16 


- 


September . . 


454 


65 


- 


Oktober. . . . 


1067 


154 


* 


November . . 


944 


137 


- 


Dezember . . 


466 


68 


1895 


Januar . . . . 


876 


87 


- 


Februar . . . 


850 


72 


- 


März 


858 


69 




Summe 


9620 


1370 



Da somit von sämmtlichen 9620 Patienten, welche die 
Poliklinik zum Zwecke der Entfernung kranker Zähne oderza 
anderen chirurgischen Eingriflfen aufsuchten, 1370 betäubt 
wurden, um bei der Operation keinen Schmerz zu habeot so 
fand die Betäubung in 14,2 Prozent sämmtlicher Fälle statt. 
Etwa Vfi der die Betäubung verlangenden Patienten waren 
weiblichen Geschlechts. 



- 79 - 



Tabelle 2. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahr 1894/95 auf der Abtheilung für konservireude 
Zahnheilkunde ausgeführten Zahnfüllungen. 



Jahr. 


Monat 


1 

Gold- Zinngold- 


Amalgam- 


Cement- 


Provi- 
sorische 


F tt 1 1 u n g e n. 


1894 

• 

1895 


April 

Mai 

Juni 

Juli ...... 

August . . . . 

September . . 
Oktober. . . . 

November . . 
Dezember . . 
Januar . . . . 

Februar. . . . 

März 


219 
175 
273 
615 
27 
68 
166 
191 
111 
190 
239 
239 


40 
22 
60 
73 
6 
6 

23 
23 
19 
44 
29 
57 


213 
202 
303 
335 
21 
85 
218 
186 
121 
224 
185 
210 


196 
162 
232 
230 
29 
104 
244 
192 
191 
198 
185 
223 


59 
47 

112 
97 
12 
33 
34 

KJO 
54 
97 

109 
58 




* Summe 


2513 


402 


2303 


2186 


812 



Alles zusammen wurden somit 8216 Füllungen ausgeführt, 
um kranke Zähne vor der fortschreitenden Verderbniss zu 
schätzen. 



80 — 



Tabelle 3. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahre 1894/95 im zahnärztlichen Institut der 
Königlichen Universität Berlin in der Abtheilong für Zahnersatz 

angefertigten Zahnersatzstücke. 



Jahr. 


Monat. 


Oanze Gebisse. 


Ober- resp. Unter- ! 

Stucke mit 10 bis 14 

Zälinen. ; 


Partielle StUcke 
mit 1 bis 9 Zähnen. 


* 

S 

2 

o 

3 

© 


Stiilzlbne. 


© 

a 

»mm 

o 

s 

s 


Verscbiussplatten 

rosp. Kanülen 
fUr den Oberkiefer. 


Bcmer- 
koBgeo 


1894 


April. . . 


10 


23 


44 


1 


2 








- 


Mai . . . 


10 


21 


34 




' 




— 




- 


Jnni . . . 


15 


19 


37 




2 


1 


2 




- 


Juli . . . 


16 


25 


46 


1 


2 


5 


1 




- 


August . 


1 


7 


, 11 


1 


1 


1 






* 


September 


2 


9 


, 19 




— 









- 


Oktober . 


10 


41 


38 


2 


1 


3 


I 2 




- 


November 


8 


28 


26 


2 


1 


1 


1 

1 




- 


Dezember 


14 


11 


28 


1 


5 









1895 


Januar. . 


9 


29 


34 




2 


1 


1 




- 


Februar . 


7 


19 


27 




5 


1 


1 

1 """ 




- 


März . . . 
Sa. 


11 


18 


31 




9 


1 








113 


250 


375 


8 


30 

1 


14 

1 


' 6 

1 





AnmerkODg: Unter den partiellen Stücken worden 4 ans Gold ge- 
fertigt. 

Ausserdem wnrden 5 Kronen und Brückenarbeiten sowie 
2 Resektionsstücke angefertigt. 

Von den neu hinzugetretenen Studirenden wurden 118 par- 
tielle Metallstücke, 22 Stiftzähne, 10 Kronen und Brücken- 
arbeiten, 21 ganze Gebisse und 96 partielle Stücke in 
Kautschuck zur Uebung angefertigt 



— 81 — 

B. Mit dem Charit^-Erankenhanse in Verbindnng 

stehende klinische Institute. 

Die von den Direktoren der mit dem Charite-Krankenhause 
in Verbindnng stehenden klinischen Institute: 

a. Erste medizinische Klinik, 

b. Zweite medizinische Klinik, 

c. Dritte medizinische Klinik, 

d. Chirurgische Klinik, 

^ e. Gynäkologische Klinik, 

f. Gynäkologische Poliklinik, 

g. Geburtshälfliche Klinik, 

h. Gebmlshülfliche Poliklinik, 

i. KUnik für syphilitische Krankheiten, 

k. Klinik für Hautkrankheiten, 

1. Klinik für Kinderkrankheiten, 

m. Poliklinik für Kinderkrankheiten, 

n. Klinik flir psychische und Nervenkrankheiten, 

o. Klinik für Hals- und Nasenkrankheiten, 

p. Klinik fiir Ohrenkrankheiten 
erstatteten Berichte sind in dem klinischen Jahrbuche 1894/95 
veröflFentlicht. 

21. Das erste anatomische Instltat. 

Personal-Veränderungen sind im Jahre 1894/95 nicht vor- 
gekommen. 

Vorlesungen und üebungskurse. 

Sommer-Semester 1894. 
I. Anstalts-Vorstand Prof. Dr. Waldeyer: 

1. Oeffentlich: Anatomie der Hernien (223 Hörer). 

2. Privatim: Topographische Anatomie (118 Hörer). 

3. „ (mit Prof. H. Virchow) mikroskopischer 
Uebungskursus (103 Theilnehmer). 

II. Erster Prosektor Prof. H. Virchow: 

1. Privatim (mit Professor Waldeyer): Mikroskopischer 
Uebungskursus (103 Theilnehmer). 

2. Privatim: Osteologie und Syndesmologie (120 Hörer). 

m. Prof. W. Krause: 
Oeffentlich: Anatomie der Menschenrassen nebst kranio- 
logischen Uebungen. (70 Hörer). 



— 82 — 

Wintersemester 1894/95. 

I. Prof. Waldeyer: 

1. OefFentlich: Nervenlehre (539 Hörer). 

2. Privatim: Systematische Anatomie (328 Hörer). 

n. Erster Prosektor Prof. H. Virchow: 
Privatim: Osteologie und Syndesmologie (167 Hörer). 

in. Prof. W. Krause: 
Oeifentlich: Geschichte der Anatomie (12 Hörer). 
An den Präparir-Üebungen, welche vom Anstalts- Vorstande, 
den beiden Prosektoren und Prof. W. Krause geleitet wurden, 
nahmen theil 526 Praktikanten (einschliesslich der Studirenden 
der militärärztlichen Bildungsanstalten (etwa 130) und der 
Zahnheilkunde (etwa 30). Auf jeden Praktikanten kamen 
7—8 Präparate. 

Ausserdem waren beim Unterrichte auf dem Präparirsaale 
thätig die Herren Assistenten Dr. Dr. Jablonowski und 
Sobotta, die Herren Stabsärzte Dr. Dr. Müller und Enge, 
die Herren Volontär - Assistenten Hein, Helm, Hinze, 
Friedeberg und Dr. Frohse und die Herren Demonstratoren, 
Dr. Brühl, v. Bardeleben, Habrecht, Schnitzer, Ln- 
bowski, Thedinga und Jahn. 

Für pie Vermehrung der Sammlung sorgten ausser dem 
Unterzeichneten insbesondere die Herren H. Virchow, 
Brösike, Jablonowski, Hein, Sobotta und Frohse. Neu 
aufgestellt wurden 200 Präparate. 

An Geschenken liefen ein: eine Anzahl werthvoUer mikro- 
skopischer Präparate und 8 Durchschnitte eines erhärteten Ge- 
hirns von Prof Dr. v. Brunn (Rostock), mehrere Schädel und 
ausgezeichnet konservirte Gehirne von AiFen und Anthropoiden 
von Prof Dr. Sei enka (Erlangen), eine- Anzahl mikroskopischer 
Präparate der menschlichen Netzhaut von Prof Dr. Dogiel 
(Tomsk), mehrere Embryonen, von den Herren Oberstabsarzt 
Dr. Tiemann (Potsdam), Dr. Abel und Dr. Nagel, Dr. Buhe- 
mann und Dr. Dührssen, ferner verschiedene Bücher vom 
Unterzeichneten. 

Die 1. anatomische Anstalt betheiligte sich an der Be- 
schickung der Welt-Ausstellung in ( 'hicago dadurch, dass ein- 
mal eine Anzahl Präparate, die zum Theil von den HerreD 



- 83 — 

Dr. Frohse, Hein und Präparator Wickersheimer neu an- 
gefertigt waren, eingeschickt wurden, und dass sie ferner die 
Versendung und Bücksendung der aus ganz Deutschland ein- 
gegangenen anatomischen Sachen grossentheils übernahm; ins- 
besondere ist hierbei der IT. Prosektor Herr Dr. Br ösike thätig 
gewesen. Prof. H. Virchow hat zur Zeit in Chicago selbst 
die Aufstellung der Anatomica geleitet. 

An wissenschaftlichen Arbeiten gingen aus der 

Anstalt hervor: 

a) vom Unterzeichneten und aus dessen und W. Krause's 
Laboratoriums- AbtheUung (8 Laboranten): 

1. Ueber Negergehirne, Berichte der Königl. Preuss. 
Akademie der Wissenschaften 1894. 

2. Dr. Kalischer: Ueber die Nerven der Harnblase, 
des Uterus und der Vagina, Ebend. 

3. Dr. Gerota: Der anorectale Lymphapparat. Ebend. 
1895. 

4. Dr. Frohse: Die oberfl. Kopfherven. Berlin 1895. 
Dissert. inaug. kl. Fol. mit 8 Tafeln (auch selbst- 
ständig erschienen im Verlage von Karger, Berlin). 

b) Aus der Laboratoriums - Abtheilung von Professor H. 
Virchow (7 Laboranten): 

1. H. Virchow: Dottersyncytium und Keimhautrand 
der Salmoniden. Anat. Anzeiger, 1894. 

2. Dr. Fülleborn: Die AUantois des Huhnes, Diss. 
inaug. Berlin 1895. 

3. Dr. Fülleborn: Wissenschaftlicher Bericht über eine 
Reise nach Nordamerika zur Untersuchung der Ent- 
wicklung von Amia, Lepidosteus und Necturus. 
Sitzungsbericht der K, Pr. Akad. der Wissenschaften 
Oktober 1894. 

4. Dr. Ziegenhagen: Ueber Fischaugen, Diss. inaug. 
Berlin, 1895. 

5. Dr. Ziegenhagen: Ueber Gefässentwicklung bei 
Salmoniden. Anat. Anzeiger, 1894. 

c) Von Professor W. Krause: 

1. Die Betina der Säugethiere und des Menschen. 
Internationale Monatschr. f. Anatomie, 1895 Bd. XII. 



— 84 - 

2. Ein Reise-Mikroskop aas Alaminium. Ebend. 1894. 
Bd. XI, und Zeitschr. für Ethnol. Bd. XXV, 1894. 

3. Pithekanthropns erectus Dubois. Zeitschr. f. Etknol. 
Bd. XXVI, 1895. 

4. Bericht über die Leistungen in der Anatomie nnd 
Histologie für 1893 (Jahresbericht, herausgegeben von 
R. Virchow und Gurlt). 

d) Von Dr. Sobotta; 

1. Ueber Mesoderro, Herz, Gefäss- undBIutbildung 
bei Salmoniden. Anat. Anzeiger j 1894. (Verhandl. 
d. anat. Gesellschaft, 1894). 

2. Die Entwicklung der Vorniere der Salmoniden. 
Ebend. 1894. 

3. üeber die Bildung des Corpus luteum bei der Maos. 
Ebend. 1895. 

4. Bericht über die Leistungen in der Anatomie^ 
und Entwicklungs-Geschichte für 1893 (Jahresbericht 
herausgegeben von B. Virchow und Gurlt). 

e) Von Dr. Brösike: 

L Die vierte Auflage seines Lehrbuches: Knrsos der 
Anatomie des Menschen. Berlin 1894. 

2. Der menschliche Körper. Handbuch der Anatomie 
und Gesundheitslehre für Turnlehrer. Berlin 1814. 

In der 1. anatomischen Anstalt wurden femer abgehalten: 

1. Zwei Operations -Uebungskurse für Studirende von deo 
Hen'en Professoren Dr. A. v. Bardeleben und Dr. 
Y. Bergmann (Sommersemester 1894). 

2. Drei Operations-Uebungskurse für Militärärzte, während 
der Oster- und Herbstferien von den Herren v. Barde- 
leben und y. Bergmann. 

3. Drei anatomische Uebungskurse für Militärärzte vom 
Unterzeichneten und Prof. Dr. H. Virchow. 

4. Ein Theil der anatomischen und zahnärztlichen Staats- 
prüfungen vom Unterzeichneten, sowie die akiurgisehen 
Staatsprüfungen von den Herren Professoren Dr Dr. 
V. Bardeleben, v. Bergmann, R. Köhler und Dr. 
Schlange. 



— 85 — 

Die Hilfsmittel der Anstalt wurden wie bisher vielfach 
von hiesigen und auswärtigen Dozenten und Aerzten in An- 
spruch genommen. 

Der Direktor der ersten anatomischen Anstalt. 

Dr. Waldeyer. 



22. Das zweite anatomische Institut. 

Das im vorausgegangenen Etatsjahr im Eohbau feritg ge- 
stellte Dienerwohngebäude ist im Oktober 1894 vom Prä- 
parator des Instituts Kühne und vom Heizer Franzke bezogen 
worden. Eine Assistentenwohnung, welche im Dachgeschoss 
desselben Gebäudes mit eingerichtet worden ist, steht augen- 
blicklich noch unbenutzt. 

Im Personenbestand des Instituts sind keine Veränderungen 
eingetreten, dagegen macht sich immer mehr das Bedürfniss 
geltend, dass neben dem ersten noch ein zweiter Assistent an- 
gestellt werde, da die Arbeitsleistung eines einzigen zur Unter- 
stützung der mit eigenen Untersuchungen im Laboratorium be- 
schäftigten Praktikanten sowie der an den mikroskopischen 
und embryologischen Uebungen Theil nehmenden Studirenden, 
femer zur Vorbereitung der Kurse, kaum ausreicht. 

- Während des Sommerseraesters 1894 wurden folgende Vor- 
lesungen und Uebungen von dem Endes-Unterzeichneten ab- 
gehalten : 

1) Allgemeine Anatomie (221 Zuhörer). 

2) Ent\^dcklungsgeschichte des Menschen und der Wirbel- 
thiere (139 Zuhörer). 

3) Die Zelle und ihr Leben, 1 Mal wöchentlich publice. 

4) Mikroskopischer Kursus (78 Theilnehmer). 

5) Embryologische Uebungen (17 Theilnehmer). 

Im Wintersemester wurde gelesen: 
}) Vergleichende Anatomie (98 Zuhörer). 

2) Nervensystem und Sinnesorgane im Thierreich (publice). 

3) Embryologische Uebungen (28 Theilnehmer). 

Mit wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigten sich im La- 
boratorium während des Sommersemesters 6, während des 

Wintersemesters 10 Herren. 

6 



— Be- 
im Etatsjahre 1894/95 sind aus dem zweiten anatomischen 
Institut folgende wissenschaftliche Arbeiten hervorgegangen: 

1) Oscar Hertwig. Ueber den Einfluss äusserer Be- 
dingungen auf die Entwicklung des Froscheies. Sitzungsber. 
der Berliner Akademie. 1894, 5. April. 

2) Derselbe. Praeformation oder Epigenese? Qnmdzflge 
einer Entwicklungstheorie der Organismen. 1. Heft der Zeit- 
und Streitfragen der Biologie. 1894. 

3) Derselbe. Neuere Experimente über das Regenerations- 
und Gestaltungsvermögen der Organismen. Berliner khnische 
Wochenschrift und naturwissenschaftliche Wochenschrift. 1894. 
No. 50. 

4) Derselbe. Beiträge zur experimentellen Morphologie 
und Entwicklungsgeschichte. I. Die Entwicklung des Froscheies 
unter dem Einfluss schwächerer und stärkerer Kochsalzlösmigen. 
Arch. f. mikroskop. Anatomie. Bd. 44. 

5. Dr. Kopsch, Assistent des Instituts. Oberflächenbilder 
des sich entwickelnden Forellenkeims. Verhandl. der anat. Ge- 
sellsch. Strassburg 1894. 

6. Derselbe. Die Zellenbewegungen während des Gastru- 
lationsprozesses an den Eiern vom Axolotl und vom braunen 
Grasfrosch. Sitzungsber. der Gesellsch. naturforsch. Freunde. 
Berlin 1895. 

7. Dr. Henneberg. Prosektor der Anatomie in Giessen. 
Beiträge zur Entwicklungsgeschichte des Unterkiefers beim 
Menschen. (Dissertation.) 

8) Dr. Martin Jacoby. Ein Beitrag zur Kenntniss des 
menschlichen Primordialcraniums. Arch. f. mikrosk. Anatomie. 
Bd. 44. 

9) Dr. C, S. Engel. Die Blutkörperchen im bebruteten 
Hühnerei. Arch. f. mikrosk. Anatomie. Bd. 44. 

10) Dr. Luigi Sala. Privatdocent in Pavia. Experimen- 
telle Untersuchungen über die Reifung und Befruchtung der 
Eier l)ei Ascaris megalocephala. Arch, f. mikrosk. Anatomie. 
13d. 44. 

11) Dr. Zondek. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der 
Gehörknöchelchen. Arch. f. mikrosk. Anatomie. Bd. 44. 

12) AlbrechtBetha. Studien über das Centralnervensystem 



— 87 — 

von Carcinus maenas nebstAngaben über ein neues Verfahren der 
Methvlenblanflxation Arch. f. mikrask. Anatomie. Bd. 44. 

13. Dr. Jankelowitz. Zur Entwicklung der Bauchspeichel- 
drüse. Inauguraldissertation. 

Professor Oscar Hertwig. 
Director des ü. anatomischen Instituts 



23. Bas physiologisehe Institut. 

Während des Rechnungsjahres fanden bei dem Institut 
folgende Personalveränderungen statt. 

Der Assistent der mikroskopisch - biologischen Abtheilung, 
Herr Privatdocent Dr. Ben da, hat am 1. Oktober das Institut 
verlassen. Diese Stelle ist noch nicht wieder ausgefüllt. 

Der Vorsteher der chemischen Abtheilung, Herr Professor 
Albrecht Eossei, ist am 31. März einem Buf als ordentlicher 
Professor nach Marburg gefolgt. 

Der erste Assistent bei derselben Abtheilung, Herr Dr. 
Martin Krüger hat am 31. Januar seine Stellung autgegeben. 
In diese ist der zweite Assistent, Herr Dr. Albert Neumann, 
gerückt, dessen Stelle noch unbesetzt ist. 

Der Hülfsdiener Petri ist dem Prof. Kossei nach Marburg 
gefolgt. 

Der Unterzeichnete hielt in beiden Semestern dieselben 
Vorlesungen wie in den früheren Jahren. 

Prof. E. du Bois-Reymond, 

Direktor. 

I. Mikroskoplsch-biologisohe Abthellung. 

Eine mit Unterstützung der Königl. Akademie der Wissen- 
schaften unternommene Reise nach dem Orient, welche an 
erster Stelle die Untersuchungen über die Entwickelung der 
elektrischen Fische fördern sollte und daher im Frühjahr aus- 
geführt werden musste, machte eine zeitweise Vertretung des 
Abtheilungsvorstehers durch Herrn Dr. Ben da noth wendig. 

Die öffentliche Vorlesung über: Normale Histologie und 

die mikroskopischen Uebungen wurden in der seit Jahren 

erprobten Weise wiederum gehalten, und zwar unter wesentlich 

gleicher Betheiligung als im Vorjahre. 

6* 



— 88 — 

Es betheiligttfii sich an den Hebungen von 

Civilstudirenden 27. 

Studirenden des Friedrich-Wilhelms-Tnstitiits 33. 

Ausserdem wurden vom Abtheilungsvorsteher im Herbst 
und im Frühjahr Ferienkurse über die Anwendung der Phot^n 
graphie zu wissenschaftlichen Zwecken abgehalten. 

Herr Dr. Ben da las im Sommersemester über Mikro- 
skopische Technik. Derselbe hielt ebenfalls Ferienkurse 
über die normale und pathologische Anatomie der Hant. 
welche im Monat März von 25 Theilnehmeni, im Oktober von 5 
besucht wurden. 

Von der Reise Ende Juni zurückgekehrt, nahm der Ab- 
theilungsvorsteher seine Lehrthätigkeit wieder auf und las im 
Wintersemester wiederum über die materiellen Grund- 
lagen der Descendenzlehre, während er sich privatim mit 
der Ausarbeitung der Reiseergebnisse sowie antropologisch- 
photographischen Arbeiten beschäftigte; es wurde ausserdem 
mit Herrn Dr. Katz zusammen eine Darstellung des mensch- 
lichen Gehörorgans im vergrössertem Massstabe durch Stereo- 
skopen gegeben. 

Als Ergebnisse dieser verschiedenen Arbeiten wurden 
folgende Veröflfentlichungen gedruckt, beziehungsweise für den 
Druck fertiggestellt und sollen demnächst erscheinen: 

l)Prof. Gustav Fritsch: Bericht über die im Frühjahr 
1894 mit Unterstützung der Humboldtstiftung unternommene 
wissenschaftliche Reise. Sitzungsbericht der Königl. preuss. 
Akad. der Wissenschaften zu Berlin. 1894. XXXIV. 

2) üeberHypnossubnigerDum. Von Demselben. Wird 
demnächst in den Sitzungsberichten der Akad. erscheinen. 

3) Von demselben: lieber die graphischen Methoden zur 
Darstellung der Proportionen des menschlichen Körpers. Zeit- 
schrift für Ethnologie. 1895. 

4) Von demselben: Die Gestalt des Menschen inderKnnst. 
Meyer's Conversationslexikon zum Artikel: Mensch. 

5) Von demselben: Ueber die Aufnahme von Stereoskopen 
in vergrössertem Massstabe. Soll in der raedizinisch-photo- 
graphischen Monatsschrift erscheinen. 

Ci) Herr Dr. Ben da veröffentlichte zusammen mit FrL 
P. Günther einen: Histologischen Handatlas, eine SammluDg 



— 89 — 

mikroskopischer Zeichnungen nach dem Präparat. Wien. 1894. 
Bei Fr. Deuticke. 

7) Herr Dr. Katz gab als besonderen Theil seines Atlas 
des menschlichen Gehörorgans die vom Abtheilungsvorsteher 
gefertigten Stereoskopbilder heraus. 

Prof. Dr. Gustav Fritsch, 
Abtheilungsvorsteher. 

2. Speoiell-Physlologische Abthellung. 

Das Studienjahr an der Universität zu Cleveland, Ohio, 
für welches dem UnterzeichnBten ein Urlaub Allerhöchsten Orts 
gnädigst bewilliet war, lief Mitte Mai ab; derselbe kehrte An- 
fang Juni nach Berlin zurück. Es war zu spät, um während des 
Sommersemesters noch Vorlesungen zu beginnen, doch wurde 
die Arbeit in dem Laboratorium, wo sich auch alsbald einige 
Praktikanten einfanden, sofort aufgenommen. 

Im Wintersemester las der Unterzeichnete über die Phy- 
siologie der Sprache und über die Physiologie des Central- 
Nervensystems und leitete experimentell - physiologische und 
experimentell -pathologische Arbeiten in dem Laboratorium. 

In dem durch die Beurlaubung des Unterzeichneten ge- 
kürzten Berichtsjahre gingen folgende Mittheilungen theils un- 
mittelbar aus der Abtheilung hervor, theils erschienen dieselben 
im Anschluss an Arbeiten in der Abtheilung: 

1. J. Gad. Einige Grundgesetze des Energieiimsatzes im 
thätigen Muskel. E. du Bois-Reymond's Archiv für Physiologie 
1S94, S. 387. 

2. Derselbe. Der Energieumsatz in der Retina. Ebenda 
S. 491. 

3. W.T.Porter. UeberspinaleAthembahnen, Ebenda S. 547. 

4. W. Cowl. Ueber Cardiographie. Verhandlungen der 
Physiologischen Gesellschaft zu Berlin, 2G. Oktober 1894. 

5. M. Levy-Dorn. Beitrag zur Lehre von der Wirkung 
verschiedener Temperaturen auf die Schweissabsonderung. 
Ebenda 9. November 1894 und Zeitschrift für Klinische Medizin 
XXVI. 5/6. 

6. G. Joachimsthal. Ueber den Einfluss der Suspension 
am Kopfe auf den Kreislauf. Verhandlungen der Physiologischen 



— 90 — 

Gesellschaft zu Berlin 7. Dezember 1894 und Archiv ior kli- 
nische Chinirgie XLIX 2 S. 460. 

7. J. Gad und Ch. Sihler. Ueber eine leichte und sichere 
Methode, die Nervenendigung an Muskelfasern und Gefässen 
nachzuweisen. Verbandlungen der Physiologischen Gesellschaft 
7. Dezember 1894. 

6. F. H. Southgate. Ueber Blutresorption aus der Bauch- 
höhle. Centralblatt für Physiologie Vm, 14. S 449. 

9. W. Y. Cowl und G. Joachimsthal. Ueber die Ein- 
wirkung einer auf die Wirbelsäule ausgeübten Extension auf 
den Blutdruck. Ebenda VIII, 24. S. 769. 

10. J. Gad, Ueber Nervenzellenfunktionen, Tageblatt 
der 66. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in 
Wien 1894. S. 170. 

11. W. Cowl, Ueber die Nervenerregung durch den 
Schliessungs-Inductionsschlag und Intensitätsmessungen de> 
letzteren. Ebenda S. 409. 

12. Derselbe. Verbesserte Hilfsmittel zur Haematokrit- 
methode. Ebenda S. 409. 

13. F. Falk. Ueber combinirte Erregungszustände im 
Nervensystem. Archiv für Psychiatrie XXVI 3, S. 890. 

14. J. Gad et J. F. Heymans Trait6 de Physiologie bu- 
maine, traduit de TAUemand par les auteurs et le Dr. E. Ma- 
soin. Louvain et Paris 1895, 

15. J. Gad. Real-Lexikon der Medizinischen Propaedeutik. 
Bd. IL Urban u. Schwarzenberg, Wien. 

16. J. Gad u. J. Latschenberger. Centralblatt für 
Physiologie. Bd. VIII. F. Denticke, Wien. 

Prof. Dr. J. Gad, 
Abtheilungsvorsteher. 

3. Chemische Abthellong. 

Während des Sommersemesters 1894 wurden von dem 
Unterzeichneten folgende Lehrkurse abgehalten: 

1. Praktische Uebungen im Laboratorium. 

2. Praktischer Kursus der Chemie für Mediziner, 

3. Praktischer Kursus der Chemie für die Sludirenden der 
militärärztlichen Bildungsanstalten. 

4. Physiologische Chemie. 



— 91 — 

Die gleicben Vorlesungen und üebungskurse fanden auch 
im Wintersemester 1894/95 statt. 

Ende Januar verliess der bisherige erste Assistent Herr 
Dr. Martin Krüger das Institut, an welchem er vier Jahre mit 
gutem Erfolg gewirkt hatte. 

Vom Beginn des Jahres 1894 bis zum 1. April 1805 sind 
folgende in der chemischen Abtheilung des physiologischen In- 
stituts ausgeffihrte Arbeiten veröffentlicht worden: 

M. Kräger. „Ueber die Ausscheidung der Harnsäure und 
der sogenannten Xanthin Stoffe im normalen und leukämischen 
Harn." E. du Bois-Reymond's Archiv für Physiologie, Jahrg. 1 894. 

M. Krüger. ,,Ueber zwei neue ßasen im Harn von Irren- 
kranken." Ebenda. 

M. Krüger. „Ueber die Bestimmung des Stickstoffes in 
Benzol-Pyridin- und Chinolinderivaten nach der Kjeldahrschen 
Methode," Berichte der deutsch, ehem. Ges. 1894, S. 609. 

M. Krüger, „üeber die Bestimmung des Stickstoffs in 
Nitraten, Nitro- und Nitrosoverbindungen auf nassem Wege." 
Ebenda S. 16. 33. 

M. Krüger. „Das Verhalten von Harnsäure, Adenin und 
Hypoxanthin zu Kupfersulfat u. s. w." Zeitschrift f phys. 
Chemie, Bd. 20. S. 170. 

M. Krüger u. C. Wulff „üeber eine Methode zur quan- 
titativen Bestimmung der sog. „Xanthinkörper" im Harn." 
Ebenda S. 176. 

A. Kossei. „Leitung zur Physiologie der Kohlehydrate." 
(Nach gemeinschaftlich mit Herrn A. Neumann angestellten 
Untersuchungen.) E. du Bois-Reymond's Archiv für Physiologie. 

Jahrgang 1894. 

A. Kossei. „Ueber einige Bestandtheile tlüerischer Zellen." 
(Nach gemeinschaftlich mit Herrn A. Neumann angestellten 
Untersuchungen.) Ebenda. 

A. Kossei. „Ueber die Bestimmung des Harnstoffes im 
Harn." (Nach Versuchen des Herrn H. Schmied.) Ebenda. 

A. Kossei und A. Neumann. „Ueber die Spaltungsprodukte 
der Nucleinsäure." Sitzungsberichte der Kgl. Preuss. Akademie 
der Wissenschaften vom 12. April 1894. 

A. Kossei. „Ueber Nucleinstoffe." Berichte der Pharma- 
ceutischen Ges. G. Dezember 1894. 



— 92 — 

A. Kos sei und A. Neumann. ,,Dai stellang nnd Spaltungs- 
produkte der Xucleinsäure." (Adenylsäure.) Bericht d. deutsch, 
ehem. Ges. 1894, S. 2215. 

L. Kutusow. Ueber die Anwendung der Colorimetrie zor 
quantitativen Bestimmung der Pikrinsäurse und ihrer Ver- 
bindungen mit organischen Basen. Zeitschrift für physioL 
Chemie Bd. 20. S. 166. 

L. Lilien fei d. Ueber Blutgerinnung. Ebenda S. 89. 

L. Lilienfeld. Ueber proteinähnliche Substanzen. E. du 
Bois-Eeymond's Aixhiv für Physiologie. Jahrgang 1894. 

L. Lilienfeld in Gemeinschaft mit A. Wolkowicz. Zur 
Chemie! der Eiweisskörper. Ebenda. 

Eine Publikation des Herrn Bethe „über die irisirende 
Substanz der Fischschnppen ist im Druck und wird demnächst 
in der Zeitschrift für physiol. Chemie erscheinen. 

Prof. Dr. A. Kos sei, 
Abtheilungs Vorsteher. 

4. Physikalische Abtheilung 

mit besonderer Berücksichtigung der physiologischen Optik. 

Mit der Ausführung wissenschaftlicher. Untersuchungen 
waren im Sommersemester 1894 sieben und im Wintersemester 
1894 — 95 vier Personen beschäftigt. Ausserdem haben mehrfach 
vorübergehend praktische Augenärzte von den Apparaten der 
Sammlung Gebrauch gemacht. 

Der Abtheilungsvorsteher hielt folgende Collegien: 

I. Sommerseraester 1894. 

1. Privatim (2 ständig) Cursus in der Handhabung physiologisch- 
optischer Apparate. 

2. Privatissime. Leitung selbständiger Arbeiten au.s dem 
Gebiete der physikalischen Physiologie, insbesondere der 
physiologischen Optik. 

n. Wintersemester 1894/95. 

1. Oeflfentlich ( 1 stündig). Ueber den gegenwärtigen Stand 
und die historische Entwicklung der Lehre von den Farben- 
empfindungen. 



— 93 — 

2. Privatissime. Leitung selbständiger Arbeiten aus dem 
Gebiete der physikalischen Physiologie, insbesondere der 
physiologischen Optik. 

Die Untersuchung der pathologisch entstandenen Formen 
der Farbenblindheit, deren Beginn bereits in dem vorigen Be- 
richt erwähnt worden ist, wurde in diesem Jahre fortgesetzt 
und hat durch die hiesige Akademie der Wissenschaften eine 
pecuniäre Unterstützung empfangen. Die Ergebnisse derselben 
sollen, wenigstens in Bezug auf ihre Einzelheiten, zunächst 
noch nicht veröffentlicht werden, da durch die Auffindung neuer 
Formen immer wieder die Gesichtspunkte für die Beurtheilung 
der bereits gewonnenen Resultate verändert werden. 

In dem Berichtsjahr gingen folgende Arbeiten aus der Ab- 
theilung hervor; 

1. A. König. Eine bisher noch nicht beobachtete Form an- 
geborener Farbenblindheit (Pseudo-Monochromasie). Zeit- 
schrift f. Psychol. u. Physiol. d. Sinnesorgane, Bd. 7. 

2. Th. Wertheim. Ueber die indirecte Sehschärfe. Zeit- 
schrift f. Psychol. u. Physiol. d. Sinnesorgane, Bd. 7. 

3. A. König und J. Zumft. Ueber die lichtempfindliche 
Schicht in der Netzhaut des menschlichen Auges. Sitzungs- 
bericht der Akademie der Wissenschaften zu Berlin vom 
2J. Mai 1894. 

4. A. König. Ueber den menschlichen Sehpurpur und seine 
Bedeutung für das Sehen. Sitzungsber. der Akademie der 
Wissenschaften zu Berlin v. 21. Juni 1894. 

5. A. König. Ein neues Spectralphotometer. Wiedem. Ann., 
Bd. 53. 

6. E. Köttgen. Untersuchung der spectralen Zusammen- 
setzung verschiedener Lichtquellen. Wiedem. Ann., Bd. 53. 

7. A. König. Ueber die Anzahl der unterscheidbaren 
Spectralfarben und Helligkeitsstufen. Zeitschr. f. Psychol. 
und Physiol. d. Sinnesorgane, Bd. 8. 

Theilweise beruhen auf Arbeiten, die in der Abtheilung 
ausgeführt wurden, folgende Veröffentlichungen: 

8. W. Stern. Die Wahrnehmung von Bewegungen ver- 
mittels des Auges. Zeitschr. f. Psychol. und Physiol. der 
Sinnesorgane, Bd. 7. (Auch als besondere Brochüre er- 
schienen bei L Voss, Hamburg.) 



— 94 — 

9. C. Ladd- Franklin. The normal defect of vision in the 
fovea. Psychol. Review, Vol. ü. 

Auf Anregung des Abtheilungsvorstehers wurde ver- 
öffentiicht: 

10. Somya. Zwei Fälle von Grünsehen. Zeitschr. f. Psychol. 
XL Physiol. d. Sinnesorgane, Bd. 7. 

Der Abtheilungsvorsteher vollendete femer die Herausgabe 
des durch den Tod des Verfassers in der Drucklegung nnter- 
brochenen dritten Bandes der „Wissenschaftlichen Abhand- 
lungen" von Hermann v. Helmholtz. Mit der Herausgabe 
des „Handbuches der physiologischen Optik" und der ..Vor- 
lesungen über theoretische Physik" desselben Verfassers ist er 
zur Zeit noch beschäftigt. 

Prof. Dr. Arthur König, 

Abtheilnngsvoreteher. 



24. Das Pathologisehe Institot. 

Der schon in früheren Jahren hervorgetretene Mangel an 
Raum und Arbeitsgelegenheit ist immer fiihlbarer geworden. In- 
zwischen hat auch der bauliche Zustand desjlnstituts, dessen Gefahr 
durch die Sachverständigen schon vor Jahren anerkannt worden ist, 
eine fortschreitende Verschlechterung erfahren, indem die ein- 
geschobenen Stützbalken sämmtlich geborsten und mit langen 
Sprängen durchsetzt sind. Die Vorstudien zu einem Neubau 
des Instituts an benachbarter Stelle sind so weit vorgerückt, 
dass die Inangriffiiahme des Baues im nächsten Etatsjahr in 
Aussicht gestellt wird. 

Soweit es innerhalb des Eahmens der gegebenen Ver- 
hältnisse möglich war, sind für die erweiterten Anforderungen 
des praktischen Unterrichtes neue Einrichtungen getroffen 
worden. Die Zahl der Uebungen im pathologischen Seciren wurde 
seit dem Sommersemester 1894 durch Hinzunahme von Spät- 
nachmittagsstunden auf wöchentlich drei gebracht und damit 
dem erkennbaren Bedürfniss entsprochen. 

Nachdem dem IL anatomischen Assistenten Dr. Robert 
Langerhans die mit einer Prosektur verbundene Stelle als 
Assistent am Moabiter Krankenhause übertragen war, ist an 
seinen Platz der m. anatomische Assistent Dr. David Hanse- 



— 95 — 

mann und an dessen Stelle der bisherige Volontär-Assistent 
Dr. Bichard Oestreich aufgerückt. 

Zngleich wurde eine grössere Zahl von freiwilligen Hülfs- 
kräften, sämmtlich approbirte Aerzte, als Demonstratoren bei 
dem Unterrichte im demonstrativen und im praktisch mikro- 
skopischen Kursus gewonnen. Sie finden den Lohn für ihre 
Mühewaltung in der während ihrer Dienstzeit zu erreichenden, 
möglichst vollständigen Ausbildung in der pathologischen Ana- 
tomie als Grundlage für eine spätere klinische oder wissen- 
schaftliche Thätigkeit. Am 15. September traten sechs Demon- 
stratoren ein; dieselben waren zunächst nur für das Winter- 
semester verpflichtet, haben sich jedoch auch für das kommende 
Sommer-Semester zur Verfügung gestellt. Im März sind weitere 
vier eingetreten. 

An Arbeiten, welche im Laufe des Jahres im Institut aus- 
gefiihrt wurden, sind folgende zu nennen: 

L Von den anatomischen Beamten desselben: 
Vom Kustos Dr. Jürgens: 

1. Demonstration eines Falles von embolischer Gehirn- 
erweichung mit gänzlichem Schwund der Insel und 
des grössten Theiles des Stirnhims. Verein für inn. 
Med., 18. Febr. 1895. 

2. Demonstration eines Falles von Fungus durae matris. 
Ver. f. inn. Med., 18. Febr. 1895. 

3. Ueber Pyocephalus intern, ulceros. chron. in Folge von 
Arachnitis cerebro - spinalis purulenta bei einem Kinde. 
Ges. d. Charit6-Aerzte, 26. Febr. 1895. 

4. Ueber Erkrankung durch Protozoen beim Menschen mit 
Demonstration. Berl med. Ges., 27. März 1895. 

Vom I. anatomischen Assistenten Prof. Dr. 0. Israel: 
!• Vergleichend-pathologische Untersuchungen zur Nekrose. 
Atti der XL Congr. med. Internat. 1894. 

2. Ueber die Erscheinungen der Nekrose bei Caulerpa 
prolifera. Ges. d. Charite-Aerzte, 24. Mai 1894. 

3. Demonstration eines Blasensarkoms. Berl. med. Ges., 
14. Nov. 1894. Beri. klin. Wochenschr. No. 48, 1894. 

4. Zur Kenntniss der Protoplasmamechanik. Ges. d. Charite- 
Aerzte, 16. Nov. 1894. 



— 96 — 

5. Ueber eine eigenartig:e Contraktionserscheinnng bei Pe- 
lomyxa palustris (Greff)- Arch. f. mikrosk, Anat., Bd. 44. 

6. In Verbindung mit C. v. Noorden in Frankfait a. M.: 
Allgemeine Pathologie in Virchow's Jahresbericht über 
die Leist. u. Fortschr. d. ges. Med. f. 1893. 

Vom n. anatomischen Assistenten Dr. David Hanse- 
mann: 

1. Ueber die Speciflcität der Zelltheilung. Arch. f. mikrosk. 
Anat., Bd. 43. 

2. Adenomyxom der Niere. Berl. klin. Wochenschr. 1894, 
No. 31. 

3. Veränderungen der Pankreas beim Diabetes. Atti 
der XI. Congr. med. Internat. 1894. 

4. Die Beziehungen des Pankreas zum Diabetes. Zeitschr. 
f. klin. Med., Bd. 26. 

5. Mittheilungen über Diphtherie und das Diphtherie- 
Heilserum. Berl. klin. Wochenschr. 1894, No. 50. Therap. 
Monatsh. 1894, Dec. 

G. Ueber „larvirte" Diphtherie. Deutsche Med Wochen- 
schrift 1894, No 52. 

7. Ueber die Beziehungen des Löffler'schen Bacillus zur 
Diphtherie. Virch. Arch., Bd. 139. 

8. 80 Artikel der Buchstaben H bis N für das pro- 
pädeutische Lexikon, herausgeg. von Gad. 

Vom IIL anatomischen Assistenten Dr. Oestreich: 

1. Syphilitische Bronchialstenose. Demonstr. im Ver. f. inn. 

Med., 9. Apiil 1894. Deutsche Med. Wochenschr., No.3. 
Vereinsbeilage 1894. 

2. Fall von Sinusthrombose. Demonstr. i. Ver. f. inn. 
Med., 19. Nov. 1S94. Deutsche Med. Wochenschr. No.3, 
Vereinsbeilage 1895. 

3. Gallenblasenkrebs und Pankreasnekrose. Demonstr. im 
Ver. f. inn. Med., 19. Nov. 1894. ibid. 

4. Primärer Trachealkrebs. Demonstr. im Ver. f. innere 
Med., 7. Jan. 1895. Deutsche Med, Wochenschr. No. 6. 
Vereiflsbeilage 1895. 

IT. Von anderen Arbeitern. 
Von K. Yamagiwa: Zellenstudie an der gereizten Hornhaut. 
Virch. Arch , Bd. 136. 



— 97 — 

Von Alexander Behrens: üeber primäre tuberkulöse Darm- 
infektion des Menschen. Inaug.-Diss. 

„ Oskar Hub er: Zur pathologischen Anatomie der mul- 
tiplen Sklerose des Rückenmarks. Inaug.-Diss. 
„ Emil Rietz: Beitrag zur Kritik der balkenlosen Gehirne. 

Inaug.-Diss. 
IIL Aus dem chemischen Laboratorium. 

]• E. Salkowski: Kleinere Mittheilungen physiologisch- 
chemischen Inhaltes. Pflüger's Arch. f. Physiol., Bd. 56, 
S. 339—354. 

2. H. Schwiening: Ueber fermentative Prozesse in den 
Organen. Virchow's Arch., Bd. 13(5, S. 444—481. 

3. E. Salkowski: Ueber die Kohlehydrate der Hefe. I. 
Berichte der deutsch, ehem. Ges., Bd. 27, S. 497—502, 
und II. Ebend., S. 3325—3329. 

4. Savelieff: Ueber den Einfluss des Eiweisszerfalls auf 
die Ausscheidung des neutralen Schwefels. Virch. Arch., 
Bd. 13.), S. 195-202. 

5. E. Salkowski : Ueber die Bestimmung der Harnsäure 
nnd der Xanthinkörper im Harn. Centralbl. f. d. med. 
W., No. 30. 

6. Biesenthal: Ueber den Einfluss des Piperazins auf 
die Harnsäure - Diathei^e. Virchow's Arch., Bd. 137, 
S. 51—77. 

7. E. Salkowski: Ueber die Anwendung des Caseins zu 
Ernährungszwecken. Berl. klin. Wochenschr. 1894, 
No. 47 und 51. 

8. F. Blumenthal: Ueber Vorkommen und Bildung der 
Bernsteinsäure. Virch. Arch., Bd. 137, S. 539—568. 

9. E. Salkowski und E. Gieske: Ueber die Vertheilung 
des Stickstoffs im Fleisch. Centralbl. f. d, m. W. 1894, 
No. 48. 

10. H. Schwiening: Ueber den Einfluss einiger Eiweiss- 

körper auf Glycogenlösungen. Pflüger*s Arch , Bd. 58, 

S. 222. 
U.E. Salkowski und M.Hahn: Ueber das Verhalten 

des Phosphors im Casein bei der Pepsinverdauung. 

Pflüger's Arch., Bd. 59, S. 225 - 250. 



— 98 — 

12. £. Salkowski und Yamagiwa: üeber das Oxydations- 
ferment der Gtewebe. Centralbl £ d. med. Wiss. 1894. 
No. 52. 

13. E. Salkowski and J. Mank: Bericht aber physioL 
Chemie in Virchow-Hirsch's Jahresb. fiber d. Fortschr. 
d. ges. Med. f. 1893, S. 113—180. 

Der Direktor des pathologischen Instituts. 

Bndolf Virchow. 



25. Die hyglenisehea Institate. 

A. Hygienisches Laboratorinm. 

Personal: Professor Dr. Rabner, Direktor. Stabsant 
Dr. Wernicke, Stabsarzt Dr. Bonhoff, Marine - Stabsarzt 
Dr. Wilm, Privatdozent Dr. Günther — seit dem 1. März als 
Kustos des Hygiene - Museums angestellt, — Dr. Niemann, 
Assistent, Dr. Wolpert, Volontär - Assistent. Privatdozent 
Dr. Thierfelder ist seit 1. März ausgeschieden und zum Tor- 
stand der chemischen Abteilung des physiologischen Instituts zu 
Berlin ernannt worden. Dr. Nie mann ist mit EndeMäi^ vom 
Institut abgegangen und dessen Stelle von Dr Wolpert über- 
nommen. 

Untericht: I. An Vorlesungen wurden im Sommer- 
Semester 1894 gehalten: 

1) Hygiene II. Theil, 4 mal wöchentlich. 

2) üeber Nahrungs- und Genussmittel und deren Ver- 
fälschung, 1 mal wöchentlich. 

3) Ueber Impfung als Einleitung zu den praktischen 
üebungen. 

4) Chemie der Bakterien. 

5) Bakteriologie mit Demonstrationen. 

II. Kurse. 

1) Hygienischer Kursus, einschliesslich bakteriologischer 
üebungen für Studirende, 2 mal wöchentlich. 

2) Impfkursus. 

3) Zwei vierwöchentliche bakteriologische Kurse for 
Civilärzte. 



— 99 — 

4) Ein desgl. fiir Studirende der militärärztlichen Bildungs- 
anstalt. 

5) Ein desgl. fär Assistenz- und Oberstabsärzte. 

6) Ein Fortbildungskursus für Medizinal-Beamte (3 Wochen). 

7) Kursus der Mikrophotographie. 

Winter-Semester 1894/95. 
I. An Vorlesungen wurden gehalten: 

1) Hygiene 1. Theil, 4 mal wöchentlich. 

2) Vorträge über Hygiene, (für Studierende aller Fakultäten) 
1 mal wöchentlich. 

3)üeber Nahrungs- und Genussmittel und deren Ver- 
fälschung. 

4) lieber Impfung als Einleitung zu den praktischen 
Uebungen. 

5) Vorträge über die Geschichte der Heilkunde. 

6) Ueber Wasseranalyse. 

7) Bakteriologie mit Demonstrationen. 

II. Kurse. 

1) Hygienischer Kursus, einschliesslich bakteriologischer 
uebungen für Studirende, 2 mal wöchentlich. 

2) Impfkursus. 

3) Hygienischer Kursus für Verwaltungsbeamte. 

4) Ein vierwöchentlicher bakteriologischer Kursus für 
Stabsärzte. 

5) Ein desgl. für Assistenzärzte. 

6) Ein desgl. für Studirende der militärärztlichen Bildungs- 
anstalt. 

7) Zwei desgl. für Civilärzte. 

8) Kursus der Mikrophotographie. 

III. Arbeiten des Laboratoriums. 

Für praktische Arbeiten der Vorgeschritteneren konnten 
sowohl im Sommer- wie auch im Winter-Semester Plätze zur 
Verfügung gestellt werden. 

Während des Jahres 1894/95 gelangten zur Publikation 
folgende Arbeiten: 

l)ßubner: Lehrbuch der Hygiene. 5. Auflage. 



% e 



4 • '- - ^'^ 



— 100 — 

2)Rubner: Leitende Grundsätze för die Anlage von 
Krankenhäusern und über nothwendige Reformen der Zaknnft. 

3)ßubner: Ueber Gasgluhlicht. 

4) Kubner: Die Sonnenstrahlung. 

5)Rubner und Gramer: Ueber den Einfluss der Sonnen- 
strahlung auf Stoffzersetzung, Wärmebildnng und Wasserdampf- 
abgäbe bei Thieren. 

6) Rubner: Einfluss der Haarbedeckang auf Stoffverbraucb 
und Wärmebildung. 

7) Rubner: Das Strahlungsvermögen der Kleidungsstofff 
nach absolutem Maasse. 

8) Rubner: Das mikroskopische Verhalten der Eleidongs- 
stoffe. 

9) Rubner: Thermische Studien über die Bekleidung. 

10) Rubner: Ueber die Bedeutung der strahlenden Wärme 
irdischer Lichtquellen. Vortrag, gehalten bei der Natorlbrscher- 
Versammlung zu Wien. 

Günther und Thierfelder: Zur Eenntniss der spontanen 
Milchgerinnung. 

E. Fischer und Thierfelder: Verhalten der verschiedenen 
Zucker gegen reine Hefen. 

Cr am er: Ueber die Messung der Sonnenstrahlung in by- 
gienischer Hinsicht 

Wernicke: Beitrag zur Kenntniss der im Wasser vor- 
kommenden choleraähnlichen Vibrionen. 

Bon hoff: Untersuchungen über intraperitoneale Cholera- 
infektion und Choleraimmunität. 

Bon hoff: Untersuchungen über Giftbildung verschiedener 
Vibrionen in Hühnereiern. 

Bon hoff: Eine Verpackung von flüssigen und halbflfissigen 
Nahrungsmitteln behufs Sterilerhaltung derselben nach Oeffuen 
der Gefässe. 

Günther und Niemann: Untersuchungen des Berliner 
Leitungswassers. 

Niemann: Ueber sterilisirte Milch. 

Niemann: Ueber den internationalen Hygiene-Congress in 
Budapest. 

Niemann und Itzerott: Atlas der Bakterienkunde. 

Wolpert: Neuerungen an Glashähnen. 



101 - 

Wolpert: üeber eine VorrichtuDg zur Verhütung des 
Siedeyerzngs und Flüssigkeitsauswurfs. 

Gosio: Zersetzungen zuok erhaltigen Nährmaterials durch 
den Vibrio cholerae asiaticae Koch. 

Oosio: Ueber Links-Milchsäure bildende Vibrionen. 

Nishimnra: Ueber den Cellulosegehalt tuberkuloser Organe. 

Grigoriew: Vergleichende Studien über die Zersetzung 
des Hühnereiweisses durch Vibrionen. 

del Rio: üeber einige Arten von Wasserbakterien, die auf 
der Gtelatineplatte typhusähnliches Wachsthum zeigen. 

Günther: Ueber einen neuen im Erdboden gefundenen 
Eommabacillus. 

Günther: Ueber die Untersuchung des Stralauer Roh- 
wassers auf Cholera- und Typhusbakterien. 

Günther: Die Blutserumtherapie gegen Diphtherie. Zu- 
sammenfassende historische Uebersicht. 

Mie: Eine Modifikation des Wolffhügel'schen Colonien- 
Zählapparates. 

Eisner: Untersuchungen zur Plattendiagnose des Cholera- 
vibrio. 

Villinger: Ueber die Veränderung einiger Lebenseigen- 
schaiten des Bacterium coli commune durch äussere Einflüsse. 

Wilm: Ueber die Einwanderung von Choleravibrionen in 
das Hühnerei. 

Bernstein: Die Herstellung eines neuen Getränkes 
aus Milch. 

Ausserdem wurden während des genannten Zeitraumes 
folgende Untersuchungen und Gutachten im Auftrage des 
Königlichen Ministeriums ausgeführt resp. abgegeben: 

1) Ueber das Amheim'sche Feuerkloset. 

2) Ueber die Wasserversorgung der Stadt Stralsund. 

3) Ueber das Speiseregulativ der Hallenser Kliniken. 

4) Bericht über die Theilnahme an dem VIII, internatio- 
nalen Congress für Hygiene etc. und ein Reise- 
bericht 

Während der auch in diesem Berichtsjahre aufgetretenen 
Cholera-Epidemien wurden vielfach von Aerzten choleraver- 
dächtige Dejektionen von (über 20) Fällen eingesandt und 
untersucht, dabei ist sechs mal ein positiver Befund festgestellt 

7 



— 102 — 

worden. Fäi' die Untersuchung der Choleradejektionen sind 
wie in den Vorjahren besondere Hülfskräfte dem Institut nicht 
zur Verfugung gestellt worden. Die materiellen Ausgaben 
mussten aus dem laufenden Etat gedeckt werden. 

Auf Antrag von Königlichen und Eommunal-Behörden sind 
mehrere Gutachten über Wasserversorgung und Beschaffenheit 
des Wassers, Aber Desinfektionsapparate, Erankenhänser. 
Krankentransportnüttel, Wasserfilter u. a. m. abgegeben worden. 

B. Hygiene-Museum. '* 

Personal: Professor Dr. Rubner, Direktor, Privatdozent 
Dr. Thierfelder, Kustos; derselbe schied mit nlt. Februar 1895 
aus und ist ersetzt durch Privatdozent Dr. Gfinther. 

Eine Reihe von Modellen, Zeichnungen und Karten wurden 
nach der Ausstellung für Hygiene in Budapest gesandt; die- 
selben sind vollzählig zurückgelangt, aber durch die mangel- 
hafte Einpackung in Budapest in beschädigtem Zustande an- 
gekommen. 

Wie in den Vorjahren erfreute sich das Museum auch in 
diesem Jahre eines regen Besuchs von Seiten der Bevölkemn? 

Besondere Dienste leisteten die Modelle der Sammlung bei 
dem Unterricht der Verwaltungsbeamten und Medizinalbeamten. 
die zu Kursen an das Institut einberufen waren. 

Auch für andere Berufszweige, wie für die Herren Offiziere 
der Kriegsakademie und für die zu den Fortbildungsvorträgen ein- 
berufenen Schulmänner, wurde das Museum zur VerfSgnng 
gestellt. 

Leider erlaubten die sehr unzureichenden Mittel des Etats 
nicht, eine zweckgemässe Erweiterung des Museums bezw 
einen Ersatz veralteter Modelle durch neuere zu organisiren. 

Der Direktor 
der hygienischen Institute 
Rubner. 

26. Die HammlDiig ehlrnrgisch-geburt«hfilf licher Instrument« 

und Bandagen. 

Die Sammlung umfasst gegenwärtig 1976 Nummern, Ton 
denen im Jahre 1894/95 drei Nummern hinzugekemmen sini 

V. Bergmann. 



— 103 — 

27. Das pharmskologisehe Institut. 

Im Etatsjahr 1894/95 wurden folgende Vorlesungen ge- 
halten: 

1) Ueber Heilmlttellehre und Rezeptirkunst. 

2) Ueber neue Heilmittel. 

3) Toxikologischer Kursus. 

4) Praktische üebungen im Laboratorium. 
Special-Untersuchungen wurden ausgeführt: 

1 ) Ueber die Wirkung der cantharidinsauren Salze. 
Liebreich. 

2) Untersuchungen über Tuberkulose der Meerschweinchen. 
Liebreich. 

3) Biologische Verbreitung der Cholesterinäther. Liebreich. 

4) Ueber Inula graveolens von Dr. M. Mendelsohn. 

5) Eine neue Methode der allgemeinen Narkose von 
Dr. P. Rosenberg. 

6) Ueber überschwefelsaure Salze von Dr. R. Friedländer. 

7) Ueber die Einwirkung yerschiedener Temperaturen bei 
der Chloroform-Narkose von Stabsarzt Dr. Muller. 

8) Ueber den Nachweis von Chlor im Wollfett. Spiegel. 

9) Ueber Magnesiumnitrit. Spiegel. 
10) Ueber Gelseminin. Spiegel. 

Die Untersuchungen 4—7 wurden unter Leitung des Privat- 
dozenten Professor Langgaard, die von 8—10 unter Leitung 
des Dr. Spiegel ausgefiihrt. 

Der Direktor 
Professor 0. Liebreich. 

• 

28. Die praktische Cntenichtsanstalt ffir die 

Staatsarzneiknnde. 

Die Direktion des Instituts war zunächst, wie bisher, dem 
Unterzeichneten provisorisch, vom 15. August an definitiv über- 
tragen. 

Als Assistent fungirte bis zum 1. Oktober 1894 weiter 
Dr. Carl Strecker, seitdem Dr. Rudolf Schulz. 

In jedem Semester wurde eine theoretische Vorlesung über 
gerichtliche Medizin und ein demonstrativer Kursus mit Sektions- 
übongen abgehelten. Die Zahl der Zuhörer beider Vorlesungen 

7* 



— 104 - 

betrog im Sommerseinester 53 bezw. 5, im Wintersemester Vß 
bezw. 10 Stadirende, ausserdem nahmen an Vorlesang wie 
Kurs im Sommersemester 30, im Wintersemester 31 Zögling« 
des Friedrich Wilhelms-Institutes Theil. 

An den gerichtlich-medizinischen Enrsen, die unter Ober- 
leitung des Unterzeichneten durch die Assistenten in Oster- 
und Herbstferien für praktische Aerzte abgehalten wurden, be- 
theiligten sich 14 resp. 10 Herren. 

Zu den Sektionsübungen standen im Berichtsjahre 109Leichen 
zur Verfügung. 

Die Sammlung besteht gegenwärtig aus 8 Wachs-, 371 
Spiritus-, 196 Enochenpräparaten, 48 Instrumenten, 184 Ab- 
bildungen und Photographien. 

Veröffentlicht wurde von dem Director des Instituts: 

,yEin Beitrag zur Lehre vom Zusammenhang zwischen Tbymns- 
hyperplasie und plötzlichem Tode.'^ Zeitschrift für Medizinal- 
beamte 1894. Heft 17, und „Wiederholte Simulation von Geistes- 
krankheit in Untersuchungshaff Aerztliche Sachverständigen- 
Zeitung 1895, Heft 7. 

Von Dr. C. Strecker: 

üeber die anatomischen Veränderungen des Herzens bei 
chronischen Geistesstörungen. Archiv für pathologische 
Anatomie, Bd. 136. 1894. 

Femer folgende Dissertationen (sämmtlich Berlin, 1894): 
Loos: Hypnotismus und Suggestion in gerichtlich-medizinischer 

Beleuchtung. 
Eob: Die Bedeutung des Gk)nococcennachweises flu* die gericht- 
liche Medizin. 
Fischer: üeber den Tod durch Sturz aus der Höhe in gerichtlich- 

medicinischer Beziehung. 
Barack: üeber plötzlichen Tod durch Thymushypertrophie. 

Die ünterrichtsanstalt besitzt seit dem Neubau 1886 
Räume für ein chemisches Laboratorium, das indess bisher noch 
nicht eingerichtet worden ist Die endliche Einrichtung des- 
selben erscheint dringend erforderlich, damit das Institut auch 
die chemische Seite der gerichtlichen Medizin zu pflegen in der 
Lage ist. Bei den wesentlich ungünstigeren Verh&lUiisseDt in 
denen wir uns gegenüber den gleichartigen Instituten der aus- 
ländischen, besonders der österreichisch-ungarischen Uniyersitftten 



— 106 — 

in Bezng anf das Leichenmaterial befinden, ist es doppelt noth- 
wendig, dass das zu Gebote stehende Material wenigstens mit 
voller Intensität ausgenützt werden kann. So lange wir nicht 
im Stande sind, chemische üntersuchnngen vorzunehmen, ist 
das selbstverständlich nicht der Fall. Der Unterzeichnete hat 
aus diesen Gründen bei seiner definitiven Ernennung die üeber- 
nahme des Laboratoriums auf den Etat beantragt, doch ist es 
aus finanziellen Grttnden leider nicht möglich gewesen, im 
laufenden Etatsjahr Mittel für diesen Zweck bereitzustellen. 

Prof. Strassmann. 

29. Das erste ehemisdie Laboratorlnm. 

Während des Jahres 1894/1895 wurden im 1. chemischen 
Laboratorium die folgenden Vorlesungen und Uebungen gehalten: 
Biedermann, R., Prof. Dr., S.-S.: Neuerungen auf dem Gebiete 

der Chemie und Technologie der aromatischen 
Verbindungen. — Elemente der allgemeinen, 
mechanischen und chemischen Technologie in 
Verbindung mit technologischen Excursionen. 

- - - - W.-S.: Technische Chemie unter Berück- 

sichtigung der neueren patentirten Erfindungen, 
n. Theil: Die organischen Stoffe. 
Fischer, E., Prof. Dr., S.-S.: Organische Experimentalchemie. 

- - - W.-S.: Anorganische Experimentalchemie. 

- - - S.- und W.-S. : Leitung praktisch-chemischer Arbeiten 

in Gemeinschaft mit Prof. S. Gabriel. 
Freund, M., Dr., S.-S.: Einige Kapitel aus der neueren che- 
mischen Literatur. 

- - - W.-S.: Repetitorium der organischen Chemie mit 

Experimenten. 
Gabriel, S., Prof. Dr., S.-S.: Gasanalyse. 

- - - W.-S.: Titrirmethoden. 

- - - S.- und W.-S.: Qualitative chemische Analyse. — 

Synthetische Methoden der organischen Chemie. — 
CoUoquium ttber organische Chemie. 
Reissert, A., Dr., S.-S.: Die wichtigsten Kapitel der orga- 
nischen Chemie. — Einführung in die allgemeine 
Chemie und die Grundbegriffe derselben. 



— 106 — 

Reissert, W.-S.: Stereochemie. — Chemie des Naphtalins, 

Anthracens etc. 
Seil, E., Prof Dr., S.-S.: Anorganische Experimentalchemie. 

W.-S.: Organische Experimentalchemie. 
Tiemann, F., Prof. Dr., S.-S.: Chemie der Riechstoffe. 

- - - W.-S.: Chemie der aromatischen Verbindungen. 
Will, W., Prof. Dr., S.-S.: Ausgewählte Kapitel aus der tech- 
nischen Chemie. 

S.- und W.-S.: Geschichte der Chemie. 

Die Vorlesung über Experimentalchemie wurde im Somraer- 
semester von 267. im Winter von 308 Zuhörern besucht, ein- 
begriffen sind die Angehörigen des Friedrich Wilhelms-Instiluu 
mit 72 beziehungsweise 55 Theilnehmern. 

Im Laboratorium arbeiteten während des Sommers 57 Prak- 
tikanten auf ganzen und 1.9 auf halben Plätzen, im Winter 62 
auf ganzen und 33 auf halben Plätzen. 

Thätig als Assistenten waren die Herren: Prof. Dr. S. 
Gabriel, Dr. 0. Piloty, Dr. J. Fogh, Dr. C. D. Harries. 
Dr. L. Ach fbis 1 Oktober 1894), Dr. P. Eehländer und 
Dr. L. Beensch <vom 1. Oktober an). 

Als Hilfskräfte fungirten die Herren: Dr. P. Hu n salz and 
Dr. G. Pinkus. 

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Thätigkeit des La- 
boratoriums in der Zeit vom 9. April 1894 bis zum \K April 
1895 sind in folgenden Abhandlungen niedergelegt: 
Alexander, W.: Ueber die Phtalylverbindungen des Amino- 

acetals. XXVn. 3102.*) 
Banse, G.: Ueber einige Abkömmlinge des p- Cyantoluols. ibd. 

2161. 
C ramer, L.: Ueber einige Derivate des Caffeins. ibd. 3089. 
Damerow, F.: Synthese des 3-Aethylisochinolins. ibd. 2232. 
Fischer, E., Prof. Dr.: Ueber zwei neue Hexite und die Ver- 
bindungen der mehrwerthigen Alkohole mit dem 
Bittermandelöl, ibd. 1524. 

- - Ueber einige Osazone und Hydrazone der Zucker- 

gruppe, ibd. 2486, 

- - Synthesen in der Zuckergruppe, ibd. 3189. 

*) Die Band- und Seilenzahlen weisen auf die ,,Bericfate der Deutsche» 
chemiBclien Gesellschaft". 



— 107 — 

Fischer, Einfluss der Konfiguration auf die Wirkung der En- 
zyme. I. und II. ibd. 2985 und 3479. 

- - üeber die Verbindungen der Zucker mit den Alko- 

holen und Eetonen. Sitzungsber. d. K. Pr. Akademie. 
März 1895. 

- - und Jennings, W.: Ueber die Verbindungen der 

Zucker mit den mehrwerthigen Phenolen. XXVII. 
1355. 

- - und Beensch, L.: Ueber einige synthetische Gluco- 

side. ibd. 2478. 

- - und Thierfelder, H., Dr.: Verhalten der verschiede- 

nen Zucker gegen reine Hefen, ibd. 2985. 

- - und Ach, L., Dr.: Synthese des Caffeins. Sitzungs- 

berichte der K. Pr. Akademie. März 1895. 

Freund, M., Dr.: Ueber Dithiourazol und Derivate desselben. 
XXVII. 1774. 

- - Untersuchungen über das Thebain. ibd. 2961. 

- - und Hempel, H.: Ueber Abkömmlinge des Tetra- 

zols. XXVIIL 74. 

- - und Fauvet, Gh.: Untersuchungen über das Vellosin, 

ein Alkaloid aus der Pere'irorinde. Liebig's Annalen 
282, 247. 

Gabriel, S., Prof. Dr., und Posner, Th., Dr.: Zur Kenntnis 

der fetten Amidoketone. XXVII. 1037 

- - - - Reduktion des Isonitrosoacetessigesters. 

ibd 1141. 

- - - - Zur Kenntniss des o-o^a-Tricyandibenzyls. 

ibd. 2492. 

- - - - Zur Kenntniss der halogenisirten Amine 

ibd. 3509. 

Harries, C. D., Dr.: Aethanhydrazoäthan. ibd. 2276. 

- - und Busse, G. J.: Dihydromethylcumaran. XXVIII. 

501. 

- - und Klamt, E.: Methanhydrazomethan. ibd. 503. 

Heller, H.: Ueber einige Derivate des Aminoaldehyds. XXVIL 
3097. 

Eopisch, F.: Ueber einige Oxyderivate der Phenylbuttersäure. 
ibd. 3109. 



" 108 - 

Lehmann, M.: Ueber einige geschwefelte Abkömmlinge des 

Propylamins. ibd. 22d2. 

Lob, W.: üeber die Einwirkung von Amidoacetal auf o- und 
p-Nitrobenzoylchlorid. ibd. 3093. 

Müller, H.: Ueber p-Hydrazinodiphenyl. ibd. 3105. 

Rehlaender, P.: Ueber einige Oxazoline und Thiazoline der 
Anissfturereihe. ibd. 2154. 

Reissert, A. Dr.: Ueber Octohydro. 1. 8. naphtyridin und /<- 
(w-Amidoproppyl) piperidon. ibd. 979. 

- - Ueber hydrirte Naphtinoline. ibd. 2244. 

- - Ueber einige Abkömmlinge des a-ChinochinoIins. 

XXVm. 119. 

Techow, W.: Ueber die Verwandlungen des Dimethylalloxans. 
XXVII. 3082. 

Tiemann, F., Prof. Dr.: Zur Umwandlung des Eugenols in 
Isoeugenol. ibd. 2580. 

Traube, W., Dr.: Ueber Isonitramine, I. und 11. ibd. 1507 

und 3291. 
und ausserdem in einer Reihe von Inauguraldissertationen tod 
Schülern des Instituts. 

Der Direktor, 
E. Fischer. 

30. Das zweite ehenilsehe Instltat. 

Während des Jahres 1894/95 wurden in dem Institute 
folgende Vorlesungen gehalten: 

I. Vom Institutsdirektor: Im S.-S.: Anorganische Experimental- 
Chemie. Im W.-S.: 1. Allgemeine und physikalische Chemie. 
2. Ueber qualitative Analyse. 

n. Von dem Privatdozenten Professor Dr. Jahn: Im S.-S. 
Ausgewählte Kapitel der theoretischen Chemie. Im W.-S.: 
Elektrochemie. 

in. Von dem Privatdozenten Dr. Rimbach: Im S.-S.: 

1. Ueber die optischen Untersuchungsmethoden in der Chemie. 

2. Luft, Boden und Wasser in chemischer Hinsicht. Im W.-S. 
Chemische Untersuchung der wichtigsten Drogen- und Pflanzen- 
stoffe. 



- 109 — 

Die täglich abgehaltenen praktischen Uebnngen nmfassten : 
1. das chemische Praktikumy 2. physikalisch-chemische Arbeiten. 
An dem ersteren nahmen im S.-S. 23, im W.-S. 37 Studirende 
Theil, die letzteren wnrden im S.-S. von 4, im W.-S. von 
3 Praktikanten besucht. Ausserdem arbeiteten in dem Institute 
die Privatdozenten Dr. Marckwald und Dr. Wohl. 

Als Assistenten waren thätig: 1. Prof. Dr. Jahn für die 
physikalisch - chemischen Arbeiten; 2. Dr. Bimbach f&r den 
analytischen Unterricht; 3. Dr. Pistor für die Vorlesung und die 
organischen Arbeiten. 

Aus dem Institute gelangten vom April 1894 bis April 1895 
folgende Arbeiten zur Veröffentlichung: 

1. H. Bier mann: Zur Kenntniss der Thiosemicarbazide. 
L-Diss. Berlin 1894. 

2. P. Blosfeld: Ueber den Einfluss von l^äuren, Basen und 
Salzen aufdie Drehung des Asparagins. L-Diss. Berlin 1894. 

3. V. Gordon: üeber die Absorptionscoefficienten des Stick- 
oxyduls in Salzlösungen. I.-Diss. Berlin 1894. 

4. H. Jahn: üeber die Abhängigkeit des Dissociations-Zu- 
standes einiger Säuren der Fetti*eihe von der Temperatur. 
Zeitschr. f. physik Ch. XVI. 72. 

5. H. Jahn und 0. Schönrock: Beiträge zur Thermodynamik 
der galvanischen Polarisation. Zeitschr. für physik. Ch. 
XVI. 45. 

6. B. Jaroslaw: Bestimmung der Löslichkeit des Jods in 
einigen organischen Flüssigkeiten. L-Diss. Berlin 1895. 

7. H. Illgen: Beitrag zur Kenntniss stereoisomerer Thio- 
semicarbazide. L-Diss. Berlin 1884. 

8. H. Landolt: Methode zur Bestimmung der Eotatious- 
dispersion mit Hülfe von Strahlenfiltem. Sitzb. d. Akad. 
der Wissenschaften zu Berlin. 1894. 923. — Ber. d. D. 
ehem. Ges. XXVn. 2872. 

9. H. Landolt: Ueber die Bezeichnung des Drehungsver- 
mögens aktiver Körper. Ber. d. D. ehem. Ges. XXVn. 1362. 

10. St V. Laszczynski: Organische Flüssigkeiten als Lösungs- 
mittel für anorganische Salze. I.-Diss. Berlin 1894 

U. A. Levy: Ueber die Multirotation der Dextrose. L-Diss. 
Beriin 1895. 



— 110 — 

12. W. Marckwald: Untersuchungen in der Pyridinreihe. 
Ber. d. D. ehern, Ges. XXVn. 1317. 

13. W. Marckwald: üeber die Konstitntion der Ringsysteme. 
n. Abth. Liebig's Ann. Bd. 279. S. 1. 

14. W. Marckwald: Die Konstitution der Ringsysteme. Ber. 
d. D. ehem. Ges. XXVUI. 114. 

15. E. Maller: üeber Reduktion von Orthonitrobenzonitries. 
I.-Diss. Berlin 1895. 

16. J. Pinnow: Ueber die Reduktion des Orthonitrobenzo- 
nitries. Ber. d. D. chem Ges. XXVm. 149. 

17. E. Rimbach: üeber das VerhUtniss der Saccharimeter- 
grade zu Kreisgraden für Natriumlicht. Ber. d. D. ehem. 
Ges. XXVn. 2282. 

18. M. Rudolphi: üeber die Lösungs- und Dissociationswarme 
einiger organischer Silbersalze. I.-Diss. Berlin 1894. 

19. 0. Schönrock: üeber die elektromagnetische Drehung der 
Ohlorwasserstoffisfture. Zeitschr. f. physik. Ch. XVI. 29. 

20. A. Westphal: Zur Kenntniss der Tetramethylstiboniam- 
Verbindungen. I. Diss. Berl. 1895. 

21. A. Wohl: üeber die Reduktion der Nitroverbindungen. 
Ber. d. D. chem Ges. XXVII. 1432. 

22. A. Wohl: Notiz zum technischen Verfahren der Anilin- 
darstellung. Ber. d. D. chem. Gtes. XXVII. 1815. 

Der Direktor 
H. Lau doli. 



31. Das physikalisehe Institat. 

Mit dem Beginn des Rechnungsjahres wurde der Direktor 
des Instituts, Geheimer Regierungsrath Professor Dr. August 
Eundt, wegen schwerer Erkrankung von den Amtsgeschäften 
beurlaubt, und kurze Zeit darauf, am 21. Mai 1894, durch den 
Tod seiner Thätigkeit entrissen. Die Angehörigen und Prakti- 
kanten des Instituts erwiesen ihrem unvergesslichen Chef und 
in seltenem Masse geliebten Lehrer die letzten Ehren. Die 
geschäftliche Stellvertretung des Direktors wurde wShreod der 
Dauer des Etatsjahres dem Unterzeichneten äbertragen. 

Von sonstigen Personaländerungen ist zu erwähnen das 
Ausscheiden des dritten Assistenten Dr. Erich Schmidt am 



— 111 — 

1. November 1894. An dessen Stelle rückte der seitherige vierte 
Assistent, Dr. Ulrich Behn, während zum vierten Assistenten 
der geprüfte Lehrer Ernst Orlich ernannt wurde. 

Am 1. Februar 1895 wurde der erste Assistent, Privat- 
dozent Dr. Eugen Blasius, zum ausserordentlichen Professor 
der Experimentalphysik ernannt. 

Die Vorlesung über Experimentalphysik hielt der erste 
Assistent Dr. E. Blasius, und zwar wurde dieselbe besucht: 

im Sommer 1894 von 155 auf der Universität eingeschriebenen 
Hörern und 77 Studirenden des Königl. Friedrich-Wilhelm- 
Institnts; 

im Winter 1894/95 von 128 auf der Universität ein- 
geschriebenen Hörern und 55 Studirenden des Königl. Friedrich- 
Wilhelm-Instituts. 

An den praktischen Uebungen für Anfänger, welche gleich- 
falls unter der Leitung des Dr. Blasius standen, nahmen im 
Sommer 1894 47, im Winter 1894/95 56 Studirende Theil; 
ausserdem an dem Kursus für Mediziner im Sommer 9, im 
Winter 3. 

Mit der Leitung der selbstständigen wissenschaftlichen 
Arbeiten für Geübtere war der zweite Assistent Privatdozent 
Dr. H. Rubens betraut worden. Mit der Ausführung solcher 
Untersuchungen waren im Sommer-Semester 1894 11, im Winter- 
Semester 1894/95 20 Praktikanten beschäftigt. 

Ausserdem arbeiteten die Herren Privatdozenten 
Dr. L. Arons, Dr. E. Pringsheimund Dr. H. duBois dauernd 
im Laboratorium. 

Von den im Physikalischenlnstitut ausgeführten wissenschaft- 
lichen Untersuchungen sind bis jetzt zur Publikation gelangt: 

1. Dr. L. Arons: Ueber Dielektrizitätskonstanten fester 
und optische Brechungsexponenten geschmolzener Salze. (Wied. 
Ann. 53 p. 95.) 

2. Dr. H. Rubens: Prüfung der Ketteier - Helmholtz'schen 
Dispersionsformel. (Wied. Ann. 53 p. 267.) 

3. H. Nagaoka: Längenänderung von Eisen-, Nickel- und 
Kobalt - Ovoiden durch Magnetisirung. (Wied. Ann. 53 p. 487.) 

4. Dr. A. Garbasso undE. Aschkinass: Ueber Brechung 
und Dispersion der Strahlen elektrischer Kraft. (Wied. Ann. 53 
p. 534). 



- 112 — 

5. Dr. H. Th. Simon: Ueber Dispersion ultravioletter 
Strahlen. (Wied Ann. 53 p. 542.) 

6. J. B. Henderson: Eünfloss der Magnetisimng and der 
Temperatur auf die elektrische Leitfähigkeit des Wismnths. 
(Wied. Ann. 53 p. 912.) 

7. E. Aschkinass: üeber den Einfluss elektrischer 
Wellen auf den galvanischen Widerstand metallischer Leiter. 
(Ber. der Phys. Ges. v. 30. September 1894.) 

8. E. T. Jones: Ueber die magnetische Tragkraft. (Phil. 
Mag. V. Vol. 39 p. 254.) 

9. Dr. F. Hamburger: üeber die Elektrizitätsleitong in 
schlechtleitenden Flfissigkeiten. (Dissert. Leipzig 1894.) 

10. Dr. W. Kaufmann: üeber die Bewegung gescUagener 
Saiten. (Dissert. München 1894.) 

11. Dr. A. Dahms: üeber die Gefrierpunkte einiger binärer 
Gemenge beteromorpher Substanzen. (Wied. Ann. 54 p. 486.) 

12. Dr. H. Rubens: Die Ketteler-Helmholtz'scbe Dispersions- 
formel. (Wied. Ann. 54 p- 476.) 

Der stellvertretende Direktor 
Dr. Max Planck. 



32. Institut für theoretisehe Physik. 

An Stelle des am 1. Dezember 1 894 ausscheidenden As- 
sistenten Dr. Otto Schonrock wurde vom gleichen Zeitpunkt 
ab Dr. Ernst Zermelo aus Berlin zum Assistenten ernannt 

Die Vorlesungen im Sommersemester behandelten das ganze 
Gebiet der theoretischen Physik als einheitliches System, vor 
38 Zuhörern, die im Wintersemester den allgemeinen Theil der 
Mechanik, vor 64 Zuhörern. Die im Institut abgehaltenen 
mathematisch-physikalischen Uebungen erstreckten sich während 
des Sommers auf die allgemeinen Grundlagen der Wftrmetheorie, 
verbunden mit der Lektüre von Duhem's „Potentiel thenno- 
dynamique", während des Winters auf Anwendungen der in den 
Vorlesungen über Mechanik vorgetragenen Sätze, indem eine 
Eeihe von üebungsaufgaben angefertigt und besprochen wurde. 
Die Zahl der Theilnehmer an den Uebungen betrug im Sommer 
12. im Winter 28. Der Direktor 

Dr. Max Planck. 



— 113 - 

33. Das zoolo^sche Institut. 

Im Personalstande erfolgte eine Veränderung durch das 
Aasscheiden des 1. Assistenten Prof. Dr. K. Heider, welcher im 
Herbste als Ordinarius an die Universität in Innsbruck berufen 
wurde. An seine Stelle trat am 1. Oktober der bisherige 
2. Assistent Dr. R. Heymons, welcher wiederum durch den 
neu angenommenen Dr. F. Schaudinn ersetzt wurde. 

Das Inventar wurde durch eine Schreibmaschiene zur Her- 
stellung von Etiketten und mehrere kleinere Instrumente be- 
reichert. Die Bibliothek, deren Bestand im Sommer durch 
Beamte der Universitäts-Bibliothek aufgenommen ward, vermehrte 
sich um 59 Werke. Ihre stetige Vergrösserung machte die 
Herstellung eines neuen systematischen Eataloges nothwendig. 
An Wandtafeln wurden 25 Stfick angefertigt, von Modellen 
2 Stuck durch Kauf erworben. 

Die Sammlung der aufgestellten Demonstrations-Präparate 
wurde um mehr als 200 Nummern, diejenige der mikroskopischen 
Präparate u. A. durch eine Reihe von Schnitten durch Haare 
und Federn vermehrt. 

In den Räumen des Institutes lasen unter Benutzung der 
Hulfsmittel desselben 

im Sommer-Halbjahr: 

Prof. F. E. Schulze: Ueber die Echinodermen, 2MaJ wöchent- 
lich, öffentlich, 

Prof. E. V. Martens: Ueber einheimische Thiere, 2 Mal wöchent- . 
lieh, öffentlich, 

Prof E. Heider: Naturgeschichte der Säugethiere, 2 Mal wöchent- 
lich, privatim, 

Dr. 0. Seeliger: Naturgeschichte der Echinodermen, l Mal 
wöchentlich, unentgeltlich; 

im Winter-Halbjahr: 
Prof. F. E. Schulze: Allgemeine Zoologie mit besonderer Be- 

räcksichtigung der vergleichenden Anatomie, 5 Mal 

wöchentlich, privatim, 
Prof. E. Möbius: Die äusseren Lebensbedingungen und die 

Lebensweise der Thiere, 2 Mal wöchentlich, privatim, 
Prof. E. V. Martens: Allgemeine und spezielle Conchyliologie, 

2 Mal wöchentlich, öffentlich. 



— 114 — 

Dr. Seeliger: Naturgeschichte der tbierischen Parasiten. 

2 Mal wöchentlich, privatim. 
Ausserdem wurden unter Leitung des Direktors mit Unter- 
stutzung der Assistenten im Institute abgebalten 

während des Sommer-Halbjahres: 
Makroskopisch-zootomischer Kursus, 2 mal wöchentlich, (14 Theil- 

nehmer), 
Mikroskopisch-zoologischer Cursus, IL Theil, täglich (6 Theil- 

nehmer), 
Wissenschaftliche Arbeiten, täglich (11 Praktikanten); 

während des Winterhalbjahres: 
Mikroskopisch-zoologischer Kursus, I. Theil, täglich (11 Theä- 

nehmer), 
Wissenschaftliche Arbeiten, täglich (12 Praktikanten). 

An wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind im Etatsjahre 
1894/95 aus dem Institute hervorgegangen: 
F. E. Schulze: Ueber die Abwärtsbiegung des Schwanztheiles 

der Wirbelsäule bei Ichthyosauren (Sitzungsber. d. Akad. 

d. Wiss. zu Berlin, 1894), 
K. Heider: Beiträge zur Embryologie von Salpa fusiformis Cnv. 

(Abhandl. d. Senckenberg. naturforsch. Oesellsch. 1895), 
R. Heymons: üebersicht aber die neueren Ergebnisse auf dem 

Gebiete der Insektenembryologie (Zoolog. Centralblatt 

1. Jahrg. 1894), 
F. Schaudinn: üeber Kerntheilung mit nachfolgender Eörper- 

theilung bei Amoeba crystalligera Gruber. (Sitzungsber. 

d. Akad. d. Wiss. zu Berlin, 1894), 

- - Ein Mikroaquarium, welches auch zur ParafSneinbettung 

für kleine Objekte benutzt werden kann. (Zeitschr. f. wiss. 
Mikroskopie, 11, 1894), 

- - Ueber Haleremita cumulans n. g. n. sp., einen neuen 

marinen Hydroidpolypen. (Sitzungsber. d. Gesellsch. natur- 
forsch. Freunde zu Berlin, 1894), 

- - Camptonema nutans n. g. n. sp., ein neuer mariner Rhi* 

zopode. (Sitzungsber. d. Akad. d. Wiss. zu Berlin, 18^). 
F. Purcell: Ueber den Bau der Phalangidenaugen. (Zeitschr. t 

wiss. Zool. 58,1. 1894), 
T. H. Mont^omery: Ueber die Stilette der Hoplonemertinen. 

(Zool. Anzeiger, 1894,' No. 464—55), 



— 115 — 

T. H. Montgomery: Stichostemma eilhardi nov gen. nov. spec 
Ein Beitrag zur Eenntniss der Nemertinen. (Diss. 
inang.) Dezember 1894, 

R. Eberlein: üeber die im Wiederkänermagen vorkommenden 
ciliaten Infusorien. (Diss. inaug.) Dezember 1894), 

B. Friedlaender: Altes und Neues zur Histologie des Bauch- 
stranges des Regenwurms. (Zeitschr. f. wiss. ZooL 
58,4. 1894), 

M. Samter: Eine einfache Methode zur Markirung sehr klei- 
ner farbloser, schwer f&rbbarer Objekte bei der ParaflSn- 
einbettung. (Zeitschr. f. wiss. Mikroskopie Bd. XI, 1895.) 

Der Direktor 
Prof. F. E. Schulze. 

34. Das Hasenm fSr Natnrkimde. 
I. Allgemeine Verwaltung. 

Die Schausammlungen des Museums sind im Etatsjahre 
1894/95 wiederum an drei Tagen jeder Woche dem Publikum 
geöffnet gewesen. 

Die Besucherzahl betrug 32954 gegen 29684 im Vorjahre. 
Von der den höheren Lehranstalten ertheilten Ermächtigung, 
die Schausammlungen Mittwoch Nachmittags mit ganzen Schul- 
klassen unter Führung ihrer Lehrer besuchen zu dürfen, ist in 
sieben Fällen Gebrauch gemacht worden. Ausserdem erhielten 
auf besonderen Antrag drei Privatlehranstalten und vier Ge- 
meindeschulen die gleiche Erlaubniss. 

Aus Anlass der Feier des 70. Geburtstages des Direktors 
der zoologischen Sammlung, Geheimen Eegierungsraths Professor 
Dr. Möbius, fand am 6. Februar 1895 im grossen Lichthofe des 
Museums eine Vorfeier statt, zu der sich die Familie und zahl- 
reiche Freunde und Verehrer des Jubilars sowie die Beamten 
des Museums eingefunden hatten. In der Festrede feierte Herr 
Geheimrath Professor Dr. Schulze die hohen Verdienste des 
Herrn Möbius um die Zoologie und speziell um die Neuorgani- 
sirong der zoologischen Sammlung des Museums Der zoologischen 
Sammlung wurde zugleich ein von Herrn Professor E. Hilde- 
brandt im Auftrage vieler in- und ausländischer Kollegen in 
Oel gemaltes Bild des Jubilars als Festgabe übergeben und 



— 116 — 

enthällt. Dieses Bild soll in den Räumen der Schansammlang 
seinen daaemden Platz finden. 

Am 1. April 1894 wurde der Kanzlei- und Büreaubülfsarbeit«r 
Roesel als Kanzlei-Sekretair etatsmässig angestellt Der Kastellan 
Puppe schied in Folge seiner Versetzung in den Ruhestand am 
1. Januar 1895 aus dem Dienst, bei welcher Gelegenheit ihm 
von des Kaisers und Königs Majestät das Kreuz der Inhaber des 
Königlichen Hausordens von HohenzoUern Allergnädigst ?er- 
liehen wurde. An seiner Stelle ist der Aufsichtsdiener Rimane 
zum Kastellan und der Büreaudiener Reuter zum Aufsichtsdiener 
ernannt worden. Als Büreaudiener wurde der Militairanwärter 
Kuhrt angenommen. 

Beyrich, 
Verwaltungsdirektor. 

2. Geoiogi8Ch-palaeoitol»gi8Che$ iMÜtHt und geologisob-palaeMtolaiiwhe 

SannlM|. 

1. Geologischpalaeontologisches Institut. 

Die Lehrmittel des Institutes wurden um eine Anzahl Demon- 
strationsobjekte , Zeichnungen, Wandtafeln, Photographien etc. 
vermehrt. Die geologische Vorlesungssammlung wurde von 
Professor Dam es bereichert und z. Th. neu geordnet TheiL^ 
selbstständig, theils unter Leitung der Beamten arbeiteten im 
Institute die Herren Dr. Böse, Dr. S cupin, Dr. Maas, cand. 
phil. Tiessen. Von diesen promovirten mit geologisch-palaeon- 
tologischen Arbeiten die Herren Scupin und Maas. Die Be- 
Petitionssammlungen wurden von einer Anzahl Studirender der 
Universität und der Königlichen Bergakademie benutzt Folgende 
Arbeiten gingen im Laufe des Jahres aus dem Institute herror: 
W. Dames: Die Chelonier der norddeutschen Tertiärformation. 
0. Jaekel: 1. Entwurf einer Morphogenie und Phylogenie der 

Crinoiden. 

2. Ueber sog. Paltenzähne und komplizirtere Zahn- 
bildungen überhaupt. 

3. Ueber Encrinus Camalli Beyr. 

4. Ueber Bothriocidaris. 

5. Selachier aus dem südrussischen Tertiär. 

K. Futterer: 1. Beiträge zur Kenntnis des Jura in Ostafrika* 

2. Ueber Granitporphyr von den Zillerthaler Alpen 



— 117 — 

Scapin: Ueber den histologischen Ban fossiler Ganoidschappen. 
6. Maas: Die untere Ereide im nördlichen Vorland des Hai'zes. 

2. Palaeontologische Hauptsammlung. 

Durch Kauf wurden erworben eine Anzahl seltener Echi- 
nodermen aas dem russischen Untersilur, Fischreste aus dem 
Kohlenkalk von Moskau, desgleichen solche aus dem Devon von 
Schottland und Livland; Crinoiden aus dem Devon Deutschlands 
und dem Palaeozoicum Nordamerikas; Schädel, Gebisse und 
sonstige Reste aus dem Tertiär Nordamerikas; Amphibien aus 
dem Perm Böhmens. Geschenkt wurden von Herrn v. Goldbeck, 
Kgl. Hofkammerpräsident hierselbst, eine Platte mit Encrinus 
Camalli und einige andere Fossilien, von Herrn stud. rer. mont. 
Mauve eine kleine Sammlung Fossilien aus dem oberschlesischen 
Jura. Aus der Ewald 'sehen Sammlung wurden gemäss den 
Bestimmungen der Frau Dr. Ewald die als Dubletten aus- 
geschiedenen Gegenstände, circa 60 Schiebladen umfassend, an 
das rheinische Mineralcontor des Herrn Dr. F. Krantz in 
Bonn abgeliefert. Prof. Beyrich führte die Durch- 
arbeitung der Tertiärfossilien, im Besonderen des diesbezüglichen, 
sehr umfangreichen Materials der Ewald'schen Sammlung fort. 
Durch Prof. Dames wurden die Echiniden, durch Dr. Jaekel 
die Crinoiden und Wirbelthiere der Ewald'schen Sammlung in 
die Hauptsammlung eingereiht. Letzterer beschäftigte sich 
ferner mit der Neuordnung der Fischsammlung, während durch 
den Assistenten Dr. Futter er die Ordnung der Ammoniten fort- 
geführt und Fossilsendungen aus den afrikanischen Kolonien 
und aus Persien bestimmt wurden. Zu wissenschaftlichen For- 
schungen wurden zahlreichen Fachgenossen, u. A. Prof. Koken 
in Königsberg i. Pr., Prof. Frech in Breslau, Prof. Graf zu 
Solms- Laubach in Strassburg i. Eis., Dr. Beushausen, 
Dr.Böse, Dr. Oppenheim, Dr.Maas, Dr. Scup in in Berlin die 
Schätze unserer Sammlung zur Benutzung zugänglich gemacht. 

3, Personalveränderungen haben in diesem Jahre nicht 
stattgefunden. Prof. Beyrich, 

Direktor. 

3. Mineralogi8ch-petr»graphi$ches Institut. 

Die mineralogischen und petrographischen Unterrichts- 
sammlungen erftihren wesentliche Bereicherungen und Er- 

8 



— 118 - 

gänzaugen an Mineralien und Gesteinen. Ganz besonders 
wurde auch eine grössere Anzahl von Erystallmodellen an- 
geschafft und die Zeichnungen für den Unterricht wesentlich 
vermehrt. 

Der Präparator und die Diener stellten eine ansehnliche 
Menge von neuen Mineral- und Gesteinspräparaten her. 

Die Einrichtungen im chemischen Laboratorium und der 
Bestand der Institutsbibliothek wurden weiter yervoUkommnet 
In letzterer Hinsicht sind namentlich erwähnenswerth Ge- 
schenke der TT. S. Geological Survey und der Smithsonian 
Institution. 

Im Institut war die Beschäftigung der Anfänger eine rege; 
im Sommersemester waren 17, im Wintersemester 6 Anfänger 
mit üebungen an Instrumenten und Erlernung krystallographiscb- 
petrographischer Methoden beschäftigt. Ausserdem führten drei 
Herren grössere Arbeiten aus. 

Von den im Institut ausgeführten Arbeiten sind folgende 
erschienen : 

C. Klein: Der Universaldrehapparat, ein Instrument zur Er- 
leichterung und Vereinfachung krystallographisch- 
optischer Untersuchungen. Sitzungsberichte der Königlich 
Preussischen Akademie der Wissenschaften. 1895. 
F. Rinne: Wachsthumsfoimen von Aluminiumkry stallen. Neues 

Jahrbuch für Mineralogie. 1894. Bd. IL 
Paul Siepert: Petrographische Untersuchungen an alten 
Ergussgesteinen aus der argentinischen Republik. In- 
auguraldissertation Berlin und Neues Jahrbuch for Mi- 
neralogie. 1894. Beilageband IX. 
Julius Romberg: Petrographische Untei-suchungen an Diorit-, 
Gabbro- und Amphibolitgesteinen aus dem Gebiete der 
argentinischen Republik. Inauguraldissertation Berlin 
und Neues Jahrbuch für Mineralogie. 1894. Beilage- 
band IX. 
F. Rinne, B. Kühn, E. Elich und A. Klautzsch: Krystallo- 
graphisch-optische Untersuchungen in W. Lossen: Ueber 
das Auftreten polymorpher Modifikationen bei Hydro- 
xylaminderivaten. Liebig's Annalen der Chemie. 
Band 281. 1894. 
Am Schluss des Etatsjahres schied der Kustos des In- 



— 119 — 

stituts, Privatdozent Dr. F. Rinne, nach langjähriger und erfolg- 
reicher Thätigkeit aas seiner Stellung aus, um die ordentliche 
Professur far Mineralogie und Geologie an der Königlichen 
Technischen Hochschule zu Hannover zu ühernehmen. An 
seine Stelle rückte als Institutsassistent Dr. Klautzsch 
ein, während die Vertretung der anderen Assistentenstelle 
der Berghaubeflissene Ernst Esch provisorisch auf ein Jahr 

äbemahm. 

Prof. Dr. C. Klein, 

Direktor. 

4. MiDeralogi«ch-petrographi8Che SammlUDg. 

Im Etatsjahr 1894/95 sind an der Sammlung folgende 
Arbeiten vorgenommen worden: 

In der Schausammlung wurden durch Ankauf erworbene 
oder als Geschenk erhaltene bessere Stacke an Stelle von 
minderwerthigen, die in die Hauptsammlung zuiückgenommen 
wurden, eingelegt, fernerhin wurde in der Prüfung der vor- 
handenen Etiketten auf ihre allseitige Richtigkeit fortgefahren. 

Was die Hauptsammlung anlangt, so vmrde in dieselbe die 
von dem verstorbenen Baron von Knobelsdorff auf Schön- 
eiche bei Berlin dem Staate vermachte Mineraliensammlung, 
nach Annahme des Geschenkes seitens Seiner Majestät (unter 
dem 9. Mai 1894), aufgenommen. Zu Ehren des Geschenkgebers 
wurde sein Name auf die Tafel der Geschenkgeber, die sich 
im Lichthof des Museums befindet, gesetzt. Da die Sammlung 
147 Stücke grösseren Formats und 1980 Stücke kleineren 
Formats enthält und durchweg sehr werthvolle Stücke darbietet, 
so wurde, da diese zum grösseren Theil nicht genau etikettirt 
waren, die Thätigkeit des Kustos durch Sicherung der Fund- 
orte und der Vorkommen bei der Einreihung in erheblicher 
Weise in Anspruch genommen. Nach Vollendung der Einordnung 
besagter Sammlung, die eine höchst werthvolle Bereicherung 
unserer mineralogischen Hauptsammlung darstellt, wandte sich 
die Thätigkeit des Kustos wieder der Bearbeitung der spanischen 
Mineralvorkoni men der Sammlung zu. 

Die Sammlungen haben sich auch in diesem Jahre erheb- 
licher Vermehrungen zu erfreuen gehabt. Angekauft wurden 
ein grosser Diamant vom Cap, eine Reihe seltener Kupfererze 

8* 



— 120 — 

aus Boleo in Mexico, sowie von Mineralien aas dem Bhein- 
land, fernerhin eine Suite von Mineralien aus dem Binnenthal. 
Spanien, Schweden und Amerika, weiterhin diverse Gesteine, 
unter ihnen eine schöne Suite von Pantelleria. 

Werthvolle Zuwendungen verdankt die Sammlung folgenden 
Herren: Prof. Dr. W. Dam es (Cölestin von Rudersdorf), 
Bergbaubeflissener und Assistent £. Esch (Gesteine aus dem 
Thüringer Wald), Privatdozent Dr. K. Futter er (Ganggranite 
von Grosssachsen), Freiherr M. von Oppenheim in Köln (Ge- 
steine und Mineralien aus Syrien), Professor Dr. F. Rinne in 
Hannover (Kalkthongranat vom Ockerthal), Dr. F. Rössler in 
Frankfurt a. M. (Silber, künstlich dargestellt), Dr. W. Salomon 
in Pavia (Kontaktgesteine vom Monte Adamello), Dr. J. E. 
Talmey, Salt - Lake - City , Utah (Gyps von Utah), Lehrer 
August Über, Reichenstein (Amphibolitserpentin von eben- 
daher), Missionsdirektor Wangemann (Mineralien und Gesteine 
vom Cap der guten Hoffnung und aus Kleinasien), Dr. L. Wulff 
(künstlich dargestellte Krystalle). 

Durch hohes Ministerialreskiipt vom 5. Juli 1894 ist dem 
Kustos au der mineralogisch-petrographischen Sammlung des 
Königlichen Museums für Naturkunde, Privatdozenten Dr. C. A. 
Tenne das Prädikat Professor verliehen worden. 

Prof Dr. C. Klein, 
Direktor. 

5. Zoologische Sammlung. 

Die Arbeiten des Bestimmens, Ordnens und Katalogisirens 
der Thiere Avaren in folgender Weise an die wissenschaftlichen 
Beamten vertheilt: 
Zweiter Direktor, Prof. Dr. von Märten s: Mollusken und 

Brachiopoden. 
Kustos Prof Dr. Hilgendorf: Fische, Crustaceen (ausser 

Cirripedien). 
Kustos Dr. ReichenoAv: Vögel. 

Kustos Dr. Karsch: Lepidopteren, Hemipteren, Orthopteren. 
Kustos Kolbe: Coleopteren, Neuropteren. 
Kustos Dr. Weltner: Cirripedien, Cölenteraten, Spongien. 

Protozoen. 



— 121 - 

Assistent Dr. Tornier: Anatomische Präparate, Reptilien, 

Amphibien. 
Assistent Matschie: Sängethiere. 
Assistent Dr. Co Hin: Würmer, Tunicaten. 
Assistent Dr. Stadelmann, Hymenopteren, Arachnoiden, My- 

riopoden. 
Assistent Dr. Meissner: Bryozoen, Echinodermen, Hülfs- 

leistungen beim Ordnen der Mollusken. 
Assistent Dr. Wandolleck: Dipteren. 

Wissenschaftliche Hilfsarbeiten führten aus: Dr. Lucas, 
welcher Hymenopteren bestimmte, ordnete, zeichnete und 
beschrieb; Dr. Schmiedeknecht in Blankenburg i. Thür. be- 
stimmte und ordnete Hymenopteren; E. H. Rübsaamen in 
Berlin präparirte, zeichnete, bestimmte und ordnete Gallenthiere 
und Blattläuse. 

Die technischen Arbeiten des Ausstopfens, Skelettirens, 
Einsetzens in Spiritus und dergl. tührten aus die Präparatoren 
Ludwig, Kastelan, Lemm und Bullemer, die Hülfspräpa- 
ratoren Protz und Reiche und der Lehrling Stadelmann. 
Insekten präparirten der Lithograph Thurau und der Lehrling 
Schmidt. Für Handleistungen bei den wissenschaftlichen und 
technischen Arbeiten sind sechs Diener angestellt, von welchen 
drei auch noch die Schausammlung zu überwachen haben, wenn 
diese dem Publikum geöflftiet ist. 

Zeichnungen für die Schausammlung oder für Schriften 
wissenschaftlicher Beamten des Museums für Naturkunde 
fertigten an Frau Anna Held, Fräulein v. Zglinicka, Herr 
Xic. Prillwitz und Herr Rübsaamen. 

A. Die Schausammlung. 

Säugethiere. Neu aufgestellt wurden ein Löwe und eine 
Suara-Antilope aus Deutsch-Ostafrika, ein Kirgisen-Kameel, ein 
Sinai-Klippschiefer, ein schwarzer Makak von Celebes, ein Vis- 
cacha aus Argentinien und ein junges Paka. 

Vögel. Manche schlecht ausgestopften Stücke wurden durch 
bessere ersetzt, mehrere Skelette eingefügt und zwölf Wachs- 
raodelle zur Veranschaulichung defe Vogelflugs aufgestellt. 

Reptilien und Amphibien. Mehrere einheimische Arten 
wurden auf Bimssteinunterlagen in Spiritus in ihren Lebens- 



— 122 — 

formen aufgestellt. Neben einige in Spiritus eingesetzte Am- 
phibien wurden gute kolorirte Bilder gestellt, um den Be- 
schauern die Farbe der lebendigen Thiere zu zeigen. 

Fische. Es wurden Entwicklungsstadien der Ganoiden 
Amia und Lepidosteus und der Bachforelle aufgestellt, mehrere 
Arten in die systematische Abtheilung eingefögt und sechs neue 
Verbreitungskarten angefertigt. 

Insekten. In die Ordnungen der Käfer und Hymenopteren 
wurden mehrere Präparate zur Veranschaulichung der Lebens- 
weise eingereiht und in der systematischen Abtheilung der 
Hymenopteren die Verbreitungskarten vermehrt. Die syste- 
matische Sammlung der Dipteren wurde fortgeführt und die ver- 
schiedenen Formen der Dipterenfühler durch 36 vergrösserte 
Photographien zur Anschauung gebracht. In 22 Kasten wurden 
Blattläuse und Schildläuse nebst den Pflanzen, an denen sie 
leben, mit vergrösserten Abbildungen aufgestellt. 

In einem Kasten wurden Insekten, welche sich durch 
Schutzfarben auszeichnen, mit den von ihnen nachgeahmten 
Gegenständen zusammengestellt und erklärt. 

Spinnenthiere. Manche schadhafte Stücke wurden durch 
bessere Exemplare ersetzt. 

Myriopoden. Die Hauptformen wurden in systematischer 
Ordnung aufgestellt. 

Crustaceen. Es wurden anatomische Präparate eines 
Tascheukrebses, mehrere Schmarotzercopepoden und die Ver- 
breitungskarte der Süsswasser-Palämoniden aufgestellt. 

Würmer. Einige von der zoologischen Station in Neapel 
erworbene und mehrere aus Mheren Vorräthen ausgewählte 
Arten wurden aufgestellt. 

Bryozoen. Schlechte Stücke wurden durch bessere 
ersetzt. 

Mollusken. Die Sammlung verarbeiteter Konchylien 
wurde durch eine von Herrn v. Martens geschenkte, ans 
Haliotisschalen zusammengesetzte Flasche und durch Trompeten- 
schnecken (Geschenk des Herrn Dr. Jagor) bereichert. Die 
künstliche Austernzucht wurde durch Brutsammelziegel aus der 
Bucht von Arcachon veranschaulicht. 

In der Echinodermensammlung wurden einige See- 
sterne und Seeigel aufgestellt. 



— 128 — 

Cölenteraten, Spongien und Protozoen. Es worden 
17 Arten Cölenteraten, 3 Arten Spongien und eine grosse 
Glockenthierkolonie aufgestellt. 

B. Die Hauptsammlung. 

Säugethiere. Die Schädel der Langarmaffen, Meerkatzen, 
Krallaffen , Antilopen und einer grösseren Anzahl Nage- 
tbiere wurden kritisch revidirt, etikettirt und geordnet auf- 
gestellt und ein systematischer Katalog der Affen angelegt. 

Vögel. Die neue Etikettirung der ausgestopften Exemplare 
und der Bälge wurde fortgesetzt. Sie erstreckte sich auf die 
Psittaci und einen Theil der Eaptatores. Die neue Aufstellung 
und Etikettirung der Eiersammlung wurde zu Ende geführt. 

Eeptilien und Amphibien. Viele aus Brasilien, Florida, 
Kamerun, Ostafrika und Madagascar kommende Arten wurden 
bestimmt, etikettirt, katalogisirt und in die Hauptsammlung ein- 
geordnet. Diese wurde auch durch einige Skelette vermehrt. 

Fische. Eine grosse Zahl Gläser wurde mit neuem Wein- 
geist versehen. Für die Sammlung miki'oskopischer Präparate 
wurden Knochenschliffe der Gattungen Silurus und Thynnus an- 
gefertigt. Viele aus Ostafrika, Togo, Madagascar, Mauritius, 
Jaluit (Marschall-Inseln), Syrien und Florida kommende Arten 
wurden bestimmt und in die systematische Sammlung ein- 
gereihet. 

Insekten. Präparirt und geordnet und zum Theil auch 
bestimmt wurden zahlreiche Insekten aus Afrika, Neu-Guinea, 
Java, Bomeo, Japan, Madagaskar und von den Marschallinseln. 
Die systematische AufsteUung der Grabwespen wurde fort- 
gesetzt, die Gallensammlung vermehrt und geordnet. 

In die Dipterensammlung wurden biologische Stücke ein- 
gefügt und eine besondere Abtheilung paläarktischer Dipteren 
eingerichtet. Von den Orthopteren wurden die Saltatorien 
ziemlich vollständig durchbestimmt und geordnet. Die Aphiden, 
Cocciden und ein Theil der Psylliden wurden in 17 Kästen neu 
aufgestellt 

Arachnoiden. Die Scorpione und Tarantuliden wurden 
nach neuen Monographien etikettirt und geordnet. 

Crustaceen. Bestimmt und eingeordnet wurden Deca- 
poden, Amphipoden und Isopoden aus Afrika, Madagaskar, Mau- 



— 124 — 

ritius, Neuseeland, Japan, Brasilien, Florida und Norwegen 
und ein Katalog der bekannten Cladoceren (von Dr. Weltner) 
ausgearbeitet. 

Würmer. Viele aus den Deutschen Kolonien eingehende 
Arten wurden durchgesehen, zum Theil definitiv bestimmt und 
in die Sammlung eingereiht. Auch viele deutsche und portn- 
gisische Arten wurden bestimmt. 

Tunikaten. Die Pyrosomen wurden durchgesehen nnd 
manche Bestimmungen derselben berichtigt. 

Bryozoen. Die Bearbeitung der ostafirikanischen Süss- 
wasser-Bryozoen wurde beendigt. 

Mollusken. Die definitive Anordnung der Konchylien 
mit Einreihung der Stacke aus der Dunker sehen und Pätel- 
schen Sammlung und Ausscheidung der abgebbaren Doubletten 
wurde für die Familie der Olividen abgeschlossen, fttr die Tri- 
toniden, Cassididen, Doliiden und Cypraeiden ganz ausgefiilul 
Uebersichtlich geordnet wurden auch die altweltlichen Mela- 
niiden, Cyreniden, die Helixgruppen Campylaea, Macularia. 
Iberus und Pomatia, die Gattungen Amphidromus, Ortalichns, 
Limicolaria, Perideris, Achatina, Nanina, Hyalinia und Patnla. 
Fortgefährt wurde die Ausscheidung einer besonderen nach 
Provinzen geordneten Sammlung der deutschen Land- und Süss- 
wasserkonchyUen. 

Echinodermen. Neu etikettirt und geordnet wurden die 
Asteroiden-Gattungen Luidia, Ctenodiscus, Asterias, Astropecten 
und Asterina. Bestimmt wurden Echinodermen von Ostafirika, 
Mauritius, Japan, Norwegen und dem antarktischen Gebiete 
von Südamerika. 

Cölenteraten, Spongien und Protozoen. Eingesandte 
Arten wurden grösstentheils bestimmt und eingeonlnet Die 
vorhandenen Sässwasserschwämme wurden katalogisirt und ein 
systematisches Verzeichniss aller bekannten Sässwasser- 
schwämme für den Druck ausgearbeitet. 

Vermehrung der zoologischen Sammlung. 

Gekauft wurden Säugethiere aus Brasilien, Paraguay, 
Ceylon, Madagaskar, Syrien und Tunis. Aus den Kolonien in 
Afrika lieferten werthvolle Stücke die Herren Stuhlmann, 
Baumann und Conradt. Geschenke gingen ein von Dr. 



— 125 — 

Rothschüh aus Nicaragua, Dann y Palacis aus Mexiko, Prof. 
Selenka aus Bomeo, 0. Neumajnn, Dr. Lieder und Oberst 
V. Scheele aus Ostafnka, Zolldirektor Boeder und Dr. Pas- 
sarge aus Westafrika. 

Vögel Aus den afrikanischen Schutzgebieten kamen zahl- 
reiche dem Museum bisher fehlende und auch viele für die 
Wissenschaft neue Arten von den Herren Baumann in Togo, 
Zenker in Kamerun, Stuhlmann in Dar-es-Salam und 
0. Neumann aus Ostafrika, dessen geschenkte Zusendungen 
über 1200 Bälge umfassen, mit 15 unbeschriebenen Spezies. 
Viele Bomeo -Vögel schenkte Herr Konsul Hose, mexikanische 
Vögel Herr Dann. Vogelbälge schenkten feraer noch die 
Herren Radde in Tiflis, Arends in Jnist, Blaauw in s'Grave- 
land, V. Koppelow in Wittenberge i. E., Günther in Berlin, 
Kuschel in Breslau, Sjöstedt in üpsala. Gekauft wurden 
Bälge aus Transkaspien, China, Indien, Tunis, Madeira, Lapp- 
land und Amerika und Eier aus Tunis. Durch Tausch wurden 
vom Britisch-Natural-History-Museum mehrere ostafrikanische 
Vögel erworben. Im Ganzen erhielt die Vogelsammlung mehr 
als 2000 Bälge, 32 Skelette und 615 Eier. Die neu geordnete 
Eiersammlung enthält jetzt 1737 Arten in 13459 Exemplaren. 

Reptilien und Amphibien. Gekauft wurden zahlreiche 
Arten aus Brasilien, Birma, Madagaskar und üsambara. Die 
Kolonialbeamten Dr. Preuss und Conradt schickten Arten 
aus Kamerun und Togo. WerthvoUe Geschenke sandte Herr 
0. Nenmann aus OstaMka. 

Fische. Gekauft wurden Arten aus Mauritius, Madagaskar, 
üsambara, Florida, Brasilien, aus der Nordsee und dem Mittel- 
meer. Aus deutschen Schutzgebieten kamen Sendungen von 
Ost- und Westafrika und den Marschallinseln. Geschenke 
machten die Herren Prof. G. Fritsch, Dr. Fülleborn, Sören 
Schougaard, Prof. Selenka, die Planktonexpedition und der 
zoologische Garten in Hamburg. 

Insekten. Sehr vermehrt wurden die Ordnungen der Lepi- 
dopteren, Coleopteren, Hemipteren und Orthopteren durch Sen- 
dungen aus den afrikanischen Schutzgebieten, besonders durch 
die Sammelthätigkeit der dort angestellten Herren Baumann, 
Conradt, Preuss, Zenker, Volkens, Stuhlmann und 
durch den Reisenden 0. Neumann. Durch Ankäufe wurden 



— 126 — 

erworben Insekten verschiedener Ordnungen aas Japan, Java, 
Bomeo, Brasilien, Mexiko und Madagaskar, üsambara und den 
Marschallinseln. Geschenke verdankt die zoologische Samm- 
long den Herren 0. Neumann, Frnhstorfer, K. Becker 
Godman & Salvin, Dr. Steinbach, Emery, Forel, Mayr. 
Käbsaamen und Thnran. Durch Tausch erhielt die Insekten- 
sammlang Gegenstände aus den Museen in Wien nnd Hamberg 
und von den Herren Forel, Mayr und Emery. 

Arachnoidea. Gekauft wurden Spinnen aus Cypem. 
Kleinasien, von den Balearen, aus Madagaskar, Ostafiika, Su- 
matra, Java und Südamerika; eingetauscht von dem Hamburger 
Museum und geschenkt von Dr. Haase (aus Bangkok) und 
0. Neumann (aus Ostafrika). 

Myriopoden. Gekauft wurden Arten aus Sadamerika, 
Ostafrika, Madagaskar und Cypern; geschenkt ostafrikanische 
von 0. Neumann. Aus den deutschen Schutzgebieten wurden 
viele Stücke von Stationsbeamten eingesandt. 

Crustaceen. Gekauft wurden Dekapoden und Artliro- 
straka aus Mauritius, Madagaskar, Florida, Brasilien, Japan, 
Neuseeland und Ostafrika und eine reichhaltige Sammlung von 
Ostrakoden aus dem Mittelmeere. Aus den deutschen Schatz- 
gebieten kamen Sendungen von den Marschallinseln, Ostafrika, 
Togo und Kamerun. Geschenke machten die Herren 0. Neu- 
mann (aus Ostafrika), Hartwig (aus der Mark Brandenburg). 
Talmage (aus Nordamerika), Bothschuh (aus Nicaragua). 

Würmer. Gekauft wurden Würmer aus Madagaskar, Sud- 
amerika, Neapel und Kleinasien. Aus den Deutschen Schutz- 
gebieten wurden viele Erd- und Süsswasserwfirmer geschickt 
Geschenke machten die Herren Blochmann, Böhmig, Collin, 
Conwentz, Ehrenreich, Hennig, Hilgendorf, Küken- 
thal, v. Luschan, v. Martens, Meissner, Michaelis, 
Moller, 0. Neumann, Oliveira, Protz, Seemann, Sim- 
roth, Tschirch, Uhde und Weltner. 

Bryozoen. Die Süsswasserbryozoen wurden vermehrt 
durch Geschenke der Herren Weltner (aus der Mark Branden- 
burg), Römer (aus dem Rheingebiet), Protz (ans West- 
preussen), Lönnberg (aus Florida) und durch amtliche Sen- 
dungen aus Ostafrika. Meeresbryozoen aus Australien wurden 



— 127 - — 

eingetaosclit and von der zoologischeu Station in Neapel durch 
Kauf erworben. 

Mollusken. Die Sammlung wurde um 924 Nummern, 
welche 1174 Exemplare umfassen, vermehrt. 336 dieser Num- 
mern gehören zu Arten, welche bisher fehlten. Durch ein 
werthvoUes Geschenk der Erben des Dr. Carl von Wallen- 
berg wurden der Konchyliensammlung viele Land- und Süss- 
wassermoUusken zugeführt, welche ihr früherer Besitzer in 
Lappland und Spanien sammelte und zu veröffentlichten Be- 
schreibungen benutzte. An sonstigen Geschenken wurden in 
die Konchyliensammlung eingereihet Cephalopoden aus dem adria- 
tischen Meere (von Dr. Hermes), südeuropäische und alge- 
rische Landschnecken (von Dr. Kobelt), westfranzösische 
Austern (gesammelt von Prof. Möbius), verschiedene Austem- 
arten (von E. Preuss), javanische Landschnecken (von Herrn 
Strubell), chinesische Konchylien (von Herrn Schmacker) 
neuseeländische (von Herrn Suter), portugisische (von den 
Herren Moller und Oliveira), centralamerikanische (von Dr. 
Rothschuh), floridanische (vonDr. Lönnberg), ostafrikanische 
(von Herrn Oestro), südamerikanische (vonDr. Bohls), seltene 
württembergische Spezies (von Herrn Geyer), bei S. Remo ge- 
sammelte Arten (von Herrn 0. Schneider), Unioniden aus 
Afrika und Indien (von Herrn Drouet). Aus Ostafrika sandten 
interessante Arten die Herren 0. Neumann und Dr. Volkens, 
aus Westafiika die Herren Conradt, Baumann und Dr. Pas- 
sarge. In Württemberg sammelte Konchylien für das Museum 
Prof. V. Martens, in Westpreussen Präparator Protz, in der 
Umgebung von Berlin Dr. Meissner. Durch Tausch wurden 
seltenere ost- und südafrikanische Konchylien erhalten von den 
Herren Ponsonby und E. Smith in London, einige central- 
amerikanische und brasilische Arten von Herrn H. v. Ihering 
in S. Paulo. Gekauft wurden neue Konchylien aus Java, Neu- 
seeland und Birma. 

Die Echinodermen wurden vermehrt durch Geschenke 
ans Norwegen (von Prof. Blochmann), aus Spitzbergen (von 
Prof. Küken thal), aus Brasilien (von Dr. Breuning). Aus 
deutschen Schutzgebieten kamen Seeigel von Kamerun und ver- 
schiedene schöne Arten von den Korallenriffen der Marschall- 



— •128 — 

inseln (durch Dr. Steinbach). Gekauft wurden Echinodernien 
aus Japan, Mauritius, dem Mittelmeer und Ostafrika. 

Ende März 1895 enthielt der Generalkatalog folgende 
Schlussnummern (in Klammern die Schlussnummem im 
März 1894): 

Säugethiere 7522 (7256), Vögel 31561 (31 111), Vogel- 
eier 5831 (5580), Reptilien und Amphibien 11838 (11561) 
Fische 13800 (13460), Lepidopteren 27 507 (27264), Coi 
leopteren 66056 (65102), Hymenopteren 27 650 (27000), 
Dipteren 12033 (11619), mikroskopische Präparate von 
Dipteren 309 (264), Neuropteren 1162 (1154), Ortho- 
pteren 6579 (6330), Hemipteren 12 202 (11899), Arach- 
noiden 7481 (7230), Myriopoden 1760 (1700), Crustaceen 
und Pantopoden 9348 (8931), freilebende Würmer 2571 
(2390), Entozoen 3246 (3227), Tunikaten 487 (476), ßryo- 
zoen 588 (572), Mollusken und Brachiopoden 47875 
(46 951), Echinodermen 3701 (3598), Cölenteraten 3471 
(3413), Spongien und Protozoen 2125 (2022). 

Die Bibliothek wurde durch Zeitschriften, neue Bücher 
und antiquarische Erwerbungen so bedeutend vermehrt, dass 
der für Bücher angesetzte Posten von 2000 M. um 3929,88 M. 
leider zu Ungunsten von Thierankäufen überschritten werden 
musste. Die Centralbibliothek wurde in neuer besserer Ordnimg 
aufgestellt. Die Regale derselben wurden vermehrt. Den bis 
zum Januar 1 895 in dem Zimmer der Centralbibliothek sitzenden 
Verwaltungsbeamten wurde ein besonderes Zimmer im Erd- 
geschoss eingerichtet, um die gegenseitigen Störungen der 
Büreaubeamten und der die Bibliothek benutzenden Zoologen 
abzustellen. 

Der photographische Apparat wurde vervollständigt 
durch einen Projektionstisch für die mikrographische Camera 
von Zeiss und durch Apochromat - Objektive von 70 mm und 
35 mm Brennweite nebst Beleuchtungslinse. 

Die zoologische Sammlung wurde 1894/95 von 14 Schulen 
besucht. Zutrittskarten zum Besuch der Schausammlung, wenn 
sie dem Publikum nicht offen steht, erhielten 26 Personen. 
Karten zur Benutzung verschiedener Abtheilungen der Haupi- 
sammlung zu wissenschaftlichen Vergleichungen 23 Personen. 

Die Abtheilung der Säagethiere benutzten folgende 



— 129 — 

wissenschaftliche Anstalten in Berlin: das zoologische Institut 
(Prof. Dr. F. E. Schulze, Dr. v. Maehrenthal), das palaeontolo- 
gische Institut (Prof. Dr. Dames, Dr. Jaekel); das I. anatomische 
Instistut (Geh. Medizinalrath Prof Dr. Waldeyer), das Museum 
für Völkerkunde (Geh. Regierungsrath Prof Dr. Bastian, 
Dr. V. Luschan, Dr. Wenle); die landwirthschaftliche Hoch- 
schule (Prof. Dr. Nehring, Dr. Rörig); die anthropologische 
Sammlung (Dr. Lissauer); der zoologische Garten (Dr. Heck); 
das Aquarium (Dr. Hermes). Auswärtige Benutzer: Die 
zoologischen Museen in Hamburg (Prof. Dr. Kraepelin, 
Dr. Bohls); Lübeck (Dr. Lenz); Frankfurt a/M. (Prof Dr. Blum, 
Koch); Darmstadt (Prof. Dr. v. Koch); Danzig (Prof. Dr. Con- 
wentz); Königsberg (Prof Dr. Braun); Tharandt (Prof. Dr. 
Xitsche); Eberswalde (Dr. Eckstein); Stuttgart (Prof. Dr 
Lampert); Leipzig (Prof. Dr. Leuckart); Dresden (Hofrath 
Dr. A. B. Meyer); die zoologischen Gärten in Hamburg 
(Dr. Bolau); Hannover (Dr. SchaeflF); Dresden (Schoepff); Leipzig 
(Pinkert); — ferner im Auslande die Herren Oldf Thomas, 
P. L. Sclater, Andersson (London) ; Hartert und Baron Rothschild 
(Tring); Rowl. Ward, Jamrach (London); Prazak, Holub (Wien); 
Schmitz (Madeira) ; Prof. Dr. TuUberg (Upsala) ; Sjöstedt 
(üpsala); 0. Reiser (Serajewo); H. Memara (Washington) ; Prof. 
Göldi (Rio de Janeiro); Dubois (Java). 

Die Vogelsammlung benutzten zu wissenschaftlichen 
Zwecken folgende Herren : Graf v. Berlepsch (Münden) ; Blaauw 
('s Graveland); Deichler (Nierstein); Dr. Flöricke (Rositten); 
Dr. Heck (Berlin); Dr. Hartlaub (Bremen); E. Hartert (Tring 
in England); Major Krüger -Velthusen (Berlin); Polizeirath 
Kuschel (Breslau); Hofrath Meyer (Dresden); Dr. Müller (Berlin); 
Dr. Müller-Liebenwalde (Berlin); Hofrath Fürbringer (Jena); 
0. Neumann (Berlin); P. Neumann (z. Zt. in Argentinien) 
Amtsrath Nehrkorn (Riddagshausen) ; Dr. Conwentz (Danzig); 
Dr. Rörig (Berlin); Rolle (Berlin); Y. Sjöstedt (X3psala)-, 
H. Schalow (Berlin) ; Dr. Sclater (London) ; Dr. Sharpe (London) *, 
Baron v. Rothschild (Tring in England) ;E. Rzehak (Troppau); 
Graf Salvadori (Turin); Schlüter (Halle a/S.); v. Schutzbar 
(Münden); Seebohm (London); v. Treskow (Westend); Wigles- 
worth (Dresden). 

Die Sammlung der Reptilien und Amphibien benutzten 



— 130 — 

die Herren Franz Werner (Wien), Hans Virchow (Berlin). 
Dr. FüUebom (Berlin), Dr. Göppert (Heidelberg), Dr. Weltner 
(Berlin), John Anderson (London), Prof. Hulbrecht (Utrecht), 
das zoologische Institut in Berlin und einige hiesige Sammler. 

Die Fischsammlung benutzten v. Vangel (Budapest). 
Dr. Göppert (Heidelberg), Prof. Braun (Königsberg i. Pr.). 
Dr. Jaekel (Berlin), Bildhauer Boue (Berlin). 

Wissenschaftliche Auskünfte über Fische erbaten und er- 
hielten das Aquarium, das zoologische Institut, Prof. H. Virchov. 
der Verein Triton, die Herren Matte, Nitsche, Dr. Staby. 
Dr. y. Luschan in Berlin. 

Für auswärtige Gelehrte wurden Untersuchungen gemacht 
und ihnen darüber Mittheilungen geliefert: den Herren Garmao 
(Cambridge, Mass.), Grassi (Neapel), Boulenger (London^ 
Reuvens (Leyden), Conwentz (Danzig). Material zu Unter- 
suchungen erhielten: Prof. Kossei (Berlin), Dr. Ballowitz (Greifs- 
wald), Dr. Göppert (Heidelberg). 

Die Lepidopteren-Sammlung benutzten: von Ein- 
heimischen Frau Minister Delbrück, die Herren Prof. Doenitz. 
Major Daudt nebst Sohn, H. Fruhstorfer, Hensel, Holtz, 
Haensch, Neumann, Dr. Koser, Pfiitzner, Prof. Schneider, 
Dr. Staudinger, Stichel, Suflfert, Thiele, Tetens; von Auswärtigen 
die Herren Prof Aurivillius (Stockholm), Major Lange (Hagenau). 
Rentier Sarffert (Dresden), Ribbe. 

Die Coleopterensammlung benutzten von hiesigen 
Entomologen die Herren Dr. Kraatz, Dr. Hom, Prof. Fischer. 
E. v. Oertzen, Neuwerk, Paskai, Becker, Weise und Schilsky: 
von auswärtigen Entomologen die Herren Prof. Dr. Aurivillius, 
Prof. Dr. Gerstaecker, Dr. Ohaus, Dr. Dormeyer, Soltan. 
Dr. Jordan, Champion, Fauvel, Dr. Hinneberg, A. Hej-ne, Kerre- 
mans, Faust, Prof. Müller, Professor Gestro und Blandford. 

Die Sammlung der Hymenopteren wurde benutzt von den 
Herren Rübsaamen und Lichtwardt in Berlin, Emery in Turin. 
Forel in Gtenf, Mayr, Handlirsch und Kohl in Wien, Schmiede- 
knecht in Blankenburg i. Thür. 

Die Dipterensammlung benutzten die Herren Prof. Brauer 
(Wien) und Lichtwardt (Berlin); die Neuropterensammlnng 
Prof. Gerstaecker (Greifswald) und Prof. Klapalek in Wittingau, 
die Spinnensammlung die Herren Prof Kraepelin in Hamburg 



— 131 — 

und Prof. Neumann in Toulouse; die Myriopodensammlung 
Graf Alterns in Wien; die Crusteensammlung Dr. Jaekel 
und Lehrer Hartwig in Berlin, Dr. W. MüUer in Greifswald, 
Dr. Vanhöffen in Kiel, Richard in Paris. 

Die Orthopteren-Sammlung studirten von Auswärtigen: 
Dr. Brunner von Wattenwyl (Wien), Dr. H. Dohni (Stettin), 
Prof. Braun (Königsberg); die Hemipteren-Sammlung be- 
sichtigten: Dr. Schmidt-Schwedt, Stabsarzt Hueber, Professor 
Herbert Osbom (Washington). 

Die Abtheilung der Wärmer benutzten: 

a. Zu eigenen Studienzwecken oder zur Be- 
arbeitung unseres Museums-Materiales: die Herren Graf 
Alterns, ß. Blanchard, Böhmig, M. Braun, Bürger, v. Graff 
(Graz), Jägerskiöld, Jaekel, Levander, Michaelsen, Monticelli, 
Mräzek, Passarge, Pintner, Reibisch, v. Schröder, Sonsino, 
Stiles, Talmage, Ude, von Vängel. 

b. Um sich Würmer bestimmen zu lassen: die Herren 
Borchmann, M. Braun, Conwentz, Henking, Kuckenburg, 
V. Mährenthal, Moller, Aug. Müller, Oliveira, Roesel, H Schulze, 
Weltner. 

Die Tunikatensammlung benutzte Herr Dr. Seeliger in 
Berlin. 

Die Bryozoensammlung benutzten zu wissenschaftlichen 
Zwecken die Herren Dr. von Vängel (Budapest) und Dr. Matz- 
dorff (Berlin), der die Bearbeitung der von Stabsarzt Sander 
heimgebrachten Bryozoen-Ausbeute übernahm. 

Die Molluskensammlung benutzten Geh. Rath Beyrich 
und mehrere Herren von der Berg-Akademie für ihre Studien 
und wissenschaftlichen Arbeiten, ferner hauptsächlich zur Be- 
stimmung einzelner Arten die Herren Fruhstorfer, Aug. Müller 
und Rolle in Berlin, 0. Schneider aus Leipzig, Strubell aus 
Frankltirt a. M., Dr. Lundberg aus Stockholm, Prof. Möricke 
und Andere bei zeitweiliger Anwesenheit in Berlin. Brieflich 
Auskunft gegeben wurde auf Grund des Materials im Museum, 
beziehungsweise Bestimmungen gemacht oder revidirt, dem 
Museum für Völkerkunde in Berlin betreffs der Arten ver- 
arbeiteter Conchylien, Herrn E. Preuss in Berlin betreffs ver- 
schiedener Austernarten, Herrn Heincke in Helgoland, Schepman 
in Roon bei Rotterdam, Sturany in Wien, Dr. Oestro in Genua, 



— 132 — 

Schmitz iu Funchal (Madeira), H. v. Ihering in S. Panlo 
(BrasilieD) u. A. 

Ausgeliehen zn Untersuchungen und Yergleichungen für in 
Arbeit befindliche wissenschaftliche Werke wurden Conchylien 
an Dr. Kobelt in Schwanheim, an R. Bergh in Kopenhagen und 
Dr. Ant. Wagner in Wiener Neustadt 

Zu wissenschaftlichen Zwecken wurde dieEchinodermen- 
Sammlung benutzt von den Qerren Dr. Jaekel, Dr. Frenzel, der 
biologischen Station in Helgoland undProf.Döderlein in Strassburg. 

Die Spongiensammlung wurde benutzt von Mr. Minchin 
in Oxford. Bestimmt wurden Spongien für das Museoin in 
Calcutta, für die biologische Anstalt auf Helgoland, fiir das zoo- 
logische Museum in Königsberg und für die Herren Moller, 
Lönnberg, Nobre, St^delmann, Braun, Hanitsch und Bömer. 

Anleitung zum Sammeln und Konserviren von Thieren anf 
Reisen erhielten die Herren C. Braun, Levander, v. Pawlikowski, 
Plehn, Schwabe, Wicke, P. Neumann, Schimmelpfennig u. A. 

Die wissenschaftlichen Beamten der zoologischen Sammlung 
haben 1894/95 Folgendes veröffentlicht: 
K. Möbius: Ueber Eiernester pelagischer Fi§che aus dem mittel- 
atlantischen Ocean. Sitzber. d. Akad« d. W^iss. Berlin. 
L. 1894. — Die geographische Verbreitung und Lebens- 
weise der nutzbaren Walfische. Verhdl. der Ges. f. Erd- 
kunde in Berlin 1894. Nr. 6, 

E. V. Martens: Mollusken in Semons Zoologischen Forschungen 

in Australien und dem malayischen Archipel, Band 
V. S. &3-96 Taf, IV. fol. — In Sitzb. d. Ges. nat. 
Freunde 1894: Ueber die von Dr. Bohls in Paraguay ge- 
sammelten Mollusken. — Neue Süsswasser-Conchylien 
aus Korea. — Schulpe und Kiefer eines grossen Tinten- 
fisches. — 1895: Ein verarbeitetes Conchylienstuck aus 
Neu-Guinea, 

F. Hilgendorf: In Sitzber. Ges. naturf. Freunde 1894: Eine 

neue Characiniden-Gattung, Petersius, aus dem Kingani- 
flusse. — Ueber Eocuma. — Bericht über Carcinologie 
d. J. 1891. (Archiv f. Naturgesch.) 
A. Reichenow: In Journ. f. Omith 1894: Zur Vogelfauna von 
Kamerun. — Ueber afrikanische Nashornvögel. — Ueber 
Oedicnemus saharae n. subsp. — Ueber Variiren von 



— 133 — 

Bombycilla japonica. — BibliographiaOrnithologiae Aethio- 
picae. — Lophoceros neumanni n. sp. — Crax hecki 
n. sp. — In Omithol. Monatsber. 1894: Paradisea maria 
IL sp. — Neue Arten aus Kamerun — Ueber den süd- 
afiikanischen Strauss. — Das Helmperlhuhn von Damara 
Land. — Colymbus oder Podiceps? — Eremomela 
banmanni n. sp. — Micropus kolnigi n. sp. — Die 
Vögel Deutsch-Ost-Aftikas. Berlin, D. Reimer 1894, 

F. Earsch: In den Entomologischen Nachrichten: Archineura 
basilactea W. F. Kirby — Echo incarnata Earsch. — Eine 
neue ostafrikanische Lepidopteren-Gattung und -Art aus 
der Familie der Satyriden. — Einige neue afrikanische 
Tagfalter aus den Familien der Nymphaliden, Acräiden, 
Danaididen und Satyriden. Mit 1 Textfigur. — Ueber 
die seltene Nymphalide Harma concordia Hopff. — Pseud- 
athyma neptidina, eine neue Nymphalide aus dem Hinter- 
lande von Kamerun. — Synonymical note about Satyridae. 
— Zwei neue ostafrikanische Arctiiden. — Ueber die 
Libellulide „Tromea" erythraea Brauer. — Li der Berliner 
Entom. Zeitschr.: Ueber einige neue oder ungenügend 
bekannte, durch Herrn 6. Zenker auf der deutschen 
Forschungsstation Jaände im Hinterlande von Kamerun 
gesammelte Nymphaliden. Mit 5 Holzschnitten. — Libellen 
von der deutschen Forschungsstation Jaünde im Hinter- 
lande von Kamerun, gesammelt von Herrn G. Zenker. 
Mit 21 Textflguren. — Mantodeen von Kamerun, ge- 
sammelt von Herrn Dr. Paul Preuss. Mit Tafel 19 
und 20. 

(t. J. Kolbe: In Stettin. Entom. Zeit 1894: Beiträge zur Kennt- 
niss der Longicomier. III — X. — Ueber einige neue, 
von Herrn Fruhstorfer auf Java entdeckte Coleopteren. — 
Die Coleopterenfauna Central-Afrikas I, H. — - Der Pfeil- 
giflkäfer der Kalahari-Wttste, Diamphidia simplex P6- 
ring. — Coleopteren aus Togo I. — Beiträge zur Kennt- 
nis der Mistkäfer IV. — Coleopteren aus Afrika L — 
Synopsis der in Afrika gefundenen Arten der Ruteliden- 
gattnng Popillia. — Beiträge zur Kenntniss der Melolon- 
thiden L (Annal. Soc. Ent. Belgique. XXXVIII. 1894. — 

Ueber fossile Reste von Coleopteren aus einem alten 

9 



— 134 — 

Torflager bei Gr.-Räschen in der Nieder-Laositz. (Sitzb 
Ges. Naturf. Freunde 1894.) 

W. Weltner: Anleitung zum Sammeln von Süsswasserschwämmen 
nebst Bemerkungen aber die in ihnen lebenden Insekten- 
larven. Entom. Nachr. 1894. — Nitsche und Weltner, 
Ueber einen neuen Hautparasiten (Tetramitus nitschei) 
an Goldfischen. Zeitschr. f. ßakterioL u. Parasitenkunde. 
Bd. 16. — Spongien, in: Beiträge zur Fauna der süd- 
östlichen und östlichen Nordsee. Wissensch. Meeren- 
unters, deutsch. Meere. Neue Folge. 1 Bd. 1894. — Die 
Ichthyophtiriuskrankheit. Blatt, f. Aquar. und Terrarien- 
freunde Bd. 6. 1895. — Bemerkungen über eine Pemphigus 
— ähnliche Erkrankung am Stichling. Daselbst 

G. Tornier: Das Entstehen der Gelenkfonnen. — Ein zoo- 
phyletisches Entwicklungsgesetz. In Ergänzungsheft des 
Anat. Anz. 1894. — Das Entstehen der Gelenkformen. 
Arch. f. Entwicklungsmech. I. Heft 1 — 3. 

P. Matschie: In Sitz.-Ber. d. Ges natuif. Freunde: Drei neue 
Säugethiere (Herpestes, Pediotragus, Chrysochloris) von 
Ostafrika. — Ueber Procavia syriaca (Schreb.) — Neue 
Säugethiere aus den Sammlungen der Herren Zenker. 
Neumann, Stuhlmann nndEmin. — Ein neues Eich- 
hörnchen aus Deutsch-Ostafrika (Sciurus pauli). — Ueber 
Felis nigripes Burch. — Nachrichten über Säugethiere 
von Uganda nach Briefen des Afrikareisenden Oskar 
Neumann. — In Mitth. Geogr. Ges. und Naturh. Mus. 
Lübeck : Neu erworbeneSäugethiere desNaturhistorischen 
Museums in Lübeck. — In derNaturwiss. Wochenschiift: 
Die Kuhantilopen. — Zoogeographische Ergebnisse der 
Expedition 0. Neumanns. — Die afrikanischen Wild- 
pferde. — In: Hausschatz des Wissens: Eidechsen und 
Schlangen, mit 100 Abbildungen 

A. Collin: Ecliinodermen; Beiträge zur Fauna der südöstl. und 
östl. Nordsee. In: Wissensch. Meeresuntersuch., herausg. 
V. d. Kommiss. Unters. Deutsch. Meere und d. Biol. Anst, 
Helgoland. Neue Folge I (zusammen mit Meissner). — 
Bericht über die wissenschaftl. Leistungen in der Natur- 
gesch. der freilebenden Würmer in 1890 (Arch. f. Na- 



— 135 — 

turgesch.). — Dasselbe für Tunikaten 1890 (ebenda). — 
Dasselbe für Rotatorien 1890 (ebenda). 

H, Stadelmann: In entom. Nachr.; Eine neue Hymenopteren- 
gattung aus der Familie der Proctotrupiden. — Zwei 
neue Hymenopteren aus Togo. — In Sitzber. Naturf. Fr.: 
Ein neuer Parasit aus dem Labmagen des Schafes. — 
In Arch. f. Naturg. : Bericht über die Leistungen auf dem 
Gebiete der Carcinologie im Jahre 1891. (Anat., Phys., 
Embryol. der Malakostraken.) 

M. Meissner: Im Arch. f. Naturg.: Bericht über die wiss. 
Leistungen in d. Naturg. d. Echinodermen für 1890. — 
Bericht üb die Brachiopodenliteratur d. J. 1890. — In 
d- Ber. d. Komm. z. wiss. Unters, d. Dtsch. Meere (mit 
Dr. CoUin): Echinodermen der östl. und südöstl. Nord- 
see. — In Deutsch-Ost-Afrika. Bd. IV. Die wirbellosen 
Thiere Ost- Afrikas: Moosthiere. 

Der Direktor 
Möbius. 



35. Der UnlTersltiitsgarteti« 

Die Verwaltung des Gartens war auch im verflossenen 
Jahre bestrebt, den Dozenten der Botanik an der Universität 
das nöthige Demonstrationsmaterial und den Praktikanten des 
botanischen Instituts die zu untersuchenden pflanzlichen Ob- 
jekte zu liefern. Ausserdem bietet der Garten eine syste- 
matische Zusammenstellung der wichtigsten Pflanzenformen für 
das Selbststudium und wird deshalb von den Studirenden 
fleissig besucht. Prof. Dr. Schwendener. 

36. Das botanische Institut. 

Aji den mikroskopischen Uebungen, welche für Anfänger 
bestimmt sind und wöchentlich zweimal, Vormittags von 9 bis 
12 Uhr stattfinden, haben theilgenommen: 

a) im Sommersemester 1894: 4 Studirende, 

b) im Wintersemester 1894—95: 8 Studirende. 

Von vorgerückteren Praktikanten haben im Institut ge- 
arbeitet: 

9* 



- 136 — 

a) im Sommersemester 1894: 3 Doktoren der Philo- 
sophie nnd 1 Studirender, 

b) im Wintersemester 1894—95: 3 Doktoren der Philo- 
sophie und 4 Studirende. 

Von den neu hinzugekommenen Inventargegenständen ver- 
dient nur ein Polaristrobometer (zur Bestimmung der Cirknlar- 
polarisation) nach Wild besondere Erwähnung. Für die Biblio- 
thek sind dagegen ausser den Fortsetzungen periodischer Zeit- 
schriften und einigen selbständigen Veröffentlichungen zwei 
werthvolle grössere Werke angeschafft worden, nämlich: 

a) Saccardo, Sylloge fungorum, Bd. I— X. 

b) Annais of Botany, Bd. I— Vm. 

Der Assistent Prof. Dr. G. Krabbe, welcher seine Thätig- 
keit im Institut aus Gesundheitsrücksichten einstellen musste, 
war im abgelaufenen Jahr mit Urlaub abwesend. Die Vertretiuig 
desselben hatte der Privatdozent der Botanik Dr. 0. Rein- 
hardt übernommen. Als Hülfsassistent ftmgirt seit dem 
I. April 1892 Dr. A. Weisse. Ausserdem war im Winter- 
semester 1894 — 95 der Cand. phil. K. Kolkwitz als weitere 
Hülfskraft beschäftigt. 

Prof Dr. Schwendener. 



37. Das pflanzenphysiologische Institat. 

In dem im Wintersemester 1894 — 95 abgehaltenen bota- 
nisch-mikroskopischen Kursus für Anfänger konnten 
wegen der beschränkten Räumlichkeiten und bei der Un- 
möglichkeit, passende Stunden för einen Parallelkursus zn 
finden, von der etwa doppelt so grossen Zahl der sich Mel- 
denden nur 18 Praktikanten angenommen werden. Dieselben 
gehörten zum grösseren Theile der landwirthschaftlichen Hoch- 
schule an. Im Sommersemester 1894 nahmen nur 6 Prakti- 
kanten am Kursus theil. Ein Theil dieser letzteren waren 
Fortgeschrittenere, welche im Anschlüsse an die betreffende 
Vorlesung des Unterzeichneten in die Methoden entwicke- 
lungsgeschichtlicher Untersuchung eingeführt zu werden 
wünschten. 



— 137 — 

Im Wintersemester wurde ausserdem vom Assistenten des 
Instituts, Dr. Carl Müller, ein zweistündiger bakteriologischer 
Kursus mit 9 Theilnehmem, im Sommersemester ein mikro- 
skopischer Kursus über Nahrungs- und Genussmittel mit 
12 Theilnehmem abgehalten. 

Von Solchen, welche sich selbstständigen Untersuchungen 
widmeten, arbeiteten im Sommersemester 3, im Wintersemester 
7 Herren im Institute. 

Die Lehrsammlungen wurden durch eine grössere Zahl für 
das Institut besonders gezeichneter Wandtafeln aus den Ge- 
bieten der Morphologie der Phanerogamen und der Ent- 
\vickelungsgeschichte der Cryptogamen bereichert. Ausserdem 
erhielten sie einen Zuwachs durch 20, den Aufbau der Blüthen- 
stände, die häufiger vorkommenden Blattstellungen und den 
Bau der Samenanlagen darstellende ModeUe. Dieselben wurden 
nach Angaben des Unterzeichneten und des Instituts-Assistenten 
von der Verlagsanstalt für Lehrmittel von R. Brendel (Berlin W., 
Schillstrasse 11) zum Zwecke der Vervielfältigung hergestellt. 

Die Handbibliothek wurde in der bisherigen Weise fort- 
gefahrt. 

Von Apparaten wurden besonders ein Microtom zur Her- 
stellung grosser Holzschnitte und einige grosse Glas-Gasometer 
angeschafft. 

• Von wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind aus dem 
Institute im Rechnnngsjahre 1894/95 hervorgegangen: 
L. Kny: Botanische Wandtafeln mit erläuterndem Texte, 
IX. Lieferung (Tafel 91— 100). Berlin, PaulParey, 1895. 

- On Correlation in the Growth of Roots and Shoots 
(Annais of Botany, VIII. (1894), p. 265). 

Oarl Müller: Ueber einige neue botanische Modelle, als Hülfs- 
mittel fttr den Unterricht (Ber. d. pharmaceut. Ges., IV. 
(1894), p. 117). 

- - lieber die Methode der Untersuchung von Getreide- 

früchten (ibid., p. 170). 

- - Die wichtigsten Verzweigungssysteme (ibid., p. 171). 

- - Ueber die Unterscheidung der Stärkesorten mit Hülfe 

des polarisirten Lichtes. (Vorläufige Mittheilung im 



— 138 — 

Tageblatte der Versammlung der Gesellschaft deutscher 
Naturforscher und Aerzte in Wien, 1894). 

- Historisches zur Frage nach dem Eisen in seiner B^ 
Ziehung zur Pflanze (Hedwigia, XXIII. [1894], p. 97). 

- Zur Geschichte der Physiologie und der Kupferfrage 
(Zeitschr. f. Pflanzenkrankheiten, IV. [1894J, p. 142). 

Hebert Groppler: Vergleichende Anatomie des Holzes der 
Magnolinceen (Bibliotheca botanica, herausgegeben von 
• Chr. Luersen und B. Frank, Heft 3J, 4. (1894)), mit 
4 Tafeln. 

Der Direktor 
L. Kny. 



88. Teehnologisehes Institut. 

Am 1. Oktober 1894 schied Dr. Martin Schöpff aus 
seiner Stelle als erster Assistent am Institut aus und wurde 
durch den Privatdozenten an der Kgl. technischen Hochschule 
Dr. Ernst Täuber ersetzt. 

Die verfügbaren Mittel wurden zur Vervollständigung der 
Bibliothek, der Lehrsammlung, des Apparateninventars und iur 
Beschafiung von Reagentien und Präparaten verwendet. 

Folgende wissenschaftliche Arbeiten sind im verflosseneu 
Jahre (1894/95) aus dem Institut hervorgegangen: 
H. Wichelhaus: Ueber die Kocherlaugen der Sulfitcellulose- 

fabriken. Chem. Ind. XVIII, 51- 53. 
M. Schöpff: üeber symmetrisches Diamidoacridon. Ber. der 
Deutschen chem. Ges. XXVIL, 2316 ff. 

- Condensationen mit Formaldehyd. Ber. der Deutschen 
chem. Ges. XXVIl, 2321 ff. 

- Ueber Dihydropheno naphtacridin und Pheno naphta- 
cridin. Ber. der Deutschen chem. Ges. XXVQ., 2840 ff. 

E. Täuber: Pyridazin (o-Pyrazin). Ber. d, Deutschen ehem. 
Ges. XXVm., 451 ff 

Der Direktor des technologischen Instituts. 

Wichelhaus. 



— 139 — 



89. Die UniTersltltsbibUothek. 



I. BemrtzHiig. 
Zahl der Benutzer. 





S.-S. W.-S. 
1892 1189293 

1 . 


s.*s. 

1893 


VV.-S. 
189394 


S.-S. W.-S. 
1894 !1894;95 


Docenten .... 


65 


72 


59 


78 


63 


68 
2030 


Studirende . . . 


1650 


2087 


1686 


1920 


1673 


Beamte der Univers, 
und ihrer Institute 


31 


36 


34 


39 
281 


26 


29 


Nichtangehörige 
der Universität . . 


317 
2063 


296 


265 


203 


417 


Summa 


2491 


2044 


2318 


1965 


2544 



Die Vergleichung der Zahl der studentischen Benutzer mit 
der Gesammtzahl der Studirenden ergiebt, dass die Bibliothek 
benutzt wurde: 



1 


S.-S. 
1892 

40 

52 

36,5 

36,3 

42,2 


W.-S. 
1892/3 

44,5 


S.-8. 
1893 

43,3 
61 


W.-S. 

1893/4 

40,5 
53,2 


8.-8. 
1894 

43,9 


W.-S. 
1894/5 

42 
62 




von 


7o aller Studirenden 


»> 


61 
41,9 


59,1 


7o der Theologen 


1 


42,2 
34 

45,8 


34,6 ; 40,8 1 36,5 


7ü der Juristen 


1 


42 
42,1 


38,8 


37 


36,4 


7o der Mediziner 


» 


43,7 


46,3 


46,6 


7o der Philosophen 



— 140 — 

Die Zahl der erledigten Bestellzettel betrug 43 225 gegen- 
über 40029 im Vorjahr. 

Von diesen 43325 Bestellzetteln worden 
30831 (-- 71,1 7o) durch Verabfolgung des verlangten Werkes 
oder durch Hinweis auf sein Vorhandensein in der Lese- 
saalbibliothek erledigt, 
6 749 (= 15,6 7o) als verliehen, 
5 745 (=r= 13,3 T) &1^ nicht vorhanden bezeichnet. 

1893/94 betrugen die entsprechenden Prozentzahlen: 73,5 
12,8 und 13,7. 



Zahl der Verleihungen. 





Nach 
Werke 


Hanse 
Bände 


In den Lesesaal 
Werke Bande 


1892/93 


20 706 


26273 


5946 


10275 

1 


1893/94 


20440 


• 

26648 


G133 


9942 ■ 


1894/95 


20732 


27 666 


4862 


8852 , 



Nicht mitgerechnet sind hierbei 1211 Werke, die bereit 
gelegt aber nicht abgeholt wurden. 

Aus der Lesesaalbibliothek wurden mit der Verpflichtung 
der Rücklieferung am nächsten Tage nach Hause gegeben: 
551 Werke mit 579 B&nden. 

Für die Uebungen von 5 Docenten wurden Apparate zur 
Benutzung durch die Theilnehmer im Lesesaal aufgesteUt 

Journalzirkel der Universität. Die neuesten Hefte 
von 111 Zeitschriften wurden im Sprechzimmer der Universität 
zur Benutzung durch die Docenten ausgelegt. 



141 



1 

1 


189091 1891192 1892,93 189394 189495 




1 Der Lesesaal 
war geöfftiet : 


290 


280 


289 


285 


291 


Tage 


Ihn besuchten 

im Ganzen . . 

1 


29957 


46818' 


47 911 


35354 


39541 


Be- 

natzer 


Dnrchschnlttlich 
täglich i. Jahre 


104 


167 


166 


124 


136 


i> 


DorchschTiittlich 
t&glich im S.-S. 


76 


128 


171 


104 


131 


» 


Darcbschnittlich 
t&gUchi.W.-S. 


157 


235 


206 


188 


176 


H 


Durchschnittlich 
- tagl. i. d. Ferien 


44 


87 


80 


63 


64 


»» 


Höchste Besucher- 
zahl an 1 Tage 


238 

(9. Dez.) 


322 

(19. Jan.) 


305 

(22.NOV.) 


251 

(27.NOV.) 


264 

(22.NOV.) 





Von der ersten Ausgabe des Verzeichnisses der Lesesaal- 
nnd Handbibliothek wurden im Laufe des Jahres noch 39 Exem- 
plare verkauft; von der im Juli 1894 erschienenen 2. Ausgabe 
bis jetzt 138 Exemplare. 



2. Vermehrung. 



In den Accessionskatalog wurden eingetragen: 





1892/93 


1893/94 


1894/95 






2753 


3167 


3137 


Nammern 




4337 


4753 


4554 


Bände 


aasserdem: 


14482 


4960 


6575 


Universitätsschriften 




897 


847 


855 


Schulschriften 



— 142 — 

Es gingen ein: 

1. als Geschenke: 

1070 Bände. 
Die regelmässigen Gescbenkgeber waren das Ministeriam 
der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-AngelegenheitciL 
die Universität Berlin, die Akademie der Wissenschaften zn 
Berlin, das Grossherzogliche statistische Bureau zu Karls- 
ruhe, die E. E. Gradmessungs-Eommission zu Wien, das 
EönigUche statistische Bureau in Born, die statistischen 
Bureaus in Bern und Stockholm, das Norwegische meteoro- 
logische Institut in Christiania, die Clinical Society in 
London, das Department of the Interior in Washington, die 
American Association of Obstetricians , die American 
Orthopedic Association, die Association of American 
Physicians, die Library of Surgeon General's Office in 
Washington, der Geological Survey of Minnesota, of Canada, 
das Office of Superintendent of Government Printing in 
Calcutta, die Asiatic Society ofBengal inCalcutta. Werth- 
volle einmalige Zuwendungen erhielt die Bibliothek von der 
EOniglichen Hausbibliothek und der Bibliothek desMinistemms 
der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten, 
ferner aus der Bibliothek Sr. EönigUchen Hoheit des Prinzen 
Heinrich durch die Eönigliche Bibliothek, vom Geheimen 
Staatsarchiv, von Herrn Professor Dr. Eiepert und Herrn 
Regierungsrath Hoyer. 

Die Universitäten Bonn, Breslau, Greifswald, Halle, Kiel, 
Eönigsberg, Marburg, Erlangen, Freiburg, Giessen, Jena. 
Leipzig, München, Rostock, Strassburg, Tübingen, Würzburg. 
Bern, Zürich, Prag überwiesen auf unser Ansuchen ihre 
Statuten und Ordnungen sowie diejenigen ihrer Fakultäten 
und Institute. 

2. durch Abgabe von der hiesigen Eöniglichen Bibliothek 

auf Grund des § 71 des Reglements: 
17 Bände. 

3. auf Grund des Ministerialerlasses vom 15. Oktober 1891 
betr. das Verhältniss der Anstalts-Bibliotheken zur 
Universitäts-Bibliothek : 



— 143 — 

vom Institut fär Alterthumskunde 104 Bände, 
vom Germanischen Seminar 52 Universitätsschriften 

34 Schulschriften, 
vom Staatswissenschaftlichen Seminar 2 Bände, 
vom Zoologischen Institut 1 Band. 
4. durch Tausch: 

a) durch den von der Bibliothek vermittelten Schriftenaus- 
tausch der hiesigen Universität mit andern Universitäten: 

4649 Universitätsschriften, 
850 Schulschriften, 
135 Bände anderer Werke. 

b) im Austausch gegen Dubletten hauptsächlich von der 
Stadtbibliothek zu Bern: 

52 Bände. 

c) im Austausch gegen hier ausgeschiedene ungeeignete 
Werke von den Universitäts-Bibliotheken zu Bonn und 
Göttingen: 

67 Universitätsschriften, 
43 Schulschriften, 
353 Bände anderer Werke, 
o. als Pflichtexemplare: 
1598 Bände. 
Ausser der seit 4 Jahren vollkommen geregelten Einziehung 
der Pflichtexemplare der in buchhändlerischem Verlag er- 
scheinenden Werke wurde in diesem Jahre auch die Ein- 
ziehung der im Selbstverlage von Vereinen und Gesellschaften 
erschienenen Publikationen, die aus alter Zeit her noch 
viele Lücken aufwiesen, durchgeführt, ausserdem mit der 
Einziehung der lücksländigen Veröffentlichungen von Be- 
hörden und öffentlichen Anstalten begonnen. 
6. durch Kauf: 

1222 Bände (darunter 639 Bände abgeschlossener Werke 
und 583 Bände von Zeitschriften und Fortsetzungen) 
und 
39 Universitätsschriften, zusammen für 9284 M. 83 Pf. 

Unter den von der Königlichen Hausbibliothek erhaltenen 
Werken befand sich ein vollständiges Exemplar der bisher er- 
schienenen Bände der kritischen Gesammtausgabe von Luther's 



— 144 — 

Werken. Das Geschenk des Gteheimen Staatsarchivs bestand 
aus einem Exemplar der Yossischen Zeitung von 1816 ab nnd 
des Deutschen Reichsanzeigers und Königlich Preussischen 
Staatsanzeigers von 1819 ab. 

3. FlnanzieHes. 

a) Der regelmässige Fonds für Anschaffung und Einband 
von Büchern erfahr durch den Staatshaushaltsetat für 18&tD5 
eine Erhöhung von 2500 M., so dass er nun 13000 M. beträgt. 
Davon mussten zur Deckung der unter b zu erwähnenden üeber- 
schreitung des Etatstitels für die sonstigen sächlichen Aasgaben 
265 M. 94 Pf. dienen, so dass für den eigentlichen Zweck 
12 734 M. 6 Pf. verwendet werden konnten, und zwar: 

für Bächeranschaffung . . 8761 M. 10 Pf. 
far Büchereinband . . . 3972 „ 96 „ 

b) Auch die Mittel für die sonstigen sächlichen Ausgaben 
einfuhren eine Erhöhung, indem der Etatstitel von 4700 ani 
6000 M. gebracht wurde. Diese Summe wurde um 265 M. 94 Pf. 
überschritten. 

c) Aus den Zinsen des Vermächtnisses des Professors JaSe 
und aus dem Beitrag des Universitäts-Lesezirkels waren ver- 
fügbar: 233 M. 46 Pf, hiervon wurden für Bücheranschafifangen 
230 M. 22 Pf. verausgabt 

d) Der letzte Rest des im April 1892 bewilligten zweiten 
ausserordentlichen Zuschusses von 3000 M. für die Venoll- 
ständigung der Akademieschriften im Betrage von 260 M. 34 Pf. 
gelangte zur Verwendung, indem 

247 M. 10 Pf. für Anschafiungen, 
13 „ 24 „ für Einband 
ausgegeben wurden. 

e) Von dem im Juni 1891 bewilligten einmaligen Zuschuss 
von 3000 M. zur Vervollständigung der üniversitätsschrift^n- 
Sammlung wurden 46 M. 25 Pf. für Anschaffungen verausgabt. 
Es verbleibt ein Bestand von 989 M. 80 Pf. 

f) Der am 4. November 1893 bewilligte zweite Zuschuss 
von 1200 M. für die sächlichen Kosten der Instituts -Katalogi- 
sirung, von welchem noch 702 M. 63 Pf. verfügbar waren, ist 
ganz verausgabt worden. 



— 146 — 

4. Revision des BOcherbestandss. 

In der den Besuchern ohne Weiteres zugänglichen Lesesaal- 
bibliothek haben die vorgeschriebenen Revisionen monatlich 
stattgefunden. Leider sind auch in diesem Jahre zahlreiche 
Diebstähle, namentlich im Dezember und Januar, vorgekommen. 
Entwendet wurden 30 Werke mit 38 Bänden. Die Revision der 
in einem abgeschlossenen Räume aufgestellten Handbibliothek 
ergab Vollständigkeit des Bestandes. 

Eine allmälige vollständige Revision des gesammten Bücher- 
bestandes ist mit der Neuaufstellung und Neunumerirung ver- 
bunden. 



5. Katalogisirung der Bibliothek und Aussoheidung ungeeigneter Werke. 

Die im Januar 1894 begonnene Neunumerirung und Neu- 
anfstellung der Bibliothek, mit der eine Berichtigung und Ver- 
vollständigung, vielfach auch Neuanfertigung der Blätter des 
alphabetischen Bandkatalogs verbunden ist, wurde, soweit es 
die verfügbaren Arbeitskräfte gestatteten, gefordert. 

Dauernd waren bei der Arbeit beschäftigt der Hülfs- 
bibliothekar Dr. Milkau und der Assistent Dr. Eöhnke, ausser- 
dem zeitweise der Unterzeichnete. Fertig gestellt wurde das 
Fach Klassische Philologie (Signatur V — Vz und W — Wu), die 
Allgemeine und vergleichende Literaturgeschichte (X — Xb), die 
Mittel- und Neulateinische Literatur (Xc— Xg), der allgemeine 
Theil der Romanischen Sprachwissenschaft (Xh), der grössere 
Theil der Französischen (Xs — Xv), und der Anfang der 
Deutschen Sprachwissenschaft und Literatur (Y — ^Yb). 

Von den zur Abgabe an die Königliche Bibliothek be- 
stimmten Werken sind im Laufe des Jahres 333 von dieser 
übernommen und in unseren Katalogen gelöscht worden. 

Von den an die übrigen preussischenüniversitäts-Bibliotheken 
abzugebenden, hier entbehrlichen Werken haben auf Grund des 
übersandten Zettelverzeichnisses für sich ausgewählt: 

1. die Universitäts-Bibliothek zu Bonn . . 18 Werke 

2. „ „ „ „ Breslau . 17 „ 

3. „ „ „ „ Göttingen . 5(te „ 



0. „ 


» 


6. „ 


jy 


7. . 


» 


o. •• 


Panüniscbe 



— 146 — 

4. die Universitäts-Bibliothek za Greifswald 84 Werke 

„ „ Halle . . 117 „ 

yj ^j JDl161 • • ■ Ol fj 

y, „ Marburg . 364 „ 

jj „ Münster . 139 „ 

Die Eontrole der Vollständigkeit und die Schiassredaktion 
des für den Druck bestimmten Gesammtverzeichnisses der 
Berliner Universitäts-Schriften von 1809—1885 wurde za 
Ende geAihrt. 

Für die beiden in Arbeit befindlichen Zettel-Kataloge 
der Universitätsschriften-Sammlung wurden 3820 SchiifleD 
in je 2 Exemplaren neu aufgenommen. Die im Vorjahr be- 
gonnene alphabetische Anordnung des einen Exemplars wurde 
für alle fertigen Zettel durchgeführt. 

Für 826 Sammelbände, deren einzelne Bestandtheile bereits 
katalogisirt sind, wurden Hauptzettel, die den Inhalt jedes 
einzelnen Bandes nachweisen, angefertigt. 

Da das im Oktober 1891 in 600 Exemplaren gedrockte 
Yerzeichniss der Lesesaal- und Handbibliothek zn An- 
fang des Sommer-Semesters beinahe vergriffen war, wurde mit 
Unterstützung des vorgesetzten Ministeriums ein alle ein- 
getretenen Aenderungen und Vermehrungen berücksichtigender 
neuer Druck hergestellt, der im Juli 1894 zur Ausgabe gelangte. 
Während das erste Verzeichniss einen Bestand voa 1303 Werten 
mit 10639 Bänden aufwies, verzeichnet die neue Aasgabe 
1670 Werke mit 12484 Bänden. 



6. Katalogteliung der Aattalltbibiiothekei dar hieslgeii Univerritiii 

Im Laufe des Jahres wurden fertiggestellt die Kataloge 
der Bibliotheken 

der Dnterrichtsanstalt fiir Staatsarzneikunde, 

des Zoologischen Instituts, 

des Geographischen Instituts, 

der Geologisch-paläontologischen Sammlung, 

der Charit^, 

der Mineralogisch-petrographischen Sammlung, 

der Klinik für Einderkrankheiten, 



i 



— 147 — 

des Pflanzenphysiologischen Instituts, 

des Geographisch eD Apparats, 

des Apparats fiir neuere Kunstgeschichte. 

Für die 9872 Werke dieser 10 Bibliotheken waren ein- 
schliesslich der Eäckweise 12 2C0 Zettel erforderlich. Diese 
wurden in 4 Exemplaren hergestellt, von denen 3 in alpha- 
betische Ordnung gebracht wurden, während das vierte der 
betreffenden Institutsbibliothek zur Herstellung eines syste- 
matischen Katalogs zur Verfügung gestellt wurde. 

Ausserdem wurde die Titelaufnahme der 4812 Werke der 
Bibliothek des Mathematischen Seminars auf 5377 Zetteln 
beendet, deren alphabetische Anordnung indess noch aussteht 



7. Persönliches. 

Dem Bibliothekar Professor Dr. Ascherson wurde am 
19. Dezember 1894 der Titel Oberbibliothekar verliehen. 

Der Hülfsbibliothekar Dr. Eunge wurde am 1. April als 
Bibliothekar nach Kiel versetzt. An seine Stelle trat am 1. Mai 
der Hülfsbibliothekar Dr. Milkau, zuletzt in Bonn. 

Als Bibliotheksassistenten wurden vereidigt: 

Die Volontäre Dr. Köhnke und Dr. Pretzsch am 

25. April, 
Dr. l^rüger am 26. Mai, 
Dr. Paszkowski am 28. Juni 1894 und 
Dr. Wille am 10. Januar 1895. 

Die Volontäre Dr. Sapper und Dr, Plate schieden am 
1. bezw. 15. Juli 1894 aus dem Bibliotheksdienst aus. 

Der behufs Theilnahme an der Katalogisirung der Instituts- 
bibliotheken von der Königlichen Bibliothek beurlaubte Assistent 
Dr. Lippert trat am 1. Februar 1895 zur Königlichen Bibliothek 
zurück. 

Neu trat ein als Volontär Dr. phil. Brodmann, zuletzt 
Assistent am Physikalischen Institut der Universität Göttingen, 
am 1. September 1894; ferner als ausserordentlicher Hülfsarbeiter 
der Cand. phil. Heyne am L Oktober 1894 und der Korvetten- 
kapitän a. D. Jachmann am 22. Februar 1895. 



— 148 — 

An die Stelle des am 1. Jali wieder aasgeschiedenen, mit 
der Verwaltang der Expedientenstelle beauftragten Prender- 
Lientenants a. D. Lübcke trat zunächst probeweise und seit 
dem 1. Januar 189ö definitiv der Militäranwirter J. Krause. 

Dr. W. Erman, 
Direktor der Universitäts-Bibliothek. 



40. Der botanische Garten und das botanische llnseniii. 

A. Bvttiisober Barten. 

a) Personalveränderungen: Der Assistent des Gartens 
Dr. Gilg habilitirte sich an der Universität als Privatdozent 
An Stelle E. Wocke's, welcher als Obergärtner des bota- 
nischen Gartens nach Zürich ging, wurde der bisherige Gehülfe 
der pflanzengeographischen Anlage M. Löbner zum Ober- 
gärtner für die Freiland-Eulturen ernannt, und als dieser 
Anfang Oktober zum Leiter einer Lehranstalt nach Wädeos- 
weil bei Zürich berufen wurde, der bisherige Gehülfe Carl 
Peters. 

b) Es wurden folgende grössere Veränderungen vor- 
genommen. 

1. Die ganze Innenseite des Palmenhauses erhielt einen 
neuen Oelfarben-Anstrich. Ein grosser Theil der gänzlich 
verfaulten Doppelfenster der Seitenwände und des Daches 
musste durch neue Fenster ersetzt werden. Die total ver- 
rosteten, gitterförmig durchbrochenen Eisenplatten der Galerien 
wurden herausgerissen und an der Westseite des Hanses, 
soweit der Anbau reicht, erneuert. Ueber den Galerien 
wurden die aus Eisenblech bestehenden, total verrosteten 
Kappengewölbe entfernt; an ihre Stelle traten gemauerte Ge- 
wölbe. Die schon seit 1858 in Betrieb stehenden zwei Dampf- 
kessel der Dampfheizung wurden durch neue ersetzt. Für 
diese Beparaturen waren 12420 Mark extraordinär bewilligt 
worden. 

2. Die schadhaften Eanalheizungen des Winterhauses and 
des Succulentenhauses wurden abgerissen und gänzlich nen auf- 
gemaueit. 



— 149 — 

3. Das an der Grnnewaldstrasse neben dem ehemaligen 
Steuergebäude liegende, der Stadt Berlin gehörende Dreieck 
wnrde dem Garten einverleibt, rigolt and bepflanzt, nachdem 
die Mauer, welche dasselbe vom Garten trennte, abgerissen 
war. Dagegen wnrde zur Verbreiterung der Grunewaldstrasse 
ein Streifen von ca. 2 m Breite an den Magistrat der Stadt 
Berlin abgetreten An Stelle der Mauer trat vorlänfig ein Holz- 
zaun. Die vier Bäume auf der Südseite des Museums wurden 
gefaUt, um mehr Licht für die Arbeitsräume zu gewinnen. 

Die Amygdalaceen, welche bisher an der südwestlichen 
Seite des Gartens längs der Elsholzstrasse gruppirt waren, 
wurden herausgenommen und unmittelbar hinter dem Museum 
und vor demselben längs der Grunewaldstrasse wieder an- 
gepflanzt. Den dadurch frei gewordenen Platz nahmen die 
Pomaceen ein. 

Auch im verflossenen Jahre war der Garten an jedem zweiten 
Sonntage des Monats von 2—7 Uhr dem Publikum geöffnet. 

Die Victoria regia blühte vom 17. Juli bis 15. Oktober und 
brachte 35 Blttthen hervor und mehrere hundert Samen, die 
jedoch merkwürdigerweise nicht keimten. 

c) Die Erwerbungen des botanischen Gartens waren im 
Wesentlichen folgende: 

1. Lebende Pflanzen: 1450 Arten, durch Tausch, Kauf oder 
als Geschenk, von Handelsgärtnereien und Privatpersonen 
erworben sowie von dem Direktor in den Alpen gesammelt. 
Unter den Geschenkgebern sind besonders zu nennen: J. F. 
Benecken dorf - Freienwalde , R. Brandt - Charlottenburg , 
Dr. Bree- Charlottenburg, Dammann & Co. -Neapel, Dr. Faw- 
cett (Jamaica Bot. Departm.), Finger- Schöneberg, Dr. F. 
Franceschi (Kalifornien), P. Gräbner-Berlin, Geh. Rath 
Hauchecorne-Berlin,Prof.v. Heldreich-Athen, P. Hennings- 
Berlin, Herb & Wulle-Neapel, Kapelle-Springe, Krüger 
(Ostafrika), L. Linden-Brüssel, L. Schiricke-Caracas, Pro- 
fessor Schweinfurth-Berlin, Dr. Stuhlmann (Ostafrika), 
Prof. Schumann-Berlin, Schwarz-Steglitz, von St. Paul- 
lUaire- Fischbach, Prof. Schröter- Zürich, E. Teusz (Ka- 
merun), Prof. Troschel - Berlin, Prof. Volkens - Berlin 
(Kilimandscharo). 

10 



— 150 — 

2. Samen-Eingang 4650 Prisen durch den üblichen Tanscb- 
verkehr mit botanischen Gärten und von folgenden PriTat- 
personen und Instituten: M. Bang (Bolivia), Dr. Beyer-Berlin. 
Frau V. Bourset- Berlin, J. Bornmüller- Weimar, Professor 
Buchenau- Bremen, Apotheker Capelle-Springe, L Cockayne 
(New-Zealand), Deutsche Uendrologische Gesellschaft. 
Piro Du SS- Guadeloupe, Baron Eggers (Ecuador), Professor 
Engler-Berlin, E. Eppelsheim-Bielefeld, Dr. F. Franceschi 
(Kalifornien), Dr. Gurke- Berlin, L E&rnbach (Neu-Guinea), 
Dr. 0. Euntze - Friedenau, Dr. Eugler- München. M. 
Leichtlin-Baden-Baden, Eonsul Lehmann (Columbien), Ober- 
lehrer Lehmann -Berlin, M. Löbner-Wädensweil, Dr. Lorenz- 
Friedenau, Baron F. v. Müll er- Melbourne, Dr. Fritz Müller 
(Brasilien), Petsch (Madeira), Frau ConsulProchelle-Berlin 
Prof. V. Lagerheim- Tromsö in Norwegen, Prof. Sodiro- 
Quito, Dr. Stuhlmann (Ostafrika), Dr. S tu bei (Columbien. 
Professor Schröter -Zürich, Professor Schweinfurth- Berlin, 
Dr. Taubert-Berlin, Dr. Trabut (Algier), Prof. Urb an- Berlin. 
Prof. Yolkens- Berlin (Eilimandscharo), Zenker & S tan dt 
(Eamerun). 

Abgegeben wurden: 

1. Lebende Pflanzen: 1887 Arten an 15 botanische Gärten, 
an Handelsgärtnereien und Privatpersonen. 

2. Samenprisen: 5900 Prisen an botanische Gärten von 
Universitäten, Polytechniken und Schulen. 

B. BotaaitcbM Mnem. 

a) Personalveränderungen: Eeine. 

Der erste Hülfsarbeiter, Dr. Lindau, habilitirte sich an 
der Universität als Privatdozent. 

b) Von Erwerbungen sind folgende anzuführen: 
1. Durch Schenkung: 

Herren T. F. und P. Allen-Newyork: 35 Characeen aus Nord- 
amerika und Japan. 

Herr Dr. Arnold -München: 183 Liehen, eis. 

Herr G. B amier: 120 Herbarpflanzen und 20 Museums- 
gegenstände von den Tami-Inseln. 

Herr Bau mann: 322 Arten nebst vielen MuseumsgegenständeD 
aus Togo. 



— 151 > — 

Herr W. E. Broadway: 30 Arten aus Grenada (Geschenk der 
Herren Krag nnd Urban). 

Herr Prof. F. Bnchenau: 129 Arten, meist aus Nordamerika. 

Herr^Rev. J. Bufton: 548 Arten aus Tasmania. 

Herr L. Cockayne: 181 Arten aus New-Zealand. 

Herr Dr. C. Düsen -Schweden: 179 Pilzarten aus Kamerun. 

Herr Pore Duss: 227 Arten aus Guadeloupe (Geschenk der 
Herren Krug und Urban). 

Herr Prof. A. Engler: 196 von ihm in Bosnien, Dalmatien 
und der Herzegowina gesammelte Arten. 

Herr Prof A. Garcke: 293 von B. Balansa in Tonkin ge- 
sammelte Pflanzen. 

Herren A. Glaziou und I. Urban: 452" Herbarexemplare und 
25 Gläser Alkoholpräparate brasilianischer Pflanzen. 

Herr Paul Heyer- Delitzsch: 68 Herbarpflanzen und 17 Mu- 
seumsgegenstände aus Nordamerika. 

Jamaica Botanical Department (Direktor W. Fawcett, Col- 
lector W. Harris): 454 Nummern in zahlreichen Exem- 
plaren aus Jamaica (Geschenk der Herren Krug und 
Urban). 

Herr W. Krebs -Cleveland: 700 Pflanzenarten aus Ohio- 
Herr Prof. L. Krug-Gross-Lichterfelde: Abschrift des zweiten 
(nur in zwei Exemplaren vorhandenen) Theiles von 
Macfadyen's Flora of Jamaica. 

Herr Dr. 0. Kuntze-Friedenan: 115 südamerikanische Gra- 
mineen. 

Herr Dr. C. Lauterbach -Stabelwitz: 67 Pilzarten aus Neu- 
Guinea. 

Herr Dr. Th. Loesener: 30 südafrikanische Celastraceen. 

Herr Dr. Pas sarge: 196 Arten aus dem Hinterlande von 
Kamerun. 

Herr Dr. v. Pernhoffer: 34 Arten steiermärkischer Hieracien. 

Herr Pore L. Picarda: 139 Hochgebirgspflanzen aus Haiti 
(Geschenk der Herren Krug und Urban). 

Herr Dr. Preuss: 207 Nummern aus Kamerun. 

Aus dem Nachlass des verst. Prof. N. Pringsheim (Geschenk 

seiner Tochter): 49 Arten Kryptogamen von Arecha- 

valeta-Montevideo. 

Herr A. Purpus-Darmstadt: 28 Pilze aus Kalifomien. 

10» 



— 152 — 

Herr Dr. H. Ross- Palermo: 71 Pflanzen aus Sicilien. 
Herr Dr. E. Rothschah: 500 Pflanzenarten ans Nicaragua. 
HeiT Prof. Dr. J. Schroeter- Breslau: 100 Pilze aus Schlesien. 
Herr Prof. W. Schwacke: 94 Pflanzenarten aus Brasilien (Ge- 
schenk der Herren Lindau, Loesener, Schumann, 
Urban). 
Herr Prof. Schweinfurth: 71 Pflanzenarten und 77 Museums- 
gegenstände aus der Eritrea, 17 Alkoholpräparate aas 
OstaMka (ges. von Dr. Stuhlmann), 14 Nummern alt- 
ägyptischer Pflanzenreste. 
Herr Geh. Rath Spindler- Spindlersfelde (Obergärtner Weber) 
119 Formen von Codiaeum yariegatum (Geschenk des 
Herrn Dr. Da mm er). 
Herr Dr. Stuhlmann: 1700 Nummern Pflanzen und 6 starke 

Holzproben aus Deutsch-Ostafrika. 
Herr P. Sydow- Berlin: 39 kalifornische Uredineen. 
Herr Dr. Taubert -Berlin: 47 australische Leguminosen (aus 

dem Museum zu Melbourne). 
Herr Dr. N. Terracciano-Caserta: 292 italienische Pflanzen. 
Herr Prof. Urban: 179 Tafeln aus Martins' Flora brasiliensk 
Herr Dr. 0. Warburg -Berlin: 95 Algen ven seiner ost- 
asiatischen Beise. 
Herren Zenker und Staudt: 473 Pflanzenarten von der 
Yaundestation in Kamerun in vielen Exemplaren sowie 
zahlreiche Museumsgegenstände und Alkoholpräparate. 
Ausserdem lieferten kleinere Beiträge die* Herren Con- 
wentz-Danzig, E. Jacobasch -Friedenau, L. Lewin-Berlin, 
T. Makino- Japan, A. Möller -Berlin, Paetsch, C. Kensch- 
Berlin, K. Lehmann -Berlin, Tappe nbeck-Madagascar, 
P. Taubert-Berlin, Teusz- Kamerun, ferner die Deutsche 
Kolonial-Gesellschaft sowie die Neu-Guinea-Kompagnie. 
2. Durch Tausch wurden Pflanzensammlnngen und Museums- 
gegenstände von den botanischen Museen zu Breslau, Boiteii' 
zorg, Calcutta, Cambridge (Mass.), Capstadt, Coimbra, Ham- 
burg, Helsingfors, Kew, Kopenhagen, London (Brit Mus.), Mel- 
bourne, München, Natal, Paris, Stockkolm, Washington, Wien 
(k. k. Hoftnuseum) sowie von den Herren W. Barbey-Gtenfi 
C. de Candolle-Genf, H. Christ- Basel, J. B. Ellis- 
Newfield, Haussknecht - Weimar, Keller - Winterthur, 



— 153 — 

P. Magoos- Berlin, 0. Pazschke- Leipzig, J. Roll -Darm- 
stadt, H. Schinz- Zürich, P. Sydow- Berlin, P. Taubert- 
Berlin erworben. 

Dagegen wurden Doubletten abgegeben an die botanischen 
Museen zu Bremen, Breslau, Galcutta, Capstadt (Bücher), 
Coimbra, Edinburgh, Qreifswald, Hamburg, Kew, Kopenhagen, 
London (Brit. Mus.), Marseille, München, Paris, Petersburg, 
Santiago (Chile), Stockholm, Strassburg, Washington, Wien (Bot. 
Garten), Wien (k. k. Hoftnuseum) sowie an die Herren Bar bey, 
Berlese - Camerino, C. de Candolle, J. M. Coulter-Lake 
Forest, EUis, E. L. Qreene, Keller, Magnus, Paläcky- 
Prag, Pazschke, Roll, Schinz, J. D. Smith -Baltimore, 
Sydow. 

3. Durch Kauf wurden aus dem dafür ausgeworfenen Etat 
theils grössere und interessantere Pflanzensammlungen aus 
verschiedenen Ländern der Erde, theils Fortsetzungen von 
Exsiccaten erworben. 

c) Benutzung. Es arbeiteten wissenschaftlich ausser 
den Beamten und Hilfsarbeitern 7 Herren während grösserer 
Zeiträume ständig, 25 Herren vorübergehend am botanischen 
Museum. An 30 Botaniker wurden Theile der Sammlungen zur 
wissenschaftlichen Benutzung nach auswärts verliehen. 

C. Laboratorien. 

Ausser den Hennen, welche grössere Arbeiten mit den 
Hilfsmitteln des botanischen Gartens und des botanischen 
Museums ausführten, waren in dem Laboratorium im Sommer- 
Semester 42, im Winter-Semester 63 Studirende thätig, welche 
zu mikroskopischen Untersuchungen angeleitet wurden. 

D. WissenscbafUiohe Arbeiten. 

a) Von den Beamten des Königl. botanischen Gartens und 
Museums wurden in der Zeit vom 1. April 1894 bis 31. März 
1895 veröffentlicht: 
A. Engler: Ueber die Gliederung der Vegetation von Usambara 

und der angrenzenden Gebiete, in Abhandl. d. Königl. 

Akad. d. Wiss. z. Berl. 1894, 86 S. 4«. 



— 154 — 

A. Engler : Beiträge zur Flora von Afrika, VII. Scrophalariacea«. 
Gtesneriaceae, Icacinaceae, in Bot. Jahrb. XVIU., 15 S. 
und 3 Tafeln. 

- -* Beiträge znr Flora von Afrika VUUL. G^esneriaceae II, 

Pedaliaceae, in Bot. Jahrb. XIX., 6 S. 

- - Beiträge zur Flora von Afrika, IX. Loranthaceae, 

Podostemonaceae, Hydrostachydaceae, Burmanniaceae. 
Moraceae, in Bot. Jahrb. XX., 73 S. und ö Tafeln. 

I. ürban: Juglans jamaicensis C. DC. und Streptopetalmn 
graminifolium ürb. in Notizbl. d. kgl. bot. Gart. 
No I. 3 S. 

- - Additamenta ad Cognitionen! florae Indiae occidentalis. 

Particula 11 in Engl. Bot. Jahrb. Bd. XIX, 120 S. 

A. Garcke: Illustrirte Flora von Deutschland. Siebzehnte 
Auflage. Berlin 1895. 768 S. und 759 Abbild. 

K. Schumann: Triuridaceae, Lilaeaceae, Potamogetonaceae et^. 
in Martins' Flor, brasil. 144 Sp. fol. 13 Tafeht 

- - Lehrbuch der Systematik, Phytopalaeontologie u. Phyto- 

geographie. 705 S. mit 193 Fig. u. 1 Karte. 

- - Cactaceae in Engler-Prantl Nat. Pflanzenfam. 48 S. 

48 Einzelbildern in 16 Fig., 1 Heliogramm. 

- - Nachruf auf Pringsheim in Verh. d. bot. Ver. Branden- 

burg. 9 S. 

- - Berg u. Schmidt, Atlas der offlzinellen Pflanzen. Heft X 

bis XIII. 24 Taf. 55 S. Qross-Quart. 

- - Bignoniaceae in Engler-Prantl Nat. Pflanzenfam 

65 S. mit 123 Einzelbildern in 13 Fig. 

- - Traunia, eine neue Gattung der Asclepiadaceen in 

Notizbl. d. kgl. bot. Gartens. 3 S. 

- - Verzeichniss der gegenwärtig kultivirten Kakteen und 

einige andere Aufsätze in Monatsschr. for Eakteenkunde 
1894. 32 S. mit 4 Taf. 

- - Die Untersuchungen des Herrn Baciborski über ü^ 

Nymphaeaceae und meine Beobachtungen, in Berichten 
der deutschen botanischen Gesellschaft. 6 S. 
P. Hennings: Neue und interessante Pilze aus dem koi 



»_: 



— 155 - 

botanischen Masenm in Berlin, II. in Hedwigia XXXni. 
5 Seiten. 
P. Hennings: Fnngi tonkinenses u. Fnngi capenses in Hedwigia 
XXXIV. 4 8. 

- - Die Helvellaceen der Umgegend Berlins in Verhandl. 

d. botan. Ver. d. Provinz Brandenb. XXXVI. 13 S. 

- - üeber exotische Pilze in den Gewächshäusern des 

Berliner botan. Gartens, daselbst. 2% S. 

- - üstilago Tritici (Pers.) var. foliicola P. Henn. in Zeit- 

schrift für Pflanzenkrankheiten IV. 1 8. 

- - Die Septorienkrankheit neuseeländischer Veronicaarten 

unserer Gärten, daselbst. 1 S. 

- - üeber das Vorkommen von Bulgaria polymorpha (Oed.) 

an lebenden Eichen, daselbst. 1 S. 

- - Sterigmatocystis Ficuum (Beicb.) P. Henn., die Ursache 

einer schädlichen Krankheit in Feigenfrfichten, in 
Naturwissenschaftliche Wochenschrift, No. 4 (1895) 

1 Spalte. 

- - Präparations-Methoden für Herbarpflanzen in Zeitschrift 

Ar Gartenbau u. Gartenkunst, No. 6. 1)^ Spalten. 

- - Beitrag zur Pilzflora des Samlandes in Schrift, d. phys.- 

oek. Ges. Eönigsb. XXXV. 5 S. 

- - Fungi goyazenses in Hedwigia XXXIV. 29 S. 

- - Üstilago Ficuum Reich, ebenda. 1 S. 

- - u. G. Lindau: Verzeichniss der bei Templin 20. Mai 

1894 beobachteten und gesammelten Pilze in Verhandl. 
d. botan. Ver. d. Prov. Brandenb. XXXVI 37« Seiten. 
M. Gurke: Labiatae africanae, in Engler's Bot. Jahrb. 
Bd. XIX. 29 S. 

- - Ueber Gossypium anomalum Wawra et Peyr., ebenda 

2 Seiten. 

- - Capitanya, eine neue Gattuüg der Labiaten, ebenda. 

Bd. XXI. 2 S., 1 Taf. 

- - Borraginaceae in Engler's Natürl. Pflanzenfam. 61 S. 

mit 279 Einzelbildern in 22 Fig. 

- - Pavonia Schwackei Gurke n. sp. in Notizbl. d. K. bot. 

Gartens und Museums No. 1. 1 S. 

- - Diagnosen verschiedener afrikanischer Pflanzen, in 

Engl. Bot. Jahrb. Bd. XIX. 4 S. 



- 156 — 

Ü. Dammer: Anleitang fQr Pflanzensammler. Mit 21 in den 
Text gedruckten Abbildungen. Stuttgart (F. Enke) 
1894. 8*. VIL 83 S. 

G. Lindau: Acanthaceae africanae ü, in EngL Jahrb. XX. 
76 Seiten. 

- - Acanthaceae papuanae, in Engl. Jahrb. XIX. Beibl. 48. 

5 Seiten. 

- - Beiträge zur Flora von Argentina, in Engl. Jahrb. XIX. 

Beibl 48. 16 S. 

- - Acanthaceae in Engler-Prantl, Natürl. Pflanzenfam. 

(Anhang). 63 S. 

- - Uebersicht über die in den Jahren 1892/93 erschienenen 

Arbeiten über Pilze (incl. Flechten). Engl. Jahrb. 
XVm. 38 S. 

- - Bemerkungen über Bau und Entwicklung von Ditiola 

radicata, in Hedwigia 1894. 7 S. 

- - Richard Spruce, in Hedwigia 1894. 3 S. 

- - Diverse Diagnosen, in Taubert: Plantae Glaziomnae ; 

Loesener: Plantae Selerianae, und Engler: Beiträge zur 
Flora von Afrika IX. 
E. Gilg: Ueber die Verwandtschaftsverhältnisse der Thyme- 
laeales und über die anatomische Methode, in Engler's 
Botan. Jahrb. XVIII. 85 Seiten, 12 Holzschnitte. 

- - Carl Holst, sein Wirken und Schaffen in der Er- 

forschung der Flora von Usambara, in Engler's Botan. 
Jahrb. XIX. 4 Seiten. 

- - Dipterocarpaceae in Engler-PrantPs Natürl. Pflanzenfam. 

33 Seiten (zusammen mit Herrn Prof. Dr. Brandis). 

- - Thymelaeaceae africanae, in Engler's Botan. Jahrb. 

XIX. 23 S. 

- - Ancistrocladaceae, in Engler-Prantl, Natürliche Pflanzen- 

fam. 3 S. 

- - Oliniaceae afticanae, in Engler's Botan. Jahrb. XIX. 

1 Seite. 

- - Zwei neue Dipterocarpaceae aus Malesien, in Engler's 

Botan. Jahrb. XVni. 3 S. 

- - Reductionen Im Pflanzenreiche und ihre Bedeutnng für 

ein System des Gewächsreichs, in Potoniö's Naturwissen- 
schaftliche Wochenschrift, o S. 



- 157 - 

E. Gilg: Diverse Diagnosen, in Engler's Jahrb. XIX. 6 S. 

P. Taubert: Ueber das Vorkommen der Gattung Physostigma 
in Ostafrika und einige piorphologische Eigenthämlich- 
keiten derselben. Berichte d. deutsch, bot. Gesellschaft. 
Xn. 5 8., 1 Holzschnitt. 

- - Leguminosae. Lief. 104 in Engler-PrantUs Natürliche 

Pflanzenfamilien. 2 Bg. 12 S., 62 Einzelbilder in 7 Fig. 

- - Pterocarpus Soyauxii Taub, in Hooker's Icones t. 2396, 2 S., 

1 Tafel. 

- - Vouapa coemlea Taub, und Dolichos kilimandscharicus 

Taub., in Engler's Botan. Jahrb. XIX. 2 S. 

b) Femer ist folgende im botanischen Museum aus- 
gearbeitete Dissertation erschienen: 

J. Buchwald: Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des 
tropischen AMka, in Engler's Bot. Jahrb. XIX. 67 S., 

2 Tafeln. 

c) Von anderweitigen Abhandlungen, die ebenfalls im bota- 
uischen Museum zum Abschluss gelangten, sind zu erwähnen: 

H. Harms: Araliaceae, in Engler-Prantl, Natfirl. Pflanzenfam. 
in, 8. 48 S. nebst Abbildungen. 

- - Passifloraceae Lehmannianae, in Engler's Botan. Jahrb. 

XVIU Beibl. 46. 14 S. 

- - Crinum Braunii Harms und Hypoxis villosa L. var. 

Schweinfiirthii, in Notizbl. des kgl. bot. Gartens No. 1. 

3 Seiten. 

- - Amaryllidacearum, Iridacearum, Passifloracearum, Aralia- 

cearum spec. nov., in Engler's Bot. Jahrb. XIX. 2Va S. 
E. Koehne: üeber die Beziehungen der kaukasischen Buche 
zu Fagus Sieboldi Endl. in Verh. d. bot. Vereins Branden- 
burg XXXVI, 1894, S. 15—16. 

- - Quercus Gambeli Nutt. in Gartenflora, Bd. 44, 1895, S. 6 

bis 10. Mit 1 Holzschnitt. 

- - Ueber theils seltene, theils schwierig unterscheidbare, 

theils neu eingeführte Holzgewächse in Mitth. d. deutsch, 
dendrol. Ges. No. 3. 1894, S. 9—16. 

- - Glossopetalon meionandrum n. sp. in Gartenflora, Bd. 43, 

1894, S. 237—240. Mit 1 Zinkographie. 

- - Bemerkungen zu J. BornmüUer's Aufsatz über Crataegus 



— 158 — 

tanacetifolia (Lam.) Pers. in Gartenflora Bd 43, S. *221 
bis 291. Mit 1 Holzschnitt. 
Th. Loesener: Gelastraceae africanae in Ball, de l'Herb. Boiss. 
VoL IL 2 8. 

- -* Gelastraceae IL und Hippocrateaceae africanae in Engl. 

Bot. Jahrb. Bd. XIX. 12 S. 

- - Plantae Selerianae L in Bull, de THerb. Boiss. Vol. IL 

34 S., 1 Taf. 
0. Warburg: Begoniaceae (Schluss) und Datiscaceae, in Engler- 
Prantl's Naturl. Pflanzenfamilien. 10 S, 4 Fig. 

- - Moraceae afiricanae (Ficus), in Engler's Botan. Jahrb. 

XX. 24 S. 

- - Die Kulturpflanzen Usambaras, in MittheiL ans den 

deutsch. Schutzgebieten VIL 69 S. 

- - Ueber die wichtigsten Krankheiten des Kaffeebamnes 

und die Mittel dagegen, in Deutsches Koloiüalblatt V. 

5Vs S. 

Professor Dr. A. Engler. 



41. Die Sternwarte. 

Auf der Sternwarte sind ausser den im Personalverzeichniss 
der Universität aufgeffihrten Beamten, nämlich den Astronomen 
Prof. Dr. Knorre und Dr. Battermann und dem Physiker 
Prof. Dr. Goldstein, die folgenden Astronomen thätig gewesen: 
Dr. A. Marcuse, Dr. H. Paetsch, Cand. M. Ebell sowie 
Cand. K. Heuer und Dr. Tetens. 

Die im vorigen Jahresberichte als freiwillige Mitarbeiter 
genannten Astronomen Dr. Laves und Dr. Necker haben in- 
zwischen Anstellung im Auslande gefunden, nämlich Herr Dr. 
Laves an der Universität in Chicago und Dr. Neck er an der 
Sternwarte des Herrn von Kufiher zu Wien. 

Am grossen Meridian-Instrument hat Herr Dr. Battermann 
hauptsächlich, neben den laufenden Zeitbestimmungen der Stern- 
warte, über 3000 Ortsbestimmungen von solchen Sternen ausgeführt, 
welche bei den in den letzten Jahren ausgeführten genauen Be- 
obachtungen aber die Lagenänderungen der Erdaxe benatzt 
worden sind, ausserdem von solchen Sternen, welche in der 
südlischen Hälfte der von der Berliner Sternwarte übernommenen 



— 159 - 

Zone und in der von der Sternwarte zn Kasan äbemommenen 
Zone vorkommen, endlich« von Vergleichsstemen für Planeten-, 
Kometen- nnd Nebel-Beobachtnngen. 

Zugleich wurden experimentelle Untersuchungen über den 
Einfluss der Helligkeit der Objekte und der Kopflage des Be- 
obachters auf die Durchgangsbeobachtungen angestellt. 

Ausserdem hat Herr Dr. Battermann seine Beobachtungen 
von Stern-Bedeckungen wieder aufgenommen, und zwar syste- 
matische Beobachtungen von Stembedeckungen am dunklen 
Mondrande, wie er sie in dem fänfben Hefte der Beobachtungs- 
ergebnisse der Berliner Sternwarte als wünschenswerth hin- 
gestellt hat. 

Am kleineren Meridian-Instrument hat Herr Dr. Marcuse 
die Bestimmung der Deklinationen der von ihm bei den Pol- 
höhen-Beobachtungen in Honolulu benutzten Sterne fortgesetzt. 

Am grossen Aequatorial hat Herr Prof. Dr. Knorre etwa 
vierhundert vollständige Doppelstem-Messungen mit dem neuen 
Doppelbild-Mikrometer ausgeführt, ausserdem einige Planeten- 
nnd Kometen - Beobachtungen am Bamberg' sehen Faden- 
mikrometer. 

Zugleich hat er sich mit experimentellen und theoretischen 
Untersuchungen des vorerwähnten [Wellmann 'sehen] Doppelbild- 
Mikrometer beschäftigt. 

Bei den Beobachtungen am Aequatorial hat sich insbesondere 
Herr M. Ebell betheiligt. Derselbe hat etwa achtzehn Be- 
obachtungen von kleinen Planeten und fünf von Kometen 
angestellt sowie dreizehn Doppelsteme am Doppelbild-Mikrometer 
und zweiundzwanzig Doppelsteme am Faden -Mikrometer be- 
obachtet. Herr M Ebell hat sich ausserdem an der Berechnung 
von kleinen Planeten betheiligt und auch zusammen mit Herrn 
Heuer bei dem Zeitdienst der Sternwarte geholfen. 

Herr Dr. H. Paetsch hat seine Beobachtungen zum Zweck 
von absoluten Bestimmungen der Deklinationen von Sternen 
durch blosse Zeitmessungen fortgesetzt. 

Herr Dr. Tetens hat am grossen Aequatorial mikrometrische 
Ortsbestimmungen und Gestalt- Messungen von Sonnenflecken 
begonnen. 

Herr Prof. Dr. Goldstein hat mit Benutzung der in der 
physikalisch • technischen Reichsanstalt ihm zur Verfügung ge- 



— 160 — 

stellten Räume und Einrichtungen seine elektrischen Unter- 
suchungen fortgef&hrt. Die Verfolgung der elektrischen 
Nachbildung von Kometen-Erscheinungen musste er jedoch leider 
unterbrechen, weil seitens der Sternwarte die Anschaffung einer 
ffir diese Untersuchungen als sehr wichtig erwiesenen konstanten 
Batterie von mehreren hundert hinreichend grossplattigeo 
Elementen statt der intermittirenden Entladungen eines In- 
duktoriums noch nicht ermöglicht werden konnte. Er hat aber 
inzwischen seine Untersuchungen über die Eigenschaften der 
Eathodenstrahlen erweitert, insbesondere hinsichtlich der merk- 
würdigen disgregirenden Wirkungen, welche die magnetisch 
deformirbaren Eathodenstrahlen auf die von ihnen getroffenen 
Körper ausüben. 

Ausserhalb der Sternwarte, aber in Verbindung mit derselben, 
hat Herr 0. Jesse in Steglitz seine Bearbeitung der Orts- 
bestimmungen und der Bewegungstheorie der leuchtenden 
Wolken fortgesetzt und Herr F. S. Archenhold in unserer 
photographisch -astronomischen Station im Grunewald seine 
photographischen Aufnahmen von Hinmielserscheinungen nebst 
einschlägigen experimentellen Untersuchungen weitergefohrt. 

Im Frühjahr 1894 haben wir aufs Neue korrespondh^ende 
photographische Aufnahmen der leuchtenden Wolken, und zwar 
zu Frankfurt a/0., zu Rathenow und in der eben erwähnten 
Station, im Zusammenwirken der Herren Archenhold, Hener 
und Dr. Tetens veranstaltet. Es wurde dabei erwiesen, dass 
die leuchtenden Wolken noch immer in den Monaten Juni nnd 
Juli unter nahezu denselben Umständen wie seit 9 Jahren auf- 
treten. Leider war in beiden Monaten das Wetter in der Gegend tod 
Berlin äusserst ungünstig, und die übrige astronomische Welt 
kümmert sich leider fast gar nicht um diese überaus wichtige 
und merkwürdige Erscheinung, weil diese einem Grenzgebiet 
zwischen Meteorologie und Astronomie angehört. 

Der öffentliche Zeitdienst unserer Sternwarte und die Ans- 
theilung von genauen Zeitangaben durch telegraphische and 
telephonische Signale ist wie bisher fortgeführt worden. In 
ausgezeichneter Weise funktionirt gegenwärtig das central von 
der Sternwarte ausgehend regulirte, durch die Eisenbahn- 
telegraphen jeden Morgen um acht Uhr allen Stationen ies 
Staatsbahnnetzes zugehende Zeitsignal. 



— 161 — 

In Erprobung begriffen ist auf der Sternwarte im Interesse 
einer grösseren Einheitlichkeit der Zeitsignale an den deutschen 
Seekusten eine neue Einrichtung, durch welche es ermöglicht 
werden wird, von hier aus in einer geeigneten verkehrsfreien 
Nachtstunde mit einem Schlage auf sämmtlichen Zeit-Signal- 
stationen der Küsten gewisse Hülfseinrichtungen richtig zu 
stellen, welche alsdann im Laufe des darauf folgenden Tages 
die erforderlichen Signale, seien es sog. Zeitball-Signale oder 
Licht-Signale, völlig korrekt und selbstthätig abzugeben vermögen. 

W. Poerster. 

42. Das astronomisclie Bedieninstitat. 

Das von dem Recheninstitut herausgegebene Jahrbuch für 
1897 hat gegen den Jahrgang für 1896 keine wesentlichen 
Aenderungen erfahren. Von den kleinen Planeten, welche bis 
Ende März 1894 entdeckt worden sind — in der Zeit vom 
1. April bis 1. November 1894 sind Entdeckungen neuer Pla- 
neten nicht vorgekommen — konnten, mit Ausnahme von zehn 
Planeten, elliptische Elemente veröffentlicht werden und von 
nenn unter diesen zehn Planeten enthält das Jahrbuch noch 
Kreisbahnelemente, welche für die spätere Identifizirung von 
Nutzen sein können. Die Zusammenstellung der Oppositions- 
zeiten und der denselben entsprechenden geocentrischen Oerter 
wurde bis auf den Planeten (368) ausgedehnt. 

üeber die Betheiligung der Mitglieder an den Arbeiten zur 
Herstellung des Jahrbuchs ist wieder im Anhange des letzteren 
ausführlich berichtet, über die ausserhalb der Bureaustunden 
ausgeführten Arbeiten mag hier Folgendes erwähnt werden. 

Herr Prof. P. Lehmann hat den astronomischen und 
chronologischen Theil des vom Königl. Statistischen Bureau 
herausgegebenen Königl. Preuss. Normalkalenders bearbeitet. 

Herr Lange hat seine Untersuchungen über das Drei- 
körperproblem fortgesetzt. 

L V.: P. Lebmann. 

43. Das Königliche Meteorologische Institut. 

Das meteorologische Institut widmete sich ebenso wie in 
froheren Jahren mit gleichem Nachdruck den ihm übertragenen 



- 162 — 

Aufgaben, die freilich grössteDtheils jenen der ünivensitat voll- 
kommen fernliegen. 

Es mag deshalb bezflglich der Thätigkeit des Institnts im 
AUgemeinen wieder auf den als Veröffentlichong des InstitaU 
erscheinenden Bericht for 1894 verwiesen werden, und sollen 
nur einige wenige Punkte aus demselben auch hier hervor- 
gehoben werden. 

Das Beobachtungsnetz des Instituts umfasste im ver- 
flossenen Jahre, abgesehen von dem Observatorium bei Potsdam. 
116 Stationen L und IL. Ordnung, 58 Stationen Ol., 12 Sta- 
tionen IV. Ordnung und ausserdem noch 1798 sogenamite 
Regenstationen. Ueberdies sandten 1383 Beobachter regel- 
mässige Berichte aber die an ihren Wohnorten beobachteten 
Gewitter ein. 

Es wurden wieder wie sonst umfangreiche Veröffent- 
lichungen herausgegeben, unter denen die von Dr. Eschen- 
hagen bearbeiteten „Ergebnisse der magnetischen Beob- 
achtungen an dem Observatorium in Potsdam in den 
Jahren 1890/91'^ als der Anfang einer neuen Eeihe besonders 
hervorgehoben werden mögen, und zwar vor Allem auch des- 
halb, da man in diesem Werke eine ausfQhrliche Beschreibung 
des magnetischen Observatoriums, sowie der an demselben ver- 
wendeten Instrumente findet. 

Desgleichen darf nicht unerwähnt bleiben, dass das unter 
Leitung von Prof. Dr. Assmann stehende grosse Untemehmeo 
der wissenschaftlichen Ballonfahrten, fär welches die Mittel aas 
dem Allerhöchsten Dispositionsfonds gewährt worden waren, 
erfreulichen Fortgang nahm und im Wesentlichen zum Abschloss 
gebracht ist. 

Es wurden auch in diesem Jahre zahlreiche Fahrten aus- 
geführt, an denen sich, abgesehen von dem Assistenten des 
Instituts, A. Berson, der die Mehrzahl aller Fahrten mit- 
gemacht hat, auch verschiedene andere Assistenten des In- 
stituts betheiligten. 

Dabei gelang es Herrn Berson, bei einer am 4. Dezember 
V. J. ganz allein unternommenen Fahrt, die Höhe von 9150 m 
glücklich und mit vollem Bewusstsein zu erreichen und direkte 
Beobachtungen in Höhen anzustellen, aus denen man bisher 
noch niemals solche gewonnen hatte. 



— 163 — 

Die Bearbeitung der bei diesen Fahrten aufgezeichneten 
Beobachtungen wird verschiedene Mitglieder des Instituts noch 
geraume Zeit hindurch beschäftigen, doch lässt sich schon jetzt 
übersehen, dass die Ergebnisse derselben eine wesentliche Be- 
reicherung der Wissenschaft bilden werden. 

Den Lehrzwecken der Universität diente das Institut in 
dem Berichtsjahre in ähnlicher Weise wie in den vergangenen 
Jahren. 

Leider ist dem schon in dem letzten Berichte beklagten 
Mangel an Bäumen noch immer nicht abgeholfen und der Fort- 
gang aller Arbeiten hat empfindlich unter diesem Uebelstande 
zu leiden. Ganz besonders wird die Entfaltung einer ausge- 
dehnteren Lehrthätigkeit dadurch gehindert. v. Bezold. 



Till. Hiiiisterial-Sirlasse und TerfOgmigeii. 

Von den im Laufe des Rechnungsjahres 1894/5 von dem 
vorgeordneten Ministerium in Universitäts-Angelegenheiten er- 
lassenen Anordnungen sind folgende von Wichtigkeit: 

1. Durch verschiedene Erlasse ist ausgesprochen, dass bei 
der Frage wegen Zulassung von Frauen zum Besuch von Vor- 
lesungen bei der hiesigen Universität, vorbehaltlich der Prüfung 
aller sonstigen Erfordernisse, insbesondere auch der genttgenden 
Vorbildung, und vorbehaltlich der Einholung des Einverständ- 
nisses der betreffenden Lehrer, aus der Geschlechtsangehörigkeit 
ein Bedenken nicht herzuleiten ist. 

2. Durch den Erlass vom 26. Februar 1895 ist bestimmt 
worden, dass als Assistenten bei den Universitäts-Insti- 
tuten nur Diejenigen angenommen werden sollen, welche die 
Doktorwürde an einer deutschen Universität auf Grund einer 
mündlichen Prüfung und einer gedruckten Dissertation er- 
worben haben. 



— 164 — 
IX« UnlTersitlkts-Onindstttck. 

1. Durch die Allerhöchste Verordnong vom 24. April 1894 
ist der Stadtgemeinde Berlin das Enteignongsrecht f&r die 
dauernde Beschränkung des für die Anlage einer Pferdeeisen- 
bahn über das Universitäts-Grundstück vom Opemplatz nach der 
Dorotheenstrasse in Anspruch zu nehmenden Grundeigenthnms 
ertheilt worden. Die Pferdeeisenbahnstrecke über das Uni- 
versitäts-Grundstück ist im Sommer 1894 gebaut und im Sep- 
tember 1894 in Betrieb genommen worden. 

2. Die Ostgrenze des Üniversitäts-Grundstücks war seit 
langen Jahren streitig. Es ist jetzt gelungen, auf Grund von 
älteren amtlichen Karten, die sich bei der Königl. Ministerial- 
Baukommission vorfanden, diese Grenze genau festzusteUen. 
Nach erfolgter Anerkennung derselben durch die angrenzenden 
Eigenthümer ist das Grundbuch und das Kataster berichtigt 
und an der südöstlichen Ecke des Üniversitäts-Grundstücks in 
der Höhe des Strassenpflasters ein Grenzstein gesetzt worden. 



X. FestUeltkeiteii und ProgranuHe« 

1. Festlichkeiten. 

Am 3. August 1894 feierte die Universität in hergebrachter 
Weise in ihrem grossen Hörsaale den Geburtstag ihres 
königlichen Stifters. Die Festrede hielt in Vertretung des 
zur Jubelfeier der Universität Halle abwesenden Rektors der 
Geheime Regierungsrath Professor Dr. Foerster über das 
Zusammenwirken von Bessel, Encke und Alexander von Humboldt 
unter der Regierung Friedrich Wilhelm HI. 

Im Anschluss an die Rede verkündigte der Redner die ür- 
theile der vier Fakultäten über die Bewerbungsschriften, welche 
zur Lösung der im Jahre 1893 gestellten Preisaufgaben ein- 
gereicht waren, sowie die Namen der Sieger und die neu gestell- 
ten Preisaufgaben für das Jahr 1894/5. 

Zum 200jährigen Jubiläum der Universität Halle am 
2.-4. August 1894 entsandte die Universität den Rektor, Ge- 



— 165 — 

heimen Regierungsrath Professor Dr. Weinhold und den Pro- 
dekan deriheologischenFakultät,WirklichenOber-Konsistorialrath 
Professor Dr. Weiss. 

Am 15. Oktober 1894 fand statutenmässig die öffentliche 
Uebergabe des Rektorats an den neu gewählten Rektor der 
üniversit&t, Professor Dr. Pfleiderer statt. Der neue Rektor 
hielt seine Antrittsrede über Theologie und Geschichts- 
wissenschaft. 

Am 6. November 1894 feierte der Geheime Regierungsrath 
Professor Dr. Curtius sein 50 jähriges Professoren- 
Jubiläum. Die Universität begrüsste denselben an diesem 
Tage durch eine Deputation. 

Am 1. Dezember 1894 erfolgte die Enthüllung und feier- 
liche Uebergabe des im Kastanien Wäldchen errichteten Mit- 
scherlich- Denkmals an die Universität. 

An der am 14. Dezember 1894 in der Singakademie ver- 
anstalteten Gedächtnissfeier für den verstorbenen Wirklichen 
Geheimen Rath Professor Dr. von Helmholtz nahm der aka- 
demische Senat in corpore Theil. 

Am 27. Januar 1895 beging die Universität in ihrem 
grossen Hörsaale die Feier des Geburtstages Sr. Majestät 
des Kaisers und Königs. Die Festrede hielt der Rektor 
Professor Dr. Pfleiderer über das deutsche Nationalbewusstsein 
in Vergangenheit und Gegenwart. 

Dem Wirklichen Geheimen Rath Prof. Dr. v. Gneis t über- 
sandte die Universität zu seinem 50 jährigen Professoren - 
Jubiläum am 20. März 1895 eine Glückwunsch-Adresse. 

Zur Begrüssung Seiner Durchlaucht des Fürsten von Bis- 
marck an seinem 80. Geburtstage haben sich auf Anregung 
der Universität Berlin am 1. April 1895 die Vertreter sämmt- 
licher Universitäten des Deutschen Reichs und der Akademie 
zu Münster nach Friedrichsruh begeben, um dort unter Führung 
des Rektors der Berliner Universität Professor Dr. Pfleiderer 
Seiner Durchlaucht eine Glückwunsch-Adresse zu überreichen. 

Die gedachten Vertreter haben alsdann auch an den bei 

dieser Gelegenheit veranstalteten studentischen Festlichkeiten 

Theil genommen. 

11 




— 166 — 

2. Programme. 

Die Programme zu den lateinischen Lektion s - Katalogen 
waren : 

Ffir das Sommer-Semester 1894: 

loannis Vahleni de Minucii Felicis Octavio disputatio. 

Für das Winter-Semester 1894/5: 

loannis Vahleni de Valerio Maximo dispntatio critica. 






^^r^l 



.1 ^y^U»l>^'^ 



CHRONIK 



DER KÖNIGLICHEN 



FRIEDRICH-WILHELIS-ÜNIVERSITÄT 



ZV BERLIN 



FÜR 



DAS RECHNUNGSJAHR 1895/96. 



JAHRGANG IX. 



BERLIN 

DRÜCK VON JULIUS BECKER 

181)6. 



\ t 



CHRONIK 



DER KÖNIGLICHEN 



FRIEDBICH-WILHELIS-ÜNiyEBSITÄT 



ZV BERI^IIV 



FÜR 



DAS RECHNUNGSJAHR 1895/96. 



JAHRGANG DC. 



BERLIN 

DRÜCK VON JULIUS BECKER 

1896. 



Inhalt. 

Seite 

I. Akademische Behörden 5 

n. Lehrkörper der Universität 6 

1. TodeafäHe 6 

2. Abgang 8 

3. Bemfangen^ Ernennungen und Habilitationen .... 9 

4. AuBzeichnuDgen 10 

III. Beamte der Universität 13 

IV. Studirende der Universität 13 

1. HGrerzahl im Sommer-Semester 1885 13 

2. Hörerzahl im Winter-Semester 1895/96 19 

V. Promotionen 25 

1. Ehren-Promotionen 25 

2. Promotionen 25 

3. Preise 41 

VI. Stiftungen, Oeschenke und sonstige Zuwendungen . 45 

VII. Wissenschaftliche Anstalten der Universität .... 48 

1. Das theologische Seminar 48 

2. Das praktisch-theologische Seminar 49 

3. Die christlich-archäologische u. epigraphische Sammlung 50 

4. Das juristische Seminar 51 

5. Das Seminar für Deutsches Recht • 52 

6. Das philologische Seminar 53 

7. Das psychologische Seminar 54 

8. Das Institut für Alterthumskunde 54 

9. Das historische Seminar 55 

10. Das staatswissenschaftlich-statistische Seminar ... 55 

11. Das germanische Seminar 61 

12. Das romanisch-englische Seminar 62 

13. Das mathematische Seminar 65 



— 4 — 

14. Das Seminar für die Aosbildaog der Stadirenden im 

wissenschaftlichen Rechnen 66 

15. Das Seminar für orientalische Sprachen (j^ 

16. Der archäologische Apparat 68 

17. Das geographische Institut 6^ 

18. Der geographische Apparat 69 

19. Der Apparat für Vorlesungen über neuere Kunstgeschichte 69 

20. Die klinischen Anstalten TU 

21. Das erste anatomische Institut 84 

22. Das zweite anatomische Institut b9 

23. Das physiologische Institut 91 

24. Das pathologische Institut 98 

25. Die hygienischen Institute 101 

26. Die Sammlung chirnrgisch-geburtshülflicher Instrumente 

und Bandagen Kiö 

27. Das pharmakologische Institut 1^)5 

28. Die praktische Unterrichts-Anstalt für die Staatsarznei- 

kunde 106 

29. Das erste chemische Laboratorium 108 

90. Das zweite chemische Institut 11«^ 

31. Das physikalische Institut 115 

32. Das Institut fUr theoretische Physik 116 

33. Das zoologische Institut . . IIT 

34. Das Museum für Naturkunde 119 

35. Der Universitätsgarten 14l^ 

36. Das botanische Institut 142 

37. Das pflanzenphysiologische Institut 143 

38. Das technologische Institut 144 

39. Die Universitäts-Bibliothek 145 

40. Der botanische Garten und das botanische Museum. . 153 

41. Die Sternwarte 165 

42. Das astronomische Recheninstitnt 167 

43. Das Königliche meteorologische Institut 170 

Vlir. Üniversitäts-Grundstück 171 

IX. Festlichkeiten und Programme 171 



I. Akademlflche Behörden. 

1. Im Sommer-Semester 1895 bestand der akademische 
Senat: 

aas dem Rektor, Professor Dr. Pfleiderer, 
„ „ Universitäts -Richter, Geheimen Regierungs - Rath Dr. 

Dande, 
., ., Prorektor, Geheimen Regierungs -Rstth, Professor Dr. 

Weinhold, 
„ „ Dekan der theologischen Fakultät, Professor Dr. 

Harnack, 
„ ,, Dekan der juristischen Fakultät, Geheimen Justiz-Rath 

Professor Dr. Hinschius, 
„ „ Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Dr. 

Hertwig, 
., ,, Dekan der philosophischen Fakultät, Geheimen Re- 

gierungs-Rath Professor Dr. Freiherrn vonRicht- 

hofen, 
., „ Senator, Geheimen Regierungs -Rath Professor Dr. 

Schulze, 
., „ Senator, Geheimen Justiz-Rath Professor Dr. Pernice^ 
„ Senator, Geheimen Medizinal - Rath Professor Dr. 

Gerhardt, 
„ Senator, Geheimen Regierungs -Rath Professor Dr 

Sachau, 
„ Senator, Professor Dr. Di eis. 

2. Im Winter-Semester 1895/96 war der akademische 
Senat zusammengesetzt: 

aus dem Rektor, Geheimen Regierungs -Rath Professor Dr. 

Wagner, 



»1 



'9 



— 6 - 

aas dem Üniversitäts-Richter, Geheimen BegieruDgs-Bath Dr. 

Daude, 
Prorektor, Professor Dr. Pfleiderer, 
Dekan der theologischen Faknlt&t Professor Dr. 

Schlatter, 
Dekan der juristischen Fakultät, Geheimen Jastiz- 

Rath, Professor Dr. Brunner, 
Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Dr. 

Rubner, 
Dekan der philosophischen Fakultät, Professor Dr. 

Scheffer-Boichorst, 
Senator, Geheimen Regierungs-Rath, Professor Dr. 

Sachau, 
Senator, Professor Dr. Di eis, 
Senator, Geheimen Regierungs-Rath, Professor Dr. 

Möbius, 
Senator, Geheimen Justiz -Rath, Professor Dr. 

Hinschius, 
Senator, Ober-Konsistorialrath, ProfessorDr. Kleinert. 



II. I^ehrkSrper der VBlTerslUli. 

1. Todesfälle. 

Am 21. Juni 1895 verstarb zu Berlin der ordentliche 
Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Friedrich 
Tietjen. Am 13. November 1834 zu Westerstede im Gross- 
herzogthum Oldenburg geboren, promovirte er am 14. Mai 1864 
und habilitirte sich am 25 Juni 1870 bei der hiesigen üniversiut. 
bei welcher er am 31. Juli 1874 zum ausserordentlichen Professor 
und am 14. März 1887 zum ordentlichen Professor ernannt 
wurde. 

Am 6. Juli 1895 verstarb zn Berlin der ordentliche 
Professor an der philosophischen Fakultät Dr. Julius Zupitza. 
Geboren am 4. Januar 1844 zu Eerpen bei Ober-Glogau, Kreis 
Neustadt O.-Schl., promovirte er am 8. Dezember 1865 an der 
hiesigen Universität. Von Ostern 1866 bis dahin 1867 war 
er als Probekandidat am Gymnasium in Oppeln und von 
Ostern 1867 bis Michaelis 1868 als wissenschaftlicher 



— 7 — 

HüUislehrer in Breslau beschäftigt. Am 1. Oktober 1864 
habilitirte er sich für deutsche Philologie an der Universität 
Breslau. Im April 1872 erfolgte seine Ernennung zum ausser- 
ordentlichen Professor der nordgermanischen Sprachen an der 
Universität Wien, woselbst er am 14. Mai 1875 zum ordentlichen 
Professor ernannt vnirde. Am 21. April 1876 wurde er als 
ordentlicher Professor in die philosophische Fakultät der 
hiesigen Universität berufen. 

Am 21. Juli 1895 verstarb zu Berlin der ordentliche 
Professor in der juristischen Fakultät, Wirkliche Geheime Eath, 
Ober-Verwaltungs-Oerichtsrath und Mitglied des Staatsrathes Dr. 
jur. u. Dr. phil. Rudolf von Gneist, Excellenz. Geboren am 
13. August 1816 zu Berlin, promovirte er am 20. November 
1838 und habilitirte sich am 18. November 1839 bei der hiesigen 
Universität. Am 20. März 1845 wurde er zum ausserordentlichen 
Professor und am 28. Juni 1858 zum ordentlichen Professor 
in der juristischen Fakultät der hiesigen Universität ernannt. 

Am 2. August 1895 verstarb zu Berlin der Privatdozent 
in der medizinischen Fakultät Dr. Kurt Schimmelbusch, 
welcher sich bei dieser Fakultät am 7. Juli 1893 habilitii*t 
hatte. 

Am 9. August 1895 verstarb zu Berlin der Lektor der 
Stenographie, Professor Dr. Gustav Michaelis. Geboren am 
27. Juni 1813 zu Magdeburg, promovirte er am 7. Januar 1837 
an der hiesigen Universität Während der Jahre 1840—1845 
war er als Lehrer an der Luisenstädtischen höheren Stadt- 
schule und am Werder' sehen Gymnasium zu Berlin thätig. 
Am 26. Januar 1851 wurde er als Lector der Stenographie 
bei der hiesigen Universität angestellt. Am 17. Dezember 1868 
wurde ihm der Titel „Professor*' verliehen. 

Am 24. September 1895 verstarb zu Berlin der ordentliche 
Professor in der medizinischen Fakultät, Geheime Ober-Me- 
dizinalrathf Generalarzt I. El. ä la suite des Sanitäts- Corps, 
Hitglied der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinal- 
wesen und Direktor der chirurgischen Klinik im Charit^- 
Erankenhause Dr. Adolf von Bardeleben. Am 1. März 1819 
zu Frankfurt a. 0. geboren, promovirte er am 15. Dezember 
1841 an der hiesigen Universität. Michaelis 1844 habilitirte 
er sich an der Universität Giessen, woselbst am 8. November 



~ 8 — 

1848 seine Ernennung zum ausserordentlichen Professor er- 
folgte. Im Jahre 1849 wurde er als ordentlicher Professor der 
Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik nach Oreifs- 
wald und am 4. September 1868 als ordentlicher Professor in 
die medizinische Fakultftt der hiesigen üniversit&t berufen. 

Am 3. November 1895 verstarb zu Berlin der Privatdozent 
in der philosophischen Fakultät, Professor Dr« Gustav Krabbe. 
Geboren am 24. Oktober 1855 zu Ohrbeck bei Osnabrück, pro- 
movirte er am 11. März 1882 und habilitirte sich am 9. Oktober 
1884 für Botanik bei der hiesigen Universität. 



2. Abgang. 

Der Privatdozent Lic. Arthur Titius ist zum ausser- 
ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der 
Universität Kiel, der ausserordentliche Professor in der 
juristischen Fakultät Dr. Otto Gradenwitz zum ausserordent- 
lichen Professor in derselben Fakultät der Universität Königsberg 
und der ausserordentliche Professor in der juristischen Fakultät 
Dr. Johannes Biermann zum ordentlichen Professor in der- 
selben Fakultät der Universität Giessen; der ausserordentliche 
Professor in der medizinischen Fakultät Dr. Johannes 6ad 
zum ordentlichen Professor der Physiologie an der deutschen 
Universität in Prag, der Privatdozent Dr. Wilhelm Wein- 
traud zum ausserordentlichen Professor in der medizinischen 
Fakultät der Universität Breslau, der Privatdozent Dr. Otto 
Krauske zum ausserordentlichen Professor in der philosophischen 
Fakultät der Universität Göttingen, der Privatdozent Dr. 
Otto Franke zum ausserordentlichen Professor in der philo- 
sophischen Fakultät der Universität Königsberg und der Privat- 
dozent Dr. Futterer zum Professor an der Technischen Hoch- 
schule in Karlsruhe ernannt worden. 

Der ordentliche Professor in der theologischen Faknltat 
Dr. Franz Ludwig Steinmeyer ist auf seinen Antrag mit 
dem Schluss des Sommer-Semesters 1895 von seinen akademischen 
Verpflichtungen entbunden worden. 

Die Privatdozenten Dr. med. Friedrich Fehleisen, 
Dr.med. Heinrich HöltzkeundProfessor Dr. HermannKranse 
sind aus der medizinischen Fakultät ausgeschieden. 



— 9 — 

Die Beziehangen des Lektors der italienischen Sprache 
Ginseppe Rossi znr Universität haben mit Ablanf des Winter- 
Semesters 1895/96 ihr Ende erreicht. 

Der Üniversitäts-Tanzlehrer Freising hat seine Stellung 
niedergelegt 



3. Berafnngen^ Ernennangen, Habilitationen. 

A. Berufungen. 

Der bisherige ordentliche Professor an der Universität 
Bonn Geheime Justizrath Dr. jur. et theol. Wilhelm Kahl 
ist als ordentlicher Professor und der Privatdozent an der 
Universität Marburg Dr. Karl Creme als ausserordentlicher 
Professor in die juristische Fakultät der hiesigen Universität 
berufen. 

Der ordentliche Professor an der Universität Göttingen 
Geheime Medizinalrath Dr. Franz König ist in derselben 
Eigenschaft in die hiesige medizinische Fakultät berufen. 

Der bisherige ausserordentliche Professor an der Universität 
Strassburg Dr. Alois Brandl, sowie der Privatdozent an der 
Universität Manchen Dr. Julius Bauschinger sind als ordent- 
liche Professoren in die philosophische Fakultät der hiesigen 
Universität berufen. 

Da<« ordentliche Mit>glied der Akademie der Wissenschaften 
Dr. J. H. van't Hoff ist zum ordentlichen Honorar-Professor 
in der philosophischen Fakultät ernannt. 

Der Dr. phil. Oskar Hecker ist als Lektor für die 
italienische Sprache und der Dr. phil. Franz Stolze als Lektor 
der Stenographie angestellt. 

An die Stelle des Universitäts- Tanzlehrers Freising ist 
der Tanzlehrer Zorn getreten. 

B. Ernennungen. 

1. in der juristischen Fakultät: 
Die Privatdozenten Dr. Johannes Biermann und Dr. Paul 
Oertmann sind zu ausserordentlichen Professoren ernannt. 

2. in der medizinischen Fakultät: 
Die Privatdozenten Dr. Johannes Thierfelder, Dr. 



— 10 — 

Dietrich Nasse, Dr. Otto Hildebrand, Dr. Maximilian 
Eoeppen sind zu ansserordentlicben Professoren ernannt 

H. in der philosophischen Fakultät: 
Der ausserordentliche Professor Dr. Hans Delbrück ist 
zum ordentlichen Professor, der ausserordentliche Professor 
Dr. Richard Böckh zum ordentlichen Honorar-Professor und 
die Privatdozenten Dr. Oskar Fleischer und Dr. Kurt 
Breysig sind zu ausserordentlichen Professoren ernannt. 

C. Habilitationen. 

Als Privatdozenten habilitirten sich: 

1. in der juristischen Fakultät: 
der Dr. jnr. Emil Seckel för Römisches Recht 

2. in der medizinischen Fakultät: 
der Dr. med. et chir. Heinrich Bonhoff für Hygiene uod 

Bakteriologie, 
der Dr. med. et chir. Ernst Stadelmann für innere MediziB. 
der Dr. med. et chir. Richard estreich für allgemeine 

Pathologie und pathologische Anatomie, 
der Dr. med. et chir. Justus Boedeker t^r Psychiatrie, 
der Dr. med. et chir. Albert Jansen für Chirurgie (Ohren- 
heilkunde). 

3. in der philosophischen Fakultät: 
der Dr. phil. Richard Heymons für Zoologie, 
der Dr. phil. Kurt Sethe fär Aegyptologie, 
der Dr. phil. Ludwig Plate flir Zoologie, 
der Dr. phil. Otto Hintze für Geschichte, 
der Dr. phil. Alb recht Zimmermann für Botanik, 
der Dr. phil. Karl Windisch fär Chemie, 
der Dr. phil. Arthur Rosenheim fBr anorganische und ana- 
lytische Chemie, 
der Dr. phil. Erich Pernice fSr Archäologie und philologische 

Hilfswissenschaften. 

4. Aaszefehnangen. 

Der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät 
Dr. Ernst Curtius, ist zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem 
Prädikat „Excellenz^' ernannt. 



— 11 — 

DerordeDÜicheProfessorGeheimeMedizinalratliDr. Leyden 
ist für sich und seine eheliche Descendenz in den erblichen 
Adelstand erhoben und dem ordentlichen Professor Geheimen 
Begierangs-Rath Dr. Eekule ist der ausländische Adel unter 
dem von seinen Vorfahren gef&hrten Namen „Eekul6 von 
Stradonitz'' nebst dem überkommenen Wappen anerkannt und 
erneuert worden. 

Den ausserordentlichen Professoren Dr. Trautmann 
Dr. Schöler und Dr. Hirschberg ist der Charakter als 
„Geheimer Medizinalrath" und den Privatdozenteu Dr. Wein- 
stein, Dr. Jaekel, Dr. Rubens, Dr. Karsch, Dr. Riess und 
Dr. Dfihrssen sowie dem Lektor Dr. Paris eile der Titel 
„Professor** verliehen. 

Die ordentlichen Professoren Dr. Stumpf, Dr. E. Schmidt, 
Dr. Erman, Dr. von Treitschke und Dr. Warburg sind zu 
Mitgliedern, die ordentlichen Professoren Geheimer Medizinal- 
rath Dr. Waldeyer und Dr. Di eis zu ständigen Sekretären 
der Akademie der Wissenschafben gewählt worden. 

Der ordentliche Professor Geheime Medizinalrath Dr. Eönig 
ist zum ordentlichen Mitgliede der Wissenschaftlichen Depu- 
tation flir das Medizinal- Wesen berufen, der ordentliche Professor 
Dr. Rubner ist zum ausserordentlichen Mitglied des Keichs- 
gesundheitsamts und der Privatdozent Regierungsrath und 
Professor Dr. Weinstein ist zum Mitglied der Normal- Aichungs- 
Eommission ernannt worden.*) 

Der Geheime Justizrath Professor Dr. Brunn er und der 
Geheime Regierungsrath, Professor Dr. Grimm sind zu Rittern 
des Ordens pour le m^rite für Wissenschaften und Eünste 
ernannt worden. 

Orden wurden verliehen: 

Der Rothe Adler-Orden II. Elasse mit Stern und 
Eichenlaub: 

dem ordentlichen Professor Geheimen Ober • Medizinalrath 
Dr. da Bois-Reymond. 



*) Die in der Chronik für das Rechnungsjahr 1894/95 enthaltene Mit- 
theilong von der Ernennung des ordentl. Honorar-Professors Dr. Lazarus 
zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften beruht auf einem Versehen. 



— 12 — 

Der Bothe Adler-Orden U. Klasse mit Eichenlaub: 
dem ordentlichen Professor Dr. Steinmeyer. 

Der Bothe Adler-Orden IL Klasse: 
dem ordentl. Professor Geheimen Jostizrath Dr. Hinschius. 

Der Rothe Adler-Orden in. Klasse mit der Schleife: 
dem ausserordentlichen Professor, Geheimen Begierungsrath 
Dr. Dieterici. 

Die Schleife zum Bothen Adler-Orden III. Klasse: 
dem Privatdozenten, Geheimen Sanitätsrath Dr. Tobold. 

Der Bothe Adler-Orden IIL Klasse: 
dem ordentlichen Professor Dr. Schmoller und dem ausseroid. 
Professor Geheimen Medizinalrath Dr. Lewin. 

Der Bothe Adler-Orden IV. Klasse: 
dem ordentlichen Professor Dr. Planck, den Privatdozenten 
Justizrath Prof. Dr. Jacobi, Prof. Dr. Assmann, Prot. Dr. 
Lassar und Dr. Grawitz. 

Der Kronen-Orden L Klasse: 
dem ordentlichen Professor Dr. Mommsen. 

Der Stern zum Kronen-Orden IL Klasse: 
dem ordentlichen Professor Geheimen Begierungsrath Dr. Wein- 
hold. 

Der Kronen-Orden IT. Klasse: 
den ordentlichen Professoren Geheimen Begierungsräthen 
Dr. Kirchhoffund Dr. von ßezold. 

Der Kronen-Orden IV. Klasse: 
dem Privatdozenten Dr. Litten. 

Die grosse goldene Medaille für Wissenschaft: 
den ordentlichen Professoren Dr. Kiepert und Dr. Weber. 

Femer erhielten: 

Der Wirkliche Geheime Ober-Medizinalrath, Generalstabs- 
arzt der Armee, ordentliche Honorar-Professor Dr. von Coler. 
Excellenz, das Grosskrenz mit goldenem Stern des Königlich 
Sächsischen Albrechts-Ordens und das Grosskrenz des Königlich- 
Wttrttembergischen Friedrichs- Ordens ; 

Der ordentl. Professor Geheime Medizinalrath Dr. Virchow 
das Grosskreuz des Königlich Italienischen St. Mauritius- und 



— 13 — 

Lazarus-Ordens und das Eommandeurkreuz der Französischen 
Ehrenlegion; 

Der ordentl. Professor Geheime Eegiemngsrath Dr. Helmert 
das Eommandenrkreaz I. Klasse des Königlich spanischen Ordens 
y,I$abella der Katholischen^'; 

Der ordentl, Professor Dr. Fuchs das Ritterkreuz des 
Königlich Schwedischen und Norwegischen Nordstern-Ordens; 

Der ausserordentliche Professor Dr. Sering das Komthur- 
kreuz des Grossherzoglich Mecklenburgischen Greifen- Ordens; 

Der ausserordentliche Professor Dr. Kny das Offizierkreuz 
des Königlich Italienischen St. Mauritius- und Lazarus-Ordens ; 

Der ausserordentliche Professor Dr. Geldner das Ritter- 
kreuz L Klasse des Königlich Wfirttembergischen Friedrichs- 
Ordens; 

Der Privatdozent Geheimer Sanitätsrath Dr. Tobold das 
Grossoffizierkreuz des Grossherrlich Türkischen Osmani6-Ordens; 

Der Privat-Dozent Dr. Posner das Ritterkreuz des König- 
lich Italienischen St. Mauritius- und Lazarus-Ordens. 



III. Beamte der IJnlTerflltät. 

Der Hausdiener Broosch ist ausgeschieden. 

IT. Stodlrende der llnlTerflltät. 

1. Horerzahl im Sommer-Semester 1895. 
I. Smninarisclie Uebersicht« 

Ä. Im Winter-Semester 1894/95 sind imnjatrikulirt gewesen 4807. 
Davon sind 

a) verstorben 4 

b) abgegangen 1. mit Exmatrikel . . . 1661 

2. auf Grund einer Anzeige 98 

c) weggegangen ohne sich abzumelden und 

daher gestrichen 2d 

d) gestrichen auf Grund des § 13 der Vor- 

schriften für die Studirenden etc. 
vom 1. Oktober 1879 165 

e) gestrichen aus sonstigen Gründen . 17 

zusammen 1974 
Es sind demnach geblieben 2853 



— 14 — 



Die 

philosophische 

Fakultät 

zählt: 



401S 



M 



1178 



Uebeitrag 2833 

Daza sind in diesem Semester gekommen .... 118n 

Die Gesammtzahl der immatrikulirten Stndi- 

r enden beträgt daher 

, . , „ , , , , f Preussen . . 295 

Die theologische Fakultät zahlt: j y^chtpren gsen 91 

Die juristische Fakultät zählt: { ^r^htpreV ssen 211 

^. ,. . . i_ Tl. 1 i.«x «1.1. Preussen . . TtiO 
Die medizinische Fakultät zählt: ._. . ^^^ ... 

I Nichtpren ssen 255 lob 

's) Preussen mit dem Zeugniss 
der Reife eines Gymnasiums 433 

b) Preussen m. d. Zeugniss der 
Reife eines Realgymnasiums 213 

c) Preussen m. d. Zeugniss der 
Reife einer Oberrealschule 16 

d) Preussen ohne Zeugniss der 
Reife 346 1008 

e) Nichtprenssen 431 14oi) 



sind obige 



40H 



B. Ausser diesen immatrikulirten Studirenden sind zum 
Hören der Vorlesungen berechtigt: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht- 
prenssen, welche vom Rektor die Erlaubniss 
dazu erhalten haben 210 

2. Studireude der militärärztlichen Bilduugs- 
Anstalten 264 

3. Studirende der Technischen Hochschule . 1767 

4. Studirende der Berg-Akademie .... 104 

5. Studirende der LandwirthschaftlichenHoch- 
schule, welche im Besitz des Berechtigungs- 
scheins zum einjährigen Militärdienst sind 535 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule 278 

7. Studirende der Akademie der Künste . . 288 



3146 



Die Gesammtzahl der Berechtigten ist mithin 



7464 



— 15 — 

üebertrag 7464 
Von diesen Berechtigten hören Vorlesungen: 
AA. Von den immatrikniirteu Stndirenden: 

in der theologischen Fakultät 382 

in der juristischen Fakultät 1169 

in der medizinischen Fakultät 1004 

in der philosophischen Fakultät . . . . 1388 

zusammen 39-13 

Vom Hören von Vorlesungen dispensirt sind: 

in der theologischen Fakultät 4 

in der juristischen Fakultät 9 

in der medizinischen Fakultät 11 

in der philosophischen Fakultät . . . 51 

zusammen 15 

BB. Von den übrigen berechtigten Personen: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und Nicht* 
preussen, welche vom Rektor die Er- 
laubniss dazu erhalten haben .... 186 

2. Studirende der militärärztlichenBildungs- 
Anstalten 264 

3. Studirende der Technischen Hochschule 19 

4. Studirende der Berg-Akademie ... 15 

5. Studirende der Landwirthschaftlichen 
Hochschule 5 

6. Studirende der Tbierärztl. Hochschule 6 

7. Studirende der Akademie der Künste . 1 



zusammen 496 
Die Gesammtzahl der Berechtigten, welche Vorlesungen 
hören, ist mithin 4439 



- 16 - 



IL Immatriknlirte PreoBseiu 



Provinz. 



nach der Fakultät 



II 

So 



o 


u 


Ä 


« 




(3 


3 


N 


OQ 
w4 




(« 


o 


:3 

•-4 


8 



philosophische 



•«3Ü 



8 «•« ««O^ ■ 5 












B 
(3 

S 



s 
o 
s 



3 






Ostprenssen 
Westpreussen . 
Brandenburg . 
Pommern . . 
Posen . . . 
Schlesien . . 
Sachsen . . . 
Schleswig-Holste 
Hannover . . 
Westfalen . . 
Hessen-Nassau 
Rheinprovinz . 



n 



Summa 



I 



5 
12 
139 
32 
16 
20 
23 

7 

11 
11 

9 
10 



33 
50 
360 
73 
68 
71 
72 
10 
31 
48 
35 
66 



22 

73 

323 

57 

64 

77 

37 

7 

20 
29 
18 
33 



14 
22 



10 
11 



194 149 
36 31 



38 
31 
31 
4 
20 
19 
20 
24 



26 
39 
16 
6 
11 
15 
16 
17 



2 
1 
10 
1 
3 
1 



14 

16 

67 

18 

17 

13 

9 

6 

5 

10 

7 

7 



40 
50 
420 
86 
84 
84 
56 
16 
36 
44 
43 
49 



1(«0 
lb5 
1242 
246 
232 
252 
1>^ 
40 

y> 

132 
105 
loö 



295 



917 



760 



Davon sind im Sommer 
Semester 1895 imma- 
trikulirt worden . . 



79 



252 



163 



453 347 19 I 189 



1008 



29^0 



114 96 13 64 



287 



f8l 



17 



III. Inunatriknlirte Nicht-Preagsen. 







E 


lacl 

• 


1 der 


Fakultä 
philosophif 


Lt 


" 






A ® 




»che 








'i. 9 


• 

c 


1 
^ 


• 
9 






Land. 


ingelisc 
»ologisci 


CO 


.s 

'TS 


o S 


athematik 
nd Nator- 
senschafte 


et 

1^- 


harmacie 

and 
nheilkund 


i 


• 

ei 

B 
B 








B 


So 


SS S.5 


0| 


P4 ja 




p 
xn 


1 . Uebrige Reichsiänder : 




















Anhalt 


4 


8 


2 


3 


2 




1 


6 


20 


Baden 


3 


11 


4 


4 


2 


1 


3 


10 


2^5 


Bayern 


7 


21 


22 


11 


4 


1 


— 


16 


66 


Brannschweig . . . 


8 


12 


8 


7 


4 


— 


3 


14 


42 


Bremen 


3 


8 


2 


6 


4 


— 




10 


23 


ElsaBS-Lothringen . . 


6 


9 


1 


10 


1 






11 


27 


Hamburg 


2 


21 


7 


6 


8 




1 


15 


45 


Hessen, Grossherzogth. 


2 


22 


5 


6 


5 


— 


4 


15 


44 


Lippe 




3 










1 


1 


4 


Lübeck 




4 


1 


1 


1 




4 


6 


11 


Mecklenburg- Schwerin 


— 


11 


4 


6 


5 


2 


1 


14 


29 


Mecklenburg - Strehlitz 


1 




1 




2 




2 


4 


6 


Oldenburg 




8 


3 




1 


— 




1 


12 


ReuBB ältere Linie . . 




1 


— 






— 






1 


ReuBS jüngere Linie . 


— 


1 


2 






— 


— 




3 


Sachsen, Königreich . 


5 


20 


11 


7 


3 


1 


3 


14 


50 


Sachsen, Grossherzgth. 


4 


4 


1 


1 








1 


10 


Sachsen-Altenbnrg . . 


1 







2 






— 


2 


8 


SachBen-Koburg-Gotha 


2 


6 


2 


3 


— 




— 


3 


13 


Sachsen-Meiningen . . 


1 


2 


1 












4 


Schaumburg-Lippe . . 




1 


— 


1 


1 




— 


2 


3 


Schwarzbg.- Rndolstadt 


1 




— 






— 




— 


1 


Schwarzbg.-Sondersh. . 


— 


3 


— 


— 


— 




1 


1 


4 


Waldeck 




4 


1 


— 








— 


5 


Württemberg .... 


2 


27 


12 


1 


2 




3 


6 


47 


Summe I . . . 


52 


212 


90 


75 


45 


5 


27 


152 


506 


II. Sonstige, vormals zum 




















doutschon Bunde gehörige 




















Länder: 




















Luxemburg .... 
Oesterreicn : 






2 


1 


- 




— 


1 


3 




















a) Erzherzogthum 


1 




4 


5 


1 






6 


11 


b) Böhmen .... 






— 


2 


1 


— 


— 


3 


3 


c) Mähren .... 






^— 


2 


""^ 






2 


2 


Summe II . . 


1 




6 


10 


2 


— 




12 


19 



— 18 — 











n 


ach 

• 


1 der 


Fak 


ult&t 1 






1 




philosophische | 




Land. 


evangelisch- 
theologische. 


• 

o 

«i 

.2 

s 


«i 
c 


• 

oS 

zzjs 

u 

JS . 
b 9 


• 1 

• e S 


«Sa 

"1 


• 

£ t 

M 


• 

«> 

m 

B 

i 

m 
9 


• 

1 


III. Uebrige Mropiisolie 










1 
1 










Staaten : 










1 










Belgien 


— 


— 


2 






1 


— 


1 





Balgarien . . . 






— 


1 


4 


4 


1 


1 


1 


7 


12 


Dänemark . . 








1 


3 


1 


— 






1 


w 




Frankreich . . . 






— 






8 


1 


^— 





9 


H 


Griechenland . 






— 






— 


— 


— 


— 


— 




Grossbritannien . 






2 




8 


5 


9 


— 


— 


14 


24 


Italien . . . 






1 


o 


4 


4 


1 


__^ 


— 


5 


12 


Niederlande . 






— 


1 


5 


2 


4 




— 


6 


12 


Oesterreich-Ungam (so- 
weit vormals nicht zum 






































deutschen Bunde ge- 




















hörig) : 




















a) Bukowina . . . 


— 


— 




1 






— 


1 


1 


b) Galizien .... 


— 


3 


3 


14 


2 






16 


22 


c) Siebenbürgen . . 


1 


1 


2 




^•^^ 


— 




— 


4 


d) Ungarn ... * 


2 


14 


4 


6 









6 


% 


Rumänien 


— 


2 


1 


4 


1 




1 


6 


9 


Russland 


2 


11 


42 


52 


42 


7 


1 


102 


157 


Schweden u. Norwegen 




1 


3 


2 


1 


— 


— 


3 


7 


Schweiz 


18 


9 


1 


11 


3 


1 




15 


43 


Spanien 

Türkei 






1 




1 


— . 




1 


2 






1 


1 


1 




— — 


2 


3 


Summe 111 . 


26 


46 


84 


115 


1 67 

1 


10 


3 


196 


351 


IV. Aussereuropäisclie 










1 










Uflder: 




















Amerika 


12 


1 


71 


41 


19 


7 


2 


69 


153 


Asien 




2 


4 


2 


— 


1 




3 


9 


Summe IV . 


12 


3 


75 


43 


19 


8 


2 


72 


162 


Hierzu Summe III . 


26 


46 


84 


115 


67 


10 


3 


195 


'^A 


„ II . 


1 


— 


6 


10 


2 


■— 


— 


12 


in 


I . 


52 


212 


90 


75 


45 


5 


27 


152 


5(Xi 


Haupt-Summe . 


91 


261 


255 


243 


133 


1 23 


32 


431 


m^ 


Davon sind im Sommer- 




















Semester 1895 imma- 




















trikulirt worden 




• • 


40 


108 


122 


87 


24 


9 


14 


134 


404 



— 19 — 



2. Hörerzahl Im Winter-Semester 1896/96. 
L Summarische Uebersicht. 
A. Im Sommer-Semester 1895 sind immatrikolirt gewesen 

Davon sind 

a) verstorben 7 

b) abgegangen 1. mit Exmatrikel . . . 1069 

2. auf Gmnd einer Anzeige 77 

c) weggegangen ohne sich abzumelden und 
daher gestrichen 22 

d) gestrichen auf Grund des § 13 der Vor- 
schriften ffir die Studirenden etc. vom 

1. Oktober 1879 156 

e) gestrichen aus sonstigen Gründen . 54 



4018 



Die theologische Fakultät zählt: 
Die juristische Fakultät zählt: 



Die medizinische Fakultät zählt: 



1385 

2633 
2572 

5205 

474 



1299 
463 



866 
360 



1762 



1226 



zusammen 

Es sind demnach geblieben 

Dazu sind in diesem Semester gekommen .... 
Die Gesammtzahl der immatrikulirten Studi- 
renden beträgt daher 

fPreussen . . 356 
Nichtpreussen , 118 

Preussen 
Nichtpreussen 

Preussen 
Nichtpreussen 

a) Preussen mit dem Zeugniss 
d. Beife eines Gymnasiums 37 6 

b) Preussen mit dem Zeugniss 
der Reife eines Real- 
gymnasiums 294 

c) Preussen mit dem Zeugniss 
der Reife einer Oberreal- 
schule 22 

d) Preussen ohne Zeugniss 
der Reife 477 1 169 

,e) Nichtpreussen 574 1743 



Die 

philosophische 

Fakultät 

zählt: 



sind obige 



5205 



2* 



— 20 — 

Uebertrag 5205 

B. Ausser diesen immatrikalirten Stadirenden sind 

zum Hören der Vorlesungen berechtigt: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und 
Nichtpreussen, welche vom Rektor 
die Erlaubniss dazu erhalten haben 

Männer 328 

Frauen 70 398 

2. Studirende der Kaiser Wilhelms-Akademie 

für das militärärztliche Bildungswesen . 256 

3. Studirende der Technischen Hochschule . 1982 

4. Studirende der Berg-Akademie .... 273 

5. Studirende derLandwirthschaftlichen Hoch- 
schule, welche im Besitz des Berechtigungs- 
scheins zum eii\jährigen Militärdienst sind 555 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule 415 

7. Studirende der Akademie der Künste . . 291 41T0 



Die Gesammtzahl der Berechtigten ist mithin . 9375 

Von diesen Berechtigten hören Vorlesungen: 
AA. Von den immatrikulirten Studirenden: 

in der theologischen Fakultät .... - 473 

in der juristischen Fakultät 1755 

in der medizinischen Fakultät .... 1213 
in der philosophischen Fakultät . . . .1682 

zusammen 5123 

Vom Hören von Vorlesungen dispensirt sind: 

in der theologischen Fakultät 1 

in der juristischen Fakultät 7 

in der medizinischen Fakultät .... 9 

in der philosophischen Fakultät . . . 58 

zusammen 75 

BB. Von den übrigen berechtigten Personen: 

1. Nicht immatrikulirte Preussen und 
Nichtpreussen, welche vom Rektor die 
Erlaubniss dazu erhalten haben 

Männer 295 

Frauen 65 a^n 



— 21 — 

Uebertrag 360 5123 

2. Studirende der Kaiser Wilhelms- Akademie 

f&r das militärärztliche Bildongswesen . . 256 

3. Studirende der Technischen Hochschule . 23 

4. Studirende der Berg-Akademie .... 12 

5. Studirende der Landwirthschaftlichen Hoch- 
scnuie •••.•••■•••••. £i 

6. Studirende der Thierärztlichen Hochschule 5 

7. Studirende der Akademie der Künste . 3 

zusammen 661 
Die Gesammtzahl der Berechtigten, welche Vor- 
lesungen hören, ist mithin 5784 



— 22 — 



II. Immatrikillrte Preissen. 







nach dei 


• Fak 
phik 


nlt&t 








evangelisch- 
theologische. 


• 

OQ 

» 

Um 
P 


• 

o 

.s 

'S 

TS 

a 




»Bophische 

u S « g c=: 

'-1 r 1 


• 
6 

e 
E 

E 

« 

s 




Provinz. 


• • 

SA 
•a o 

S '^ 


Mathematik 

und Natur» 

wlmientchaften. 


• 
OB 

B 

C 


Ostprenssen .... 


4 


42 


24 


20 


8 


3 


14 


45 


115 


Westpreussen .... 


13 


65 


67 


26 


13 

1 


3 


19 


61 


m 


Brandenburg .... 


162 


450 


347 


226 


165 


19 


60 


470 


1429 


Pommern 


32 


96 


70 


44 


31 


2 


' 19 


96 


2H 


Posen 


15 


79 


67 


41 


27 


3 


21 


92 


253 


Schlesien 


25 


116 


74 


39 


40 


1 


15 


95 


310 


Sachsen 


33 


89 


53 


31 


24 


1 


. 10 


66 


241 


Schleswig-Holstein . . 


14 


24 


17 


8 


7 


— 


' 9 


24 


79 


Hannover 


12 


54 


26 


23 


15 


2 


' 8 


48 


140 


Westfalen 


14 


97 


38 


18 


19 


2 


; 7 


46 


195 


Hessen-Nassau . . . 


14 


69 


24 


29 


17 


1 


1 

7 


54 


161 


Rheinprovinz .... 


18 


118 


59 


39 


21 


5 


7 


72 


267 


Hohenzollem .... 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Summa . . 


356 


1299 


866 


544 


387 


42 


196 


1169 


3690 


Davon sind im Winter- 










1 










Semester 1S95 96 im- 










1 










matrikulirt worden 


145 


680 


310 


199 


136 

f 
1 


28 


78 


441 


1576 



— 23 — 



III. Immatrlknlirte Nicht-Prenssen. 





nach derFakultät 








• 

o 

09 
00 


• 

•§ 

CO 
*^* 

.5 
*5 

»mm 
'S 

s 


philosophische 




• 

Land. 


• • 

'S * 


• 

Ml 

« s * 


^1 
111 

1 ö 


• 

£ 1 


• 

e 

a 

s 

s 


• 

B 

B 

. s 


L UebrigeReichslander: 

Anhalt 

Baden 

Bayern 

Braunschweig . . . 

Bremen 

Elsass-Lothringen . . 

Hamburg 

Hessen, Grossherzogth. 

Lippe 

Lübeck 

Mecklenburg - Schwerin 
Mecklenburg-Strelitz . 

Oldenburg 

Reuss ältere Linie . . 
Reuss jüngere Linie . 
Sachsen. Königreich . 
Sachsen, Grossherzgth. 
Sachsen-Altenburg . . 
Sachsen-Koburg- Gotha 
Sachsen-Meinigen . . 
Schaumburg-Lippe . . 
Schwarzbg.-Rudolstadt 
Schwarzbg. - Sondersh. 

Waldeck 

Württemberg .... 


2 
5 

7 
5 
1 
5 
4 

1 

1 
1 
1 

5 
2 

1 
1 
2 

2 

4 


10 
52 
56 
21 

6 
41 
32 
26 

2 

5 
21 

2 
12 

4 
32 
8 
3 
6 
6 

1 

6 

2 

33 


5 
26 
26 
10 

1 

6 
11 

9 

3 

7 
1 
6 
1 
1 
16 

2 
3 

1 
2 

1 
20 


3 
6 
9 
7 
4 
7 

13 
12 

2 
7 

1 

11 
1 
4 
5 

1 
2 


2 

4 
8 
5 
3 
5 
10 
7 

2 

2 
2 
1 

4 

1 

T 

3 


4 

1 

1 
3 

1 

1 

— 

1 


1 
2 

2 
3 

1 

2 
3 
1 
3 
2 

3 
1 

— 
1 

6 


6 

16 

20 

15 

8 

12 

25 

22 

1 

8 

14 

3 

1 

19 
2 
5 
5 

1 
2 

1 

12 


23 

99 

109 

51 

16 

64 

72 

57 

4 

16 

43 

7 

20 

1 

5 

72 

12 

11 

15 

10 

4 

3 

7 

3 

69 


Summe I . . 


50 


387 


158 


95 60 


12 


31 


198 


793 


1!. Sonstige, vormals zum 

deutschen Bunds gehSrige 

Linder: 

Luxemburg .... 
Oesterreich : 

a) Erzherzogthum . 

h) Böhmen .... 

c) Krain 

d) Mähren .... 
6) Schlesien . . . 
t) Steiermark . . . 
g) Tirol 


1 


2 


4 

6 

1 


1 

9 
2 

2 


1 
2 


— 




1 

10 
4 

2 


7 

17 
5 

2 


Summe IL . . 


1 


2 


11 


14 


3 


— 




17 


31 



— 24 — 





1 


1 ac 1 


1 dei 


- Fak 


:altä 
»sophif 


t 












• 




philo 


iche 










JS 


• • 
'S O 


• 

e 


• 


* 






Land. 


evangelisc 
theologiscl 


ja 
o 

.2 


'S 

a 


4« 




iii 

^1 


5 1 


• 

c 
s 
S 


• 


III. Uebrige europäisolie 




















Staaten : 




















Belgien 






3 












% 


Bulgarien 




1 


5 


6 


1 


1 


2 


10 


\y\ 


Dänemark 




1 




— 




— 




-^ 


1 


Frankreich 


— 


1 


1 


14 


■ 1 


1 


— 


16 


1^ 


Griechenland .... 




2 




— 


1 

1 — 











Grossbritannien und Ir- 




















land 


3 


1 


7 


8 


6 




i 1 


15 


*i»i 


Italien 


1 




7 


3 


1 


1 


1 ^~~ 


5 


W 


Niederlande .... 






4 


2 


3 


1 — 


1 


5 





Oesterreich-Ungam (so- 










r 










weit vorm. nicht zum 




















deutschen Bunde ge- 




















hörig): 




















a) Bukowina . . . 


— 




— 


2 








2 


•) 


b) Dalmatien . . . 


— 












1 


— 


— 


c) Galizien .... 




3 


3 


16 


4 






20 


i>i 


d) Siebenbürgen . . 


1 




2 










— 


3 


e) Ungarn .... 


2 


10 


2 


12 


3 






15 


** 


Rumänien 




1 


1 


3 




— 




3 




Russland 


3 


9 


58 


74 


51 


14 


2 


141 


211 


Schweden u. Norwegen 


1 





11 


1 


3 




1 


5 


19 


Schweiz 


37 


36 


6 


18 


5 






23 


m 


Serbien 






— 




— 






— 


— 


Spanien 






2 




1 


— 


— 


1 


:i 


Türkei 






3 


1 


— 


— 


2 


3 


r, 


Summe III. . . 


48 


67 


115 


160 


79 


17 


8 


264 


4?^ 


iV. Aussereuropäiacha 




















Under: 




















Afrika 






1 


1 




— . 




1 





Amerika 


19 


5 


69 


46 


32 


7 


1 


86 


17H 


Asien 




2 


6 


3 


2 


3 




h 


U> 


Australien 


— 














— 


— 


Summe IV . . 


19 


7 


76 


50 


34 


10 


1 


95 


197 


Hierzu Summe III . . 


48 


67 


115 


160 


79 


17 


8 


264 


495 


„ II . . 


1 


2 


11 


14 


3 




— 


17 


31 


1« 1 . « 


50 


387 


158 


95 


60 


12 


31 


198 


79H 


Haupt-Summe . . 


118 


463 


360 


319 

1 


176 


39 


40 


574 


1515 


Davon sind im Winter- 










1 










Semester 1895/96 im- 










1 

1 


1 








matrikulirt worden . 


87 


359 


246 


178 


80 


27 


19 


304 


9!«; 



— 25 - 



V. Promotionen. 



1. Ehrenpromotionen* 

Zum Dektor der Philosophie : 

Spieker, Paul, Königl. Preuss. Ober-Baudirektor zu Berlin, am 
15. August 1895. 

2. Promotionen. 

a) Zum Lieentlaten der Theoiogio 

ist promovirt worden: 

Wobbermin, Georg, aus Stettin, am 2. August 1895. 

b) Zu Dolctoren beider Reohte 
sind promovirt worden; 

1. Neff, Paul, aus Stuttgart, Dissert.: Beitrüge zur Lehre 
von der fraus legi facta in den Digesten, am 28. Mai 1895. 

2. Meyer, Paul, aus Hamburg, Dissert.: Der römische Kon- 
kubinat nach den Bechtsquellen und den Inschriften, am 
3. Juli 1895. 

3. Dronke, Kurt, aus Bonn, Dissert.: Die exceptio doli 
generalis, am 27. Juli 1895. 

4. Goldschmidt, James aus Berlin, Dissert.: Die Lehre vom 
nnbeendigten und beendigten Versuch, am 19. Dezember 
1895. 

5. Casper, Adolf, aus Samotschin -Posen, Dissert.: Der Ver- 
kauf einer fremden Sache nach römischem und gemeinem 
Rechte, am 23. Dezember 1895. 

6. D il 1 , Wilhelm , aus Ostrowo, Posen, Dissert. : Die Quittung 
im Recht und im Verkehr, am 30. Dezember 1895. 

7. Longinescu, Stephan G., aus Focsani, Rumänien, 
Dissert.: Cajus, der Rechtsgelehrte, am 21. Januar 1896. 

c) Zu Doktoren der Medizin 
sind promovirt worden: 

1. Fast, Ernst, aus Altmark, Westpreussen, Dissert.: Ueber 
das primäre Carcinom des corpus uteri, am 10. April 1895. 

2. Land6, George, aus Berlin, Dissert.: Zur Therapie der 
Scoliose, am 10. April 1895. 

3. Schönewald, Sally, aus Westfalen, Dissert.: Allgemeines 



— 26 — 

and Spezielles über die Epilepsie und ihre BeziehongeD 
zum Tumor cerebri, am 10. April 1895. 

4. Camuitzer, Arthur, aus GoUantsch, Dissert: Zar Eenot- 
niss der epitheUtihrenden Cystenbildungen in Utero smyomen 
am 19. April 1895. 

5. Seeliger, Alfred, aus Hammer, Posen, Dissert.: Ueber 
die primären Geschwülste des Peritoneums, am 23. April 
1895. 

6. Blumreich,Ludwig, aus Berlin, Dissert.: Die EntwickluDg 
der Fallopischen Tube beim Menschen, am 23. April 1895. 

7. Weiss, Moses, aus Ungarn, Dissert: Zur Kenntniss der 
mediastinalen Tumoren, am 30. April 1895. 

8. Jacoby, Martin, aus Berlin, Dissert.: Studien zur Ent- 
wickelungsgeschichte der Halsorgane der Säugethiere and 
des Menschen, am 30. April 1895. 

9. Kerssenboom, Theodor, aus Köln a. Rh., Dissert: Syphi- 
litische Erkrankung des Zentralnervensystems, koroplizirt 
durch Diabetes und Epilepsie, am 2. Mai 1895. 

10. Goldschild, Hermann, aus Schwerin a. W., Dissert: 
Ein Fall von paroxysmaler Hämoglobinurie nebst Be- 
merkungen zur Therapie, am 7. Mai 1895. 

11. Malkin, Schepa, aus Russland, Dissert.: Ueber perniciöse 
Anämie, am 14. Mai 1895. 

12. Schröter, Gustav, aus Mühlheim a. d. Ruhr, Dissert.: 
Ueber Orchitis und Epididymitis tnberculosa, mit be- 
sonderer Berücksichtigung der Aetiologie,- am 14. Mai 1895. 

13. Daly, William Joseph, aus Boston, Amerika, Dissert.: 
Ueber das Pterygium, am 21. Mai 1895. 

14. Ampt, Karl, aus Mainz, Dissert.: Ueber das Parovariura 
(Epoophoron) bei Neugeborenen und Erwachsenen, am 
21. Mai 1895. 

15. Gosche, Hermann, aus Berlin, Dissert.: Ueber Trichter- 
brust, am 28. Mai 1895. 

16. Kappesser, Friedrich, aus Darmstadt, Dissert: Ueber 
Unterscheidung von vitaler und postmortaler Sospension, 
am 28. Mai 1895. 

17. Siemsen, Karl, aus Schleswig, Dissert: Ueber konzen- 
trische Gesichtsfeldeinengung bezw. den Verschiebungs- 
typus unter besonderer Berücksichtigung von Unfallver- 
letzten, am 28. Mai 1895. 



— 27 — 

18. Beck, Friedrich, aus Engelskirchen, Dissert.: Beider- 
seitige Erblindung durch retrobulbäre Neuritis. Restitutio 
ad integrum, am 28. Mai 1895. 

19. Brölemann, Max, aus Hoerde, Dissert : Beitrag zur Lehre 
Pemphigus, am 28. Mai 1895. 

20. Schulz, Albrecht, aus Myslowitz, Dissert: üeber Strumitis, 
mit besonderer Berücksichtigung ihrer Aetiologie, am 
28. Mai 1895. 

21. Levin, Ernst Gustav, aus Berlin, Dissert: Anatomische 
Untersuchung eines Kindes mit Polydactylie aller vier 
Extremitäten und anderweitigen Missbildungen, am 
11. Juni 1895. 

22. Polland, Otto, aus Harzgerode im Harz, Dissert : Ueber 
Embryotomie, am 11. Juni 1895. 

23. Bruhn, Karl, aus Teterow, Dissert: Zur Kenntniss der 
Osteome des Oberkiefers, am 11. Juni 1895. 

24. Ehlert, Albert, aus Stettin, Dissert: Zur Aetiologie der 
primären Gesichtslage, am 18. Juni 1895. 

25. Semler, Paul, aus Berlin, Dissert!: Ueber Hernien nach 
Laparotomieen, am 18. Juni 1895. 

26. Fontane, Franz, aus Wilhelmshaven, Dissert.: Zur Lehre 
von den bösartigen Geschwülsten des Eierstockes, am 
18. Juni 1895. 

27. Lesshaft, Hans, aus Potsdam, Dissert.: Die Behandlung 
der Kopfwunden nach Heinrich von Mondeville, am 
18. Juni 1895. 

28. Guttmann, Walter, aus Hirschberg in Schi., Dissert: 
Ueber die Indicationen und die Prognose der manuellen 
Placentarlösung, am 25. Juni 1895. 

29. Gutzmann, Albert, aus Bütow, Pommern, Dissert: Ueber 
den Einfluss der Nähmaschinenarbeit auf die weiblichen 
Genitalorgane, am 25. Juni 1895. 

30. Grimm, Hennanii, aus Stuchow, Pommern, Dissert: Fremd- 
körper in der Nase, am 2. Juli 1895. 

31. Schröder, Ernst, aus Wiesbaden, Dissert: Ueber Rachen- 
und Kehlkopf erkrankungen beim Abdominaltyphus, am 
2. Juli 1895. 

32. Schanzenbach, Otto, aus Cannstatt, Württemberg, 



— 28 — 

Dissert.: lieber einen Fall von Ekzema tubercnlosam, am 
9. Juli 1895. 

33. Rund, Eugen, aus Charlottenburg, Dissert.: Febris hepatica, 
am 9- Juli 1895. 

34. üry, Hans, aus Berlin, Dissert.: Ein Fall von Mal per- 
forant du pied, am 9. Juli 1895. 

35. König, Otto, aus Dorfmark in Hannover, Dissert: Ueber 
die ätiologischen Beziehungen des Myxoma Chorii zu den 
malignen Erkrankungen des Uterus, am 16. Juli 1895. 

36. Weberstedt, Paul, aus Posen, Dissert: Beobachtungen 
über die Beziehungen gynäkologischer Erkrankungen znr 
Schwangerschaft, am 16. Juli 1895. 

37. Rosen, Richard, aus Stolp i. P., Dissert: Zur Komplikation 
von Schwangerschaft und Geburt durch Ovarialtumoren, 
am 16. Juli 1895. 

38. Friedemann, Martin, aus Woldisch-Tychow, Pommern. 
Dissert: Ueber akute eitrige Osteomyelitis mit besondere: 
Berücksichtigung der Therapie, am 16. Juli 1895. 

39. Lewin, Adolph Leo, aus Pennsylvanien, Amerika, Dissert.. 
Ueber Sclerosis lateralis amyotrophica, am 23. Juli 1895. 

40. Feldmann, Oskar, aus Bremen, Dissert: Beitrag zur 
Kenntniss der congenitalen Sacraltumoren, am 23. Juli 189.) 

41. Hinze, Eugen, aus Schopsdorf, Prov. Sachsen, Dissert.: 
Ein Fall von erabolischer Hemiplegie mit cortikaler Epi- 
lepsie, am 23. Juli 1895. 

42. Ahlbory, Robert, aus Altefähr a. Rügen, Dissert.: Ceber 
die Sehschärfe im Alter, am 23. Juli 1895. 

43. Lopez, Matias J., aus Guatemala, Zentral-Amerika, 
Dissert.: Zwei Fälle von Aphasie, am 23. Juli 1895. 

44. Oloff, Hans, aus Kaithaus, Westpreussen, Dissert: üeber 
Sehnenscheidenaffektionen bei Gelenkrheumatismus, am 
23. Juli 1895. 

45. Jürgens, Georg, aus Tengshausen, Grossh. Oldenburg, 
Dissert.: üeber das Vorkommen von atypischen Mitosen, 
am 23. Juli 1895. 

46. Ihlow, Wilhelm, aus Berlin, Dissert.: Ueber Morphio- 
Cocainismus und hallucinatorische Cocain - Paranoia, am 
26. Juli 1895. 



— 29 — 

47. Köster, Rudolf, aus Lttbeck, Dissert,: Ueber Stichver- 
letzungen des Unterleibes, am 26. Juli 1895. 

48. Preuss, Wilhelm, aus Darmstadt, Dissert.: Ueber die 
Altersbestimmung von Leichen, am 26. Juli 1895. 

49. Oberländer, Willy, aus Rostock, Dissert.: Beitrag zur 
Kenntniss der Eklampsie, am 26. Juli 1895. 

50. Skorna, Adolf, aus Berlin, Disseil. : Ein Fall von Carcinoma 
hepatis idiopathicum, am 26. Juli 1895. 

51. YonBoenninghausen, Friedrich, aus Bocholt, Westfalen, 
Dissert.: Zur Prognose der Geburt bei engem Becken, am 
30. Juli 1895. 

52. Merrem, Carl, aus Berlin, Dissert: üeber cerebrale 
Muskelatrophie am 30. Juli 1895. 

53. Sierig, Karl, aus Tremessen, Dissert.: Ueber die Beein- 
flussung der Körpertemperatur durch einige auf die Haut 
gepinselte Arzeneimittel, am 30. Juli 1895. 

54. Rosenau, Ernst, aus Marienfelde, Prz. Posen, Dissert.: 
Ueber Herzerkrankungen durch Trauma, am 30. Juli 1895. 

55. Auburtin, Gasion, aus Berlin, Dissert.: Ueber physio- 
logische und pathologische Verschiedenheiten des Haar- 
bodens am 30. Juli 1895. 

56. Storbeck, August, aus Salzwedel i. d. Altmark, Dissert.: 
Tabes dorsalis und Syphilis, am 30. Juli 1895. 

57. Tornow, Friedrich, aus Sternberg, Prz. Brandenburg, 
Dissert.: Blutveränderungen durch Märsche, am I.August 
1895. 

58. Hirschbruch, Albert, aus Posen, Dissert: Das Problem 
der „herzlosen" Missgeburten, nebst Beschreibung eines 
Amorphus acardius, am 1. August 1895. 

59. Elkan, Otto, aus Frankfurt a.M., Dissert.: Das Litten'sche 
Zwerchfellphänomen und seine klinisch - diagnostische Be- 
deutung, am 1. August 1895. 

fiO. Wichmann, Hugo, aus Berlin, Dissert : Die Stichver- 
letzungen der Harnblase, am 1. August 1895. 

61. Klein, Paul, aus Berlin, Dissert.: Ueber die Behandlung 
der Steisslage mit besonderer Berücksichtigung der Um- 
wandlung in eine Fusslage, am 1. August 1895. 

62. Witte, Paul, aus Slomowo, Posen, Dissert.: Ueber einen 
Fall von Pseudobulbärparalyse, am 6. August 1895. 



— m - 

63. Kögel, BeiDhard, ausKarlsruhe. Dissert.: üeber den Morbus 
Basedowii und seine Beziehungen zur Epilepsie, am 
G. August 189Ö. 

64. Wilhelm, Ernst, aus Bernau, Brandenburg, Dissert: Bei- 
träge zur Paralysis spinalis syphilitica, am 6. August 1895. 

65. Alcalai, Sasson, aus Philippopel, Dissert: Ein Fall von 
Cysticercus des Auges, Gehirns und Elückenmarks, am 
6. August 18^)5. 

66. Ramirez del Villar, Benigne, aus Arequipa, Peru, 
Dissert. : Ueber die Verruga peruana, am 6. August Wo. 

67. Baur, Karl J., aus Ellwangen, Württemberg, Dissert.: 
Laparotomie bei geborstener Tubenschwangerschaft, am 
6. August 1895. 

68. Müller, Walther, ausBerlin, Dissert.: Ueber Veränderangen 
des Nervensystems bei Leukaemie, am 9. August 1895. 

69. Ilberg, Fritz, aus Beigem, Dissert.: Das Blut des Menschen 
und der Thiere in forensischer Beziehung, mit besonderer 
Berücksichtigung der neutrophilen Granulationen, am 
9. August 1895. 

70. Paradies, Albert, aus Wreschen, Dissert. : Unters uchongen 
zur Frage der Resorption vom Rectum aus, am 9. August 
1895. 

71. Bosse, Bruno, aus Berlin, Dissert : Ueber die interstitielle 
Keratitis hereditärluetischer Natur und ihren Zusammen- 
hang mit Gelenksaflfektionen, am 9. August 1895. 

72. Chemnitz, Adolf, aus Clötze i. d. Altmark, Dissert: üeber 
Stich- und Schussverletzungen des Kniegelenks, am 
9. August 1895. 

73. Helm, Friedrich, aus Berlin, Dissert : Beiträge zur Kenot- 
niss der Nieren-Topographie, am 9. August 1895 

74. Bäum er, Eduard, aus Barmen, Dissert: Beiträge zar 
HiL^ologie der Urticaria simplex und pigmentosa mit be- 
sonderer Berücksichtigung der Bedeutung der Mastzelleu 
für die Pathogenese der Urticaria pigmentosa, am 9. August 
1895. 

75. Eaton, William B., aus Boston Mass., Amerika, Dissert: 
Ueber peripherische Lähmungen bei Tabes dorsalis, am 
9. August 1895. 

76. Kattenb racker, Hermann, aus Herford, Westfalen, Dissert.: 



— 31 — 

Die geburtshfilfliche Bedeutung des Hydrocephalus con- 
genitus, am 9. August 1895. 

77. Elkan, Siegmund, aus Hannover, Dissert.: Zur klinischen 
Bedeutung der Halsabscesse bei Scharlach nebst Schilderung 
eines durch perilaryngeale Lokalisation bedingten gefahr- 
drohenden Falles, am 9. August 1895. 

78. Günther, Max, aus Köln a. Rh , Dissert.: Haarknopf und 
innere Wurzelscheide des Säugethierhaares, am 13. August 
1895. 

79. Kahle, Friedrich, aus Neuendorf bei Wittstock, Dissert: 
Ueber Antiseptik im Alterthum und Mittelalter, am 
13. August 1895. 

80. Aya, Rafael, aus Columbien, Süd- Amerika, Dissert.: Ueber 
die Behandlung der Popliteal-Aneurysmen, am 13. August 
1895. 

81. Hagemeyer, Georg, aus Ruthen, Westfalen, Dissert.: 
Ueber probatorische Eröffnung der Bauchhöhle, am 
13. August 1895. 

82. Harmel, Arthur, aus Breslau, Dissert.: Ueber Hemiplegie 
nach Diphtherie, am 13. August 1895. 

83. Lessing, Richard, aus Clettstedt bei Langensalza, Dissert.: 
Schichtstaar undSchichstaaroperationen, am 13. August 1895. 

84. Scheel, Friedrich, aus Stettin, Dissert.: Ein Fall von 
Hodensarkom bei einem zweijährigen Knaben, am 13. August 
1895. 

85. Sy brecht, Gustav, aus Asseln, Westfalen, Dissert.: Zur 
Lehre von den Blasenmolen, am 13. August l>s95. 

8G. Weber, August, aus Kirchheim u. Teck, Württemberg, 
Dissert.: Zur Kenntniss der hyalinen (homogenen) Harn- 
cylinder, am 13. August 1895. 

87. Schübel, Franz, aus Miedar, Oberschlesien, Dissert: Ueber 
das tuberöse Hautsyphilid, am 15. August 1895. 

88. Press el, Richard, aus Berlin, Dissert.: Ueber den Tod 
durch Ueberfahrenwerden, am 15. August 1895. 

89. Kohn, Joseph, aus Jerusalem, Dissert.: Ueber cerebrale 
Kinderlähmungen, am 15. August 1895. 

*.X). von Klein, Gurt Ulrich, aus Ober-Gerlachsheim, Dissert.: 
Zur Statistik und Casuistik der Augenverletzungen unter 



— 32 — 

besonderer Berflcksichtigung der Berofsarten, am 15. Au- 
gust 1895. 

91. Kaplan, Paul S., aus New-York, Dissert: Hermaphro- 
ditismus und Hypospadie, am 15. August 1895. 

S)2. Erischewsky, Mnssa, aus Cairo, Dissert.: Die Wander- 
niere und ihre operative Behandlung, am 15. August 1895. 

93. Jonas, Ernst, aus Treptow a. R, Dissert: Ueber 
Lähmungen des Plexus brachialis nach Narkosen, am 
18. September 1895. 

94. Hannemann, Otto, aus Berlin, Dissert: Ueber Glycosurie 
und Diabetes mellitus bei Basedowscher Krankheit, am 
30. Se|)tember 1895. 

95. Lorenz, Adolt, aus Berlin, Dissert: Pneumonia caseosa 
acuta, am 4. Oktober . 1 89«*). 

9(5. Landsberg, Leopold, aus Hermsdorf, Kreis Hirschberg. 
Dissert.: Die Verhornung in Cancroiden. Ein Beitrag zur 
Frage der Histoüenese der Krebse, am 4. Oktober 189o. 

97. Pappenheim, Arthur, aus Berlin, Dissert: Die Bildung 
der rothen Blutscheiben, am 8. Oktober 1895. 

98. von Würthenau, Karl, aus Engen im Grossherzogtlium 
Baden, Dissert: Toxikologische Versuche besonders über 
die Dosis letalis, am 8. Oktober 1895. 

99. Pulvermacher, Leopold, aus Soldau in Ostprenssen. 
Dissert : Ueber Neuritis nach Typhus abdominalis nebst 
Anführung eines durch Komplikationen seitens des Respi- 
rationstractus, der Circulationsorgane und des Nerven- 
systems ausgezeichneten Falles, am 11. Oktober 1895. 

100. Cohen, Richard, aus Osterholz, Provinz Hannover, 
Dissert: Ueber verschleppte Querlagen, am 11. Oktbr. 1895. 

101. Gramer, Carl, aus Braunschweig, Dissert: Ein Fall von 
Bauchfelltuberkulose, am 11. Oktober 1895. 

102. Kalmus, Krnst, aus Berlin, Dissert: Ueber Rückenmarks- 
erkrankungen bei Diabetes mellitus, am 14. Oktober 189(). 

10.3. Frantz, Adolph, aus Halle a. S., Dissert: Ein Fall von 
Paranoia mit konträrer Sexualempfindung, am 29. Ok- 
tober 1895. 

104. Davidsohn, Edmund, aus Berlin, Dissert: Ueber eitrige 
Meningitis bei Säuglingen, am 5. November 1895. 

105. Skrodzki, Wilhelm, aus Angerburg i Ostpr., Dissert.: 



~ 33 — 

Zar Aetiologie der Nebenhöhlenempyeme , am 5. No- 
vember 1895. 

106. Jänecke, Karl, aas Hannover, Dissert.: Ein Beitrag znr 
Therapie der Netzhaatablösang (10 Fälle), am 19. No- 
vember 1895. 

107. Janzer, Rudolph, aas Bamstein bei Landstahl (Rhein- 
pfalz), Dissert.: Die Aetiologie der Ulnarislähmangen, am 
19. November 1895. 

108. Oranow, Herrmann, aas Stettin, Dissert.: Die Diätetik 
des Wilhelm von Saliceto (13. Jahrhundert), am 29. No- 
vember 1895. 

109. Schahmacher, Arnold, aas Berlin, Dissert.: Ueber 
cerebrale congenitale Meningocelen, am 29. November 1895. 

110. Hensele r, Wilhelm, aus Taubenwalde, Kr. Mogilno (Posen), 
Dissert.: Ueber die operative Behandlung der Magen- 
krankheiten vom Standpunkte der inneren Medizin, am 
29. November 1895. 

111. Aulicke, Max, aus Münster i. W., Dissert: Sympathische 
Ophthalmie und Optikusresektion, am 29. November 1895. 

112. Mänstermann, Christian, aus Hersfeld, Dissert.: Ueber 
das Creolin (Pearson), am 4. Dezember 1895. 

113. Haupt, Ernst, aus Gross -Linichen (Kreis Dramburg), 
Dissert: Wie beeinflussen organische Basen die Reaktion 
des Urins und seine Losungsfähigkeit für Harnsäure, am 
6. Dezember 1895. 

114. Eleinhans, Henri, aus Bern (Schweiz), Dissert: Die 
allgemeinen Principien der Wundbehandlung nach Heinr. 
von Mondeville, am 6. Dezember 1895. 

115. Otto, Richard, aus Zimmerhausen i. Pommern, Dissert: 
Ueber Sclerodermie, am 6. Dezember 1895. 

116. Sühring, Wilhelm, aus Potsdam, Dissert.: Ueber die 
pathologische Anatomie der sogenannten Papillome des 
Larynx, am 17. Dezember 1895. 

117. Lüthje, Hugo, aus Wedel in Holstein, Dissert.: Ueber 
Bleigicht und den Einfluss der Bleiintoxication auf die 
Hamsäureausscheidung, am 21. Dezember 1895. 

118. Köhler, Georg, aus Berlin, Dissert : Beitrag zur Kenntniss 

der Symptomatologie bei Ulcus ventriculi simplez, am 

21. Dezember 1895. 

3 



— 34 — 

119. Merzbach, Georg, ans Magdeburg, Dissert.: Ueber 
Gewerbe-Ekzeme, am 10. Januar 189ß. 

120. Schayer, Leopold, aus Berlin, Dissert.: Ueber Struma 
congenita, am 10. Januar 1896. 

121. Ein dl er, Eduard, aus Berlin, Dissert: Ueber Nabelschnur- 
und intrauterine Herzgeräusche, am 10. Januar 1896. 

122. Mac Lean, Curt, aus Pr. Stargard, Dissert.: Ueber fiepo- 
sition bei Nabelschnurvorfall, am 14. Januar 1896. 

123. Kumpel, Oskar, aus Cassel, Dissert: Ueber die Ver- 
wendung tuberkulösen Fleisches zu Genusszwecken, am 
24. Januar 1896. 

124. Heymann, Felix, aus Berlin, Dissert.: Ueber die WirkoDg 
subkutaner Injektionen von Albumose und Pepton, am 
28. Januar 1896. 

125. Seiberg, Ferdinand, aus Berlin, Dissert.: Beiträge zur 
Kenntniss der Giftwirkung der Schweineseuche - Bak- 
terien und anderer bakteriologisch verwandter Arteo, am 
7. Februar 1896. 

126. Perl, Isert aus Bromberg, Dissert: Anatomische und 
klinische Beiträge zur Begründung der Gastroskopie, am 
7. Februar 1896. 

127. Rosenthal, Max, aus Berlin, Dissert: Beiträge zur Lehre 
und Kasuistik des Erythems bei Angina und Diphtherie, 
am 14. Februar 1896. 

128. Radecke, Walther, aus Berlin, Dissert: Ueber einen 
Fall von Abknickung der Flexura sigmoidea ohne Voivulus 
am 21. Februar 1896. 

129. Weber, Carl, aus Berlin, Dissert: Specielle Wund- 
behandlung des Heinrich von Mondeville, am 21. Fe- 
bruar 1896. 

130. CoUin, Rudolf, aus Danzig, Dissert: Ueber einen Fall 
von syphilitischer Spinalparalyse, am 25. Februar 1896. 

131. Staby, Richard, aus Boenen, Westfalen, Dissert: Das 
Litten'sche Zwerchfellphänomen und seine Bedeutung far 
den ärztlichen Sachverständigen, am 28. Februar 1890. 

132. Schmidt, Georg, aus Frankenstein i. SchK, Dissert.: 
Bemerkungen zur forensischen Bedeutung der progressiven 
Paralyse der Irren nebst casuistischen Beiträgen, am 
3. März 1896. 



— 35 — 

133. Mendel, Kurt, aus Pankow bei Berlin, Dissert: Myxödem 
und Cretinismus, am 3. März 1896. 

134. Bassenge, Lothar, aus Ratibor (O.-Schl), Dissert.: Der 
Exhibitionismus und seine forensische Bedeutung, am 
3. März 1896. 

135. Gaupp, Jobannes, aus Ohlau i. Schi., Dissert.: lieber 
die Grösse und Form des Ein- und Ausschusses, am 
3. März 1896. 

136. Ohm, Johannes, aus Münster in Westfalen, Dissert.: 
Die septischen Nabelerkrankungen der Neugeborenen, am 
3. März 1896. 

137. Mauersberg, Paul, aus Georgmarienhütte, Er. Osnabrück, 
Dissert.: Schleimbeutel - Hygrome in der Beckengegend, 
am 3. März 1896. 

138. Gottschalk, Paul, aus Gartz a. Oder, Dissert.: Plötz- 
licher Tod bei Pleuritis exsudativa, am 6. März 1896. 

139. Janisch. Rudolf, aus Morrn, Pro v. Brandenburg, Dissert.: 
Ueber das Verschwinden des diastolischen Geräusches bei 
einer ausgesprochenen Aorteninsufficienz, am 6. März 1896. 

140. Schelle, Edwin, aus Berlin, Dissert.: Ueber den Muskel- 
echinococcus, am 6. März 1896. 

141. Fischer, Otto, aus Ruhla, Thüringen, Dissert.: Beiträge 
zur Pathologie der Thymusdrüse, am 10. März 1896. 

142. Hart mann, Gustav, aus Pr. Oldendorf, Dissert: Mecha- 
nische Vergiftungen, am 10. März 1896. 

143. Gramm, Heinrich, aus Eöchingen in Braunschweig, 
Dissert.: Ueber Lungenembolie im Anschluss an Gravi- 
dität, Partus, Puerperium und Sexualerkrankungen, am 
10. März 1896. 

144. tlacobsohn, Julius, ausLiebemühl, Ostpreussen, Dissert.: 
Zur Diagnose der Mediastinaltumoren, am 10. März 1896. 

145. Arenstein, Max, aus Berlin, Dissert.: Beiträge zur Aetio- 
logie der akuten Nierenentzündung, am 17. März 1896. 

146. Boretius, Anton, aus Danzig, Dissert: Die Hämatomyelie 
mit Berücksichtigung zweier Erankheitställe , am 
17. März 1896. 

147. Gardemin, Ernst, aus Forst i. L., Dissert: Ein Beitrag 

zur Geschichte des Eatheterismus anschliessend an die 

3* 



— 36 — 

Entferonng eines Katheterfragmentes aus der Blase durch 
Sectio alta, am 17. März 1896. 

148. Scheyer, Alfred, aus Berlin, Dissert.: Ueber die 
Spätresultate der Osteotomie bei Genu valgum, am 
17. März 1896. 

149. Fernholz, Kuno, aus Beckum i. Westfalen, Dissert: 
Zur Lehre von der Dystrophia muscularis progressiva, 
am 17. März 1896. 

150. Elb, Georg, aus Dresden, Dissert.: Zur Eenntniss der 
renalen Haemophilie, am 20. März 1896. 

151. Herhaus, Bernhard, aus Köln a. Bh., Dissert: Zur Be- 
handlung der Hydrocele, am 20. März 1896. 

152. Schmidt, Ernst, aus Lissabon, Dissert: üeber das 
postembryonale Weiterbestehen des Jacobsonschen Organes 
und Knorpels beim Menschen und die Beziehungen der- 
selben zu einander, am 20. März 1896. 

153. Pi schon, Bernhard, aus Schloss-Löbnitz, Er. Bitterfeld, 
Dissert.: Ueber einen Fall von Meningitis traumatica, am 
27. März 1896. 

154. Berghaus, Wilhelm, aus Langenhorst in Westfalen, 
Dissert.: Ueber Gesichts- und Stimlagen, am 27. März 1896. 

155. Pohl ig, Wilhelm, aus Seehausen (Altmark), Dissert.: 
Ueber die Bedeutung des Cervixcarcinoms als Gebnrts- 
hindemiss, am 27. März 1896. 

156. Benjamin, Richard, aus Dresden, Dissert: Beitrag zar 
Lehre von der Labgerinnung, am 31. März 1896. 

157. Witebsky, Michael, aus Bussland, Dissert.: Zur Ent- 
wicklungsgeschichte des schallleitenden Apparates des 
Axolotl, vom 31. März 1896. 

d) Zu Doktoren der Philooophie 

sind promovirt worden: 

1. Badzig, Alexander, aus Bussland, Dissert.: Die Anwendung 
des Sylow'schen Satzes auf die symmetrische und die alter- 
nirende Gruppe, am 17. April 1895. 

2. Bebstein, Jakob, aus Zürich, Dissert.: Bestimmung aller 
reellen Minimalflächen, die eine Schaar ebener Kurven 
enthalten, denen auf der Gauss'schen Kugel die Meridiane 
entsprechen, am 6. Mai 1895. 



— 37 — 

3. Güterbock, Ferdinand, aus Berlin, Dissert.: Der Friede 
von Montebello und die Weiterentwickelung des Lombarden- 
bnndes, am 9. Mai 1895. 

4. Zöchmann, Fritz, aus Bad Selchenhall, Dissert.: Beitrag 
zur Eenntniss der Arsenate des Zinks, am 15. Mai 1895. 

5. Simon, Philipp, aus Kassel, Dissert.: Jacques D'Amiens, 
am 15. Mai 1895. 

6. Bündle, Albert, aus Bamberg, Dissert.: Ciliate Infusorien 
im Coecnm des Pferdes, am 20. Mai 1895. 

7. Werner, Moritz, aus Frankfurt a. M., Dissert.: Zwei 
Threnoi Alfred de Mussets, am 27. Mai 1895. 

8. Beimann, Eugen, aus Breslau, Dissert.: De fönte nonnullo- 
rum fragmentorum NicoIaiDamasceni libri qui-eratinscriptus 
TtagaSo^my id-äp avpaytay^, am 27. Mai 1895. 

9. Back, Leo, aus Lissa, Dissert.: Spinoza's erste Ein- 
wirkungen auf Deutschland, am 27. Mai 1895. 

10. Fischer, Karl, aus Barby, Dissert: Die Stifter Magdeburg 
und Halberstadt im Schmalkaldischen Kriege, am 27. Mai 
1895. 

11. Graebner, Paul, aus Apeldernbeck, Westfalen, Dissert.: 
Studien über die Norddeutsche Heide, am 10. Juni 1895. 

12. Kolkwitz, Richard, aus Berlin, Dissert: Untersuchungen 
aber Plasmolyse, Elasticität, Dehnung und Wachsthum an 
lebendem Markgewebe, am 10. Juni 1895. 

13. Gordon, Viktor, aus Bialystok, Russland, Dissert: Ueber 
die Absorption des Stickoxyduls im Wasser und in Salz- 
lösungen, am 17. Juni 1895. 

14. Herz, Max, aus Jessnitz, Anhalt, Disseil.: Zur Kenntniss 
der Löslichkeit von Mischkristallen, am 24. Juni 1895. 

15. Reich, Max, aus Posen, Dissert.: Erasmus von Rotterdam. 
Untersuchungen zu seinem Briefwechsel und Leben in den 
Jahren 1509 bis 1518, am 24. Juni 1895. 

16. Thon, Osias, aus Lemberg, Galizien, Dissert.: Die Grund- 
prinzipien der Kantischen Moralphilosophie in ihrer Ent- 
wickelung, am 28. Juni 1895. 

17. Lohmann, Friedrich, aus Hannover, Dissert: Vauban. 
Seine Stellung in der Geschichte der Nationalökonomie 
und sein Reformplan, am 12. Juli 1895. 



— 38 — 

18. Lustig, Franz, aus Berlin, Dissert.: üeber einige Amido- 
Derivate des p-Xylols, am 20. Jali 1895. 

19. Elamt, Ernst, ans Saarau, Schlesien, Dissert.: Methan- 
hydrazomethan. Einwirkung von Bhodanessigsäare auf 
Phenylhydrazin. (Phenylamidopyrithiazon) am 1. Aognst 
1895. 

20. Scheye, Anton, aus Berlin, Dissert.: Ueber die Vorgänge 
in Elektrolyten, welche vom galvanischen Strome dorch- 
flössen werden und von unpolarisirbaren Elektroden be- 
grenzt sind, am 5. August 1895. 

21. Achkinass, Emil, aus Berlin, Dissert.: Ueber das Ab- 
sorptionsspektrum des flüssigen Wassers und über die 
Durchlässigkeit der Augenmedien für rothe nnd ultrarothe 
Strahlen, am 5. August 1895. 

22. Hoskins, J., Preston aus Philadelphia, Dissert.: Ueber 
die Arten der Eonjnnctivsätze in dem Gedicht diu Klage, 
am 5. August 1895. 

23. Ti essen, Ernst, aus Braunsberg, Dissert.: Die subhercyne 
Tourtia und ihre Brachiopoden - und Mollusken-Fauna, 
am 8. August 1895. 

24. Maass, Albert, aus Berlin, Dissert. : Allerlei provenzalischer 
Volksglaube, zusammengestellt nach F. Mistral's „Mireio^, 
am 8. August 1895. 

25. von Euler-Chelpin, Johannes, aus Augsburg, Dissert.: 
Ueber die Einwirkung von Molybdäntrioxyd und Paramolyb- 
daten auf normale Vanadate und eine nene Bestimmungs- 
methode von Vanadinpentozyd und Molybdäntrioxyd neben 
einander, am 8. August 1895. 

26. Köhler, Paul, aus Berlin, Dissert: Der zusammengesetzte 
Satz in den Gedichten Heinrichs von Melk und in des 
armen Hartmann Rede vom glouben. I. Theil. Die Tem- 
poralsätze, am 8. August 1895. 

27. Htttz, Hugo, aus Frankfurt a. M., Dissert.: Ueber das 
Phenylindoxyl und einige Derivate des Benzoins, am 
10. August 1895. 

28. Sedlaczek, Erwin, aus Tarnowitz, Dissert.: üeber einig« 
Derivate des Methylhydrazins, am 10. August .1895. 

29. Richter, Georg, aus Berlin, Dissert.: Beiträge zurlnter- 



— 39 — 

pretation und Textrekonstmktion des mittelhochdeutschen 
Gedichtes „Kloster der Minne", am 10. August 1895. 

30. Luft, Wilhelm, aus Berlin, Dissert.: Die Entwickelung 
des Dialoges im alten Hildebrandsliede, am 10. August 1895. 

31. Mann, Charles Riborg, aus Amerika, Dissert.: üeberEnt- 
magnetisirungsfaktoren kreiszylindrischer Stäbe, am 
15. August 1895. 

32. Kraus, Johann, aas Mainz, Dissert.: Ueber den a-Amin- 
opropylaldehyd und seine Derivate, am 15. August 1895. 

33. Sieberty Ernst, aus Berlin, Dissert.: Ein Kommentar zu 
Giacomo Leopardis „Pensieri^^ I. Theil, am 15. August 
1895. 

34. Bracht, Edmund, aus Schwetz, Westpreussen, Disseit.: 
Ständische Verhandlungen in der Kur mark unter Joachim 
Friedrich (1598—1608), am 10. Oktober 1895. 

35. Yandenhoff, Bernhard, aus Rheine, Westfalen, Dissert. 
Nonnulla tarafae poetae carmina ex arabico in latinum 
sermonem versa notisque adumbrata, am 23. November 1895. 

36. Scholz, Friedrich, aus Schweidnitz in Schlesien, Dissert.: 
Geschichte der deutschen Schriftsprache in Augsburg bis 
zum Jahre 1374, am 23. November 1894. 

37. Guttmann, Bernhard, aus Breslau, Dissert.: Die Germa- 
nisirung der Slaven in der Mark, am 30. November 1895. 

38. Tönniges, Carl, aus Braunschweig, Dissert.: Die Bildung 
des Mesoderms bei Paludina vivipara, am 7. Dezember 1895. 

39. Volz, Gustav Berthold, aus Halle a./S., Dissert.: Krieg- 
führung und Politik Königs Friedrichs des Grossen in den 
ersten Jahren des siebenjährigen Krieges, am 7. De- 
zember 1895. 

40. Welter, Julian, aas Westpreussen, Dissert: Studien zur 
Geschichte des Hamburgischen Zunftwesens im Mittelalter, 
am 21. Dezember 1895. 

41. Arndt, Louis, aus Erfurt, Dissert.: Beitrag zur Berech- 
nung der störenden Kräfte in der Theorie der säkularen 
Störungen, am 21. Dezember 1895. 

42. Wolff, Eugen, aus Berlin, Dissert.: Quae ratio intercedat 
inter Lysiae epitaphium et Isocratis panegj'ricum , am 
4. Januar 1896. 

43. Minde-Pouet, Georg, aus Berlin, Dissert: Heinrich von 



- 40 - 

Kleist. Seine Sprache und sein Stil. Erster TheQ. 
Dramatischer Stil, am 4. Januar 1896. 

44. Haas, Albert, aus Herzberg, Dissert.: Ueber denEinflnss 
der epikureischen Staats- und Rechtsphilosophie auf die 
Philosophie des 16. und 17. Jahrhunderts, am 15. Januar 
1896. 

45. Schatz, Otto, aus Heischeid, Rheinland, Dissert: Ueber 
aktive Valeriansäure, am 25. Januar 1896. 

46. Skormin, Benzian, aus Rogatschow in Russland, Dissert: 
Ueber die basischen Chromate bezw. auch die chromsauren 
Ealiumdoppelsalze des Zink-, Kadmium-, Kupfer- nnd 
Quecksilberoxyds, am 25. Januar 1896. 

47. Goebel, Ernst, aus Aschersleben, Dissert: Ueber Thebain, 
am 1. Februar 1896. 

48. Hill er t, Alfred, aus Posen, Dissert: De casuum syntaxi 
Sophoclea, am 1. Februar 1896. 

49. PflQger, Alexander, aus Honolulu (Hawaii), Dissert.: 
Anomale Dispersionskurren einiger fester Farbstoffe, am 
8. Februar 1896. 

50. Rohwaldt, Karl,aus Woltersdorf, Dissert.: „Bertoldo". Ein 
Beitrag zur Jugendentwickelung Michelangelos, am 
8. Februar 1896. 

51. Stoedtner, Franz, aus Berlin, Dissert.: Hans Holbein der 
Aeltere. I. Theil. 1473—1504, am 15. Februar 1896. 

52. Robinson, A. Hermann, aus Oberstein a. d. Nahe, Dissert.: 
Ueber Dimethylsalicyloin, Piperonoin und Dimethylvanilloin, 
am 15. Februar 1896. 

53. Schmidtmann, Hermann, aus Kassel, Dissert.: Ueber 
einige Stickstoffderivate des Malonnitrila, am 15. Februar 
1896. 

54. Spahn, Martin, aus Marienburg in Westpreussen, Dissert.: 
Die innere politische Entwicklung des Herzogthums Pom- 
mern von 1478 bis 1625, am 29. Februar 1896. 

55. Meinecke, Carl, aus Breslau, Dissert.: Ueber Thiosemi- 
carbazid und einige Koudensationsprodukte desselben, am 
29. Februar 1896. 

56. Rengel, Carl, aus Potsdam, Dissert.: Ueber die Verände- 
rungen des Darmepithels bei Tenebrio molitor während 
der Metamorphose, am 7. März 1896. 



— 41 — 

57. Heuck, Franz aus Malchin, Dissert.: Die Temporalsätze 
and ihre Konjunktionen bei den Lyrikern des Xu. Jahr- 
hunderts, am 7. März 1896. 

58. Euhlo, Franz, ans Stettin, Dissert.: TJeber melodische 
Verzierungen in der Tonkunst, am 7. März 1896. 

59. Lehwess, Eduard, Dr. jur., aus Sophienthal, Westpreussen, 
Dissert: Das Bäckergewerbe in Berlin, am 7. März 1896. 

60. Glagau, Hans, aus Berlin, Dissert.: Die französ. Legis- 
lative und der Ursprung der Revolutionskriege. in. Kapitel. 
Narbonnes politisches Programm, am 14. März 1896. 

61. Braun, Franz, aus Frankfurt a. M., Dissert: Ueber 
Polarisation ungebeugter, sichtbarer Strahlung durch 
Metalldrahtgitter, am 14. März 1896. 

62. Luchmann, Arthur, aus Berlin, Dissert: Beiträge zur 
Eenntniss der halogenhaltigen Amine der Fettreihe, am 
25. März 1896. 

63. Auerbach, Sigbert, aus Thom, Dissert: Experimentelle 
Beiträge zur „natflrlichen Hefereinzucht'S am 25. März 1896. 

64. Braun, Johannes, aus Stettin, Dissert.: Beiträge zui* 
Kenntniss der Uranverbindungen, am 25. März 1896. 

65. Dieckmann, Oskar, aus Mülheim, Rheinprovinz, Dissert: 
De granii liciniani fontibus et auctoritate, am 25. März 1896. 

06. Saemann, Carl, aus Schön-EUguth, Kr. Trebnitz, Dissert: 
Zur Kenntniss des o-Amidobenzonitrils, am 25. März 1896. 

3. Preise. 

Bei der am 3. August 1895 stattgehabten Preisvertheilung 
erhielten: 

1. den Königlichen Preis der stud. phil. Felix Coblenz aus 
Ottweiler, Bezirk Trier, für die Bearbeitung der Preisauf- 
gabe der theologischen Fakultät: ^,BecM und Schranken der 
BeJuMptung, dass als das betende Ich in den Psalmen nicht 
erst im gottesdienstlichen Gebrauch derselben^ sondern schon 
nach der Absicht der Dichter die israelitische Gemeinde an- 
zusehen sei^ sind am exegetischen Thaibestande dareuihun^'. 

2. den städtischen Preis der stud. theol. Paul Courant aus 
Bern, Schweiz, fflr die Bearbeitung der Preisaufgabe der 
theologischen Fakultät: „Di^ Bedeutung Hosea's innerhalb 



— 42 — 

der aUtestamentlichen Prophetie ist atis der Nachwirkung 
seiner Hauptgedanken hei den späteren Propheten darzulegen''. 

3. den Königlichen Preis der stud. jur. Michael Pergament 
aus Odessa für die Bearbeitung der Preisaufgabe der 
juristischen Fakultät: jyD<is VerhäÜniss ewischen den An- 
sprüchen auf Conventionalstrafe und auf das Interesse des 
Gläubigers". 

4. eine „ehrenvolle Erwähnung*' der stud. jur. Gustav Seibt 
aus Meseritz, für die Bearbeitung der Preisaufgabe der 
juristischen Fakultät: ^üeber das Miturh^rrechP', 

5. den Königlichen Preis der stud. med. Richard Bernstein 
aus Leipzig für die Bearbeitung der Preisaufgabe der 
medizinischen Fakultät: ^,Ueber die durch Contusion und 
Erschütterung entstehenden Krat^heiien des Hersfens^', 

6. den städtischen Preis der stud. med. Semi Meyer aus 
Kröben, Provinz Posen, für die Bearbeitung der Preis- 
aufgabe der medizinischen Fakultät: ^^IJeber die Strudm- 
und die Entstehung der Sandkörper im Hirn und Büdcenmcarif 
sowie in den peripherischen Nerven^*, 

7. den aus dem vorigen Jahre zur Verfügung gebliebenen 
städtischen Preis der stud. med. Paul Rathcke ans 
Leipzig für die Bearbeitung der Preisaufgabe der medi- 
zinischen Fakultät: ,^Es soU durch sorgfältige mikroskopisch 
Untersuchungen festgestellt werden^ und ewar hei Menschen 
und hei Säugethieren, in welcher Weise die Begeneratim der 
Uterusschleimhaut nach der Geburt geschieht, insbesondere tcie 
die Uterusdrüsen wieder hergestellt werden^^ 

8. den Königlichen Preis der stud. phil. Fritz Busse ans 
Ratibor für die Bearbeitung der mathematischen Preis- 
aufgabe: „2)iV Fakultät verlangt eine eusammenfassende^ von 
Literaturafigaben begleitete Darsteüung der bis jetgt bekamden 
Eigenschaften der Flächen constanten Krümmungsmaasses, 
Im Anschlüsse hieran sollen diejenigen krummen Flachen 
untersucht werden, welche auf einer Ebene in der Weise 
conform abgebildet tverden können, dass den geodätischefi 
Linien der Fläche hei der Abbildung Kreisbogen oder gerade 
Linien entsprechen'''. 

und 



— 43 — 

9. eine „lobende Anerkennung'' der stud. phil. Eudolf Bothe 
aus Berlin für die Bearbeitung derselben Preisaufgabe. 

10. den Preis der Grimm-Stiftung der stud. phil. Karl Storck 
ans Dflrmenach im Elsass für die Bearbeitung der Preis- 
anfgabe: ^yEntsiehung und Quellen der Märchen Clemens 
Brentanos^'. 

11. eine „ehrende Erwähnung" der stud. phil. Otto Bleich 
aus Bromberg für Beai*beitung derselben Preisaufgabe. 

Die neuen Prefsaufgaben für das Jahr 1895/96. 

Die theologische Fakultät stellt für das nächste Studien- 
jahr folgende Preisaufgaben: 

1. für den Königlichen Preis: 

,^Die euerst von Rigaltius, mietet von Routh und von Hartel 
herausgegebene pseudocyprianische Schrift „de rebaptismaie" 
soU übersetst und ihre Äbfassungseeit sowie ihre dogmen- 
geschichtliche Bedeutung soll ermittelt werden^^. 

2. für den städtischen Preis: 

„ Wie lässt sich der Wechsel des Singular und Plural in der 
Selbstbezeichnung der neutestamentlichen Briefsteller erklären^'? 
Die Juristen-Fakultät stellt folgende Aufgaben: 

1. für den Königlichen Preis: 

„Dos Rücktrittsrecht des Gläubigers wegen Verzugs des 
Schuldners nach gemeinem Rechte". 

2. für den städtischen Preis: 

.,Der Beisitz der Wittwe nach älterem deutschen Recht", 

3. für den aus dem laufenden Jahre zur Verfügung gebliebenen 
städtischen Preis: 

„ Welche Rechtsnormen kommen zur Anwendung in getnischten 
Ehen bei der Geltendmachung von Trennungs- und Scheidungs- 
klagen"? 

Die medizinische Fakultät stellt folgende Preisaufgaben 
1. für den Königlichen Preis: 

„Bei der in tolge von bösartigen Neubildungen vorgenommenen 
Exstirpation der Mamma wird die Entfernung der axillaren 
Lymphdrüsen angeschlossen. Die medizinische Fakultät 
wünscht eine genaue Untersuchung dieser Lymphdrüsen nach 
Zahl, Lagerung und Gruppirung sowie eine Darstellung und 
Beschreibung der Lymphbahnen, welche von den Lymphdrüsen 



— 44 — 

der Achselhöhle aus iveiter proximal verlauf en, insbesandere in 
Beeug ixuf die Wege^ welche diese I^mphgefässe einschlageii, 
und auf die Drüsengruppen^ welche sie^ von der Ächsdgrube 
kommend, snmächst erreichen. Ueberaü ist bei der Beschreibung 
dem praktischen Bedürfnisse nach einer schneUefi^ schonenden 
und vollständigen Entfernung der Lymphdrüsen der Achsd" 
höhle und ihrer Umgdnmg Rechnung eu tragen^^. 
2. för den städtischen Preis: 

„üebei' die Veränderungen der Synovialmenibran der Gdenke 
bei Berührufig mit Bhä'^. 

Die philosophische Fakultät stellt für die Königlicben 
Preise die folgenden Aufgaben: 

1. eine philosophische: 

„Die EntwicJdung der Kanff sehen Ethik bis m»m Erscheinen 
der Crrundlegung der Metaphysik der Sitten soll unter Be- 
nutzung der von Reiche veröfjfenüichten losen Blätter und der 
von Erdmann herausgegebenen Reflexionen dargestellt werden*^. 

2. eine historische: 

,,Die Geschichte des Abtes Suger von St. Denis soU queUen- 
mässig untersucht und dargestellt werden^', 
2. für den aus dem laufenden Jahre zur Verfügung gebliebenen 
Preis wird die philologische Aufgabe wiederholt: 
„Muneris choregici qui status fuerit Athenis quinto a. Chr. n. 
saeculo coUcUis scriptorum et inscriptionum testimoniis eruatur 
et exponatur^^. 
Für den städtischen Preis stellt sie 

4. eine mathematische Aufgabe: 

,,Als Wureeln der Theilungsgleichung kann man in der Theorie 
der elliptischen Functionen mit Vortheil die Crrössen 

^ a\ n ) n 

verwenden, welche Bu den Einheitswurxdn in einfachen Be- 
ziehungen stehen. Es soUen, wenn möglich, mit Hülfe dieser 
Beziehungen für n = 3,4 und vielleicht auch für n = o diese 
Theilungsgleichungen unrklich hergestellt werden^*'. 

5. Es wird für den unerledigten städtischen Preis die 
philologische Aufgabe wiederholt: 

jySohnis fragmenta et olim et nuper reperta coüigantur 
verborumque et ordinis breviter reddatur". 



— 45 — 

Für den Preis der Grimm-Stiftung wird für die Preis- 
periode 1895—97 die Aufgabe gestellt: 

,,Im Briefwechsel ßwischen Goethe und Sidpie Boisseree^ 
welcher 1810 begann und mit Gocihe^s Tode endete^ werden 
eine Beihe wichtiger Thatsachen und Verhaltnisse des deutschen 
KunsÜebens besprochen. Diese sind in ihrer Folge eingehend 
zu behandeln'^. 



VI. Stlflmii^eii, Oesehenke and sonstii^e Znwendaiii^eii. 

Die unterm 30. Juli 1895 bestätigten Statuten der in der 
Chronik für 1894/95 bereits angezeigten Dr. Daniel Müller'- 
schen Stipendien-Stiftung haben folgenden Wortlaut: 

Der am 21. Mai 1891 zu Berlin verstorbene Dr. phil. 
Daniel Philipp Heinrich Theodor Müller und dessen Ehefrau 
Margarethe Elisabeth geb. Schlieper haben in ihrem Testa- 
mente vom 24. Januar 1865 beziehentlich in dem Kodizill rom 
18. September 1887 der Königlichen Friedrich -Wilhehns- 
Universität zu Berlin zu Stipendienzwecken ein Legat von 
fünfzigtausend Mark vermacht. Für diese, durch Allerhöchsten 
Erlass vom 18. Februar 1895 genehmigte Stipendien-Stiftung 
sind unter Berücksichtigung der letztwilligen Bestimmungen 
der Stifter folgende 

Statuten 
festgesetzt. 

§1. 

Die unter der Bezeichnung ,^üllersche Stipendien-Stiftung'' 
zu fuhrende Stiftung, deren Vermögen nach Abzug der Erbschafts- 
steuer zur Zeit in SVsprozentigen Landschaftlichen Central -Pfand- 
briefen zum Nominalbetrage von 46 200 Mark angelegt ist, wird 
von dem Senat der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Üniversität 
verwaltet. 

§2. 

Die zu dem Stiftungsvermögen gehörigen Werthpapiere, 
Dokumente und haaren Bestände werden von der Königlichen 
Universitätskasse in gleicher Weise wie die Werthpapiere, 
Dokumente und baaren Bestände der übrigen Stiftungen unter 
der üblichen Kontrole aufbewahrt. 



— 46 — 

§3. 

Aus den Einkänften der Stiftung werden Stipendien zam 
Betrage von jährlich 300 bis 600 Mark an wfirdige and be- 
dürftige Studierende, welche evangelischen Bekenntnisses sind 
nnd bürgerliche, deutsche, nicht jüdische Eltern haben, ohne 
unterschied der Fakultät gewährt. 

§4. 

Die Verleihung der Stipendien erfolgt durch den Senat der 
Königlichen Friedrich -Wilhelms-Universität in seiner im Juni 
eines jeden Jahres stattfindenden Sitzung auf Vorschlag der 
Dekane der einzelnen Fakultäten. Dem zeitigen Rektor steht 
für seine Person ein gleiches Vorschlagsrecht zu. 

§5. 

Die Stipendien werden auf ein Jahr vom 1. April ab 
verliehen. 

Diejenigen, welche sich bereits im Genuss des Stipendiams 
befinden, sollen in der Regel vor anderen Bewerbern den Vor- 
zug haben. 

§6. 

Die Stipendien werden — abgesehen von der ersten 

Rate — in Quartalsraten im Voraus auf Anweisung des Rektors 
von der Königlichen Universitätskasse an die Empfänger aas- 
gezahlt. 

§7. 

Der Genuss der Stipendien ist der Regel nach auf die 
Dauer der gesetzlichen Studienzeit beschränkt, jedoch ist der 
Senat ermächtigt, bei besonders tüchtigen Bewerbern von dieser 
Beschränkung abzusehen. 

Am Schluss eines jeden Semesters haben sich die 
Stipendiaten durch ein Sittenzeugniss und ein Dekanats- 
zeugniss über ihre Würdigkeit zum weiteren Genuss der Sti- 
pendien auszuweisen. 

§8. 

Die Stipendien gehen verloren: 

1. wenn die Stipendiaten diesen Ausweis (§ 7 Absatz 2) 
nicht zu führen vermögen, 

2. wenn sie die hiesige Universität vor Ablauf des Stipendien- 
jahres verlassen, 

3. wenn sie sich durch eine gegen sie rechtskräftig erkannte 



— 47 — 

— auch disziplinarische — Strafe für den weiteren Genuss 
des Stipendiums unwürdig gemacht haben. 

§9. 

Vier Wochen vor dem im § 4 bezeichneten Termine wird 
durch Anschlag am schwarzen Brett zur Bewerbung um die 
Stipendien aufgefordert. 

Den betreffenden Gesuchen sind das Zeugniss der Reife, 
ein Bedfirftigkeitszeugniss UT)d ein Dekanatszeugniss bei- 
zufügen. 

§ 10. 

Nicht abgehobene Stipendienraten und die nicht zu den 
gewährten Stipendien verbrauchten Zinsüberschttsse des 
Stift ungsvermOgens werden zum Kapital geschlagen. 

Berlin, den 8. Mai 1895. 

Rektor und Senat 
der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität. 

(gez.) Pfleiderer. 

Neu zugefallen sind der Universität in dem Rechnungs- 
jahre 1895/96 folgende Vermächtnisse, bezw. Zuwendungen: 

1. Die zu Kassel verstorbenen Lithograph Rohrbach'schen 
Eheleute haben, um das Gedächtniss ihres verstorbenen 
Sohnes, des Dr. phil. Paul Rohrbach zu ehren, der 
Universität 9000 M. vermacht, deren Zinsen dazu bestimmt 
sind, alljährlich einen Studirenden der Naturwissen- 
schaften, insbesondere der Botanik, zu unterstützen. 
Die Annahme dieses Legats ist landesherrlich genehmigt 
worden. Die Bestätigung der bereits entworfenen Statuten 
steht noch aus. 

2. Der Rentier Carl Ludwig Zeitler in Berlin hat der Uni- 
versität daifc Grundstück Höchstestrasse 41 zur Errichtung 
einer „Agnes Zeitler's Kandidatenheim'' genannten 
Stiftung übereignet. Der Zweck der Stiftung ist, be- 
dürftigen evangelischen Studirenden der Theologie oder 
der klassischen Philologie, welche mindestens bereits drei 
Semester studirt haben und auf der Universität Berlin 
immatrikulirt sind, während ihres Aufenthalts auf der Uni- 
versität, jedoch längstens auf die Dauer von drei Jahren, 



— 48 — 

freie, in je einem besonderen Zimmer bestehende Wohnnng 
nebst freier Heizung und Belenchtnng zu gewähren. 

Der Stifter hat sich die Verwaltung bis zu seinem 
Tode Torbehalten. Demnächst soll die Verwaltung auf 
seine etwa verbleibende Wittwe und nach deren Tode 
auf die Universität fibergehen. Die Annahme der Stiftung 
ist landesherrlich genehmigt worden, auch ist die Auf- 
lassung des Grundstücks an die Universität bereits 
erfolgt. 

3. Der Bankier Julius Model zu Berlin hat der Univer- 
sität, insbesondere dem staatswissenschaftlich-stati- 
stischen Seminar zum Ankauf von Bachern und Zeit- 
schriften zur Erinnerung an seinen in Tirol verunglückten 
Sohn, den Studirenden der Rechts- und Staatswissen- 
schaften Paul Model den Betrag von 5000 M. zum Ge- 
schenk gemacht. 

Die Annahme dieses Geschenks ist landesherrlich ge- 
nehmigt worden. 

4. Der Insekten-Sammler und -Händler Fruhstorfer hat 
dem Museum für Naturkunde an der hiesigen Universität 
für den Fall seines Ablebens eine Schmetterlings 
Sammlung im Werthe von etwa 27000 M. geschenkt. 

Die landesherrliche Genehmigung zur Annahme dieser 
Schenkung ist noch nicht erfolgt. 



VII. 1» Issensehaftliche Anstalten der IJnlTersiUt. 

1. Das theologische Seminar. 

I. Im alttestamentlichen Seminar (Leiter: Prof. Dr. 
Baethgen) wurde im Sommer-Semester 1895 Hieb, Kap. 1—19 
behandelt; die Zahl der ordentlichen Mitglieder betrug 19. Im 
Winter-Semester 1895/96 wurden 13 schriftliche Arbeiten ge- 
liefert, in denen der Versuch gemacht war, das hebräische 
Original der Psalmen Salomos 1 — 9 wiederherzustellen. Ausser- 
dem wurden Abschnitte aus dem zweiten Teil des Hieb gelesen. 
Die Zahl der ordentlichen Mitglieder betrug 16. Senior war 
in beiden Semestern cand. theol. Hirscht. Baethgen. 



— 49 — 

n. In der neutestamentlichen Abtheilung des theolo- 
gischen Seminars (Leiter: Prof. Dr. Weiss) fanden im Laufe 
des Sommersemesters 1895 12 ordentliche Sitzungen statt, an 
welchen 30 ordentliche Mitglieder und 50 Hospitanten theil* 
nahmen. Gegenstand der exegetischen Uebungen war Matthäus, 
Kapitel 18. 24. 25. Schriftliche Arbeiten wurden von 2 Hospi- 
tanten angefertigt. 

Im Laufe des Wintersemesters 1895/96 wurden 16 Sitzungen 
gehalten, an welchen 30 ordentliche Mitglieder und 48 Hospi- 
tanten theilnahmen. Gegenstand der Besprechungen war der 
Colosserbrief. Schriftliche Arbeiten wurden nicht eingereicht. 

Senior des Seminars war während beider Semester cand. 
min. G. Arnold. Weiss. 

III. In der kirchengeschichtlichen Abtheilung (Leiter: 
Prof. Dr. Harnack) waren im Sommersemester 15 ordentliche 
Mitglieder aufgenommen und eine grössere Anzahl von Zuhörern. 
Es wurden Quellenstellen in Bezug auf das Verhältniss von 
Kirche und Staat im Alterthum (Donnerstags von 6 — 8 Uhr) 
gelesen und fast von sämmtlichen ordentlichen Mitgliedern 
grössere schriftliche Arbeiten geliefert. Im Wintersemester be- 
trug die Zahl der ordentlichen Mitglieder 17; etwa ebenso gross 
war die Zahl der Zuhörer. Es wurde (Mittwochs von 9—11 Uhr) 
das 6. Buch der Kirchengeschichte des Eusebius gelesen und 
erklärt; auch in diesem Semester haben die ordentlichen Mit- 
glieder umfangreiche schriftliche Arbeiten eingereicht, die 
besprochen wurden. Senior war in beiden Semestern cand. 
theol. Schneemelcher. Harnack. 



2. Das praktisch-theologische Seminar. 

L Der homiletischen Abtheilung des praktisch-theolo- 
gischen Seminars (Leiter: Prof. D. Kle inert) gehörten in den 
beiden Semestern des Studienjahres 1895/96 je 50 ordentliche 
eingeschriebene Mitglieder an, neben denen im Sommersemester 
7, im Wintersemester 4 regelmässige Hospitanten an den 
Uebungen betheiligt waren. In den Gottesdiensten des Seminars 
wurden von den älteren Mitgliedern im Sommer 13, im Winter 
16 Predigten über aufgegebene Texte gehalten, welche in den 
regelmässigen wöchentlichen Sitzungen zur Durcbsprechung und 

4 



— 50 — 

Beurtheilung gelangten. Daneben wurden von den {fingeren 
Mitgliedern für die Sitzungen Textanalysen, Dispositionen and 
ansfuhrliclie Entwürfe über gegebene Texte, sowie analytische 
und vergleichende Referate über bedentsame Predigten ans 
allen kirchlichen Zeitaltern geliefert und durchgesprochen. 

Eleinert 
n. Das katechetische Seminar hatte im Sommer 1895 
17, im Winter 1895/96 9 ordentliche Mitglieder. Im Sommer- 
semester wurden 8 zweistündige Sitzungen gehalten, im Winter 
15. Behandelt wurde in den üebungen des Sommers das Gebet 
des Herrn, im Winter das Glaubensbekenntniss, beide an der 
Hand der Erklärung in Luthers kleinem Katechismus. 

Pfleiderer. 

3. Die christlieli-arehkologisehe and epigraphische Sammlung. 

Der Zuwachs, den das Institut im Etatsjahr 1895/96 er- 
hielt, erstreckte^ sich nach Massgabe des zur VerfuguDg: 
stehenden Einkommens lediglich auf literarische NeuigkeiteD. 
Indessen war es nicht möglich, alle neuen Erscheinungen auf 
dem christlich-archäologischen und epigraphischen Feld und 
den damit verwandten Gebieten zu berücksichtigen, leider aber 
völlig unthunlich, alte fühlbare Lücken auszufüllen. Mit grossem 
Dank wurden einige Geschenke von Büchern und Photographien 
begrüsst, so von dem vorgesetzten kgl. Ministerium, von Herrn 
Professor und Direktor Monsignore Bulic in Spalato, Herrn 
Gymnasialdirektor Sandelin in Björneborg (Finnland) u. a. 

Die Sammlung war, wie seit Langem üblich, wöchentlich 
an zwei Tagen den Besuchern und Benutzern zugänglich, und 
in diesen Stunden namentlich auch von Ausländern frequentirt. 
Daneben sorgte ich dafür, dass Studirenden an der hiesigen 
Universität und auswärtigen, nur vorübergehend in Berlin 
weilenden Gelehrten, sofern sie in dem Institut Material für 
literarische Arbeiten sammeln wollten, hinsichtlich der Be- 
nützungszeit die grösstmögliche Erleichterung gewählt wurde. 

Während bei meinen Vorlesungen über Archäologie und 
Epigraphik die Abbildungen, Abklatsche und kleineren Abgüsse 
in den entsprechenden Hörsaal verbracht zu werden pflegten, 
wurden die seminaristischen Üebungen in einem der Sammlungs- 



— 51 — 

rämne selbst abgehalten. Dabei wurden die Themata für die 
schriftlichen Arbeiten der altchristlichen und mittelalterlichen 
Arcb&ologie entnommen, und zwar wurden im Sommersemester 
Sarkophagreliefs, im Wintersemester die Miniaturen der Wiener 
Genesis besonders bevorzugt. Die Zahl der Theilnehmer 
an diesen Uebungen betrug nach Ausweis des Albums im 
Sommersemester und Wintersemester je 28, die wieder 
auf zwei Kurse vertheilt werden mussten, da der betreffende 
Raum nur 19 Sitzplätze besitzt. Das Hauptkontingent zu dieser 
Zahl stellte die theologische Fakultät, darunter mehrere Kan- 
didaten und ein Priester der Diöcese Strassburg, während 
die philosophische Fakultät durch vier HeiTen vertreten war, 
daranter drei Kunsthistoriker, von denen sich zwei vor Kurzem 
in Mönchen die philosophische Doktorwürde mit summa cum 
laude bezw. magna cum laude erwarben. Wie der Fleiss im 
Besuch der Uebungen, so war auch die Qualität der für sie 
gelieferten schriftlichen Arbeiten lobenswerth. 

Nicolaus Müller. 



4. Das juristische Seminar 

(für römisches und kanonisches Recht). 

I. Im Sommersemester 1895 hat Prof. Dr. Job. Biermann 
für den wegen Krankeit beurlaubten Professor Dr. Eck mit 
Genehmigung der Fakultät die romanistische Abtheilung . des 
juristischen Seminars geleitet. An den Uebungen desselben 
haben sieh ungefähr zwanzig Studirende betheiligt. Von einer 
Anzahl derselben wurden schriftliche Abhandlungen aus dem 
Gebiete des römischen Rechts angefertigt, die dann im Kreise 
der Theilnehmer besprochen wurden. Es wurden ferner einige 
juristische Doktordissertationen analysirt, im übrige examina- 
torische und exegetische Uebungen abgehalten. Fleiss und 
Eifer der Mitglieder des Seminars verdienen Anerkennung, die 
Leistungen dagegen waren im Ganzen nur massige Von den 
eingereichten schriftlichen Arbeiten überschritt nur eine das 
Mittelmass, die meisten der Theilnehmer verfügten noch nicht 
über genügend sichere und umfassende Rechtskenntnisse, die 
Uebersetzung und Erklärung der Stellen des corpus juris 

civilis machte der Mehrzahl der Theilnehmer grosse Schwierig- 

4» 



— 52 — 

keiten. Immerhin sind wenigstens in der letztgenannten Rich- 
tung unverkennbare Fortschritte erzielt worden. 

n. Professor Dernbarg hielt im Wintersemester I89bl% 
in gewohnter Weise römisch rechtliche seminaristische Uebmgen 
ab. Za Grande gelegt wurde der Pandektentitel locati eon- 
ducti. Die Betheilignng war eine rege. Die Mehrzahl der 
Theilnehmer war unausgesetzt fleissig und bethfttigte ihr 
Interesse durch Interpretation der Quelle und Diskussion be* 
zfiglich der sich anschliessenden BechtsfUle. 

m. An den Uebangen auf dem Oebiete des römischen 
Hechtes unter Leitung des Professors Pemice nahmen im 
Winterhalbjahr 32 Studirende und 4 Hospitanten (drei Aus- 
länder) theil. Es wurden im Ganzen 15 grössere Arbeiten 
geliefert und besprochen. Der Besuch war regelmässig, die 
mündlichen Verhandlungen lebhaft und anregend. Der Werth 
der Arbeiten war verschieden; aber tkberwiegend zeigten sie 
Fleiss, Kenntnisse und Urtheil. 

IV. An den Uebungen des von Prof. Dr. Hfibler im 
Sommerhalbjahr 1895 geleiteten kirchenrechtlichen Seminars 
nahmen 18 Studirende theil. Nur zwei Mitglieder lieferten 
schriftliche Arbeiten, von denen die eine verfehlt war, die 
andere als wohl gelungen bezeichnet werden konnte. Die 
Uebungen schlössen sich theils an die schriftlichen Arbeiten, 
theils an praktische Fälle an. Daneben fanden Eonversatorien 
statt, die sich über das gesammte Gebiet des Kirchenrechts 
erstreckten. 

Der Besuch des Seminars war ein sehr reger. Auch an 
den Diskussionen betheiligte sich die Mehrzahl der Mitglieder. 

V. Der vom Professor Dr. Hinschins geleiteten kanonischen 
Abtheilung des juristischen Seminars gehörten im Winter- 
semester 1895/96 vier Mitglieder und 17 Hospitanten an, welche 
den Uebungen mit regelmässigem Fleiss anwohnten. 

Dernburg. Hinschins. Hübler. Pemice. Biermann. 

5. Seminar für Deatsehes Recht. 

I. Im Sommersemester 18951iess der Unterzeichnete im 
Seminar für Deutsches Recht den Sachsenspiegel und einzelne 
mittelalterliche Rechtsurkunden interpretiren. Auch wurden 



— 53 — 

einige schriftliche Arbeiten angefertigt. Etwa 25 Tbeilnehmer 
widmeten sich mit regem Eifer diesen Uebangen. 

Otto Gierke. 

IL Im Wintersemester 1895/96 wurde ein erheblicher Theil 
der Lex Baiawariornm gelesen. Die Zahl der Tbeilnehmer an 
den Uebnngen betrag zwölf. Einer von ihnen lieferte eine 
schriftliche Arbeit ein, welche die 6ewähi*schaftspflicht beim 
Kauf nach dem bairischen Yolksrechte behandelte. 

Heinrich Branner. 

IIL Im Sommersemester hielt der Unterzeichnete Uebangen 
fiber westgothisches Recht anter Zugrandelegung seiner Aas- 
gabe der Leges Visigothoram antiquiores. Die Zahl der Tbeil- 
nehmer betrusT 4. 

Im Wintersemester wurde der Sachsenspiegel interpretirt. 
Die Zahl der Tbeilnehmer betrug 20. Karl Zeumer. 

6. Das philologische Seminar. 

Die Uebangen des philologischen Seminars leiteten 
in der griechischen Abtheilang Professor Eirchhofif, 
in der lateinischen Abtheilang Professor Vahlen. 

Im Sommer-Semester 1895 wurde die Interpretation des 
ersten Buches der Ilias fortgesetzt und Tacitus* Annalen B. I 
interpretirt; im Winter - Semester 1895/9() gaben die unter 
Xenophon's Namen erhaltene Schrift vom Staat der Athener 
und das Epodenbnch des Horatius den Gegenstand der Inter- 
pretation ab. Ueberdies leitete im Sommer Professor Vahlen, 
im Winter Professor Eirchhoff die Disputirttbungen, und fanden 
in beiden Abtheilungen Recensionen der eingegangenen 
Semestralarbeiten statt. 

An den Uebungen nahmen im Sommer-Semester 11, im 
Winter-Semester 10 ordentliche Mitglieder Theil. Ausserdem 
hatten sich im Sommer 13, im Winter 19 ausserordentliche 
Mitglieder einzeichnen lassen. 

J. Vahlen, 

z. Z. geschfiftsführender Dii*ektor. 



— 54 — 

7. Das psychologisdie Semiaar. 

Es wurden auch in diesem Jahre nur solche Stndirende 
zur Theilnahme an den Uebongen zugelassen, die darch Hören 
grösserer Vorlesungen aber Psychologie sich bereits eine ge- 
nügende theoretische Grundlage erworben hatten. Die Zahl 
der Theilnebmer betrug im Sommer '1895 22, im Winter 
1895/96 30. Die Uebungen wurden im Sommer so eingerichtet, 
dass jeder der beiden Leiter (Prof. Stumpf und Dr. Schumann) 
sowohl theoretische als experimentelle Uebungen reranstaltete. 
Im Winter hielt Prof. Stumpf die theoretischen, Dr. Schumann 
die experimentellen Uebungen, wobei wegen der grossen Tbeil- 
nehmerzahl mehrere Abtheilungen errichtet und insbesondere 
Anfänger und Fortgeschrittene gesondert wurden. Zugleich 
wirkten befähigte Mitglieder an den wissenschaftlichen Ar- 
beiten des Vorstandes und des Assistenten mit oder unter- 
nahmen selbständige Versuche. Die Benutzung der Bibliothek 
litt unter dem Umstände, dass kein eigener Raum dafür zur 
Verfügung steht. Von den drei Zimmern muss eins als 
Bureau des Vorstandes und des Assistenten, zwei für experi- 
mentelle Arbeiten dienen. In dem grösseren unter diesen 
beiden ist die Bibliothek aufgestellt, kann daher nur benatzt 
werden, soweit es mit dem genannten Zweck vereinbar ist. 
In der baulichen Einrichtung der yerfOgbaren Bäume wurden 
Dank dem Entgegenkommen der E. Regierung im Laufe 
dieses Jahres mehrere wesentliche Verbesserungen durchgeführt 

Prof. Dr. C. Stumpf 

8. Das Institut fBr Altert hnmsknnde. 

I. Griechische Abtheilung (Direktor Professor Köhler): 
Gegenstand der Uebungen im Sommer-Semester: Ausgewählte 
griechische Inschriften. Theihiehmer 6; im Winter-Semester: 
Die kleinen politischen, unter dem Namen Xenophons über- 
lieferten Schriften. Theilnehmer 7. 

IL Römische Abtheilung (Direktor Professor Hirsch- 
feld): Gegenstand der Uebungen im Sommer-Semester: Scriptores 
bistoriae Augustae. Theilnehmer 10; im Winter-Semester: 
Das dritte Buch des Polybius. Theilnehmer: 9. 

Ferner hielten Professor Diels philologische, Privatdozent 



- 55 - 

Dr. Lehmann historische Uebangen im Institut fflr Altertbums- 
knnde ab. 

Für Benutznng der Bibliotheken wurden an Karten aus- 
gegeben: im Sommer-Semester: 36, darunter 3 Freikarten, im 
Winter-Semester: 47, daiiinter 7 Freikarten. 

Die Geschäftsleitung hatte im Sommer-Semester Professor 
Köhler, im Winter-Sero ester Professor Hirschfeld. Die Biblio- 
thek verwaltete im Sommer-Semester cand. phil. Dieckmann, 
im Winter-Senjester stud. phil. Kolbe. . 

Hirschfeld. Köhler. 



9. Das historische Seminar. 

Prof. Wattenbach trug im Sommer 1895 griechische und 
lateinische Paläographie vor mit Benutzung des paläographi- 
schen Apparats. Im Winter musste er seiner Gesundheit 
wegen auf seine Lehrthätigkeit verzichten. 

Prof. Scheffer-Bioichhorst besprach Kontroversen aus der 
Geschichte des Mittelalters, welche möglichst so gewählt waren, 
dass die verschiedenen Probleme der Forschung, wie Echtheit 
nnd ünechtheit, Abfassungszeit, Autorschaft, Glaubwürdigkeit 
und Anderes, durch je ein Beispiel vertreten waren. 

Prof. Lenz erörterte im Sommw den Ursprung des deutsch- 
französischen Krieges, im Winter behandelte er Fragen aus der 
Geschichte des deutschen Humanismus, Martin Luthers und des 
Bauernkrieges. 

Prof. Delbrück nahm im Sommer Fragen der germani- 
schen Urverfassung (Gau, Hundertschaft, Geschlecht), im Winter 
den preussisch-österreichischen Feldzug von 1744 durch. 

Zur Theilnahme an den üebungen und zur Benutzung der 
Bibliothek haben sich im Sommer 62, im Winter 73 ein- 
geschrieben. 

Der Bibliothek wurde vom vorgesetzten Ministerium für 
die Anschaffung russischer Quellenwerke ein ausserordentlicher 
Zuschuss von 300 Mark bewilligt. Lenz. 

10. Staatswissenschaftlich-statistisches Seminar. 

Das Seminar hatte im Sommer 1895 104, im Winter 1895/96 
134 Mitglieder. Die Bibliothek wurde im Laufe des Berichts- 



— 56 — 

Jahres um 303 Accessionsnammern yermehrt und nmfasst 
gegenwärtig etwa 4603 Bände. 

Dorcli die an anderer Stelle in dieser Chronik erwähnte 
dankenswerthe Schenkung, welche Herr Julias Model hier- 
selbst zur Erinnerung an seinen verstorbenen Sohn der Uni- 
versität zu Gunsten des staatswissenschafUichen Seminars ge- 
macht hat, wird es möglich werden, eine sehr voUstiadige Spezial- 
bibliothek für die vom Stifter bezeichneten Fächer (Finanz- 
wesen, Bank-, Börsen-, Währungsverhältnisse) zu beschaffen. 

M. Sering, 

z. Z. geschäftslührender Direktor. 

I. Bericht des Professors Dr. A. Wagner. 

Meine nationalökonomischen und fiuanzwissenschaftlichen 
Uebungen im Seminar wurden in der nämlichen Weise wie 
fräher im Sommer-Semester abgehalten, wöchentlich einmal, je 
2 — 3 Stunden. Die Betheiligung stieg auf 45, einschliesslich 
einiger Gäste, welche nur zeitweilig theilnahmen. Eine meines 
Erachtens für die Seminarzwecke viel zu grosse Anzahl, da die 
meisten Theilnehmer dann doch wie in den CoUegien nur 
passiv sich verhalten. Ich vermag auch in dem kurzen Somme^ 
Semester nur etwa ein Thema in der Woche durchzugehen, so 
dass sich die Zahl der eingelieferten schriftlichen Arbeiten dem- 
gemäss beschränken muss. Unter den Theilnehmern befanden 
sich 1 (amerikanischer) Professor, 12 Doktoren, 2 Referen- 
dare, 5 praktischen Berufszweigen Angehörige, 11 Ausländer, 
meist Nordamerikaner, auch Belgier, Russen und Polen, 
Griechen, Ungarn. (Ich rechne hierbei als „Ausländer^' immer 
nur die fremdsprachlichen, daher nicht Deutsch- Schweizer, 
-Oesterreicher, -Russen oder -Balten, deren sich in der Regel 
einige unter den Seminarmitgliedein befinden.) Gestellt nnd 
vorläufig besprochen wurden 15 Themata zu Seminarbeiten, im 
Seminar selbst dann eingehend auf Grund schriftlicher Aas- 
arbeitungen 10 durchgenommen. Womöglich lasse ich die 
Theilnehmer das Thema nach ihren Studien und Interessen selbst 
bestimmen und suche dabei nur auf eine gewisse Mannig- 
faltigkeit der Gegenstände hinzuwirken. 

Die im Semester behandelten Themata waren: Die aktuelle 
Frage der Schuldkonversion in Deutschland; Kritik der 



— 57 — 

Malthus'scben Beyölkerungslehre; grossstädtische Wohnnngs- 
frage; Frage des Becbts auf Arbeit; kritische Darstellnng der 
Frage der Steaerprogression ; Stoff und Methode der histori- 
schen BevSlkerungsstatistik (von der anten genannten Dame 
behandelt); aber die exakte Bestimmang der Messung des 
Geldwerthes; kritische Darstellung der Entwickelung und 
Thätigkeit leitender grosser deutscher Effektenbanken (von dem 
unten genannten Stud. P. Model); kritische Darstellung der 
Verhältnisse des russischen Gmeindebesitzes ; die Frage der 
Schadensregulirung vom wirthschaftlichen und sozialen Stand- 
punkte. 

Zum ersten Male nahm eine Dame, eine Polin, welche in 
Zürich im Fach der Nationalökonomie vor einigen Jahren den 
philosophischen Doctor gemacht hatte, an den Uebungen theil. 
Ich kann mich aber die hierbei gemachten Erfahrungen nur in 
hohem Grade befriedigend äussern. Der Stud. Paul Model, 
welcher Aber Effektenbanken gearbeitet und eine grössere 
Schrift darüber zu Promotionszwecken in Vorbereitung hatte, 
war mir schon länger als strebsamer Zuhörer bekannt, von dem 
Tüchtiges zu erwarten war. Er ist leider zu meinem aufrich- 
tigen Bedauern bald nach Semest^rschluss in Tirol bei einer 
Bergpartie verunglückt. Sein Vater, Herr Banquier Model, 
hat das Andenken seines Sohnes, welcher grosse Anhänglichkeit 
an das staatswissenschaftliche Seminar bekundet hatte, dadurch 
in sehr dankenswerther Weise auch für kommende Zeiten ge- 
sichert, dass er den Betrag von 5000 M. für die Seminar- 
Bibliothek zu einer „Paul Model -Stiftung'' widmete, woraus 
Bücheranschaffungen, besonders aus den Spezial - Studien- 
Gebieten seines Sohnes, Geld-, Bank-, Finanzwesen u. s. w., 
erfolgen sollen. Ich möchte nicht verfehlen, dafür hier noch 

den besonderen Dank auszusprechen. 

A. Wagner. 

II. Bericht des Professors Dr. Schmoller. 

Ich habe meine Uebungen wieder Montag von 6 — 8 Uhr 
und Donnerstag von 6 — 7 Uhr im Winter-Semester 1895/96 ge- 
halten. Es nahmen ausser einigen vorübergehend Hospitirenden 
44 Herren und 2 Damen theil, darunter 15, die den Doctor 
schon gemacht hatten, mehrere Russen, Nordamerikaner, ein 



— 58 — 

Italieoer, ein Japaner, yerschiedene hier beschäftigte Refe- 
rendare. Wir waren an 33 Abenden zusammen. 

Da eine Anzahl der Theilnehmer mit Arbeiten über die 
gegenwärtige Lage des Handwerks (fOr das Sammelwerk des 
Vereins f8r Sozialpolitik) betraut waren, so snchte ich aber- 
hanpt das Interesse auf die Geschichte und Verfassung der 
Untemehmungsformen zu konzentriren, sprach darüber selbst 
an einigen Abenden und liess z. B. die Statuten der älteren 
Lyoner Seidenindustrie lesen, fibersetzen und erklären, üeber 
das heutige Handwerk und über die frfihere und gegenwärtige 
Verfassung der Hausindustrie handelten die meisten Arbeiten, 
welche die Theilnehmer vorlasen oder vortrugen. Eine Anzahl 
davon befinden sich jetzt im Druck. Daneben kamen haupt- 
sächlich winbschaftsgeschichtliche Arbeiten vor, z. B. Ober da^ 
ältere französische Gewerberecht, über die Landwirthschafl in 
Sfidfrankreich während des Mittelalters, über die wirthschaft- 
liehen Grundlagen der Ottonischen Verfassung. An 26 Abenden 
trugen Theilnehmer des Seminars vor; eine Anzahl gemachter 
Arbeiten wurde mir nur privatim vorgelegt; einige der be- 
gonnenen Arbeiten hoffe ich noch zu erhalten; die Mehrzahl 
der Ausländer ist schon durch ihre Sprachkenntniss von der 
Einreichung von Arbeiten abgehalten; doch fehlte es auch 
nicht an Versuchen unter ihnen; unter Umständen lasse ich mir 
eine Arbeit in englischer Sprache einreichen. Im Ganzen halte 
ich daran fest, möglichst jeden Theilnehmer zu einer wissen- 
schaftlichen grösseren Arbeit zu veranlassen. 

G. Schmoller. 

HL Bericht des Professors Dr. Aug. Meitzen. 

Im Sommer-Semester 1895 sind von mir im staatswissen- 
schaftlich - statistischen Seminar Uebungen, Demonstrationen 
und Besprechungen über Agrargeschichte und Agrarpolitik vor- 
genommen worden. An derselben haben ausser einigen nnr 
vorfibergehend in Berlin anwesenden hospitirenden Ausländern 
17 bei der Universität angemeldete Zuhörer theUgenommen. 
Vorträge wurden gehalten ttber die russischen Agrarbanken, 
den Getreidehandel an der Börse, die Wanderungen dervlämi- 
sehen Kolonisten, die Feststellung der Marktpreise, die Beste 
der südslawischen Familien comm Unionen, die preussische Grund* 



— 59 — 

Steuerveranlagung, den bäuerlichen Eleinbesitz und den Gross- 
betrieb. 

Während des Wintersemesters 1895/96 wurde vor 38 Theil- 
nehmem, wie in den vorhergehenden Winter-Semestern, Theorie 
und Technik der Statistik in sokratischer Weise systematisch 
behandelt. Aug. Meitzen. 

IV. Bericht des Professors Dr. Böckh. 

Der Kursus der statistischen Uebungen ist nach dem 
gleichen Plane, dessen Innehaltung es möglich macht, den 
Lernenden durch alle Stadien statistischer Arbeit bis zu der 
Lösung wissenschaftlicher Aufgaben hindurchzuführen, auch in 
den beiden letzten Semestern auf dem Statistischen Amte der 
Stadt Berlin abgehalten werden. 

Im Sommer-Semester nahmen an den Uebnngen 4 Inländer 
und 1 Ausländer (aus Rnssland), im Winter-Semester 3 In- 
länder und 1 Ausländer (aus Luxemburg) theil, der Letztere 
mit der Aufgabe, sich für die Einrichtung und Leitung eines 
statistischen Amtes auszubilden. Ausserdem wurde eine von 
Seiten des Rektors der Universität Chicago vorzüglich em- 
pfohlene Dame als Hospitantin zugelassen. 

Auch die diesjährigen Erfahrungen bestätigten, dass, wenn 
eine geringe Theilnehmerzahl die Beschäftigung mit jedem 
Einzelnen und das vollständige Mitarbeiten jedes Einzelnen 
zulässt, der Zweck der Uebnngen sich in der kurzen Zeit, auf 
welche die Reihe der zu erlernenden Operationen zusammen- 
gedrängt ist, erreichen lässt, selbstverständlich bei ausreichender 
Vorbildung in den Hülfswissenschaften sowie bei vorgängigem 
oder gleichzeitigem Besuche der statistischen Vorlesungen. 

Der Gang der Uebungen ist in dem vorjährigen und 
namentlich in dem Bericht für 1892/93 ausführlich mitgetheilt; 
wesentliche Aenderungen sind durch die methodische Gliede- 
rung derselben ausgeschlossen. Ein Wechsel findet nur in der 
Wahl der Materialien statt, und in dieser Beziehung ist her- 
vorzuheben, dass neuerdings das der bemfsstatistischen Auf- 
nahme entnommene Material Ober die Arbeitslosen in Erweite- 
rung des fär das Statistische Amt erlassenen Arbeitsplanes bei 
dem elementaren Theile der Uebungen als Grundlage ge- 
dient hat. Böckh. 



— GO — 

y. Bericht des Professors Dr. Sering. 

Im Sommer 1895 worden za den von mir geleiteten Uebon- 
gen 63, im Winter 1895/96 75 Hörer zugelassen. Unter den 
letzteren waren : 1 Amtsrichter, 3 Assessoren, 25 Doctoren und 
Beferendarien, 5 jange Gelehrte, welche ihre Stadien auf aus- 
ländischen Universitäten absolvirt hatten, 21 Landwirthe, Tech- 
niker und Bankbeamte, 20Stadirende der Jurisprudenz und Staats* 
Wissenschaften; 13 — darunter eine Dame — gehörten ausser- 
deutschen Nationalitäten an (Nordamerika, Bussland-Polen, Italien, 
Japan). Im Laufe des Winter - Semesters schieden 6 Mitglieder 
wegen Wegzugs von Berlin, Krankheit etc. ans, 22 andere waren 
aus besonderen Granden (nahen Examens etc.) von der Arbeits- 
verpflichtung befreit An die verbleibenden 47 Mitglieder 
wurden 48 Themata zur Bearbeitung ausgegeben, 30 Arbeiten 
wurden fertiggestellt, 27 von mir durchgesehen und mit dem 
Verfasser privatim besprochen, 17 kamen zum Vortrag und zur 
Diskussion im Plenum. Aehnlich gestalteten sich die Verhält- 
nisse im Sommer. Mehrere grössere Arbeiten gehen ins nächste 
Semester über. 

Durch Erlass des Herrn Ministers fßr Landwirthschaft, 
Domänen und Forsten vom 25. September 1895 wurde dem 
Seminar die umfangreiche Sammlung von Berichten zur Bear- 
beitung überwiesen, welche die Verwaltungs- und Gerichts- 
behörden der Monarchie ttber die thatsächliche Vererbung 
des ländlichen Grundbesitzes erstattet haben. Dieser Auftrag 
nahm die Thätigkeit von 3 früheren und 10 jetzigen Seminar- 
mitgliedem in Anspruch. — Im Laufe des Berichtsjahres vnirden 
folgende wissenschaftlicbe Arbeiten von Angehörigen des Se- 
minars publizirt: S. Heckscher, Die Lage des Schuhmacher- 
gewerbes in Altena, Elmshorn etc. Schriften d. Ver. für Soz.- 
Pol. Bd. 62. — W. Westhaus, Das Düsseldorfer Schlächter- 
gewerbe, ib. — P. Voigt, Das Tischlergewerbe in Berlin, ib. 
Bd. 65. — Br. Burchardt, Die Lage der Arbeiter in der 
Berliner Tischlerei, ib. — £. Stumpfe, Die Konkurrenzfähigkeit 
des kleinen und mittleren Grundbesitzes gegenüber dem Gross- 
grundbesitz, ThieVs Landw. Jahrbücher Bd. XXV, Heft 1. — 
H. Grandke, Die Berliner Rieselfelder, Conrad's Jahrbucher 
für Nat.-Oek, u. Stat. Bd. X S. 265 ff. — L von Zakrzewski, 
Die russische Bauernbank mit besonderer Berücksichtigung des 



— 61 — 

Egr. Polen, Schmoller's Jahrbuch für OesetzgebQDg Bd. XX. 
S. 109 ff. — E. Lob, Earsfeststellung und Maklerwesen an 
der Berliner Effektenbörse, Conrad's Jahrbficher Bd. XT, 
S. 237 ff. — Von sonstigen auf selbständigen Forschungen be- 
ruhenden Seminararbeiten seien erwähnt: Die Entstehung des 
Mir, die Agrarkrisis in England nach der letzten Enquete, 
Geschichte und Lage der Hauländereien im westlichen Posen^ 
die Berliner Wäschekonfektion, Gewerkvereine und Einigungs- 
Organisationen in der englischen Eisenhttttenindustrie (auf 
Grund einer Studienreise), die Lohntheorien gemessen an den 
Ergebnissen der Lohnstatistik, Organisation der Arbeitsver- 
mittelung, die deutsch-nordamerikanischen Handelsbeziehungen» 
Es fanden in beiden Semestern vier gemeinsame, durch 
Vorträge vorbereitete Ausflüge auf zwei Landgüter, in eine 
Lokomotiv- und Maschinenfabrik und in das städtische Ob- 
dach statt. Sering. 

VI, Bericht des Privatdozenten Dr. Hoeniger. 

Dr. R. Hoeniger leitete im Winter-Semester 1895/96 wirth- 
schafts- und sozialgeschichtliche Uebungen, an denen 8 Seminar- 
Mitglieder theilnahmen. 

Nach einer allgemein orientirenden Einleitung über Quellen- 
kunde und Methode folgten eingehendere Besprechungen 
historisch-statistischer Probleme, zum Theil im Anschluss an die 
neuesten Veröffentlichungen auf diesem Forschungsgebiet. In 
der zweiten Hälfte des Semesters wurden unter vergleichender 
Berücksichtigung der deutschen Entwickelung die Geschichte 
der russischen Agrarverfassung und die Anfänge des französi- 
schen Städtewesens behandelt R. Hoeniger. 

11. Germanisches Seminar. 

An den Uebungen der Altdeutschen Abtheilang des 
Germanischen Seminars nahmen im Sommer-Semester 1895 neun 
ordentliche und 16 ausserordentliche Mitglieder theil, im 
Winter-Semester 1895/96 14 ordentliche und 24 ausserordentliche. 

Im Sommer ward Wolframs von Eschenbach Parzival von 
138,9 bis 160,30 interpretirt, im Winter wurden Lieder 
Haiijnanns von Aue und Heinrichs von Morungen gelesen. 



— 62 — 

Vier Abhandlungen wurden eingereicht und mit den Ver- 
fassern besprochen. E. Weinhold. 

In der modernen Abtheilung wurden im Sommer- 
Semester deutsche Volkslieder aus dem „Vennsgärtlein", den 
,,Bergreien", der Uhland'schen nnd andern Sammlungen theils 
einzeln, theils gruppenweise, auch mit allgemeineren Exkursen, 
durchgenommen ; im Winter-Semester beschäftigte uns die Ent- 
stehungsgeschichte, die Tendenz, der Stil, die höhere nnd 
niedere Kritik der Faust-Historia von 1587. Die Betheiligung 
war namentlich während des Winters recht lebhaft. 

Erich Schmidt 



12. Das romanisch-englische Seminar. 

I. Romanische Abtheilung. 

Im Sommer 1895 zählte das Seminar neun ordentliche 
Mitglieder; zwölf weitere Studirende waren als Zuhörer zu- 
gelassen. Den Gegenstand der Beschäftigung bildeten unter 
Prof. Tobler's Leitung Prosatexte aus dem sechszehnten Jahr- 
hundert, die aus den von Darmesteter nnd Hatzfeld zusammen- 
gestellten ausgewählt wurden. Die Unterredungen fanden 
vorzugsweise in französischer Sprache statt und bezogen sich 
sowohl auf die Lebensverhältnisse der Autoren als auf die Be- 
sonderheiten der Sprache des 16. Jahrhunderts im Unterschiede 
von der älteren und von der heutigen. An den neufranzösischen 
Uebungen des Lektors Dr. Paris eile nahmen sämmtlicbe 
Seminaristen bis auf einen theil; neun Zuhörer waren zu- 
gelassen. Gelesen wurde „Nos Intimes*' von V. Sardou, über- 
setzt „Kriegsgefangen" von Th. Fontane S. 40—66. An die 
Lektüre und an die Uebersetzung wurden sachliche, 
grammatische, phonetische und stilistische Exkm*se angeknüpft. 
Vorträge der Mitglieder über selbstgewählte nnd über vom 
Lehrer gestellte Themata, daneben Schreiben nach Diktat und 
Rezitationen auswendig gelernter Stücke. Sprech- nnd Gehör- 
übungen. 

An den italienischen Uebungen des Lektors Rossi haben 
2 Seminaristen theilgenommen. Es wurden Giuseppe Giusti's 
„Lettere scelte" gelesen und erklärt und einige Seiten von 
Paul Heyse's Erzählung L'Arrabbiata in das Italienische über- 



— 63 — 

tragen. Ausserdem wurden einige nach Diktat geschriebene 
Gedichte Giusti's erklärt. 

Nach dem Ausscheiden von drei und dem Neueintiitt von 
sechs Mitgliedern nahm im Winter 1895/96 Prof. Tobler unter 
Zulassung von sieben Zuhörern textkritische Uebungen an alt- 
provenzalischen Liedern, namentlich von Peire Cardenal, von 
Gaucelm Faidit und von Raimbaut d'Aurenca, vor. Ungefähr 
zwanzig bisher nicht in kritischer Bearbeitung veröffentlichte 
Stacke wurden aus den sämmtlichen diplomatischen Abdrücken, 
die davon vorliegen, durch jeden der Seminaristen selbständig 
zu der am ehesten zu rechtfertigenden Gestalt gebracht, die 
Ergebnisse vergleichend geprüft und die Texte eingehend 
interpretirt 

Die neufranzOsischen Uebungen des Lektors Professor 
Dr. Pariselle hatten zu Theilnehmern sämmtliche Seminaristen 
bis auf einen. Dazu kamen elf Zuhörer. Gelesen wurde „Les 
Fourchambault" von Emile Augier. 

Die Uebersetzung von Fontane's „Kriegsgefangen'' wurde 
fortgesetzt bis S. 103. 

Die Uebungen des Sommer-Semesters wurden weitergeführt, 
nur fanden die Sprechübungen jetzt im Anschluss an Brun's 
„Le Tour de la France par deux enfants" statt. 

An den von dem neuernannten Lektor Dr. Hecker ver- 
anstalteten italienischen Uebungen nahmen 4 Mitglieder des 
Seminars theil, zu denen sich ein Hospitant gesellte. Der 
Zweck der Uebungen war, die Theilnehmer, die alle schon eine 
gewisse theoretische Kenntniss der Sprache mitbrachten, be- 
sonders im mündlichen und schriftlichen Gebrauche derselben 
zu fordern. Es wurden einzelne Abschnitte aus De Amicis' 
„Cuore" erst unter sorgfältiger Beachtung der Aussprache ge- 
lesen, dann übersetzt und, wo erforderlich, auch erläutert. 
Hieran schloss sich eine Besprechung auf Italienisch, bei der 
vor Allem die aus dem jeweiligen Text sich ergebenden 
grammatikalischen und syntaktischen Fragen erörtert wurden; 
es ging aber auch regelmässig das Gespräch auf Stoffe des 
alltäglichen Lebens über, wie sie der Inhalt des Gelesenen 
gerade nahelegte, um dem Hörer Gelegenheit zur Vermehrung 
seines Vokabelschatzes und seiner Gewandtheit im Ausdruck 
auch auf rein praktischem Gebiete zu geben. Ausserdem 



— 64 — 

wurden schriftliche üebongen derart angestellt, dass die Theil- 
nehmer bald nach schnell gesprochenem Diktat zu schreiben 
hatten, damit sich ihr Ohr an augenblickliches und sicheres 
Erfassen der fremden Laute gewöhnte, bald auch die gelesenen 
Abschnitte in freier und abgekürzter Fassung wiedererzählen 
und schliesslich noch kleinere Mittheilungen in Briefform dar- 
stellen mnssten. 

Tobler. 

IL Englische Abtheilung. 

Im Sommer- Semester 1895 hatte das englische Seminar 
12 ordentliche Mitglieder. Direktor Prof. Zupitza stellte mit 
ihnen Beowulf-Uebungen an, die jedoch sein Ableben am 
6. Juli unterbrach. Lektor Harsley hielt üebungen im Ueber- 
setzen aus dem Deutschen ins Englische. 

Im Winter-Semester waren ordentliche Mitglieder des nun- 
mehr von Prof. Brau dl geleiteten Seminars die Studirenden: 
1. Ristow, 2. Schirmer, 3. Sellert, 4. Hahn, 5. Vollmer, 
6. Märkisch, 7. Hom, 8. Enobbe, 9. Speck, 10. Jansen (bis 
Weihnachten) 11. Tobler, 12. Lewinsky, 13. Arfert, 14. deJong. 
15. Eüchenthal. 

In der historischen Abtheilung legte der Prof. Brau dl 
den üebungen Shakspere's Sommernachtstranm zu Grunde. 
Jeder der Herren interpretirte und hielt einen Vortrag; die 
hierbei behandelten Themata waren: textkrit. Vergleichang 
des Quartes mit der Folio, Sprachliches, Metrik, Quellen, 
Alliteration und Wortspiel, Tropen, Prosa, Bfihneneinrichtung, 
literarische Anspielungen, frühere Elfendramen, Folklore, 
Drayton's Nachahmungen des Sommernachtstraumes, il Stunden 
wöchentlich. 

In der praktischen Abtheilung übersetzte Lektor Harsley 
Lindau's „Kleine Welt" ins Englische. 2 Stunden wöchentlich. 

Brandl. 

Durch Verfügung des Herrn Ministers ist für die Folgezeit 
die Trennung des romanischen vom englischen Seminar voll- 
zogen und letzterem ein gesondertes Lokal überwiesen worden. 



— 65 — 

13. Das mathematische Seminar. 

Während des Soramer-Semesters 1895 haben 24 Mitglieder, 
während des Winter-Semesters 1895/96 haben 26 Mitglieder an 
dem Seminar theilgenommen. 

Die Uebungen warden wie bisher wöchentlich einmal, 
Mittwochs von 5 bis 7 beziehungsweise 8 Uhr, im Auditorium 
No. 28 abgehalten und von den Professoren Fuchs, Schwarz 
und Frobenius abwechselnd geleitet. 

Die Mitglieder des Seminars hielten Vorträge über frei- 
gewählte oder von den Direktoren vorgeschlagene Themata 
aus den verschiedenen Disciplinen der Mathematik. An diese 
Vorträge schlössen sich Diskussionen an. Ausserdem lösten 
die Theilnehmer bestimmte ihnen gestellte Aufgaben. 

Die auf die Räumlichkeit der Bibliothek bezüglichen Ver- 
bältnisse haben sich seit der Erstattung des letzten Berichts 
nicht geändert. 

Die im voijährigen Berichte erwähnten, für die Benutzbarkeit 
der Bibliothek dringlich erforderlichen Einrichtungen wurden 
weitergeführt. Insbesondere wurde die durch letztwilliges 
Vermächtniss des Professor Kronecker dem Seminar ge- 
schenkte Bibliothek dem Bestände der Seminarbibliothek ein- 
verleibt und für die zweckmässige Aufstellung sämmtlicher 
Bücher und Broschüren Sorge getragen. 

Durch hohe Verfügung des Herrn Munsters sind der 
Seminarbibliothek die Hefte 4 von Band 13 und 1, 2, 3 von 
Band 14 (U. Reihe) des Archivs für Mathematik und Physik 
zugewiesen worden. 

Die Königliche Akademie der Wissenschatten hat dem 
Seminar ihre mathematischen und naturwissenschaftlichen Mit- 
theilangen aus dem vergangenen Jahre geschenkweise zu- 
gewendet. 

Zur Deckung der laufenden Ausgaben für die Seminar- 
bibiothek ist durch Verfügung des Herrn Ministers vom 
28. März 1895 fiir das Rechnungsjahr 1895/96 ein Zuschuss von 
450 Mark bewilligt worden. 

Die Direktion des mathematischen Seminars. 

Fuchs. H. A. Schwarz. Frobenius. 

5 



— 66 — 

14. Dag Seminar zur Ausbildung der Stadirenden im wissen- 

sehaftlielien Beelinen. 

An den Uebungen des Seminars betheiligten sich im 
Sommer-Semester 1895 vier, im Winter-Semester 1895 fünf 
Studirende. 

In beiden Semestern wurden die Uebnngen von Professor 
Foerster allein abgehalten, da Herr Professor Tietjen einen 
Versuch der Betheilignng, den er noch kurz vor seinem am 
21. Juni 1895 eingetretenen Tode machte, bald aufgeben musste. 

Im Sommer-Semester wurden Aufgaben der Ausgleichongs- 
Bechnung nach der Methode der kleinsten Quadrate, ins- 
besondere ein grösseres Uebungsbeispiel, behandelt, bestehend 
in der rechnerischen Ausgleichung der Ausmessung eines Faden- 
oder Strich-Netzes. 

Im Winter-Semester wurde zunächst das rechnerische Ver- 
fahren der Bestimmung der Koefficienten einer periodischen 
Reihe aus beobachteten Wei-then einer periodischen Erscheinung 
unter besonderer Berücksichtigung der Fälle behandelt, in 
denen wegen sehr grosser Werthe jener Koefficienten das ge- 
wöhnliche erste Näherungsverfahren nicht ausreicht, oder in 
denen dieses Verfahren wegen nicht genügend regelmässiger 
Vertheilung der beobachteten Werthe einer Abänderung bedarf. 

Sodann wurden im Hinblick auf die universellere Be- 
deutung, welche die Mikrometer-Niveau-Methode derBeobachtnog 
gleicher Zenithdistanzen in Zukunft erlangen wird, die zweck- 
mässigsten Methoden der Berechnung von Zenitbdistanzen aus 
den Rectascensionen und Declinationen der Sterne und des 
Zeniths theoretisch und rechnerisch erörtert. 

Endlich wurden Probleme aus der Lehre von der Voraus- 
berechnung der Sonnenfinsternisse behandelt mit Bezug auf 
gewisse Besonderheiten der im August 1896 bevorstehenden 
totalen Sonnenfinsterniss, welche in den nördlichsten fiegionen 
Europas bei sehr tiefem Sonnenstand, also nahe horizontaler 
Lage des Schattenkegels, sichtbar sein wird. W. Foerster. 

15. Das Seminar für Orientalische Sprachen. 

Das Seminar zählte; 
a) im Sommer-Semester 1895 84 Mitglieder. 

Ausserdem wurde ein für Kaufleute eingerichteter 






— 67 — 

nicht amtlicher Kursus im Russischen von 75 Personen 
besucht. 

b) im Winter-Semester 1895/96 106 Mitglieder. 

Ausserdem wurde ein für Kaufleute eingerichteter 
nicht amtlicher Kursus im Russischen von 73 Personen 
besucht. 

Der Lehrkörper bestand: 

a) im Sommer-Semester 1895 aus 12Lehrem und 8 Lektoren. 
Mit Ende des Semesters schied der Lektor des Suaheli, 
Herr Amur Bin Nassur Lomeri aus. 

b) im Winter-Semester 1895/96 aus 12 Lehrern und 7 
Lektoren. Die Stellvertretung des ausgeschiedenen 
Suaheli-Lektors übernahm Herr Referendar Leopold 
Henning. 

Der UnteiTicht erstreckte sich: 

a) im Sommer-Semester 1895 auf 10 Sprachen: Chinesisch, 
Japanisch, Hindi, Ouzerati, Arabisch (Syrisch, Aegyptisch, 
Marokkanisch, Zanzibarisch), Persisch, Türkisch, 
Suaheli, Russisch, Neugriechisch und 4 Realienfächer: 
Handelswissenschaften, wissenschaftliche Beobachtungen 
auf Reisen, Tropenhygiene, tropische Nutzpflanzen und 
Verwendung. 

b) im Winter-Semesterl895/96 auf 10 Sprachen: Chinesisch, 
Japanisch, Hindustani, Guzerati, Arabisch (Syrisch, 
Aegyptisch, Marokkanisch, Zanzibarisch), Persisch, 
Türkisch, Suaheli, Russisch, Neugriechisch und vier 
Realienfächer: Handelswissenschaften, wissenschaftliche 
Beobachtungen auf Reisen, Tropenhygiene, tropische 
Nutzpflanzen und Verwendung. 

Der Unterricht wurde ertheilt: 

a) im Sommer-Semester 1895 zwischen 7 Uhr Morgens und 
8V4 Uhr Abends. 

b) im Winter-Semester 1895/96 zwischen 8 Uhr Morgens 
und 9V4 Uhr Abends. 

Während der Herbstferien 1895 fanden Ferienkurse vom 

15. September bis 15. Oktober, während der Osterferien 1896 

vom 15. März bis 15. April statt. 

5* 



— 68 — 

Die Bibliothek des Seminars war während des Sommer- 
Semesters 1895 an den Wochentagen 

Vormittags von 8 bis 12 Uhr, 

Nachmittags von 4 bis 6 Uhr und 
während des Winter-Semesters 1895y96 

Vormittags von 9 bis 12 Ulir 

Nachmittags von 4 bis 6 Uhr 

geöffnet. 

Der kommissarische Direktor, 

Geheimer Begierungsrath 

Sachau. 

m 

16. Der Arehaeologische Apparat. 

Der arehaeologische Lehrapparat der Kgl. Universität ist 
in herkömmlicher Weise verwaltet worden. Mit Hülfe von zwei 
Assistenten war es möglich, die Benutzung desselben an jedem 
Wochentag Nachmittags von 2—4 Uhr den Studirenden zu ge- 
statten. Den Herrn Dozenten stand die Benutzung nach Be- 
lieben frei. Auf die Vermehrung des Vorrats an Büchern, 
Karten, Abbildungen sowie kleinen Gipsabgüssen ist die von 
dem Ministerium bewilligte Samme von 1500 Mai*k verwendet 
worden. Brunnes „Denkmäler der griechischen Kunst'* und 
das in der Ausgabe begriffene grosse Werk über Olympia 
werden als Geschenk vom Kgl. Ministerium überwiesen, welches 
auch einen Zettelkatalog durch Beamte der Kgl. Universitäts- 
bibliothek herstellen liess. Von Seiten der Kgl. Akademie der 
Wissenschaften empfängt der Lehrapparat die monatlichen 
Sitzungsberichte. Man ist dem Grundsatz treu geblieben, keine 
Kupfer- oder Druckwerke zu verleihen. Gurt ins. 

17. Das Geographische Institut. 

Die Benutzung des Instituts hat in herkömmlicher Weise 
stattgefunden. Das geographische Kolloquium zählte gegen 
40 Theilnehmer, von denen die Hälfte sich an Vorträgen über 
selbstgewählte oder zugewiesene Gegenstände betheiligte. Die 
Bibliothek wurde dauernd, wenn auch in wechselndem Grade, 
benutzt. Ueber die weitere Vermehrung der Sammlungen wird 
im nächsten Jahresbericht genauere Mittheilung gemacht werden. 

V. Richthofen. 



— 69 — 

18. Der Geographische Apparat. 

Verändernngen im Bestände desselben sind fQr das ab- 
gelaufene Jahr nur insoweit eingetreten, dass vier für das 
Bedürfniss der Erläuterung der Vorträge entbehrliche Werke 
an die königliche Universitäts- Bibliothek abgegeben, Neu- 
anschaffungen aber auf einige Hefte im Erscheinen begriffener 
neuer Werke — Publicationen der Limes - Commission und 
K. Miller's Mappaemundi — beschränkt wurden, während für 
das Interesse der wenigen im letzten Winter von mir 
gehaltenen Vorlesungen über Geschichte der Kartographie be- 
reits seit längerer Zeit ausreichend gesorgt war. Von selbstän- 
digen Arbeiten der Herren Zuhörer ist mir nur eine, von einem 
militärischen Hospitanten ausgearbeitete Abhandlung, über den 
Zustand der Kartographie Central-Europas in der Zeit der Kriege 
Friedrichs des Grossen, zur Begutachtung mitgetheilt worden, 
welche im Hinblick auf die ausreichende Belesenheit und das 
richtige Urtheil des Autors nur zustimmend ausfallen konnte. 

Prof H. Kiepert. 

19. Der Apparat fBr Vorlesungen Ober neuere Kunstgeschichte. 

Der kunstwissenschaftliche Lehrapparat der königlichen 
Universität ist in herkömmlicher Weise verwaltet worden. 

Der Bestand an Glasphotogrammen erhielt einen Zuwachs 
von 91 Platten, zumeist nach Werken der deutschen Kunst aus 
dem frühen Mittelalter. 

An Geschenken gingen ein: Von dem königlichen Kultus- 
ministerium 32 Photogramm etrien aus der Messbildanstalt des 
Geheimeratbes Meydenbauer, der Jahrgang 1895 der internatio- 
nalen chalkographischen Gesellschaft; von der königlichen 
Hausbibliothek Niccolini's Pompeji, Lief 128 bis 131; vom Ge- 
heimerath Prof Dr. Grimm dessen „Leben Baffaels'^ 3. Aufl. 
und Vöge: Baffael und Donatello; von dem Unterzeichneten: 
Studien zu Michelagniolo. 

An den seminaristischen Uebungen betheiligten sich im 
Sommersemester 10, im Wintersemester 8 Herren. Gegenstand 
derselben im ersteren bildete die Plastik Europas, vornehmlich 
Frankreichs vom 12. bis 14. Jahrhundert. Im Winter wurden 
das Leben und die Werke Lorenzo's Ghiberti erklärt und 
wissenschaftliche Arbeiten von 4 Mitgliedern besprochen. 

Carl Frey. 



— 70 - 

20. Die klinischen Anstalten. 

A. Klinische Anstalten, welche für sich bestehen. 

a. Chlrargitcha KllaiH Md PoüklinllL 

Bei der mit dem 1. Oktober 1882 durch den Unterzeich- 
neten geleiteten Klinik kamen im verflossenen Jahre folgCDde 
Personalverändemngen vor. Der 4. Assistenzarzt Dr. Veit 
schied am 1. Juli 1895 ans seiner Stellung aus. Die durch 
Aufrücken des 5. und 6. Assistenten frei gewordene 6. Assi- 
tentenstelle erhielt Herr Dr. Fränkel. Der 1. Assistenzarzt 
Privatdocent Dr. Nasse wurde am 8. März 18% zum Professor 

R 

extraordinarius ernannt. 

Von den in der Klinik thätigen Assistenzärzten werden 
6 von der Klinik angestellt, als siebenter fungirt der zur 
Klinik kommandirte Stabsarzt Dr. Oeissler. 

Aus dem Vorjahre sind in der Klinik 164 Patienten über* 
nommen worden. Im Laufe des Jahres wurden 1930 Patienten 
neu aui^enommen und im Ganzen 58 505 Verpflegungstage ab- 
sorbirt. Von diesen Patienten starben im Laufe 177, entlassen 
wurden 1771, demnach blieb fär das nächste Jahr ein Bestand 
von 146 Patienten. Auf 8 Stationen wird die Pflege der 
Kranken durch Schwestern des Victoriahauses und auf 3 Stati- 
onen durch Wärter bezw. Wärterinnen ausgeübt. 

In der Poliklinik, welche in Vertretung des Direktors 
vom 1. Assistenzarzt Prof. Dr. Nasse geleitet wird, wurden 
im Laufe des Jahres 18 390 Kranke behandelt. 

E. V. Bergmann. 

b. Madizlniscbe PoliUiiik. 
In den Räumlichkeiten der Universitäts - Poliklinik ist 
während des Berichtsjahres keine Veränderung eingetreten, 
auch das Personal derselben ist das gleiche geblieben. 
An Patienten wurden neu aufgenommen: 

Männer 4721 
Weiber 3930 
Kinder 3118 



zusammen 11769 

Die Vorlesungen und Kurse sind in der bisherigen Weise 
abgehalten worden. 



— 71 — 

Die Zahl der Zuhörer der Poliklinik betrug im 

Sommer 1895 Winter 1895/96 
Praktikanten . 41 80 

Hospitanten . 8 7 

Aerzte ... 11 9 



zusammen 60 96 

Wissenschaftliche Arbeiten sind aus dem Institut hervor- 
gegangen. 

H. Senator: 1. üeber Peptonurie. Deutsche med. Wochen- 
schrift 1895 No. 20. 

2. Ascites chylosus und Chylothorax duplex. 
Charit6-Annalen 1895. 

3. Die Erkrankungen der Nieren. 1. Heft, 
Wien 1895. 

Priv^tdocent Dr. Rosenheim: 1. üeber einige operativ 

behandelte Magen- 
kranke nebst Bemer- 
kungen über Milch- 
säuregährung. Deut- 
sche med. Wochenschr. 
1895 April. 

2. üeber die Besichti- 
gung der Cardia. Eben- 
da No. 45. 

3. Beiträge zur Oeso- 
phagoscopie. Ebenda 
No. 50. 

4. üeber die Neurosen 
des Oesophagus. Allg. 
med. Centralztg., 1895 
No. 98 und 99. 

5. üeber Milchsäurebil- 
dung im Magen (in Ge- 
meinschaft mit Dr. P. 
F. Richter, Assistent 
der 3. medizin. Klinik) 
Zeitschr. f. klin. Med. 

xxvm. 



— 72 — 

6. Ueber Gastroscopie. 
Berliner klin. WocheD- 
Schrift 1896 No.lSn. 14. 

7. Die Krankheiten der 
Speiseröhre und des 
Magens. 1. Hälfte, 
Wien 1896. 

Assistent Dr. Alfred Eirstein: 1. Laryngoscopia directa 

nnd Tracheoscopia di- 
recta. AUg. med. Cen- 
tralztg. 1895 No. 34. 

2. Autoscopie des Kehl- 
kopfes und der Luft- 
röhre. Aufsätze in der 
Berliner klin. Wochen- 
schrift; 1895 No. 22. — 
Arch. für Laryngologie 
m. 1 u. 2. — Thera- 
peutische Monatshefte 
1895 Juli. —Deutsche 
med. Wochenschr. 1895 
No. 38. 

3. Die Autoscopie des 
Kehlkopfes und der 
Luftröhre. Berlin 1896. 

4. Eine neue elektrische 
Stirn-, Hand- und Su- 
tivlampe für Hals, 
Nase U.Ohr. Deutsche 
med. Wochenschr. 1895 
No. 29. 

5. Zur Operation der ade- 
noiden Vegetationen 
des Nasenrachenrau- 
mes. Berliner klin. 
Wochenschr.l896No.9. 

Assistent Dr. H. Rosin: 1. üeber eine fettartige Substanz 

in denOanglienzellen.Sitzungs. 
bericht der Gesellschaft für 



— 73 — 

Psychiatrie etc. 1895, Juni 10. 

2. üeber Myositis in Drasch e's 
Bibliothek der med. Wissen- 
schaft 1895, I. 

3. üeber Neuromyositis. Ebenda. 

4. Akute Myelitis und Syphilis. 
Ztschr. f.klin.Med. 1896, XXIX. 

5. Ueber eine seltene Form des 
Jodismus. Therap. Monatshefte 
1896, 3. 

6. Ueber wahre Heterotopie des 
Rückenmarks. VirchowsArchiv 
Bd. 143. 

Dr. W. Brock: Ueber direkte Galvanisation des Magens 

und Darms. Therapeut. Monatshefte 1895, 6. 

Dissertationen: 

1. M. Weiss: Zur Eenntniss der mediastinalen Tumoren. 

Berlin 1895. 

2. G. Jacobsohn, Striae distensae cutis. Berlin 1895. 

3. £. Sierig: Ueber die Beeinflussung der Körper- 

temperatur durch einige auf die Haut ge- 
pinselte Arzneimittel. Berlin 1895. 

4. M. Krischewsky: Die Wanderniere und ihre Behand- 

lung. Berlin 1895. 

5. M. Senator: Ueber die Lumbalpunktion nach Quincke. 

Leipzig 1896. 

6. K Fernholz: Zur Lehre von der Dystrophia muscularis 

progressiva. Berlin 1896. 

Prof. Dr. H. Senator. 

0) Univerftitlts-Klinlk fiir Aagenkranke. 

In der Universitätsklinik für Augenkranke waren im Jahre 
1895/96 angestellt: als poliklinische (ausserhalb der Anstalt 
wohnende) Assistenten Dr. Silex und Dr. Greeff, als klinische 
(in der Anstalt wohnende) Dr. Junglön und Dr. Abelsdorff. 

Neu aufgenommen zur Behandlung wurden: 

in der Poliklinik 12 238 Patienten, in die Anstalt auf- 
genommen wurden 415 Männer, 562 Frauen und Kinder. 



— 74 — 

Wissenschaftliche Arbeiten: 

1. Schweigger: a) Glancoma malignum. Enapp-Schweigger. 

Arch. fflr Augenheilkunde. Bd. XXXII. 

b) Operative Behandlung hochgradiger Myope. 

c) über Glaucom. — Sitzung der ophilholmol. 
Oesellschaft zu Heidelberg 1895. 

2. Dr. Sil ex: a) Ueber pathognomenische Kennzeichen der 

congenitalen Lues. Berl. El. Wochenschrift 
1896, No. 7. 

b) Ueber Bildung stielloser flautlappen. Zehenders 
Klinische Monatsblätter. 

c) Ueber partielle isolirte Parese des mnsc. 
orbicularis palp. Archiv für Augenheilkunde. 
XXXII. 

d) Compendium der Augenheilkunde. 3. Auflage. 

e) Bericht über die augenärztliche Untersuchung 
der Zöglinge des Waisenhauses zu Rummels- 
burg. Berliner Kommunalblatt. 

3. Dr. Greeff: a) Schweigger's Vorlesungen über den Augen- 

spiegel, als ein Lehrbuch der Ophthalmoscopie 
bearbeitet von Dr. Greeff, Wiesbaden. 

b) Der Bau und das Wesen des Glioma retinae. 
Verhandlungen der ophth. Gesellschaft zu 
Heidelberg. 

c) Physiologische Mittheilungen: 1. Accomodation 
am erblindeten Auge. 2. Bemerkungen über 
binoculares Sehen Schielender. 3. Ueber die 
Bedeutung der Linse bei Myopie. Klinische 
Monatsblätter für Augenheilkunde. 

4. Dr. Abels dorff: a) Zur klinischen Bedeutung bitemporaler 

Gesichtsfeld-Defecte. Arch. für Augen- 
heilkunde. XXXI. 

b) Die Arten des Sehpurpurs in der Wirbel- 
thier- Reihe. In Gemeinschaft mit 
Fräulein E. Köttgen. Sitzungs-Berichte 
der Akademie der Wissenschaften. 

No. xxvin. 



— 75 — 

c) Ängenhintergrund und Sehpurpur bei 
Fischen. Sitzungsbericht der physiol. 
Gesellschaft. Berlin, Februar 1896. 

Dissertationen: 

N. Daly: Ueber Pterygium. 

E* Jaenieke: Ein Beitrag zur Theorie der Netzhautablösung. 
M. Aulicke: Sympathische Ophthalmie und Opticus-Resection. 
Ahlbarg: Ueber die Sehschärfe im Alter. , 

Bosse: Keratitis interstitialis heraditär-luetischer Natur und 
ihr Zusammenhang mit Gelenkaffektionen. 

Professor Schweigger, 

Geh. Med.-Rath. 

d) Kliniscbes Institut fOr Frauenkrankheiten und GeburtehOlfe. 

Bauliche Veränderungen kamen an der Klinik nicht vor. 

Oberarzt blieb, wie bisher, der Professor extraord. Dr. 
Winter. Anatomischer Assistent war das ganze Jahr hindurch 
Dr. Gessner. Die klinischen Assistenten waren Dr. Koblanck, 
Dr. Gebhard, Dr. Heuck und Dr. Knorr. 

In der Klinik kamen 994 Geburten vor. Die geburtshülf- 
liche Poliklinik hatte 2547 Fälle zu behandeln; darunter waren 
903 Aborte, 87 Placentarretentionen, 76 Dammnähte, 23 Nach- 
gebortsblutungen, 1458 reife Geburten. 

An Kranken fanden in der Klinik 967 Aufnahme. 

Es wurden, ohne die geburtshülf liehen Operationen und die 
blossen Excochleationen des Uterus, 469 grössere Operationen 
ausgeführt; darunter waren 293 Laparotomien. 

Ambulatorisch wurden 4891 neue Fälle behandelt; ausser- 
dem gegen 8000 alte Fälle aus den Vorjahren wieder be- 
handelt. 

Sektionen wurden 137 ausgeführt, davon 58 an Neu- 
geborenen, welche zum Theil der Poliklinik entstammten. 

Vorlesungen im Gebäude der Klinik hielten der Direktor, 
der Oberarzt Professor Winter und der Professor Veit. 

In den Oster- und Herbstferien wurden vom Oberarzt 
Äerztekurse gehalten, welche durchschnittlich von 50 Aerzten 
besucht waren. Die Zahl der die Klinik besuchenden Studiren- 
den betrug im Sommer-Semester 1895, einschliesslich der Stu- 






— 76 — 

direnden der Kaiser Wilhelm -Akademie: 184; im Winter- 
Semester 1895/96: 193. 

Auf Grand der Untersnclmngen und Beobachtungen in der 
Klinik wurden im Jahre 1895/96 nachstehende literarische Ar- 
beiten pablizirt: 

R. Olshausen: Ueber Behandlang der Retrodeviationen des 
uterns. Zeitschrift far Geburtshälfe and Gynaekologie. 
Bd. 32, p. 1. 
Derselbe: Beitrag zur Lehre von der Urethroplastik. Zeit- 
schrift für Gebartshälfe und Gynaekologie. Bd. 32, p. 506. 
G. Winter: IJeber den Bakteriengehalt des cervix uteri. Cbl. 

für Gynaekologie. 1895, No. 19. 
Derselbe: Bauchnaht und ßauchhernie. Verh. d. D. Ges. f. 

Gynaekologie, VI, 1895, p. 577. 
A. Koblanck: Beitrag zur Lehre der üterasruptor. Statt- 
gart 1895. 
A. Gessner: Zwei Fälle von spontaner üterusruptur. Cbl. f. 

Gyn. 1895, No. 2. 
Derselbe: Zur Bestimmung und Entstehung des Geschlechts. 
Cbl. für Gyn. 1895, No. 29. 

Gebhard: Ueber Adenora der Cervixdrüsen. Zeitschr. f&r 
Geburtsh. und Gyn. Bd. 33, p. 443. 

Derselbe: Ueber das Verhalten der Uterusschleimhaut bei der 
Menstruation. Zeitschr. für Geburtsh. und Qjn. Bd. 32, 
p. 296. 

C. Rüge: Endometritis cervicalis mit besonderer Berücksich- 
tigung der Laceration, des ectropium, der endometritis 
und der Erosion. Verh. d. D. Ges. f. Gyn. VI. 1895, 
p. 180. 

Derselbe: Ueber deciduoma malignum in der Gynaekologie. 
Zeitschr. f. Geburtsh. und Gyn. Bd. 33, p. 162. 
Ausserdem folgende Dissertationen: 

Ernst Fast: Ueber das primäre Carcinom des corpus uteri. 
10. 4. 1895. 

Ludwig Blum reich: Die Entwickelung der fallopischen Tube 
beim Menschen. 23. 4. 1895. 

Karl Ampt: Ueber das Parovarium bei Neugeborenen und 
Erwachsenen. 21. 5. 1895. 



— 77 - 

Otto Polland: üeber Embryotomie. 11. 6. 1895. 

Ä. Eblert: Znr Aetiologie der primären Gesichtslage. 18. 6. 1895. 

Otto Sem 1er: Ueber Entstehung der Banchhernien nach 
Laparotomie. 18. 6. 1895. 

W. Gnttmann: Deber Indicationen and Prognose der manu- 
ellen Placentarlösung. 25. 6. 1895. 

Otto König: üeber aetiologische Beziehung des myxoma 
chorii zu den malignen Erkrankungen des Uterus. 
16. 7. 1895. 

Albert Hirschbruch: Das Problem der herzlosen Missgeburten. 
1. 8. 1895. 

Karl Baur: Laparotomie bei geborstener Tubenschwanger- 
schaft. 6. 8. 1895. 

H. Kattenbracker: Die geburtshülfliche Bedeutung des 
Hydrocephalus congenitns. 9. 8. 1895. 

G. Hagemeyer: üeber probatorische Eröffnung der Bauch- 
höhle. 13. 8. 1895. 

G. Sybrecht: Zur Lehre von der Blasenmole. 13. 8. 1895. 

E. Kindler: üeber Nabelschnurgeräusch und intrauterine Herz- 
geräusche. 10. 1. 1896. 

H. Gramm: üeber Lungenembolie im Anschluss an Gravidität, 
Partus, Puerperium und Sexualerkrankungen. 10. 3. 1896. 
Berlin, den 2. April 1896. 

Der Direktor 

der Königlichen Üniversitäts-Frauenklinik. 

Dr. R. Olshausen. 

« 

e) Klinik und Poliklinik fOr Ohrenkrankheiten. 

Im Jahre 1895/96 wurden in der Klinik 192 Kranke mit 
8632 Behandlungstagen, in der Poliklinik 6889 Kranke be- 
bandelt. 

üeber die Krankheitsfälle, die zur Ausführung gelangten 
Operationen, sowie über die Frequenz der Studirenden und 
Aerzte wird im klinischen Jahrbuch für 1895/96 berichtet 
werden. 

Bei dem ärztlichen Personal der Anstalt ist folgende 
Aenderung eingetreten: Am 15. August 1895 schied der bis- 
herige 2. Assistenzarzt Herr Dr. Robert Weise aus; an seine 
Stelle trat Herr Dr.' Bernhard Heine, welcher bereits seit 



— 78 — 

Mai 1894 als Volontärassistent an der Anstalt tbätig war. Der 
1. Assistenzarzt Herr Dr. A. Jansen bat sich im März d. Js. 
als Privatdozent babilitirt. 

Veröffentlicbungen im Bericbtsjabre 1895/96: 

1. A. Lucae: a) „Weitere Mittbeilongen über die mit der 

federnden Drncksonde gemachten Er&h- 
rungen." Referat, 
b) ,,Ein nenes Instrument znr Hervorziehang 
des Hammergriffs bei starker Einziehung 
resp. Verwachsung des Hammergrife.'^ Referat 
Verhandlungen der Deutschen otologischen 
Gesellschaft auf der 4. Versammlung in Jena 
am 1. und 2. Juni 1895. Verlag von Fischer 
in Jena. 

2. A. Jansen: a) „Erfahrungen über Hirnsinusthrombosen nach 

MittelobreiteruDg.'' Sammlang klinischer 
Voi träge. Neue Folge. No. 130. 

b) „Ueber die Operationsmetboden bei den Ter- 
schiedenen otitischen Gehirnkomplikationen.'* 
Referat. Verhandlungen der Deutschen 
otologischen Gesellscbailb auf der 4. Ver- 
sammlung in Jena am 1. und 2. Juni I89ö. 
Verlag von Fischer in Jena. 

c) „Optische Aphasie bei einer otitischen eitrigen 
Entzündung der Hirnhäute am 1. Schläfen- 
lappen mit Ausgang in Heilung." Berliner 
Kl. Wochenschr. 1895. No. 35. 

Berlin, den 29. April 1896. 

Der Direktor der Universitäts- 
Klinik und Poliklinik für Ohrenkrankheiten. 

Lucae. 

f) UaiveraiUts-Poliklinik für Hars- vad Naseakraake. 

In dem Personal sind keine Veränderungen eingetreten. 
Der Zugang an Kranken betrug :^351. Auch ist der Gang des 
Unterrichts unverändert ceblieben. 

Prof. B. Fränkel, 

Geh. Mediz.-Rath, Direktor. 



— 79 — 

O) Univereitäts-Poliklinik für orthopädische Chirurgie. 

Die Poliklinik ist auch im Berichtsjahre 1895/96 wieder 
ohne staatlich angestellte Assistenten geblieben. 

Von den vier freiwilligen und unbesoldeten Assistenz- 
ärzten sind die beiden ersten, die Herren Dr. Bourwieg und 
Dr. Joachimsthal, seit der im Jahre 1890 geschehenen Er- 
öffnung des Instituts unausgesetzt an demselben thätig ge- 
wesen; die Herren Dr. Bendix und Dr. David sind im Jahre 
1893 hinzugetreten. 

Die Einrichtungen des Instituts hat der unterzeichnete 
Direktor durch den Bau einer eigenen Werkstatt zur An- 
fertigung von Heilapparaten für die Kranken bereichern lassen. 

Der Zugang an Kranken betrug 1426. 

Veröffentlichungen aus dem Berichtsjahre 1895/96: 

1. J. Wolff: lieber die Operation der EUenbogengelenks- 
ankylose. Verhandlungen der Freien Vereinigung der 
Chirurgen Berlins. Berliner Klinische Wochenschr. 1895, 
No. 43. 

2. Derselbe: Zur pathologischen Anatomie der Scoliose. 
Ebendas. und Berl. Klin. Wochenschr. 1896, No. 17. 

3. G. Joachimsthal: üeber den congenitalen Defect der 
Tibia. Deutsche mediz. Wochenschr. 1895, No. 27. 

4. Derselbe: Ueber angeborene Anomalien der oberen 
Extremitäten. Gleichzeitig ein Beitrag zur Vererbungs- 
lehre. Verhandl. der Deutschen Ges. für Chir. Archiv 
für klinische Chirurgie. 50. Band, 3. Heft. 

5. Derselbe: Eine seltene Form von angeborener Wirbel- 
spalte. Virchow's Archiv Bd. 141. 

6. Derselbe: üeber angeborene Defecte langer Röhren- 
knochen. Deutsche mediz. Wochenschr. 1895, No. 52. 

7. Derselbe: üeber selbstregulatorische Vorgänge am 
Muskel. Verhandl. der Berl. Physiologischen Ges. 
1896, S. 22. Zeitschrift für Orthopäd. Chirurgie, 4. Bd.; 
De Tadaptation spontan^e des muscles aux changements 
de leur fonction. Comptes rend. des Seances de TAca- 
demie des Sciences. Seance du 20. avril 1896. Present6 
par M. le professeur Marey. 

8. Derselbe: üeber angeborene Handanomalien. Verhand- 
lungen der Anthopologischen Gesellschaft, Januar 1896. 






— 80 — 

9. H. Goesche: Ueber die Trichterbrust. Inaagaral- 
Dissertation. Berlin 181^5. 

Der Direktor 

Prof. Dr. Julius Wolff. 

k. Dm nhoirztilelie iMÜtat 

In dem Personal, welches an dem zahnärztlichen Institut 
angestellt ist, sind während des betreflfenden Jahres folgende 
Veränderungen eingetreten : 

An Stelle des ausscheidenden Assistenten Jacob Schmidt 
wurde der Zahnarzt Schacht auf ein Jahr angestellt. 

Studirende der Zahnheilkunde waren an der hiesigen Uni- 
versität immatrikulirt : 

während des Sommer-Semesters 1895 .... 147, 
„ Winter. „ 1895—96 . . 150. 

Das zahnärztliche Staatsexamen bestanden: 
während des Sommer-Semesters 1895 .... 14, 
„ Winter- „ 1895/96 ... 19. 

Auf den drei Abtheilungen, aus welchen das Institut 
besteht, gestaltete sich die Thätigkeit im letzvergangenen Jahre 
folgendermassen (Tabelle 1, 2 und 3). 

An literarischen Leistungen wurden in dem Berichtsjahr 
von den Lehrern und Assistenten des Instituts folgende Arbeiten 
geliefert : 

Professor Dr. Busch: Ueber die Schädelbildnng bei ver- 
schiedenen Menschenrassen. Verhandl. 
der Deutschen odontologischen Oesell- 
schaft. Band VM, Heft 2. 
Derselbe: Ueber die Verschiedenheit in der Zahl 
der Wurzeln bei den Zähnen des 
menschlichen Gebisses. Ebendaselbst. 
Heft 3. 
Professor Dr. Miller: Demonstration einiger Zahn- und 

Kieferpräparate. Ebendas. Heft 1. 
Derselbe: Lehrbuch der konservirenden Zahn- 
heilkunde. Leipzig bei Thieme. 

Der Direktor 
Professor Dr. Basch. 



— 81 — 



Tabelle i. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahr 1895/96 in der Poliklinik für Zahn- nnd Mund* 

krankheiten ausgeübten Thätigkeit. 



Jahr. 



Monat. 



Die Poliklinik 

wurde aufgesucht von 

folgender Zahl von 

Patienten. 



Von diesen Patienten 

wurde bei folgenden 

Zahlen die Betäubung 

eingeleitet 



1895 



1896 



April . 
Mai . . 
Jani . . 
Juli . . 
August 
September 
Oktober. . 
November 
Dezember 
Januar . . 
Februar , 
März . . . 



Summe 



612 
814 
761 
1001 
117 
442 
842 
786 
441 
837 
768 
795 



8216 



47 
69 
63 
78 
2 
37 
72 
60 
46 
83 
55 
69 



681 



Da somit von sämmtlichen 8216 Patienten, welche die 
Poliklinik zum Zwecke der Entfernung kranker Zähne oder zu 
anderen chirurgischen Eingriffen aufsuchten, 681 betäubt 
wurden, um bei der Operation keinen Schmerz zu haben, so 
fand die Betäubung in 8,3 Prozent sämmtlicber Fälle statt. 
Etwa Ve der die Betäubung verlangenden Patienten waren 
weiblichen Geschlechts. 



82 — 



Tabelle 2. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahr 1895/96 auf der Abtheilaog far konseryirende 
Zahnheilkunde ausgeführten Zahnföllangen. 



T-.l_ — 


Monat 


Gold- 


Zinogold- 


Amalgam- 


Cement- 


Provi- 
BOTÜebe 


Jahr. 


















Ffi] 1 nng( 


B n. 




1895 


April 


128 


22 


138 


122 


44 


- 


Mai 


250 


29 


244 


206 


132 


* 


Juni 


222 


23 


207 


192 


92 


- 


Juli 


318 


26 


296 


293 


127 


- 


Angnst . . . . 


22 


2 


13 


25 


4 


- 


September . . 


127 


22 


79 


102 


37 


- 


Oktober. . . . 


238 


70 


198 


259 


61 


- 


November . . 


229 


45 


138 


154 


.M 


- 


Dezember . . 


165 


25 


66 


101 


53 


1896 


Januar . . . . 


270 


38 


126 


222 


96 


- 


Februar. . . . 


390 


67 


144 


266 


101 


* 


März 


227 


45 


178 


173 


76 




Summe 


2586 


414 


1827 


2114 


9;i0 



Alles zusammen wurden 
um kranke Zähne vor der 
schützen. 



somit 7871 Füllungen ausgeführt, 
fortschreitenden Verderbniss zu 



— 83 — 



Tabelle 3. 



Zusammenstellung 

der im Etatsjahre 1895/96 im zahnärztUchen Institut der 
Eönigflichen Universität Berlin in der Abtheilung für Zahnersatz 

angefertigten Zahnersatzstücke. 







• 

«0 


2^ 




• 

e 




m 


tten 
efer. 


• 


Jahr. 


Monat 


00 




a OD 


^•2 
rill 1 fl 


s 



«9 


ha 


C3 
es 


isspla 
^berki 


Bemer- 






CO 


er- m 

ück 1 

Zä 


er- re 

tacke 

Zä 


Obtui 


CQ 


s 

C9 


rschli 
denC 


koDgen 









o- 


Ä* 








s 


^i 




1895 


April. . . 


7 


17 


29 




4 








- 


Mai . . . 


13 


36 


36 




7 


1 






- 


Juni . . . 


9 


17 


26 




7 


1 


4 




- 


Juli . . . 


11 


40 


50 


2 


11 




___ 




- 


August . 


1 


4 


4 




3 


1 






- 


September 


1 


9 


20 




1 


^^■^ 




( 2 


- 


Oktober . 


10 


28 


29 




5 


2 


— 


1 Kanülen 
{ fÜrOber- 


- 


November 


4 


24 


36 




10 




1 


l kiefer. 


- 


Dezember 


9 


16 


34 


2 


3 


1 


— 




1896 


Januar.' . 


6 


22 


26 


— 


4 




4 




m 


Februar . 


10 


14 


37 




4 


1 


— 




- 


März . . . 


14 


9 


37 


. 


3 


5 


2 






Sa. 


95 


236 


364 


4 


62 


12 


11 





Amnerknng: Unter den partiellen Stücken wurden 3 aus Gold ge- 
fertigt. 

Ferner wurden 17 Kronen resp. Brückenarbeiten und eine 
Unterkiefer-Resektion in Gold angefertigt 

Ausserdem wurden 2 Kieierbrüche mittelst Kantschukschiene 
geheilt 

Von den neu hinzugetretenen Studirenden wurden zur 
Uebung angefertigt: 

102 partielle Stücke in Metall, 29 Stiftzähne, 7 Brücken- 
arbeiten, 8 Kronen, 36 ganze Gebisse und 161 partielle 
Stücke in Kautschuk. 



6* 



— 84 — 

B. Mit dem Gharitä-Erankenhause in Verbindnng 

stehende klinische Institute. 

Die von den Direktoren der mit dem Charit^Erankenhaase 
in Verbindung stehienden klinischen Institute: 

a. Erste medizinische Elinik, 

b. Zweite medizinische Elinik, 

c. Dritte medizinische Elinik, 

d. Chirurgische Ellinik, 

e. Gynäkologische Elinik, 

f. Gynäkologische Poliklinik, 

g. Geburtshulfliche Elinik, 

h. GeburtshälfUche Poliklinik, 

i. Elinik für syphilitische Erankheiten, 

k. l^linilr für Hautkrankheiten, 

1. Elinik für Einderkrankheiten, 

m. Poliklinik für Einderkrankheiten, 

n. Elinik für psychische und Nervenkrankheiten, 

0. Elinik für Hals- und Nasenkrankheiten, 

p. Klinik für Ohrenkrankheiten 

erstatteten Berichte sind in dem klinischen Jahrbache far 

1895/96 veröffentlicht 



21. Das erste anatomische Institat. 

Personenveränderungen. 

Beim Beginne des Wintersemesters schied aus der bisherige 
2. Assistent, Herr Dr. J. Sobotta, um eine Prosektorstelle an 
der Würzburger anatomischen Anstalt anzunehmen. An 
seine Stelle trat der bisherige Assistent des ü. hiesigen 
anatomischen Instituts, Herr Dr. Friedrich Eopsch. 

Vorlesungen und üebungscurse. 

Sommer-Semester 1895. 

L Anstalts-Vorstand Prof. Dr. Waldeyer: 

1. Oeffentlich: Anatomie der Hernien (231 Hörer). 

2. Privatim: Topographische Anatomie (121 Hörer). 

3. „ (mit Prof. H. Virchow): Mikroskopischer 
Uebungscursus (98 Theilnehmer). 



— So- 
ll. Erster Prosektor Prof. Dr. H. Virchow: 

1. Privatim (mit Professor Wald ey er): Mikroskopischer 
Uebnngskarsas (98 Theilnehmer). 

2. Privatim: Osteologie und Syndesmologie (133 Hörer). 

III. Professor Dr. W. Krause: 
Oeffentlich: Anatomie der Menschenrassen nebst kranio- 
logischen Uebungen (40 Hörer). 

Winter-Semester 1895/96. 

I. Prof. Waldeyer: 

1. Oeffentlich: Gefftsslehre (531 Hörer). 

2. Privatim: Systematische Anatomie (335 Hörer). 

n. Prof. Dr. H. Virchow: 

1. Privatim: Anatomie der Sinnesorgane (9 Hörer). 

2. „ Osteologie und Syndesmologie (159 Hörer). 

3. Anatomie für Künstler (45 Hörer). 

III. Prof. Dr. W. Krause: 
Oeffentlich: Geschichte der Anatomie (8 Hörer). 

An den Präparir-Uebungen, welche vom Anstalts- 
vorstande, den beiden Prosektoren (Prof. H. Virchow und 
Dr. Brösike) und Prof. W. Krause geleitet wurden, nahmen 
Theil 553 Praktikanten (einschliesslich 130 Studirender der 
militärärztlichen Bildungsanstalten und 30 Studirender der 
Zahnheilkunde). Auf jeden Praktikanten kamen 7 bis 
8 Präparate. 

Ausserdem waren bei dem Unterrichte auf dem Präparir- 
saale thätig die beiden Herren Assistenten Dr. Jablonowski 
und Dr. Kopsch, die Hennen Stabsärzte Dr. Dr. Müller und 
Huth, die Herren Volontär-Assistenten Dr. Dr. Gerota, Frohse, 
Hein, pr. Arzt, und Uhl, pr. Arzt, und die Herren Demonstra- 
toren Hechler, Habrecht, Ritter, Zuntz, Muskat, Werner, 
Kuhn, Gottheiner und Rosenstein 

Für die Vermehrung der Sammlung waren, ausser dem 
Unterzeichneten, insbesondere thätig die Herren H. Virchow, 
Brösike, W. Krause, Jablonowski, Kopsch, Gerota, 
Dr. Frohse und Hein. 

Neu aufgestellt wurden 140 Präparate. 

An Geschenken liefen ein eine Anzahl werthvoUer 



— 86 — 

Pemaner-Schädel von Dr. Veiten in Bonn, 4 Flathead-Schädel 
von Prof. Dr. H. Virchow, eine Reibe feiner Durchschnitte 
von Knochen zur Demonstration der Spongiosa-Structur von 
Professor Dr. Julius Wolff hierselbst, ferner mehrere mikro- 
skopische Präparate von Prof. Dr. v. Brunn f (Rostock) und 
eine Anzahl Embryonen von den Herren Dr. Dr. Nagel und 
Prof. Dfihrssen. Endlich hat, wie schon seit Jahren, Geh. M.-R. 
Prof. Dr. Gustav Fritsch sein stetes Interesse an der Anstalt, 
an welcher er früher als Assistent und Gustos thätig war, 
wiederum durch die Zuwendung einer grösseren Anzahl 
anthropologischer und mikroskopisch -anatomischer Präparate 
dargethan. 

An wissenschaftlichen Arbeiten gingen aus der Anstalt 
hervor: 

a) Vom Unterzeichneten und aus dessen und W. Krause's 
Laboratorium (8 Laboranten): 

1. Waldeyer: üeber Bindegewebszellen, ins- 
besondere über Plasmazellen. Berichte derKonigl. 
Pr. Akademie der Wissenschaften 1895. 

2. Waldeyer: Bemerkungen zur Anatomie der Arteria 
obturatoria. Anatomischer Anzeiger 1895. 

3. Waldeyer: Die neueren Ansichten über den Bau 
und das Wesen der Zelle. Deutsche medizinische 
Wochenschrift 1895. 

4. Waldeyer: UeberdasOs sacrum. Sitzungsberichte 
der Gesellschaft naturforschender Freunde in 
Berlin 1895. 

5. Waldeyer: Welche Art der Anthropoiden steht in 
ihrem Baue dem Menschen am nächsten? Verhandl. 
der XXVL Versammlung der Deutschen Anthro- 
pologischen Gesellschaft. Kassel 1895. 

6. Dr. G. Gut mann: Kasuistischer Beitrag zur Lehre 
von den Geschwülsten des Augapfels. Arch. für 
Ophthalm. 1895. 

7. Dr. Gerota: Die Lymphgefässe des Rectum und 
des Anus Archiv für Anatomie und Physiologie 189ö. 

8. Dr. Gerota: Beiträge zur Kenntniss des Be- 
festigungsapparates der Niere. Ebendaselbst 1895. 

9. Dr. Gerota: Contribution ä l'^tude du formol dans 



— 87 — 

la techniqne anatornique. Internationale Monatsschrift 
für Anatomie und Physiologie, herausgegeben von 
W. Krause, Schäfer und Testut, März 1896. 

10. H. y. Bardeleben: Abdominalanastomose der Nabel- 
arterien. Anatomischer Anzeiger 1895. 

11. Dr. Helm: Untersuchungen über die Topographie 
der Nieren. Dissert. inaug. Berlin 1895 und 
Anatomischer Anzeiger 1895. 

12. Dr. Helm: Einseitige rudimentäre Entwicklung 
der ersten Rippe nebst einer Anzahl anderer 
Anomalien am Thorax einer und derselben Person* 
Anatom. Anzeiger 1995. 

Li. Dr. E. Flatau: Einige Betrachtungen über die 
Neuronenlehre im Anschluss an frühzeitige ex- 
perimentell erzeugte Veränderungen der Zellen des 
Oculomotoriuskemes. 
Fortschritte der Medizin, 15. März 1896. 

14. Dr. L. Bremer (St. Louis, Mo.): Die Identität des 
Paranuclearkörperchens der gekernten Erjrthro- 
cyten. Arch. für mikrosk. Anat. und Entwicklungs- 
geschichte, 1895, Bd. 46. 

b) Aus der Laboratoriums- Abtheilung von Prof. H. Virchow 
(11 Laboranten): 

1. H. Virchow: Ueber die Entwicklung des Gefäss- 
bezirkes auf dem Selachier-Dottersacke. 
Sitzungsbericht der Gesellschaft naturforschender 
Freunde in Berlin 1895. 

2. H. Virchow: üeber den Keimhautrand der Sal- 
moniden. Verhandlung der anatomischen Gesell- 
schaft zu Basel 1895. 

o. H. Virchow: üeber die Schwanzbildung bei 
Selachiern. Sitzungsberichte der Gesellschaft 
naturforschender Freunde in Berlin 1895. 

4. Dr. Oseretzkowsky (Moskau): Beiträge zur Frage 
vom centralen Verlaufe der Gehörnerven, Archiv 
für mikrosk. Anatomie und Entwicklungsgeschichte. 
45. Bd. 1895. 

5. Dr. M. Günther: Haarknopf und innere Wurzel- 



— 88 — 

scheide des Säugetbieriiaares. Dissertat inang. 
Berlin 1895. 

c) Vom Professor W. Krause: 

1. Im Jahresberichte f&r die gesammte Medizin, heraas- 
gegeben von R. Virchow: Bericht über de- 
scriptive Anatomie and Histologie far 1894. 

2. Uebersicht der Kenntnisse vom Baue der Retina. 
Schmidt's Jahrbücher für die Medizin 1896. Bd. 249. 

d) Von Dr. Sobotta: 

1. Die Befruchtung und Furchung des Eies der 
Maus. Archiv für mikroskopische Anat. und Entwick- 
lungsgeschichte, 189.5. 

2. Bericht über die Leistungen in der Anthropologie 
und Entwicklungsgeschichte für 1894. Jahres- 
bericht, herausgegeben von R. Virchow. 

e) Von Dr. F: Kopsch: Erfahrungen über die Verwendung 
des Formal de hyds bei der Chromsilberimprägnation. 
Anat. Anzeiger, März 1896. 

Die Hülfsmittel der Anstalt, namentlich auch die photo- 
graphische Werkstatt, wurden vielfach von hiesigen und aus- 
wärtigen Dozenten und praktischen Aerzten in Ansprach 
genommen, und es sind auch durch Benutzung derselben eine 
Anzahl grösserer Publikationen gefördert worden; es sollen 
nur genannt seiu: 

Die Werke von: E. von Bergmann und Rochs, „An- 
leitende Vorlesungen für den Operationskursus an der 
Leiche.- Berlin 1896. A. Hirschwald (3. Aufl.) 
Dr. Tornier, Untersuchungen über die Knochen, Bänder 
und Gelenke des Fusses. Morpholog. Jahrbuch, heraus- 
gegeb. von Gegenbau r. (Mehrere Abhandlungen.) 
Dr. Hieronymus Hirsch, Ueber die Tibia. Berlin 1895, 

und 
Dr. K. Abel, Anleitung zu mikroskopisch-diagnostischen 
Untersuchungen im Gebiete der Gynäkologie. Berlin 1895. 
In der I. anatomischen Anstalt wurden ferner abgehalten: 

1. Zwei Operati ons-Uebungskurse für die Studirenden von 
den Herren Professoren Dr. A. v. Bardeleben (f) 
und Dr. v. Bergmann (Sommer-Semester 1895). 

2. Drei Operations-Uebungskurse für Militärärzte während 



— 89 — 

der Oster- und Herbstferien von den Herren v.Bardeleben, 
y. Bergmann und König. 

3. Drei anatomische Uebongskurse für Militärärzte vom 
Unterzeichneten und Prof. Dr. H. Virchow. 

4. Ein Theil der anatomischen und zahnärztlichen Staats- 
prüftingen vom Unterzeichneten, sowie die akiurgischen 
Staatsprüfungen von den Herren Professoren Dr. Dr. 
v.Bardeleben (f), v. Bergmann, König, R. Köhler 
und Nasse. 

Der Director der ersten anatomischen Anstalt. 

Waldeyer. 

22. Das zweite anatomisehe Institat. 

Im Personenbestand des Instituts sind im verflossenen 
Etatsjahr mehrfache Veränderungen eingetreten. Nachdem das 
vorgeordnete Ministerium die Anstellung eines zweiten Assistenten 
nach mehrfachen Anträgen des Endesunterzeichneten als Be- 
dürfhiss anerkannt und die erforderlichen Geldmittel bereit 
gestellt hat, wurde Herr Dr. Joseph Jablonowski mit dieser 
Stellung betraut. 

Mit Anfang des Wintersemesters ging Herr Dr. Kopsch 
vom II. zum I. anatomischen Institut hierselbsi als Assistent 
über. Die hierdurch entstandene Lücke wurde wieder aus- 
gefüllt durch Herrn Dr. med. Krause, welcher schon mehrere 
Jahre am physiologischen Institut in Breslau die Stellung 
eines Assistenten für die histologische Abtheilung inne gehabt 
hatte. 

Während des Sommer-Semesters 1895 wurden folgende 
Vorlesungen und Uebungen von dem Endes-Unterzeichneten 
abgehalten. 

1. Allgemeine Anatomie. 

2. Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Wirbel- 
thiere. 

;^. Die Zelle und ihr Leben. 1 Mal wöchentlich publice. 

4. Mikroskopischer Kursus. 

5. Embryologische Uebungen. 

Im Winter-Semester wurde gelesen: 
1. Vergleichende Anatomie. 



— 90 — 

2. Theorie der Zeugung und Vererbung, publice. 

3. Embryologische Uebungen. 

4. Histologisch-technischer Kursus für Geübtere. 

Im Laboratorium für selbständige wissenschaftliche Unter- 
suchungen waren alle Arbeitsplätze während des Winter- und 
Sommersemesters besetzt. 

Im Etatsjahr 1894/95 sind aus dem zweiten anatomischen 
Institut folgende wissenschattliche Arbeiten hervoi^egangen: 

1. Oscar Hertwig. Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte 
des Menschen und der Wirbelthiere. V. Auflage, Jena 1896. 

2. Derselbe. The cell, outliues of general anatomy and 
phj'siology. Translated by Campbell. London 1895. 

3. Derselbe, üeber den Einfluss verschiedener Tempe- 
raturen auf die Entwicklung der Fioscheier. Sitzungsbericht 
der Akad. d. Wissensch. zu Berlin. 6. Febr. 1896. 

4. Dr. Fr. Kopsch. Das Augenganglion der Cephalopoden. 
Anatom. Anzeiger. Bd. XI, No. 12. 1895. 

5. Wetzel. Transplantationsversuche mit Hydra. Arch. 
f. raikrosk. Anat. Bd. 45, 1895. 

G. Derselbe. Ueber die Bedeutung der circularen 
Furche in der Entwicklung der Schultze'schen Doppelbildungen 
von Rana fusca. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 46, 1896. 

7. W. 8 zy mono wicz, Privatdozent ans Erakau. Beiträge 
zur Kenntniss der Nervenendigungen in Hautgebilden: 

a) üeber Bau und Entwicklung der Nervenendigungen 
in der Schnauze des Schweines. 

b) Die Nervenendigungen in den Tasthaaren. Arch. 
f. mikrosk. Anat. Bd. 46. 

8. Semi -Meyer. Die subcutane Methylenblauinjection. 
ein Mittel zur Darstellung der Elemente des Centralnerveu- 
systems von Säugethieren. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 46. 

9. Arthur W, Weysse. Ueber die ersten Anlagen der 
Hauptanhangsorgane des Darmkanals beim Frosch. Arch. f. 
mikrosk. Anat. Bd. 46 

10. A. Jankelowitz. Ein junger menschlicher Embiro 
und die Entwicklung des Pancreas bei demselben. Arch. f. 
miki*osk. Anat. Bd. 46. 

11. Erik Müller, Professor in Stockholm, üeber die 



— 91 — 

Eegeneration der Augenlinse nach Exstirpation derselben bei 
Triton. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 47, 1896. 

12. Ernst Schmidt. Ueber das postembryonale Weiter- 
bestehen des Jacobson'schen Organes und Knorpels beim 
Menschen und die Beziehungen derselben zu einander. 
Dissertation. 

13. Michael Witebsky. Zur Entwickelungsgeschichte 
des schallleitenden Apparates des Axolotl. Dissertation. 

Professor Oscar Hertwig, 
Direktor des II. anatomischen Instituts. 



23. Das physiologisehe Institut. 

Während des Rechnungsjahres fanden bei dem Institut 
folgende Personalveränderungen statt: 

Als Assistent der mikroskopisch-biologischen Abtheilung ist 
an Stelle des Hm. Privatdocenten Ben da, der das Institut 
am 1. October 1894 verlassen hatte, am 1. October 1895 der 
Hr. Dr. Ludwig Brühl eingetreten. 

Der Vorsteher der speciell-physiologischen Abtheilung, Hr. 
Professor Dr. J. Gad, ist am 1. November 1895 einem Rufe 
als ordentlicher Professor der Physiologie nach Prag gefolgt. 
Sein Naclifolger in der Stellung als Abtheilungs-Vorsteher wurde 
unter dem gleichen Datum der Königliche Professor, Privat- 
docent Hr. Dr. Immanuel Munk. 

Auf den Antrag des Professors Gad war, ehe er das 
Institut verliess, am 1. April 1895 bei der speciell-physiolo- 
gischen Abtheilung- eine Assistentenstelle geschaffen und dem 
Dr. Ren6 du Bois-Reymond, bis dahin Assistenten an der 
anatomischen Anstalt zu Königsberg, übertragen worden. 

An Stelle des Vorstehers der chemischen Abtheilung, Hrn. 
Professors Albrecht Kossei, der am 31. März einem Rufe als 
Professor der Physiologie nach Marburg folgte, ist Hr. 
Dr. Johannes Thierfelder, bisher Kustos am hygienischen 
Museum, eingetreten. Er wurde am 7. März des laufenden 
Jahres zum ausserordentlichen Professor ernannt. 

Der Zweite Assistent der chemischen Abtheilung, Hr. 
Dr. Neumann, welcher am 31. März 1895 in die Stellung als 
Erster Assistent gerückt war, wurde am 9. April des laufenden 



— 92 — 

Jahres bis auf Weiteres in dieser Stellang best&tigt Die 
Stelle als Zweiter Assistent erhielt am 1. Jnli 1895 Hr. 
Dr. Emil Woerner. 

An Stelle des Hilfsdieners Petri, der dem Professor 
Eossei nach Marburg gefolgt war, trat am 22. April 1895 der 
bisherige Lazarethgehilfe Theodor Böhlke ein. 

Der Unterzeichnete hielt im Sommer dieselben Vorlesangen 
wie in den früheren Jahren, im Winter fiel die öffentliche 
Vorlesung aus. Prof. E. du Bois-Reymond, 

Director. 

I. Mlkroslcopisch -biologische Abtlieiiuflg. 

Im Sommer-Semester wurde die öffentliche Vorlesung über 
normale Histologie unter wesentlich gleicher Betheiligung 
wie im Vorjahre vom Abtheilungsvorsteher abgehalten. 

Derselbe hielt auch wieder die mikroskopischen 
Hebungen ab, an denen sich von 

Civilstudirenden 20, 

Studirenden des Friedrich-Wilhelms-Instituts 33 

und zwei Stabsärzte betheiligten. 

Obwohl noch mit dem Staatsexamen beschäftigt, fungirte 
dabei als Assistent interimistisch Hr. Dr. Brähl, welchem 
alsdann zum Juli die durch Hrn. Dr. Benda's Abgang er- 
ledigte Stellung definitiv übergeben wurde. 

Als Demonstratoren und Präparatoren betheiligten sich an 
den Uebungen die HH. Model, Unger und Bastanier. 

Mit wissenschaftlichen Arbeiten waren auf der Abtheilung 
beschäftigt Hr. Dr. Paul Schultz, Stabsarzt Dr. Thiele, 
Dr. Bäumer, Dr. Katz und Dr. Auburtin, über deren Arbeiten 
unten berichtet wird. 

Tm Winter-Semester las der Abtheilungsvorsteher öffentlich 
über die materiellen Grundlagen der Descendenzlehre 
und privatim über die Naturgeschichte der thierischen 
Parasiten, verbunden mit praktischen Uebungen. 

Hr. Dr. Brühl hielt im Sommer-Semester eine Uebungs- 
stunde für mikroskopische Technik ab und in den Herbstferien 
einen Cursus über den gleichen Gegenstand. 

Ein Theil der oben genannten Herren setzte auch im 
Winter-Semester seine Arbeiten im Laboratorium der Abtheilnng 



— 93 — 

fort, während der Unterzeichnete sich hauptsächlich mit der 
Verwerthnng des von der Orientreise mitgebrachten wissen- 
schaftlichen Materials und mit den Vorarbeiten zu einer 
grösseren, die Morphologie des Menschen betreffenden Ver- 
öffentlichnng beschäftigte. 

Folgende Schriften enthalten die Ergebnisse der ange- 
deuteten Untersuchungen: 

1. Prof. Gustav Fritsch: Ueber Discopyge Tschudü, Heck. 
Sitzungsberichte d. Königl. preuss. Akad. d. Wissenschaften. 
1895. XLVI. 

2. Von demselben: Ueber die Ausbildung der Rassenmerk- 
male des menschlichen Haares. Sitzungsberichte d. Königl. 
Akad. d. Wissenschaften. Sitzung vom 19. März 1896. 

3. Von demselben: Hühnereier mit einem zweiten im Inneren. 
Sitzungsbericht d. Gesellsch. naturforsch. Freunde. 1895. S. 202. 

4. Von demselben: Verunstaltungen der Genitalorgane im 
Orient. Verhandlungen d. Berliner anthropolog. Gesellschaft. 
Sitzung vom 20. October 1894. 

5. Von demselben: Welche praktischen Erfolge dürfen wir 
von dem neuen Röntgen 'sehen Verfahren erwarten? Internat, 
photograph. Monatsschrift f. Medizin und Naturwissenschaften. 
m. 1896. S. 65. 

6. Von demselben: Die Schwierigkeiten einer Wiederbe- 
lebung der Stereoskopie. Erscheint in: Internat, photogr. 
Monatsschr. f. Mediz. u. Naturwissenschaften. III. 1896. 

7. Von Hrn. Dr. Eduard Bäumer: Beiträge zur Histo- 
logie der Urticaria Simplex und pigmentosa mit besonderer 
Berücksichtigung der Mastzellen fär die Pathogenese der Urticaria 
pigmentosa. 1895. Diss. inaug. 

8. Von Hrn. Dr. Gaston Auburtin: Ueber physiologische 
und pathologische Verschiedenheiten des Haarbodens. 1895. 
Diss. inaug. 

9. Desgleichen in : Archiv f. mikroskopische Anatomie. 1896. 
10. Von Dr. Schultz: Die glatte Musculatur der Wirbel- 

thiere (mit Ausnahme der Fische). Vorläufige Mittheil. Gentralbl. 
f. Physiologie, 24. August 1895 (Heft 11). 

Desgleichen in: Archiv f. Anatomie u. Physiol., Physiol. 
Abtheilung. 1895. Prof. Dr. Gustav Fritsch, 

Abtheilungsvorsteher. 



— 94 — 

2. Speziell •physlelofiaoke Abtkellaai. 

Im Sommer-Semester leitete der Abtheilangsvorsteher Prof. 
J. 6ad experimentell-physiologische und experimentell- 
pathologische Untersuchungen. Daneben las er öffentlich 
über „Physiologie der Athmung" und hielt experimentell- 
physiologische Uebungen. Nach dessen am 1. November 
erfolgten Berufung nach Prag trat der Unterzeichnete am 
16. November als Abtheilungsvorsteher ein; er widmete sich in 
erster Linie der Leitung experimentell-physiologischer Unter- 
suchungen. Ausserdem las er öffentlich „über Nahrungsmittel 
und Ernährung" und privatim „Grundzüge der Physiologie des 
Menschen." 

Aus der Abtheilung sind im Berichtsjahre folgende wissen- 
schaftliche Leistungen hervorgegangen: 

1. J. Gad: Ueber einige Wärmeversuche am Muskel. Arch. 
f. Physiol. 1895. S. 553. 

2. J. Gad u. E. Flatau: Ueber die hohe Räckenmarks- 
durchschneidung bei Hunden. Neurolog. Centralblatt 1896. No.4. 

3. R. du Bois-Reymond: Die Hebelwirkung des Fasses, 
etc. Arch. f. Physiol. 1895. S. 277. 

4. Derselbe: Ueber das Sattelgelenk. Ebenda. S. 433. 

5. Derselbe: Ueber die Oppositionsbewegung. Arch. £ 
Physiol. 1896. S. 154. 

6. Derselbe u. P. Masoin: Zur Lehre von der Function 
der Musculi intercostales interni. Ebenda. S. 85. 

7. W. J, Cowl: Ueber eine allgemeine Verbesserung am 
Mikroskop. Arch. f. Physiol. 1895. S. 553, 

8. Derselbe: Ein allgemeiner Thierhalter und Operations- 
brett. Ebenda 1896. S. 185. 

9. Derselbe: Improved means for the haematocritic method 
of blood examination. Medical Record, New-York, Aug. 17. 1895. 

10. Paul Schultz: Die glatte Musculatur der Wirbelthiere. 
Arch. f. Physiol. 1895. S. 388 u. S. 517. 

11. Derselbe: Demonstration der Enochenathmung der 
Vögel am Humerus der Ente. Ebenda 1896. S. 180. 

12. G. Joachimsthal: Ueber die Anpassung der Muskeln 
an ihre Function. Verhandl. d, Physiol. Ges. 1895/96, No. 6 — 12, 
ausführlicher in Zeitschr. f. orthopädische Chirurgie EI, Heft 2. 



— 95 — 

13. H. Apolant: üeber das Ganglion ciliare. Verh. d. 
Physiol. Ges. 1895/96. No. 6—12. 

14. M. Levy-Dorn: Die Katze etc. Centralbl. f. Physiol. 
IX. No. 3. 

15. G. W. Störring: Experimentelle Beiträge zur Thermo- 
dynamik der Muskeln. Arch. f. Physiol. 1895. S. 499. 

16. E. G. Carp enter: Centren und Bahnen fär die Kau- 
erregung im Gehirn des Kaninchen. Centralbl. f. Physiol. IX. 
No. 9. 

17. J. Munk (u. Uffelman-Ewald): Die Ernährung des 
gesunden (u. kranken) Menschen. 3. Auflage. Wien 1895. 

18. Derselbe: Ueber den Einfluss angestrengter Körper- 
arbeit auf die Ausscheidung der Mineralstoffe. Arch. f. PhysioL 
1895. S. 385. 

19. Derselbe: Zur Kenntniss der interstitiellen Resorption 
wasserlöslicher Substanzen. Ebenda. S. 387. 

20. Derselbe: Die Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl 
verglichen mit der nach Dumas. Ebenda. S. 552. 

21. Derselbe: üeber das Vorkommen von Rhodankalium 
im Mundspeichel. Pflüger*s Arch. f. Physiol. 61, 620. 

22. Derselbe: Beitrag zur Stoffwechsellehre. Ebenda. 
S. 607. 

23. Derselbe: Ueber das zur Erzielung von Stickstoff- 
gleichgewicht nöthige Minimum von Nahrungseiweiss. Verh. 
d. Physiol. Ges. 1895/96. No. 3—5. 

24. Derselbe u. E. Salkowski: Physiologische Chemie in 
Virchow's Jahresbericht über die Fortschritte der gesammten 
Medizin. J. 1894. I. S. 106—166. 

25. J. Gad, J. Munk, Latschenberger. Centralbl. f. 
Physiol. Bd. IX, Berlin u. Wien. Deuticke. 

Ausserdem noch zwei unter der Presse befindliche Auf- 
sätze, von 

M. Lewandowski: üeber die Regulation der Athmung. 
E. Allen: Die longitudinale Attraction während der iso- 
tonischen Muskelzuckung. 

Prof. J. Munk, 
Abtheilungsvorsteher. 



— 96 — 

3. CbMiitolie AbtMlMf . 

Während des Sommer-Sero esters 1895 war den von dem 
Unterzeichneten folgende Lehrcurse abgehalten: 

1. Praktische Uebnngen im Laboratorium. 

2. Praktischer Cnrsus der Chemie für Studirende der 
militärärztlichen Bildnngsanstalten. 

3. Physiologische Chemie. 

Im Winter-Semester 1895/96 fand aasser den gleichen Vor- 
lesungen nnd üebnngscnrsen noch ein praktischer Carsns der 
Chemie f&r Mediziner statt. 

Am 1. Juli 1895 trat Hr. Dr. Emil Woerner als 
2. Assistent ein. 

Folgende Arbeiten kamen im Laufe des Berichtsjahres zum 
Abschlnss und zur Absendung an die Druckerei: 

S. H. F. Muttall und H. Thierfelder: Thierisches Leben 
ohne Bakterien im Verdauungskanal (2. Mittheilung). 

P. Jacob, üeber die Beziehungen zwischen Leukocytose* 
Veränderungen und Blutalkalescenz. 

Der chemische Theil der von dem Unterzeichneten und 
C. Gttnther im hygienischen Institut der hiesigen Universität 
begonnenen Untei*suchung: „Chemische und bakteriologische 
Untersuchungen über spontane Milchgerinnung^' wurde zu Ende 
geführt. Die Arbeit ist im Arch. f. Hygiene, Bd. 25, S. 164 
erschienen. 

Hr. Dr. A. Neumann hat seine im Laufe des Berichts- 
jahres ausgeführten Untersuchungen über Nncleinsäure Hm. 
Professor Eossei in Marburg zum Zweck gemeinsamer Ver- 
öffentlichung fibersandt. 

Die Anzahl der Praktikanten betrug 

im Somraer-Semester 1895: 47, 
im Winter-Semester 1895/96: 55. 

Prof. Dr. H. Thierfelder, 
Abtheilungsvorsteher. 

4. Physikailsohe Abtheiinfli 

mit besonderer Berücksichtigung der physiologischen Optik. 

Mit der Ausführung wissenschaftlicher Arbeiten waren im 
Sommer-Semester 1895 drei Personen und im Winter-Semester 
1895/96 sechs Personen beschäftigt. 



— 97 — 

Der Abtheilungsvorsteher hielt folgende CoUegien: 

L Sommer-Semester 1895: 

1. privatim (2stfindig) Cursus in der Handhabung physiolo- 
gisch-optischer Apparate; 

2. privatissime Leitung selbständiger Arbeiten auf dem 
Gebiete der physikalischen Physiologie, insbesondere der 
physiologischen Optik; 

n. Winter-Semester 1895/96: 

1. privatim (2ständig) Experimentalvorlesung aber physiolo- 
gische Optik. 

2. privatissime Leitung selbständiger Arbeiten auf dem 
Gebiete der physikalischen Physiologie, insbesondere der 
physiologischen Optik. 

Die Untersuchung der pathologisch entstandenen Formen 
der Farbenblindheit wurde in diesem Jahre fortgesetzt und er- 
hielt durch Verknüpfung mit den Resultaten der im vorigen 
Jahre angestellten Sehpurpuruntersuchungen in einer Richtung 
einen Abschluss. Eine Veröffentlichung darüber ist in Vor- 
bereitung. Die Discussion, welche sich in den fachwissen- 
schaftlichen Zeitschriften an die Ergebnisse der im vorigen 
Berichte erwähnten Arbeiten über die Bedeutung des Seh- 
purpurs für das normale Sehen angeknüpft hat, veranlasste 
den Abtheilungsvorsteher, die von ihm vor ungefähr zehn Jahren 
gemeinsam mit Hm. C. Dieterici ausgeführte quantitative' 
Analyse der verschiedenen Farbensysteme mit Hilfe des in- 
zwischen von ihm construirten grossen Farbenmischapparates 
nochmals aufzunehmen. Wann der Abschluss dieser Unter- 
suchung erfolgt, ist noch nicht abzusehen. 

In dem Berichtsjahre gingen folgende Arbeiten aus der 
Abtheilung hervor: 

1. G. Abelsdorff: üeber die Erkennbarkeit des Sehpurpurs 
von Abramis Brama mit Hilfe des Augenspiegels. Sitzungsber. 
d. Berliner Akad. vom 4. April 1895. 

2. E. Köttgen u. G. Abelsdorff: Die Arten des Seh- 
purpurs in der WirbelthieiTeihe. Sitzungsber. d, Berliner Akad. 
vom 25. Juli 1895. 

Prof. Dr. Arthur König, 
Abtheilungsvorsteher. 



— 98 — 

24* Das pathologische Institut. 

Im Etatsjahr 1895/96 ist für die weitere Entwickelung des 
AnschaauDgsanterrichts insbesondere dadurch gesorgt, dass mit 
den von dem Herrn Hinister bewilligten ansserordentlichen 
Mitteln ein Projektionsapparat beschafft wurde, der dem Be- 
därfniss nach objektiver Darstellung von mikroskopischen 
Präparaten vor einem grösseren Kreise entspricht Der in der 
mechanischen Werkstatt von G. Meissner gebaute Apparat 
wird mit einer elektrischen Bogenlampe betrieben und ist mit 
den Vorkehrungen für mikroskopische und Diapositivprojektionen 
versehen. Die mikroskopische Einrichtung erlaubt starke 
Vergrösserungen bis über 2400 lin , während 2 Hartnack'sche 
Projektionsköpfe auch grössere mikroskopische Schnitte and 
Diapositive bei geringerer Vergrösserung darzustellen gestatten. 
Eine an die Wasserleitung angeschlossene Kühlvorrichtung, 
welche die Ueberhitzung der Präparate und insbesondere das 
Schmelzen der Balsampräparate mit Sicherheit verbätet, hat 
sich fortgesetzt bewährt. 

Der IL anatomische Assistent Dr. David Hansemann 
ist zum Prosektor an dem städtischen allgemeinen Kranken- 
hause im Friedrichshain erwählt worden. In seine Stelle ist 
der bisherige m. Assistent Dr. Richard Oestreich eingetreten. 
Er ist durch Dr. Karl Kaiserling ersetzt worden. 

Dr. Oestreich hat sich letzthin als Privatdozent habilitirt. 

Als Demonstratoren traten ein: 
Im September 1894 die praktischen Aei*zte: 

Dr. Leo Caro aus Thorn, bis Juli 1895, 
Dr. H. Cleves-Symmes aus Berlin, 
Dr. H. Stahr aus Lille, 
Dr. K. Kaiserling aus Kassel, 

bis 1. AprU 1895, 
Dr. W. Lenthe aus Bramstedt, 

bis September 189% 
Dr. B. Prinz aus Strehlen, 

bis September 1895, 

Im Dezember 1894: 

Dr. G. Strauch aus Frankfurt a. O. 



- 99 - 

Im März 1895: 

Dr. H. Scheuer aas Manchen, 

bis März 1896, 
Dr. R. Germer ans Schloppe, 
Dr. R. Bock ans Zeitz. 

Der letztere erlag, nachdem er am 1. März 
eingetreten war, bereits am 15. einer schweren 
Diphtherie der Halsorgane. 

Im Mai 1895 trat ein: 

Dr. H. Gnst aus Lauban. 

Im Herbst 1895: 

P. Geelvink aus Emden, 
Dr. F. Pohl aus Danzig, 
Dr. M. Mflhlmann aus Odessa. 

Der Direktor des Instituts hat zur Feier des medizinisch- 
chirurgischen Friedrich Wilhelms- Institutes, der früheren 
Pepiniöre, eine Schrift unter dem Titel: „Hundert Jahre all- 
gemeiner Pathologie" veröfientllcht. Ebenso hat er bei Gelegen- 
heit des Jubiläums von Prof. Lewin eine kleine Abhandlung 
über praecolumbische Syphilis geschrieben. 

Sonstige wissenschaftliche Publikationen aus dem Institut: 

I. Von den anatomischen Assistenten: 

Prof. Dr. 0. Israel, I. anatom. Ass.: 

1. Biologische Studien mit Rücksicht auf die Pathologie. 

a) Grossere Organismen ohne zellige Strucktur. 

b) Zur Mechanik der Protoplasmabewegung. Virchow's 
Arch. Bd. 141. S. 209. 

2. Obduktionsbefund bei akuter Bleivergiftung. Berlin. 
Klin. Wochenschr. No. 26. 

3. Syphilitische Endocarditis. Berlin. Klin. Wochenschr. 
No. 36. 

4. Ueber physiologischen Eemschwund. Vortrag, gehalten 
auf der 67. Versammlung Deutscher Naturforscher und 
Aerzte, Lübeck 1895. 

5. Demonstration zweier primärer Carcinome bei dem- 
selben Individuum. Verhandl. der Berl. med. Ges. 
Bd. XXVI, I. 228. 

7» 



— 100 - 

6. Zur Verwendung verdünnter Haematozylinlösnngen. 
Anatom. Anz. Bd. XI. No. 14. 

7. Ueber medicinische Photographie. Liesegangs photogr. 
Almanach 1896, S. 33. 

8. Hit A. Pappenheim: Ueber die Entkernnng der Sänge- 
tbiererythroblasten. Virchow's Arch. Bd. 143. S. 419. 

9. Mit C. von Noorden, Frankfurt a. M.: Allgemeine 
Pathologie in Virchow's Jahresb. fiber die Leist. u. 
Fortschr. d. ges. Med. f&r 1894. Bd. L 

Dr. R Oestreich, 11. anatom. Abs.: 

1 . Der primäre Trachealkrebs. Zeitschrift f. klin. Medicin. 
Bd. 28. Heft 5/6. 

2. Die Milzschwellung bei Lebercirrhose. Virchow's Archiv. 
Bd. 142. S. 2«>— 326. 

3. Plötzlicher Tod dnrch Verstopfung beider Kranzarterien. 
Deutsche medizin. Wochenschrift 1896. No. 10. 

4. Magenschleimhaut bei Hyperacidität. Demonstration im 
Verein für innere Medizin (Sitzung am 1. Juli 1895). 
Deutsche medizin. Wochenschrift, Vereinsbeilage, 1895 
No. 21. 

IL Von anderen Arbeitern: 

1. Caro: Eine einfache Methode zur gemeinsamen Behand- 
lung von aufgeklebten Serien- und Curspräparaten. 
Zeitschr. für wiss. Mikrosk. Bd. XII. 

2. M. Kasahara: üeber das Bindegewebe des Pancreas 
bei verschiedenen Krankheiten. Virchow's Archiv^ 
Bd. 143, I. 

3. A. Weber: Zur Kenntniss der hyalinen Harncylinder. 
(Inaug.-Diss.) 

4. A. Pappenheim (s. oben): Die Bildung der rothen 
Blutscheiben. (Inaug -Diss.) 

5. S. Berlizheimer: Zur Pathologie des Proc. vermiformis. 
(Inaug.-Diss. Würzburg.) 

in. Aus dem chemischen Laboratorium* 

1. E. Salkowski: Ueber die Pentonnrie, eine neue Ano- 
malie des Stoffwechsels. Berlin. Klin. Wochenschrift. 
1895. No. 17. 

2. F. Blumenthal: Ueber den Einfluss des Alkali auf den 



— 101 — 

Stoffwechsel der Mikroben. Zeitschr. für klin. Medizin. 
XXVm, Heft 3 und 4. 

3. E. Salkowski, Ed. Botkin und F. Heymann: lieber 
die Wirkungen der Albumosen und des Peptons. Central- 
blatt fiir die med. W., 1895, No. 31. 

4. E. Salkowski: Bemerkungen über den bei der Auto- 
digestion der Hefe entstehenden Zucker. Zeitschr. f. 
Biol. XXXn. S. 468. 

5. W. Eramm: üeber ein neues Lösungsmittel der Harn- 
farbstoffe. Deutsche medizin. Wochenschrift 1895, No. 49. 

6. F. Heymann: üeber die Wirkung subcutaner Injec- 
tionen von Albumosen und Pepton. Inaug.-Diss. 1895. 

7. E. Salkowski und J. Munk: Bericht über physiolog. 
Chemie in Virchow-Hirsch's Jahresbericht, üeber die 
Fortschritte der ges. Medizin f. 1894. S. 106—166. 

8. C. Biondi: Beitrag zur Kenutniss der Autodigestion. 
Virchow's Archiv, Bd. 144. S. 373. 

Der Direktor des pathologischen Instituts. 
Rudolf Virchow. 

25. Die hygienischen lustltnte. 

A. Hygienisches Laboratorium. 
Personal: Professor Dr. Rubner, Direktor. Stabsarzt 
Dr. Wernicke, mit dem 1. Juli 1895 ausgeschieden und zum 
Friedrich- Wilhelms-Institut versetzt. Stabsarzt Dr. Bonhoff 
Marine-Stabsarzt Dr. Wilm, am 1. April v. J. von seinem 
Kommando zurückberufen und durch den Marine-Stabsarzt 
Dr. Frentzel-Beyme ersetzt. Stabsarzt Dr. Hormann für den 
ausgeschiedenen Stabsarzt Dr. Wernicke zum Institut kom- 
mandirt. Dr. Wolpert, Assistent. Dr. Winternitz, seit dem 
1. November v. J. Assistent. Chemiker Grether, Volontär- 
Assistent, seitdem L Februar d. J. ausgeschieden. Dr.Kutscher- 
vom 1. November 1895 bis 1. März 1896 Volontär-Assistent. 

Unterricht: I. An Vorlesungen wurden im Sommer- 
Semester 1895 gehalten: 

1. Hygiene II. Theil, 4 mal wöchentlich. 

2. üeber Nahrungs- und Genussmittel und deren Ver- 
fälschung, 1 mal wöchentlich. 



— 102 — 

3. Ueber Impfung als Eiuleitung zu den praktischen 
Uebungen. 

4. Bakteriologie mit Demonstrationen. 

n. Kurse. 

1. Hygienischer Kursus, einschliesslicb bakteriologischer 
Uebungen tär Studirende, 2 mal wöchentlich. 

2. Impfknrsus. 

3. Zwei vierwöchentliche bakteriologische Kurse für Civil- 
ärzte. 

4. Ein desgl. für Studirende der militärärztlichen Bildangs- 
anstalten. 

5. Ein desgl. für Assistenz- und Oberstabsärzte. 

(). EinFortbildungskursns für Medizin al-Beamte (3 Wochen). 
7. Kursus der Mikrophotographie. 

I. An Vorlesungen wurden im Winter-Semester 1895/% 

gehalten: 

1. Hygiene 1. Theil, 4 mal wöchentlich. 

2. Ueber Impfung als Einleitung zu den praktischen 
Uebungen. 

3. Bakteriologie mit Demonstrationen. 

4. Ueber thierische Parasiten mit besondererer Bernck- 
sichtigung der Protozoen. 

II. Kurse. 

1. Hygienischer Kursus, einschliesslich bakteriologischer 
Uebungen für Studirende, 2 mal wöchentlich. 

2. Inipfkursus 

3. Zwei vierwöchentliche bakteriologische Kurse für Civil- 
ärzte. 

4. Ein vierwöchentlicher bakteriologischer Kursus für 
Stabsärzte. 

5. Ein desgl. für Assistenzärzte. 

6. Ein desgl. für Studirende der militäräi*ztlichen Bildungs- 
anstalt. 

7) Kursus der Mikrophotographie. 

UI. Arbeiten des Laboratoriums. 
Für praktische Arbeiten der Vorgeschritteneren konnten 
sowohl im Sommer- wie auch im Winter-Semester Plätze zur 
Verfügung gestellt werden. 



— 103 — 

Während des Jahres 1895/96 gelaogten zur Publikation 
folgende Arbeiten: 

1. Rabner: Notiz über die Untersuchung gekochter und 
ungekochter Milch. 

2. Rabner: Beitrag zur Eenntniss der Flussverunreinigung 
durch anorganische Stoffe. 

3. Rubner: Das Wärmeleitungs vermögen der Grundstoffe 
unserer Kleidung. 

4. Rubner: Das Wärmeleitungsvermögen der Gewebe 
unserer Kleidung. 

5. Rubner: Luftbewegung und Wärmedurchgang bei 
Kleidungsstoffen. 

6. Rubner: Einfluss der Feuchtigkeit auf das Wärme- 
leitungsvermögen der Kleidungsstoffe. 

7. Rubner: Die äusseren Bedingungen der Wärmeabgabe 
von feuchten Kleidungsstoffen. 

8. Rubner: Die strahlende Wärme irdischer Lichtquellen 
in hygienischer Hinsicht 

L Theil: Wirkung der Wärmestrahlung auf den Menschen. 
IL Ueber die Grösse der Wärmestrahlung einiger Be- 
leuchtnngsvorrichtungen. 

III. Die Beziehung der strahlenden Wärme zum Licht. 

IV. Die leuchtende Strahlung und das Wärmeäquivalent 
des Lichtes. 

9. Rubner: Ueber den Wärmeschutz durch trockene 
Kleidungsstoffe nach Versuchen am menschlichen Arme. 

10. Rubner: Einfluss des Stärkens von Baumwollenstoff 
auf die Wärmedurchlässigkeit. 

11. Rubner: Calorimetrische Versuche am menschlichen 
Arme bei nasser Kleidung. 

Thierfelder u. Nutall: Thierisches Leben ohne Bakterien. 

Günther: Einfuhrung in die Studien der Bakteriologie mit 
besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik. 
4. Auflage. Leipzig. 

Günther u. Thierfelder: Bakteriologische und chemische 
Untersuchungen über die spontane Milchgerinnung. 

Wernicke: Ueber die Persistenz der Choleravibrionen im 
Wasser. 



— 104 — 

Bon hoff: Ueber die Wirkung der Streptokokken auf 
Diphtheriekaltaren. 

Bonhoff: Ueber die Wirkung von Streptokokken auf 
Tuberkelbacillen-Ealtoren und deren Giftbildung. 

Bonh off : Untersuchungen über die Vibrionen und Spiiillen- 

1. Vibrio Rugula. 2. Spirillum tenue. 3. Spirillum ündula. 

4. Spirillen bei Cholera nostras. 

Bonhoff: 67. Versammlung deutscher Naturforscher und 
Aerzte in Lübeck. 

Wilm: Ueber Filtration von Seewasser durch Holzstamme. 

Wilm: Untersuchungen über die Leistungsfähigkeit von 
Baumstämmen als Bakterienfilter. 

Wolpert: Ueber die Zerstörung von Gerfichen, insbesondere 
des Tabakrauclies mit Hülfe der Elektrizität. 

Wolpert: Ueber den £inflnss der Lufttemperatur auf die 
im Zustand anstrengender körperlicher Arbeit ausgeschiedenen 
Mengen Kohlensäure und Wasserdampf beim Menschen. Serie L 

Wolpert: Ueber die Kohlensäure- und Wasserdampf- 
Ausscheiduug des Menschen bei gewerblicher Arbeit und bei 
Ruhe. Serie II. 

Nutall: Ueber das Junker'sche Kalorimeter und den Heiz- 
werth des Berliner Leuchtgases. 

Obermüller: Ueber Tuberkelbacillen in der Marktmilch. 

Herzfeld und Herrmann: Ein neuer Eapselbacillus, ge- 
züchtet aus Kieferhöhlen-Nasensekret. 

Herzfeld und Herrraann: Bakteriologische Unter- 
suchungen in 10 Fällen von Kieferhöhlen-Eiterung. 

Piorkowski: Ueber die Einwanderung des Typhusbacillus 
in das Hühnerei. 

Milroy: Die Gerinnung der Albuminstoffe des Fleisches 
beim Erhitzen. 

Rumpel: Ueber die Verwendung tuberkulösen Fleisches 
zu Oenusszwecken. Diss. 

Lembke: Beitrag zur Bakterienfiora des Darmes. 

Ehrenfest: Bacterium coli und ähnliche Organismen. 

Kutscher: Ueber Darmfäulniss nach Genuss von tuber- 
kulösem Fleisch. 

Auf Antrag von Königlichen und Kommunalbehörden sind 
mehrere Gutachten aber Wasserversorgung und Beschaffenheit 



— 106 — 

des Wassers, über Krankenbänser, Wasserfilter n. a. m. ab- 
gegeben worden. 

B. Hygiene-Museum. 

Personal: Professor Dr. Rubn er, Direktor. Privatdozent 
Dr. Günther, Kustos. 

Wie in den Vorjahren erfreute sich auch das Museum in 
diesem Jahre eines regen Besuches von Seiten der Bevölkerung, 
von Vereinen, ferner von ausländischen Aerzten und In- 
genieuren. 

Ganz besondere Dienste leisteten die Modelle der Samm- 
lung bei dem Unterricht. 

Auch für andere Berufszweige, wie fär die Offiziere 
der Kriegsakademie und für die zu Fortbildungskursen zu- 
sammen getretenen Verwaltungsbeamten des Ministeriums 
der öffentlichen Arbeiten wurde das Museum zur Verfügung 
gestellt. 

Die Sammlung des Hygiene-Museums ist auch in diesem 
Jahre durch Schenkung um werthvolle Modelle vermehrt worden 

Professor Dr. Rubner, 
Direktor der hygienischen Institute. 

26. Die Sammlang ehirargiseh-gebartshfiiriieher Instrnmeote 

und Bandagen« 

Die Sammlung umfasst gegenwärtig 1980 Nummern, von 
denen im Jahre 1895/96 4 Nummern hinzugekommen sind. 

27. Das pharmakologische Institut. 

Im Etatsjahre 1895/96 wurden von dem Direktor folgende 
Vorlesungen gehalten: 

1. Ueber Heihnittellehre und Rezeptirkunst. 

2. Ueber neue Heilmittel. 

3. Praktische Uebungen im Laboratorium. 

Von Prof. Langgaard: 

1. Toxikologie. 

2. Die chemischen und physikalischen Eigenschaften der 
wichtigsten Arzneimittel. 



— 106 — 

Spezial-Untersuchungen warden ausgef&hrt: 
1. üeber die Wirkung des Yohimbin, des Alkaloids der 

Yohimbehe-Rinde. Oberwart. 
2 Deber die Wirkung des Njallin, eines wirksamen Be- 

standtheiles der Njallabohnen. Masskow. 

3. Ueber die Wirkung des Macleyin, eines wirksamen 
Stoffes ans den Frachten von Illipe Macleyana. Elsner. 

4. üeber die Wirkung der Thorsalze. Vinci. 

5. Ueber die Wirkung des Eucains, eines lokalen Anaesthe- 
tikum. Vinci. 

6. Ueber die diuretische Wirkung der Lithiumsalze. 
Mendelsohn. 

7. Ueber die Beeinflussung der Umwandlung des Glykogen 
durch Diastase durch Salze (zum Theil im II. chemischen 
Laboratorium der Universität). Gans. 

8. Zur Kenntniss des Cardols. L.Spiegel undC. Dobrin. 

9. Ueber Gelseminin. M. Goeldner. 

10. Magnesiumsilbernitrit L. Spiegel. 

11. Isopropylschwefelsäure. L. Spiegel. 

12. Zur Darstellung des Glyoxals. L. Spiegel. 

13. Ueber das wirksame Alkaloid der Yohimbehe-Rinde ^ 
(Kamerun). L. Spiegel. 

14. Ueber Njallabohnen (Kamerun). L. Spiegel. 

15. Ueber die Früchte von Illipe Macleyana (Neu- 
Guinea). L. Spiegel. 

16. Die Verschiedenheit des Problems der Uarnsfiure- 
auflösung bei gichtischen Ablagerungen und bei Kon- 
kretionen in den Harnwegen. Mendelsohn. 

Der Direktor 
Oscar Liebreich. 

28. Die praktische ünterrichtsanstalt ffir die Staats- 

arzneiknnde. 

In den Personalverhältnissen des Instituts sowie in der Art 
der abgehaltenen Vorlesungen und Kurse ist im Berichtsjahre 
gegenüber dem Vorjahre eine Aenderung nicht eingetreten. 

Die zum chemischen Laboratorium der Unterrichtsanstalt 
bestimmt gewesenen Bäume sind auf Ersuchen des Herrn 



o 

3* 
M 

s 



— 107 — 

Unterrichtsministers vom 27. 11. 95 dem Professor fflr spezielle 
Pathologie nnd Therapie Herrn Dr. Ehrlich für die Zwecke 
seiner wissenschaftlichen nnd lehramtlichen Arbeiten und 
Hebungen übergeben worden. 

Aus dem Institut wurden im Berichtsjahre folgende Arbeiten 
veröffentlicht: 

I. Von dem Unterzeichneten: 

1 . Ueber den anatomischen Nachweis forensischer Vergiftungen. 

Berliner klinische Wochenschrift 1895. 

2. Casuistische Beiträge zur Lehre von den epileptischen Zu- 

ständen. Vierteljahrschrift für gerichtliche Medizin. Juli- 
heft 1895. 

3. Lehrbuch der gerichtlichen Medizin. Stuttgart, Ferdinand 

Enke, 1895. 

4. Ueber seltene Formen und Verletzungsarten des Hymen. 

Zeitschrift für Medizin albeamte, 1896. 

II. Von dem Assistenten Herrn Dr. Rudolf Schulz: 

1. Casuistische Mittheilungen. Zeitschrift fär Medizinalbeamte 

1895. 

2. üeber den Nachweis des Eohlenoxyd ibidem. 

3 Ceber vitale und postmortale Strangmarken. Vieri eljahrs- 
schrift fflr gerichtliche Medizin, Januarheft 18'J(3. 

III. Folgende Dissertationen, sämmtlich Berlin, 1—6: 1895, 
7 und 8: 1896. 

1. Brückner: Ueber den Tod durch Ertrinken. 

2. Kappesser: Ueber Unterscheidung von vitaler und postmor- 

taler Suspension. 

3. Presse 1: Ueber den Tod durch Ueberfahren werden. 

4. Press: Ueber die Altersbestimmung von Leichen. 

5. Ilberg: Das Blut der Menschen und der Thiere in foren- 

sischer Beziehung, mit besonderer Berücksichtigung 
der neutrophilen Granulationen. 

6. von Würthenau: Toxikologische Versuche, besonders über 

die Dosis letalis. 

7. Schmidt: Bemerkungen zur forensischen Bedeutung der 

progressiven Paralyse der Irren nebst casuistischen 
Beiträgen. 

8. Hartmann: Mechanische Vergiftungen. 

Prof. Strassmann. 



— 108 — 

29. Das erste diemisehe Lftboratorlnm. 

W&hrend des Jahres 189Ö/96 wurden im 1. chemischeo 
Laboratorium die folgenden Vorlesangen nnd üebnngen ge- 
halten : 

Biedermann, R., Prof. Dr., S.-S : Technische Chemie, erster 

Theil: Die organischen Stoffe, in Verbindung 
mit Excursionen. — Chemie and Technologie 
des Eohlentheers und der Theerfarben. 
.... W.-S.: Technische Chemie, zweiter Theil: Die 

organischen Stoffe in Verbindung mit Excur- 
sionen. — Elemente der allgemeinen Techno- 
logie, speziell fBr Verwaltungsbeamte und Stu- 
dirende der Staatswissenschaften. 
Fischer, E., Prof. Dr., S.-S : Organische Experimentalchemie. 

- - - W.-S.: Anorganische Experimentalchemie. 

- - - S,- und W.-S.: Leitung praktisch-chemischer Arbeiten 

in Gemeinschaft mit Prof. Dr. S. GabrieL 
Gabriel, S., Dr., S.-S.: Gasanalyse. 

- - - W.-S.: Maassanalyse. 

• - - S.- und W.-S. : Synthetische Methoden der organischen 

Chemie. — CoUoquium aber organische Chemie. — 

Qualitative chemische Analyse. 

Reissert, A, Dr., S.-S.: Einfahrung in die allgemeine Chemie 

und die Grundbegriffe derselben. — Die wichtigsten 

Kapitel der organischen Chemie. 

- - - W.-S.: Stereochemie. — Chemie des Naphtalins, 

Anthracens nnd verwandter Kohlenwasserstoffe. 
Tiemaun, F., Prof. Dr., S.-S.: Chemie der Riechstoffe. 

... W-S.: Chemie der aromatischen Verbindungen. 
Will, W., Prof. Dr., S.-S.: Ausgewählte Kapitel aus der tech- 
nischen Chemie. 

- - S.- und W.-S.: Geschichte der Chemie. 
Wohl, A. Dr., W.-S.: Chemie der Kohlenhydrate. 

Die Vorlesung aber die Experimentalchemie wurde im 
Sommersemester von 30ö, im Winter von 321 Zuhörern be- 
sucht, einbegriffen sind die Angehörigen des Friedrich Wilhelms- 
Instituts mit 65 beziehungsweise 63 Theilnehmem. 

Im Laboratorium arbeiteten während des Sommers 55 Prak- 



— 109 — 

tikanten auf ganzen und 26 auf halben Plätzen, im Winter 73 
auf ganzen und 17 auf halben PIfttzen. 

Thätig als Assistenten waren die Herren: Prof. Dr. S. 
Gabriel, Dr. 0. Piloty, Dr. J. Fogh (bis 1. Oktober), Dr. C. 
D. Harries, Dr. P. Rehlaender (bis 1. Oktober), Dr. P. 
Hunsalz (vom 1. Oktober an), Dr. L. Beensch und Dr. 6. 
Pinkus (vom 1. Oktober an). 

Als Hilfskräfte fungirten die Herren: Dr. P. Hunsalz 
(bis zum 1. Oktober), Dr. O. Pinkus (bis zum 1 Oktober), 
Chemiker NOldichen, cand. ehem. Minovici und stud. ehem. 
Ruff. 

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Thätigkeit des 
Laboratoriums in der Zeit vom 9. Apiil 18?5bis zum 13.April 1896 
sind in folgenden Abhandlungen niedergelegt: 
Bookmann, S.: üeber ß- und ;'-Aethoxybutylamin XXVin. 

3111.*) 
Fischer, E., Prof. Dr.: Verbindungen der mehrwerthigen 
Alkohole mit den Eetonen. ibd. 1167. 
' - - Ueber den Einfluss der Configuration auf die Wirkung 
der Enzyme, III. ibd. 1429. 

- - - Ueber ein neues dem Amygdalin ähnliches Olncosid 

ibd. 1508. 

- - - üeber den Volemit, einen neuen Heptit. ibd. 1973 

- - - Verwandlung des Theobromins in methylirte Harn 

säuren, ibd* 2480. 

- - - Ueber Glucose-Aceton. ibd. 2496. 

- - - Ueber die Isomaltose, ibd. 3024. 

- - - Ueber kohlenstoffreichere Zucker aus Galactose. Lieb- 

Ann. 288, 139—167. 

- - - Neue Bildungsweise der Oxazole XXIX. 205. 

- - - Erystallisirte wasserfreie Rhamnose. ibd. 324. 

- - - Configuration der Weinsäure. Sitzungsber. der K. 

Pr. Akademie. März 1896. 

- - - Ueber das Azophenyläthyl und das Acetaldehydphenyl- 

hydrazon. XXIX. 793. 

- - - und Hfitz, H.: Ueber eine neue Bildungsweise von 

Indolderivaten. XXVIII. 585. 



*) Die Band- und Seitenzahlen weisen auf die «Berichte der Deutschen 
chemischen GeseUschaft*S 



— 110 — 

Fischer, und Lindner, P.: üeber die Enzyme von Schizo- 

Saccharomyces octospoms und Saccha- 
romyces Marxianns. ibd. 984. 

üeber die Enzyme einiger Hefen, ibi 

3034. 

- * - und Fay, J. W.: lieber Idonsänre, Idose, Idit und 

Idozackersäore. ibd. 1975. 

- - - und Ach, L.: Nene Sjrnthese der Harns&are and 

ihrer Methylderivate, ibd. 2473. 
Synthese des Caffeins. ibd. 3252. 

- - - * - Ueber einige schwefelhaltige Verbindangen 

der Hamsftaregrappe. Lieb. Ann. 288. 
157—176. 

- - > and Speier, A.: Darstellang der Ester. XXVIII. 

3262. 

- - • and Nie bei, W.: üeber das Verhalten der Poly- 

saccharide gegen einige thierische 
Secrete und Organe. Sitzungsber. der 
E. Pr. Akademie. Janaar 1896. 

• - - und Bromberg., 0.: Ueber eine neue Pentonsäare 

und Pentose. XXIX 581. 
Freund, K, Dr.: Ueber die Einwirkung von Brom auf Senf- 
öle. Lieb. Ann. 285- 154—166. 

- • - und Oöbel, E. : Untersuchungen über das Thebain 

XXVIII. 941. 
' - - und Horst, F.: Zur Kenntuiss des a /^-Diformylphenyl 
hydrazins und des a-Formyl-/y-acetylphenylhydraziDS 
ibd. 944. 

- ' ' und Imgart, H.: Ueber Dithionrazol und einige 

seiner Derivate, ibd. 946. 

• - - und Asbrand, E.: Ueber die Einwirkung von Brom 

auf Methylsenföl. Lieb. Ann. 285. 166—183. 

- - - und Bachrach, 6.: Ueber die Einwirkung tod 

Brom auf Aethyl und Phenylsenf51. ibd. 182—203. 

Fritz, V.: Ueber eini<^e Derivat« des Benzoylcarbinols und des 
Diphenacyls. XXVIH. 3028. 

Gabriel, S., Prof. Dr., und Posner, T.: Ueber einige Um- 
wandlungen des o-Nitrobenzylrhodanids. ibd. 1025. 



— 111 — 

Gabriel, und Posner, T.: Zar Kenntniss der balogenisirten 
Amine ü. ibd. 1029. 
. - - und Müller, F.: Ueber Phtalazin. ibd. 1830. 

- - - und Stelz ner, R,: Ueber Vinylamin. ibd. 2929. 

- - - - . - Ueber o-Nitrobenzylmercaptan. XXIX. 

160. 

- . - - - . Ueber (B, 3— ) Methylindazol. ibd. 303. 
Harries, C. D., Dr.: Ueber as-Phenylhydrazinoessigester und 

dessen Verwandlung in Triazinderivate. XXVIII. 
1223. 

- - - Ueber die Oxime der cyclischen Acetonbasen und 

des p-Amidotrimethylpiperidin. ibd. 521. 

- - - und Busse, 0.: Ueber Redaktion einiger ungesättigter 

aromatischer Ketone und ihre Ueberffihrung in 
Cumaranderivate. XXIX. 375. 

- - - und Eschenbach, G.: Ueber Reduktion ungesättigter 

Ketone. ibd. 380. 

- - - und Loth, 6 : Zur Konstitution der 1-Phenylpyra- 

zolone. ibd. 513. 
Kalischer, G.: Zur Konstitution der Isonitrosoketone. XXVIII. 

1513. 
- - - Eine Darstellungsweise des Diamidoacetons. ibd. 
1519. 
Knnne, H.: Zur Kenntniss der Amidoketone der Fettreihe, ibd. 

2036. 
Lawrence, W. T.: Ueber Verbindungen der Zucker mit dem 

Aethylen-, Trimethylen- und Benzylmercaptan. 
XXIX. 547. 
Lustig, F.: Ueber einige Amidoderivate des p-Xylols. XXVIII 

2986. 
Mahla, Fr., Dr., und Tiemann, F., Prof. Dr.: Zum Abbau 

der Kamphersäure, ibd. 2151. 
- - - Ueber Terpenylsäure. XXIX. 
928. 
Pschorr, R., Dr.: Neue Synthese des Phenanthrens und seiner 

Derivate, ibd. 496. 
Reissert, A., Dr.: Zur Reaktion zw. Phenylhydrazin und 

Chloressigäther. XXVni. 1230. 

- - - Ueber die Einwirkung von o- und p-Nitrobenzyl- 



— 112 — 

Chlorid auf Natriominalonsänreester and einige 
analoge Verbindangen. XXIX. 633. 
Reissert, Umwandlung des o*Nitrobenzylmalonsäareesters L 

Alkal. Verreifang, Synthese neuer Indolabkömm* 
linge. ibd. 639. 

- - - Umwandlung des o-Nitrobenzylmalonsäureesters II. 

Reduktion, Bildung von Cbinolinderivaten. ibd. 665. 
Roessler, F.: Synthese einiger Erzmineralien und analoger 

Metall Verbindungen durch Auflösen und Erystal- 

lisirenlassen derselben in geschmolzenen Metallen. 

Zeitschr. für anorg. Chemie. 9. 31—77. 
Spei er, A.: Ueber Verbindungen des Acetons mit einigen 

raehrwerthigen Alkoholen. XXVIIL 2531. 
Tiemann, F., Prof. Dr.: Ueber Campher. ibd. 1079. 

- - - Zur Kenntniss der Campholengmppe. ibd. 2166. 

- - - Ueber das Bromphenylhydrazon und Semicarbazon 

des d-Camphens. ibd. 2191. 

- - - Zur Terpen- und Campherfrage. XXIX. 119, 

- - - Bemerkungen zur Pinenfrage. ibd. 890. 

. - . und S emmier, Fr. W.: Ueber Pinen. XXVIII. 1344. 

- - - . - - Ueber Methoäthylheptanonolid. ibd. 

1778. 

- - - ... Ueber das natürlich vorkommende 

Metbylheptenon, Linalool und Gera- 
niol. ibd. 2126. 

- - - ... Ueber den Aufbau des Dihydrocar- 

veols und Limonens. ibd. 2141. 

- - . ... Ueber Pinonsäure. XXIX. 529. 

- - - und Krüger, P.: Zum Nachweis von Jonon and 

Iron. XXVIII 1754. 

- - - ... Ueber die Synthese eines Methylhep- 

tenons. ibd. 2115. 

- - - - - - Ueber das Verfahren zur Reinigung 

von Alkoholen. XXIX. 9i)l. 

- - - ... Ueber zwei sauerstofiThaltige Basen 

aus Citronellaldoxim. ibd. 926. 

- - - und Schmidt, R: Ueber die Oxydation von Terpin, 

Terpinhydrat und Terpineol. XXVJII. 
1781. 



— 113 - 

Tieroann nnd Schmidt, Ueber die Umwandlnngen von d- und 

l'Linalool and Geraniol in Terpin* 
hydrat. ibd. 2137. ' 

- - - - . - Ueber Homolinalool. XXIX. 691- 

- - - . - - Ueber Verbindungen der Ciü-onella- 

reihe. ibd. 903. 
Traabe, W., Dr.: Ueber Isonitramin und Oxazofettsäaren. 
XXVIII. 1785. 

- - - Ueber die Konstitntion der Isonitramine. ibd. 2297. 

- - - Ueber einen neuen Weg znr Gewinnung aliphatischer 

Diazoverbindnngen. XXIX. 667. 

- - - nnd Longin escu, G. G.: Ueber Hydrazinosäuren. 

ibd. 670 
nnd ausserdem in einer Reihe von Inauguraldissertationen von 
Schälern des Instituts. Der Direktor : 

E. Fischer. 



30* Das zweite chemische Institut. 

Während des Jahres 1895/96 wurden in dem Institute 
folgende Vorlesungen gehalten: 

I. Vom Institutsdirektor: Im S.-S.: Anorganische Experi- 
mentalchemie. Im W.-S.: Allgemeine und physikalische Chemie, 
n. Von dem Privatdozenten Professor Dr. Jahn: Im S.-S.: 
Thermochemie. Im W.-S.: Elektrochemie. 

III. Von dem Privatdozenten Dr. Bimbacb: Im S.-S.: 
Ueber die optischen Untersuchungsmetboden in der Chemie. 
Im W.-S.: Luft, Boden und Wasser in chemischer Hinsicht. 

Die täglich abgehaltenen praktischen Uebungen umfassten: 
1. Das chemische Praktikum. 2. Physikalisch - chemische 
Arbeiten. An dem erstem nahmen im S.-S. 37, im W.-S. 
39 Studirende theil, die letztern wurden im S.-S. von 4, im 
W.-S. von 7 Praktikanten besucht. In dem Institute arbeitete 
ferner der Privatdozent Dr. Marckwald, als Hilfskraft fungirte 
Dr. Pinnow. 

Als Assistenten waren thätig: 1. Prof. Dr. Jahn für die 
physikalisch-chemischen Arbeiten; 2. Dr. Westphal für den 
analytischen Unterricht; 3. Dr. Posner für die Vorlesung und 
die organischen Arbeiten. 

8 



— 114 — 

Aus dem Institote gelangten Ton April 1895 bis April 1896 
folgende Arbeiten zur Veröffentlichnng: 

1. V. Gordon: Ueber die Absorption des Stickoxydais in 
Wasser nnd Salzlösungen. Zeitschr. f. physik. Chemie. 

xvm. 1. 

2. M. Herz: Zor Kenntniss der Loslichkeit von Misch- 
krystallen. I.-Diss. Berlin 189d. 

3. H. Jahn: Ueber die von der Batterie während der 2^r- 
setznng gelöster Elektrolyte zn leistende Arbeit, sowie 
ttber die an den Elektroden polarisirter Zersetznngszellen 
lokalisirten Wftnnetönungen. Zeitschr. f. physik. Chemie. 

XVIII. 399- 

4. H. Landolt: Ueber eine veränderte Form des Polari- 
sationsapparates. Ber. d. D. cliem. Oesellsch. XXYin. 3102. 

5. A. Levy: Die Multirotation der Dextrose. Zeitschr. f. 
physik. Ch. XVH. 301. 

6. W. Marckwald: Ueber das Inden und die Konstitution 
der Bingsysteme. Ber. d. D. ehem. Ges. XXVHI. 1501. 

7. W. Marckwald: Ueber Tautomerie. Liebig's Ann. d. 
Chemie. Bd. 286, 343. 

8. W. Marckwald: Ueber ein bequemes Verfahren zur Dar- 
stellung der Linksweinsäure. Ber. d. D. ehem. Ges. 
XXIX. 42. 

9. W. Marckwald: Ueber die optisch-aktiven a-Pipecoline 
und das sog. Isopipecolin. Ber. d. D. ehem. Ges. XXIX. 43. 

10. J. Pinnow: Ueber Derivate des Dimethyl-p-Toluidins. 
Ber. d. D. ehem. Ges. XXVIII. 3039. 

11. J. Pinnow und E. Mflller: Ueber die Reduktion des 
o-Nitrobenzonitrils. Ber. d. D. ehem. Ges. XXVIII. 149. 

12. £. Rimbach: Dissociation und optische Drehung aktiver 
Salzlösungen. Zeitschr. f. physik. Ch. XVI. 671. 

13. E. Rimbach: Ueber das Vorkommen der Abietineen- 
harzsäuren. Ber. d. D. pharmac. Ges. 1896. 61. 

14. M. Rudolphi: Ueber Lösungs- und Dissociations wärmen. 
Zeitschr. für physik. Ch. XVH. 277. 

15. C. Saemann: Zur Kenntniss des o-Amidobenzonitrils. 
I.-Diss. Berlin 1896. 

16. B. v. Schneider: Ueber die Schmelzpunkte einiger 
organischer Verbindungen. Zeitschr. f. physik. Chemie. 

XIX. 155. 



— 115 — 

17. 0. Schütz «nd W. Marckwald: Ueber optisch-aktive 
Yaleriansäure. Ber. d. D. ehem. Oes. XXIX. 52. 

18. E. Sedlaczek: Ueber einige Derivate des Methyl- 
hydrazins. I.-Diss. Berlin 1895. 

19. R. W. Wood: Notiz über den Dissociationsgrad einiger 
Elektrolyte bei Null Qrad. Zeitschr. f. physik. Chemie. 
XVIII. 521. Der Direktor: 

H. L a n d 1 1. 



31. Das physikalische Institat« 

Die Vorlesangen des Instituts worden besucht: 

im Sommer 1895 von 222 auf der Universität ein- 
geschriebenen Hörern und 60 Studirenden der Kaiser Wilhelms- 
Akademie 

im Winter 1895/96 von 245 auf der Universität ein- 
geschriebenen Hörern und 62 Studirenden der Kaiser Wilhelms- 
Akademie. 

An den praktischen Uebungen für Anfänger nahmen theil: 
im Sommer 43, im Winter 63; an den physikalischen Uebungen 
für Mediziner betheiligten sich: im Sommer 10, im Winter 16. 

Mit selbständigen Untersuchungen beschäftigten sich im 
Laboratorium in den beiden Semestern 17 bezw. 22 Studirende. 
Ausserdem arbeiteten noch dauernd einige Dozenten der 
Universität und einige ältere Praktikanten daselbst. 

Die folgenden wissenschaftlichen Arbeiten wurden in der 
Zeit vom 1. April 1895 bis 31. März 1896 im physikalischen 
Institut beendet und veröffentlicht: 

1. E. Merritt. Ueber den Dichroismus in Kalkspath, 
Quarz und Turmalin. (Wied. Ann. 55. p. 49.) 

2. E. Aschkinass. Ueber das Absorptionsspektrum des 
flüssigen Wassers und über die Durchlässigkeit der Augen- 
medien für ultrarothe Strahlen. (Wied. Anm. 55. p. 401.) 

3. E. Pringsheim. Ueber die Leitung der Elektrizität 
durch heisse Gase. (Wied. Ann. 55. p. 507.) 

4. H. Rubens. Vibrationsgalvanometer. (Wied. Ann. 
56. p. 18.) 

5. B. W. Wood. Eine einfache Methode, die Dauer von 
Torsionsschwingungen zu bestimmen. (Wied. Ann. 56. p. 171.) 

8* 



— 116 — 

6. A. Pflfiger. Anomale Dispersionskorven einiger fester 
Farbstoffe. (WiecL Ann. 56. p. 412.) 

7. Ch. E. St. John. Ueber die Vergleichnng der Licht- 
emissionsvermOgen der Körper bei hoher Temperatur nnd aber 
den Aner'schen Brenner. (Wied. Ann. «56 p. 433.) 

8. L. Arons. üeber den elektrischen Lichtbogen. (Wied. 
Ann. 57. p. 185.) 

9. L. Arons. üeber die Polarisationserscheinangen an 
dünnen Metallmembranen. (Wied. Ann. 57. p. 201.) 

10. A. D. Gole. Ueber den Brechnngsexponenten nnd 
das Beflexionsvermögen von Wasser nnd Alkohol f&r elektrische 
Wellen. (Wied. Ann. 57. p. 290.) 

11. E. Aschkinass. Znr Widerstandsändemng durch 
elektrische Bestrahlung. (Wied. Ann. 57. p. 406.) 

12. E. Warbnrg. üeber die Wirkung des Lichts auf die 
Funkenentladnng. (Berichte der Berliner Akademie vom 
5. März 1896.) 

13. F. Braun, üeber Polarisation ungebeugter sichtbarer 
Strahlung durch Metalldrahtgitter. (Dissertation.) 

14. C. B. Mann. Ueber Entmagneüsirungsfaktoren kreis- 
zylindrischer Stäbe. (Dissertation.) 

15. W. J. Waggen er. Ueber die Messung von Flammen- 
temperaturen durch Thermoelemente, insbesondere fiber die 
Temperaturen im Bunsen'schen Blaubrenner. (Berichte der 
physikal. Oesellschaft zu Berlin, 15. November 1895.) 

E. Warburg. 

32. Institut für theoretische Physik. 

Die Vorlesungen im Sommer-Semester behandelten die 
Mechanik fester und fiilssiger Körper, vor ^3 Zuhörern« die im 
Winter - Semester die Theorie der Elektrizit&t und des 
Magnetismus, vor 70 Zuhörern. 

Im Anschluss an die Vorlesungen wurden in jedem 
Semester regelmässig mathematisch-physikalische Uebungen 
abgehalten, in welchen schriftliche Arbeiten aber bestimmte 
angegebene Themata angefertigt und besprochen wurden. Die 
Zahl der an den Uebungen theilnehmenden Studirenden betrog 
im Sommer 26, im Winter 34. Der Direktor 

Dr. Max Planck. 



— 117 - 

88. Das Zoologische Institat. 

Der 1. Assistenz Dn IL Heymons hat sich gegen Ende 
des Sommer-Halbjahres als Pri^atdozent der Zoologie an der 
philosophischen Fakultät habilitirt. Der Privatdozent Dr. L. 
Plate hat als freiwilliger Assistent dem Institute mehrfach 
sehr erwünschte Dienste geleistet. 

Das Inventar wurde um ein Prftparir-Mikroskop, einen 
Projektions- und Zeichenapparat, ein neuartiges Mikrotom und 
mehrere andere Instrumente bereichert. Das Mobiliar erhielt 
einen erwflnschten Zuwachs durch einen zweiten Schrank für 
mikroskopische Präparate. Die Bibliothek vermehrte sich um 
66 Werke, die Sammlung der Wandtafeln um 45 Stack, die- 
jenige der Modelle um 6 Nummern. 249 neu angefertigte De- 
monstrations-Prftparate wurden aufgestellt und eingeordnet. 

In den Räumen des Institutes lasen unter Benutzung der 
Hälfsmittel desselben 

im Sommer-Halbjahre: 

Prof. F. E. Schulze: Ueber die Protozoen, 2 mal wöchent- 
lich, öffentlich, 

Prof. E. von Martens: Ueber einheimische Land- und Süss- 
wasser-MoUusken, 2 mal wöchentlich, öffentlich; 

im Winter-Halbjahre: 

Prof. F. E. Schulze: Allgemeine Zoologie mit besonderer Be- 
rficksichtigung der vergleichenden Anatomie, 5 mal 
wöchentlich, privatim, 

Prof. K. Möbius: Die Verbreitung derThiere, 2 mal wöchent- 
lich, privatim ; 

Prof. E. von Martens: Ueber zweischalige Mollusken, 2 mal 
wöchentlich, öffentlich, 

Dr. 0. Seeliger, Vergleichende Embryologie, 2 mal wöchent- 
lich, privatim, 

Dr. L. Plate: Ueber Fische, 2 mal wöchentlich, privatim, 

Dr. B. Heymons: Anatomie der Insekten mit Demonstrationen 
1 mal wöchentlich, unentgeltlich, 

Dr. 0. Jaekel, Descendenzenlehre, 3 mal wöchentlich, privatim. 

Ausserdem wurden unter Leitung des Direktors mit Unter- 
stfitzung der Assistenten im Institute abgehalten 



— 118 — 

während des Sommer-Halbjahres: 
Makroskopisch-zootomischer Kursus, 2 mal wöchentlich (22 TheQ- 

nehmer), 
Mikroskopisch-zoologischer Kursus, 11. Theil, täglich (3 Theil- 

nehmer). 
Wissenschaftliche Arbeiten, täglich (10 Praktikanten); 

während des Winter-Halbjahres: 
Mikroskopisch-zoologischer Kursus, I. Theil, täglich (15 TheQ- 

nehmer), 
Wissenschaftliche Arbeiten, täglich (12 Praktikanten). 

An wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind im Rechnungs- 
jahre 1895/96 aus dem Institute hervorgegangen: 
F. E. Schulze, Hexactinelliden des indischen Oceanes. I. Theil 
Die Hyalonematiden. (Abhandl. d. Kgl. Akad. d. Wissen- 
schaft zu Berlin, 1894). 

R. Heymons, Die Segmentirung des Insektenkorpers. (Ab- 
handlung d. Kgl. Akad. d. Wissenschaft zu Berlin. 
Anhang 1895). 
' - Die Embryonalentwickelung von Dermapteren und 
Orthopteren unter besonderer Berücksichtigung der 
Keimblätterbildung. Jena 1895. 

F. Sc handln n, Untersuchungen an Foraminiferen. I. Calcituba 
polyraorpha Roboz. (Zeitschr. f. wiss. Zool, 59, 2, 1895.) 

- - Ueber den Dimorphismus der Foraminiferen. (Sitzungs- 

berichte der Gesellschaft naturforschender Freunde zu 
Berlin, 1895). 

- - Ueber die Theilung von Amoeba binucleata Gruber. 

(Sitzungsber. d. Gesellsch. naturforsch. Freunde zu 
Berlin, 1895.) 

- - Ueber Plastogamie bei Foraminiferen. (Sitzungsber. 

d. Gesellsch. naturforsch. Freunde zu Berlin, 1895.) 

- - Verzeichniss der während des Sommers 1894 aus dem 

Pudde-, By- und HjelteQord bei Bergen gesammelten 
Foraminiferen. (Bergens Museum Aarbog, 1894/95, No.9.) 

- - Ueber den Zeugungskreis von Paramoeba eilhardi 

n. g. n. sp. (Sitzungsber. d. Egl. Akad. d. Wissensch. 
zu Berlin, 1896, 2.) 

- • Ueber die Kopulation von Actinophrys sol Ehrbg. 



— 119 — 

(Sitzongsber. d. Kgl. Akad. d. Wissenscb. zu Berlin, 

1896, 5.) 
P. Schaudinn, Heliozoa. („Das Tierreich." Probelieferung.) 

Berlin, 1896. 
L. Plate, Der Bau des Chiton aculeatus, L. (Sitznngsber. d. 

Gesellsch. naturforsch. Freunde zu Berlin, 1895.) 

- - Bemerkungen aber die Phylogenie und die Entstehung 

der Asymmetrie der Mollusken. (Zoolog. Jahrbücher. 
Abt. f. Anatomie 9, 1895.) 

- - Die Eier von Bdellostoma bischofi Schneider. (Sitzungs- 

berichte d.Qesellsch. naturforsch. Freunde zu Berlin, 1896.) 

B. Friedlaender, Zur Kritik der Golgi'schen Methode. (Zeit- 

schrift f. wiss. Mikroskopie, 12, 1895.) 

- - Ueber die Regeneration herausgeschnittener Theile des 

Centralnervensystems von Regenwürmern. (Zeitschr. 

f. wiss. Zool., 60, 2, 1895.) 
R. Eberlein, Ueber die im Wiederkäuermagen vorkommenden 

ciliaten Infusorien. (Zeitschr. f. wiss. Zool, 59, 2, 1895.) 
A. Bündle, Ciliate Infusorien im Coecum des Pferdes. (Diss 

inaug. und Zeitschr. f. wiss. Zool., 60, 2, 1895.) 
M. Samter, Die Veränderungen der Form und Lage der 

Schale von Leptodora hyalina Lillj. während der Ent- 

wickelung. (Zool. Anzeiger, 1895.) 
F. Pure eil, Note on the Development of the Lungs, Entapo- 

physes, Tracheae and Genital Ducts in Spiders, (Zool. 

Anzeiger, 1895.) 

C. Tönniges, Die Bildung des Mesoderms bei Paludina vivipara. 

(Diss. inaug. 1895.) 
C. Rengel, Ueber die Veränderungen des Darmepithels bei 
Tenebrio molitor während der Metamorphose. (Diss. 
inaug. 1896.) 

Der Direktor des Zoologischen Institutes: 
Professor F. E. Schulze, 
Geheimer Regierungsrath. 

34. Maseam für Natarkande. 

I. Allgemeine Verwaltung. 
Die Besuchszeiten der Schausammlungen des Museums 
sind im Etatsjahre 1895/96 unverändert geblieben. 



— 120 — 

Die Besucherzahl betrog 26 019 gegen 32 954 im Voijahre. 
Ganze Schnlklassen besichtigten die Schansammlnngen Mitt- 
wochs Nachmittags in 16 Fällen. Es waren dies 11 Klassen 
höherer Knaben - Lehranstalten, 3 Klassen höherer Privat- 
Tochterschulen nnd 2 Klassen von Gemeindeschalen. 

Grössere bauliche Aenderungen an dem Museamsgebäude 
sind im Betriebsjahre nicht vorgenommen worden. — Der HfOfs- 
Unterbeamte August Kuhrt schied am 15. November 1895 aus 
seiner Stellung als Bureaudiener aus und wurde durch den 
Militftranwärter Georg Kfiger ersetzt 

Der Verwaltungsdirektor, 

Geheime Bergrath 

Professor Beyrich. 



2. 6eol«Bisoh-palae«iit«l«Bitohes Institut and e^^l^Sisoh-palaeontoloaisGlie 

SaniHilatte. 

1. Geologisch-palaeontologisches Institut. 

Die Lehrmittel des Institutes wurden durch Prot Dam es 
namentlich um Demonstrationstafeln und Photographien sowie 
durch weitere Umarbeitung und Vervollständigung der geologi- 
schen Lehrsammlung bereichert. Im Institut arbeiteten theils 
selbständig, theils unter Leitung der Beamten die Herren 
Dr. Oppenheim und Dr. Tiessen. Ausserdem wurden die 
Lehrsammlungen durch Studirende der Universität und Kgl. 
Bergakademie benfitzt. Folgende Arbeiten gingen im Laufe des 
Etatsjahres aus dem Institut hervor: 

W. Dames: Ueber die Ichthyopterygier der Triasformation. 

Sitzber. der Kgl. preuss. Akad. d. Wissensch. 

Berlin 1895. 
„ Die Plesiosaurier der sfiddeutschen Liasformation. 

Abhandl. d. Kgl. preuss. Akad. d. Wiss. Berlin 1895. 
„ Ueber eine von Menschenhand bearbeitete Pferde- 

Scapula aus dem Interglacial von Berlin. Nenes 

Jahrb. f. Mineral. Geologie und Palaeontol. 1896. 

Bd. L 
0. Jaekel: Ueber die Organisation der Pleuracanthiden. Sitz.- 

Ber. d. Ges. naturforsch. Freunde. Beriin 1895. 



— 121 — 

0. Jaekel: lieber die Organisation der Cystoiden. Verhdl. d. 

deutsch, zool. Ges. 1895. 
„ Ueber eine neae Gebissform fossiler Selachier. Sitz.- 

Ber. d. Ges. naturforscb. Freande. Berlin 1895. 
„ Ueber die EOrperform und Hautbedeckung der 

Stegocephalen. Ebenda 1896. 
J. Böhm: Ein Ausflug in das Plessurgebirge. Zeitschr. d. 

deutsch, geolog. Ges. 1895. 
P. Oppenheim: Neue Binnenschnecken aus dem Vicentiner 

Eocoin. Ebenda 1895. 
E. Ti essen: Die subhercyne Tourtia und ihre Brachiopoden- 

und Mollusken-Fauna. Ebenda 1895. 

2. Palaeontologische Sammlung. 

Der Liberalität des Herrn F. A. Krupp, Geheimen 
Kommerzienrath in Essen, verdankt die Sammlung eine Anzahl 
vorzfiglich erhaltener Säugethierschädel aus dem Miocän von 
Nord-Amerika, welche nach wohlgelungener Präparation in der 
Schausammlung Aufstellung fanden. Als Geschenk ging unter 
anderen femer ein eine Sammlung alpiner Gesteine von Herrn 
Dr. Bc. Zeise in Berlin. Durch Ankauf wurden namentlich 
erworben eine Sammlung palaeozoischer Selachierreste, eine 
Sammlung verschiedener Fossilien aus Nord-Amerika, jurassische 
Fossilien aus Nowaja Semlja, cambrische Fossilien aus Canada, 
Liasfossilien von Harzburg und eine grosse Platte mit zahl* 
reichen Exemplaren von Extracrinus aus dem oberen Lias von 
Holzmaden. 

Vom Direktor wurde die Durcharbeitung des sehr umfang- 
reichen Tertiärmaterials der Ewald 'sehen Sammlung fort- 
gesetzt. Vom Kustos Prof. Jaekel wurde die allmälig sehr 
nothwendig gewordene Durcharbeitung und Ordnung des 
Brachiopodenmaterials unserer Sammlung in Angriff genommen 
und die im Laufe des Jahres eingegangenen Erwerbungen in 
die Sammlung eingereiht. Der Assistent Dr. Böhm hat die 
von Prof. Koken begonnene Neuordnung der Gastropoden fort- 
geführt und neben Arbeiten im Institut eine Revision der in 
der Schausammlung aufgestellten wirbellosen Thiere begonnen. 
Zu wissenschaftlichen Forschungen wurden wie bisher die 



— 122 — 

Sammlungen verschiedenen einheimischen und answartigen 
Gelehrten zugänglich gemacht. 

Personalverändernngen. An Stelle des an das Poly- 
technikum in Karlsruhe als Professor berufenen bisherigen 
Assistenten Dr. Karl Futter er wurde durch Dekret vom 
1. Mai 1895 Dr. Johannes Böhm aus Danzig zum Assistenten 
ernannt. Dem Kustos, Privatdozenten Dr. OttoJaekel wurde 
am 13. September 1895 das Prädikat Professor beigelegt. 

Der Direktor 

Geheimer Bergrath 

Prof. Beyrich. 

3. llliieral«Bitoh-petroBrapbisclies lattitat. 

Die mineralogischen und petrographischen Unterrichts- 
sammlungen erfuhren wesentliche Bereicherungen und Er- 
gänzungen an Mineralien und Gesteinen. Die Instrumente und 
Präparate zu Vorlesungs- und üebungszwecken wurden ver- 
mehrt. Ganz besonders wurde auch eine grössere Anzahl von 
Zeichnungen, vornehmlich den Darstellungen der Krystalle 
vermittelst Neumann'scher und Miller 'scher Projektion gewidmet 
für den Unterricht von den Herren Dr. Klautzsch und 
Dr. Belowsky angefertigt. 

Der Präparator und die Diener fuhren fort, neue Mineral- 
und Gesteinspräparate herzustellen. 

Der Bestand der Institutsbibliothek wurde weiter vervoll- 
kommnet und ihre Ordnung dadurch gesichert, dass im Auf- 
trage des Königlichen Ministeriums ein alphabetischer Zettel- 
katalog angefertigt wurde. An Geschenken gingen die Disser- 
tationen der Herren Belowsky, Elich, Romberg und Siepert 
ein, sowie Zuwendungen der Herren Professoren Jannasch 
(Heidelberg). Krenner (Pest), Geheimrath Meitzen (Berlin) 
und der Kaiserlich Russischen Akademie der Wissenschaften 
zu St. Petersburg. Grössere Zuwendungen erhielt die Instituts- 
bibliothek von der Smithsonian Institution und der U. S. 
Geological Survey. 

Im Institut war die Beschäftigung der Anfänger eine rege: 
im Sommersemester waren 16, im Wintersemester 8 Anfänger 
mit Uebungen an Instrumenten und der Erlernung krystallo- 



— 123 — 

graphisch-petrographischer Methoden beschäftigt. Aasserdem 
fahrten 3 Herren grössere Arbeiten ans. 

Von den im Institut gefertigten Arbeiten sind folgende 
erschienen: 

C. Klein: Mineralogische Mittheilungen XIV. Neues Jahrbuch 
für Mineralogie u. s. w. 1895, Bd. 11. 
- - Ein Universaldrehapparat zur Untersuchung von Dfinn- 
schliffen in Flüssigkeiten. Sitzungsberichte der Eönigl. 
Preussischen Akademie der Wissenschaften. 1895. 
C. A. Tenne: Ueber die vom Grafen v. Götzen gesammelten 
Gesteine. Aus „Durch Afrika von Ost nach W^est," 
Berlin 1895. 
Am Anfang des Etatsjahres schied der Bergbaubeflissene 
Ernst Esch aus der Assistentenstelle, deren Vertretung er 
provisorisch auf ein Jahr übernommen hatte, aus; an seine 
Stelle trat Herr Dr. Max Belowsky aus Niederschönhausen ein. 

Prof. Dr. C. Klein, 
Direktor. 

4. MlneraloBisob-petrograpblsobe Sammlung. 

Im Etatsjahr 1895/96 sind an der Sammlung folgende 
Arbeiten vorgenommen worden: 

In die Schausammlung wurden durch Ankauf erworbene 
oder als Geschenk erhaltene bessere Stücke an Stelle von 
minderwerthigen, die in die Eauptsammlung zurückgenommen 
wurden, eingelegt Fernerhin wurde in der Prüfung der vor- 
handenen Etiketten auf ihre allseitige Richtigkeit hin fort- 
gefahren. 

Was die Hauptsammlung anlangt, so wurden in dieselbe 
durch den Eustos, Herrn Professor Tenne, die aus Ankäufen 
und Geschenken stammenden Mineralien und Gesteine (unter 
letzteren namentlich die Sammlungen Deecke und Passarge) 
aufgenommen und durch genaue Etikettirung gesichert. 
Fernerhin nahm der Genannte eine genaue Durcharbeitung des 
Anfangs der mineralogischen Hauptsammlung vor. 

Von Herrn Dr. Beloswky wurde in seiner dem Institut 
nicht gewidmeten Arbeitszeit eine Fortführung der Etikettirung 
der mineralogischen Hauptsammlung vorgenommen. In der im 
Wesentlichen nach Naumann -Zirkel erfolgten Anordnung begann 



— 124 — 

dieselbe mit dem Steinsalz und endete bei dem Ealkspath von 
Schweden, im Ganzen 25 Schränke mit 300 Schubladen 
umfassend. 

Die Sammlungen haben sich auch in diesem Jahre erheb- 
licher Vermehrungen zu erfreuen gehabt Angekauft wurde 
eine Reihe schöner Mineralien von Büdersdoif bei Berlin, aus 
dem Rheinland und dem Harz, dem Banat, von Sizilien, 
Sardinien, Spanien, Island, Japan, Kalifornien und Australien. 

Werthvolle Zuwendungen verdankt die Sammlung folgenden 
Herren: Königliche Akademie der Wissenschaften, gesammelt 
von H.Professor De ecke, Greifswald (Gesteine Skandinavien), 
Geheimrath Bastian, Berlin, von Herrn Konsul Stein (Berg- 
krystall von Oaxaca, Mexiko), Professor Dr. Bücking, Strass- 
burg i. E. (Cölestin und Kieserit von Westeregeln), Herr 
E. Esch (Porphyre aus Thüringen), Professor K. Futterer, 
Karlsruhe (Gesteine von Tyrol), Oberprftsident v. Gossler, 
Danzig (Taraspit von Tarasp), Herr Jean Habel, Berlin 
(Gesteine aus Argentinien), Herr Dr. Jaroslaw, Berlin, 
(Muskovit von Bengalen), Nachlass von Herrn Dr. Lent, er- 
mordet am Kilimandjaro (Augite und Feldspathe aus dem Nau- 
kathal), Herr Oskar Neumann, Berlin (Gesteine aus Nord- 
massailand), Geheimrath Meitzen, Berlin, von Professor 
E. A. Nordenskjöld (aus der Atmosphäre gefallener Staub), 
Herr Dr. Pas sarge, Berlin (Gesteine von Adamaua), Herr 
Dr. W. Ramsay, Helsingfors (Gesteine aus Finland), Herr 
Dr. J. Romberg, Berlin (Gesteine aus Skandinavien), Herr 
Dr. Salomon, Pavia (Dipyr vom Adamello). 

Prof. Dr. C. Klein, 
Direktor. 

5. ZMlogltobo SaMMloae. 

Die Arbeiten des Bestimmens, Ordnens und Katalogisireus 
der Thiere war in folgender Weise an die wissenschs^tlichen 
Beamten vertheilt: 
Zweiter Direktor, Prof. Dr. von Martens: Mollusken nnd 

Brachiopoden. 
Kustos Prof. Dr. Hilgendorf: Fische, Crnstaceen (ausser 

Cirripidien und Cladoceren). 
Kustos Prof. Dr. Reichenow: Vögel. 



— 125 — 

Kustos Prof. Dr. Karsch: Lepidopteren, Hemipteren, 

Orthopteren. 
Kustos Eolbe: Coleopteren, Neuropteren. 
Kustos Dr. Weltner: Girripedien, Gladoceren, Coelenteraten, 

Spongien, Protozoän. 
Kustos Dr. Tornier: Anatomische Präparate, Reptilien, 

Amphibien. 
Kustos Matschie: Säugethiere. 
Assistent Dr. Gollin: Würmer, Tunicaten. 
Assistent Dr. Stadelmann: Hymenopteren, Arachniden, 

Myriapoden. 
Assistent Dr. Meissner: Bryozoen, Echinodermen, Hilfs- 
leistungen beim Ordnen der Mollusken. 
Assistent Dr. Wandolleck: Dipteren. 

Wissenschaftliche Hilfsarbeiten in der entomologischen 
Sammlung übernahmen Dr. Lucas und E. H. Rübsaamen. 

Die technischen Arbeiten des Ausstopfens, Skelettirens, 
Einsetzens in Spiritus u. A. führten aus die Präparatoren 
Ludwig, Kastelan, Lemm und Bullemer, die Hilfs- 
präparatoren Protz und Reiche und der Lehrling Stadel- 
mann. Insekten präparirten der Hilfspräparator Ude, der 
Lithograph Thurau und der Lehrling Schmidt. Für Hand- 
leistungen bei wissenschaftlichen und technischen Arbeiten 
sind sechs Diener angestellt, von denen drei die Schausammlung 
zu überwachen haben, wenn diese Sonnabends, Sonntags und 
Montags dem Publikum geöffnet ist 

Zeichnungen für die Schausammlung oder für Schriften 
wissenschaftlicher Beamten des Museums fär Naturkunde 
fertigten an Frau Anna Matschie-Held, Fräulein 
V. Zglinicka, Herr Nie. Prillwitz und Herr E. H. Rüb- 
saamen. 

A. Schausammlung. 

Säugethiere. Im Lichthofe wurde ein durchschnittener 
Schädel eines afrikanischen Elephanten und ein Nilpferd neu 
aufgestellt. 

Die systematische Säugethier-Sammlung erfiihr eine Ver- 
mehrung durch einen Seidenaffen, einen Klippschliefer und 



— 126 — 

einen Banmscbliefer ans den von Herrn 0. Nenmann ge- 
schenkten Samminngen, durch eine von Herrn Mühsam ge- 
schenkte Meerkatze nnd mehrere ans dem zoologischen Garten 
erlangte, neu ausgestopfte Ergänznngsstncke, durch emen 
schwai-zen Makaken, ein junges Paka, ein Viskacha. 

In der Sammlung deutscher Säugethiere wurden neu auf- 
gestellt: ein Reh, ein Hermelin und ein Gartenschläfer, sowie 
sämmtliche deutschen Fledermäuse in viereckigen Gläsern. 
Durch eine zweckmässige Nenaufstellung und mehrfache Er- 
gänzungen wurde die biologische Abtheilung gefördert. 

Vogel. Eine Anzahl älterer Stficke wurde durch bessere 
Präparate ersetzt, zu welchen frische Thiere ans dem 
zoologischen Garten dienten. Eine beachtenswerthe Be- 
reicherung erhielt die Sammlung deutscher Vögel durch einen 
in Deutschland erlegten norwegischen Jagdfalken. 

Reptilien und Amphibien. Aufgestellt wurden neue 
Gruppen einheimischer Arten in Spiritusgefässen auf Bimstein- 
hintergrnnd (darunter Lacerta agilis, viridis, vivipara, muralisj 
Hyla arborea) und mehrere Skelette. 

Fische. In der grossen Oberlicht-Halle wurde ein Riesenhai 
(Selache maxima) aufgestellt. Die systematische Fischsammlnng 
wurde bereichert durch den seltenen Lungenfisch Lepidosireu 
paradoxa aus Südamerika, durch Skelette von Ceratodus, Amia, 
Ostracion, Entwicklungsstufen des Karpfens, Verbreitnngs- 
karten, kolorirte Bilder schöner tropischer Fische und 93 neae 
erklärende Namenschilder. 

Insekten. Die Käfersammlung wurde durch Meta- 
morphosen und biologische Präparate deutscher und tropischer 
Arten bereichert und die systematische Aufstellung der Zwei- 
flügler beendet. Ein Nest der Waldameise und zahlreiche 
Präparate blattschneidender Ameisen Brasiliens wurden auf- 
gestellt. 

Spinnenthiere. Biologische Präparate wurden eingefugt 
Crustaceen. 72 Arten erhielten erklärende Namen- 
schilder und neben mehreren anatomischen Präparaten wurden 
Zeichnungen derselben mit Erklärungen aufgestellt. 

Wärmer. In vielen Gläsern wurde der Alkohol erneuert; 
ein Theil wurde anders geordnet nnd durch Neu-Aufstellungen 
vergrösser t. 



— 127 — 

Bryozoen. Die Verbreitungskarten wurden vervoll- 
ständigt. Einige Arten wurden durch beigefugte Zeichnungen 
erklärt. 

Mollusken. 6 Nummern von Gephalopoden, 6 neue Arten 
deutscher Land- oder Süsswasser-MoUuskeni 2 Tellinen und 
1 Patella, ein Durchschnitt der Schale von Aetheria, 1 Haliotis 
mit Perlenansatz und ein Sommerdeckel von Achatina wurden 
neu aufgestellt. 

Eine grössere Anzahl von Etiketten für Untergattungen 
sowohl in der systematischen Sammlung als in deijenigen der 
deutschen Land- und Süsswasser-Mollusken wurden eingefügt. 

Drei grössere kolorirte Tafeln lebender Thiere von 
Schnecken und Brachiopoden wurden in den Schränken auf- 
gehängt, 12 Yerbreitungskärtchen, theils für Gattungen, theils 
fOr einzelne deutsche Arten, deren Yerbreitungsgrenzen inner- 
halb des deutschen Reiches liegen, ausgeführt und aufgestellt. 

Echinodermen. Die Holothurien erhielten den neueren 
Forschungen entsprechende Namenschilder. Einige prächtige 
Seeigel mit grossen Stacheln (Heterocentrotus mammillatus) 
und ein Präparat der Symbiose einer Krabbe (Pinnaxodes) in 
einem Seeigel (Strongylocentrotus albus) aus Chile wurden auf- 
gestellt. 

Coelenteraten und Spongien. Die Korallen wurden 
durch eine Art, die Spongien durch neun Arten vermehrt. 

B. Hauptsammlung. 

Säugethiere. Ein Theil der bisher auf dem Boden auf- 
bewahrten Felle wurde umgearbeitet, bestimmt und in die 
Sammlung eingeordnet. Für die Bälge der altweltlichen Affen 
wurden besondere Aufhänge -Vorrichtungen eingerichtet. Die 
Insektenfresser und Krallenaffen wurden in geeignetere Schränke 
versetzt, die Ginsterkatzen, Katzen und Klippschliefer den 
neuesten Forschungen entsprechend bestimmt, die Geweih- 
Sammlung durchbestimmt und neu aufgehängt. Die Schädel 
der Eichhörnchen, Beutelthiere und Klippschliefer erhielten neue 
Pappkästchen, wurden systematisch geordnet und vorläufig bis 
zur feineren Durcharbeitung nach den Arten etikettirt. Eine 
grössere Anzahl von neu eingesandten Säugethieren wurde 
bestimmt und eingereiht. 



— 128 — 

Vögel. In der Hauptsammlnng worden neben den laufenden 
Arbeiten die Gruppen der Columbidae, Anatidae, Laridae, Pro- 
cellariidae und Icteridae neu geordnet und aufgestellt, die 
letzteren drei Gruppen hierbei nach den neu erschienenen 
Katalogen des Britischen Museums durchbestimmt und mit neuen 
Namenschildem versehen. 

Reptilien und Amphibien. Alle im Mnseum vorhandenen 
Arten aus Ostafrika und von den Sundainseln wurden unter- 
sucht und bestimmt und die Schildkröten nach dem Katalog 
des Britischen Museums geordnet Ffir die Skelettsamminng 
wurden einige Schildkröten und Eidechsen prftparirt 

Fische. Der vierte Theil der sehr umfangreichen Samm- 
lung wurde auf den Erhaltungszustand untersucht und nöthigen- 
falls mit neuem Alkohol versehen. 

Insekten. Mit dem Spannen und Spiessen von Insekten 
aller Ordnungen waren drei Präparatoren beschäftigt. Die 
Arbeiten der angestellten Entomologen waren vorzugsweise der 
Untersachung, Bestimmung, Beschreibung und Katalogisirung 
Afrikanischer Arten gewidmet. Fortgesetzt wurde die Be- 
stimmung und Ordnung der reichen Yorräthe afrikanischer 
Gross- undKIein-Schmetterlinge, Käfer, Neuropteren, Orthopteren 
und Hemipteren. Für das Werk: „Die Thierwelt Ostafrikas'' 
wurden zahlreiche Abbildungen und Beschreibungen angefertigt. 
Eine neue systematische Aufstellung der Grabwespen wurde 
fast beendigt und die Durchbestimmung der Ameisen begonnen. 
Die Pompiliden-Gattung Pepsis wurde monographisch bearbeitet 
Neu geordnet wurden die Cecidomyiden. Die Dipteren, welche 
Dr. Van hoffen in Grönland sammelte, wurden präparirt und 
^bestimmt. 

Arachnoiden und Myriapoden. Alle noch nicht be- 
stimmten Vorräthe wurden mit neuem Alkohol versehen und 
uach zoologischen Gebieten geordnet, die Vogelspinnen be- 
stimmt und geordnet und die australischen Spinnen systematisch 
-aufgestellt. 

Crustaceen. Eine grössere Zahl Decapoden, Isopoden 
und Amphipoden, welche sich theils unter älteren Vorräthen 
befanden, theils aus Deutschen Schutzgebieten eingingen, wurden 
bestimmt und systematisch eingeordnet. Die Cladoceren 



— 129 — 

Deutsch - Ostafrikas worden bestimmt. Ebenso die von Dr. 
Plate in Südamerika gesammelten Cirripedien. 

Würmer. Die Hirudineen wurden den neueren Unter- 
suchungen entsprechend geordnet, viele Thiercadaver nach 
Entozoen untersucht, zahlreiche Bestimmungen eingesandter 
Würmer ausgeführt und die systematischen Kataloge vervoll- 
ständigt. Sämmtliche Gläser der Würmer und Tunikaten 
erhielten neuen Spiritus. 

Bryozoen. Die von Dr. Plate in Südamerika und die 
von Prof. Semon in Australien gesammelten Bryozoen wurden 
bearbeitet und von ihnen zahlreiche mikroskopische Präparate 
angefertigt. 

Mollusken. Die Durchsicht und neue Anordnung der 
Cypraeiden und Ovuliden wurde vollendet. Bei der Bearbeitung 
der ostafrikanischen Land- und SüsswassermoUusken wurden 
viele Gattungen derselben aus den früheren Sammlungen von 
Albers, Dunker und Paetel nach der Prüfung der Be- 
Stimmungen in die Hauptsammlung eingeordnet. Die Be- 
stimmung der ögopsiden Cephalopoden revidirte Herr 
Dr. Pfeffer aus Hamburg. Die in Spiritus aufbewahrten 
Limaeiden und Vaginuliden wurden umgestellt und ein Ver- 
zeichniss der Doubletten der Landschnecken angefertigt. 

Echinodermen. Neben der Vervollständigung des syste- 
matischen Kataloges wurde eine grössere Anzahl der von 
Dr. Plate und Dr. Michaelsen an südamerikanischen Küsten- 
gebieten gesammelten Echinodermen untersucht und bestimmt 
und dabei viele mikroskopische Präparate angefertigt. 

Coelenteraten und Spongien. Alle in der Sammlung 
befindlichen Hydren wurden bestimmt. Bestimmt und f&r den 
Druck bearbeitet wurden die Coelenteraten und Süsswasser- 
schwämme von Ostafrika, die chilenischen Süsswasserschwämme 
und die Hydroiden von Ambon und Australien. 

Vermehrung der zoologischen Sammlung. 

Säugethiere. Ausser den aus dem zoologischen Garten 
gelieferten Thieren wurden einige Arten aus Tunis, Syrien, 
China und Brasilien gekauft. Kleinere Sammlungen aus den 
Schutzgebieten sandten die Herren Baumann, Dr. Stuhl- 
mann, Dr. Wiedenmann, Dr. Lent, Dr. Kretschmer, 

Klose, Conradt und Zenker. Sehr interessante und werth- 

9 



— 130 — 

Yolle Arten aus Afrika schenkten die Herren Dr. Holnb 
(Wien), Dr. Diehl (Togo), Graf Götzen, O. Nenmann, 
Dr. Passarge, Premierlientenant von Carnap-Qnernheimb, 
Lieutenant Fritz Langheld und Herr Krupp (Essen), der 
die sehr werthvolle Gehörnsammlnng des yerstorbenen Afrika- 
reisenden Borchert dem Museum überwies. Femer liefen 
Geschenke ein von den Herren B. von Arnim (Leichenwachs 
eines Schweins), Ingenieur Giebeler (Sängethiere der Um- 
gebung von Berlin), Damm y Palacio (nordmexikanische 
Arten), Dr. Römer (deutsche Sängethiere), Dr. Silex (ein 
Schädel eines Kassehundes), Dr. Brenning (Säugethiere von 
Süd- Amerika), Padre Schmitz (Madeira - Arten). Durch 
Tausch wurde ein Exemplar der seltenen Marder-Gattung 
Lyncodon vom Genfer Museum erworben. 

Vögel. Eine systematische Vermehrung der Sammlung 
musste wegen Mangel an Mitteln unterbleiben. Grosse Lücken 
weist die Sammlung besonders in den in neaester Zeit zahl- 
reich neu entdeckten Paradiesvogelformen auf, welche während 
des verflossenen Rechnungsjahres vielfach auf den Markt und 
in andere Museen gelangten. 

Eine wesentliche Bereicherung erhielt die Sammlung durch 
Ankauf eines Theils der Vogel - Balgsamnünng des Kieler 
Museums (ca. 3000 Stück), zum grössten Theil ans den von 
Prof Behn bei dessen Durchquerung Süd -Amerikas ge- 
sammelten Stücken bestehend. Ferner wurde eine Anzahl 
seltener Arten von Neuseeland und den Sandwichsinseln und 
ein langjähriges Desiderat, eine Rhea darwini von Patagonien, 
erworben. Herr Hose schenkte 100 Bälge von Bomeo, 
Dr. Wunderlich eine Mitua salvini. Mehrere kleinere 
Sammlungen erhielt das Museum von Herrn Lieutenant 
V. d. Marwitz und aus dem Nachlass des verstorbenen 
Dr. Eretschmer vom Eilimandjaro. Im Tausch wurden einige 
Arten vom British Museum, dem Tring-Museum nnd von 
Dr. Sclater in London erworben. Die Gesammterwerbung 
betrug 3800 Bälge und 273 Eier. 

Reptilien und Amphibien. Die Sammlung wurde durch 
Sendungen aus Brasilien, Madagaskar, Ostafrika und Ostindien 
vermehrt. Durch Tausch wurden neue Arten von Borneo und 
Afrika erworben. 



— 131 — 

Fische. Von Beamteu und Reisenden wurden Fische aus 
Kamerun, Ostafrika und Hinterindien eingeliefert. Eine um- 
fassende Sammlung von Tiefmeerfischen u. a. nordamerikanischen 
Arten sandte im Austausch die Smithsonian Institution in 
Washington. Gekauft wurden ein in der Schausammlung auf- 
gestellter ßiesenhai (Selache maxima) von der Eüste 
Kaliforniens; eine reichhaltige Sammlung Fische von der 
mexikanischen Westküste; verschiedene Arten aus Palästina, 
Sansibar, Aegypten, Madagaskar und aus der Nordsee. — Als 
Geschenke gingen ein Embryonen und jüngere Stadien ein- 
heimischer Süsswasserfische von Herrn Enauthe; ostafrika- 
nische Fische von Herrn 0. Neumann; ein Sägefisch von 
Herrn Hose auf ßorneo; Heringe und Sprotten von dem 
Museum in Kiel, ausländische Aquarienfische von dem Verein 
Triton, adriatische Arten von dem Berliner Aquarium. 

Insekten. Fast alle Ordnungen wurden durch Ankäufe, 
Tausch, Geschenke und Sendungen von Beichsbeamten aus 
afrikanischen Schutzgebieten vermehrt. Zahkeiche Schmetter- 
linge, Käfer, Neuropteren, Orthopteren und Hemipteren kamen 
aus Japan, Nord-, Ost- und Westafrika, Brasilien, Paraguay i 
Nicaragua, Borneo, den Philippinen, Sumatra, Klein asien, 
Ungarn, Grönland und anderen Ländern. — Gekauft wurde eine 
gut bestimmte und schön präparirte Sammlung europäischer 
Aphiden, Gocciden und Gallen von Herrn Bübsaamen; eine 
von dem Prof. Gerstäcker in Greifswald hinterlassene 
Hymenopteren- und Dipterensammlung u. a. Insekten. — Ein- 
getauscht wurden Hymenopteren von den Entomologen 
Mayr in Wien, Forel in Zürich, Emery in Bologna, Friese 
in Innsbruck; Käfer von den Entomologen Faust in Peters- 
burg, Fischer, Kraatz, von Oertzen, Schilsky in Berlin, 
Heyne in Leipzig; Schmetterlinge von Weymer in Elber- 
feld, Lanz in Friedrichshafen und Strobl in Admont; 
Orthop'teren von Reuter in Helsingfors und Gerstäcker 
in Greifswald. 

Käfer schenkten die Herren 0. Neumann, Dr. Schenck, 

Rothschuh; Hymenopteren die Herren Mayr, Emery, 

Forel^ Rübsaamen, Schulz, Haentsch und Thurau; 

steirische Dipteren Herr Strobl; Neuropteren die Herren 

0. Neumann, Denhardt, Schenck und Rothschuh. 

9* 



— 132 — 

Arachnoiden. Gekauft wurden Spinuen aus Madagaskar, 
Kleinasien, Ostafrika und von den Balearen. Einigen Zuwachs 
erhielt die ArachnoidensammluDg auch durch Seudungen aus 
deutschen Schutzgebieten, durch Tausch mit dem natur- 
historischen Museum in Hamburg und Geschenke aus dem 
Berliner Aquarium. 

Myriapoden. Gekauft wurden Arten aus Ostafrika, 
Madagaskar und Kleinasien, eingetauscht westafrikanische 
Arten. Geschenke verdankt das Museum den Myriapoden- 
forschem Latzel, Verhoeff und Cook. 

Crustaceen. Vermehrt wurde diese Klasse durch An- 
käufe japanischer Arten und gut präparirter Copepoden; 
durch Zusendungen aus deutschen Schutzgebieten und Ge- 
schenke, von denen hervorzuheben sind: Ostafrikanische Krebse 
von 0. Neumann und Kretschmer, sudafrikanische von 
Dr. Schenck, Höhlenkrebse von Prof. Hamann, deutsche 
Copepoden und Cladoceren von Oberlehrer Hartwig, europäische 
Onisciden von Prof. E. von Martens, westamerikanische 
Arten von Dr. Brenning, Arten aus Neuseeland und Samoa 
von Stabsarzt Dr. Kraemer. 

Würmer. Gekauft wurden Arten von Madagaskar, Nord- 
afrika, Brasilien und Nordamerika. Aus den deutschen Kolonien 
liefen Sendungen von Baumann, Kretschmer, Preuss, 
Steinbach, Stuhlmann und Zenker ein. Geschenkt wurden 
Würmer von den Herren Böhmig, Borchmann, Bullemer, 
M. Braun, Collin, Frenzel, Gerhardt, Graf Götzen, 
Gülle, Günther, Hagemann, Hamann, Henking, 
Hennig, Hilgendorf, Kersting, Köhler, Krämer, Küken- 
thal, Leche, Lemm, Ludwig, v. Marenzeller, Marsson, 
V. Martens, Matschie, Metzger, Moller, 0. Neumann, 
Oliveira, Protz, Beinhold, H. Schulze, Dr. H. Stadelmann, 
Präparator-Lehrling Stadelmann, Stiles und Weltner. 

Bryozoen. Die marinen Bryozoen erhielten Zuwachs 
durch Geschenke der Herren Dr. Brenning aus Ecuador, 
Dr. Schwabe aus Jaluit, Dr. Schenck aus Deutsch-Sud- 
west-Afrika und von der Helgoländer Station aus der Nordsee. 
Auch wurden die Donbletten der Semon' sehen Ausbeute, die 
von Ambon und Australien stammt, eingereiht 



— 133 - 

Die Süsswasser-Bryozoen wurden durch die Ueberuahme 
der Plate'schen Kollektion bereichert 

Mollusken. Die Vermehrung betrug 673 Nummern. 
Gekauft wurden 58 Nummern von den englischen Händlern 
Sowerby und Fulton, von K. Braun Conchylien aus Mada- 
gaskar 8, von Stichel japanische und westamerikanische 16, 
von Staudinger diverse 22, von Bedemann aus Ceylon 12, 
von Suter neuseeländische 5, von Schrader 2, von Aug. 
Maller (Linnaea) 2, zusammen 125 Nummern. Durch Tausch 
erworben von Bielz in Hermannstadt 107, von Beibisch in 
Dresden 6Y Nummern. Geschenkt wurden meist unter der 
Bedingung des Bestimmens von Herrn Steinbach 3 werthvoUe 
Cypraeen aus Jaluit, von A. Schenck 88 südafrikanische 
Couchylien, von A. Pittier in Costarica und P. Godet in 
Neuchatel 16 Landschnecken aus Costarica, von Sp. Brusina 
in Agram 37 dalmatische, meist Typen von ihm beschriebener 
Arten, von Dr. Eothschuh 6 Landschnecken aus Nicaragua, 
von Strubell 20 aus Englisch Neu-Guinea, z. Th. sehr seltene 
Arten, von Frühste rfer 11 indische Meerschnecken, von 
Ponsonby in London 11 westindische Landschnecken, von 
Alb. Schulz in Parä. 21 brasilische und westindische, von 
Dr. Th. Wolf 22 Landschnecken von den Galapagos, von 
E. Preuss in Berlin und A, Poppe in Vegesack 34 essbare 
Meermnscheln, namentlich Austersorten, von Dr. Hermes eine 
neue Nudibranchie (Greilada elegans Bergh) und 1 Octopus 
von Rovigno, von Aur. Krause 27 Landschnecken aus Tenerife, 
von Schmitz in Funchal eine schöne vielleicht neue Patella, 
ferner Einzelnes von Dr. Thomas in Ohrdruf, Lehrer 
Schulze in Küstrin, A. Moller in Coimbra, Herrn Hamann, 
Dr. Ehrenreich, Borcherding in Vegesack, v. Heimburg, 
Dr. Brenning, Dr. Bartels, U. Köhler, Schackert und 
Sturm (4 Proben). 

Herr E. v. Martens schenkte 5 in der Schweiz gesammelte 
Landschnecken, Herr Dr. Weltner zwei ungewöhnliche Formen 
von Landschnecken aus der Mark und Herr Dr. Co 11 in eine 
Nacktschnecke ebendaher. 

Echinodermen. Geschenkt wurden Echinodermen aus 
Bergen seitens des Zoologischen Instituts, See-Igel aus Kapland 
und Deutsch Südwest - Afrika von Herrn Dr. Schenck, 



— 134 — 

Ophinriden aus dem indischen Archipel seitens des Kieler 
Maseums nnd von Nen-Seeland durch Stabsarzt Dr. Krämer. 
See-Igel und Seesterne von Chile und Ecuador durch 
Dr. Brenning. 

Getauscht wurde mit dem K. K. Hofmuseum in Wien 
(Tiefsee - Echinodermen aus dem Mittelroeer und exotische 
Holothurien und Schlangensterne), dem Kaiserl. Zoolog. Museum 
in Strassburg (südamerikanische See-Igel) und Prof. Bene 
Köhler in Lyon (Tiefsee-Echinodermen des atlantischen 
Ozeans). 

Den grössten Zuwachs erhielt diese Abtheilung durch die 
üebemahme der Echinodermen, welche Dr. Plate an der 
chilenischen Küste sammelte. 

Coelenteraten und Spongien. Die Süsswasser- 
schwämme wurden bereichert durch Arten aus allen Erd- 
theilen, die Meerschwämme durch schöne japanische Stücke, 
die Coelenteraten durch indische und pacifische Spezies, 
durch Tiefseeformen aus dem atlantischen Ozean und einige 
bei Helgoland gesammelte Arten. Die mikroskopischen Prä- 
parate wurden um 70 Stück vermehrt. 

Ende März enthielten die Generalkataloge der ver- 
schiedenen Abtheilungen folgende Schlussnummern (in 
Klammern stehen die Schlussnummern für 1894/95): Säuge- 
thiere 7996 (7522), Vögel 32077 (31561), Vogeleier 5958 
(5831), Reptilien und Amphibien 11961 (11838), Fische 
14111 (13800), Lepidopteren 28 220(27 507), Coleopteren 
66 791 (66056), Hymenopteren 28270 (27 650), Dipteren 
12 217 (12 033), mikroskopische Präparate von Dipteren 3S2 (309), 
Neuropteren 1227 (1162), Orthopteren 6819 (6579), Hemip- 
teren 12 2(58 (12 202), Arachnoiden 7665 (7481), Myriapoden 
1836 (1760), Crustaceen und Pantopoden 9489 (9348), 
freilebende Würmer 2785 (2571), Entozoen 3287 (3246), 
Tunikaten 495 (487), Bryozoen 615 (588), Mollusken 
48 548 (47 875), Echinodermen 3793 (3701), Coelenteraten 
3537 (3471), Spongien und Protozoen 2213 (2125). 

Die Bibliothek wurde durch Zeitschriften, neue Schriften 
systematischen, zootomischen und zoogeographischen Inhaltes 
und viele antiquarische Ergänzungen bedeutend vermehrt. 
Leider rausste der für Bücher angesetzte Posten von 2000 M. 



— 135 — 

nm 1828,29 M. zu Ungunsten von Thierankäufen äberschritten 
werden. — Grössere Summen wurden ausgegeben für theuere 
mit Tafeln versehene Werke über Vögel, Fische, Schmetter- 
linge, Käfer, Hemipteren, Orthopteren, Crustaceen, Würmer, 
Mollusken nnd Coelenteraten. 

Der photo graphische Apparat wnrde durch ein Zeiss'sches 
Mikroskop vermehrt. 

1895/96 besuchten 16 Schulen in Begleitung ihrer Lehrer 
die zoologische Sammlung. 

Z^itrittskarten zur Schausammlung an jedem Wochen- 
tage erhielten 38 Personen, Zutrittskarten zu den wissen- 
schaftlichen Abtheilungen 29 Personen. 

Viele Institute und Personen benutzten die zoologische 
Sammlung zu wissenschaftlichen Zwecken; dieAbtheilung 
der Säugethiere folgende Anstalten und Personen: das 
zoologische, das paläontologische, das T. und II. anatomische 
Institut, das Museum für Völkerkunde, die Landwirtbschaftliche 
Hochschule, die anthropologische Sammlung, der Zoologische 
Garten in Berlin; ferner die Herren Prof. F. E. Schulze, Dr. 
V. Maehrenthal, Prof. Dr. Jaekel, Prof. Dr. Waldeyer, Dr. Kopsch, 
Dr. V. Luschan, Prof. Dr. Nehring, Dr. Rörig, Dr. Lissauer, 
Dr. Heck, Dr. Plate, Dr. Schöller, Rolle, Dr. A. Müller, Prof. 
Dr. Volkens, stud. Lazarus, stud. Räthke, Hesdörffer, 0. Neumann, 
Prof. Dr. MüUenhoff, Dr. J. Müller-Liebenwalde, Dr. v. Erlanger, 
Dr. Silex, Prof. Dr. von den Steinen, Isaak, Staudinger; die 
zoologischen Museen in Hamburg (Prof. Dr. Kraepelin), Lübeck 
(Dr. Lenz), Frankftirt a. M. (Prof. Dr. Blum, Koch), Stuttgart 
(Prof. Dr. Lampert), München (Prof. Dr. Hertwig), Tharandt 
(Prof. Dr. Nitsche), Dresden (Hofrath Dr. A. B. Meyer), London 
(Oldf. Thomas, Winton), Tring (Hartert), Paris (de Pousargues), 
Madrid (Cabrera Latorre), Lissabon (Barboza du Bocage), 
Barcelona (Boflll), Genua (Oestro), Marseille (Siepi), Petersburg 
(Pleske), Stockholm (Prof. Dr. Leche), Washington (Hart 
Merriam und Garrit S. Miller), Philadelphia (Harrison Allen), 
Sarajevo (Reiser), San Paulo (Dr. v. Ihering); die zoologischen 
Gärten in Hamburg (Dr. Bolau), Hannover (Dr. Schaeff), Wien 
(Krauss), femer die Herren P. L. Sclater, J. Andersson, Rowl. 
Ward (London), Prazak, Dr. Vavra (Prag), Dr. Holub, Dr. Lorenz 
v. Libumau (Wien), Schmitz (Madeira), Dr. Dubois (Java), 



— 136 — 

Dr. Claraz (Zürich), Prof. Dr. Burckhardt (Basel), Prof. Dr. 
Taschenberg, Schifiter, von Nathosius (Halle a. S.), Dr. Preass 
(Victoria, Kamemn), Zenker (Eribe, Kamemn), von Seefiied 
(Ketckradji, Togo), von Camap - Qaemheimb, Dr. Döhring, 
Dr. Diehl (Togo), Dr. Langheld, Lieutenant Langheld, Freiherr 
V. Elz, Premierlieutenant Werther, Lieutenant v. Kalben und 
V. Glauning, Freiherr St. Paul-Dlaire, Bronsart von Schellen- 
dorff, Nolte, Hellwig, Denhardt, Dr. v. Bennigsen (Ost-Afrika), 
Karlewsky (Rheydt), Prof. Dr. Kükenthal, Dr. Römer, Dr. Semon 
(Jena), Dr. Vanhöffen (Kiel), Dr. Michaelsen (Hamburg), Dr. 
Lendl (Pest), Dr. Eckstein (Eberswalde), Lieder (Honda, 
Columbien), Lieutenant Volkmann (Omaruru), Frau Dr. Fischer 
(Düsseldorf), Zolldirektor Böder (Klein-Popo), Dr. Sarasin 
(Celebes), Dr, Pagel (Zehlendorf), Jacobi (Leipzig); femer die 
Künstler Kappstein, Gaul, Lütke, Kuhnert, Reiche und Frau 
Anna Matsclüe-Held. 

Die Vogelsammlung wurde zu Studienzwecken von 
folgenden Herren benutzt: Prof. Altum (Eberswalde), Deichler 
(Nierstein), Frhr. v. Erlanger (Nieder-Ingelheim), Dr. Flöricke 
(Rositten), E. Hartert (Tring), Dr. Heck (Berlin), Major Krüger- 
Veitbusen (Berlin), Dr. A. Müller (Berlin), Dr. Müller-Lieben- 
walde (Berlin), Hofrath Meyer (Dresden), Prof. Nehring (Berlin), 
Maler Neunzig (Berlin), 0. Neumann (Berlin), Dr. Plate (Berlin), 
Dr. Rörig (Berlin), Dr. Russ (Berlin), Dr. Schöller (Berlin), 
W. Schlüter (Halle a. S.), Schulz (Charlottenburg), Spatz (Gabfes), 
Graf Salvadori (Turin), Cpt. Shelley (London), Schenkung 
(Berlin), Schalow (Berlin), v. Treskow (Charlottenbui^), 
V. Tschusi (Hallein), Dr. Wunderlich (Köln), Zenker (Kamerun). 

Die Sammlung der Reptilien und Amphibien benutzten 
die Herren Boulenger am zoologischen Museum in London, 
Prof. V. Kuppfer in München, Fr. Wenier in Wien, Zenneck in 
Strassburg, Zacbarias in Berlin. 

Die Sammlung der Fische benutzten zu Vergleichnngen, 
Hestimmungen und^ Untersuchungen oder zu Belehrungen, die 
• mündlich ertheilt wurden: der Verein Triton, Dr. Göppert aus 
Heidelberg, Prof. Virchow, Prof. Lewin, Geh. Rath Virchow, 
Herr Knauthe, Fischzüchter Matte, Dr. M. Günther, Plate, 
Jaekel, Aur. Krause. — Der Biolog. Anstalt Helgoland wurde 
erhebliche Beihilfe für ihre Betheiliguug an der Fischerei- 



— 137 — 

Aasstellung geleistet. Durch Sendung von Material oder Aus- 
kunft über Museumsobjekte oder über wissenschaftliche Punkte 
wurden auswärts unterstützt: Die Herren Pfeffer (Hamburg), 
Fürbringer (Jena), das physiologische Institut (Strassburg) ; 
Conwentz (Danzig), v. d. Borne (Berneuchen), Fr. Werner 
(Wien), Baer (Niesky). — Für das Münchener zoologische 
Museum wurden aus der Neumann'schen Sammlung Doubletten 
ausgewählt. 

Die Hauptsammlung der Lepidopteren benutzten zu 
Studien die Herren Prof. Aurivillius (Stockholm), Obergärtner 
Brasch (Potsdam), Dr. Heinrich Dohrn (Stettin), Dr. Hinneberg 
(Potsdam), Direktor Dr. Seitz (Frankfurt a.M.), G.Semper(Altona), 
Dr. Otto Staudinger (Blasewitz b. Dresden), Major v. Treskow 
(Görlitz), sowie die Berliner; Hensel, stud. med. Krämer, Dr. 
Palm, Prof. Schneider, Suffert, Stichel, Thiele und Prof. Thieme, 
Frau Staatsminister y. Delbrück und die Malerin Fräulein 
H. V. Zglinicka. 

Die Hauptsammlung der Käfer besuchten zu wissenschaft- 
lichen Untersuchungen die Herren Dr. Kraatz, v. Oertzen, Prof. 
Fischer, Dr. Hom, Weise, Schilsky, Nauwerk, Prof. Müller, 
Faust, Becker, Möllenkamp, Brenske, Dr. Böschke, Assessor 
Bartels, Dr. Ohaus, Fruhstorfer, J. Sahlberg, Geh. Rath Altum, 
Schulz (Parä), Holtz. 

Folgende auswärtige Entomologen und Museen be- 
nutzten die Käfersammlung zu Bestimmungen und Studien: 
L. Ganglbauer in Wien, Dr. v. Heyden in Frankfurt, ß. Ober- 
thür in Bennes, y. König in Tiflis, Faust in Libau, Finanz- 
Direktor y. Bennigsen in Dar-es-Salaam, Möllenkamp in Dort- 
mund, Dr. Ohaus in Altona, Ribbe in Radebeul, Felsche und 
Heyne in Leipzig, Kerremans in Brüssel, D. Oestro in Genua, 
Breuske in Potsdam, Prof. 6. Strobl in Admont, Höge in Ham- 
burg, Dr. Staudinger und Bang-Haas in Blasewitz und die 
zoologischen Museen in Hamburg und Kiel. 

Die Hymenopterensammlung wurde zu Studien benutzt 
von den Herren Prof. Mayr (Wien), Prof. Emery (Bologna), 
Friese (Innsbruck), Kohl (Wien), Handlirsch (Wien), Ew. H. 
Rübsaamen, Lichtwardt und Haensch in Berlin. 

Die Dipterensammlung benutzten die Herren Rübsaamen 
und Lichtwardt in Berlin, v. Osten- Sacken in Heidelberg und 



— 138 — 

Becker in Liegnitz; die Nearopterensammlang Herr Prof. 
Elapälek in Böhmen und Dr. VanhOffen in Eiel; die Orthop- 
terensammlung Dr* H. Dohrn (Stettin) und Cook (New-Tork); 
die Hemipterensammlung Herr E. von Oertzen (Berlin) 
und Lehrer Breddin (Ma^^deburg). 

Die Arachnoidensammlnng benutzten zu wissenschaft- 
lichen Untersuchungen die Herren Bösenberg in Pforzheim, 
Eramer in Magdeburg, Kraepelin in Hamburg, Neumann in 
Toulouse; die Myriapodensammlung die Herren Latzel in 
Laibach, v. Attems in Wien, Cook in New- York. 

Schriftliche Auskunft fiber Crustaceen des Museums er- 
hielten de Man (Holland), das Berliner Aquarium, Prof. Hamann 
(Berlin). Den Museen in Hamburg und MUnchen und der 
biologischen Anstalt auf Helgoland wurden Crustaceen zugesandt 

üeber Würmer der zoologischen Sammlung erhielten 
Auskunft die Herren Borchmann, Conwentz, Dahl, Doering. 
Frenzel, B. Friedländer, Fülleborn, Gülle, Haedrich, Hamann. 
Hesse, Jaekel, Krämer, Moller, Aug. Müller, Oliveira, Passarge, 
Protz, Römer, Rörig, Rousselet, H. Schulze, Stiles, Verein 
,, Triton", Weltner und das Zoolog. Institut Berlin. 

Folgende Herren benutzten Material aus der Würmer- 
Sammlung zu Studienzwecken: Ap&thy, Blanchard, Böhmig, M. 
Braun, Bürger, v. Graff, v. Marenzeller, Michaelsen, Parona, 
Pintner, Reibisch, Spengel, Stiles. 

Die Appendicularien benutzte Dr. Lohmann in Eiel zu 
Untersuchungen, die Bryozoensammlung die Herren Matz- 
dorf, Plate, Römer, Schenck, Schulze, Weltner und Dahl. 

Die Molluskensammlung benutzten zu Untersuchungen 
die Herren Beyrich, Dames, Hamann, Plate, H. Rolle, von 
Luschan, Preuss, Aug. Müller (Berlin), Dr. PfeflFer (Hamburg), 
Brusina (Agram), Fulton (London), R. S. Bergh (Kopenhagen) 
und Arnold (Nordhausen). 

Schriftliche Auskunft bezw. Bestimmung eingesandter 
Conchylien erhielten Dr. Lönnberg in Upsala, Schepman in 
Rotterdam, H. Drouet in Troyes, A. Poppe in Vegesack und 
Direktor A. B. Mever in Dresden. 

Die Echinodermensammlung benutzten die Herren 
Dahl (Kiel), Döderlein (Strassburg), v. M&hrenthal (Berlin), 
Pfeffer (Hamburg), Plate (Berlin) und P. E. Schmitz (Funchal). 



— 139 — 

Die Coelenteraten- und Spongiensammlung benutzten 
die Herren Dames, Breitfuss, Flor, Hartwig, Hermes, SchiflF, 
Zoolog, Institut und die Urania in Berlin, femer die Herren 
Matthes in Charlottenburg, Knauthe in Schlesien, Pfeiffer in 
Gotha, Römer in Jena, Grentzenberg und Conwentz in Danzig, 
Thiele in Strassburg. 

Anleitung zum Sammeln und Konserviren von 
Thieren erhielten im Museum für Naturkunde die Herren 
Genthe, Graf v. Zech, Missionar Lehmann, Dr. Fälleborn, 
Dr. Fischer, Dr. Reinhard, Lieutenant v. Seefried, Dr. Borch- 
mann, Dr. Friedländer, Dr. Zacbarias, Lieutenant Werther 

Die wissenschaftlichen Beamten der zoologischen Sammlung 
arbeiteten gemeinschaftlich eine „Anleitung zum Sammeln, 
Konserviren und Verpacken von Thieren" aus, welche auf 
Kosten des Museums gedruckt und Beamten und Beisenden in 
den deutschen Kolonien zugesandt wurde. Femer veröffent- 
lichten die Zoologen des Museums 1895/96 folgende Mit- 
theilungen: 

K. Möbius: Die ästhetische Betrachtung der Thiere. (Sitzber. 
d. Berl. Ak. Nov. 1894.) — Verbreitung des afrik. 
Elephanten und Menge des von ihm gelief. Elfenbeins. 
(Sitzber. Ges. naturf. Freunde, Febr. 1896.) 

E. V. Martens: Molluschi terrestri e d'acqua dolce, in V. 

Bottego, Esplorazione del Giuba (Jubafluss in Ost- 
Afrika). (Annali del Museo civico di storia naturale di 
Genova (2) XV.) — Die Gattung Cylindrus. (Archiv f. 
Naturgesch. 1895.) — Neue Arten von Landschnecken 
aus den Gebirgen Ost-Afrikas. (Sitzungsber. d. Ges. 
naturf. Freunde, Juni 1895.) — Ein neuer Buliminus 
aus Sttdarabien. (ebenda.) — Neue Land- und Süsswasser- 
Schnecken aus Ost-Afrika. (Nachrichtsblatt d. deutsch, 
malakoz. Ges., Dez. 1895.) — Unterschied zwischen 
Rechts und Links bei einigen Fischen. (Sitzber. d. 
Ges. naturf. Fr., Jan. 1896.) — Die Endungen oidae, 
idae und inae in naturgeschichtlichen Benennungen 
(ebenda.) 

F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen in der 

Ichthyologie während d. J. 1889. 
A. Reiche now: Diagnosen neuer, von Oscar Neumann in Ost- 



— 140 — 

und Central-Afrika entdeckter Vogelarten. (OrnitlL 
Monatsber. IlL p. 73 — 76.) — Neue Arten von Eamenm 
(ebenda p. 112— 113-) — Ein neuer Falk von Ost-Afrika 
(ebend. p. 114.) — Zwei neue Vögel vom Eilimandjaro. 
(ebend. p. 187 — 188. — Ueber einige javanische TimaUen) 
(Joum. f. Omitli. XLIII. p. 355—356.) — Zur Vogelfanna 
von Kamerun. Dritter Nachtrag, (ebenda XLIV. p. 
1—66.) — Eine neue Xenocichla. (Novit Zool. 11. p. 159.) 

— Neue afrikanische Vogelformen im Tring-Museum. 
(ebenda p. 159-160.) 

F. Kars eh. Libellula lugubris Ehrenberg i. litt., eine der 
Libellula trincuria Selys ähnliche neue nnbische 
Libellulide; — Aethiopische Eurybrachiden ; — Papilio 
neumanni, eine neue, von Herrn Oscar Neumann in 
Ost- Afrika erbeutete Art der Echerioides-Gruppe; — 
Einige neue westafrikanische Heteropteren aus den 
beiden Gruppen der Pentatonideen und Coreideen; — 
Ein neuer ostafrikanischer Vertreter der Wanzengattnng 
Chalcocoris Dak.; — Aethiopische Rhopaloceren I und 
II; — Aethiopische Heteroceren I und II in 
Entomologische Nachrichten XXI, 1895); — Zwei neue, 
von Herrn 6. Zenker in Kamerun erbeutete Odonaten 
in Entomologische Nachrichten, XXII, 1896.) 

H. J. Kolbe: Coleopteren aus Afrika. II. (Stettin. Ent. Zeit. 
1894.) — Beiträge zur Kenntniss der melitophilen 
Lamellicomier. V. Kurzer Entwurf zu einer Eintheilnng 
der Cetoniiden. VI. Neue Arten und Varietäten aus 
Ost- und Central-Afrika. VII. Leucocelis Burm. nebst 
verwandten und ähnlichen Gattungen. (Stettin. Ent. 
Zeit 1895.)— Coleopteren aus Afrika. HI. (Ebenda.) — 
Beiträge zur Kenntniss der Mistkäfer, Lamellicomia 
onthophila. (Ebenda.) — Ueber die in Afrika gefundenen 
montanen und subalpinen Gattungen der mit Calosoma 
verwandten Coleopteren. (Sitzb. Ges. naturf. Fr. 1895.) 

— Afrikanische Coleoptera des Königl. Museums f. 
Naturkunde zu Berlin, n. (Entom. Nachr. 1896.) — 
Afrikanische Coleoptera des Konigl. Museums f. Naturk. 
zu Berlin. IE. (Ent. Nachr. 189G.) 

W. Weltner: Spongillidenstudien III. Im Arch. f. Naturg. 



— 141 — 

1895. L — Die Cirripedien von Patagonien, Chile nud 
Juan Fernandez. Das. — Bericht über die Leistungen 
in der Spongiologie während der Jahre 1892 — 1894. 
Das. 1896. — Zahlreiche kleinere Artikel in den Blättern 
für Aquarien- und Terrarienfrennde, Jahrg. 6 und 7. 
1895 und 1896. 

6. Tornier: Hyperdactylie und Regenerationsexperimente und 
die neue Vererbungstheorie (vorläufige Mittheilung). 
Ges. naturf. Fr. 18. Febr. 1896. — Zwei Referate im 
zoolog. Centralblatt. 

P. Matschie: In den Sitzungsberichten der Gesellschaft 
Naturforschender Freunde 1895: Ueber Lyncodon pata- 
gonicum. — Die geographische Verbreitung der Katzen 
und ihre Verwandschaft unter einander. Das. — In der 
Natnrwiss. Wochenschrift 1895: Noch einmal Anthro- 
popithecus erectus Eng. Dubois. — Die Sängethier- 
Schausammlung des Museums für Naturkunde. — Im 
Hausschatz des Wissens : Die Vögel. Lieferung 1 — 4 mit 
Abbildungen. — Die Säugethiere Deutsch-Ost-Afrikas. 
Berlin. D. Reimer 1895, mit 75 Abbildungen. 

A. C ollin: Bericht über die Rotatorien — Litteratur im Jahre 

1891, im Arch. f. Nat 1895. 

H. Stadelmann: Beiträge zur Eenntniss der Gattung Meli- 
pona sens. lat. (Sitzber. d. Berl. Ak. 1895). — In der 
„Encyclopädie der Therapie", herausgegeben von 0. Lieb* 
reich, einzelne zoologische Artikel. 

M. Meissner: Im Arch. f. Naturg.: Bericht über die wissen- 
schaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte der 
Echinodermen während des Jahres 1891 und Bericht 
über die Brachiopoden-Litteratur des Jahres 1891. 

B. W an doli eck: Ueber die Fühlerformen der Dipteren. Zoolog. 

Jahrb., Abth. f. System, etc. VIII. — Pyrosoma bige- 
minum. Centralbl. f. Bakt. und Parasitenk. XVin. — 
üeber naturgetreue Abbildungen. Zoolog. Anz. No. 486. 
— Projektion von Dipterenfühlern. Sitzber. Naturf. 
Freunde No. 9. 1895. Fühler von Onychocera albi- 
tarsis. Sitzungsber. Naturf. Freunde. 1896. No. 3. — 
Ber. über die wiss. Leistungen in der Naturgeschichte 



— 142 — 

der Säagetbiere während des Jahres 1890. Arch. f. 
Natargesch. 
R. Lucas: Die Pompilidengattimg Pepsis, monographisch be- 
arbeitet Berlin. Entom. Zeitschr. Bd. XXXIV. 1894. 
Heft rV. — Berichte über die Leistungen in der Ento- 
mologie vom Jahre 1894. Allgemeines über Aptery- 
gogenea, Hemiptera, Orthoptera, Neuroptera, Pseado- 

neuroptera und Lepidoptera. 

Der Direktor 

der zoologischen Sammlang 

Möbius. 



35. Der UniTersit&tsgarten. 

Die Verwaltung des Gartens war auch im verflossenen 

Jahre bestrebt, den Docenten der Botanik an der Universität 

das nöthige Demonstrationsmaterial und den Praktikanten des 

botanischen Instituts die zu untersuchenden pflanzlichen Objekte 

;^u liefern. Ausserdem bietet der Garten eine systematische 

Zusammenstellung der wichtigsten Pflanzenformen l&r das 

Selbststudium und wird deshalb von den Studirenden fleissig 

besucht. 

Prof. Dr. Schwendener. 

36. Das botanische Institut 

An den mikroskopischen üebungen, welche für Anfänger 
bestimmt sind und wöchentlich zweimal, Vormittags von 9 bis 
12 Uhr, stattfinden, haben theilgenommen: 

a) im Sommersemester 1895: 3 Studirende, 

b) im Wintersemester 1895/96: 13 Studirende. 

Von vorgerückteren Praktikanten haben im Institut 
gearbeitet: 

a) im Sommersemester 1895: 2 Doktoren der Philosophie 
und 3 Studirende, 

b) im Wintersemester 1895/96: 2 Doktoren der Philosophie 
und 3 Studirende. 

Von neu angeschafi'ten Inventargegenständen verdient nur 
ein photographischer Apparat nebst Zubehör besondere Er- 
wähnung. Die übrigen Anschafi'ungen beschränken sich auf 



— 143 — 

Objekte von relativ geringem Werth: Glasgeftsse, ßeagentien, 
Kautschukschläuche etc. Dazu kommen die Fortsetzangen der 
periodischen Zeitschriften für die Bibliothek, sowie verschiedene 
botanische Lehrbücher und Abbandlangen. 

Als Nachfolger des am 3. November 1895 verstorbenen 
Prof. Dr. G. Krabbe bekleidet seit dem 1. Januar 1896 der 
frühere Hülfsassistent Dr. Arthur Weisse die Stelle eines 
Assistenten am botanischen Institut. 

Prof. Dr. Schwendener. 



87. Das Pflanzenphysiologisehe Institat. 

Für den am 1. Oktober 1895 in Folge seiner Ernennung 
zumDocenten an hiesiger technischer Hochschule ausgeschiedenen 
bisherigen Assistenten, Herrn Dr. Carl Müller, trat in gleicher 
Eigenschaft Herr Dr. Richard Eolkwitz ein. 

In dem im Sommersemester 1895 abgehaltenen 4stündigen 
mikroskopischen Kursus waren die im Institute zu beschaffenden 
18 Plätze sämmtlich besetzt. Ein Theil der Praktikanten be- 
stand aus Anfängern^ ein anderer ans Fortgeschritteneren, welche 
im Anschlüsse an die Vorlesung des Vorstehers über Ent- 
wicklungsgeschichte der Pflanzen in die Methoden entwicklnngs- 
geschichtlicher Untersuchung eingeführt zu werden wünschten. 
Im Wintersemester 1895/96 erwies sich, wie in früheren Jahren, 
der Baum für den Anfängerkursus als zu beschränkt. Von den 
10 Studirenden, welche sich über die Zahl 18 hinaus gemeldet 
hatten, konnten später noch 5 in Folge des freiwilligen Zurück- 
tretens einer gleichen Zahl Anderer untergebracht werden. 

Im Sommersemester 1895 wurde von Herrn Dr. Carl 
Müller im Institute ein mikroskopischer Kursus in der Unter- 
suchung von Nahrungs- und Genussmitteln (6 Theilnehmer) 
und ein bakteriologischer Kursus (5 Theilnehmer), im Winter- 
semester ein bakteriologischer Kursus (2 Theilnehmer) gehalten. 

Von solchen, welche sich selbständigen Untersuchungen 
widmeten, arbeiteten im Sommersemester 3, im Wintersemester 
5 Herren im Institute. 

Die Lehrsammlungen wurden durch eine grössere Zahl 
eigens für dieselben hergestellter Wandtafeln, darch mehrere 
Modelle, sowie durch auf grösseren Glasplatten in gelatinirten 



— 144 — 

Nfthrlösangen ausgeführte fieinkulturen von SchimmelpflzeD. 
welche durch Eintrocknen fixirt wurden, bereichert. Ausserdem 
wurden Versuche angestellt, in ähnlicher Weise auch grössere 
mikroskopische Holzschnitte durch Qelatine auf Glasplatten zu 
fixiren. Bei allen diesen Versuchen wurde der Vorsteher 
wesentlich durch den Assistenten Dr. Eolkwitz und durch 
den Institutsgärtner Behse unters tfitzt. Ffir die Herstellung 
der grösseren mikroskopischen Holzschnitte mittelst eines 
eigens dafür konstruirten Mikrotomes war besonders der Modell- 
tischler Michel thätig. 

Von neu angeschafften Apparaten ist eine von CarlZeiss 
in Jena bezogene mikrophotographische Kamera nach Francotte 
zu erwähnen. 

Von wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind aus dem 
litauischen Institute im Rechnungsjahre 1895/96 hervorgegangen: 
L. Eny, üeber die Aufnahme tropfbar-flfissigen Wassers durch 
winterlich entlaubte Zweige von Holzgewächsen. (Ber. 
d. deutsch, botan. Gesellsch.; XTII. (189ö) p. 361). 
C. Mfiller, Musci(Laubenmoose) in Engler-Prantl, die natürlichen 
Pflanzenfamilien I. 3. p. 142 (Erst zum Theil er 
schienen.) 
C. Mfiller, Ergänzende Beobachtungen zur Entwickelungs- 
geschichte der Sphagnen. (Ber. d. deutsch, bot Gesell- 
schaft; Xni (1895), Generalversammlungsheft.) 
G. Lopriore, Ueber die Einwirkung der Kohlensäure auf das 
Protoplasma der lebenden Pflanzenzelle. (Jahrb. f. 
wissensch. Botanik, XXVIH (1895) p. 531, mit 2 Tafeb). 
G. Lopriore, Vorläufige Mittheilung über die Regeneration 
gespaltener Stammspitzen. (Ber. d. deutsch, botan. 
Gesellsch., XIII (1895) p. 410.) 
Martin Franke, Beiträge zur Morphologie und Entwickelungs- 
geschichte der Stellaten. (Botan. Zeitg. 1896 p. 33 mit 
1 Tafel). Der Direktor 

L. Kny. 

88. Technologisches Institot. 

Am 1. Oktober 1895 übernahm Dr. Ludwig Limpach die 
bis dahin von Dr. 8 eher 1er verwaltete zweite Assistentenstelle 
am Institut. 



— 145 — 

Die verfügbaren Mittel wurden auch diesmal f&r die Ver- 
grösserung der Bibliothek und der Lehrsammlang, ffir die Be- 
schafifung von Apparaten und Präparaten verwendet 

Folgende Veröffentlichungen sind in dem Rechnungsjahre 
1895/96 aus dem Institut hervorgegangen: 
R. Wilcke: Zur Eenntniss der /^-Oxynaphtoäsäure vom Schmp. 

216^. Inaugural-Dissertation, Rostock 1895. 
A. Aubert: Ueber einige phenglirte Amidine der Essigsäure- 
reihe. Inaugural-Dissertation, Basel 1895. 
E. Täuber und R. Norman: Die Derivate des Naphtalins, 
welche für die Technik Interesse besitzen. Berlin, 
Gärtner's Verlag 1896. 

Der Direktor des technologischen Instituts 

Wichelhaus. 



39. Die Universitäts-BiUiothek. 



Docenten 



1. Benutzung. 
Zahl der Benutzer. 



Beamte der Universität 
und ihrei Institute . . 



Studirende 



Nichtangehörige 
der Universität . 



S.-S. 
1894 



w.-s. : s.-s. w.-s. 



1894.95 1895 



63 



26 



68 



29 



1673 I 2030 



203 



Summa 



1965 



417 



2544 



189596 



70 



28 



1749 



228 



2110 



422 



2075 ' 2630 



Die Vergleichung der Zahl der studentischen Benutzer mit 
der Gesammtzahl der Studirenden ergiebt, dass die Bibliothek 
benutzt wurde: 

10 



- 146 - 



von 


S.-S. 
1894 

43,9 


W.-S. 
1894,95 

42,0 


1895 
43,5 


' W.-S. 
1895/96 




40,5 


% aller Stadirenden 


59,1 


62,0 
36,5 


67,1 


60,3 

1 


7o der Theologen 


40,8 


37,5 


52,9 


7o der Juristen 


37,0 


36,4 


37,9 


25,3 ' 


% der Mediziner 


46,3 


46,6 


46,1 


41,8 ' 


% der Philosophen 



Die Zahl der erledigten Bestellzettel betrag 43725 gegen- 
über 43 225 im Vorjahre. 

Von diesen 43 725 Bestellzetteln wnrden 
30 380 (- 69,5 7o) durch Verabfolgung des verlangten Werkes 
oder durch Hinweis auf sein Vorhandensein in der Lese- 
Saalbibliothek erledigt, 
7 119 (- 16,3 %) als verliehen, 
6226(= 14^ 7o) &ls nicht vorhanden bezeichnet. 

1894/95 betrugen die entsprechenden Prozentzahlen: 71J ; 
15,6 und 13,3. 



1894/95 



1895/96 



Zahl der Verleihungen. 



Nach Hause 
Werke Bände 



In den Lesesaal 
Werke Bände 



20 732 



20657 




4862 



4849 



8852 



8129 



Nicht mitgerechnet sind hierbei 1232 Werke, die bereit 
gelegt, aber nicht abgeholt wurden. 



- 147 - 

Aas der Lesesaalbibliotbek warden mit der Verpflichtung 
der RäcklieferuDg am nächsten Tage nach Hanse gegeben: 
a31 Werke mit 747 Bänden. 

Fär die Uebnngen von 6 Docenten wurden Apparate zm- 
Benntznng durch die Theilnehmer im Lesesaal aufgestellt. 



Journallesezirkel der Universität. 

Mit dem akademischen Lesezirkel wurden neue Verein- 
bamngen getroffen, denen zufolge vom 1. Januar 1896 ab seitens 
der Universitäts-Bibliothek 106 wissenschaftliche Zeitschriften, 
19 Zeitungen und eine Auswahl neu erschienener Broschfiren 
und Flugschriften regelmässig im Sprechzimmer der Universität 
ausgelegt werden. Der Zirkel gewährt dafiär einen Zuschuss 
zu den Abonnementskosten, der sich im verflossenen Jahre auf 
400 M. beUef. 



1894i95 



1895196 



Der Lesesaal war 
geofinet .... 



Ihn besuchten im Ganzen 



Durchschnittlich täglich 
im Jahre .... 



Durchschnittlich täglich 
im S.-S. ..... 



Durchschnittlich täglich 
im W.-S .... 



Durchschnittlich täglich 
in den Ferien . . 



Höchste Besucherzahl an 
1 Tage 



291 



39541 



136 



288 



38190 



Tage 



Benutzer 



133 



ii 



131 



176 



128 



170 



»» 



»> 



64 



67 



»» 



264 I 254 

(22.NOV.) (26. Nov.} 



Von der im Jnli 1894 gedruckten zweiten Ausgabe des 

Verzeichnisses der Lesesaal- und Handbibliothek wurden im 

Laufe des Jahres 151 Exemplare verkauft. 

10* 



— 148 - 



2. Varaehrmg. 
In den Accessionskatalog wurden eingetragen: 



1894/95 I 1895/96 



ansserdem: 




Nummern 



Bände 



Universit&tsschriften 



Schalschrifben 



Es gingen ein: 

1. als Geschenke: 

945 Bände. 

Die regelmässigen Geschenkgeber waren das Ministerium 
der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten, 
die Universität Berlin, die Akademie der Wissenschaften zu 
Berlin, das Grossherzogliche Statistische Bureau zu Karls- 
ruhe, die E. E. Gradmessungs-Eommission zu Wien, das 
Eönigliche statistische Bureau in Rom, die statistischen 
Bureaus in Bern und Stockholm, die Clinical Society in 
London, das Department of the Interior in Washington, 
die American Orthopedic Association, die Association of 
American Physicians, die Library of Surgeon Generalis 
Offlee in Washington, der Geological Survey of Canada, of 
Minnesota, das Government Printing Office in Calcutta, die 
Asiatic Society of Bengal in Calcutta. Werthvolle einmalige 
Zuwendungen erhielt die Bibliothek von der Eöniglichen 
Hausbibliothek, der Bibliothek des Ministeriums der geist- 
lichen, Unterrichts- und Medizinal - Angelegenheiten, der 
Juristischen Gesellschaft, vom Königlichen Regierungs- 
präsidenten in Marienwerder, von Herrn Dr. W. Seelmann 
hier, Herrn Dr. de la Grass er ie in Rennes und Herrn 
F. H. B. Settna in Bombay. 

2. durch Abgabe von derhiesigeuEöniglichenBibliothek 
auf Grund des § 71 des Reglements: 

22 Bände. 



— 149 — 

3. auf Orand des Ministerial-Erlasses vom 15. Oktober 1891 
betreffend das Verh&ltniss der Anstalts-Bibliotheken znr 
Universitäts-Bibliothek : 

vom Geologisch - paläontologischen Institut 103 Bände 
vom ersten Anatomischen Institat .... 20 „ 
vom Institat fär Alterthumskunde .... 5 „ 

4. durch Tausch: 

a) durch den von der Bibliothek vermittelten Schriftentaosch 
der hiesigen Universität mit anderen Universitäten und 
mit Schulen: 

4554 Universitätsschriften, 
881 Schulschriften, 
63 Bände anderer Werke. 

b) im Austausch gegen Dubletten 

1053 Universitätsschriften, 
49 Schulschriften, 
286 Bände anderer Werke, 
darunter 261 Bände von der Kantons - Bibliothek in 
Aarau, 16 von der Universitäts-Bibliothek in Jena, 2 von 
der Universitäts-Bibliothek in Giessen. 

c) im Austausch gegen hier ausgeschiedene ungeeignete 
Werke von der Universitäts-Bibliothek zu Königsberg 

13 Bände. 

5. als Pflichtexemplare: 

2255 Bände. 

Ausser der regelmässigen Einziehung der Pflichtexemplare 
der in buchhändlerischem Verlag erscheinenden Werke und 
der im Selbstverlag von Vereinen und Gesellschaften er- 
schienenen Publikationen wurde in diesem Jahre mit der 
Einziehung der zum Theil seit langer Zeit rückständigen 
Veröffentlichungen von Behörden und öffentlichen Anstalten 
fortgefahren. 

6. durch Kauf: 

1 288 Bände (darunter 594 Bände abgeschlossener Werke 
und 694 Bände von Zeitschriften und Fort- 
setzungen) und 
3523 Universitätsschriften, zusammen fär 10 547 M. 49 Pf. 
Eine im März 1896 aus besonderer Veranlassung ausge- 
führte Feststellung des Umfangs der Bächervorräthe der 



— 150 — 

Bibliothek ergab, dass mit Ausschlags der Dabletten an Folio- 
bänden Yorhaaden waren 254, an Qnartbänden 873, an Oktav- 
bänden 3913 laufende Meter. 



3. FiMizieUes. 

a) Von dem etatsmässigen Fonds f&r Anschaffung und Eiu- 
band von Bflchem im Betrage von 13000 M. wurden 

9121 M. 23 Pf. für Bttcheranschaffnng und 
3878 „ 77 „ für Büchereinband verwendet. 

b) Der etatsmässige Fonds für die sonstigen sächlicben 
Ausgaben im Betrage von 6000 M. wurde um 650 Mk. 24 Pf. 
fiberschritten, welche mit Genehmigung des vorgesetzten 
Ministeriums auf das nächste Etatsjahr übernommen wurden. 

c) Aus den Zinsen des Vermächtnisses des Professors Jaffi§ 
und aus dem Beitrag des akademischen Lesezirkels waren ver- 
fügbar 635 M. 24 Pf., wovon 630 M. 85 Pf. für Bücheran- 
schaffungen ausgegeben wurden. 

d) Von dem im Juni 1891 bewilligten einmaligen Zuschuss 
von 3000 M. zur Vervollständigung der üniversitätsschriften- 
Sammlung wurden 

795 M. 41 Pf. für Anschaffungen, 
66 „ 30 „ für Einband 

ausgegeben. Es verbleibt ein für noch ausstehende Rinbände 
zu verwendender Rest von 128 M. 9 Pf. 

e) Von dem am 21. August 1895 bewilligten dritten Zuschuss 
für die sächlichen Kosten der Instituts-Eatalogisirung im Be- 
trage von 2500 M. wurden 1774 M. 77 Pf. verausgabt, so dass 
ein Bestand von 725 M. 23 Pf. verbleibt. 



4. Revision des BQoberbestandes. 

In der den Besuchern ohne weiteres zugänglichen Lesesaal- 
bibliothek haben die vorgeschriebenen Revisionen monatlich 
stattgefunden. Leider sind auch in diesem Jahre nicht weniger 
als 31 Werke mit zusammen 39 Bänden entwendet worden. 

Die mit der Neuaufstellung einzelner Fächer verbundene 
Revision ihres Bestandes ergab keine nennenswerthen Defecte. 



— 151 — 
5. Kataloiisiinng der Bibllithek lad AHSseheldMi ugeelBBeter Werke. 

Bei der Neukatalogisirnng und Neaaafstellang der 
Bibliothek waren wie im Voijahre beschäftigt der Hülfs- 
bibliothekar Dr. Milkan and der Assistent Dr. Köhnke. 

Fertig bearbeitet warde der Scblnss der französischen 
Litteratnr (Xw— Xz) und ein Theil der deutschen Sprachwissen- 
schaft und Litteratur (Yc— Yl). 

Für die beiden in Arbeit befindlichen Zettelkataloge der 
Universitätsschriften-Sammlung wurden 14686 Titelzettel 
in je 2 Exemplaren neu aufgenommen. Hauptzettel, die den 
Inhalt der einzelnen Sammelbände kurz nachweisen, wurden 
fär 968 solche Bände angefertigt. 

Die Zettelaufnahme ist nunmehr für den ganzen Bestand 
an Schriften der Universitäten des deutschen Reiches aus den 
Jahren 1817 bis jetzt vollendet, mit Ausnahme der Schriften 
von Berlin, Bonn und Göttingen, von denen gedruckte Ver- 
zeichnisse in Vorbereitung sind. 

Zu katalogisiren bleiben noch über 20000 ältere deutsche 
und die sämmtlichen ausländischen Universitätsschriften mit 
Ausnahme der durch Zerschneiden und Aufkleben von 2 Exem- 
plaren des gedruckten Catalogue des thöses erledigten fran- 
zösischen von 1884/85 bis jetzt. 

Die Abgabe von Werken, die in der Königlichen Bibliothek 
nicht vorbanden sind, an diese konnte leider keinen Fortgang 
haben, da es in der Königlichen Bibliothek an den zur Ueber- 
nahme erforderlichen Arbeitskräften fehlte. 

Die Abgabe hier entbehrlicher, aber in der Königlichen 
Bibliothek vorhandener Werke an die übrigen preussischen 
Universitäts - Bibliotheken wurde durch Ueberweisung von 
29 Werken an die Königsberger Bibliothek zu Ende gefährt. 

1890 Werke, welche von keiner dieser Bibliotheken ge- 
wünscht worden waren, wurden mit Grenehmigung des vor- 
gesetzten Ministeriums makulirt. 

6« Katalogisirung der Anstaitebibliothekea der hiesigen Uilversitii 

Nach Beendigung der noch ausstehenden alphabetisdien 
Ordnung des Katalogs der Bibliothek des Mathematischen 
Seminars (4812 Werke, 5377 Zettel) wurde begonnen und zu 
Ende geführt: 



— 162 — 

die Eatalogisiraiig der Bibliotheken 
der Hygienischen Institate (6169 Werke, 7332 Zettel) 
desPsychologischen Seminars ( 194 ,, 242 ,^ ) 
desArchftologischen Apparats (1627 ,, 2446 ,, ) 
der Klinik far psychische und Nervenkrankheiten 

( 239 Werke, 319 Zettel) 
des ersten Anatomischen Institut« 

(3039 „ 3531 „ ) 
des zweiten Anatomischen Instituts 

( 76 „ 102 „ ) 

Für die 11 344 Werke dieser 6 Bibliotheken waren also im 
Ganzen 13 872 Zettel erforderlich. Diese wurden in 4 Exemplaren 
hergestellt, von denen 3 in alphabetische Ordnung gebracht 
wurden, während das vierte der betreffenden Instituts-Bibliothek 
zur Hersteilung eines systematischen oder eines zweiten alpha- 
betischen Katalogs zur Verfügung gestellt wurde. 

Nur die Titelaufhahme wurde beendet für die Bibliotheken 

des Botanischen Museums (13212 Werke, 15 330 Zettel) 

des Botanischen Gartens ( 449 „ 659 „ ) 

derMedizinischenPoliklinik( 3541 „ 3935 ,, ) 

Die alphabetische Ordnung der Kataloge der beiden ersten 

Bibliotheken ist im Gange, die der dritten noch nicht begonnen. 

7. Persönliches. 

Am 1. April 1895 trat der Ober- Bibliothekar Professor 
Dr. F. Ascherson in Folge zunehmender Schwäche seiner 
Augen in den Ruhestand, nachdem er an der Bibliothek während 
einer Dienstzeit von 35 Jahren mit grosser Treue und Hin- 
gebung gearbeitet hatte. Es wurde ihm die Genugthnung zu 
Theil, seine Verdienste von Allerhöchster Stelle durch die bei 
seinem Ausscheiden erfolgte Verleihung des Rothen Adler-Ordens 
IV. Klasse anerkannt zu sehen. 

Die entstandene Lücke wurde ausgefüllt, indem der Biblio- 
thekar an der Königlichen Universitäts-Bibliothek zu Gottingen 
Dr. Rieh. Schröder in die hiesige vierte Bibliothekarstelle 
versetzt wurde. 

DerHilfsbibliothekarDr.Milkau war vom 16. November 1895 
bis einschl. Februar 1896 beurlaubt, um an den Vorarbeiten für 
die Herstellung eines Gesammtkatalogs der in der Königlichen 



— 153 — 

Bibliothek zu Berlin, den Universitäts-Bibliotheken und einigen 
anderen wissenschaftlichen Bibliotheken vorhandenen Bächer- 
bestände mitzuwirken. 

Berlin, den 15. April 1896. Der Direktor. 

W. Erman. 



40. Der botanisehe Garten und das botanische Maseam. 

A. Botanisoher Garten. 

a) Personalveränderungen: Am 11. Juli 1895 starb der 
Geheime Kanzleirath im Königlichen Ministerium der geist- 
lichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten und Bureau- 
assistent bei der Direktion des Königlichen botanischen 
Gartens Wilhelm Vater im 74. Lebensjahr. Derselbe hatte 
den Direktor seit dem Jahre 1851 in Besorgung der schriftlichen 
Arbeiten unterstützt und in dieser Aafgabe ebenso viel Sach- 
kenntnis wie Pflichttreue und Hingebung entwickelt. Während 
der Abwesenheit des Direktors sowie nach dem Tode Prof. 
Eichler's bis zum Jahre 1889 war ihm auch die geschäftliche 
Leitung des Gartens anvertraut worden. 

Da die Verwaltungsgeschäfte des botanischen Gartens und 
Museums besonders durch die Entwicklung der botanischen 
Centralstelle sich in den letzten 6 Jahren mehr als verdoppelt 
haben, so ist für die Institute die Gründung einer besonderen 
Bureaubeamtenstelle ins Auge gefasst worden. Seit dem 
1. Dezember 1895 ist der bisherige Civil-Supernumerar bei dem 
Königlichen Konsistorium der Provinz Brandenburg Carl 
Gutsche als Bureau-Hülfsarbeiter beschäftigt. 

An Stelle des Obergehülfen Albers, welcher Ende Juli 
1895 seine Stellung aufgab, um in Neu-Guinea die Beauf- 
sichtigung der Sisalhanfkulturen zu übernehmen, erhielt der 
bisherige dritte Obergehülfe Peters die zweite Stelle; die 
dadurch frei gewordene dritte Obergehülfenstelle wurde am 
1. Oktober 1895 dem Gärtner V. Cornils (bisher bei Sander 
und Co. in St. Albans) übertragen. 

b) Es wurden folgende grössere Veränderungen vor- 
genommen. 

1. Ein neues Demonstrationshaus mit Satteldach wurde an 
der Westseite der Warmhäuser No. 7 (Cycadeenhaus) und 



— 154 — 

No. 31 (Knollen- und Zwiebelhaas) angebaut, nachdem voriier 
der an dieser Stelle befindliche Alpinenkasten um ca. 17 m 
weiter westwärts gelegt war. Es hat bei einer Länge von 
16,50 m eine Breite von 7,00 m und eine Hohe von 3,50 m 
und besteht aas einer warmen, temperirten nnd kalten Ab- 
theilnng. Erwärmt wird dieses Haas darch eine Enappstein'sche 
Warmwasserheizang mit Kaiser-Kessel. Bei dem Ban der 
Heizang worden die bisherigen Kanalheiznngen der oben er- 
wähnten Häaser No. 7 and 31 entfernt nnd letztere ebenfalls 
an die Wasserheizang angeschlossen. 

2. Ausserdem warde ein 20 m langer, 6 m breiter, im First 
3,10 m hoher Winterkasten zur Ueberwinternng harter, immer- 
grüner und laubabwerfender Grehölze und Halbsträucher des 
Mittelmeergebiets, Nord- Amerikas, Vorder- und Ost -Asiens 
gebaut. Derselbe ist aus leichten T-Eisen, Bretterwänden aud 
einfachen, abnehmbaren Fenstern mit Holzralimen konstrairt 
und liegt 90 cm tief in der Erde. Er wird im Winter mit 
Laden und einer Laubschicht gedeckt und dadurch gegen das 
Eindringen der Kälte geschützt. 

Für den neuen botanischen Garten auf Dahlemer 
Domänen-Terrain wurden die Pläne für die Freiland-Kultaren 
ausgearbeitet, während der Königliche Bauinspektor Körner 
im Einvernehmen mit der Direktion die Entwürfe für das neue 
Museum, die Gewächshäuser, Beamtenwohnungen n. s. w. in 
einem besonderen Bureau der Ministerialbaukommission fertig- 
stellte. Ausserdem wurde eine grössere Anzahl der nach dem 
neuen botanischen Garten zu verpflanzenden Bäume and 
Sträucher im Herbst 1895 behufs reichlicher Wurzelbildung 
ringartig umgraben, die Löcher mit frischer Erde wieder aus- 
gefüllt und alle diejenigen besonders bezeichnet, die für die 
Ueberführung geeignet erschienen. 

Auch im verflossenen Jahre war der Garten vom April 
bis September an jedem zweiten Sonntage des Monats von 
2 — 7 ühr dem Publikum geöffnet. 

Die Victoria regia blühte von Anfang Juli bis Mitte 
Oktober und brachte 36 Blüthen hervor, von denen die ersten 
drei im Knospenzustande abgeschnitten wurden, um die Pflanzen 
zu kräftigen. 

c) die Erwerbungen des botanischen Gartens waren im 
Wesentlichen folgende: 



— 155 — 

1. Lebende Pflanzen: 1288 Arten, durch Taasch, Kauf oder 
als Geschenk, von Handelsgärtnereien und Privatpersonen er» 
worben, sowie von dem Direktor in den Alpen nnd in Süd- 
frankreich gesammelt. Unter den Geschenken sind besonders 
zu nennen: Prof. Ascherson (Alpen), Apotheker G. Capelle- 
Springe bei Hannover, Korvettenkapitän Cr edn er (Seychellen), 
Dr. L. Diels (Trier), P6re Duss (Guadeloupe), Prof. Engler 
(Alpen), Dr. Fawcett (Jamaica Bot. Departm.), Prof. Fried- 
länder (Tromsoe), Lieut. Freiherr v. Fürstenberg-Hugenpoet 
a. d. Ruhr, Dr.Graebner (Westpreussen), Grundmann-Berlin. 
Emil Heese(Mexikü),Prof.v. Heldreich-Athen, He nnicke-Frie- 
denau, P. Hennings (Riesengebirge), Prof. Hieronymus 
(Schweiz), Dir. K. Lackner-Steglitz, Max Leichtlin-Baden- 
Baden; Lehrer Leue-Gera, Dr. Th. Loesener (Tirol), Post- 
inspektor Maul-Gr.-Lichterfelde, Baron Ferd. v. Müller-Mel- 
bourne, Paul Nitsche-Berlin, J. A. Oertendahl-Ostersund in 
Schweden, Hofmarschall v. St. Paul-Illaire-Fischbach in 
Schlesien, W. Perring (Ostsee-Küste), C. Peters-Cassel, Dr. 
Preuss (Kamerun), Max Qu aritsch-Berlin, Reiche (Chile), Dr. 
Rust-Hannover, Dr. R. Ruthe-Swinemünde, Salisch-Postel bei 
Militsch, Schlechter (Süd- Afrika), Prof. Schumann -Berlin, 
Rittm. 0. V. Seemen (Borkum), W. Siehe (Cilicien), E. Ule 
(Brasilien), Verein zur Beförd. d. Gartenbaues, Weber- 
Spindlersfelde b. Cöpenick. 

2. Samen-Eingang: 5200 Prisen durch den üblichen Tausch- 
verkehr mit botanischen Gärten und von folgenden Privat- 
personen und Instituten: J. Bornmüller-Weimar, W. 
V. Bülow (Samoa), Prof. Buchenau-Bremen, Apotheker 
Capelle-Springe, L. Cockayne (New-Zealand), Dammann & 
Co.-Neapel, Dr. ü. Damm erBerlin, Deutsche Dendro- 
logische Gesellschaft, Pfere-Duss (Guadeloupe), Prof. 
Engler-Berlin, Dr. P. Graebner-Berlin, Grunwald-Berlin, Dr. 
F. Franceschi (Kalifornien), Prof. Heckel-Marseille, Baron 
von Huene-Esthland, Pastor Hülsen-Böhne bei Rathenow, 
Dr. Kugler-München, Prof. Kurtz (Argentina), W. Krebs 
(Ohio), H. Klose-Gr.-Salze, Konsul F. C. Lehmann (Columbien), 
Prof. von Lagerheim-Tromsoö, Lehrer Leube-Gera, M. 
Leichtlin-Baden- Baden, Dr. Lindau -Berlin, Prof. Mac-Owan 
(Capland), Baron Ferd. v. Müller (Australien), W. Mundt- 



— 156 — 

Pankow, Dr. Fritz Mttller (Brasilien), Neu-Guinea- 
Compagnie, P6re L. Picarda (Haiti), C. Peters-Berlin, 
Dr. Peckolt (Rio de Janeiro), A. Purpns -Dannstadt, Dr. 
Reiche (Chile), W. Siehe (Elein-Asien), Sartorins-Bielefeld, 
St. Paul-Illaire-Fischbach, Prof. Sehn mann -Berlin, Prof. 
Schweinfurth-Berlin, Dr. Tanbert-Berlin, Prof. Urban- 
Berlin, Prof. Volkens-Berlin. 
Abgegeben worden: 

1. Lebende Pflanzen: 2420 Arten an 27 botanische Gärten, 
Institute, Handelsgärtner und Privatpersonen. 

2. Samenprisen : ö7(X) Prisen an botanische Gärten, Institute, 
Schulen und Privatpersonen. 

B. Bttaniftckes Mhsmiii. 

a) Personalveränderungen: Am 1. Dezember 1895 

schied der zweite Hülfsarbeiter Dr. Taubert aus, um eine 
Forschungs- und Sammelreise im Amazonas-Gebiete anzutreten. 
An seine Stelle trat zunächst Dr. P. Graebner, sodann 
Dr. Th. Loesener. 

b) Von Erwerbungen sind folgende anzuführen: 
1. Durch Schenkung: 

Die Bibliothek des verstorbenen Geh. Regierungsraths 

Prof. Dr. N. Pringsheim, von dessen Töchtern Frau Geh. 

Regierungsrath Prof. Ladenbnrg und Frau Dr. Garst dem 

botanischen Museum überwiesen. Die sich dadurch in der 

Museumsbibliothek ergebenden Doubletten wurden der Biolo> 

gischen Station auf Helgoland übersandt. 

Das Farnherbarium des verstorbenen Professor Dr. Max 

Kuhn, von dessen Wittwe dem botanischen Museum geschenkt 
Weitere Beiträge lieferten: 

Fräulein Sophia Akermark: 100 skandinavische Algen (aus 
dem Pringsheim'schen Nachlass). 

Herr Dr. Arnold- München: 80 Liehen, exs. 

Herr E. Baumann: ca. 300 Nummern aus Togo. 

Herr K. Bettfreund: 335 Nummern aus Paraguay und 
Argentina (Geschenk des Herrn Dr. Lindau). 

Herr Fabrikant A. Brehmer-Berlin: 2 Fruchtkolben von 
Phytelephas microcarpa nebst einer grossen Kollektion 
aus Steinnuss hergestellter Knöpfe. 

Herr V. F. Brother us: 252 Nummern Laubmoose aus Tas- 
manien und New-Zealand. 



— 157 — 

Herr Dr. Busse: Div. Musenmsgegenstände, bes. Pfeffersorten 

and Produkte. 
Herr C. B. Clarke: 42 Cyperaceen-Ärten aus Ostindien. 
Herr L. Gockayne: 21 Laubmoose und 19 Flechten aus 

New-Zealand. 
Durch Herrn Prof. Gonwentz: Ein Eibenstamro aus dem 

Steller Moor. 
Herr Pore Duss: 128 Arten von Guadeloupe und den Nachbar- 
inseln (Geschenk der Herren Krug und Urban). 
Herr Otto Ekstam-Stockholm: 72 Arten aus Novaja-Semlja. 
Herr Prof. Engler: Mehrere Hundert Abbildungen aus dem 

Werk, Engler und Prantl, die natürlichen Pflanzen* 

familien, für das Schaumuseum. 
Herr Graf von Götzen: 150 Nummern aus der Umgebung des 

Earunga- Vulkans. 
Herr Direktor J. H. Hart: 259 Arten ron Trinidad (Geschenk 

der Herren Erug und Urban). 
Herr P. Hennings: Viele Centurien Pilze zum Eintausch von 

Exsiccaten. 
Herr F. Heydrich: 22 Meeresalgen aus Capstadt, 1 aus 

Island. 
Herr Prof. Hieronymus: Mehrere Centurien Algen zum Ein- 
tausch von Exsiccaten. 
Herren Hoyer & Co.-Berlin: Div. Museumsgegenstände. 
Jamaica Botanical Department (Direktor W. Fawcett, 

CoUector W. Harris u a.): 540 Nummern aus Jamaica 

(Geschenk der Herren Krug und Urban). 
Herr Eaernbach: 50 Herbarpflanzen und 30 Museumsgegen* 

stände aus Borneo und Neu-Guinea. 
Herr W. Krebs-Cleveland: 77 Arten aus Ohio. 
Herr Dr. 0. Euntze: 656 Arten aus Südamerika und Afrika. 
Herr Dr. Lindau: 55 Arten Pilze aus Tyrol. 
Herr C. Lucas-Charlottenburg: 42 exotische Algen. 
Ex herb. Maze (durch P6re Duss): 259 Nummern Farne von 

Guadeloupe (Geschenk des Herrn Konsul Erug). 
Herr Dr. A. Möller: 40 brasilianische Pilze. 
Herr Garteninspektor Mönkemeyer-Leipzig: 39 amerik. Moose. 

25 Japan. Flechten. 



— 158 — 

Herr C. Osten: 64 Arten ans Uragoay (Geschenk des Bremer 
Museums durch Herrn Prof. Buchen an). 

Herr J. P. Norrlin: 100 Nummern finnl&ndische Hieracien. 

Herr Dr. G. von Pernhoffer: 70 Arten steiennärkischer 
Hieracien. 

Herr PöreL. Picarda: 189 Hochgebirgspflanzen ans Haiti 
(Geschenk der Herren Krug und Urban). 

Herr Direktor L. Pierre: 31 Pflanzenarten aus C!ochinchina 
und vom Gabun. 

Herr Dr. E. Reiche: 159 Arten aus den Anden. 

Herr Dr. Reinecke: 45 Samoa-Pilze. 

Herr Rektor Rensch-fierlin: 299 Arten aus Rnssland und 
Schweden, 12 Moose von Dominica. 

Hen* W. R. Rickmers-Bremen: 262Nr. transkausischer Pflanzen. 

Herr Dr. £. Roth schuh: Etwa 150 Arten aus Nicaragua. 

Herr R. Schlechter: 88 Proben südafrikanischer Asclepia- 
daceen aus dem Herb. £. H. F. Meyer. 

Hen* Prof. Schumann: zahlreiche getrocknete Cacteen-Eorper, 
geschenkt von den Herren Apotheker Capelle-SpriDge, 
Heese- Steglitz, Magistratssekret&r Hirscht-Zehlen- 
dorf, Knippel-Elein-Quenstedt, Postmeister Lang- 
Esslingen, Postrath Maul-Eönigsberg, Obergärtner 
Mathsson-Magdeburg, Postsekretär Quehl-Halle, 
Ingenieur Weingart-Nauendorf, sowie vei*schiedene 
Pflanzen von W. Siehe-Anatolien. 

Frau Landgerichtsrath Schwarz: Die Diatomeen-Manuskripte 

und -Abbildungen ihres verstorbenen Mannes."*^ 
Herr Prof. Schwein furth: 252 Holzabschnitte aus Abyssinien 

und eine grössere Anzahl Pilze aus Centralafrika. 
Herr Dr. von Selenetzky: 25 seltenere Pflanzen aus der Erim. 
Herr Dr. Ed. und Frau Cäcilie Seier in Steglitz bei Berlin: 

326 Nummern aus Arkansas, Texas und Mexiko. 
Herr A. Stau dt: 405 Nummern (mit zahlreichen Doubletten) 

von Lolodorf in Eamerun. 
Die Bibliothek der König!. Akademie der Wissenschaften zu 

Stockholm: 12 botan. Abhandlungen. 

*) Albert Schwarz, geb. zn Münster (Westfalen) am 3. Febr. Ib24, 
Btndirte zuerst Chemie, erwarb den philos. Doktorgrad, wurde dann Jari&i. 
starb zu Berlin am 23. Dezember 1893 als Landgerichtsrath. 



— 159 — 

Herr Dr. P. Stahlmann: 1007 Nummern aus Deutsch 
Ostafrika. 

Herr Dr. P. Taubert: 113 Nummern div. Siphonogamen, 
54 Moose, 98 Meeresalgen, 11 Museumsgegenstände. 

Herr J. Thode: 81 Nummern von den Drakenbergen in Süd- 
Afrika. 

Die Universitätsbibliothek zu Upsala (auf Veranlassung des 
Herrn Prof. Fries) eine vollständige Reihe von 
Afzelius Schriften, sowie andere botan. Abhandlungen. 

Herr L Urban: 133 Orchideen-Tafeln aus der Flora Brasiliensis. 

Herr J. F. Waby-Demerara: 113 Arten von Barbados (Ge- 
schenk der Herren Krug und Urban.) 

Herr Dr. E. Wotoszczak: 9 Abh. und versch. Aufsätze über 
die Flora Polens. 

Herr Zenker: 300 Nummern (mit zahlreichen Doubletten) 
von der Yaünde-Station in Kamerun mit über 50 kolo- 
rirten Abbildungen, 6 kolorirte Zeichnungen von Land- 
schaften in Kamerun, ö photogr. Aufnahmen von Madeira. 

Heiren Zenker und Staudt: 260 Nummern (mit zahlreichen 
Doubletten) von der Yaünde-Station in Kamerun. 

Ausserdem lieferten kleinere Beiträge die Herren Brefeld- 
Munster, ßrenning-Berlin, Hildebrand-Freiburg, Irmer- 
Jaluit, F. Kurtz-Argentina, P. Magnus-Berlin, Pazschke- 
Leipzig, Schlechter-Berlin, Surin gar- Leiden, Vanhöffen, 
Wiesbaur-Wien. 

2. Durch Tausch wurden Pflanzensammlungen und Museums- 
gegenstände von den botanischen Museen zu Breslau, Calcutta, 
Hamburg, Helsingfors, Kew, London (Brit. Museum), Melbourne, 
Natal, Paris, Petersburg, Washington, sowie von den Herren 
J. Cardot-Stenay, H. Christ-Basel, H. K. Haussknecht- 
Weimar, E. Huth-Frankfurt a. d. Oder, J. B. Jack-Constanz, 
A. von Jaczewski, N. C. Kindberg-Linköping, F. Kränzlin- 
Gr. Lichterfelde, Miyabe-Tokyo, 0. Pazschke-Leipzig, 
H. Re hm -Regensburg, H. Schinz-Zürich, R. Schlechter- 
Berlin, J. D. Smith-Baltimore, P. Sydow-Berlin erworben. 

Dagegen wurden Doubletten abgegeben an die bota- 
nischen Museen von Breslau, Kew, Natal, Petersburg, Stock- 
holm, sowie an die Herren Cardot, Huth, Jack, Jaczewski, 



— 160 — 

Eindberg, E. Mfiller*Halle, Pazschke, Richter-Leipzig, 
Schlechter. 

Das Notizblatt des Eöniglichen botanischen Grartens nnd 
Museums zu Berlin wurde im Austausch von Zeitschriften etc 
an 27 botanische Gärten, Institute und Privatpersonen geschenkt 

3. Durch Vereinbarung mit dem Eultusmiuisterium ging das 
Herbar und die botanisch-geographische Bibliothek des Herrn 
Prof. P. Ascherson in das Eigenthum des botanischen Mu- 
seums Qber. 

4. Durch Eauf wurden aus dem dafür ausgeworfenen Etat 
theils grössere und interessante Pflanzensammlungen aus ver- 
schiedenen Ländern der Erde, theils Fortsetzungen von £i- 
siccaten erworben. 

c) Benutzung. Es arbeiteten wissenschaftlich ausser den 
Beamten und Hfilfsarbeitern 14 Herren während grösserer Zeit- 
räume ständig, 25 Herren vorübergehend im botanischen Museum. 
An 52 Botaniker wurden Theile der Sammlungen zur wissen- 
schaftlichen Benutzung nach auswärts verliehen. 



C. 

Der Arbeitsraum diente zur Abhaltung des pharmako- 
gnostisch - mikroskopischen Praktikums (70—80 Theilnehmer) 
unter der Leitung des Direktors, sowie des Eursus für mikro- 
skopische Nahrungsmittel-Untersuchungen (6 Theilnehmer) unter 
der Leitung der Privatdozenten Dr. Qilg und Lindau. Aach 
wurden die vorhandenen Arbeitsplätze von vorgeschrittenen 
Studirenden bei selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten 
benutzt. 

D. Wissenschaftliolie Arbetten. 

a) Von den Beamten des Königlichen botanischen Gartens 
und Museums wurden in der Zeit vom 1, April 1895 bis 
31. März 1896 veröffentlicht: 

A. Engler: Ueber Amphicarpie bei Fleurya podocarpaWedd. etc. 
in Sitz. Ber. Preuss. Akad. Wissensch. 1895, 10 S 
1 Doppeltaf. 

- - Pflanzenwelt Ostafrikas. Theil A,Grundzttge der Pflanzen- 

verbreitung, 154 S. und mehrere Tafeln. Theil C, 91 S. 

- - Rutaceae, Simarubaceae in Engler- Prantl, Natfirl 



— 161 - 

Pflanzenfam. 144 S., 920 Einzelbilder in 90 Figuren, 

1 Vollbild. 
A. Engler: Stearodendron Stahlmannii und andere kleinere Mit- 

theilungen in Notizbl. Egl. Botan. Gartens und Museums 

Berlin 1895, 9 S. 
L Urban: üeber die Sabiaceengattung Meliosma in Ber. 

Deutsch. Bot Ges. Bd. Xm, 12 S., 1 Tat 

- - BiograpUsche Skizzen. III. Jacques Samuel Blanchet. 

IV. Eduard Poeppig in Engl. Bot. Jahrb. Bd. XXL 
32 S. 2 Porträts. 

- • üeber einige Temstroemiaceen - Gattungen in Ber. 

Deutsch. Bot Ges. Bd. XIV. 14 S. 

- - Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. 

Particula III in Engl. Bot Jahrb. Bd. XXI. 101 S. 

- - Kleinere Aufsätze u. s. w. im Notizbl. 6 S. 

A. Garcke: Ueber einige Malvaceengattnngen in Engl. Jahrb. 

XXI. 23 S. 
E. Schumann: Giftige Kakteen in Berichten der deutschen 

Pharmaceutischen Gesellschaft. 7 S. 

- - Berg u. Schmidt, Atlas officineller Pflanzen. Heft XIV— 

XVI. 40 S. Quart, 18 Tafeln. 

- • Plantae Bammlerianae im Notizbl. des K. bot Gartens 

13Vf S. 

- - Gräser und Kautschukpflanzen in Pflanzenwelt Ostafrikas 

Theil B und in Theil C. 168 S. 7 Taf. 

- - Apocynaceae und Asclepiadaceae in Engler - Prantl, 

Natflrl. Pflanzenfam. 196 S. 479 Einzelb. 

- - Kleinere Mittheilungen im Notizblatt und in der Monats- 

schrift f&r Kakteenkunde. 41 S. 5 Tafeln. 
P.Hennings: Essbare Pilze in Pflanzenwelt Ostafnkas. 
Theil B und Fungi Theil C. 21»/, S. 

- - Fungi camemnenses in Engl. Jahrb. 55 S. 

- - Fungi somalenses in Ann. del R. Ist Bot. di Boma 

VoL VI. Fase. 2. 4 S. 

- - Nachträge zu Fungi goyazenses in Hedw. 1895 XXXIV. 

6 S. 

- - Fungi aethiopici, das. 7 S. 

. - Fungi blumenavienses, das. 4 S. 

- - Fungi austro-africani, das. 3 S. 

11 



- 162 — 

P. Hennings: Die Clavariaceen der Mark in Yerhandl. bot 
Ver. Brandenburg. XXXVn. 19 S. 

- - Mykologische Notizen, das. 13 S. 

- - Die wichtigsten Pilzkrankheiten der EnltnrpflanzeD 

unserer Kolonien in Deutsche Kolonialzeitnng. 1895. 
5 Sp. 

- - Ueber Krankheiten der Kulturpflanzen in Notizbl. des 

K. bot. Oart. und Museums. 1895. 7 S. 
• - Kleinere Aufsätze hauptsächlich aber Pilze. 12Vs S. 
6. Hieronymus: Plantae Stuebelianae novae in Engl. Jahrb. 
XXL 72 8. 

- - Plantae Lehmannianae in Engl. Jahrb. XX. Beibl. 49. 

72 S. 

- - Bemerkungen Ober einige Arten der Gattung Stigonema 

in Hedwigia. XXXIV. 19 S. 

- - Cyanophyceen, Chlcrophyceen und Pteridophyten in 

Pflanzenwelt Ostafrikas. 24 S. 
M. Gurke: Labiatae africanae III, in Engler's Jahrb. XXII. 21 S. 

- - Melianthaceae in Natttrl. Pflanzenfam. 9 S. mit 34 Einzel- 

bildern in 3 Fig. 

- - Hydrocharitaceae und Malvaceae africanae in Ball, de 

THerb. Boiss. m. 6 S. 

- • Mehrere Diagnosen in dem Pflanzenverzeichniss in 

6. A. Graf von Götzen, Durch Afrika von Ost nach 
West. Ca. 1 S. 

- - Notizen verschiedenen Inhalts und Diagnosen afrika- 

nischer Pflanzen in Notizbl. d. K. bot Gartens and 
Museums, No. 2 u. 3, 7 S. 
U. Dammer: Gemäsepflanzen, Färb- und Gerbstoff liefernde 
Pflanzen in Pflanzenwelt Ostafrikas, Theü B, u. Poly- 
gonaceae, Convolvolaceae n. Solanaceae in Theil C, 53 S. 

- - Kleinere Aufsätze und Bemerkungen in Mittheil. d. 

Deutsch. Dendrol. Ges. 1895, Nachricht, a. d. Deutsch. 
Buchhandel, Gartenflora, Garden. Chron., Bull, de THerb. 
Boiss. 
G. Lindau: Die Beziehungen der Flechten zu den Pilzen. 
Hedwigia XXXIV, 10 S. 

- - Lichenologische Untersuchungen. Heft L Dresden 

(C. Heinrich). Quart. 60 S. mit 3 Taf. 



— 163 — 

6. Lindau: DiscomyceteQinEngler-Prantl,Nat.PflanzeDfam.47S. 

- - Joseph Schroeter. Nekrolog. Hedwigia XXXIV. 4 S. 

- - Acanthaceae in Engler-Prantl Nat Pflanzenfam. Schlnss 

18 S. 

• - Acanthaceae americanae. Bull, de THerb. Boissier 1895. 

26 S. 

- - Acanthaceae africanae III. Engl. Jahrb. XXn. 16 S. 

- - Acanthaceae somalenses. Ann. del B. Ist. Bot. di Roma. 

VI. Fase. 2. 16 S. 

- - Leber- nnd Laubmoose, Flechten und Acanthaceen, Zier- 

pflanzen in Pflanzenwelt Ostafrikas. 48 S. 

• - Diverse Diagnosen in Loesener, Plantae Selerianae, 

Hieronymus Plantae Stuebelianae et Lehmannianae 
und Götzen, Durch Afrika von Ost nach West. 

E. Oilg: Gentianaceae in Engler-Prantl, Nat. Pflanzenfam. 
58 S. mit 220 Einzelbildern in 20 Fig. 

- - Botanik, Abtheilung L, Anatomie und Physiologie, ferner 

Thallophyta und Embryophyta zoidiogama, fär den 
„Hausschatz des Wissens". 306 S. mit 228 Fig. und 
2 Farbentafeln. 

- - Vitaceae in Engler-Prantl, Nat. Pflanzenfam. 32 S. mit 

100 Einzelbildern in 15 Figuren. 

• - Capparidaceae et Thymelaeaceae somalenses in Ann. 

B. Istit. Bot. di Roma: 12 S. 4 o. 

- - Pflanzenwelt Ostafrikas. Theil B, Bearbeitung der Nutz- 

hölzer sowie der Harze und Gopale liefernden Pflanzen. 
81 S., Theil C. 32 S. 

- - Ueber die Blüthenverhältnisse der Oentianaceengattungen 

Hockinia Gardn. und Halenia Borkth. in Ber. Deutsch. 
Bot. Gesellsch. XIIL 14 S. mit 1 Tafel. 

- - Uebersicht über die auf der Deutschen Eamerunexpedition 

gesammelten und beobachteten Pflanzen. 14 S. 

- - Julien Vesque, ein Nachruf, in Ber. Deutsch. Bot Ge- 

sellsch. XIIL 8 S. 

- - Diverse Diagnosen in Notizblatt des Kgl. Bot. Gartens 

und Museums. 20 S. 

P. Tanbert: Die Hfilsenfrttchte Ostafrikas und die Gummi 

liefernden Pflanzen in Pflanzenwelt Ost-Afrikas, Theil B, 

11* 



- 164 — 

Leguminosae and Melastomataceae in Theil C. (3 S., 
2 Tafeln. 
P. Taubert: Beiträge znr Eenntniss der Flora des ceDtral- 
brasilianischen Staates Qoyaz, in Engl Bot 
Jahrb. XXL 1S96. 56 S. n. 2 Taf. 

b) Femer ist folgende im botanischen Moseom ausge- 
arbeitete Dissertation erschienen: 

P. Oraebner: Studien aber die norddeutsche Heide in Engler's 
Botan. Jahrb. XX. 155 S., 2 Taf. 

c) Von anderweitigen Abhandlungen, die eben&Ils im 
botanischen Museum zum Abschluss gelangten, sind zu erwähnen: 
P. Gr aebner: Zur Flora der Kreise Putzig, Neustadt (Westpr.) 

und Lauenburg i. P., in Sehr. Naturw. Ges. Danzig N. F. 
L Bd, I. Heft 1895. p. 271—396. Tab. VII— Vm. 

- - Mehrere kleinere Aufsätze in Verh. bot. Ver. Branden- 

burg. 1895. 
H. Harms: Die Oel- und Fettpflanzen Ostafrikas, Pflanzenwelt 
Ostafrikas. Theil B 28 S., Theil C 7 S- 

- - Zwei neue Meliaceengattungen aus dem tropisch. Afrika, 

Engl. Jahrb. XXII. 4 S. 

- - Die Gattung Plantago in Harms und Reiche, Planta- 

ginaceae in Engler-Prantl, Nat. Pflanzenfam. 4 S. 

- - Kleinere Aufsätze im Notizblatt, Zeitschr. für CacteeD- 

künde, Gartenflora. 10 S. 

- - Diverse Diagnosen in Hieronymus, PlantaeStuebelianae 

et Lehmannianae und Götzen, Durch Afrika von Ost 
nach West. 5 S. 
Th. Loesener: Aquifoliaceae, Celastraceae, Hippocrateaceae 
in Pflanzenwelt Ostafrikas G 2 S. 

- - Plantae Selerianae ü. in Bull, de l'Herb. Boiss. Vol. HL 

20 S. und 1 Taf. 
0. y. Seemen: Abnorme Blütlienbildung bei einer Salix fragilis 
L. Oesterr. bot. Zeitschrift 

- - Neue Weiden im Herbar des Egl. bot. Museums zu 

Berlin L IL in Engl. Jahrb. XXI, Beibl. 52 u. 53, 15 S. 
• * Mittheilungen über die Flora der ostfriesischen Insel 
Borkum (AUgemeine botanische Zeitschrift). 
0. Warburg: Begoniaceae et Balsaminaceae africanae in 
Engler's Botan Jahrb. Bd. XXTT. 22 S. 



- 165 — 

O. Warburg: Balsaminaceae and Sabiaceae in Bngler-PranÜ's 
Nat. Pflanzenfamilien. 18 S. 

- - Ueber die Haarbildung der Myristicaceen in Ber. Deutsch. 

Bot. Ges. Bd. XIII. 4 S., 1 Taf. 

- - Zur Gharakterisimng und Gliederung der Myristicaceen, 

ebenda. 14 S., 1 Taf. 
• - Ficus, Myristicaceae, Flacourtiaceae , Balsaminaceae, 
Begoniaceae inPflanzenweltOstafrikas, Palmen, Bananen, 
Früchte und Genussmittel, ebenda. 157 S. 

- - Kleinere Aufsätze im Notizblatt. 5 8. 

Prof. Dr. A. Engler. 



41. Die Sternwarte. 

Auf der Sternwarte sind ausser den im Personalverzeich- 
niss der Universität aufgeführten Beamten, nämlich den 
Astronomen Prof. Dr. Enorre und Dr. Battermann und dem 
Physiker Prof. Dr. Goldstein, die folgenden Astronomen 
thätig gewesen: Dr. A. Marcuse, Dr. H. Paetsch, cand. 
M. Ebell, cand. K. Heuer und Dr. Tetens. 

Am grossen Meridian-Instrument hat Herr Dr. Battermann 
hauptsächlich, neben den laufenden Zeitbestimmungen der 
Sternwarte, Orts-Bestimmungen von solchen Sternen ausgeführt, 
welche fär die Bearbeitung der südlichen Hälfte der von der 
Berliner Sternwarte übernommenen Zone des Fixstern-Himmels, 
sodann als Vergleichssteme für Planeten- oder Kometen- 
Beobachtungen, oder als sogenannte Mondsteme von Wichtigkeit 
waren. 

Zugleich hat Herr Dr. Battermann Untersuchungen 
über die Genauigkeit dieser Beobachtungen und eine Ab- 
hängigkeit der Korrektionen der Deklination der Fundamental- 
sterne von der Rektascension, sowie über die Genauigkeit der 
mit dem grossen Meridian - Instrument und den hiesigen 
Begistrir - Einrichtungen beobachteten Durchgangszeiten von 
Sternen angestellt 

Ausserdem hat Herr Dr. Battermann seine in den 
Jahren 1891 und 1892 am Universal-Transit ausgeführten Pol- 
höhen-Bestimmungen definitiv bearbeitet und auch einen Werth 



— 166 — 

der Aberrations - Constante aus diesen Beobachtangen al- 
geleitet. 

Die im vorigen Jahre von ihm wieder anfgenommene 
systematische Beobachtung von Stern-Bedeckungen am dunkeln 
Mondrande sind im letzten Jahre möglichst regelmässig durch- 
geführt worden und haben in 47 Nächten 145 geKicherte Ein- 
tritte, in 30 Nächten 86 gesicherte Anstritte, ausserdem etwa 
40 weniger gesicherte Beobachtungen ergeben. Am 17. Juli und 
am 7. Oktober wurden die Plejaden -Bedeckungen von Herrn Dr. 
Battermann und Herrn Dr. Tetens beobachtet. 

Am grossen Aequatorial hat Herr Prof. Dr. Knorre etwa 
250 Doppelstern-Messungen mit dem neuen Doppelbild-Mikio- 
meter ausgeführt, ausserdem etwa 50 Doppelstem-Messungen 
am Bamberg'schen Faden-Mikrometer neben einigen Planeten- 
und Kometen - Beobachtungen. Herr Prof. Knorre hat sich 
ausserdem mit Untersuchungen über die feinere Theorie des 
Aequatorials unter Berücksichtigung der Wirkung der Strahlen- 
brechung bei Aequatorial-Beobachtungen beschäftigt. 

Bei den Beobachtungen am Aequatorial haben sich die 
Herren M. Ebell und Dr. Tetens, letzterer besonders bei den 
Beobachtungen der Doppelsterne mit dem Doppelbild-Mikro- 
meter, betheiligt. Herr Dr. Tetens hat auch mit dem Deklino- 
graphen nach dem lange vermissten Planeten Aethra gesucht. 

Herr Dr. Marcus e hat an dem neuen, von der inter- 
nationalen Erdmessung beschafften photographischen Zenith- 
Teleskop eine grössere Reihe photographischer Aufnahmen von 
Stern-Durchgängen ausgeführt und die Abstände der von den 
Sternen in nahe symmetrische Zenith-Distanzen, Nord und Süd, 
durch das Qesichtsfeld auf der photographischen Platte ge- 
zogenen Linien mikrometrisch ausgemessen, uro die Genauigkeit 
der auf diese Weise zu erlangenden Polhöhen-Bestimmungen za 
erproben. Die Ergebnisse waren sehr günstig. 

Herr Dr. Paetsch hat seine Beobachtungen zum Zwecke 
von absoluten Bestimmungen der Deklination von Sternen durch 
blosse Zeitmessungen am Universal-Transit fortgesetzt und 
dabei für die Beziehungen zwischen den Deklinationen der 
Zenithsterne und der Sterne um +17^ Deklination unerwartet 
genaue Resultate erlangt. 

Herr Prof. Dr. Goldstein hat mit Benutzung der in der 



— 167 — 

Physikalisch - Technischen Reichsanstalt ihm znr Verfügung 
gestellten Ränme und Einrichtungen seine elektrischen Unter- 
suchungen fortgeführt, insbesondere hinsichtlich der disgre- 
girenden Wirkungen, welche die magnetisch - defonnirbaren 
Kathoden-Strahlen auf die von ihnen getroflfenen Körper aus- 
üben. 

Ausserhalb der Sternwarte, aber in Verbindung mit 
derselben, hat Herr 0. Jesse in Steglitz seine Bearbeitung 
der Ortsbestimmungen und der Bewegungs - Theorie der 
leuchtenden Wolken fortgesetzt und Herr P. S. Archenhold 
in der photographisch-astronomischen Station im Grunewald 
seine photographischen Aufnahmen von Himmels-Erscheinungen 
nebst einschlägigen experimentellen Untersuchungen weiter 
geführt. 

Der öffentliche Zeitdienst unserer Sternwarte und die Aus- 
theilung von genauen Zeit-Angaben durch telegraphische und 
telephonische Signale ist wie bisher fortgeführt worden. 
Ausser dem Zeitball-Signal in Swinemünde hat die Sternwarte 
jetzt auch die Ertheilung eines Zeitball-Signals im neuen Hafen 
zu Bremen übernommen. Die neuen Einrichtungen, welche hierfür 
zur Anwendung gekommen sind, haben sich derartig bewährt, 
dass die Hoffnung vorhanden ist, künftig in ähnlicher Weise 
zahlreiche Zeitsiguale an den Küsten von einer einzigen Zentral- 
stelle aus unter nächtlicher Benutzung auch von längeren 
Telegraphen-Leitungen alltäglich, vielleicht sogar allstündlich 
während des Tages, in ziemlich einfacher und recht gesichelter 
Weise ertheilen zu können. 

W. Foerster. 



42. Das astronomische Recheninstitat 

Im Laufe des Rechnungsjahres wurde der Dirigent des 
Recheninstitutes Professor Dr. Tietjen, nachdem er erst von 
einer längeren Erholungsreise zurückgekehrt war, am 21. Juni 
1895 dem Institute, von uns Allen tief betrauert, durch den 
Tod entrissen. Die mit der Thätigkeit des Verstorbenen ver- 
bundene Redaktion des Berliner Astronomischen Jahrbuchs hat 
einstweilen der Unterzeidinete besorgt. 

Das von dem Recheninstitut herausgegebene Jahrbuch für 



— 168 — 

1898 hat gegen den Jahrgang 1897 insofern eine Aendenmg 
erfahren, als hinter der schon bisher regelmässig mitgetheilten 
Mondephemeride, deren Angaben sich auf den Mittelpunkt des 
Mondes beziehen, eine Ephemeride des Mondkraters Mösting 
A eingeschaltet worden ist Diese Ephemeride dient haupt- 
sächlich znr Erzielnng genauerer Ortsbestimmungen des Mondes, 
als durch die Beobachtung der Mondränder erreicht werden, 
wird aber auch mit Vortheil zur Bestimmung der seleno- 
graphischen Koordinaten weiterer Punkte der Mondoberfläche 
benutzt werden kOnnem. 

Sonst ist in Bezug auf das letzterschienene Jahrbuch noch 
zu bemerken, dass fär 15 derjenigen neueren 21 kleinen Planeten, 
welche bis zum Ende des Jahres 1895 entdeckt wurden, 
elliptische Elemente und f&r 2 derselben Kreisbahnelemente, 
im Anschluss an die Bearbeitung der älteren 397 kleinen 
Planeten, yerOffentlicht werden konnten. Die Zusammenstellung 
der Oppositionszeiten und der denselben entsprechenden 
geocentrischen Oerter wurde bis auf den Planeten (401) aus- 
gedehnt, wobei indessen diejenigen noch nicht nummerirten 
8 Planeten, von welchen nur Kreisbahnen berechnet sind, sowie 
ausserdem zwei andere Planeten mit sehr unsicher bestinunten 
Bahnen unberücksichtigt bleiben mussten. 

Neben der Fertigstellung des Jahrbuchs far 1898 wurde 
die Bearbeitung des Jahrbuchs für 1900 zufolge eines noch 
von Professor Tietjen getroffenen Uebereinkommens mit der 
Redaktion des Greenwicher Nautical Almanac in Angriff 
genommen. 

Ueber die Betheiligung der Mitglieder an den Arbeiten 
zur Herstellung des Jahrbuchs ist wieder im Anhange des 
letzteren ausführlich berichtet; aber die ausserhalb der Bureau- 
stunden ausgeführten Arbeiten mag hier Folgendes erwähnt 
werden. 

Herr Professor Lehmann bat den astronomischen und 
chronologischen Theil des vom Königlichen Statistischen 
Bureau herausgegebenen KOnigl. Preussischen Normalkalenders 
für 1897 bearbeitet. 

Herr Lange hat seine Untersuchungen über das Drei- 
körpei-problem fortgesetzt. 

Herr Berberich führte Hülfsrechnungen zur Verfolgung 



— 169 — 

neu entdeckter und Wiederaufsuchung älterer kleiner Planeten 
aus, sowie die Bearbeitung verschiedener Kometenbahnen, 
deren Ergebnisse in den Astron. Nachr. veröffentlicht sind. 

Herr Ginzel arbeitet seit zwei Jahren an einer genaueren 
Darlegung der Sichtbarkeitsverhältnisse sämmtlicher Sonnen- 
und Mondfinsternisse, die sich zwischen 900 v. Chr. und 600 
n. Chr. insbesondere innerhalb des Ländergebietes der Alter- 
thumswissenschaften, das Mittelmeergebiet von 10^ westl. L. bis 
50" östl. L. V. Gr. und von 30o bis 50« nördl. Br. umfassend, 
ereignet haben. Der Oppolzer*sche Kanon der Finsternisse 
nimmt nämlich noch nicht auf jene empirischen Korrektionen 
Rücksicht, welche Herr Ginzel 1884 hauptsächlich aus mittel- 
alterlichen historischen Finsternissen fiir die Mondbewegung 
ermittelt hat, ausserdem giebt der Kanon betreffs der Sonnen- 
finsternisse nur näherungsweise, von der schärferen Rechnung 
bisweilen beträchtlich abweichende Kurven und enthält bezttglich 
der partiellen Finsternisse keine näheren Angaben über deren 
Sichtbarkeit. Die Arbeit des Herrn Ginzel strebt drei Punkte 
zu erreichen: Erstens liefert sie für die genannten ] 500 Jahre 
unter Rücksichtnahme auf die empirischen Korrektionen genaue 
Centralitätszonen der centralen Sonnenfinsternisse sowie 
rechnerische Darlegungen der Sichtbarkeit der centralen und 
partiellen Sonnenfinsternisse und sämmtlicher Mondfinsternisse; 
zweitens beabsichtigt sie durch diese Darlegung und durch 
eine darauf gegründete kritische Neubearbeitung der 
historischen Finsternisse, welche der Arbeit beigegeben wird, 
eine Grundlage ilir die Diskussionen der Historiker über die 
historischen Finsternisse zu liefern, und drittens soll durch die 
letztgenannte Durcharbeitung der historischen Finsternisse 
nicht nur der Beweis für die völlig befriedigende Darstellung 
derselben durch die empirischen Korrektionen erbracht, sondern 
auch der Hinweis gegeben werden, inwiefern einzelne historische 
Finsternisse bei weiteren Versuchen über die Mondacceleration 
oder bei der Prüfung neuer Mondtheorien zur Vergleichung 
herangezogen werden dürfen bezw. fernerhin ausgeschlossen 
werden müssen. 

I. V.: P. Lehmann. 



— 170 — 

43. Das Königliehe Meteorologiselie lostitot. 

Der Direktor war auch im verflossenen Jahre bemüht, die 
Sammlungen und Hilfsmittel des Meteorologischen Instituts, 
dessen Hauptaufgaben bekanntlich auf einem ganz anderen 
Gebiete liegen als auf jenem des Unterrichts, nebenher auch 
den Zwecken der Universität dienstbar zu machen. 

Leider besteht der schon mehrfach betonte Baummangel 
an dem Institut noch immer fort, so dass es unmöglich ist, den 
praktischen Uebungen jenen Umfang und vor Allem jene Viel- 
seitigkeit zu verleihen, welche im Interesse des Unteirichts 
anzustreben wäre. 

Es ist dies umsomehr zu bedauern, als wie ebenfalls schon 
früher hervorgehoben, die Berliner Universität die einzige Lehr- 
anstalt des In- und Auslandes ist, an welcher Gelegenheit ge- 
boten ist, das Studium der Meteorologie sowohl theoretisch als 
praktisch zu betreiben, und als in Folge dessen jederzeit be- 
sonders auch ausländische Studirende ausschliesslich wegen 
dieses Faches die hiesige Universität besuchen. 

Bezüglich der sonstigen Thätigkeit des Instituts mag auf 
den selbständig erscheinenden gedruckten Jahresbericht ver- 
wiesen werden und hier nur noch die Bemerkung Platz finden, 
dass das Stationsnetz im verflossenen Jahre 119 Stationen I. 
und II. Ordnung, 57 der III. und 10 der IV. Ordnung enthielt^ 
und ausserdem noch 1834 Stationen, an denen nur Niederschläge 
gemessen werden — sogenannte Regenstationen. Ueberdies 
lielern noch 1330 Beobachter, die zum Theil den obengenannten 
Stationen angehören, theil weise aber sich ausschliesslich auf 
die Berichterstattung über Gewitter beschränken, Aufzeich- 
nungen über die zuletzt genannten Erscheinungen. 

Die an den Stationen sowie an dem meteorologisch- 
magnetischen Observatorium in Potsdam gewonnenen Beobach- 
tungen werden regelmässig zum Druck gebracht und sind auch 
im verflossenen Jahre derartige umfangreiche Veröffentlichungen 

erschienen. 

Dr. V. Bezold. 



— 171 — 

VIII. llnlTersltSts-Grandstfick. 

Zur Neueindecknng des Daches des Universitäts-Gebäudes 
und zur Instandsetzung von Wegen auf dem Universitäts- 
Grundstück sind 20000 M. bewilligt worden. Die Ausführung 
der Arbeiten ist im Laufe des Rechnungsjahres 1895/96 erfolgt. 



IX. Festlichkeiten und Programme. 

1. Festlichkeiten. 

Am 19. Juli 1895 beging die Universität die 25jährige 
Erinnerungsfeier an den Krieg von 1870/71 in der Sing- 
akademie. Festredner war Geheimer Begierungsrath Professor 
Dr. von Treitschke. 

Am 31. Juli 1895 feierte der Professor Dr. Kiepert sein 
50j ähriges Doktor- Jubiläum. Die Universität begrüsste 
denselben an diesem Tage durch eine Deputation. 

Am 3. August 1895 feierte die Universität in hergebrachter 
Weise den Geburtstag ihres Königlichen Stifters. Die Fest- 
rede hielt der Rektor Professor Dr. Pfleiderer über die Idee 
des ewigen Friedens. Im Anschluss an die Rede verkündigte 
der Rektor die Urtheile der vier Fakultäten über die Be- 
werbnngsschriften, welche zur Lösung der für das Jahr 1895 ge- 
stellten Preisaufgaben eingereicht waren, sowie die Namen der 
Sieger und die neu gestellten Preisaufgabeu. für das Jahr 1896. 

Am 15. Oktober 1895 fand statutenmässig die öffentliche 
Uebergabe des Rektorats an den neu gewählten Rektor 
der Universität, Geheimen Regierungsrath Professor 
Dr. A. Wagner, statt. Der neue Rektor hielt seine Antritts- 
rede über „die akademische Nationalökonomie und der 
Sozialismus'^ 

Am 31. Oktober 1895 wurde Professor Dr. Weierstrass 
als an seinem 80. Geburtstag durch den Rektor Namens der 
Universität begrüsst. 

Am 2. Dezember lb95 feierte das Friedrich Wilhelms- 
Institut — jetzt Kaiser Wilhelms- Akademie — das 



— 172 — 

100jährige Stiftungsfest in der Aula der Universität. Die 
Universität betheiligte sich an dieser Feier und überreichte 
der Kaiser Wilhelms-Akademie eine Adresse. 

Am 18. Dezember 1895 feierte Professor Dr. Weber 
und am 14. Januar 1896 Geheimer Regierungsrath Professor 
Dr. Weinhold das 50jährige Doktor- Jubiläum. Beide 
Jubilare wurden durch eine Deputation des Senats begrösst. 

Am 18. Januar 1896 beging die Universität eine Er- 
innerungsfeier an die 25jährige Wiederkehr des Tages der 
Errichtung des neuen Deutschen Reiches. Festredner 
war Geheimer Regierungsrath Professor Dr. Weinhold, der 
seine Rede dem Gedächtniss des 18. Januar 1871 widmete. 
Den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs 
feierte die Universität in üblicher Weise. Die Festrede hielt 
der Professor Dr. Schmoller über das politische Testament 
Friedrich Wilhelm I. vom Jahre 1722. 

Am 4. Februar 1896 feierte der Geheime Regierungsrath 
Professor Dr. Kirchhoff sein 50j ähriges Doktor- Jubiläum. 
Die Universität begrüsste den Jubilar durch eine Deputation. 

2. Programme. 

Die Programme zu den lateinischen Lections-Katalogen 
waren : 

Für das Sommer-Semester 1895: 
De versibus nonnuUis Sophocleis. 

Für das Winter -Semester 1895/96: 
De Theocriti idyllio septimo. 



r\ 



/